Selbstsüchtige Eltern
bemerkenswert eloquent.
verstehe ich Sie richtig?
Vorwärts in die Vergangenheit. Panzer vor den Schulen? Im Ernst?
Oder ist der Surfer (Drachenreiter) letztlich doch vom Brett gefallen?
Meine Meinung: Wenn die Wut kein positives Ziel erreicht, dann ist sie fehlgegangen.
verstehe ich Sie richtig?
Vorwärts in die Vergangenheit. Panzer vor den Schulen? Im Ernst?
Oder ist der Surfer (Drachenreiter) letztlich doch vom Brett gefallen?
Meine Meinung: Wenn die Wut kein positives Ziel erreicht, dann ist sie fehlgegangen.
abgemeldet
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Lieber Möbius, das Vergnügen hatte ich bereits vor vielen Jahren.Möbius hat geschrieben:Zuförderst wünsche ich Dir, daß Du beim "Unbehagen" ebensosehr vor Freude und Vergnügen mit den Beinen zappeln werdest, wie ich !
Und dann scheinst Du mich mit der Threaderstellerin broken wing zu verwechseln, ich jedenfalls hatte keine "Intention zu diesem thread", denn ich habe ihn nicht begonnen, und ich gebe auch keinen Nachhilfe-Unterricht.
Deine Ausführungen über die Auswüchse der rezenten Pädagogik teile ich übrigens, wenngleich die Effekthascherei, die Du damit betrieben hast, nicht die meine ist und ich das deutlich nüchterner sehe.
Einen Gruß zurück
Widow
Für die Namensverwechselung bitte ich um Entschuldigung - "Broken Wing" und "Widow" habe ich schon öfters beim Erstellen von Beiträgen miteinander verwechselt, aber wähnte bislang, das noch jedesmal vor dem Absenden korrigieren können.
Eine "Freudsche Verwechselung" scheint das allenfalls insofern zu sein, als daß ich Euch beide in Euren Sprachstilen, den zum Ausdruck gebrachten Haltungen und Positionen nicht so recht auseinanderzuhalten vermag - Eure Texte sind sich in meiner Wahrnehmung sehr ähnlich, so daß das "W" in den Nicks wahrscheinlich ausreichend gewesen war. Räumlich-zeitliche Nähe von Beiträgen kann hinzugekommen sein.
Ich nehme mir vor, künftig sorgfältiger darauf zu achten !
Eine "Freudsche Verwechselung" scheint das allenfalls insofern zu sein, als daß ich Euch beide in Euren Sprachstilen, den zum Ausdruck gebrachten Haltungen und Positionen nicht so recht auseinanderzuhalten vermag - Eure Texte sind sich in meiner Wahrnehmung sehr ähnlich, so daß das "W" in den Nicks wahrscheinlich ausreichend gewesen war. Räumlich-zeitliche Nähe von Beiträgen kann hinzugekommen sein.
Ich nehme mir vor, künftig sorgfältiger darauf zu achten !
-
Broken Wing
Thread-EröffnerIn - [nicht mehr wegzudenken]
![[nicht mehr wegzudenken] [nicht mehr wegzudenken]](./images/ranks/rank_phpbb_5.gif)
, 40 - Beiträge: 2978
@ Möbius: Habe ich mir auch gedacht, dass du uns verwechselt haben musst.
Naja es wird sicher Überschneidungen in unseren Standpunkten geben.
Naja es wird sicher Überschneidungen in unseren Standpunkten geben.
Beginne den Tag mit einem Lächeln, dann hast du es hinter dir. [Nico Semsrott]
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Ich will einmal versuchen, meine Gedankengänge aus meinen letzten Beiträgen auf ein etwas höheres Abstraktionsniveau zu pumpen und auch meine zuweilen anfallartig auftretende Freude an polemischen Formulierungen ein bissl besser unter Kontrolle zu behalten:
Ich sehe zwei große schwarze Schatten auf den aktuellen pädagogischen Maximen, nämlich zum einen etwas, was ich die etwa um die Jahrtausendwende eingesetzt habende "ethische Überforderung" nennen will, und zum anderen die schon länger anhaltende Tabuisierung von Aggression und körperlicher Gewalt, die ihre Wurzeln wohl im Pazifismus der alten BRD hatte, und ihren ersten Erfolg im Verbot von "Kriegsspielzeug" feiern konnte.
Es fällt uns - ja auch mir selbst, gerade mir selbst - sehr schwer, Aggression und Aggressivität als eine urmenschliche Eigenschaft anzuerkennen, die wir uns nicht "abgewöhnen" können, sondern allenfalls einhegen oder unterdrücken. Unterdrückte menschliche Eigenschaften suchen sich anderweitige Bahnen, und daß sich in den Schulamokläufen diese unterdrückten Aggressionen schauerlich blutige Bahnen gebrochen haben, ist ebenso mit den Händen zu greifen wie die Unfähigkeit nicht nur der Pädagogen an der Schulfront, sondern auch der Experten, Durchblicker und Besserwissenden Weltverbesserer aus Medien, Politik und Universitäten, mit diesem Phänomen auch nur irgendwie "umzugehen". Das Bedürfnis nach Aggression und Gewalt hat früher, als alles besser war, gewisse Formen der Einhegung gefunden gehabt, die uns heute abgeschnitten sind. Lange sorgsam gepflegte Feindbilder sind uns abhanden gekommen, erst recht seit der Kommunismus, der "Warschauer Pakt" oder "Ostblock" verschwunden ist, eine allgemein als Bedrohung wahrgenommene fremde "Macht" nicht mehr existiert, gegen die man auch allgemein aktzeptiert agressiv sein konnte. Kinder und Jugendliche dürfen sich auch nicht mehr herumprügeln - es fallen nicht nur ihre Eltern dann über sie her, und "belehren sie eines besseren", sondern auch Sozialpädagogen, Psychologen und sonstige Instanzen, nicht zuletzt die Rechtsanwälte, Behörden und Gerichte. Und das sind nur zwei Beispiele für diesen Aggressionsstau, der ganz allgemein geworden ist.
Auf die Spannung durch diesen Aggressionsstau wird nunmehr auch noch ein gerüttelt Maß an Anspannung obendrauf gesetzt durch jene "ethische Überforderung". Vor Jahren las ich mit Entsetzen, daß man schon Grundschülern die Ziele der Umwelt- und Klimaschutzpolitik und deren Thesen einhämmert - in einem Alter, in dem die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zum Verständnis von komplexen chemischen und physikalischen Sachverhalten noch garnicht vorhanden sein können - "Umweltschutz beginnt im Herzen!": mit diesem Spruch geht man salopp über diese Einwände hinweg, hält diese Indokrinationen für gerechtfertigt. Und das sind nicht die einzigen neuen ethischen Anforderungen - gerade erleben wir, wie eine weitere dazukommt: wir haben Flüchtlinge gefälligst zu lieben, ansonsten machen wir uns strafbar. Vielleicht - noch - nicht im juristischen, aber im moralischen Sinne. Es genügt nicht, Flüchtlinge zu akzeptieren, Einschränkungen zu ihren Gunsten in Kauf zu nehmen, auch konkretes, persönliches Engagement bei ihrer Betreuung genügt keineswegs - nein, wir müssen darüber hinaus Flüchtlinge auch noch "lieben" ! Der erhobene Zeigefinger deutet derzeit von hunderttausenden von Plakatwänden auf uns: "Your Gutmensch Needs you!" Soziale Verantwortung für die künftigen Generationen, wohin man auch blickt !
