Schlimmste Zeit meines Lebens für mich als Mutter

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leuchtturm
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weiblich/female, 49
Beiträge: 2015

Beitrag Di., 04.08.2026, 09:39

ber ich habe doch das ganze Leben alles soweit abgenommen wenn er mich brauchte.
Das war sicherlich nicht richtig, aber vorbei ist vorbei. Du merkst selbst, dass du mittlerweile an deine Grenzen kommst.
Ich kann nur wiederholen, grenze dich ab.
Sage ihm, dass ihm gerne hilfst, z.B. einen Termin beim Hausarzt machst, der ihn ihn eine Klinik einweisen kann, dass du mit ihm zur Suchtberatung gehst, usw usw.

Aber WOLLEN muss er es. Von sich aus. Und manchmal muss ein Süchtiger dafür erst ganz unten sein. Bitter ist das, ich weiß.

Es ist seine Sucht, seine Gesundung. Dafür muss er selbst aktiv werden, gerne mit deiner Hilfe. Wenn du ihm immer wieder die Kohlen aus dem Feuer.....ich wiederhole mich ;-)

Bei meinem Sohn hat mir damals sehr geholfen, dass ich irgendwann unendlich wütend auf ihn wurde:
Alles drehte sich um seine Sucht. Er selbst, aber auch die weit verstreut lebende Familie in jeder Region. Er jedoch machte nichts außer weiter, kümmerte sich nicht darum wieviel Leid er Anderen brachte. Das hat mich irgendwann sehr sehr wütend gemacht, und in einem schmerzhaften Prozess konnte ich mich dann von seiner Problematik löse, sie bei ihm lassen.

So eine Wut wünsche ich dir auch , damit du aufwachst:hugs:

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Wurstel
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männlich/male, 61
Beiträge: 4023

Beitrag Mi., 02.09.2026, 02:23

Wurstel


Ich sehe mehrere Probleme, die hier zusammenspielen:

1.) Der Vorwurf der Polizei, Dein Sohn wäre betrunken mit dem Auto gefahren.
2.) Der Umstand, daß er derzeit wegen Führerscheinabnahme nicht autofahren kann.
3.) Der Umstand, daß es wohl keine brauchbaren öffentlichen Verkehrsmittel gibt.
4.) Das Problem, daß er jetzt keine Möglichkeit hat, in die Arbeit zu gelangen.
5.) Der Umstand, daß es keine kostenlosen Hilfsangebote in Eurer Gegend gibt.
6.) Der Umstand, daß Dein Sohn anscheinend ein Alkoholproblem hat.

Das ist ein bisserl viel auf einmal...

Die Sache mit der Führerscheinabnahme kommt mir ziemlich komisch vor. Demnach hat ihn die Polizei nicht in flagranti erwischt, sondern nur vor seinem Auto stehend betrunken vorgefunden. Das ist kein Grund, von ihm eine Blutprobe zu verlangen, weil ja nicht festgestellt werden kann, ob er überhaupt gefahren ist. Ich frage mich schon, wie das zugegangen sein soll. Und vor allem: Was ist denn das für eine Nachbarin, die da die Polizei holt? Hast Du mit der schon mal geredet? Was sagt denn die dazu? (Diese Nachbarin erinnert mich an meine Mutter, die früher oft in die nahe Kleinstadt gefahren ist, die falsch geparkten Autos aufgeschrieben hat und dann Anzeige bei der Gendarmerie erstattet hat; dies ging soweit, daß sie sogar Selbstanzeige erstattet hat, als sie bemerkte, daß sie selber im Parkverbot gestanden war.)

Wieso hat hier überhaupt ein Gericht mit der Sache zu tun? Wenn man betrunken am Steuer erwischt wird, gibt es eine sofortige Führerscheinabnahme, eine Strafverfügung der zuständigen Bezirkshauptmannschaft (das wird teuer) und eine Vorladung zum Amtsarzt, der dann entscheidet, ob man den Führerschein wieder bekommt oder dieser vorübergehend oder dauerhaft entzogen wird. Wenn man gegen die Strafverfügung Einspruch einlegt, kommt ein Straferkenntnis, gegen das man Berufung einlegen kann. Dann geht die Sache zum Unabhängigen Verwaltungssenat. Gegen dessen Entscheidung kann man dann beim Verwaltungsgerichtshof Beschwerde einlegen, dann besteht allerdings Anwaltszwang. (Diese Sache habe ich schon mehrmals durch; meistens wurden die Verfahren dann eingestellt - mir wurde mehrmals vorgeworfen, mit meinem damaligen Aixam [mit Bauartgeschwindigkeit von 45 km/h] mit über 70 km/h gefahren zu sein. Diese Verfahren wurden dann eingestellt, weil diese Geschwindigkeit technisch gar nicht möglich ist - wenn ich mich da nicht gewehrt hätte, dann hätte ich jeweils weit über 2.500 Euro Strafe zahlen müssen.)

