Gibt es Frauen die nur Kuscheln wollen?

Fragen und Erfahrungsaustausch über sexuelle Problembereiche wie Sexualstörungen, rund um gleichgeschlechtliche Sexualität und sexuelle Identität, den Umgang mit sexuellen Neigungen wie Fetischismus, S/M usw. - ausser Aufklärungs-Fragen.
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mondlicht
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Beitrag Fr., 15.08.2008, 10:51

Trolli hat geschrieben:Deswegen finde ich Kuscheln ohne Sex viel intimer als jeder noch so gearteter GV.Da fühle ich mich mehr aufgehoben , als in einer Partnerschaft in der der eine versucht dem anderen auf jeden Fall einen Orgasmus zu verschaffen, was aber nicht funktioniert.
Hallo Trolli,

spannendes Thema. Wie ist es bei dir: findest du es erregend zu kuscheln oder fühlt es sich einfach gut an?
Ich erlebe seit einiger Zeit, dass meine Freundin (bin lesbisch) eigentlich "nur" kuscheln möchte. Alles was darüber hinaus geht ist glaube ich ein Zugeständnis an mich. Wir reden allerdings auch nicht über unseren Sex. Mir ist es, vielleicht wie dir, sehr peinlich und meiner Freundin glaube ich auch. Natürlich wäre es viel besser drüber zu reden, ich würde sagen, man muss es tun in einer Beziehung. Aber ich habe dann eine Art Knoten in der Zunge. Was ich noch sagen möchte: ich finde es quälend zu kuscheln, wenn ich dabei erregt werde und irgendwie kommt es nicht zu mehr. Für mich sind Sex und Kuscheln ganz unterschiedliche Dinge. Dass es durch Kuscheln auch zum Sex kommen kann ist klar. Aber wenn Kuscheln einfach nur ein behaglicher Zustand des Zusammenliegens ist, dann frage ich mich, wie damit umgehen, wenn mich die behagliche Berührung meiner Freundin anmacht. Ich möchte sie nicht unter Druck setzen, deshalb zerbreche ich mir den Kopf, wie ich das Thema ansprechen soll. Mir ist unklar, wie eine Beziehung das aushalten kann, wenn eine der Beteiligten nur Kuscheln, die andere aber Sex sucht. Ich finde das frustrierend.

lg

mondlicht

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Trolli
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Beitrag Fr., 15.08.2008, 12:15