Dieses Übermaß an Anspannung, dem kein entsprechendes Ventil zum Abbau dieser Anspannungen gegenüber steht, schafft eine gefährliche Lage, am gefährlichsten eben für die Kinder und Jugendlichen, denen noch keine gefestigte Persönlichkeit zu Gebote steht, um sich gegen diese Überforderungen abzugrenzen - wer es offen versucht, gegen den fällt eben diese sozialpsychologische Pression, ein regelrechter Psychoterror ein.
Natürlich bin ich jetzt doch wieder sehr polemisch geworden - ich kann nur versuchen, mit diesen holzschnittartigen Strichen eine Skizze von dem zu entwerfen, was ich ausdrücken möchte, und auch in mir selbst keineswegs zu einer solide durchdachten Auffassung zu all diesen Problemen geworden ist. Ich hoffe jedoch, daß diejenigen, die ähnliches denken oder empfinden, diese Skizze halbwegs verstehen können.
Ich sehe zwei große schwarze Schatten auf den aktuellen pädagogischen Maximen, nämlich zum einen etwas, was ich die etwa um die Jahrtausendwende eingesetzt habende "ethische Überforderung" nennen will, und zum anderen die schon länger anhaltende Tabuisierung von Aggression und körperlicher Gewalt, die ihre Wurzeln wohl im Pazifismus der alten BRD hatte, und ihren ersten Erfolg im Verbot von "Kriegsspielzeug" feiern konnte.
Es fällt uns - ja auch mir selbst, gerade mir selbst - sehr schwer, Aggression und Aggressivität als eine urmenschliche Eigenschaft anzuerkennen, die wir uns nicht "abgewöhnen" können, sondern allenfalls einhegen oder unterdrücken. Unterdrückte menschliche Eigenschaften suchen sich anderweitige Bahnen, und daß sich in den Schulamokläufen diese unterdrückten Aggressionen schauerlich blutige Bahnen gebrochen haben, ist ebenso mit den Händen zu greifen wie die Unfähigkeit nicht nur der Pädagogen an der Schulfront, sondern auch der Experten, Durchblicker und Besserwissenden Weltverbesserer aus Medien, Politik und Universitäten, mit diesem Phänomen auch nur irgendwie "umzugehen". Das Bedürfnis nach Aggression und Gewalt hat früher, als alles besser war, gewisse Formen der Einhegung gefunden gehabt, die uns heute abgeschnitten sind. Lange sorgsam gepflegte Feindbilder sind uns abhanden gekommen, erst recht seit der Kommunismus, der "Warschauer Pakt" oder "Ostblock" verschwunden ist, eine allgemein als Bedrohung wahrgenommene fremde "Macht" nicht mehr existiert, gegen die man auch allgemein aktzeptiert agressiv sein konnte. Kinder und Jugendliche dürfen sich auch nicht mehr herumprügeln - es fallen nicht nur ihre Eltern dann über sie her, und "belehren sie eines besseren", sondern auch Sozialpädagogen, Psychologen und sonstige Instanzen, nicht zuletzt die Rechtsanwälte, Behörden und Gerichte. Und das sind nur zwei Beispiele für diesen Aggressionsstau, der ganz allgemein geworden ist.
Auf die Spannung durch diesen Aggressionsstau wird nunmehr auch noch ein gerüttelt Maß an Anspannung obendrauf gesetzt durch jene "ethische Überforderung". Vor Jahren las ich mit Entsetzen, daß man schon Grundschülern die Ziele der Umwelt- und Klimaschutzpolitik und deren Thesen einhämmert - in einem Alter, in dem die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zum Verständnis von komplexen chemischen und physikalischen Sachverhalten noch garnicht vorhanden sein können - "Umweltschutz beginnt im Herzen!": mit diesem Spruch geht man salopp über diese Einwände hinweg, hält diese Indokrinationen für gerechtfertigt. Und das sind nicht die einzigen neuen ethischen Anforderungen - gerade erleben wir, wie eine weitere dazukommt: wir haben Flüchtlinge gefälligst zu lieben, ansonsten machen wir uns strafbar. Vielleicht - noch - nicht im juristischen, aber im moralischen Sinne. Es genügt nicht, Flüchtlinge zu akzeptieren, Einschränkungen zu ihren Gunsten in Kauf zu nehmen, auch konkretes, persönliches Engagement bei ihrer Betreuung genügt keineswegs - nein, wir müssen darüber hinaus Flüchtlinge auch noch "lieben" ! Der erhobene Zeigefinger deutet derzeit von hunderttausenden von Plakatwänden auf uns: "Your Gutmensch Needs you!" Soziale Verantwortung für die künftigen Generationen, wohin man auch blickt !
Dieses Übermaß an Anspannung, dem kein entsprechendes Ventil zum Abbau dieser Anspannungen gegenüber steht, schafft eine gefährliche Lage, am gefährlichsten eben für die Kinder und Jugendlichen, denen noch keine gefestigte Persönlichkeit zu Gebote steht, um sich gegen diese Überforderungen abzugrenzen - wer es offen versucht, gegen den fällt eben diese sozialpsychologische Pression, ein regelrechter Psychoterror ein.
Natürlich bin ich jetzt doch wieder sehr polemisch geworden - ich kann nur versuchen, mit diesen holzschnittartigen Strichen eine Skizze von dem zu entwerfen, was ich ausdrücken möchte, und auch in mir selbst keineswegs zu einer solide durchdachten Auffassung zu all diesen Problemen geworden ist. Ich hoffe jedoch, daß diejenigen, die ähnliches denken oder empfinden, diese Skizze halbwegs verstehen können.
Hallo Möbius,
das mit der unterdrückten Aggression trifft meiner Meinung nach absolut zu. Entweder schafft man es dann diese dennoch "einigermassen" verträglich zu kanalisieren oder aber nicht. Je mehr sie unterdrückt wird/werden muss desto schwieriger wird es meiner Meinung nach und desto höher die Wahrscheinlichkeit dass sie wirklich schädigende Konsequenzen hat. Entweder für einen selbst oder aber für andere.
Mir fällt da immer eine Geschichte von meinem Vater zu ein die vor allem im Zusammenhang interessant wird, als Kind hat mich sein Verhalten total fasziniert und irritiert zugleich, das ist was, was ich noch gut erinnere.
