Hallo,
Ich bin bald 27 und leide seit Jahren (eigentlich seit meiner Kindheit) an sozialen Ängsten. Vor gut 10 Jahren habe ich meinen Realschulabschluss gemacht (Abschluss nach der 10.Klasse), schon damals wußte ich nicht wie ich die letzten Schuljahre noch überstehen soll, und war froh als ich diesen Abschluss hatte.
Ein Gedanke damals war, aufs Gymnasium zu gehen, aber das traute ich mich nicht, ein anderer den ich damals schon länger hatte, war der einer Ausbildung im Kunsthandwerk,
doch leider habe ich dort den Druck nicht Stand gehalten, und dann kamen auch wieder meine sozialen Ängste ins Spiel.
Insgesamt habe ich in den 10 Jahren 5 Ausbildungsversuche abgebrochen, der längste war ein Jahr, die meisten nur wenige Monate.
Zwischendurch habe ich kaum etwas gemacht, ich lebe auf dem Land bei meinen Eltern und habe kein eigenes Auto... Aber der Hauptgrund sind eigentlich meine Ängste...
Waren es anfänglich tatsächlich nur die Ängste, so kommen heute auch noch die Begleitumstände dazu,
so weiß ich nie was ich anderen Menschen erzählen soll warum ich keine Ausbildung habe, oder was ich generell in den letzten 10 Jahren gemacht habe, deshalb traue ich mich nicht mal einen einfachen Ausbilfsjob anzunehmen, oder generell Menschen kennenzulernen.
Ich habe in den letzten 10 Jahren drei Psychotherapien gemacht,
eine dreijährige tiefenpsychologische Gesprächstherapie, eine mehrmonatige Verhaltenstherapie und seit zwei Jahren eine psychoanalytische Psychotherapie,
nebenbei bin ich seit einigen Jahren auch auf der Suche nach einem Medikament das mir mit meinen Ängsten hilft, bisher aber ohne so großen Erfolg...
(Meine Ängste sind nicht so sehr akut Panik-artig, es ist eher etwas das immer da ist (hauptsächlich Verlustängste) und in manchen Situationen deutlicher wird und nach einer Weile nicht mehr auszuhalten ist, vermutlich ist es auch schwierig da medikamentös zu helfen).
Ich bin im Moment sehr verzweifelt,
ich bräuchte dringend soziale Kontakte, aber es gibt kaum Situationen in denen ich neue Menschen kennenlerne (noch dazu solche, mit denen ich mich gut verstehe), und falls es ausnahmsweise doch mal dazu kommt, halte ich diese Freundschaften wegen meiner Ängste nicht lange aus,
auch weiß ich gar nicht was ich über meine Vergangenheit erzählen soll.
Und dann das berufliche Problem, ich bin fast 27, ich bräuchte doch einen Abschluss, sei es das Abitur (außer Fernkurse gibt es da keine Möglichkeit, weil man für die Abendschule eine abgeschlossene Berufsausbildung braucht) oder eine Berufsausbildung....
Doch ich traue mich ja nicht mal ein Praktikum zu machen...
Eigentlich sollte mich die Frage bei dem ganzen Problem-Hintergrund wahrscheinlich gar nicht beschäftigen,
aber angenommen ich würde mich tatsächlich mal irgendwo bewerben (und sei es nur um einen Praktikumsplatz...), geht das mit diesem Lebenslauf überhaupt noch?
Für die Mehrheit der letzten 10 Jahre habe ich keine Nachweise, da ich ja tatsächlich "nichts" getan habe... und für die übrigen Monate, da gibt es nur die abgebrochenen Ausbildungen, die wohl auch keinen guten Eindruck machen.
Es ist so verrückt, ich glaube einfach nicht dass das mein Leben ist... wie konnten ein paar Probleme in der Kindheit, nur solche Ausmaße annehmen?
Es ist ja nicht so, dass ich erst seit gestern darüber nachdenke, meine erste Therapie habe ich ja schon vor 10 Jahren begonnen...
Ich frage mich wirklich wie aus meinem Leben noch mal etwas werden soll... im Moment sieht alles so auswegslos aus
Ich weiß gar nicht was ich mit diesem Beitrag erreichen will... vermutlich ernte ich nur Kopfschütteln.
Aber ich kann mein Leben doch nicht aufgeben... nur, ich stehe grade mitten im dunklen Wald und sehe nirgends eine Lichtung...
