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tinelinchen
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Post Sat, 24.Jul.04, 21:13      Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

Hallo,

mein freund ist letzte Woche nach einer psychose in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden. Er war total verwirrt, ist halbnackt rumgelaufen, hat sich verfolgt gefühlt und dachte, er würde beobachtet etc. Bevor es zu dem Ausbruch kam ging es ihm schon einige Wochen ziemlich schlecht bzw. dachte er es ginge ihm gut, aber im endeffekt hat er gar nix mehr auf die reihe gekriegt. Er nimmt schon seit 4 Jahren Drogen, v.a. Cannabis und zeitweise auch Kokain.

Nun ist er wie gesagt in der Klinik und ist aber immer noch der meinung, er sei gesund und wir anderen wären schuld daran, dass er in die klinik musste (wir hätten das so eingefädelt) und er nun seiner freiheit beraubt wäre. Man kann natürlich nicht mit ihm diskutieren oder sonstwie "vernünftig" argumentieren.

Ich würde ihm so gerne helfen, aber er ist meistens aggessiv zu mir und schreit rum, dass ich ja an allem schuld sei und er sich umbringen wolle.
Ich weiss nicht, wie es weitergehen soll/kann...

Gibt es hier vielleicht jemanden der das ganze in der gleichen KOnstellation (als freundin) durchgemacht hat? Meine Familie und Freunde sagen, ich solle mich besser trennen, da ich auch total fertig wäre dadurch und das es keine Perspektive gäbe....

Was meint ihr?

Freue mich über alle Antworten.....
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Mira 81
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Post Sun, 25.Jul.04, 8:06      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

Hallo...
darfst Du Deinen Freund in der Klinik besuchen ??
Hab mal ein halbes Jahr in einer Psychiatrie ( Alkoholentgiftung, etc.) gearbeitet, dort habe ich u. a. auch Menschen mit Drogeninduzierten Psychosen kennengelernt..... Je nach dem wie ausgeprägt so eine Psychose ist, kann es sein, das Dein Freund im Moment gar nicht in der Lage ist, seinen Zustand als Krankeiheit, b.z.w unnormal zu empfinden.

Viel kann ich Dir nicht dazu sagen, aber vielleicht ( deswegen fragte ich auch nach dem Besuchen... lässt Du ihn da erstmal zu sich finden.....
und besuchst ihn nicht !!

In der Klinik wo ich mal gearbeitet habe, wurden die Pat. erstmal geschlossen untergebracht und kamen dann auf eine offenen Station....
um sich in das normale Leben wieder einfinden zu können.... solche Psychosen müssten dann auch Medikamentös behandelt werden.... glaub ich zumindestens...
Vielleicht machst Du Dich mal übers Netz schlau und informierst Dich über das Krankheitsbild....
Ist Dein Freund denn einsichtig, dass er ein Drogenproblem hat ??
Hoffe ihm kann geholfen werden.
LG., Mira

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tinelinchen
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Post Sun, 25.Jul.04, 12:24      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

Hallo,

ja, ich kann ihn theoretisch schon besuchen, aber es ist immer so ein hin- und her. Er ruft mich oft an, aber sagt, dass ich nicht kommen solle, da er mich zu sehr vermissen würde, wenn ich wieder ginge...... dann aber sagt er, ich solle kommen, er würde es nicht aushalten ohne mich etc.
Ich denke halt manchmal, auch wenn er es noch nicht eingesehen hat, weshalb er in der Klinik ist, vielleicht kann ich ihm trotzdem unterbewusst zeigen, dass ich ihn liebe und zu ihm stehe... Ich weiss nicht. Was meinst Du?
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Post Sun, 25.Jul.04, 15:24      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

Hi,

also, ich denke, das wenn Du Dich entschlossen hast ihm beizustehen, kannst Du Ihm das auch zeigen in dem Du ihm Briefe schreibst oder anrufst... und besuchen würd ich ihn auch, vielleicht 1 mal in der Woche oder so.... denn Du mußt sicherlich ja auch erstmal einiges verarbeiten und genau so kannst Du ihm das dann ja auch erklären...