Mein Vater war an sich ein friedlicher und auch friedliebender Mensch, ohne harmoniesüchtig zu sein dabei. Ich war ein Kind das liebend gern mit "Waffen" spielte, wohlwissend: Es ist nur ein Spiel. Irgendwann kaufte mein Vater ein Luftgewehr und erschoss in unserem Garten Vögel. Und das, obwohl er Tiere an sich sehr schätze und mir immer sagte: "Quäle nie ein Tier im Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz." und der Grundsatz galt, dass niemandem (ernsthaft) was getan wird, wenn der einem nix tut. Passte für mich null zusammen. Die Vögel waren Tiere und sie hatten ihm nichts getan. Noch dazu war es kein Spiel, sondern die waren wirklich tot. Gleichzeitig faszinierte mich aber dieses Gewehr und dieses Schießen, was meiner Mutter ein absoluter Dorn im Auge war. Ihr wäre es am liebsten gewesen ich hätte dem nicht "beigewohnt". Die "Rechtfertigung" meines Vaters - als ich ihn fragte, warum er die Vögel erschießt, obwohl sie doch nichts getan haben - war (er erschoss in der Tat nur Vögel die die größte Population bildeten): Davon gibt es zu viele, die fressen den anderen Vögeln das Futter weg! Nun ging es ihm aber gar nicht um die anderen Vögel, sondern um was völlig anderes: Sein Gefühl ausgeliefert zu sein, dass er so kompensierte.
So richtig begriffen habe ich das, als meine Mutter mir vor einiger Zeit mal erzählt hat, wie es eigentlich zu diesem "unseeligen" Gewehrkauf gekommen ist: Es war Heiligabend (ich war noch sehr klein, vielleicht 1 oder 2 Jahre alt, kann mich von daher daran nicht erinnern) und meine Eltern hatten meinen Brüdern eine Autorennbahn gekauft, die mein Vater nun morgens für die beiden am Abend aufbauen wollte. Sie hatten sich wohl eine gewünscht. Es war eine günstige No-Name Autorennbahn und leider war sie kaputt. Da mein Vater meine Brüder nicht enttäuschen wollte ist er also widerwillig losgefahren um das Teil zu tauschen. Ca. 100km in den 70er Jahren in Süddeutschland. Wahrscheinlich lag Schnee etc. pp. Es dürfte auf alle Fälle eine gewissen Zeit gedauert haben. Nun gab es die Rennbahn nicht mehr, so dass mein Vater gezwungen war die teurere, für ihn unsinnig teurere, Carrera Bahn zu kaufen. Vielleicht war der Verkäufer auch noch gestresst und doof zu ihm, was weiss ich. Dieser Teil der Geschichte entzieht sich meiner Kenntnis. Was ich aber weiss, ist, dass das meinen Vater derart wütend gemacht haben muss, dass er auf halber Strecke in einer anderen Stadt anhielt und sich ein Luftgewehr kaufte. Sehr zum Leidwesen meiner Mutter und vollkommen "grundlos" und "ungeplant". Mit dem ging er dann in den Garten und erschoss Eichelhäher. Im Sommer waren es Spatzen.
Er tat das nicht besonders oft, aber ab und an tat er das. Zu meiner Verwunderung und Faszination und wohl auch zur Verwunderung und Faszination meiner Brüder. Meine Mutter - als eher "aggressionsängstliche" Person - fand das gar nicht gut und wollte das Gewehr eigentlich am liebsten aus dem Haus haben. Dass sie mit einer ebenso sinnlosen Leidenschaft, die die sinnlose Vogeljagd meines Vaters weit übertrifft, wahlweise Stubenfliegen jagt oder Schnecken bei lebendigem Leibe ertränkt? Was anderes...selbstverständlich. Von anderem ganz zu schweigen. .
Lieben Gruss,
mio
das mit der unterdrückten Aggression trifft meiner Meinung nach absolut zu. Entweder schafft man es dann diese dennoch "einigermassen" verträglich zu kanalisieren oder aber nicht. Je mehr sie unterdrückt wird/werden muss desto schwieriger wird es meiner Meinung nach und desto höher die Wahrscheinlichkeit dass sie wirklich schädigende Konsequenzen hat. Entweder für einen selbst oder aber für andere.
Mir fällt da immer eine Geschichte von meinem Vater zu ein die vor allem im Zusammenhang interessant wird, als Kind hat mich sein Verhalten total fasziniert und irritiert zugleich, das ist was, was ich noch gut erinnere.
Mein Vater war an sich ein friedlicher und auch friedliebender Mensch, ohne harmoniesüchtig zu sein dabei. Ich war ein Kind das liebend gern mit "Waffen" spielte, wohlwissend: Es ist nur ein Spiel. Irgendwann kaufte mein Vater ein Luftgewehr und erschoss in unserem Garten Vögel. Und das, obwohl er Tiere an sich sehr schätze und mir immer sagte: "Quäle nie ein Tier im Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz." und der Grundsatz galt, dass niemandem (ernsthaft) was getan wird, wenn der einem nix tut. Passte für mich null zusammen. Die Vögel waren Tiere und sie hatten ihm nichts getan. Noch dazu war es kein Spiel, sondern die waren wirklich tot. Gleichzeitig faszinierte mich aber dieses Gewehr und dieses Schießen, was meiner Mutter ein absoluter Dorn im Auge war. Ihr wäre es am liebsten gewesen ich hätte dem nicht "beigewohnt". Die "Rechtfertigung" meines Vaters - als ich ihn fragte, warum er die Vögel erschießt, obwohl sie doch nichts getan haben - war (er erschoss in der Tat nur Vögel die die größte Population bildeten): Davon gibt es zu viele, die fressen den anderen Vögeln das Futter weg! Nun ging es ihm aber gar nicht um die anderen Vögel, sondern um was völlig anderes: Sein Gefühl ausgeliefert zu sein, dass er so kompensierte.
So richtig begriffen habe ich das, als meine Mutter mir vor einiger Zeit mal erzählt hat, wie es eigentlich zu diesem "unseeligen" Gewehrkauf gekommen ist: Es war Heiligabend (ich war noch sehr klein, vielleicht 1 oder 2 Jahre alt, kann mich von daher daran nicht erinnern) und meine Eltern hatten meinen Brüdern eine Autorennbahn gekauft, die mein Vater nun morgens für die beiden am Abend aufbauen wollte. Sie hatten sich wohl eine gewünscht. Es war eine günstige No-Name Autorennbahn und leider war sie kaputt. Da mein Vater meine Brüder nicht enttäuschen wollte ist er also widerwillig losgefahren um das Teil zu tauschen. Ca. 100km in den 70er Jahren in Süddeutschland. Wahrscheinlich lag Schnee etc. pp. Es dürfte auf alle Fälle eine gewissen Zeit gedauert haben. Nun gab es die Rennbahn nicht mehr, so dass mein Vater gezwungen war die teurere, für ihn unsinnig teurere, Carrera Bahn zu kaufen. Vielleicht war der Verkäufer auch noch gestresst und doof zu ihm, was weiss ich. Dieser Teil der Geschichte entzieht sich meiner Kenntnis. Was ich aber weiss, ist, dass das meinen Vater derart wütend gemacht haben muss, dass er auf halber Strecke in einer anderen Stadt anhielt und sich ein Luftgewehr kaufte. Sehr zum Leidwesen meiner Mutter und vollkommen "grundlos" und "ungeplant". Mit dem ging er dann in den Garten und erschoss Eichelhäher. Im Sommer waren es Spatzen.