Jenseits meiner Ängste und der ganzen aktuellen Probleme, gibt es so viele Träume... ich würde gerne handwerklich-künstlerisch arbeiten oder etwas geisteswissenschaftliches studieren.. im Ausland leben, irgendwann eine Familie gründen... Doch diese Träume rücken in immer weitere Ferne.
Ich stehe da, ohne Freunde, und kann nicht mal "im Supermarkt um die Ecke" jobben...
In mir wechseln sich Wut (auf mich selbst), Resignation und Auswegslosigkeit mit ein paar Momenten in denen ich dann wieder Hoffnung schöpfe ab...
Fällt jemanden etwas dazu ein? Vielleicht musste ich das auch einfach mal los werden.. es staut sich so viel an in Gedanken, und es ist noch mal etwas ganz anderes, wenn es da scharz auf weiß geschrieben steht...
Lieben Gruß und vielen Dank für das lesen,
Medea
Kein Lebenslauf...
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visual_quicksteps
- Helferlein

, 37 - Beiträge: 54
hallo medea,
ich finde nicht, dass du mit 27 jahren zu alt bist, etwas neues anzufangen.
kannst du deinen lebenslauf nicht "umfrisieren", so dass du in der übersicht statt "ausbildung" (mit abbruch) eher tätigkeit als aushilfe, stundenkraft, o.ä. schreibst? ich könnte mir vorstellen, dass dir ein stabiler rahmen um deinen lebensraum erst einmal etwas halt gibt. des weiteren: warum lebst du noch bei deinen eltern auf dem lande?
kennst du niemanden aus deiner schulzeit, mit dem/der du noch kontakt hast? wie wäre es, in die nächst größere stadt zu ziehen und zu versuchen, dort etwas neues anzufangen? ohne vorher groß darüber nachzudenken. deine eltern könnten dich vielleicht beim umzug unterstützen?
das sind einfach nur ein paar ideen, die mir einfielen, als ich deinen text las.
wünsche dir alles gute,
visual_quicksteps
ich finde nicht, dass du mit 27 jahren zu alt bist, etwas neues anzufangen.
kannst du deinen lebenslauf nicht "umfrisieren", so dass du in der übersicht statt "ausbildung" (mit abbruch) eher tätigkeit als aushilfe, stundenkraft, o.ä. schreibst? ich könnte mir vorstellen, dass dir ein stabiler rahmen um deinen lebensraum erst einmal etwas halt gibt. des weiteren: warum lebst du noch bei deinen eltern auf dem lande?
kennst du niemanden aus deiner schulzeit, mit dem/der du noch kontakt hast? wie wäre es, in die nächst größere stadt zu ziehen und zu versuchen, dort etwas neues anzufangen? ohne vorher groß darüber nachzudenken. deine eltern könnten dich vielleicht beim umzug unterstützen?
das sind einfach nur ein paar ideen, die mir einfielen, als ich deinen text las.
wünsche dir alles gute,
visual_quicksteps
Liebe medea!
Ich kenne selbst jemanden, dem es ähnlich geht wie dir. Sie hatte zwar ihre Ausbildung abgeschlossen, doch abgesehen von ein paar vom Arbeitsamt verordneten Massnahmen und 2 Therapien keinen beruflichen Werdegang vorzuweisen.
Gerade in unserer Zeit, wo Abeitslosigkeit als moralische Schwäche dargestellt wird, ist es schwer sich selbst nicht deswegen komplett fertigzumachen.
Deine Unsicherheit kann ich gut nachempfinden. Ich selbst kämpfte nach Beendigung meiner schulischen Laufbahn erstmal einige Jahre mit dem Einstieg ins Berufsleben. Irgendwann werden Frust und Angst vor Ablehnung und Demütigung so groß, daß sie einen paralysieren können.
Ich kann dir wahrscheinlich nur wenig sagen, was dir auch nur vielleicht weiterhelfen könnte. Lass es mich dennoch versuchen...
was sollst du erzählen, was du in den letzten 10 Jahren gemacht hast?
Die Wahrheit.
Du hattest mit großen Ängsten zu kämpfen. Du hast Therapien gemacht. Du hattest Angst vor der Ablehnung...
ABER... das war damals! Du bist soweit dein Leben zu verändern, du willst es endlich beginnen! Und du willst diese Arbeit, welche hier angeboten wird machen!
Wenn du dich auf eine Arbeit bewirbst, die du auch ohne besonder Grundkenntnisse oder Ausbildung machen kannst, vermeide Stellenangebote, wo du dich zuerst schriftlich bewerben musst. Denn Ja, aufgrund deines Lebenslaufes wirst du vermutlich noch nichteinmal Antwort bekommen. Verständlich.
