Erfahrung mit einem Psychopathen

Nicht jedem fällt es leicht, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, "einfach" mal jemanden kennenzulernen oder sich in Gruppen selbstsicher zu verhalten. Hier können Sie Erfahrungen dazu (sowie auch allgemein zum Thema "Selbstsicherheit") austauschen.
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Anna Lüttisch
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Beitrag Mo., 18.07.2011, 15:10

War dein Ex-Mann vor eurer Ehe anders?
Ja.22 Monate lang.Am Tag nach der Hochzeit hatte ich einen "Fremden" am Fruehstueckstisch sitzen.

Anfangs ist ihm manchmal "die Hand ausgerutscht" und ich bloede Kuh hab ihm verziehen.Die Abstaende wurden kuerzer und die Verletzungen immer schwerer.

Fuer mich persoenlich war es am schwierigsten,gegen diese Spirale der Todesangst und totaler Selbstaufgabe anzukaempfen.Ich denke,deshalb hab ich auch so lange gebraucht bis ich gegangen bin.
Lieber den Keller voller Ratten,als die Verwandschaft auf dem Sofa!

Arschlöcher leben im Gefängnis ihrer eigenen Gedanken. Es gibt wirklich keinen Grund, sie auch noch in meinen leben zu lassen.

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Thread-EröffnerIn
Elenie
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Beitrag Di., 19.07.2011, 17:04

@Anna Lüttisch:

hat dein Mann dir gegenüber denn Gefühle gezeigt und offenbart? Hat er dir gesagt, dass er dich liebt? Ich stelle mir das bei einem Psychopathen schwierig vor, da er ja eigentlich keine Gefühle hat.
Hast du denn dann das Gefühl gehabt, dass das alles Show ist, was er an Gefühlen äussert/zeigt? oder waren sie auch mal echt?

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Anna Lüttisch
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Beiträge: 92

Beitrag Di., 19.07.2011, 19:28

Anfangs hab ich sie ja fuer echt gehalten,sonst haette ich ihn ja nicht geheiratet.Er war halt ein guter Manipulierer.

Bloss was dann sein spaeteres Verhalten betraf,da konnte nichts an Gefuehlen vorhanden sein!
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lunaris
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Beitrag Fr., 22.07.2011, 21:14

Hallo,
seit 2 Jahren durchkämme ich das Internet, ständig google ich, um immer wieder Neues zu erfahren..ich bin ein Opfer eines Psychopathen, so wie hier schon jemand beschrieben wurde. Habe sehr viel gefunden, das alles zutrifft auf meinen exfreund, der leider einer der höchst "angesehendsten Berufe" hat.. Ist bedeutsam, da man solchen eher glaubt als mir z. B. Ich habe naiv, fürsorglich und allesgebend ihm vertraut, bin zu ihm gezogen (weit weg). Viele Monate vorher hatte ich den Eindruck, kein Blatt passe zwischen uns, es gab einfach keinerlei Dissonanz in unserer Beziehung,meinte ihn schon seit Jahrzehnten zu kennen..
Ich habe dann wirklich Alles erlebt mit ihm, was ein Psychopath an emotionalem Schaden anrichten kann (keine gravierende körperl. Gewalt). Das Wichtigste war die Erkenntnis, es mit einem menschlichen Schmarotzer zu tun zu haben, der vor gar nichts Angst hat und vor allen Dingen auch gedeckt wird von Helfershelfern. Er hat eine dermaßen starke Wandlungsgabe, dass Andere geblendet werden. Für mich steht jetzt noch eine Traumatherapie an. Er selber hat ein neues Opfer gefunden. Er verlangte, dass ich mich seiner Willkür unterwerfe, er hat es geschafft, mich in der Gegend mies zu machen. Es war alles ein Spiel für ihn. Ich kann nicht sagen, dass er gar nicht unter seiner Störung litt, aber die Opfer leiden hundertmal mehr! Man kann ihm schlecht beikommen, weil er sehr intelligent ist.