Hallo Mondlicht! Ich finde behagliches Kuscheln im Moment am schönsten, kann ich mit meinem Mann aber nicht, weil ich das Gefühl habe ,dass er dann meint , er kann gleich wieder in die Vollen gehen .Hab es schon ein paar mal probiert, aber leider hat mein Mann mein ungutes Gefühl jedes mal bestätigt in dem er mich beim Kuscheln wie zufällig an der Brust berührt hat oder versucht meine errogenen Zonen zu berühren, weil das hat ja früher auch immer geklappt... Und das ist für mich frustrierend. Ich setzte das gleich , mit keinem Respekt vor dem Partner haben. Als ich noch mit ihm geschlafen habe, gab es Sachen die ich nicht mehr wollte , die dann aber trotzdem stattgefunden haben, weil das so über ihn gekommen ist im Eifer des Gefechts. ( O-Ton nach dem ich angemerkt habe das ich das nicht so doll fand) Es ist dann aber regelmäßig so über ihn gekommen und das ist für mich absolut respektlos, da kann er auch mit irgend jemand schlafen, der ihm egal ist!!!
Den Vergleich mit dem Knoten in der Zunge finde ich sehr passend!!!Leider ist mein Mann von der Sorte , die Stoppschilder regelrecht überrennen. Nach so einem Gespräch fühle ich mich nackt und bloß, wie ausgeweidet, kein noch so kleines Fitzelchen Privatsphäre mehr.Gehe ich um des lieben Friedens Willen einen kleinen Schritt auf ihn zu zieht er mich mit aller Gewalt in seine Richtung.
Ich denke mal ,dass es für ihn sehr quälend ist , dass ich im Moment keinen Sex mehr zulassen will . Ich befriedige ihn ab und an mit der Hand , aber auch das ist nur ein Zugeständnis in seine Richtung. Ich möchte es eigentlich gar nicht. An irgendwelche anderen Aktivitäten mag ich im Moment erst recht nicht denken.
Schön , dass du deine Freundin nicht unter Druck setzten willst, schreibt euch doch gegenseitig auf , was euch stört oder ihr euch wünscht, vielleicht geht das ja bei euch? Bei uns ist die Karre schon zu sehr im Dreck und ich habe zuviel verschwiegen und teilweise auch gelogen um den Diskussionen über Sex aus dem Weg zu gehen.Entweder wir kriegen die Kurve noch , oder ich denke wir werden uns trennen, was mein Mann mir sowieso schon ab und an androht,weil : Sex = Liebe , kein Sex=keine Liebe . Dazwischen gibt es für ihn nichts. Er hatte sich von unserer Ehe anderes erhofft...Und so denke ich , dass wir eigentlich nicht wirklich zueinander passen und es für ihn wahrscheinlich erlösend wäre , wenn er eine Partnerin finden würde die seine Interessen teilt. Und für mich würde mein Leben wieder in ruhigeren Bahnen verlaufen, ich kann mittlerweile gut mit mir alleine sein!!
Was mich an der ganzen Sache mit der Unlust der Frau stört ist , dass ,wer auch immer darüber diskutiert die Meinung vorherrscht, dass es absolut unnormal ist , keinen Sex haben zu wollen.

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Trolli
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Beitrag Fr., 15.08.2008, 12:36

Impotente Männer sind keine Männer mehr und müssen , genauso wie die unlustige Frau , mit Medikamenten oder Therapien irgendwie repariert werden. Das mag ja bei denen, die das wirklich wollen absolut richtig sein, aber warum läßt man die anderen dann nicht in Ruhe und findet es sogar peinlich , wenn es Menschen gibt ,die am liebsten gar nicht über Sex sprechen möchten , weil ihnen das zu unangenehm ist.Jeder hat seine Tabuzone und seine absolute Privatsphäre und die sollte er doch auch behalten dürfen ohne als defekt und unnormal eingestuft zu werden. Ein Mensch mit Höhenangst wird auch nicht alle Nase lang von seiner Umwelt aufgefordert , diese doch nun mit Tabletten oder Therapien zu bekämpfen.Er würde in einer Partnerschaft nicht dazu aufgefordert werden , seine unguten Gefühle zu überwinden, damit sein Partner ein gutes Gefühl hat. Jetzt ruft die Hälfte der Leser , oh der Vergleich hinkt!! Mag sein , aber ich sehe es so! Für mich ist Sex nicht lebensnotwendig, ich habe in meinem Leben genug davon gehabt, es bringt mir nicht wirklich was.Vertrauen , tiefe Freundschaft, Respekt und Einfühlungsvermögen , Interesse am Partner, das sind Dinge die ich als viel wichtiger empfinde. Ist das alles vorhanden mag auch für mich der Wunsch nach Sex nicht so abwegig sein, aber er entscheidet nicht über meine Gefühle zu meinem Partner und nicht über mein Selbtswertgefühl, nicht über die Qualität meiner Beziehung und nicht über meine Lebensqualität. Das mag für jeden natürlich anders sein , aber ich verteufele die Menschen , denen Sex nun mal sehr wichtig ist auch nicht als Sexsüchtig, oberflächlich, etc.
Phu , das musste mal raus

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frosch
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Beitrag Fr., 15.08.2008, 13:27