Nimm Anzeigen wahr, in denen Telefonnummern stehen und ruf an. Wenn du am Telefon schonmal gut rüberkommst wird man dich schnell zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Wirst du eingeladen zu einem Vorstellungsgespräch, hast du schonmal den Fuß in der Tür!
Deine ganze Angst davor, was dein Gegenüber gerade sieht, musst du wegpacken!
Erstmal sieht er DICH... und dann deinen Lebenslauf! Stell dir vor, wie du mit selbstbewußem Lächeln durch dir Tür marschierst und deinen zukünftigen Chef begrüßt... selbst wenn er dich von vornherein ablehnen wollte, er hätte damit keine Chance bei dir!
Was du bei einem Vorstellungsgespräch vermitteln musst: du willst und du kannst! Und das sind beides Selbstverständlichkeiten!
Ich würde dir aber stark ans Herz legen: wenn du deinen Willen zur Arbeit rüberbringst - mach es mit Stolz. Du darfst auf keinen Fall, klein und zerbrechlich wirken. Du bist nicht der Bittsteller, der um eine Arbeit betteln kommt!
Du willst diesen Job und - am wichtigsten - du hast die Fähigkeit ihn zu machen! Diese Firma hat ein Riesenglück, daß du dich dazu bereiterklärt hast, ihnen deine Arbeitskraft anzubieten! Und wenn sie dich nicht wollen, ist es auch nicht tragisch - dann profitiert ein anderes Unternehmen von dir! Und Vielen Dank für das Gespräch!
Kommst du so unsicher rüber wie du dich selbst fühlst, wird dir kein potentieller Arbeitgeber abnehmen, daß du in der Lage wärst überhaupt etwas fertigzukriegen. Du würdest sojemanden auch nicht einstellen. Und um deiner nächsten Frage zuvorzukommen: wie soll ich das schaffen, wenn ich mich nicht so fühle?
Spiel es! Trainier es! Stell es dir vor! Tu einfach so, als wärst du selbstbewußt! (und hör jetzt sofort auf zu denken: "das kann ich nicht! das kann ich nicht!" ... ) Wenn du dir selbst glaubhaft einreden kann, etwas NICHT zu können, dann kannst du das auch mit dem Gegenteil davon!
Natürlich kannst du es. Wenn es dir hilft, studiere andere Menschen, die auf dich selbstbewußt wirken! Hol dir Anregungen.
Du wirst noch staunen, wieviele deiner Probleme sich von selbst erledigen werden, wenn du erstmal Arbeit hast. (und noch mehr staunen wirst du über die Probleme, welche dir dein Job - egal welcher - verschaffen wird! Aber dann machst du hier einfach einen neuen Thread auf! )
Dein Leben wird nicht immer so sein, wie es jetzt gerade ist! Ich kann dir nicht versprechen dass es besser wird. Aber es wird anders werden! Und alles was anders ist, ist besser als deine Gegenwart, nicht wahr?
Aber wenn du diesen einen grossen Schritt in Richtung Arbeit machst, WIRD sich dein Leben verändern! Dein Selbstbewußtsein wird einen großen Schritt vorwärts machen, wenn du dir selbst beweist, daß du etwas kannst! Daß du in der Lage bist, für dein Leben Verantwortung zu tragen und dich nicht mehr auf das Wohlwollen anderer angewiesen bist!
Und ich denke, der Grund, warum du hier deine Ängste geschildert hast, war, daß du unbedingt eine Veränderung willst! Der Wille ist da!
Obwohl ich es realistisch betrachtet niemals für möglich gehalten hätte, es hat sich geändert! Stark! (naja, nicht ganz soo stark, schliesslich schreibe und lese ich in einem PT-Forum )
So vieles sieht von Außen so groß und unheimlich aus. Furchteinflössend.
Sobald du aber erstmal drin bist, lernst du schnell, wie unkoordiniert zusammengeschustert die meisten Firmen agieren. Faule, unmotivierte oder einfach nur strunzdumme Kollegen, die du selbst beim besten Willen nicht anstellen würdest, verdienen dort tagein, tagaus ihr Geld. Du wirst auf das Jetzt zurückblicken und dir denken: wie konnte ich davor nur Angst haben??
Tja. das war es so ziemlich! Mach einen Schritt nach dem anderen. Zuerst Job, dann Auto, dann Ausbildung - und das Leben wird irgendwo dazwischen beginnen, bevor du es überhaupt bemerkst!