Er tat das nicht besonders oft, aber ab und an tat er das. Zu meiner Verwunderung und Faszination und wohl auch zur Verwunderung und Faszination meiner Brüder. Meine Mutter - als eher "aggressionsängstliche" Person - fand das gar nicht gut und wollte das Gewehr eigentlich am liebsten aus dem Haus haben. Dass sie mit einer ebenso sinnlosen Leidenschaft, die die sinnlose Vogeljagd meines Vaters weit übertrifft, wahlweise Stubenfliegen jagt oder Schnecken bei lebendigem Leibe ertränkt? Was anderes...selbstverständlich. Von anderem ganz zu schweigen. .
Lieben Gruss,
mio
Hallo Mio !
Dann will ich Dir auch mal eine von meinen Geschichten zum Thema erzählen:
Ich war als Student ein paar Semester in Schlagenden Verbindungen aktiv, habe 5-6 Mensuren gefochten, auch zweimal dabei was eingefangen, habe einen regelrechten kleinen "Schmiß" auf der linken Wange. Irgendwann bin ich - hoch depressiv - aus diesem Laden wieder ausgetreten, habe dann meine erste Psychotherapie begonnen ... nunja. Den größten späteren Teil meines Lebens habe ich diese Zeit als eine meiner vielen Jugendsünden abgetan, und psychoanalytisch gesehen ist es ja klar, daß das auch wieder so ne Re-Inszenierung war undsoweiter undsoweiter ...
Es ist aber schon etwas Merkwürdiges daran: man ficht mit jemandem, nach strengen Regeln, deren Einhaltung noch strenger überwacht wird, wirklich ernste Verletzungen sind ausgeschlossen durch "Binden und Bandagen", es ist stets ein Arzt dabei, der die Oberaufsicht führt, und einen dann auch versorgt, wenn man eine fängt, und hinterher, da trinkt man traditionell "Schmollis" (Brüderschaft) mit dem "Gegenpaukanten", tauscht "Zipfel", kleine Andenken in den Farben der Verbindung, die man allesamt zusammengeklammert am Hosenbund trägt als Teil des "Couleurs" - und das alles ist Teil eines Brauchtums, das sich erstaunlich widerstandsfähig hält, auch im 21. Jahrhundert.
Es ist ein letztes Rezent einer langen Tradition der Einhegung von Aggression, ihrer Sublimation in einem - wenngleich blutigem - Spiel, das einer Form von Gemeinschaft Überlebensfähigkeit verschafft hat trotz widrigster Umstände bis zum heutigen Tag, wo die Umstände noch widriger geworden sind. Und nebenbei sind die Formen und Rituale, die sozialen Hierarchien und Prinzipien dieselben, die bei den Motorradgangs, Hells Angels und so, gepflegt werden. Nur daß dort die Gewaltanwendung eben nicht "eingehegt" ist, sondern, wie man liest, ziemlich hemmungslos ist.
"Wir" lehnen Gewalt ab - und richten sie gegen uns selbst: Tatoos, Piercings, Brandings, Ritzen - selbstverletzendes Verhalten, das auch inzwischen offen zur Schau getragen wird: man darf stolz sein, auf sein autoaggressives Verhalten. BDSM ist Kult, wird im Fernsehn gezeigt.
Ich kann keine "konstruktive" Antwort geben. Ich kann auch nicht sagen, daß ich die blutigen Rituale der schlagenden Verbindungen heute wieder gutheißen würde. Aber ich frage mich, ob die absolute Tabusierung von Gewalt auf der einen Seite, die Zunahme autoaggressiven Verhaltens auf der anderen Seite und auf derselben anderen Seite die geradezu hemmungslos Zunahme "struktureller Gewalt", körperloser Gewalt in Form von Mobbing, ethischer Überforderung, narzistisch-aggressiven Vegetariern, Nichtrauchern, Feministinnen, Schwulbilesbischtrans-Aktivistinnen undsoweiter undsoweiter nicht ein Weg ist, der in ein ganz, ganz böses Ende führen wird.
Kulturelle Traditionen bergen regelmässig einen sehr wahren Kern - "wir" sind viel zu vernunftgläubig und meinen, man könne sich über kulturelle Traditionen schlankweg hinwegsetzen, weil sie "unseren Erkenntnissen" darüber, wie die Welt und der Mensch und überhaupt alles auszusehen habe, nicht entsprechen. "Wir" meinen, daß man diese Traditionen hopphopp ganz schnell ändern könne, und mit ein paar Intensivkursen eine bessere Welt zu schaffen wäre. Länger dürfen wir ja auch nicht warten, weil sonst geht die Welt gleich ganz unter.
Diese wildgewordenen "Ethizismen" bieten auch eine hervorragende Rechtfertigung dafür, Aggressionen zu agieren: Was ?! Du tust nichts gegen die Diskriminierung von Schwulen in Kolumbien ? Gegen die Vergewaltigung von Frauen in Indien ? Gegen Putin ? Du machst Dich schuldig, in dem Du nichts tust, Fleisch ißt, rauchst - nicht nur an Dir, sondern an der ganzen Welt, den künftigen Generationen, der Menschheit ! Das ist der Psychoterror unserer Zeit, das slain-trauma, mit dem die gesamte Gesellschaft überzogen wird - und insbesondere die Kinder in der Schule, womit ich versucht habe, mich halbwegs wieder anzuwanzen an das Thema.
Gruß
Möbius
Dann will ich Dir auch mal eine von meinen Geschichten zum Thema erzählen:
Ich war als Student ein paar Semester in Schlagenden Verbindungen aktiv, habe 5-6 Mensuren gefochten, auch zweimal dabei was eingefangen, habe einen regelrechten kleinen "Schmiß" auf der linken Wange. Irgendwann bin ich - hoch depressiv - aus diesem Laden wieder ausgetreten, habe dann meine erste Psychotherapie begonnen ... nunja. Den größten späteren Teil meines Lebens habe ich diese Zeit als eine meiner vielen Jugendsünden abgetan, und psychoanalytisch gesehen ist es ja klar, daß das auch wieder so ne Re-Inszenierung war undsoweiter undsoweiter ...