Also, ich finde, man muss bei dem themen "kuscheln" respektive "sex" doch gar keine "entweder-oder"-position beziehen.
mal ist es schön, einfach nur zu kuscheln, ganz ohne erotische komponente, weil es einfach um die nähe zueinander geht. mal mag man "erotisch" kuscheln, ohne dass es zum äußersten kommt (das eine KANN ja aus dem anderen resultieren), mal endet es im geschlechtsverkehr (oder anderweitigen - orgasmus-zuträglichen - "praktiken" ). und mal ist einem nach kurzem bündigem sex. jedenfalls geht es mir so. es gibt halt für alles seine zeit.
ich finde alle komponenten in einer beziehung wichtig und schön. ganz ohne sex fände ich eine einschränkung, aber nix, womit man in einer guten beziehung mit enger bindung nicht leben könnte, wenn es aus irgendwelchen gründen so kommt. dazu sind mir die zwischenmenschlichen seiten in meiner ehe zu wichtig und wertvoll.
wenn eine/r von beiden aus irgendwelchen gründen nicht mehr zu sex in der lage wäre, wäre es für mich wie bei anderweitigen einschränkungen auch: es wäre bedauerlich und schade, aber kein weltuntergang. da muss man dann gemeinsam durch - wie in guten, so in schlechten zeiten...
außerdem gibt es ja auch, wenn nur noch einer von beiden kann, möglichkeiten, diesen "glücklich" zu machen.
Nicht was man erlebt, sondern wie man empfindet, was man erlebt, macht das Schicksal aus. (Marie von Ebner-Eschenbach)

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Letum
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Beitrag Sa., 16.08.2008, 00:17

nun ja, welche frau will das nicht?

ich würde auch mal gerne nur kuscheln und schmusen, doch bis jetzt wollte der partner immer gleich sex. Meiner hinsicht nach, muss man nicht gv haben um sich näher zu kommen. leichte zährtlichkeiten sind auch viel schöner und intensiver (mental).

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Trolli
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Beitrag Sa., 16.08.2008, 09:38

Hallo Frosch! Wie ich sehe bist du weiblicher Natur . Aber genau der entspannte Umgang mit Sex , den du beschreibst, ist meiner Meinung nach der beste.Wen beide es so wollen passierts, wenn nicht dann nicht! Nicht weil der Durchschnittsmann 3x die Woche Sex hat , nicht weil ich mein Selbstwertgefühl über die Häufigkeit des Sex definiere, nicht weil Mann nur ein Mann ist, wenn er immer und überall kann ,sollte Sex stattfinden!! Aber in dem Beitrag nach deinem siehst du sofort wieder, das bei vielen Männern der Sex an erster Stelle steht! Leider! Ich unterstreiche deinen Beitrag voll und ganz!


luciabava
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Beiträge: 626

Beitrag Sa., 16.08.2008, 10:18

luciabava hat geschrieben:@Trolli

Du sagst du könntest nicht oder nur schwer über Sex sprechen.
Meinst du, dass evtl. dein Sexualleben anders verlaufen wäre, wenn du gelernt hättest, darüber zu sprechen?

Ich meine, wenn du in Worte fassen könntest wie du dir Sex so vorstellst, was du dir wünschst, was du nicht so gern hättest ... wenn das ein alltägliches Gesprächsthema zwischen dir und deinem Mann gewesen wäre, wäre der Sex doch sicher auch anders abgelaufen, vielleicht hättest du deinem Mann sagen können, wie genau er dich zum Orgasmus bringen kann (z.B. indem du ihm beschreibst wie du dich selbstbefriedigst! ) und so hättet ihr eine ganz andere Basis für ein befriedigendes Sexleben ... so hast du quasi nur 'mitgemacht', wie du auch schreibst, ihm zuliebe.
Schade, dass du die Frage nicht beantwortet hast.