Ich wünsch dir ehrlich viel Erfolg bei deinen ersten Schritten! Es sind die schwersten für dich, aber besser jetzt als in 3 Jahren. Irgendwann wirst du sie ohnehin tun. Warum also nicht gleich?
Alles Gute!
Ghostvoice!
Ich kenne selbst jemanden, dem es ähnlich geht wie dir. Sie hatte zwar ihre Ausbildung abgeschlossen, doch abgesehen von ein paar vom Arbeitsamt verordneten Massnahmen und 2 Therapien keinen beruflichen Werdegang vorzuweisen.
Gerade in unserer Zeit, wo Abeitslosigkeit als moralische Schwäche dargestellt wird, ist es schwer sich selbst nicht deswegen komplett fertigzumachen.
Deine Unsicherheit kann ich gut nachempfinden. Ich selbst kämpfte nach Beendigung meiner schulischen Laufbahn erstmal einige Jahre mit dem Einstieg ins Berufsleben. Irgendwann werden Frust und Angst vor Ablehnung und Demütigung so groß, daß sie einen paralysieren können.
Ich kann dir wahrscheinlich nur wenig sagen, was dir auch nur vielleicht weiterhelfen könnte. Lass es mich dennoch versuchen...
Die Mobilität ist tatsächlich ein Problem. Du müsstest dir ein Fahrzeug besorgen, denn solange du nicht gerade in einer Großstadt mit einem guten Verkehrsnetz wohnst, ist mangelnde Mobilität eine berufliche Behinderung. Auch ohne fundierte Ausbildung gibt es genug Jobs, welche du machen kannst und wo man dich auch nimmt - solange du selbst dorthinkommen kannst.medea_83 hat geschrieben:Zwischendurch habe ich kaum etwas gemacht, ich lebe auf dem Land bei meinen Eltern und habe kein eigenes Auto... Aber der Hauptgrund sind eigentlich meine Ängste...
Ich konzentriere mich besser nur auf den Arbeitsaspekt:medea_83 hat geschrieben:Waren es anfänglich tatsächlich nur die Ängste, so kommen heute auch noch die Begleitumstände dazu, so weiß ich nie was ich anderen Menschen erzählen soll warum ich keine Ausbildung habe, oder was ich generell in den letzten 10 Jahren gemacht habe, deshalb traue ich mich nicht mal einen einfachen Ausbilfsjob anzunehmen, oder generell Menschen kennenzulernen.
was sollst du erzählen, was du in den letzten 10 Jahren gemacht hast?
Die Wahrheit.
Du hattest mit großen Ängsten zu kämpfen. Du hast Therapien gemacht. Du hattest Angst vor der Ablehnung...
ABER... das war damals! Du bist soweit dein Leben zu verändern, du willst es endlich beginnen! Und du willst diese Arbeit, welche hier angeboten wird machen!
Wenn du dich auf eine Arbeit bewirbst, die du auch ohne besonder Grundkenntnisse oder Ausbildung machen kannst, vermeide Stellenangebote, wo du dich zuerst schriftlich bewerben musst. Denn Ja, aufgrund deines Lebenslaufes wirst du vermutlich noch nichteinmal Antwort bekommen. Verständlich.
Nimm Anzeigen wahr, in denen Telefonnummern stehen und ruf an. Wenn du am Telefon schonmal gut rüberkommst wird man dich schnell zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Wirst du eingeladen zu einem Vorstellungsgespräch, hast du schonmal den Fuß in der Tür!
Deine ganze Angst davor, was dein Gegenüber gerade sieht, musst du wegpacken!
Erstmal sieht er DICH... und dann deinen Lebenslauf! Stell dir vor, wie du mit selbstbewußem Lächeln durch dir Tür marschierst und deinen zukünftigen Chef begrüßt... selbst wenn er dich von vornherein ablehnen wollte, er hätte damit keine Chance bei dir!
Was du bei einem Vorstellungsgespräch vermitteln musst: du willst und du kannst! Und das sind beides Selbstverständlichkeiten!
Ich würde dir aber stark ans Herz legen: wenn du deinen Willen zur Arbeit rüberbringst - mach es mit Stolz. Du darfst auf keinen Fall, klein und zerbrechlich wirken. Du bist nicht der Bittsteller, der um eine Arbeit betteln kommt!
