belastende Mutter-Tochter-'Beziehung'

Alle Themen, die in keines der Partnerschafts-Foren passen, bei denen es aber in weitestem Sinne um Beziehungen, soziale Kontakte usw. geht, Adoption, Pflege usw.
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Pippi Langstrumpf
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weiblich/female, 22
Beiträge: 320

Beitrag So., 05.07.2009, 20:58

Hallo Caro!

Deine Gedanken sind sehr interessant!
es hat bei mir lange gedauert bis ich diese(n) wunsch/forderung loslassen konnte, dass irgendein mensch aus dem realen "heute", diese unstillbare sehnsucht stillen könnte.
Das heißt, du konntest irgendwann akzeptieren, dass deine Sehnsucht eine unstillbare bleiben wird? Oder ist es dir gelungen, sie dennoch irgendwie anders zu stillen? Hast du einen anderen "Weg" ausprobiert?


Lg Pippi
(...)und bräche nicht aus allen seinen Rändern
aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle,
die dich nicht sieht. Du musst dein Leben ändern.

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Streets
neu an Bo(a)rd!
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weiblich/female, 26
Beiträge: 1

Beitrag Mo., 21.06.2010, 11:58

Hi zusammen

Bei der Suche nach Informationen über symbiotische Mutter-Tocher-Beziehungen bin ich auf euren Thread gestossen.
Es ganz erstaunlich und beeindruckend zu sehen, wie gleich die Thematik empfunden werden kann. Ich habe mich sehr sehr stark in euren Diskussionen und Gefühlsäusserungen wiedererkannt und verstehe das "Dilemma" sehr gut. Auch ich habe eine solch "gestörte" Beziehung zu meiner Mutter. Auch ich empfand (oder empfinde manchmal noch immer) diesen Zwist, zwischen Rettung meiner Seele und Rettung ihrer Seele ...
Was ich aber eigentlich sagen will, dass man sich sehr wohl von Müttern "trennen" kann.
Was soll falsch daran sein sich seine eigene Identität zu schaffen? Sich aus der Symbiose zu befreien? Wir haben nicht darum gebeten, sie einzugehen, oder? Wir haben ein Recht auf Autonomie, auf Nicht-Manipulation, auf ein heiles Selbst. Auch wenn unsere Mütter uns dieses Recht aufgrund ihrer eigenen Not nicht haben zugestehen können. Wir dürfen es uns von den Schuldgefühlen nicht nehmen lassen, autonom in den Gefühlen zu werden. Ich habe soweit möglich meine Mutter-Geschichte als das akzeptiert, was sie nunmal ist. Ich habe akzeptiert, dass ich von ihr keine Nähe mehr zulassen kann/will, aus Angst, dass sie mir etwas nimmt. Ich habe akzeptiert, dass wir nie das hatten was ich gebraucht hätte und es auch nie haben werden. Das Kind einer Mutter zu sein verpflichtet nicht zur Selbstaufgabe... Hingegen hat die Mutter eine Pflicht ihrem Kind gegenüber. Das spürt man vielleicht erst dann wenn man eigene Kinder hat (Ich selbst habe noch keine). Wenn die Mutter diese Pflicht nicht wahrnimmt, dürfen wir uns nicht verantwortlich fühlen. Naja, aber eben einfacher gesagt als getan. Mir tut die Distanz zu meiner Mutter unheimlich gut. Ich habe ihr auch gesagt, dass ich keinen persönlichen Kontakt möchte (wie lange ist offen). Klar ist das schrecklich für sie und klar tut es mir unglaublich wahnsinnig weh, wenn ich an ihren Schmerz und ihre Einsamkeit denke (Ich bin ihr einziges Kind und sie hat ihr "Glück" auf mir aufgebaut) und noch vor einem Jahr zerplatze ich fast vor Schmerz und Schuldgefühlen. Aber vielleicht ist es eben gerade wichtig, diese Gefühle zu spüren, stark zu spüren, sie anzunehmen und sie auszuhalten. Wir empfinden, als würden wir unsere Mutter im Stich lassen, sie hängen lassen ... Aber so ist es in Wahrheit nicht, es ist eine Illusion zu glauben, es sei unsere Aufgabe sie zu retten. Davon muss man sich lösen.
Und mit kleinen Schritten kann man versuchen der Mutter das "schwere Lebenspaket", dass sie uns aufgebürdet hat, eins nach dem anderen zurückzugeben. Sich immer wieder abgrenzen und klarstellen, wer ich bin und was für mich gilt, und dass sie kein Recht hat sich das einzuverleiben. Immer und immer wieder, vor allem wenn die Mütter es nicht schaffen, sich selbst zu reflektieren.
Ich glaube fest daran, dass ich diesen Weg gehen kann, dass es immer besser wird und ich immer stärker.