Was ich auch meine, ist, dass es möglicherweise die schwierige sexuelle Beziehung zu deinem Mann ist, die dir die Lust auf Sex "verleidet" hat.
Nach deiner Beschreibung ist er ziemlich unsensibel, kann sich nicht beherrschen und denkt in erster Linie an sich , so dass du den Sex als "Übergriff" erlebt hast, deine Grenzen nicht respektiert wurden ... was ich zu sagen versuche, ist, dass deine Unlust eng mit deiner Beziehung zusammenhängt ... stell dir vor, du hättest einen extrem zurückhaltenden, schüchternenen Mann, wo alles, was mit Sex zu tun hat, grundsätzlich von DIR ausginge, auf DEINE Initiative hin! Meinst du nicht, dass du unter solchen Bedingungen viel Lust hättest entwickeln können?
Wie ich schon einmal geschrieben habe, es ist echt blöd, wenn man sich rechtfertigen soll, bloß weil man nur kuscheln will.
Aber andererseits HAT jeder Mensch eine Sexualität, die sich im Leben dann auf die eine oder andere Weise entwickelt - und es ist SCHADE wenn man so schlechte Erfahrungen macht, dass man keine andere Möglichkeit mehr sieht, als diesen Teil auszublenden.
Das mit dem NUR-Kuscheln halte ich deshalb für eine direkte Reaktion auf die Übergriffe deines Mannes ... in dem Sinne keine ganz FREIE Entscheidung!
Ich hoffe du verstehst, wie ich das meine, Trolli!
LG

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Celina2008
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Beitrag Sa., 16.08.2008, 10:51

Hallo,

ich würde mich auch gerne in die aktuelle Diskussion einbringen.

Ich kann Trollies Empfindunge nachvollziehen, denn mir geht es im Moment ähnlich. Allerdings kenne ich auch die andere Seite, nämlich, die dass man bedingungslosen Sex erleben und sich auch gut dabei fühlen kann.

Von daher bin ich im Moment in der Zwickmühle rauszufinden, was eigentlich los ist bei mir...

Ich bin verheiratet und habe eine Tochter...

Wie Trollie habe ich schon immer mehr gegeben als bekommen. Was aber mit Sicherheit auch an meinem eigenen Verhalten liegt. Ich hatte sehr früh eine Affaire, die über zwei Jahre ging, in der ich mir mit Sex Liebe erkaufen wollte. d.h. Ist habe alles gemacht was Mann von mir erwartete nur um nicht zurückgewiesen zu werden...Ich glaube aus dieser Zeit habe ich auch einen gewissen Ekel vor manchen Dingen entwickelt.

Ganz furchtbar finde ich es, wenn Mann was getrunken hat und es ewig geht bis er kommt und ich selbst entweder irgendwann über das Lust empfinden rausbin oder selbst schon „fertig“ bin...

Ich schließe mich den verschiedenen anderen Beiträge an, dass ich auch glaube, dass es daran liegt, dass ich eben zuviel gebe und auch aus meinem Elternhaus heraus keinen natürlichen Umgang mit Sexualität erlebt habe bzw. mit dem eigenen Körper...

Wie gesagt ich bin noch dabei es herauszufinden was im Moment schief läuft.

Bevor ich meinen Mann kennengelernt habe, hatte ich erst eine gute Beziehung wo es sexuell richtig gut lief, die anderen waren davon gekennzeichnet, dass es ein, zwei Mal gut war und danach bei mir die Lust nach und nach verging.

Bei meinem Mann habe ich das erste Mal über einen längeren Zeitraum (über zwei Jahre), wirklich guten Sex und Vertrauen erlebt...
ABER: auch hier bin ich wieder in die Schiene gerutscht, dass ich mehr gegeben habe, als ich wirklich wollte. Wahrscheinlich habe ich auch die falschen Signale gesetzt...
Bsp. Ich träume gerne von „hemmungslosen“ Sex, wenn er dann aber tatsächlich stattfindet, wird mir das in der Regel zu arg und ich verliere die Lust...Weil mein Partner aber dann schon „so weit“ ist, bringe ich nicht fertig zu sagen...“Du nee...“ So wurde es nach und nach für mich schwieriger, die Dinge, die er gerne wollte zu erfüllen. Dinge, die mir vor zwei Jahren noch Spaß gemacht haben.

