Selbstsüchtige Eltern

Alle Themen, die in keines der Partnerschafts-Foren passen, bei denen es aber in weitestem Sinne um Beziehungen, soziale Kontakte usw. geht, Adoption, Pflege usw.
Benutzeravatar

Nico
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 62
Beiträge: 12170

Beitrag So., 06.12.2015, 13:11

Nein mia, hab münchnerkindl und Broken gemeint.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

Werbung

Benutzeravatar

münchnerkindl
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 38
Beiträge: 9898

Beitrag So., 06.12.2015, 13:11

Nico hat geschrieben: Du verallgemeinerst aber gewaltig.

Ich sage nicht, dass das bei allen Eltern so ist. Aber es ist eine Tatsache, dass Kinder haben heutzutage eine Lifestyle Entscheidung ist, wo das Kind eben auch emotionale Bedürfnisse der Eltern bedienen soll, so wie auch andere Produkte und Aktivitäten, die man sich in sein Leben holt.

Das war nunmal vor 100 Jahren, als viele Kinder bekommen in einer Beziehung nicht optional war, als von diesen Kindern immer auch einige nicht bis ins Erwachsenealter überlebt haben und wo Kinder als Altersversorgung notwendig waren ganz anders.

Benutzeravatar

Möbius
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
anderes/other, 53
Beiträge: 1397

Beitrag So., 06.12.2015, 13:13

2 Buchempfehlungen zum Thema:

Egle; Hoffmann, Joraschky (Hrsg): Sexueller Mißbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung.- Stuttgart, Schattauer 1999

Eine Anthologie mit rund 2 Dutzend Beiträge unterschiedlichster Disziplinen, enthält auch etliche referierte Statistik

Mathias Hirsch: Trauma.- Giessen, Psychosozial-Verlag, 2011, 138 S.

Eine knackige Einführung in die psychoanalytische Traumatologie, wohlfeil für ca. 10 € verlegt, topaktuell, von einem psychiatrischen Psychotherapeuten mit einschlägiger Praxis. Achtung: Hirsch ist "Freudianer", rekuriert - wie ich auch bei meiner Selbstanalyse - auf S. Freud und die ersten Generationen. Deswegen ist Hirsch für mich sehr gut les- und verstehbar. Wer aus diesem oder jenem Grunde "Befindlichkeiten" gegenüber der (klassischen) Psychoanalyse hat, dem kann ich dieses nette Büchlein leider nicht guten Gewissens empfehlen.

Benutzeravatar

Mia Wallace
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 41
Beiträge: 1288

Beitrag So., 06.12.2015, 13:15

Nico hat geschrieben:@ mia
Also für mich bedeutet enotionale Verstrickung in diesem Zusammenhang zB dass ich mit meinem Sohn mitzittere, mitleide und mich mit ihm mitfreue, was soll daran schlecht und verwerflich sein ?

Daran ist zunächst mal nichts schlecht oder verwerflich.
was Du beschreibst ist auch keine bzw nicht per se eine Verstrickung.

Lies doch am besten mal selbst die Bedeutung des Begriffs "Verstrickung" nach- ich kann es nicht besser erklären.

(Oder vielleicht eilt mir hier ja der eloquente und belesene Herr Möbius zu Hilfe? )

Werbung

Benutzeravatar

Nico
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 62
Beiträge: 12170

Beitrag So., 06.12.2015, 13:30

Ok also nachdem was ich bisher gefunden habe scheint das tatsächlich ausnahnslos negativ besetzt zu sein.
Dessen war ich mir nicht bewusst und ich verstehe es ehrlich gesagt auch nicht.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Broken Wing
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 40
Beiträge: 2978

Beitrag So., 06.12.2015, 13:31

@ Nico: Dass alle Kinderlosen wissen, was sich gehört, bezweifle ich. Sie haben aber auf jeden Fall die bessere Entscheidung getroffen, indem sie nicht für einen anderen gehandelt haben.
Das Kind kann nun einmal nicht gefragt werden, ob es leben möchte. Im Zweifel hat man nicht davon auszugehen, dass der andere etwas wollen würde. Selbst eine Schenkung ist ohne Zustimmung des Empfängers ungültig.

Vom glücklichen Kind würde ich nicht automatisch ausgehen. Viele Kinder und Jugendliche verheimlichen ihr Leiden vor den Eltern.
Beginne den Tag mit einem Lächeln, dann hast du es hinter dir. [Nico Semsrott]

Benutzeravatar

Nico
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 62
Beiträge: 12170

Beitrag So., 06.12.2015, 13:38

@ Broken
Nun das Kind kann sehr wohl gefragt werden, allerdings erst ab einem gewissen Alter.
Du behauptest also, dass eine überwiegende Mehrheit der Menschen lieber nicht geboren worden wäre ?
Dem kann ich mich nicht anschließen.
Und ausserdem hinkt deine Argumentation ja gewaltig denn Kinder die verhütet bzw. abgetrieben wurden, können ja ebenfalls nicht gefragt werden oder ?
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

Benutzeravatar

münchnerkindl
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 38
Beiträge: 9898

Beitrag So., 06.12.2015, 13:42

Nico hat geschrieben:Ok also nachdem was ich bisher gefunden habe scheint das tatsächlich ausnahnslos negativ besetzt zu sein.
Dessen war ich mir nicht bewusst und ich verstehe es ehrlich gesagt auch nicht.


Verstrickung wird immer erst dann zum ernsten Problem, wenn das Verstrickungsobjekt die Erwartungen des Verstrickten nicht mehr erfüllt. Bevor es dazu kommt kann sich das für den Verstrickten durchaus schön anfühlen, so lange das Verstrickungsobjekt (Kind) mit der Art der verstrickten emotionalen Erwartungen nicht geschädigt wird finde ich das auch noch nicht bedenklich.

Jede Art von engen sozialen Beziehungen geht mit einem gewissen Mass an Verstricktheit einher. Es gibt aber einen Punkt, wo es anfängt absolut ungesund für den schwächeren Part zu werden, und das ist dann der Fall, wenn der Verstrickte zum emotionalen Parasiten wird, der das Verstrickungsobjekt für den eigenen emotionalen Profit schädigt. Das tun Eltern meiner Meinung nach nicht so wirklich selten.
Zuletzt geändert von münchnerkindl am So., 06.12.2015, 13:45, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar

münchnerkindl
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 38
Beiträge: 9898

Beitrag So., 06.12.2015, 13:44

Broken Wing hat geschrieben: Vom glücklichen Kind würde ich nicht automatisch ausgehen. Viele Kinder und Jugendliche verheimlichen ihr Leiden vor den Eltern.

Das kann aber auch andere Gründe haben als die Eltern. Eltern können Kinder heutzutage nicht davor beschützen, dass sie zum grösseren Teil nicht mehr in "artgerechter Haltung" gross werden dürfen, weil die Gesellschaftlichen Bedingungen das nicht mehr hergeben.

Benutzeravatar

Nico
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 62
Beiträge: 12170

Beitrag So., 06.12.2015, 13:51

Eh klar, allzuviel ist ungesund, wie bei allem.
Aber deshalb solange gleich einen Strick daraus zu drehen nur weil sie sich mit ihren Kindern enotional verstrickt fühlt....

Es amüsiert mich schon ein bissl, dass sich einige Userinnen berufen fühlen den Gemütszustand meines Sohnes besser beurteilen zu können als ich.

Würdet ihr ihn kennen, würdet ihr nicht zweifeln.
Er ist ein absoluter Genießer und recht hat er!
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

Benutzeravatar

münchnerkindl
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 38
Beiträge: 9898

Beitrag So., 06.12.2015, 14:09

Nico hat geschrieben:Eh klar, allzuviel ist ungesund, wie bei allem.
Aber deshalb solange gleich einen Strick daraus zu drehen nur weil sie sich mit ihren Kindern enotional verstrickt fühlt....!

Wie gesagt, der Übergang wo das noch für das Kind ein gesundes Beziehungsangebot ist, wo es anfängt, dass das Kind verbogen werden soll um Bedürfnisse der Fürsorgegeber zu befriedigen, und wo es dann so richtig destruktiv wird ist fliessend.

Nicht jede emotionale Verstrickung wird destruktiv, aber jede emotionale Verstrickung hat, bei entsprechender Bedürftigkeit des Fürsrogegebers, das Potential dazu. Wenn du zu den wenig bedürftigen Fürsorgegebern gehörst, dann hat dein Kind Glück gehabt.

Benutzeravatar

Nico
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 62
Beiträge: 12170

Beitrag So., 06.12.2015, 14:45

Keine Ahnung münchnerkindl aber jedenfalls funktioniert es zwischen uns sehr gut, wir mögen und respektieren uns und haben ein sehr entspanntes Verhältnis zueinander.

Wenn ich mir die Jung - Eltern in meinem Umfeld so ansehe, dann überwiegen jene die vor lauter Angst etwas falsch zu machen, gar nicht mehr wissen was sie aufführen sollen.
Die machen sich eher selbst zur Geissel des Kindes als umgekehrt, wobei natürlich klar ist, dass auch das ein völlig ungesundes Verhältnis ist.
Das beruht aber nicht auf Bösartigkeit sondern auf völlige Überforderung und Hilflosigkeit.
Das Ergebnis dürfte aber für das Kind ebenso fatal sein.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
Broken Wing
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 40
Beiträge: 2978

Beitrag So., 06.12.2015, 15:09

Zur elterlichen Fürsorge gehören auch folgende Überlegungen: Könnte man seinem Kind potenziell eine Vergewaltigung und andere Nettigkeiten zumuten, die oft nicht im eigenen Einflussbereich liegen?
Nichts gegen Selbstsucht, aber wenn man diese Dinge ignorierend ja sagt, weil das Kind zB Freude an einem Eis haben könnte, wird die Selbstsucht verwerflich.
Beginne den Tag mit einem Lächeln, dann hast du es hinter dir. [Nico Semsrott]

Benutzeravatar

Nico
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 62
Beiträge: 12170

Beitrag So., 06.12.2015, 15:23

Es ist teilweise schon sehr abenteuerlich welche verqueren Gedankengänge du bemühst um deine Theorie zu stützen.
Wenn es nach dir ginge wäre die Menschheit schon nach 10 min ihres bestehens ausgestorben weil eine Fortpflanzung aufgrund der Säbelzahntigergefahr abzulehnen war.

Wenn es dir mit all deiner Schwarzmalerei und Destruktivität wenigstens gut gehen würde!
Tut es aber wohl trotzdem nicht.
Vielleicht solltest du mehr aus deinen 4 Wänden raus und die Augen aufmachen, dann würdest du auch sehen, dass es sehr viele zufriedene, glückliche junge Menschen gibt.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

Benutzeravatar

Nico
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
männlich/male, 62
Beiträge: 12170

Beitrag So., 06.12.2015, 15:37

Broken als was siehst du eigentlich deine Meinung die du hier vertrittst und mit der du generell alle Eltern in eine Schublade steckst ?
Wird ja wohl nicht ein rein selbstsüchtiger Versuch sein deine Lebens- und Denkensweise zu legitimieren ?
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

Werbung

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag