Wut an Therapeutin auslassen

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
Benutzeravatar

forcefromabove
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
weiblich/female, 42
Beiträge: 529

Beitrag Do., 28.07.2011, 19:05

Ich finde ,wenn ich 120 eur dafür zahle, damit es mir seelisch besser geht, darf ich auch
meine negativen Gefühle authentisch äußern. Persönlich halte ich es für einen großen Heilungserfolg,
wenn die Therapie dazu führt, dass der eigene Gefühlshaushalt wieder so stark reflektiert wird,
dass man Sympathie, Antipathie und Indifferenz wahrnimmt und konstruktiv verarbeiten kann.
"Ich bin kein direkter Rüpel aber die Brennnessel unter den Liebesblumen."
Karl Valentin

Werbung

Benutzeravatar

Woman
Forums-Insider
Forums-Insider
weiblich/female, 52
Beiträge: 307

Beitrag Do., 28.07.2011, 21:00

Flowerbomb hat geschrieben:Die Therapie ist jetzt also nicht mehr nötig.
Weglaufen wenn es zu eng wird: das ist auch genau mein Ding und das glaub ich dauert ewig um das zu bearbeiten, wenn ich das schon bei meiner Thera machen will.
Dann ist die Therapie wohl doch noch nötig!
Was macht dir Angst?
Wie ich schon schrieb, dass mir das alles zu ‚eng’, zu emotional und
der Abschied entsprechend härter wird
Was wollte denn der Thera versuchen bei der Schematherapie, an welchem Punkt hast du es abgelehnt?
Wir haben das EPR (Ein-Personen-Rollenspiel) oder auch 2-Stuhl-Technik genannt, in einer Sitzung ausprobiert. Wen es interessiert:

http://www.afp-info.de/Sachse-R-2006-Di ... 115.0.html

Grundsätzlich sehr, sehr interessant, aber auch schwierig für mich, weil man sich sowohl kognitiv, als auch emotional einbringen muss. Heute noch passiert es mir, dass ich quasi neben mir sitze, wenn es um schwierige Themen und besonders um meine Gefühle geht und mir selbst zuhöre, wenn ich vor meinem T. rede. In dem EPR richtet man den Blick auf sich selbst (da man im Wechsel Klient, als auch Therapeut ist) und muss da mit seinen sämtlichen Gefühlen durch.
Aber woman, ich finde schon, er sollte drauf eingehen. Er merkt wohl nicht, wie sehr dich das belastet, weil du es nicht so zeigen kannst, kann das sein?
Gute Frage, ich weiß es nicht genau, so deutlich habe ich es denn wohl doch noch nicht ausgesprochen, allerdings immer mal wieder Äußerungen gemacht, auf die er nicht so eingegangen ist, wie ich es mir gewünscht hätte.

@Elena, ich mache eine VT (kognitiv/klärungsorientiert). Insgesamt sind da 80 Std. möglich.
Vorher sich so intensiv damit zu befassen wäre für mich zu theoretisch, da es einfach noch nicht Realität ist.
Irgendwann ist es aber Realität und er weiß, dass ich „gebranntes Kind“ bin, was Abschiede betrifft (habe da ähnliche Erlebnisse wie Du).Vielleicht denkt mein T. darüber wie Du, alles zu seiner Zeit. Wenn ich jetzt allerdings beenden würde, hätten wir nicht mehr viel Zeit, um den Abschied zu bearbeiten und das käme mir von wegen 'selbstinitiiertem Abschied' wohl entgegen (?)
Und seit jeher war es so, daß die Liebe erst in der Stunde der Trennung ihre eigene Tiefe erkennt.

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Elena
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 40
Beiträge: 1378

Beitrag Do., 28.07.2011, 21:11

Woman hat geschrieben:@Elena, ich mache eine VT (kognitiv/klärungsorientiert). Insgesamt sind da 80 Std. möglich.
Achso! Und geht er dabei dann insgesamt auch intensiv auf Deine früheren Erfahrungen ein?
Woman hat geschrieben:Irgendwann ist es aber Realität und er weiß, dass ich „gebranntes Kind“ bin, was Abschiede betrifft (habe da ähnliche Erlebnisse wie Du).Vielleicht denkt mein T. darüber wie Du, alles zu seiner Zeit. Wenn ich jetzt allerdings beenden würde, hätten wir nicht mehr viel Zeit, um den Abschied zu bearbeiten und das käme mir von wegen 'selbstinitiiertem Abschied' wohl entgegen (?)
Ich will Dich da wirklich nicht auf Biegen und Brechen umstimmen, aber meinst Du nicht, Du rennst dann einfach nur davon? So eine Therapie ist ja eine super Chance die alten Muster zu ändern, ergreife sie doch.
Kannst Du ihn denn vielleicht einfach mal fragen, wann er mit Dir an dieses Thema rangeht, weil es Dir aktuell sehr sehr wichtig ist?