Herzlich.
Streets

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Chinuk
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 25
Beiträge: 26

Beitrag Mo., 21.06.2010, 15:25

Hallo!
Ihr sprecht mir alle aus der Seele. Ich glaube eine positive Beziehung zu meiner Mutter war noch nie aussichtsloser als sie heute ist. Wir "kämpfen" seit einiger Zeit darum wer von uns beiden besser weiß wie ich zu sein habe und was mich glücklich macht.

Mit meinem "Eintritt" in die Gothic Szene, bzw mit dem für sie seit kurzem veränderte Erscheinung meinerseits, kommt sie nicht klar. Sie wertet alle "schwarzen" total ab und hat auch schon im Psychologen Gespräch geäußert dass sie meine Veränderung nicht akzeptieren kann und will.

Jetzt fängt sie an mich zu erpressen dass ich bestimmte gothic typische Fotos aus dem Internet nehmen soll, sie fühlt sich sonst "gezwungen" Konsequenzen zu ziehen...( zum Beispiel mir mein monatliches Fahrtgeld von 70 Euro zu streichen, weil ich ja so egoistisch bin und nicht an die Familie denke!)

Seit langem gibt es höchstens eine eiskalte Umarmung, meistens versucht sie der aber aus dem Weg zu gehn. Zur Zeit ist sie in einer psychosomatischen Kur, und hat wohl die ersten Psychologen Gespräche in ihrem Leben.

Auch bei mir war es so dass sehr viele Symptome als Kind übersehen und einfach keine Hilfe geholt wurde. Ich hatte als Kind schmerzhafte Blasenentzündungen und ich kann mich teilweise erinnern dass meine Mutter gesagt hat dass das nur am Duschgel liegen würde. Außerdem habe ich so gut wie jeden Tag in der Grundschule geweint, sogar schon am Tag der Einschulung. Ich weiß von mindestens 2 Anrufen von Lehrern bei meiner Mutter, aber unternommen wurde nichts. Und den absoluten Hammer finde ich dass man keine ärztliche Hilfe holt wenn das Kind des öfteren ewiglange im Bett liegt an die Wand starrt und nicht mehr reagiert und antwortet, was häufig vorkam. Meine Mutter hat dann entweder die fürsorgliche Mutter gespielt und Stunden lang auf mich eingeredet, bis mal wieder ein JA oder NEIN kam oder sie hat mir mit einem Psychologen Termin GEDROHT und wollte mich zum reden zwingen, sehr kluge Lösung, wirklich!!! Geschlagen wurde ich auch als Kind, was heute natürlich nie Thema einer Konversation sein könnte.

Ich hab ihr mal vorgeworfen sie sei egoistisch, jetzt bekomm ich das ständig zu hören, wie kann man auch nur so eine fürsorgliche Mutter egoistisch nennen...

Hat jemand von euch Erfahrung damit, wie das ist wenn man sich aus der Symbiose durch Veränderung des Äußeren retten will,geht das? Wobei ich eig gar nicht weiß ob das meine Absicht ist oder überhaupt eine krankhafte Symbiose vorliegt, ich vermute es ja nur...

Lg

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Margo
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Beiträge: 1

Beitrag Mo., 05.07.2010, 02:42

Hallo Sandy

Kann dein Problem gut verstehen. Habe auch ein sehr kaltes Verhältnis zu meiner Mutter. Daran ist sie aber selbst Schuld. Jahre lang keine Umarmung , kein liebes Wort. Und jetzt bereut sie es und würde es gerne Rückgängig machen. Doch so einfach geht das nicht. Wenn meine Mutter zu mir kommt und mich umarmen möchte, empfinde ich das als unangenehm. Doch so sind meine Gefühle eben, ich finde es macht keinen Sinn etwas zu erzwingen oder zu lügen. Wenn ich es als Kind ohne Zuneigung ausgehalten habe, wird sie das wohl als Erwachsene auch aushalten. Manchmal entsteht Nähe nur über Abstand, und manchmal ist es einfach zu spät!