Es ist aber schon etwas Merkwürdiges daran: man ficht mit jemandem, nach strengen Regeln, deren Einhaltung noch strenger überwacht wird, wirklich ernste Verletzungen sind ausgeschlossen durch "Binden und Bandagen", es ist stets ein Arzt dabei, der die Oberaufsicht führt, und einen dann auch versorgt, wenn man eine fängt, und hinterher, da trinkt man traditionell "Schmollis" (Brüderschaft) mit dem "Gegenpaukanten", tauscht "Zipfel", kleine Andenken in den Farben der Verbindung, die man allesamt zusammengeklammert am Hosenbund trägt als Teil des "Couleurs" - und das alles ist Teil eines Brauchtums, das sich erstaunlich widerstandsfähig hält, auch im 21. Jahrhundert.
Es ist ein letztes Rezent einer langen Tradition der Einhegung von Aggression, ihrer Sublimation in einem - wenngleich blutigem - Spiel, das einer Form von Gemeinschaft Überlebensfähigkeit verschafft hat trotz widrigster Umstände bis zum heutigen Tag, wo die Umstände noch widriger geworden sind. Und nebenbei sind die Formen und Rituale, die sozialen Hierarchien und Prinzipien dieselben, die bei den Motorradgangs, Hells Angels und so, gepflegt werden. Nur daß dort die Gewaltanwendung eben nicht "eingehegt" ist, sondern, wie man liest, ziemlich hemmungslos ist.
"Wir" lehnen Gewalt ab - und richten sie gegen uns selbst: Tatoos, Piercings, Brandings, Ritzen - selbstverletzendes Verhalten, das auch inzwischen offen zur Schau getragen wird: man darf stolz sein, auf sein autoaggressives Verhalten. BDSM ist Kult, wird im Fernsehn gezeigt.
Ich kann keine "konstruktive" Antwort geben. Ich kann auch nicht sagen, daß ich die blutigen Rituale der schlagenden Verbindungen heute wieder gutheißen würde. Aber ich frage mich, ob die absolute Tabusierung von Gewalt auf der einen Seite, die Zunahme autoaggressiven Verhaltens auf der anderen Seite und auf derselben anderen Seite die geradezu hemmungslos Zunahme "struktureller Gewalt", körperloser Gewalt in Form von Mobbing, ethischer Überforderung, narzistisch-aggressiven Vegetariern, Nichtrauchern, Feministinnen, Schwulbilesbischtrans-Aktivistinnen undsoweiter undsoweiter nicht ein Weg ist, der in ein ganz, ganz böses Ende führen wird.
Kulturelle Traditionen bergen regelmässig einen sehr wahren Kern - "wir" sind viel zu vernunftgläubig und meinen, man könne sich über kulturelle Traditionen schlankweg hinwegsetzen, weil sie "unseren Erkenntnissen" darüber, wie die Welt und der Mensch und überhaupt alles auszusehen habe, nicht entsprechen. "Wir" meinen, daß man diese Traditionen hopphopp ganz schnell ändern könne, und mit ein paar Intensivkursen eine bessere Welt zu schaffen wäre. Länger dürfen wir ja auch nicht warten, weil sonst geht die Welt gleich ganz unter.
Diese wildgewordenen "Ethizismen" bieten auch eine hervorragende Rechtfertigung dafür, Aggressionen zu agieren: Was ?! Du tust nichts gegen die Diskriminierung von Schwulen in Kolumbien ? Gegen die Vergewaltigung von Frauen in Indien ? Gegen Putin ? Du machst Dich schuldig, in dem Du nichts tust, Fleisch ißt, rauchst - nicht nur an Dir, sondern an der ganzen Welt, den künftigen Generationen, der Menschheit ! Das ist der Psychoterror unserer Zeit, das slain-trauma, mit dem die gesamte Gesellschaft überzogen wird - und insbesondere die Kinder in der Schule, womit ich versucht habe, mich halbwegs wieder anzuwanzen an das Thema.
Gruß
Möbius
Na, immerhin aufregen tust Du Dich!
Wie so viele...Ja, ja ist alles schlimm.
Schule ganz böse, schlimme Lehrer.... schlimme Welt.
Für mich ist das alles Schmarrn. Uns geht es besser denn je! Wir ersticken im Wohlstand!
Es gibt keine Prügelstrafe mehr! Lehrer dürfen Schüler nicht mehr erniedrigen. Das ist richtig!
Von wegen Erziehungsauftrag in den Schulen. NEIN. Die Lehrer haben zunehmend Angst vor den Schülern und den juristischen Beiständen der Eltern. Die Lehrer halten sich brav raus ....sind keine Respektspersonen mehr.
Das verkehrt sich dann ins Gegenteil. Weil die Orientierung fehlt. Kinder sind nun mal keine kleine Erwachsene.
Verkehrte Welt ist das.
Wie so viele...Ja, ja ist alles schlimm.
Schule ganz böse, schlimme Lehrer.... schlimme Welt.
Für mich ist das alles Schmarrn. Uns geht es besser denn je! Wir ersticken im Wohlstand!
Es gibt keine Prügelstrafe mehr! Lehrer dürfen Schüler nicht mehr erniedrigen. Das ist richtig!
Von wegen Erziehungsauftrag in den Schulen. NEIN. Die Lehrer haben zunehmend Angst vor den Schülern und den juristischen Beiständen der Eltern. Die Lehrer halten sich brav raus ....sind keine Respektspersonen mehr.
Das verkehrt sich dann ins Gegenteil. Weil die Orientierung fehlt. Kinder sind nun mal keine kleine Erwachsene.
Verkehrte Welt ist das.
Hallo Möbius,
mit schlagenden, und auch nicht schlagenden, Verbindungen habe ich nur "Randerfahrungen". Aber meine Erklärung dafür, warum jemand aus einem solchen "Aggressionstraining" erst recht "autoaggressiv" (depressiv) hervorgeht, ist, dass es sich um eine einer noch "größeren" (verdrängten) Aggression unterliegenden Institution handelt. Ich hatte als Studentin mal Kontakt zu Leuten, die in "Verbindungen" waren. Diese "Verbindungen" empfand ich als sehr restriktiv. Nicht nur, weil sie recht "starr" an Traditionen klebten sondern auch deshalb, weil es oft etwas war, was vom Elternhaus direkt oder indirekt "aufoktruiert" wurde. Teils seit Generationen.