Leider sind die Behörden nicht besonders schnell in der Bearbeitung von Übertretungen. Allerdings finde ich es nicht richtig, daß Dein Sohn von Dir verlangt, daß Du das Verfahren beschleunigen sollst. Wenn er will, daß es schneller gehen soll, dann soll er selber bei der Polizei oder bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft anrufen und mit dem Bearbeiter reden. Da muß schon er lästig werden.

Grundsätzlich ist es Sache des Dienstnehmers, wie er in seine Arbeit kommt. (In der Zeit, als ich Pendler war und dabei auf den öffentlichen Verkehr angewiesen war, kam ich oft um 2,5 Stunden zu spät in die Arbeit, weil der Zug ausgefallen war - da das leider sehr oft der Fall war, habe ich dann auch dienstrechtliche Schwierigkeiten bekommen, obwohl ich immer eine Bestätigung der ÖBB über den Zugausfall gebracht habe.) Es gab mal im ORF (ich glaube, in der Sendung "Argumente" oder beim Volksanwalt) eine Diskussion, wo jemand seinen Arbeitsplatz verloren hat, weil die ÖBB den ersten Zug in der Früh aufgelassen hat und er dann um 1,5 Stunden zu spät in die Arbeit gekommen ist und ihn der Chef deshalb entlassen hat - bei dieser Diskussion sagte ein Vertreter der ÖBB, daß der Zug deshalb aufgelassen worden ist, weil nur wenige Leute damit gefahren sind, worauf der Betroffene sagte, daß diese Leute den Zug aber brauchen.

Es stellt sich natürlich auch die Frage, ob Dein Sohn überhaupt alkoholabhängig ist. (Als ich noch mit dem Rad in die Discos in meiner Gegend gefahren bin, habe ich am Heimweg oft Alkoholkontrollen gesehen und die Debatten zwischen den Autofahrern und den Gendarmen miterlebt - das Problem in meiner Gegend ist ja, daß es am Wochenende keinen öffentlichen Verkehr gab, die Leute also mit dem Auto in die [weit entfernte] Disco gefahren sind. Diese Leute waren sicher nicht alkoholabhängig, aber sie tranken halt gemeinschaftlich in der Disco.) Wenn er nur gelegentlich trinkt, dann wird es wohl keine Abhängigkeit sein. Trinkt Dein Sohn eigentlich nur Bier oder auch andere alkoholischen Getränke?

Du schreibst, daß Dein Sohn aus Langeweile trinkt. Hat er denn keine Hobbies? Gibt es nichts, was ihn interessiert? Vielleicht Beschäftigung mit dem Computer (im Internet surfen, Computerspiele spielen)? Oder vielleicht wäre es etwas für ihn, mit anderen Leuten Musik zu machen, so wie ich es gemacht habe (ich wollte schon immer Sänger eine Rockband sein, allerdings hat es sehr lange gedauert, bis ich Musiker gefunden habe, um meine Band gründen zu können). Hat er Freunde oder Bekannte?

Daß es in Eurer Gegend keine Hilfsangebote im psychotherapeutischen Bereich gibt, ist blöd. Das war ja hier auch so. Mein erster Psychotherapeut war in Wien-Kaiserebersdorf, was ca. 50 Kilometer von mir zuhause entfernt ist, und später zog er in eine andere Stadt, die noch weiter weg war (ich habe damals in meinem Wohnort gearbeitet). Da hilft nur, sich übers Internet schlau zu machen und bei den entsprechenden Stellen anzurufen und zu fragen, ob sie irgendwas in Eurer Gegend wissen.

Hast Du selber denn niemanden, mit dem Du über diese Probleme reden kannst? Verwandte, Bekannte, Freunde?

Was ist eigentlich mit dem Vater Deines Sohnes? Was sagt der zu der ganzen Sache? Wendet sich Dein Sohn auch an ihn?


Wurstel

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