Jedenfalls find ich es gut, das Du zu Ihm stehst.... ist ja nicht gerade leicht..
Vielleicht hilft es Dir ja auch wenn Du in der Psychiatrie mit Ärzten sprichst. Es gibt doch da bestimmt Angehörigensprechstunden.
Allgemeini Info´s findest Du auf den folgenden Seiten....

http://www.fetz.org/krise.htm http://home.arcor.de/rs1403/psychose.html http://www.unicom.unizh.ch/unimagazin/archiv/3-98/schizo.html
Ich glaube es ist wichtig, das man sich mit dem Krankheitsbild auseinandersetzt um richtig handeln zu können....
Hab gesehen, das es auch Foren speziell für dieses Thema gibt....
Einfach in die Suchmaschine ( GOOGLE ) Drogeninduzierte Psychose eingeben...
Hoffe ich konnte Dir ein bisschen helfen....
Grüsse, Mira

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tinelinchen
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Post Sun, 25.Jul.04, 21:23      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

Hallo Mira,

ja danke, deine antworten haben mir auf jeden Fall geholfen. Ich möchte ihm schon beistehen, aber es ist eben schwierig, da er immer noch "seine" version der verschwörung usw. glaubt und denkt, er wäre zu unrecht in der klinik. Er fragt auch jeden Tag, ob er raus darf und wird dann immer depressiv wenn die Ärzte sagen, dass das nicht ginge.
Danke auch für die Links, da hab ich gleich mal geschaut. Es ist eben so schwer, weil man nicht weiss, wie lange es dauern kann und wie es zu ner Einsicht kommen kann. Hast Du da vielleicht erfahrungen, wodurch und wann patienten schliesslich aus dem psychotischen zustand rauskommen?

Liebe Grüsse
Tine
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Post Sun, 25.Jul.04, 22:42      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

Hallo tinelinchen,

vielleicht noch einen tip...

gib mal bei google den begriff "co-abhängigkeit" ein und setze dich mit dem thema mal auseinander.

der partner eines drogenabhängigen menschen muss besonders gut auf seine eigenen bedürfnisse achten, sonst rutscht er eventuell in ein helfersyndrom ab, was weder dem einen, noch dem anderen in der beziehung etwas nutzt.

du könntest dich auch mal in einer drogenberatungsstelle erkundigen, die auch für die menschen da sind, deren partner drogenabhängig sind.

du solltest dir kompetente hilfe bei einem suchttherapeuten holen, der dich aufklären kann, der viel besser was zu der situation sagen kann, in der du dich befindest.

denke daran, dass auch du an dich denken musst und auch hilfe in anspruch nehmen kannst, da du direkt betroffen bist, wenn auch nicht konsumierst.

LG
Sani
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Mira 81
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Post Mon, 26.Jul.04, 7:08      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

Hi Tinelinchen,

Also, wie und wann der psychotische Zustand aufhört kann man glaub ich nie voraussehen b.z.w sagen.... ich glaube, das dazu erstmal Ursachenforschung betrieben werden muss.... es kann sein, das diese ,,Psychose `` schon läger in Deinem Freund ,,schlummerte `` und der Ausbruch dieser durch die Drogen hervorgerufen wurde !!

Und ich denke, dass dieser psychotische Zustand auch immer wieder auftreten wird, wenn er den Drogenkonsum nicht unterlässt.
Jedenfalls wird sich das negativ auf sein Krankheitsbild auswirken.

Ich glaube, das eine Medikamentöse Behandlung in manchen Fällen echt hilft, andereseits gibt es auch Fälle in denen es keiner medikamentösen Behandlung bedarf.....
Da ich im Moment Urlaub habe und mich solche Krankheitsbilder interessieren, schau ich nachher mal nach, was ich noch für Infos auftreiben kann....