Du willst diesen Job und - am wichtigsten - du hast die Fähigkeit ihn zu machen! Diese Firma hat ein Riesenglück, daß du dich dazu bereiterklärt hast, ihnen deine Arbeitskraft anzubieten! Und wenn sie dich nicht wollen, ist es auch nicht tragisch - dann profitiert ein anderes Unternehmen von dir! Und Vielen Dank für das Gespräch!
Kommst du so unsicher rüber wie du dich selbst fühlst, wird dir kein potentieller Arbeitgeber abnehmen, daß du in der Lage wärst überhaupt etwas fertigzukriegen. Du würdest sojemanden auch nicht einstellen. Und um deiner nächsten Frage zuvorzukommen: wie soll ich das schaffen, wenn ich mich nicht so fühle?
Spiel es! Trainier es! Stell es dir vor! Tu einfach so, als wärst du selbstbewußt! (und hör jetzt sofort auf zu denken: "das kann ich nicht! das kann ich nicht!" ... ) Wenn du dir selbst glaubhaft einreden kann, etwas NICHT zu können, dann kannst du das auch mit dem Gegenteil davon!
Natürlich kannst du es. Wenn es dir hilft, studiere andere Menschen, die auf dich selbstbewußt wirken! Hol dir Anregungen.
Diese Probleme werden - wenn sicher nicht gleich komplett verschwinden - zumindest geringer werden, sobald du in einem ersten richtigen Arbeitsverhältnis stehst. Durch die Arbeit selbst, hast du etwas zu erzählen! Durch Arbeitskollegen kommen Geschichten! Im allerbesten Fall sogar private soziale Kontakte!medea_83 hat geschrieben:Ich bin im Moment sehr verzweifelt,
ich bräuchte dringend soziale Kontakte, aber es gibt kaum Situationen in denen ich neue Menschen kennenlerne (noch dazu solche, mit denen ich mich gut verstehe), und falls es ausnahmsweise doch mal dazu kommt, halte ich diese Freundschaften wegen meiner Ängste nicht lange aus,
auch weiß ich gar nicht was ich über meine Vergangenheit erzählen soll.
Du wirst noch staunen, wieviele deiner Probleme sich von selbst erledigen werden, wenn du erstmal Arbeit hast. (und noch mehr staunen wirst du über die Probleme, welche dir dein Job - egal welcher - verschaffen wird! Aber dann machst du hier einfach einen neuen Thread auf! )
Hör mal: das ist eben das Jetzt! Wenn du dich aufgrund der Gegenwart schlecht fühlst, versteh ich das sehr gut. Aber findest du nicht auch, daß du langsam mal eine Auszeit von deiner Verzweiflung verdient hast?medea_83 hat geschrieben:Es ist so verrückt, ich glaube einfach nicht dass das mein Leben ist... wie konnten ein paar Probleme in der Kindheit, nur solche Ausmaße annehmen?
Es ist ja nicht so, dass ich erst seit gestern darüber nachdenke, meine erste Therapie habe ich ja schon vor 10 Jahren begonnen...
Ich frage mich wirklich wie aus meinem Leben noch mal etwas werden soll... im Moment sieht alles so auswegslos aus
Dein Leben wird nicht immer so sein, wie es jetzt gerade ist! Ich kann dir nicht versprechen dass es besser wird. Aber es wird anders werden! Und alles was anders ist, ist besser als deine Gegenwart, nicht wahr?
Aber wenn du diesen einen grossen Schritt in Richtung Arbeit machst, WIRD sich dein Leben verändern! Dein Selbstbewußtsein wird einen großen Schritt vorwärts machen, wenn du dir selbst beweist, daß du etwas kannst! Daß du in der Lage bist, für dein Leben Verantwortung zu tragen und dich nicht mehr auf das Wohlwollen anderer angewiesen bist!
Und ich denke, der Grund, warum du hier deine Ängste geschildert hast, war, daß du unbedingt eine Veränderung willst! Der Wille ist da!
Eine Lichtung vielleicht nicht, aber hoffentlich etwas mehr Licht. Hier schreibt dir jemand, der viele Jahre in genau der gleichen Lage war wie du. Dieselben Probleme, dieselben Ängste, derselbe Frust, dieselbe Wut auf einen selbst, dassselbe Gefühl schwach, hilflos, wertlos zu sein... und daß sich das ohnehin niemals ändern wird!medea_83 hat geschrieben:Aber ich kann mein Leben doch nicht aufgeben... nur, ich stehe grade mitten im dunklen Wald und sehe nirgends eine Lichtung...
Obwohl ich es realistisch betrachtet niemals für möglich gehalten hätte, es hat sich geändert! Stark! (naja, nicht ganz soo stark, schliesslich schreibe und lese ich in einem PT-Forum )
Supermärte sind tatsächlich eine gute Möglichkeit überhaupt einmal ins Arbeitsleben einzusteigen. Du brauchst dafür überhaupt keine Vorkenntnisse. Mein eigenes Vorstellungsgespräch für so einen Job damals bestand aus einer ca. 10-minütigen Erzählung, was mein Job umfassen würde, unterbrochen von gelegentlichen "Trauen Sie sich das zu?"s ("Zutrauen? Ich? Auf keinen Fall!! Sehen Sie etwa ein rotes S auf meiner Brust?? Was wollen Sie denn noch von mir??") Meine Bewerbungsunterlagen wurden nur oberflächlich durchgeblättert, um zumindest den Eindruck zu erwecken, es bestünde tatsächliches Interesse daran.medea_83 hat geschrieben:Ich stehe da, ohne Freunde, und kann nicht mal "im Supermarkt um die Ecke" jobben...
So vieles sieht von Außen so groß und unheimlich aus. Furchteinflössend.
Sobald du aber erstmal drin bist, lernst du schnell, wie unkoordiniert zusammengeschustert die meisten Firmen agieren. Faule, unmotivierte oder einfach nur strunzdumme Kollegen, die du selbst beim besten Willen nicht anstellen würdest, verdienen dort tagein, tagaus ihr Geld. Du wirst auf das Jetzt zurückblicken und dir denken: wie konnte ich davor nur Angst haben??
Tja. das war es so ziemlich! Mach einen Schritt nach dem anderen. Zuerst Job, dann Auto, dann Ausbildung - und das Leben wird irgendwo dazwischen beginnen, bevor du es überhaupt bemerkst!
Ich wünsch dir ehrlich viel Erfolg bei deinen ersten Schritten! Es sind die schwersten für dich, aber besser jetzt als in 3 Jahren. Irgendwann wirst du sie ohnehin tun. Warum also nicht gleich?
Alles Gute!
Ghostvoice!
I'm not here - I'm just your imagination!
Liebe Ghostvoice,
danke für deine Antwort,
ich bin im Moment tatsächlich am überlegen ob ich vielleicht in die Stadt (bzw. eine andere) ziehe und mir dort fürs erste einen Aushilfsjob suche, vielleicht einen Minijob in einem Drogerie- oder Supermarkt.
Oder ein Praktikumsplatz (wobei ich da wahrscheinlich nichts verdienen würde),
wenn ich wüßte ich bräuchte keinen Lebenslauf vorzeigen, dann wäre alles nur halb so schlimm aber wenn ich es schaffe ein selbstbewußtes-ich aufzubauen, dann passt das einfach nicht dazu, dass ich da ein Blatt Papier vorzeige in deren Auflistung die Hälfte fehlt und der andere Rest abgebrochen ist... wenn ich mir nur vorstelle wie der Blick des Person auf darauf fällt...
Hast du deinen Lebenslauf wahrheitsgemäß aufgeschrieben?
Ich bin schon am überlegen, ob ich, wie "Virtual Quicksteps" oben schrieb, den Lebenslauf "ausbessern" sollte.. indem ich die Lücken mit irgendwas fülle, für die ich keinen Nachweis bräuchte... Aber selbst da weiß´ich nicht wie ich es rüberbringen soll, denn irgendwie wird ja doch alles komisch aussehen und die Frage nach einem "warum" für das ganze aufwerfen...
(es sei denn man guckt sich die Bewerbung tatsächlich nicht so genau an, aber darauf kann ich ja nicht vertrauen)
Hast du in deinem Fall tatsächlich von Ängsten (oder das Problem das du hattest) gesprochen? Ist das nicht zu viel, was man da einem Supermarkt-Abteilungsleiter anvertraut?
Ich habe schon Probleme einem neuen Hausarzt davon zu erzählen, weil ich mir gleich denke er sieht mich dann mit anderen Augen, und das ist ja eine viel vertrautere Situation...
Ohje, im Moment hänge ich grade in einem kleinen tief und bin recht unmotiviert... so viele "wenns und abers", aber ich hoffe da komme ich wieder raus.
Noch mal ganz lieben Dank für deinen Beitrag!
Medea
danke für deine Antwort,
ich bin im Moment tatsächlich am überlegen ob ich vielleicht in die Stadt (bzw. eine andere) ziehe und mir dort fürs erste einen Aushilfsjob suche, vielleicht einen Minijob in einem Drogerie- oder Supermarkt.