Ich hab mal eine kurze Zeit lang "Kampfsport" gemacht, eine spezielle Form von KungFu. Und auch dieses Training empfand ich zB. "insgesamt" als sehr "unterdrückend". Mir hat es zwar an sich Spaß gemacht, aber die "Gruppendynamik" war merkwürdig. Nicht nur, dass alle plötzlich sowas wie ihren "Lebensinhalt" dort zu finden schienen, nein, es wurde auch ohne jedes Murren akzeptiert, dass der "Trainer" (also der "Meister") sich in bestimmten Belangen daneben benahm. Hab ich nicht verstanden. Aber plötzlich fingen vorher ausgesprochen unsportliche Menschen an, aus einer für eigentlich 2 Std. die Woche angesetzten Trainingseinheit heraus, 5 mal die Woche entweder gemeinsam zu joggen, zu trainieren oder sich sonst wie damit zu beschäftigen. Mir war das too much. Ich wollte einfach nur 2 Std. in der Woche was für mich und meine Fitness tun, mehr nicht. Den anderen schien es da anders zu gehen, die "blühten" regelrecht auf in diesem "Klima". Ich wäre wohl eher "eingegangen". Nicht nur, dass ich das rein zeitlich nicht hätte bewältigen können, auch dieses "ständige" damit beschäftigt sein wäre mir zuviel gewesen. Hätte mich also eher "aggressiv" gemacht anstatt mir dabei zu helfen eine "gesunde" Form der Aggression zu lernen (wozu Kampfsport eigentlich da ist meiner Meinung nach).
Ich habe es als wohl einzige gewagt, tatsächlich mal "aggressiv" zu reagieren gegenüber dem Trainer. Nämlich nachdem der mir eine Rechnung für was in die Hand drückte was so nie besprochen war. Ich habe ihn einfach nur gefragt, was das denn jetzt soll? Und ihm gesagt, dass das so nicht abgesprochen war. Daraufhin war ich dann gleich "trainingsunwillig"... Nene...
Von daher?
Lieben Gruss,
mio
mit schlagenden, und auch nicht schlagenden, Verbindungen habe ich nur "Randerfahrungen". Aber meine Erklärung dafür, warum jemand aus einem solchen "Aggressionstraining" erst recht "autoaggressiv" (depressiv) hervorgeht, ist, dass es sich um eine einer noch "größeren" (verdrängten) Aggression unterliegenden Institution handelt. Ich hatte als Studentin mal Kontakt zu Leuten, die in "Verbindungen" waren. Diese "Verbindungen" empfand ich als sehr restriktiv. Nicht nur, weil sie recht "starr" an Traditionen klebten sondern auch deshalb, weil es oft etwas war, was vom Elternhaus direkt oder indirekt "aufoktruiert" wurde. Teils seit Generationen.
Ich hab mal eine kurze Zeit lang "Kampfsport" gemacht, eine spezielle Form von KungFu. Und auch dieses Training empfand ich zB. "insgesamt" als sehr "unterdrückend". Mir hat es zwar an sich Spaß gemacht, aber die "Gruppendynamik" war merkwürdig. Nicht nur, dass alle plötzlich sowas wie ihren "Lebensinhalt" dort zu finden schienen, nein, es wurde auch ohne jedes Murren akzeptiert, dass der "Trainer" (also der "Meister") sich in bestimmten Belangen daneben benahm. Hab ich nicht verstanden. Aber plötzlich fingen vorher ausgesprochen unsportliche Menschen an, aus einer für eigentlich 2 Std. die Woche angesetzten Trainingseinheit heraus, 5 mal die Woche entweder gemeinsam zu joggen, zu trainieren oder sich sonst wie damit zu beschäftigen. Mir war das too much. Ich wollte einfach nur 2 Std. in der Woche was für mich und meine Fitness tun, mehr nicht. Den anderen schien es da anders zu gehen, die "blühten" regelrecht auf in diesem "Klima". Ich wäre wohl eher "eingegangen". Nicht nur, dass ich das rein zeitlich nicht hätte bewältigen können, auch dieses "ständige" damit beschäftigt sein wäre mir zuviel gewesen. Hätte mich also eher "aggressiv" gemacht anstatt mir dabei zu helfen eine "gesunde" Form der Aggression zu lernen (wozu Kampfsport eigentlich da ist meiner Meinung nach).
Ich habe es als wohl einzige gewagt, tatsächlich mal "aggressiv" zu reagieren gegenüber dem Trainer. Nämlich nachdem der mir eine Rechnung für was in die Hand drückte was so nie besprochen war. Ich habe ihn einfach nur gefragt, was das denn jetzt soll? Und ihm gesagt, dass das so nicht abgesprochen war. Daraufhin war ich dann gleich "trainingsunwillig"... Nene...
Von daher?
Lieben Gruss,
mio
-
leuchtturm
- [nicht mehr wegzudenken]
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, 49 - Beiträge: 2015
sprich mal mit einem Lehrer.Von wegen Erziehungsauftrag in den Schulen. NEIN. Die Lehrer haben zunehmend Angst vor den Schülern und den juristischen Beiständen der Eltern. Die Lehrer halten sich brav raus ....sind keine Respektspersonen mehr.
Geh in ein x beliebiges Lehrerforum.
geh an eine x beliebige Schule.
und du wirst sehen:
der Erziehungsauftrag der Lehrer wirsd immer größer.
Lehrer leisten heute mehr Erziehungsarbeit denn je.
Fachliches tritt zurück.
Mich wundert, woher solche "Weisheiten" kommen. Aus der Berufspraxis ganz sicher nicht.
Hallo mio !
Nur kurz will ich einwerfen, daß man Depression und (Auto-)Aggression auseinanderhalten muß, meinem Verständnis nach. Autoaggression gerade als selbstverletzendes Verhalten und Depression geht zwar oft "comorbid" miteinander einher, aber die Ätiologien sind, soweit ich das sehe, regelmässig recht verschieden. Aggression ist - nach Freud - ein Grundtrieb, Depression dagegen eine Reaktion auf einen mißglückten Abschied, einen Verlust, ist Ausdruck einer unerledigten Trauerarbeit.
Über den Rest muß ich noch etwas länger nachdenken !
Gruß
Möbius
Nur kurz will ich einwerfen, daß man Depression und (Auto-)Aggression auseinanderhalten muß, meinem Verständnis nach. Autoaggression gerade als selbstverletzendes Verhalten und Depression geht zwar oft "comorbid" miteinander einher, aber die Ätiologien sind, soweit ich das sehe, regelmässig recht verschieden. Aggression ist - nach Freud - ein Grundtrieb, Depression dagegen eine Reaktion auf einen mißglückten Abschied, einen Verlust, ist Ausdruck einer unerledigten Trauerarbeit.
Über den Rest muß ich noch etwas länger nachdenken !
Gruß
Möbius
möbius
volle Zustimmung.
die Kraft muss/sollte/könnte/wäre nicht schlecht vermutlich wenn man sich mal mit dem Gedanken anfreunden würde können, auch wenn das politisch vielleicht nicht ganz korrekt sein wird werden gewesen sein (plusaschwammigperfekt - die grammatikalische klerische Bezeichnung für .....)
war nur ein Witz (ein Dunkler).
Wieder zu Eigen machen.
Ja.