Übrigens, den Rat von Sani würd ich auch auf jeden Fall befolgen..... man darf nie aufhören an sich selber zu denken.... such Dir auch Hilfe von Fachpersonal.... denn die ganze Sache nagt sicherlich auch an Deiner Substanz. friend
Bis nachher mal, schau dann gleich mal nach, ob ich Dir noch mehr sagen kann.
Viele liebe Grüsse, Mira

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Post Mon, 26.Jul.04, 12:45      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

...Ich nochmal....
Hab mal ein bisschen in Büchern geblättert, Gott steht da ne Menge drin, aber echt voll kompliziert.....
was Gutes : solche Psychosen ( zählt man auch als / zu Schizophrenie ) können geheilt werden, sogar öfter als die Gesellschaft es glaubt. ( Stand in einem Buch.... hab ich jetzt mit eigenen Worten zusammengefasst )

was Schlechtes : Psychosen können einen Menschen auch viele Jahre im Leben begleiten.... mal ausbrechen....dann kann man Monate ,, normal ´´ leben und dann auch wieder nicht...!!

Man unterscheidet dann noch zwischen endogenen Psychosen und exogenen Psychosen.
Exogene Psychosen : auch organische Psychosen ; sind durch körperliche Krankheiten bedingt, etwa durch Hirntumore, Fieber , Vergiftungen ( Alkohol ).

Endogene Psychose : (endogen = von innen heraus ) hier ist die Ursache noch unbekannt......
Sicher ist allerdings das endogene Psychosen erblich bedingt sind.

.....aber da solltest Du Dich echt besser von einem Fachmann beraten lassen.

Ist Dein Freund denn zum ersten Mal psychisch auffällig gewesen oder war er vorher schonmal in der Klinik ??

Ist ja echt ne schwierige Situation, deshalb nochmal alle Achtung das Du ihm da beistehst... und wenn Du Probleme hast, mach das nicht mit Dir allein aus... such Dir auch Hilfe, oder zumindestens andersweitig Rückhalt ( Freunde, Familie etc. oder auch das Forum hier )
Lass von Dir hören. Mira

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Post Tue, 27.Jul.04, 10:51      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

Hallo Mira,

vielen Dank, dass finde ich ja total süss, dass Du Dich da so für mich schlau gemacht hast...
Mein Freund ist zum ersten Mal in psychiatrischer Behandlung, obwohl ich inzwischen glaube, dass da einiges gewesen ist, was vielleicht in der Vergangenheit nicht aufgearbeitet worden war und dass dann die Drogen die Psychose einfach ausgelöst haben.... tatsache ist aber auch, dass er die Drogen (Cannabis, zeitweise aber auch Kokain) schon seit 3 Jahren konsumiert und v.a. in letzter Zeit in total abnormalem Mass gekifft hat (also auch schon morgens/Tagsüber, um in eine so von ihm bezeichnete "kreative Stimmung" zu kommen, aber letztendlich hat gar nix mehr geklappt).

Ich werde versuchen, einen Termin bei der Drogenberatung zu bekommen, ist vielleicht echt besser, da ich mich zwar auch schon über Bücher und Internet versucht habe, aber vielleicht ist der Fachmann da schon besser. Mit den Ärzten in der Klinik habe ich nicht gesprochen, da die Mutter meines Freundes gemeint hat, ich dürfte das nicht, da ich sozusagen ja kein Angehöriger bin..... sie sagt mir zwar das, was der Arzt ihr sagt, aber ich würde natürlich auch gerne mal selber mit nem Arzt sprechen.... Weisst du zufällig, ob das geht?

Mein grösstes Problem ist eigentlich so die Perspektivlosigkeit, da niemand weiss, was kommt, wodurch die Einsicht kommen könnte und da mein Freund jemand ist, der sowieso voll schlecht zugeben konnte, dass er nen Fehler gemacht hat, weiss ich nicht wie das dort sein wird.... Aber ich möchte ihn eben auch nicht im Stich lassen. Es ist halt nicht so einfach, da man einiges schlucken muss, da er schon in den Wochen bevor es zu der Psychose kam ziemlich seltsam drauf war und jetzt natürlich noch mehr, da er sich ja zu unrecht in der Klinik hält und ständig sagt er wolle sich umbringen und der Aufenthalt wäre die "grösste Katastrophe seines Lebens" und oft noch härtere Sachen zu mir sagt. Ist nicht so toll, und Sani hat schon recht, dass man ziemlich leicht in so ein Helfersyndrom rutschen kann, in dem man nur noch versucht, die Bedürfnisse des anderen zu sehen.

