Heftige Streitigkeiten mit Partnerin - toxische Beziehung?

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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Hannes_2026
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Heftige Streitigkeiten mit Partnerin - toxische Beziehung?

Beitrag Mo., 24.08.2026, 17:50

Hallo zusammen,

ich war 5 Jahren in einer Beziehung mit einer Frau aus dem Nahen Osten. Vor einer Woche gab es den letzten großen Knall bei uns, seitdem sind wir getrennt. Ich bin ratlos und habe Schwierigkeiten, zu verstehen, was mit unserer Beziehung passiert ist. Einerseits für mich, um das aufzuarbeiten, andererseits will ich, da sie mir wichtig ist, nichts unversucht lassen, was uns vielleicht doch wieder zusammenbringen könnte. Aktuell sehe ich das weniger aber vielleicht nach einer gewissen Zeit, wenn ich wieder die Kraft dazu habe.

Ich bin vom Typ her der ruhigere. Sie eher die impulsivere, oft orientalisch aufbrausend. Sie scheut Konflikte nicht– ich selbst versuche Konflikte zu vermeiden. Wenn sie bei uns ausbrachen bin ich der erste, der das Zimmer verlässt und räumliche Distanz einlegt. Auch nicht gut aber eine Erklärung ist u.a. zur Vermeidung einer weiteren Eskalation. Ich erwähne es, da sie mir meist den Vorwurf machte, dass ich einen Streit vom Zaun breche und Kleinigkeiten eskaliere.

Unser Kernproblem waren extreme Streiteskalationen, deren unmittelbarer Auslöser fast immer was Unbedeutendes war. Entsprechend waren wir beide zuletzt auch der Meinung, dass da etwas Tieferes dahinterliegt. Leider war es bei uns immer öfter der fall das wenn wir einen konflikt hatten, sie von einer sekunde auf die andere sehr passiv-aggressiv wird und mir eigentlich immer schlechte Absichten oder Schuld an etwas unterstellt. Ich versuche dabei ruhig zu bleiben, leider gelang mir das nicht immer und oft habe ich mich dann auf dieselbe Stufe begeben, bin auch laut geworden. Diese Situationen sind fast immer eskaliert, meist auch verbunden mit der Androhung von einem von uns beiden, zu gehen oder die Beziehung beenden– auch weil mir merkten, dass es immer dieselbe Dynamik war und wir davon beide immer frustrierter wurden. Heftige Streits gab es am Ende spätestens alle 2, 3 Monate und das z.T. auch mitten im gemeinsamen Urlaub und es wurde ein auf Eierschalen-Gehen wurde für uns beide.

Es gibt ja den Begriff der toxischen Beziehung, den ich nur sehr vorsichtig gebrauchen würde aber ich stoße immer wieder auf viele Punkte, die ein toxisches Verhältnis bezeichnen und die ich auch bei ihr sowie bei uns beiden zusammen als Paar entdecke und sie hat mir im Streit oft an den Kopf geworfen, dass ich auch sehr toxisch sei, manipulativ und Gaslighting betreiben würde. Alles Punkte, die ich bei Verhaltensweisen von ihr mir gegenüber bemerkt habe, das aber nicht erwähnt hatte, wohlwissend, dass es sonst wieder eskaliert. Teil des toxischen Themas ist ja, dass man irgendwann Wahrnehmungsprobleme bekommt, nicht mehr genau weiß, wie der Streit eigentlich abgelaufen ist, wer was genau gesagt hat. Diesen „Nebel“ scheint auch sie am Ende gehabt zu haben, sie meinte, wir müssten eigtl. eine Kamera laufenlassen, die mitschneidet, damit wir wissen, wer was gesagt hat.

Wir beide hatten seit längerer Zeit viel externen Stress, den wir beide glaube ich sauber als etwas Externes verstehen und uns da nicht gegenseitig die Schuld daran geben. Das hat aber die Beziehung extrem belastet und meine Arbeit mich auch gesundheitlich über einen längeren Zeitraum. Hier gebe ich ihr Recht, wenn sie mir da den Vorwurf macht, dass ich an meinem ungesunden Arbeitsleben selbst nichts schon viel früher geändert habe. Ich selbst habe sie aber dafür kritisiert, dass sie oft genau in solchen Momenten, als ich am Wochenende nur noch k.o. von der Arbeit war, sehr schnell Streits begonnen hatte. Selbst wenn ich ihr gesagt hatte, ich kann nicht mehr und sie auch gesehen hatte, dass ich down bin. Meine Frage im Nachhinein ist auch hier, ob das von ihr einfach ein toxischer Umgang war – vielleicht sogar genau in solchen Momenten der Schwäche des Partners noch mal einen drauf zu setzen.

Wir kamen darauf, dass wir Paartherapie bräuchten aber wir haben es nie geschafft, einmal eine ruhige Routine für unsere Beziehung zu entwickeln– also erstmal wieder alles zur Ruhe kommen lassen und das dann gemeinsam anzugehen. Im Nachhinein sehe ich das auch als meinen Fehler an, das nicht früher eingefordert zu haben. Sie selbst sagte immer, sie sei regelmäßig seit einigen Jahren in Therapie wegen Traumata aus ihrer alten Beziehung vor mir.

Erkennt jemand dieses Konfliktmuster – evtl. auch im Kontext von Erfahrungen aus sog. toxischen Beziehungen oder kommen jemandem gewisse geschilderte Merkmale bei Paarstreitereien mit Partner/Partnerin aus einem anderen Kulturkreis bekannt vor?

Auch wenn man aus dem oben beschriebenen sicher nicht den Gesamtblick auf ein Beziehungsproblem hat und auch meine Darstellung sicherlich unbewusst biased ist, interessiert mich der neutrale Blick von außen darauf, wie das auf Außenstehende wirkt. Ich würde auch nicht ausschließen, dass ich viele No-Gos in der Beziehung und auch jetzt in der Nachbetrachtung gar nicht mehr wahrnehme. Auch da würde mich Euer Eindruck interessieren!

Vielen Dank und liebe Grüße in die Runde!
Hannes

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