Egal was gesagt wird.
volle Zustimmung.
die Kraft muss/sollte/könnte/wäre nicht schlecht vermutlich wenn man sich mal mit dem Gedanken anfreunden würde können, auch wenn das politisch vielleicht nicht ganz korrekt sein wird werden gewesen sein (plusaschwammigperfekt - die grammatikalische klerische Bezeichnung für .....)
war nur ein Witz (ein Dunkler).
Wieder zu Eigen machen.
Ja.
Egal was gesagt wird.
abgemeldet
Liebe Mio,
"Soviele Themen - und sowenig Zeit !" Es mißhagt mir zudem, zu alles und jedem immer irrgendeinen kurzen Sermon absülzen zu wollen, nur um irgendetwas zu alles und jedem gesagt zu haben. Die Folge sind zusammengeknaubte, mißglückte Aphorismen (das soll kein Seitenhieb gegen blade sein, allenfalls gegen ganz andere!), die dem gegenseitigen Verständnis dann eher im Wege stehen - meiner Ansicht nach. Deswegen beschränke ich mich jetzt mal auf das Thema "Schlagende Verbindungen":
Zunächst muß ich betonen, daß dieses Milieu nicht einheitlich ist. Es reicht von ultra-rechten, ja rechtsradikalen, nazistischen Burschenschaften (solche habe ich seinerzeit auch kennengelernt und bin nicht traurig über diese Erfahrung) über sehr liberale, auch dem heutigen common sense sehr nahestehende Verbindungen, die politisch wirklich neutral sind, keinerlei rassische Diskriminierungen vornehmen. Die Streitigkeiten in der "Deutschen Burschenschaft" deswegen sind ja allgemein bekannt. Ich habe selbst seinerzeit - Mitte der 80er - aber zB auch eine fakultativ schlagende Burschenschaft persönlich kennengelernt, die seinerzeit schon Frauen als Vollmitglieder aufnahm, die sich dann auch "Burschen" nannten und sich auch so benahmen - sogar fochten, allerdings nur untereinander, weil die traditionellen "Waffenstudenten" niemals ihre Klingen gegen Frauen erheben würden. Dazu kann man stehen, wie man will, aber bemerkenswert ist es doch. Die Übersicht über dieses Milieu ist zudem erschwert dadurch, daß es sich aufgrund der Jahrzehntelangen Anfeindungen im Folge der 68er Jahre konsequent abzuschotten pflegt. Nur an alten Hochschulorten mit ungebrochener Tradition stehen auch die schlagenden Verbindungen immer noch mitten in der Gesellschaft, sind "transparent" für ihr Umfeld, sind voll integriert. In Erlangen beispielsweise stellen die Verbindungen traditionell ihre großartigen Villen für kommunale und karitative Veranstaltungen zur Verfügung zB auch als Wahllokale, beteiligen sich "offiziell" auch an solchen Veranstaltungen und Initiativen ausserhalb ihres Milieus.
Auch weniger bekannt ist, daß diese Verbindungen und ihre "Häuser" nicht selten auch (soziale) Orte recht offener Sexualität sind - in allen möglichen Richtungen, was von den "Alten Herren" entweder "garnicht erst ignoriert", schmunzelnd geduldet, gelegentlich sogar dezent gefördert wird. Homosexuelles Verhalten unter den zusammenlebenden Verbindungsstudenten ist nicht selten. Das corpsstudentische Milieu, das ich kennenlernte, war sogar einer der ersten der konservativen Milieus, das sich vor seine homosexuellen Mitglieder stellte nach dem Motto der Hells Angels: "My brother may be right or wrong - he will always be my brother!" - Freilich geschah und geschieht dies nicht auf der heute üblichen öffentlichkeitswirksamen, sondern meist sehr diskret unter Ausnutzung mitunter sehr weitreichender "Verbindungen" der "Alten Herren".
Abstrakt betrachtet sind diese Verbindungen vor allem auch Möglichkeiten, stabile und sehr solidarische soziale Beziehungen auch über mitunter mehrere Generationsgrenzen hinaus zu begründen und aufrecht zu erhalten - eine Art von Großfamilie, die in mancherlei Hinsicht vielleicht einen Ersatz bietet für den Zusammenbruch der eigentlichen generativen Familie. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, daß diese Verbindungen nach wie vor eine große Attraktivität auf Studenten ausstrahlen.
Ich verkenne nicht, daß dieses Milieu, wie Du ganz richtig schreibst, auch sehr restriktive, unerfreuliche Seiten hat und will keine Werbung dafür veranstalten. Ich glaube auch nicht, daß die ursprüngliche Funktion des Mensurfechtens zur Einhegung von Aggressionen heute noch so besteht, wie sie zu früheren Zeiten meiner Mutmaßung nach bestanden haben könnte.
Und ich wiederhole zum Beschluß: ich weiß nicht, was zu tun wäre, um heutezutage wieder zu einer "eingehegten" Aggression zu kommen - gesellschaftliche Instutionen kann man nicht par decrét de Mufti begründen, wie es manche fans des social engeneering meinen. Sie können nur organisch wachsen, und allenfalls diesen Wachstumsprozeß kann man, nach Art eines Gärtners, der einen heranwachsenden Baum pflegt, bewußt und zielgerichtet beeinflußen. Man kann aber nicht einen Baum in zwei, drei Jahren hervorwachsen lassen - höchstens einen Kunststoffbaum aufstellen und sagen: tun wir mal so, als sei er echt !
Damit aber erstmal genug der blumigen Methaphern !
Gruß
Möbius
"Soviele Themen - und sowenig Zeit !" Es mißhagt mir zudem, zu alles und jedem immer irrgendeinen kurzen Sermon absülzen zu wollen, nur um irgendetwas zu alles und jedem gesagt zu haben. Die Folge sind zusammengeknaubte, mißglückte Aphorismen (das soll kein Seitenhieb gegen blade sein, allenfalls gegen ganz andere!), die dem gegenseitigen Verständnis dann eher im Wege stehen - meiner Ansicht nach. Deswegen beschränke ich mich jetzt mal auf das Thema "Schlagende Verbindungen":
Zunächst muß ich betonen, daß dieses Milieu nicht einheitlich ist. Es reicht von ultra-rechten, ja rechtsradikalen, nazistischen Burschenschaften (solche habe ich seinerzeit auch kennengelernt und bin nicht traurig über diese Erfahrung) über sehr liberale, auch dem heutigen common sense sehr nahestehende Verbindungen, die politisch wirklich neutral sind, keinerlei rassische Diskriminierungen vornehmen. Die Streitigkeiten in der "Deutschen Burschenschaft" deswegen sind ja allgemein bekannt. Ich habe selbst seinerzeit - Mitte der 80er - aber zB auch eine fakultativ schlagende Burschenschaft persönlich kennengelernt, die seinerzeit schon Frauen als Vollmitglieder aufnahm, die sich dann auch "Burschen" nannten und sich auch so benahmen - sogar fochten, allerdings nur untereinander, weil die traditionellen "Waffenstudenten" niemals ihre Klingen gegen Frauen erheben würden. Dazu kann man stehen, wie man will, aber bemerkenswert ist es doch. Die Übersicht über dieses Milieu ist zudem erschwert dadurch, daß es sich aufgrund der Jahrzehntelangen Anfeindungen im Folge der 68er Jahre konsequent abzuschotten pflegt. Nur an alten Hochschulorten mit ungebrochener Tradition stehen auch die schlagenden Verbindungen immer noch mitten in der Gesellschaft, sind "transparent" für ihr Umfeld, sind voll integriert. In Erlangen beispielsweise stellen die Verbindungen traditionell ihre großartigen Villen für kommunale und karitative Veranstaltungen zur Verfügung zB auch als Wahllokale, beteiligen sich "offiziell" auch an solchen Veranstaltungen und Initiativen ausserhalb ihres Milieus.