Mit ein Grund dafür ist auch, dass wir die letzten zwei Jahren viel Stress hatten. Meine Tochter kam auf die Welt, wir sind umgezogen usw. Ich habe in ihm nicht mehr den Rückhalt, die Anlehnung gefunden, die mir vorher so gut getan hat. Dazu kam, dass er sich hat gehen lassen. D.h. Er hat es mit der Hygiene nicht mehr so genau genommen..Irgendwann kam ich dahinter und da wurde es noch schlimmer für mich.

Mittlerweile ist es so, dass er viele Dinge wieder zum Positiven geändert hat. Bei mir ist aber die Luft raus. Ich wünsche mir im Moment auch nur kuscheln in der Hoffnung, dass es wieder mehr wird. Aber derzeit zucke ich bei der kleinsten Berührung zusammen. Wenn er mich sexuell küssen will, kann ich es nicht ertragen.


Wir haben auch schon darüber geredet und ich bat um eine Pause...Letztendlich habe ich aber nach 6 Wochen wieder nachgegeben, weil ich das Gefühl hatter er quält sich damit...

Ich muss auch dazu sagen, es gab eine Zeit, wo er nur ins Bett kam um Sex zu haben, die andere Zeit hat er am Rechner verbracht.

Ich habe das Thema mit meinem Thera schon angesprochen. Es war sehr schwer für mich darüber zu reden gerade weil es ein Mann ist...Aber er konnte mir auch aufzeigen, dass auch das Verhalten meines Mannes nicht einwandfrei ist. Vorher habe ich die Schuld nur bei mir gesucht.

Im Moment würde ich mich am liebsten trennen, nur um meine Ruhe zu haben. Gleichzeitig träume ich von einer guten sexuellen Beziehung mit einem gepflegten rücksichtsvollen Mann, für den es kein Problem ist auch mal zwei Wochen keinen Sex zu haben.

Ich kann Trollies Geschichte sehr gut nachvollziehen.

Lg
Celina

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Pitt
[nicht mehr wegzudenken]
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Beitrag Sa., 16.08.2008, 10:58

Hi Trolli und alle anderen,
ich finde Deine Beiträge sehr nachdenkenswert.
Ich - auch männlicher Sicht - habe das Gefühl, dass Kuscheln oftmals auch irgendwie anmacht, bzw. sexuell erregt, - beide.
Was ist denn überhaupt Kuscheln?
Mann und Frau liegen zusammengekuschelt vor dem Fernseher. Als Mann hat man da das Bedürfnis seine Hände und Finger zu bewegen, etwas zu streicheln. Keine erogenen Zonen. Aber, - ist die weibliche Haut nicht eine einzige erogene Zone? Ein gegenseitige Spiel mit den Fingerkuppen, ein zärtliches füßeln, ein zartes Bestreicheln des Nackens, ein vorsichtige Berührung der Schultergegend mit den Lippen, ein Aneinanderschmiegen der Körper, (ganz dezente, diskrete Beckenbewegungen) ...
Das ist jetzt wohl nicht mehr Kuscheln...
Das ist die ganz normale erotische männliche Anmache.
Also meine Frage an die Damenwelt:
Wie geht Kuscheln ohne Anmache?
Einfach nur so nebeneinander daliegen? Etwas umärmelt, Hände und Finger nicht bewegen, Körper nicht bewegen, Vermeiden von Mund-Hautberührungen (auch als Schmusen bekannt...)
Klärt mich bitte auf, was Kuscheln ist...
Schmunzelnde Grüße
Pitt

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Celina2008
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Beitrag Sa., 16.08.2008, 15:25

Hallo Pitt,

ich will dir gleich mal antworten

Für mich bedeutet kuscheln" Hände ruhig zu halten"

Einfach nur im Arm halten...Sicherheit und Ruhe geben...Sowas brauche ich einfach manchmal...

Wenn ich viel um die Ohren habe und das habe ich als Mutter mit Kind und Beruf und Haus und,und,und... dann bin ich oftmals einfach zu müde, auch für Sex...

Ich habe mir oft gewünscht, dass mein Mann ins Bett kommt oder auf die Couch und mich einfach nur in den Arm nimmt, weil es einfach schön ist, so auch zu entspannen...

Aber dem war nicht so...Er kam ins Bett zum Kuscheln...so wie du es beschrieben hast und wollte dann auch mehr, wenn er es nicht bekam, hat er sich irgendwann rumgedreht.

Ich gebe dir aber recht, dass wenn alles ok ist, es aus dem wie du es beschrieben hast, sehr schöner Sex werden kann..

LG
Celina

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lost luck
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Beitrag Sa., 16.08.2008, 17:25

Pitt hat geschrieben: Also meine Frage an die Damenwelt:
Wie geht Kuscheln ohne Anmache?
Einfach nur so nebeneinander daliegen? Etwas umärmelt, Hände und Finger nicht bewegen, Körper nicht bewegen, Vermeiden von Mund-Hautberührungen (auch als Schmusen bekannt...)
Klärt mich bitte auf, was Kuscheln ist...
Ich bin leider keine Dame , kann dich darüber aber trotzdem aufklären.. denk einfach an alles was man ohne Probleme in der Öffentlichkeit machen kann, was man z.B. auch mit einem Haustier wie Hund/Katze an Streicheleinheiten bringen würde. Ernsthaft errogene Zonen bis vielleicht auf Zungenküsse sind tabu, Hand/Finger/Fingernageleinsatz/Mund/Zunge erlaubt.. Zugegeben, wer daran keinen Spass hat ist damit schnell auf die Palme zu bringen, die Erfahrung habe ich machen dürfen, dass Frau dann irgendwie zu schnell mehr wollte. Natürlich kann man das auch nur auf "in den Arm nehmen" reduzieren, die komplette Selbstbeherrschung ist aber die höhere Form...

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frosch
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Beitrag So., 17.08.2008, 08:38

@ trolli: erst einmal dank an dein nettes feedback!
ich unterschreibe übrigens auch, dass viele männer es nicht so ganz hinbekommen, es auch mal nur beim kuscheln zu lassen, die erfahrung habe ich - vor meinem jetzigen partner und ehemann (ich hab ihn ja nicht umsonst geheiratet ) auch gemacht.
da entsteht dann schnell ein teufelskreislauf: frau "verweigert" zieht sich zunehmend zurück, weil aus dem kuscheln jedesmal mehr werden soll; und wenn es dann doch mal zur körperlichen nähe kommt, ergreift "mann" flugs die chance, will wiederum mehr, woraufhin sie sich wieder zurückzieht, in den gedanken ein "war ja klar...." - und so entsteht der teufelskreis....

vielleicht ist das, gerade bei männern, auch eine frage des alters; die libido lässt ja doch peu à peu ein bißchen nach und der reine sexualtrieb schwindet ein bißchen.

allerdings muss ich sagen, dass wir uns auch angewöhnt habe, in fällen, wo der eine unsicher ist, das auch einfach anzusprechen. und wenn die interessen auseinandergehen, muss sich halt entweder mal einer von beiden zurücknehmen oder der andere gibt halt ein bißchen mehr als "kuscheln" (geht ja auch ohne GV und nur bei einem ....)