Oder ein Praktikumsplatz (wobei ich da wahrscheinlich nichts verdienen würde),
wenn ich wüßte ich bräuchte keinen Lebenslauf vorzeigen, dann wäre alles nur halb so schlimm aber wenn ich es schaffe ein selbstbewußtes-ich aufzubauen, dann passt das einfach nicht dazu, dass ich da ein Blatt Papier vorzeige in deren Auflistung die Hälfte fehlt und der andere Rest abgebrochen ist... wenn ich mir nur vorstelle wie der Blick des Person auf darauf fällt...
Hast du deinen Lebenslauf wahrheitsgemäß aufgeschrieben?
Ich bin schon am überlegen, ob ich, wie "Virtual Quicksteps" oben schrieb, den Lebenslauf "ausbessern" sollte.. indem ich die Lücken mit irgendwas fülle, für die ich keinen Nachweis bräuchte... Aber selbst da weiß´ich nicht wie ich es rüberbringen soll, denn irgendwie wird ja doch alles komisch aussehen und die Frage nach einem "warum" für das ganze aufwerfen...
(es sei denn man guckt sich die Bewerbung tatsächlich nicht so genau an, aber darauf kann ich ja nicht vertrauen)
Hast du in deinem Fall tatsächlich von Ängsten (oder das Problem das du hattest) gesprochen? Ist das nicht zu viel, was man da einem Supermarkt-Abteilungsleiter anvertraut?
Ich habe schon Probleme einem neuen Hausarzt davon zu erzählen, weil ich mir gleich denke er sieht mich dann mit anderen Augen, und das ist ja eine viel vertrautere Situation...
Ohje, im Moment hänge ich grade in einem kleinen tief und bin recht unmotiviert... so viele "wenns und abers", aber ich hoffe da komme ich wieder raus.
Noch mal ganz lieben Dank für deinen Beitrag!
Medea
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Hallo Medea!
Ich erwähnte schon, daß es mir in den ersten Jahren schwer fiel, aufgrund der abgebrochenen Schule und des mangelnden Selbstvertrauens mich überhaupt für eine Arbeit zu bewerben (das ist menschlich und wird leicht von jedem verstanden! Zudem, daß dies heute kein Problem mehr ist, vermittelte ich durch mein Auftreten [auch wenn ich in diesen Momenten natürlich selbst belügen musste! ]).
Ich sprach nicht kleinlaut und entschuldigend - sondern redete so, wie ich mit einem vertrauten Freund reden würde. Ich sagte offten, daß ich damals einige Fehler bezüglich meines beruflichen Werdeganges gemacht hatte, daß ich damals allerdings ein anderer Mensch war als ich heute bin.
Das es auf dem Papier nicht gut aussieht, räumte ich ebenfalls ein (somit hatte der potentielle Arbeitgeber keine Gelegenheit einen derartigen Satz selbst auszusprechen! Das ist verdammt wichtig!).
Aber ich war bereit einen Anfang zu machen und könne mir keinen besseren als diesen Job dafür vorstellen (an diesem Punkt solltest du ein paar Dinge nennen, welche TATSÄCHLICH Vorteile an dieser Arbeit sind, egal ob es jetzt Nähe zum Wohnort oder für dich gute Arbeitszeiten sind).
(das ich dringend einen Job brauchte, sagte ich niemals und lies es auch sonst nicht durchblicken. Demut vor seiner eigenen Lage, aber niemals Bettelei oder Resignation - man ist kein Opfer, das auf die Güte anderer angewiesen ist. Wenn man derart rüberkommt, gibt einem niemand einen Job!)
Ein letzter Nachtrag zum Thema Lebenslauf und Auftreten beim Bewerben:
Weisst du, was ein guter Showmagier macht?
Er bringt das Puplikum dazu, auf die falsche Hand zu schauen!
Viel Glück!
Ghostvoice!
Das ist tatsächlich der schwerste Schritt auf deinem Weg.medea_83 hat geschrieben: wenn ich wüßte ich bräuchte keinen Lebenslauf vorzeigen, dann wäre alles nur halb so schlimm
aber wenn ich es schaffe ein selbstbewußtes-ich aufzubauen, dann passt das einfach nicht dazu, dass ich da ein Blatt Papier vorzeige in deren Auflistung die Hälfte fehlt und der andere Rest abgebrochen ist... wenn ich mir nur vorstelle wie der Blick des Person auf darauf fällt...