Auch weniger bekannt ist, daß diese Verbindungen und ihre "Häuser" nicht selten auch (soziale) Orte recht offener Sexualität sind - in allen möglichen Richtungen, was von den "Alten Herren" entweder "garnicht erst ignoriert", schmunzelnd geduldet, gelegentlich sogar dezent gefördert wird. Homosexuelles Verhalten unter den zusammenlebenden Verbindungsstudenten ist nicht selten. Das corpsstudentische Milieu, das ich kennenlernte, war sogar einer der ersten der konservativen Milieus, das sich vor seine homosexuellen Mitglieder stellte nach dem Motto der Hells Angels: "My brother may be right or wrong - he will always be my brother!" - Freilich geschah und geschieht dies nicht auf der heute üblichen öffentlichkeitswirksamen, sondern meist sehr diskret unter Ausnutzung mitunter sehr weitreichender "Verbindungen" der "Alten Herren".
Abstrakt betrachtet sind diese Verbindungen vor allem auch Möglichkeiten, stabile und sehr solidarische soziale Beziehungen auch über mitunter mehrere Generationsgrenzen hinaus zu begründen und aufrecht zu erhalten - eine Art von Großfamilie, die in mancherlei Hinsicht vielleicht einen Ersatz bietet für den Zusammenbruch der eigentlichen generativen Familie. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, daß diese Verbindungen nach wie vor eine große Attraktivität auf Studenten ausstrahlen.
Ich verkenne nicht, daß dieses Milieu, wie Du ganz richtig schreibst, auch sehr restriktive, unerfreuliche Seiten hat und will keine Werbung dafür veranstalten. Ich glaube auch nicht, daß die ursprüngliche Funktion des Mensurfechtens zur Einhegung von Aggressionen heute noch so besteht, wie sie zu früheren Zeiten meiner Mutmaßung nach bestanden haben könnte.
Und ich wiederhole zum Beschluß: ich weiß nicht, was zu tun wäre, um heutezutage wieder zu einer "eingehegten" Aggression zu kommen - gesellschaftliche Instutionen kann man nicht par decrét de Mufti begründen, wie es manche fans des social engeneering meinen. Sie können nur organisch wachsen, und allenfalls diesen Wachstumsprozeß kann man, nach Art eines Gärtners, der einen heranwachsenden Baum pflegt, bewußt und zielgerichtet beeinflußen. Man kann aber nicht einen Baum in zwei, drei Jahren hervorwachsen lassen - höchstens einen Kunststoffbaum aufstellen und sagen: tun wir mal so, als sei er echt !
Damit aber erstmal genug der blumigen Methaphern !
Gruß
Möbius
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Broken Wing
Thread-EröffnerIn - [nicht mehr wegzudenken]
![[nicht mehr wegzudenken] [nicht mehr wegzudenken]](./images/ranks/rank_phpbb_5.gif)
, 40 - Beiträge: 2978
Ich hatte mich aus der Diskussion zurückgezogen, weil ich nicht die Energie hatte, den Thread zu lenken. Aber nur zur Klarstellung: Dass ich mit den heutigen Verhältnissen unzufrieden bin bedeutet keineswegs, dass ich mir die alten Verhältnisse herwünsche.
Zu den schlagenden Verbindungen: Mal nachdenken, bei welchen Verbindungen die sehr beliebt sind. Tipp: Naturwissenschafter fallen da nicht drunter.
Zu den schlagenden Verbindungen: Mal nachdenken, bei welchen Verbindungen die sehr beliebt sind. Tipp: Naturwissenschafter fallen da nicht drunter.
Beginne den Tag mit einem Lächeln, dann hast du es hinter dir. [Nico Semsrott]
@ Broken Wing
1) "habent sua fata libelli!"
2) Soweit ich es noch mitbekommen habe, sind die schlagenden Verbindungen heute zumeist auf die Ingenieur- und Staatswissenschaften (Jura, BWL/VWL) konzentriert, dann kommen noch einige Mediziner und ein paar Nischen wie die bergmännischen Hochschulen in Leoben und Clausthal-Zellerfeld ... aber mein Kontakt zu diesem Milieu ging schon vor über 15 Jahren verloren. Unter "Ledersprung Leoben" kann man sich ganz leicht im net mal anschauen, wie eine volle Integration der Verbindungen in die Universität aussehen kann: an der Berguniversität Leoben findet eine feierliche Aufnahme der Erstsemester statt, eben der "Ledersprung", bei der die Erstsemester nach einem feierlichen Schwur über ein traditionelles "Arschleder" der Bergleute hüpfen und danach ein Bier austrinken. An dieser Feier, die von den Verbindungen maßgeblich mitgestaltet wird, nimmt die gesamte Universität statt, der Rektor übernimmt die Leitung der Feier, die "conference".
1) "habent sua fata libelli!"
2) Soweit ich es noch mitbekommen habe, sind die schlagenden Verbindungen heute zumeist auf die Ingenieur- und Staatswissenschaften (Jura, BWL/VWL) konzentriert, dann kommen noch einige Mediziner und ein paar Nischen wie die bergmännischen Hochschulen in Leoben und Clausthal-Zellerfeld ... aber mein Kontakt zu diesem Milieu ging schon vor über 15 Jahren verloren. Unter "Ledersprung Leoben" kann man sich ganz leicht im net mal anschauen, wie eine volle Integration der Verbindungen in die Universität aussehen kann: an der Berguniversität Leoben findet eine feierliche Aufnahme der Erstsemester statt, eben der "Ledersprung", bei der die Erstsemester nach einem feierlichen Schwur über ein traditionelles "Arschleder" der Bergleute hüpfen und danach ein Bier austrinken. An dieser Feier, die von den Verbindungen maßgeblich mitgestaltet wird, nimmt die gesamte Universität statt, der Rektor übernimmt die Leitung der Feier, die "conference".
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