@ Pitt: wie gesagt, so finde ich, können und dürfen die übergänge da ruhig fließend sein...
aber unter reinem kuscheln würde ich das auslassen der spezifischen erogenen zonen verstehen. klar ist der ganze körper - gerade bei frauen - zur stimulation geeignet. (und sollte auch hierfür genutzt werden, das haben die meisten von uns nämlich viel lieber als die konzentration auf die spezifischen punkte. aber das nur am rande ).
aber wenn mir gerade mal nur nach nähe, nicht aber nach sex ist, dann finde ich es toll, möglichst nah beieinander zu liegen, den rücken gestreichelt zu bekomen, den nacken gekrault etc., auch geküsst zu werden. - aber es stellt sich dann nicht der wunsch nach mehr ein. ein berühren am busen, z.b., finde ich dann halt eher unangenehm.
aber da wird auch jede frau ihre eigenheiten haben.

ganz wichtig finde ich bei diesem ganzen thema, was eigentlich für alle themen in einer beziehung zutrifft: miteinander reden! ohne vorwürfe, sondern, indem jeder von beiden seine wünsche formuliert. das gilt sowohl für die grundsätzliche einstellung als auch für die konkreten situationen. der mann möge das dann bitte auch ernst nehmen; aber die frau sollte sich, bitte schön, auch klar formulieren. ich denke nämlich, für den mann ist die sehr nuancierte körperwahrnehmung und -empfindung einer frau nicht immer einfach unterscheidbar (das geht ja auch aus Pitts sätzen hervor).

wenn also auch frau ein "heute mag ich nicht mehr als kuscheln" auch ausspricht, dafür aber auch mal die initiative ergreift, wenn sie mehr mag, ist dem mann damit, glaube ich, gut gedient.

ich habe das auch schon umgekehrt erlebt, dass ein partner von mir aufgrund von pers. und berufl. stress einfach mal eine zeitlang wenig lust hatte. da fand ich eine klar angesprochene erklärung im sinne von "zu zeit hat das die und die gründe, hat nichts mit dir zu tun; wenn sich das ändert, lasse ich es dich wissen" wesentlich weniger verletztend als ein stillschweigendes "jeder vermeintlich prekären situationen aus dem weg gehen".
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Trolli
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Beitrag Mo., 18.08.2008, 11:11

Hallo luciabava! Etwas weiter oben habe ich auf deine Fragen kurz geantwortet, aber ich schreibe es gerne nochmal . Wenn ich ein offeneres Elternhaus gehabt hätte und besser über Sex sprechen könnte , dann wäre bestimmt einiges anders!! Aber da ich von Beginn meiner Sexualität an so dumm war mich den Wünschen der Männer anzupassen um nicht abgelehnt, für hinterwäldnerisch gehalten zu werden, oder für prüde, einfach um dazuzugehören, und das auch noch für normal gehalten habe, bin ich nun die Summe meiner Erlebnisse und meiner eigenen Dummheit.Die Unlust hat es in früheren Beziehungen regelmäßig nach zwei , drei Jahren gegeben.Ich habe den jeweiligen Partnern eben nicht zeigen können, dass ich im Innersten eine kleine , prüde , verklemmte Wurst bin . Da meine Partner keine Gedanken lesen konnten, war ich nach einer gewissen Zeit enttäuscht, dass derjenige, der behauptet mich zu lieben nicht merkt , was in mir vorgeht. Es kamen dann noch die eine oder andere Sache hinzu , so dass ich mich letztendlich getrennt habe.
Nach der Trennung von meinem 1. Mann ( wir hatten vor der Trennung wenigstens ein Jahr keinen Sex mehr , in keiner Form!!) Habe ich mich ein halbes Jahr in jedes Abenteuer gestürzt , dass ich kriegen konnte ,nur um festzustellen, dass woanders das Gras auch nicht grüner ist ! Ich wollte keine Beziehung mehr und nie wieder mit einem Mann zusammenleben. Und dann kam mein jetziger Mann. Wir haben soviel telefoniert , so viel geredet, er hatte so viel Verständnis er war soooo lieb und selbst geschieden mit zwei Töchtern. Wir sind zusammen gezogen und der Himmel hing voller Geigen. Ich habe meinem Mann meine ganze Vergangenheit erzählt, bis auf meine Orgasmusunfähigkeit. Ich habe ihm aber auch gesagt, dass die Abenteuerphase nicht mein wirkliches ich war ! Ich habe ihm gesagt , dass Sex für mich nicht lebenswichtig ist.
Den letzten Satz hat er über die Jahre erfolgreich verdrängt und das Bild von der ewig sexbereiten ( so hat er dann wohl mein halbes Jahr Abenteuer für sich interpretiert)ist in den Vordergrund getreten. Ich habe in den ersten zwei Jahren auch nicht den Anschein gegeben als wenn mir was mißfallen würde, aber nun , nach endlosen Gesprächen und Diskussionen ist er der Meinung ich sei i de Wechseljahren und man könnte das Problem mit Tabletten bestimmt lösen ...