So gut wie. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich ein Arbeitsverhältnis zeitlich "gestreckt" Es gibt Lücken, aber sie sehen nicht so gross aus, wie sie waren.medea_83 hat geschrieben:Hast du deinen Lebenslauf wahrheitsgemäß aufgeschrieben?
Eine Empfehlung dazu würde ich nicht aussprechen, allerdings kann ich diesen Vorschlag auch nicht guten Gewissens ablehnen. Bei den Jobs, für die du dich bewirbst wirst du nicht auf Herz und Nieren geprüft werden. Somit ist es unwahrscheinlich, daß so ein Schwindel auffliegen würde. Ich hätte noch nie von anderen gehört (oder selbst erlebt), daß der berufliche Hintergrund ausgeforscht wird. Die Entscheidung musst du leider ganz alleine treffen.medea_83 hat geschrieben:Ich bin schon am überlegen, ob ich, wie "Virtual Quicksteps" oben schrieb, den Lebenslauf "ausbessern" sollte.. indem ich die Lücken mit irgendwas fülle, für die ich keinen Nachweis bräuchte... Aber selbst da weiß´ich nicht wie ich es rüberbringen soll, denn irgendwie wird ja doch alles komisch aussehen und die Frage nach einem "warum" für das ganze aufwerfen...
Nun, der Lebenslauf wird auf alle Fälle studiert. Das gibt dem zukünftigen Arbeitgeber eine Möglichkeit, Interesse an einem zu signalisieren. Jede andere Handlungsweise würde als Desinteresse am Bewerber rüberkommen, weshalb es jeder macht.medea_83 hat geschrieben:(es sei denn man guckt sich die Bewerbung tatsächlich nicht so genau an, aber darauf kann ich ja nicht vertrauen)
Nein, über konkrete Ängste hatte ich nicht gesprochen. Diese haben bei einer Be-"Werbung" auch nichts verloren.medea_83 hat geschrieben:Hast du in deinem Fall tatsächlich von Ängsten (oder das Problem das du hattest) gesprochen? Ist das nicht zu viel, was man da einem Supermarkt-Abteilungsleiter anvertraut?
Ich erwähnte schon, daß es mir in den ersten Jahren schwer fiel, aufgrund der abgebrochenen Schule und des mangelnden Selbstvertrauens mich überhaupt für eine Arbeit zu bewerben (das ist menschlich und wird leicht von jedem verstanden! Zudem, daß dies heute kein Problem mehr ist, vermittelte ich durch mein Auftreten [auch wenn ich in diesen Momenten natürlich selbst belügen musste! ]).
Ich sprach nicht kleinlaut und entschuldigend - sondern redete so, wie ich mit einem vertrauten Freund reden würde. Ich sagte offten, daß ich damals einige Fehler bezüglich meines beruflichen Werdeganges gemacht hatte, daß ich damals allerdings ein anderer Mensch war als ich heute bin.
Das es auf dem Papier nicht gut aussieht, räumte ich ebenfalls ein (somit hatte der potentielle Arbeitgeber keine Gelegenheit einen derartigen Satz selbst auszusprechen! Das ist verdammt wichtig!).
Aber ich war bereit einen Anfang zu machen und könne mir keinen besseren als diesen Job dafür vorstellen (an diesem Punkt solltest du ein paar Dinge nennen, welche TATSÄCHLICH Vorteile an dieser Arbeit sind, egal ob es jetzt Nähe zum Wohnort oder für dich gute Arbeitszeiten sind).
(das ich dringend einen Job brauchte, sagte ich niemals und lies es auch sonst nicht durchblicken. Demut vor seiner eigenen Lage, aber niemals Bettelei oder Resignation - man ist kein Opfer, das auf die Güte anderer angewiesen ist. Wenn man derart rüberkommt, gibt einem niemand einen Job!)
Ich wünsche dir, daß es dir bald wieder besser geht! Würde mich freuen lesen zu dürfen, daß du bald deinen neuen Job beginnst!medea_83 hat geschrieben:Ohje, im Moment hänge ich grade in einem kleinen tief und bin recht unmotiviert... so viele "wenns und abers", aber ich hoffe da komme ich wieder raus.
Ein letzter Nachtrag zum Thema Lebenslauf und Auftreten beim Bewerben:
Weisst du, was ein guter Showmagier macht?
Er bringt das Puplikum dazu, auf die falsche Hand zu schauen!
Viel Glück!
Ghostvoice!
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