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Ratlosigkeit
[nicht mehr wegzudenken]
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Beitrag Sa., 23.07.2011, 09:10

Oh ja! Erfahrung mit einem Psychopathen hab ich leider. Die ist so schlimm, dass ich eigentlich nicht darüber reden kann. Ich stieß auf ihn, als ich mich nach 2 gescheiterten Beziehungen zaghaft wieder aus einer längeren Phase des Alleinseins hervortraute. Und dann passierte mir das. Er war sehr intelligent und charismatisch. Ich habe mich emotional auf ihn eigelassen, obwohl ich von verschiedensten Seiten gewarnt worden war. Ich bin fast verrückt geworden, bei dem Versuch, zu verstehen, wie er tickt - es ist nicht zu verstehen. Erst als mir jemand erzählte, wie er über mich sprach, wenn ich nicht dabei war, konnte ich mich frei machen - die Demütigung war dann doch zu groß. War aber auch nicht leicht, ich bin abgetaucht, habe überall herumerzählt, ich würde in eine andere Stadt ziehen, habe den Kontakt zu allen abgebrochen, die uns gemeinsam kannten. Monatelang kamen dann noch Anrufe mit wilden Beschimpfungen, die dann so richtig seine Gestörtheit zeigten, weil alles völlig aus der Luft gegriffen war. Ich habe einige Zeit gebraucht, um wieder sicher zu sein, dass ich normal bin und er der Psychopath. Inzwischen habe die die Episode verdrängt.
Langfristig hat es mir die Lust an neuen Bekanntschaften gründlich verdorben. Ich bin extrem misstrauisch geworden, sowohl was das Verhalten anderer mir gegenüber, als auch was meine eigenen Gefühle und meine Menschenkenntnis betrifft.
Alles ist gut, wenn es aus Schokolade ist.

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nonStop
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Beitrag Mo., 25.07.2011, 21:30

Auch ich hatte schon unschöne erfahrungen mit psychophaten gemacht. Diese menschen sind unfähig empathie zu empfinden, sie wollen und suchen immer nur ihren vorteil, andere menschen sind dazu da ihnen bedingungslos zu geben was sie dringend brauchen um zu leben. Wenn sie es nicht bekommen geht der terror ungeniert los. Sie beissen sich fest, können nicht verstehen, daß andere mensche ohne grossen aufwand bekommen was sie so sehr brauchen. ANSEHEN---
Psychopaten sind unberechenbar und alles andere als sozial.
Ich möchte mich nie wieder mit einen beschäftigen müssen,werde mich auf meine menschenkenntniss verlassen und hoffen solchen menschen qus den weg gehen zu können. Mir tun diese menschen einfach nur noch leid..

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Sylphe11
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Beitrag Di., 02.08.2011, 14:32

Als Neuling hier habe ich mich mit persönlichem Interesse hier durchgeschmökert....liebe Anna, bitte fühl dich ganz dick geknuddelt...dein Leidensweg klingt wie der meiner Mutter und mir. Mein biologischer Erzeuger war so ein Psychopath aus dem Bilderbuch, bis zu seinem Tod haben wir uns versteckt und wurden trotzdem immer wieder gefunden...

Aber neben dieser extremsten Form gibt es doch auch Grautöne, oder? Also Menschen, die aufgrund angeborener Defekte oder früher Traumata vermindert bis gar keine Empathie verspüren, die sich auch nicht klassisch "verlieben" können etc...Und eventuell sogar unter dieser Unfähigkeit leiden?

Wie ich in meinem Einstiegsthread hier beschrieben habe, hatte ich bis vor kurzen eine Bekanntschaft mit einem Mann, in den in Hals über KOpf verliebt war. Nach einer einzelnen Unstimmigkeit (mir ist aufgrund seiner ständigen subtilen Demütigungen der Kragen geplatzt) machte er ohne mit der Wimper zu zucken per Email Schluß. Da mir das Ganze noch schwer im Magen lag, konnte ich ihn nach einer Abkühlungsphase mit einer sorgfältigen Email dazu bewegen, sich noch irgendwie zu seinen Beweggründen zu äußern. Heute schrieb er mir u.a., dass ich einen Partner bräuchte, der mich verstehen und fühlen kann, wie es mir geht. Diese Fähigkeit fehle ihm...

Als Psychopathen würde ich ihn jetzt nicht bezeichnen, aber einige Punkte treffen zu:

Sadistische Züge, die bereits seit früher Kindheit bestehen (ererzählte mir einmal stolz, wie er seine jüngere Schwester wiederholt in einen Schraubstock geklemmt habe, bis ihre Mutter sie fand)
VOn ihm eingestandene fehlende Empathie
Offensichtlich keine Fähigkeit zu tieferen Gefühlen (das flaue Gefühl hatte ich bei ihm schon länger).
Insgeheime BDSM-Neigung, die ich nicht teilen konnte.

Eine Graustufe eines Psychopathen? Denn im Vergleich zu Annas Exmann oder meinem Erzeuger sicher ein "kleiner Fisch"... ?

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Sylphe11
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Beitrag Di., 02.08.2011, 14:51

Ratlosigkeit hat geschrieben:. Er war sehr intelligent und charismatisch. Ich habe mich emotional auf ihn eigelassen, obwohl ich von verschiedensten Seiten gewarnt worden war. Ich bin fast verrückt geworden, bei dem Versuch, zu verstehen, wie er tickt - es ist nicht zu verstehen. Erst als mir jemand erzählte, wie er über mich sprach, wenn ich nicht dabei war, konnte ich mich frei machen - die Demütigung war dann doch zu groß.
Ich habe einige Zeit gebraucht, um wieder sicher zu sein, dass ich normal bin und er der Psychopath. Inzwischen habe die die Episode verdrängt.
Langfristig hat es mir die Lust an neuen Bekanntschaften gründlich verdorben. Ich bin extrem misstrauisch geworden, sowohl was das Verhalten anderer mir gegenüber, als auch was meine eigenen Gefühle und meine Menschenkenntnis betrifft.
Liebe Ratlosigkeit,

Ich kann dein Misstrauen nur zu gut verstehen! Diese Menschen schaffen es ziemlich gut, den anderen glauben zu lassen, dass er derjenige sei, der die Fehler mache bzw. emotional unzulänglich sei. Wir vertrauen am Ende unserer Menschenkenntnis nicht mehr, weil uns der Psychopath von Grunde auf getäuscht hat. Aber sei dir sicher, derjenige, der aus den RAhmen fällt, ist dein Ex, und deine Antennen wurden professionell getäuscht. Es lag nicht an dir!!! Solche Menschen fallen leider durch unser Radar der Menschenkenntnis durch, eben weil sie jenseits unserer Norm agieren und "fühlen".


vivess
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Beitrag Mo., 24.09.2012, 07:43

Hallo, wenn sich hier nochmal jemand einfindet...brauche nötig Rat.
Ich muss mit einem ausgeprägt narzisstisch veranlagten Psychopathen nun seit über 17 Jahren zusammen leben und auch in Zukunft, wegen der Kinder. Sie würden ihn (mit gr. Haus und Garten) nie verlassen, da sie seine Spielchen nicht durchschauen können; es gibt keinen für sie ersichtlichen Grund. Sie sind zw. 12 und 16 Jahre alt. Wie er mich zuletzt mit Fäusten geprügelt hatte, habe ich ihm nahe gelegt, dass er mal für eine Weile geht.; das kommt für ihn aber überhaupt nicht in Frage.
Mein Haus, meine Frau, mein Auto, meine Kinder....ohne all das, würde seine Seifenblase vllt. platzen??!

Zurück lassen kann ich die Kinder auch nicht; das lässt mein Verantwortungsgefühl nicht zu. Sie sind ja die nächsten Opfer. Ich weiss, sind sie ja eh auch schon, aber ich, als Erwachsener kann doch einiges puffern. Ich weiss nur nicht, wie lange ich noch durchstehe. Mein Nervenkostüm lässt allmählich stark Federn.
Freue mich über jede ermutigende Antwort; vor allem ein Tipp dahingehen, wie man ihn ev. doch zum Aufgeben bringen könnte ??!

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Mirielle
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Beitrag Mo., 24.09.2012, 17:57

Liebe Vivess,

Ich habe zwar glücklicherweise keine persönlichen Erfahrungen mit so einer Situation und kann daher nur ungefähr nachempfinden wie du dich fühlen musst (und das reicht mir schon ...).

Was ich dir sagen kann ist aber folgendes (heißt jetzt nicht, dass du das tun musst, es sind nur Möglichkeiten und Überlegungen bzw. Denkanstöße):

-Er tut dir Gewalt an. Du hast also Anspruch darauf, dass er das Haus zu deiner Sicherheit und der deiner Kinder verlassen muss, so will es das Gewaltschutzgesetz. Du kannst dann auch eine einstweilige Verfügung beantragen. Eine Beratungsstelle und/oder ein Anwalt können dir hierbei helfen. Da die Kinder minderjährig sind, ist es Aufgabe des Jugendamtes über ihre bestmögliche Unterbringung zu Entscheiden und das wird bei dir sein aller Wahrscheinlichkeit nach (das hat mit dem Sorgerecht nichts zu tun, es geht erstmal um das Aufenthaltsbestimmungsrecht). Genaueres dazu kann dir ebenfalls eine Beratungsstelle für Gewaltschutz sagen.

-Du könntest (auch mit Kindern, zumindest das jüngere) auch in ein Frauenhaus gehen. Dort gibt es Beratung, Zeit zum Verschnaufen und die Möglichkeit ohne die Bedrohung im Nacken nach Lösungen zu suchen. (siehe erster Punkt)

Das war mal der rechtliche Teil grob umrissen.

Und weiters:

-Wieso glaubst du, die Kinder würden ihn "nie verlassen"? Wissen sie, dass er dich schlägt? Was gibst du denn für ein Vorblid ab wenn du dich um des lieben Frieden willens prügeln lässt und dich nicht wehrst?

-Hast du sonst jemanden ins Vertrauen gezogen, jemand, der dich unterstützen könnte?

-Inwiefern glaubst du könne man ihn "zum aufgeben" bewegen? Es gibt doch keinen Grund für ihn was zu ändern da du ja keine Probleme machst und von seiner Warte aus eh alles nach seinen Wünschen läuft. Und wenn er tatsächlich psychopathisch ist so wird das wohl nicht so einfach sein...

-Kannst du dir allen ernstes vorstellen dein Leben so wie es jetzt ist weiterzuführen? Was, wenn er dich massiver schlägt, es schlimmer wird? Die Illusion auf Besserung sei dir hiermit genommen, das kommt vielleicht in 1% der bekannten Fälle vor (wenn überhaupt) und ist daher auszuschließen...

Hoffe ich konnte dir weiterhelfen.
Wünsch dir auf alle Fälle alles Gute!!!
Miri
*~~*~~*~~*~~*~~*~~*~~*~~*~~*

"Die größte Macht hat wohl das richtige Wort zur richtigen Zeit..."
Mark Twain

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ShadowOfTheVoid
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Beitrag So., 06.04.2014, 19:06

Anna Lüttisch hat geschrieben:
Eremit hat geschrieben: Mann KANN das emotional, als Nicht-Psychopath, NICHT IM GERINGSTEN verstehen, jeder Versuch ist zwecklos.
Man kann sich als "normaler" Mensch gar nicht vorstellen,dass ein anderer Mensch ueberhaupt so handeln kann!
Ich krame ja so gerne alte Threads raus, vor allem solche die mich brennend interessieren.

Doch man könnte es probieren, es wäre interessant zu wissen was passiert wenn ein Normaler Mensch psychopathisch handelt und fühlt.
Ob schon die Handlungen ausreichen um den Verstand zu entzweien oder erst durch die Gedanken und Bewerten der Handlungen der sog. Klippensturz eintritt.

Ihr könnt es euch aber wie folgt vorstellen:
Eure schlimmsten Alpträume sind meine täglichen Gedanken.
Wenn man als Klasse 1 Psychopath nichts von seinen Taten hat, oder gerade keine Puppe zum spielen, dürfte es sich ähnlich anfühlen wie bei euch elendige Langeweile.
Langeweile bei der man auf dem Sofa sitz und einfach 2 Stunden die Wand anschaut ohne sich zu bewegen. Diese Art Leere.

Achja und natürlich fühlen wir etwas.
Die Wirkung des Adrenalin.
Das Kribbeln wenn man seinem Ziel etwas näher ist, oder etwas erreicht hat.
Und natürlich Spaß :D

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