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Trolli
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Beitrag Mo., 18.08.2008, 11:33

Und das kann doch nun nicht richtig sein! Als wenn ich ein kaputtes Spielzeug wäre...Wenn man ihm sagen würde , dass er rücksichtslos gehandelt habe, dann würde er aus allen Wolken fallen, oder , dann kommt die Aussage: Ich bin so ein Arschloch,ich habe dir alles kaputt gemacht, die einen schon wieder dazu zwingt ihn ( !!!) zu trösten und die ,, Schuld" auf sich zu nehmen. Er hat tierische Angst davor keine Errektion mehr zu bekommen und möchte sein Leben bis dahin noch voll auskosten. Leider spiele ich da nicht so richtig mit und untergrabe damit sein Selbstbewußtsein.
Um auf die freie Entscheidung zur Unlust nochmal einzugehen: Da ich die Summe meiner Vergangenheit bin würde ich es doch als freie Entscheidung bezeichnen. Ich habe auch die Entscheidung frei getroffen nicht laut genug auf meine Grenzen aufmerksam zu machen, bzw. das Übertreten nicht nachdrücklich verboten.
@ Celine : Wow , da gibt es jemand , der mich versteht!!Ich grüble auch schon lange über Trennung nach , eben aus dem Grund endlich meine Ruhe zu haben!!Leider hatte ich nie das Gefühl vom erfüllenden Sex, jedenfalls nicht so, dass ich mal auf meine Kosten gekommen wäre...Aber ich stimme sonst sehr mit dir überein!!Und im Zusammenzucken bei der kleinsten Berührung bin ich ganz groß!!!! Mein Mann nimmt mir das sehr übel.Aber auch wenn ein guter Freund mich umarmen möchte oder nur mal an die Schulter tippt schrecke ich zurück.
@ Frosch ,den von dir beschriebenen Teufelskreis kenne ich zu genüge!!
@ Pitt : diskrete Beckenbewegungen sind beim wortreinen Kuscheln das Allerletzte! Arm in Arm auf der Couch ohne zweideutige StreicheleinheitenNur der Versuch erroge Zonen zu stimulieren ist total abtörnend und macht mich zum Beispiel echt sauer !

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Trace
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Beitrag Mo., 18.08.2008, 13:25

Ich habe mir jetzt nicht alles durchgelesen, also sag ich mal einfach was ich denk.

Sex gehört zu einer Beziehung dazu und ist auch natürlich. Ich selbst bin allerdings auch eher der "Kuscheltyp". Einfach zusammen auf dem Sofa liegen, zu wissen der andere ist da, ist neben einem. Mir würde einmal die Woche Sex vollkommen reichen, bzw. ich hab auch keine Probleme Wochen oder Monate ohne Sex auszukommen. In Beziehungen kam es sogar oft vor, dass ich es nur dem Partner zu Liebe gemacht hab und fühlte mich dadurch nur immer mehr unter Druck gesetzt. Daran sind mehr als eine Beziehung sogar schon gescheitert.

Aber egal ob Mann oder Frau, - das Bedürfnis nach Geschlechtsverkehr ist halt bei jedem unterschiedlich. Aber ich finde wegen sowas sollte man sich auf keinen Fall im Voraus verrückt machen!

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