LG. Margo

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SamuelZ.
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Beitrag Mo., 05.07.2010, 17:07

Hallo Margo,

danke für die klaren Worte.

Vor ein paar Minuten hatte ich meine Mutter nach etlicher Zeit wieder am Telefon. Das erste Gefühl: Schuld, weil ich mich länger nicht gemeldet hatte. Zweites Gefühl: Schuld, weil ich nicht locker-fröhlich auf sie eingegangen bin. Drittes Gefühl: Schuld, weil ich das Gespräch nach einiger Zeit beendet habe (ohne Ärger) und sie noch länger hätte telefonieren könne. Viertes Gefühl: Schuld, weil ich das Gespräch total langweilig fand. Fünftes Gefühl: Schuld, weil ich mich ihr nicht geöffnet habe, mich ihr verschließe, obwohl sie an den Toren rüttelt.

Erst nach dem Gespräch habe ich wieder zu mir gefunden.

Es ist nicht meine Aufgabe, meine Mutter zufrieden zu machen.

Und: wie du es so schön beschrieben hast:
Doch so sind meine Gefühle eben, ich finde es macht keinen Sinn etwas zu erzwingen oder zu lügen. Wenn ich es als Kind ohne Zuneigung ausgehalten habe, wird sie das wohl als Erwachsene auch aushalten.
So sehe ich es heute auch. Sie sieht es ganz anders. In ihren Augen war sie eine gute Mutter. Ich kann es gefühlsmäßig nicht bestätigen (wissen kann ich es ja nicht).

Ich frage mich, was sie tun könnte, um die gewollte Nähe herzustellen??

Ich hoffe nicht, dass es zu spät ist, aber ich kann meine Gefühle auch nicht verraten.

LG Sandy

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bougainvillea
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Beiträge: 3

Beitrag Di., 03.08.2010, 12:00

hmm....so ähnlich oder anders....ja nun ich bin wahrscheinlich weitaus älter jedoch nach wie vor mit dem problem das meine Mutter mich nicht losläßt und alle total begeistert sind von ihr, sie überall mitmischt auch hinterrücks und das mein ganzes Leben lang und dasmit den worten sie will das beste für mich und ich kann mich nur auf sie verlassen und vertrauen und ich habe nun mal nur sie....sie ist derart dominant, alles überstrahlend, perfekt ja was soll ich sagen sie hat alles erreicht was sie wollte alles bekommen und ihr leben ist nicht so wie meins. Und ich kriege von ihr nur gesagt was ich alles nicht kann und das sich mich nie ein mann nehmen wird weil ich nicht so perfekt wie sie bin...nach dem mOTTO ich muß was bieten können...und eines weiß ich ganz genau ich habe immer alles geben undmich bemüht undf bin immer mit schulden und verletzungen zurück geblieben...ihre worte immer dazu sie habe das schon vorher gewußt...könnte endlos beispiele aufführen...nur leider es ist zu spät ich bin alt und müde drüber geworden, kann nurmehr versuchen mich damit abzufinden, das ich allein bleibe und zu ihrer Verfügung:( auf meine depressionen gar net eingeht...geht eifnach hinweg und meint ich mache es mir einfach..wweil sie kann das auch net muß soviel machen und leisten....etca...

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Rosi39
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Beitrag Sa., 14.08.2010, 19:47

Hallo Leidensgenossinnen,

es tut mal richtig gut, dieses Forum durchzulesen. Mir gehts ähnlich wie Euch, seit 7 Jahren gibts Stress vor allem mit meiner Mutter. In ihren Augen bin ich krank, es muss ja irgendeine Erklärung geben, warum ich nicht mehr alle 2 Tage anrufe und ihr bei allem zustimme was sie sagt. Eine eigene Meinung darf ich nicht haben. Es ist krass, ich habe mir schon so viele Gedanken gemacht, wie ich möglichst freundlich Grenzen setzen kann, aber egal, alles sieht sie sofort als persönlichen Angriff. Jetzt bin ich halt ihr Feindbild, sie ist irgendwie total verbittert wenn sie mich sieht. Bin auch schon seit längerem dabei, mich psychologisch unterstützen zu lassen, mit relativ gutem Erfolg. Jedenfalls habe ich nicht mehr das Gefühl, dass ich sie umbringe wenn ich nicht alle 2 Tage anrufe, und versuche mich auf mein Leben zu konzentrieren.
Vor kurzem habe ich auch festgestellt, dass es bei mir auch daran liegt, wie bei vielen von Euch, dass ich schon als Kind/Jugendliche die Mutterrolle übernommen habe, also ich dachte, ich könnte sie glücklich machen, weil sie immer so arm dran war mit meinem Vater (der sich inzwischen auf ihre Seite gestellt hat ). Das hat mich mit den Jahren emotional einfach überfordert - jetzt ist sie wie ein kleines Kind, und fordert von mir das, was sie von ihrer Mutter nicht bekommen hat.
Ich kann einfach nicht mehr, der Schmerz, zum einen die eigenen Eltern zu enttäuschen weil man vollkommen überfordert ist und sich dann deshalb Vorwürfe anhören zu müssen, das ist einfach zu viel. Ein wenig Abstand tut mir jetzt sicher mal ganz gut.

Sehr gut fand ich übrigens das Buch "emotionale Erpressung" von Susan Forward, das hat mir auch geholfen, meine Gefühlswelt besser zu verstehen, gerade auch die emotionale Distanz, auf die ich wie ihr auch gehe, um mich davor zu schützen, wieder vereinnahmt zu werden.

Alles Gute und viel Kraft wünsche ich Euch und freue mich über Anregungen Eurerseits

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SamuelZ.
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Beitrag So., 29.08.2010, 10:38

Hallo,

mein Mutter-Thema ist zur Zeit wieder sehr akut. Möglicher Grund: meine Mutter kommt mich nächste Woche besuchen.

Ich zermartere mir das Hirn, worüber ich mit ihr reden könnte:

- ich werde nicht mehr auf ihre Probleme eingehen, die sie mit Leuten hat, die nicht anwesend sind. Ihr Rumgejammere. Ich werde mich also nicht in die THerapeutinnen- bzw Freundinnenrolle hineindrängen lassen.

- ich will nicht über mich reden. Es gibt da zur Zeit einen Mann, den ich interessant finde, dem ich gefallen möchte. Das beschäftigt mich. Aber ich kann mir nicht vorstellen, mit meiner Mutter über solche Themen zu reden.

-sobald sie wieder in ihre Kleinmädchenrolle hineinfällt, werde ich ihr klipp und klar und ohne schlechtes Gewissen sagen, dass ich weder ihre Mutter noch eine Freundin von ihr bin.

- sobald sie wieder anfängt, an mir herumzumäkeln, werde ich auch hier klare Grenzen aufzeigen und mich nicht von ihrer betroffenen Reaktion darauf aus dem Konzept bringen lassen. "Sei doch nicht immer so!" (jammer, jammer).

Habt ihr Ideen? Worüber redet ihr so mit euren Müttern?? Wie verbringt ihr die Zeit mit ihnen???

lg Sandy

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Rosi39
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Beitrag Di., 31.08.2010, 22:25

Hi Sandy,

kann mir gut vorstellen dass Du Dir das Hirn zermarterst. Du hast ja grade erst vor 6 Wochen geschrieben dass Du lauter Schuldgefühle nach Eurem Telefongespräch hattest.

Ich find es gut dass Du genaue Vorstellungen von Eurer Beziehung hast. Das habe ich auch. Nur: unsere und die Mütter vieler anderer haben halt andere Vorstellungen.

Ich habe die letzten 7 Jahre versucht über Wohnung, Arbeit, Urlaub, Essen, Fernsehen etc. zu reden, das kann schon klappen, richtig zufrieden war sie trotzdem nie. Für mich ist es trotz der langen Zeit nicht einfach, sich mit der Situation abzufinden. Ich werde mich aber auf keinen Fall mehr verbiegen um so zu sein wie sie will. Das ist schließlich auch keine gute Grundlage für eine Beziehung.