Benutzeravatar

Woman
Forums-Insider
Forums-Insider
weiblich/female, 52
Beiträge: 307

Beitrag Do., 28.07.2011, 21:23

Achso! Und geht er dabei dann insgesamt auch intensiv auf Deine früheren Erfahrungen ein?
Die Vergangenheit in einer VT wird, je nach Ausbildung des T., nicht mehr außen vorgelassen. Mein T. arbeitet auch mit der klärungsorientierte PT und die geht mehr auf die Entstehung von Problemen ein.
Ich will Dich da wirklich nicht auf Biegen und Brechen umstimmen, aber meinst Du nicht, Du rennst dann einfach nur davon?


Das schreibe ich doch die ganze Zeit!
Kannst Du ihn denn vielleicht einfach mal fragen, wann er mit Dir an dieses Thema rangeht, weil es Dir aktuell sehr sehr wichtig ist?
Das wird in den nächsten 1-2 Stunden Thema sein müssen, da ich ihm dann meine Entscheidung, ob ich weitermache, mitteilen muss.
So eine Therapie ist ja eine super Chance die alten Muster zu ändern, ergreife sie doch.
Das weiß ich! Es ist ja nicht so, als hätte ich während der Therapie bisher nichts erreicht, ich habe hart gearbeitet und ja, es wäre dumm, diese Möglichkeit ungenutzt zu lassen.
Und seit jeher war es so, daß die Liebe erst in der Stunde der Trennung ihre eigene Tiefe erkennt.

Werbung

Benutzeravatar

Flowerbomb
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
weiblich/female, 21
Beiträge: 545

Beitrag Do., 28.07.2011, 21:30

Nein,ich finde,eine Therapie ist nur unbedingt nötig,wenn man seinen Alltag nicht auf die Reihe kriegt.Ich kann das jetzt und nun noch an diesem Problem arbeiten oder das auch lassen und trotzdem mein Leben gut weiterleben.

Benutzeravatar

Flowerbomb
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
weiblich/female, 21
Beiträge: 545

Beitrag Do., 28.07.2011, 21:40

EPR kenne ich auch,hab gerad nochmal den Link angeschaut.Das machen wir öfter mal.Am Anfang war es kurz schwer und dann war es echt gut und dann auch fast nur noch kognitiv.

Benutzeravatar

Woman
Forums-Insider
Forums-Insider
weiblich/female, 52
Beiträge: 307

Beitrag Do., 28.07.2011, 22:05

Flowerbomb hat geschrieben:Nein,ich finde,eine Therapie ist nur unbedingt nötig,wenn man seinen Alltag nicht auf die Reihe kriegt.
Wir haben da sicher unterschiedliche Erfahrungen. Ich habe immer funktioniert und vor oder nach Therapie und Klinik meinen Alltag
'gemeistert', wenn auch oft mit enormen Kraftaufwand. Dein Satz
würde dann bedeuten, dass eine Therapie für Menschen, die nach
außen hin funktionieren, überflüssig ist?
Ich kann das jetzt und nun noch an diesem Problem arbeiten oder das auch lassen und trotzdem mein Leben gut weiterleben.
Das freut mich für Dich, dann hast Du hart an Dir gearbeitet!
Und seit jeher war es so, daß die Liebe erst in der Stunde der Trennung ihre eigene Tiefe erkennt.

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Elena
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 40
Beiträge: 1378

Beitrag Do., 28.07.2011, 22:10

Flowerbomb hat geschrieben:Nein,ich finde,eine Therapie ist nur unbedingt nötig,wenn man seinen Alltag nicht auf die Reihe kriegt.
Da muss ich Dir widersprechen. Ich finde, soweit sollte man es erst garnicht kommen lassen, sondern mit Therapie präventiv ran, sonst sind es zu viele Baustellen, die sich einem offenbaren, wenn man nichts mehr auf die Reihe kriegt.

Benutzeravatar

Flowerbomb
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
weiblich/female, 21
Beiträge: 545

Beitrag Do., 28.07.2011, 22:35

Ah, okay, hab das so schlecht geschrieben, dass man es echt nur so verstehen kann, wie ihr es verstanden habt.

Bei mir war das ganz anders: ich habe jahrelang keine Baustellen gesehen, mein Leben war gut, so wie es war. Und das war es echt und dann durch einen Auslöser sind ganz viele Dinge wieder hochgekommen und auch ganz viele Symptome, die bearbeitet werden mussten, die ich verdrängt hatte. Aber ich sehe auch, dass noch viel besprochen werden sollte, aber eben nicht muss.
Das was jetzt noch da ist und noch nicht therapiert wurde, hat mich nie daran gehindert, ein glückliches Leben zu führen. Und wenn man glücklich ist, braucht man ja keine Therapie. Wenn man nur nach außen hin funktioniert natürlich schon. So war es aber bei mir nicht. Ich habe mein Leben sehr genossen.

Hab mich wohl ganz missverständlich ausgedrückt: dann sagen wir es mal so: seinen Alltag auf die Reihe kriegt und damit zufrieden ist.

Werbung

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag