Lebenslauf

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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Thread-EröffnerIn
Annilein16
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Lebenslauf

Beitrag Sa., 21.07.2012, 01:51

Hallo

Ich habe von meinem Therapeuten die Aufgabe bekommen einen Lebenslauf zu schreiben.Er hat mir dazu keine genaueren Angaben machen wollen,sagte nur am liebsten solle der Lebenslauf jeden Tag meines Lebens beinhalten.

Ich weiß nicht so recht,wie ich das Ganze angehen soll. Was sollte ich reinschreiben,in welcher Form und vor allem mit welchem Sinn ?
Ich habe schon mal angefangen und versucht mir erst einmal Stichpunkte zu machen und dabei gemerkt,da gibt es gar nicht viel. Nichts handfestes,außer Kindergarten,Schule und Urlaube. Nichts kommt mir auch nur ein bisschen nennenswert vor,alles normale Sachen die man hätte auch voher schon erahnen können. Ich traue mir das schon wieder nicht zu und gebe nach 10 Minuten frustriert auf. . Ich hab angst den Erwartungen gar nicht gerecht werden zu können. Ein Problem stellt auch mein sehr schlechtes Gedächtnis dar, ich kann mich an kaum etwas erinnern,was vor meinem 13. Geburtstag war. Alles nur Fetzen.
Aber jetzt nochmal meine Frage..

Auf was könnte /sollte ich besonders achten,was könnte wichtig sein ?
In welcher Form schreiben ? Auch beschreiben wie ich mich bei den jeweiligen "Ereignissen " gefühlt habe und was sie verändert bzw welchen Einfluss sie auf mein Leben hatten ? Argh das ist ein riesiges Chaos und wenn ich dann versuche mich auf das wichtige zu beschränken,stellt sich mir immer die Frage,war da überhaupt was wichtiges ?

Kann mir irgendjemand helfen,oder hat sogar die gleiche Aufgabe ? Es ist mir schon fast peinlich mit solch einer Aufgabe schon wieder überfordert zu sein und komme mir echt unfähig vor

Danke
Auch aus Steinen,die einem in den Weg gelegt werden,kann man schönes bauen.

Johann Wolfgang von Goethe

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R.L.Fellner
Psychotherapeut
männlich/male
Beiträge: 831

Beitrag Sa., 21.07.2012, 04:10

Liebe Annilein,

wenn Du Schwierigkeiten hast, diese Aufgabe zu machen (sei es aus dem Grund, dass Du Dir nicht sicher bist, was genau damit gemeint ist, welche Art von Erfahrungen oder Gefühlen Du beschreiben sollst, oder sei es auch nur, dass so etwas zu viel Stress bei Dir erzeugt), dann möchte ich anregen, dass Du das Deinem Therapeuten einfach mitteilst - sag es ihm! Er wird nicht "böse" oder enttäuscht sein, sondern es ist wichtig für ihn, das zu wissen.

Was hingegen m.E. nicht passieren sollte (und Dir letztendlich auch nicht wirklich weiterhelfen würde) ist, wenn Du nun andere Leute fragst, was die machen würden oder womöglich sogar Anleitungen zum "korrekten" Anfertigen eines solchen Lebenslaufes erhältst und diesen brav folgst. Derartige Feedbacks halte ich persönlich für ganz wichtig für eine positive Psychotherapie und als Therapeut für ganz wertvoll, meine KlientInnen (und ihre aktuellen Grenzen) besser kennenzulernen, also keine Sorge, das anzusprechen!

Lieben Gruß,
R.L.Fellner

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Honig
Helferlein
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weiblich/female, 37
Beiträge: 101

Beitrag Sa., 21.07.2012, 10:06

Hallo Annilein,
Annilein schrieb hat geschrieben:Er hat mir dazu keine genaueren Angaben machen wollen,sagte nur am liebsten solle der Lebenslauf jeden Tag meines Lebens beinhalten.
Wie verstehst du das mit dem "jeden Tag deines Lebens"? Ich glaube, das kann man unterschiedlich auffassen, symbolisch oder wörtlich oder ...?
Argh das ist ein riesiges Chaos und wenn ich dann versuche mich auf das wichtige zu beschränken,stellt sich mir immer die Frage,war da überhaupt was wichtiges ?
Warum willst du dich auf das Wichtigste beschränken? Warum das Wichtigste, warum beschränken?

Ich bekomme ab und zu Aufgaben in der Therapie. Die mache ich so, wie ich das eben kann. Dabei kommen für mich ganz gute Sachen raus. In der Regel entspricht das, was "herauskommt", nicht den Erwartungen der Therapeutin, glaube ich zumindest - vielleicht hat sie ja gar keine bestimmten Erwartungen, schließlich ist sie nicht erst seit gestern in ihrem Beruf und ich bin nicht die erste Klientin, die Aufgaben löst.

In meiner Schule damals war es wichtig, die Erwartungen der Lehrerin zu kennen, um eine Aufgabe lösen zu können. In meiner Therapie jetzt ist das ein wenig bis sehr viel anders. Wenn ich selbst einen Sinn in der Aufgabe erkenne, dann löse ich die Aufgabe in diesem, meinem Sinn(e). Erkenne ich keinen, kann ich die Therapeutin fragen. Manchmal unterlaufe ich die Intention der Aufgabe. Das ist dann Absicht, die Gründe sind verschieden.

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Thalia
Helferlein
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weiblich/female, 16
Beiträge: 97

Beitrag Sa., 21.07.2012, 14:31

Hey Annilein,
mein Therapeut hatte mir mal eine ganz ähnliche Aufgabe gestellt. Ich sollte einen Zeitstrahl anfertigen, mit allen wichtige Dingen und Ereignissen die mir einfallen und auch errungene Kenntnisse, Begabungen, Stärken, auch positive Eigenschaften etc.

Ich so meine Schwierigkeiten damit, deswegen habe ich die AUfgabe nicht wirklich erledigt , ich hab meinen Versuch mitgenommen aber da standen nur einige wenige Ereignisse drauf wie Grundschule, Kindergarten usw. aber nicht viel.
Ich hab ihm gesagt das ich das ganze nicht hinbekommen habe, daraufhin haben wir uns gemeinsam meinen Versuch angeschaut und er versuchte dann noch ein wenig mit mir gemeinsam noch etwas hinzuzufügen aber das klappte auch nicht. Er meinte dann nur das er sieht das es anscheinend momentan noch nicht geht und war weder verärgert noch enttäuscht.

ich denk mal dein Therapeut wird dir auch nicht böse sein

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