In meinem Fall fühle ich mich meistens hinterher schuldig, ich kann zwar sehr deutlich Grenzen setzen aber später fühl ich mich wieder schlecht, kein gutes Selbstwertgefühl, sie versuchen meine Gefühle zu kontrollieren. Es ist schwer dagegen anzukämpfen.

Ich wünsch Dir für das Treffen mit Deiner Mutter alles Gute, vielleicht nur den Tipp die Erwartungen an sich und den anderen nicht zu hoch zu setzen - den Fehler mach ich immer wieder.

Viele Grüße
Rosi

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lichtblick2010
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Beitrag Mi., 01.09.2010, 10:19

Hallo ich hatte gestern auch so ein belastendes Telefonat mit meiner Mutter, was tut ihr denn ganz gezielt wenn euch nach solchen Telefonaten oder Zusammentreffen mit euren Müttern der Selbsthass und die Schuldgefühle wieder zu zerfressen drohen?? So wie es mir jetzt gerade wieder geht! Es tut mir für mich leid dass ich diesen Telefonaten manchmal ausgeliefert bin da ich ja gern mit meiner Mutetr sprechen möchte aber dann merke dass es mir nichts bringt und es mir schadet. :'(

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SamuelZ.
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Beitrag Mi., 01.09.2010, 15:31

Ja, leider schlage ich mich mit Schuldgefühlen rum, wenn meine Mutter angesichts der beschränkten Gesprächsthemen enttäuscht von dannen zieht. Irgendwie fühle ich mich zu mehr Offenheit und Vertrauen verpflichtet ihr gegenüber, scheine mich selbst zu kritisieren, wenn ich ihr keinen Einblick in meine Intimssphäre gestatte. Zum Thema "übergriffige Mutter" hatte ich ja vor kurzem schon einen Thread eröffnet. Es gibt Bereiche meines Lebens, zu denen ich meiner Mutter keinen Zugang gewähre. Das scheint sie sehr zu enttäuschen und ich fühle mich deswegen schuldig. Da kann ich mir noch so oft sagen, dass es so aus dem Wald herausschallt, wie man hineingerufen hat....
@lichtblick: Ich versuche, der enttäuschten "Mutterstimme" in mir trotz (oder gerade wegen) der belastenden Schuldgefühle ordentlich einen vor den Latz zu knallen indem ich gegen die Schuldgefühle anrede, z.B. "Geh weg", "Zieh Leine!", "Ich hab keine Zeit für dich!". Es ist wichtig, dir zu sagen, dass du dies nicht zu deiner Mutter selbst sagst, sondern zu einer eigenen, inneren Stimme, die dir das Leben zu Hölle macht. Deine Schuldgefühle hast du ja selbst hergestellt, deshalb kannst du ja auch vehement gegen sie vorgehen. Vllt räumst du ihnen bewusst nur 5 Minuten am Tag ein, dann schickst du sie wieder weg...???

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Rosi39
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Beitrag Mi., 01.09.2010, 16:29

Hallo,
was tun gegen Schuldgefühle? Schweres Thema. Aber Gedanken bewusst abschalten, das hilft bei mir auch oft. Ist aber ziemlich anstrengend.
Was mich betrifft, ging es mir die letzten beiden Telefonate so dass ich, als die Anschuldigungen los gingen (zB. wir haben Dich doch so und so erzogen, ich versteh nicht was mit Dir los ist, oder: so etwas hab ich noch erlebt) ich buchstäblich zu zittern angefangen hab und mit aller Mühe (obwohl die Wut in mir hochgekocht ist) gerade noch das Gespräch sachlich beenden konnte. Danach hab ich nur geheult und mich mit Baldrian ruhiggestellt. Deshalb bin ich jetzt an dem Punkt, erst mal ne Pause.
Die werde ich nutzen um psychisch weiterzukommen, mit Familienaufstellung und so. Die Rolle die ich als Kind schon übernommen habe ist eher die der Mutter, also ich hab immer versucht sie glücklich zu machen. Eigentlich wär es doch andersrum. Bin mir sicher, wenn ich die "richtige" Sichtweise zu meinem Platz in der "Familie" finde, dann kann ich mit Schuldgefühlen auch besser umgehen.
LG

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