Wie ist das eigentlich bei Dir, beschäftigst Du Dich nur so rein "beruflich" mit solchen Krankheiten oder bsit Du auch selbst betroffen? Ich hoffe, die frage ist nicht zu indiskret.

Also jedenfalls vielen Dank schon mal für die ganzen Infos, würd mich freuen wieder von Dir zu hören

LG Tine
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Post Tue, 27.Jul.04, 13:10      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

Hi,

Also, ich bin in der Hinsicht betroffen, das mein Freund jahrelang Heroinabhängig war. Zur Zeit jedoch ist er clean, schon seit 1 1/2 Jahren.

Und da es nur eine Frage der Zeit sein kann, bis er wieder rückfällig wird, beschäftige ich mich halt auch immer weiterhin mit dem Thema und mit allem was so dazu gehört.....
Auch um mich mit Menschen auszutauschen, die ähnliches erleben oder erlebt haben....

Zudem bin ich als Altenpflegerin tätig..... auch in diesem Bereich hab ich oft mit psychischen Erkrankungen zu tun..... dieses Forum hilft teilweise zu verstehen.... und ich gebe auch gern Infos weiter.... irgendwann möcht ich vielleicht eine berufliche Umorientierung starten, da mich der Bereich sehr interessiert....

Also, mein Freund war ein halbes Jahr lang in Therapie und dort hatte ich mehrfach die Möglichkeit mit Therapeuten zu sprechen.... aber nur, wenn mein Freund einverstanden war... haben dann zusammen sogennante Partnersitzungen mit dem Einzeltherapeuten meines Freundes gemacht.
Mir hat es sehr weitergeholfen...

Vielleicht kannst Du mal mit Deinem Freund sprechen, ob er damit einverstanden ist... !! Das ist natürlich Voraussetzung.

Mit dem Helfersyndrom ist echt so eine Sache.... hab auch echt lange gebraucht ein gesundes Mittelmaß zu finden... war auch manchmal mehr mit den Nerven runter als mein Freund. Heute glaub ich, das ich wieder ein normales , glückliches Leben führe... mit meinem Freund. Hab verstanden, das ich auch an mich denken muss, das hatt´ich ne Zeit lang vergessen.....

Würd ich auch auf jeden Fall machen, das mit der Drogenberatung.... da kannst Du auch das Problem ,, Helfersyndrom `` bearbeiten, b.z.w. das es erst gar nicht so weit kommt....

In diesem Sinne, alles Gute.
Wir hören voneinander.
Mira Smile

Ach, noch was .... zu der Perspektivlosigkeit.... weiss nicht wie ich es ausdrücken soll.... hab auch so gefühlt... hab gelernt nach eigenen Perspektiven zu suchen...z.b. eigene Wohnung etc. Hab mit meinem Freund klare Absprachen ( auch aus Selbstschutz ) da seine ,, Krankheit´´ ja jeder Zeit wieder ausbrechen kann....Ich werde nicht mit ihm zusammenziehen.... versuch so selbstständig wie möglich zu sein....Freunde ganz wichtig, trotzdem hat er auch immer das Gefühl das er in mein Leben gehört.... Weiss nicht ob das zu verstehen ist...

Ciao, Mira

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Post Sat, 07.Aug.04, 20:49      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

hi du
es ist zwar nicht mein freund sonder mann....
ja ich stehe ihm bei ... er bruacht mich ... auch dein freund wird dich denke ich mal noch sehr brauchen
es ist verdammt schwer und sehr hart...
also wenn du dich von ihm trennen willst dann eher jetzt sonst hast du später zuviel angst das es ihm dadurch wieder schlechter geht
das er dadurch einen rückfall hat und dann fühlst du dich schuldig ...
wenn du bei ihm bleibst dann musst du dich auf eine harte zeit gefasst macehn
die psychose meines mannes liegt nun ca 5 monate zurück
aber so langsam gehts ihm besser.. und ich frue mich über jeden fortschirtt

ich hoffe es hat dir ein wenig geholfen ....

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Post Mon, 09.Aug.04, 7:26      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

Psychosen sind immer schon latent vorhanden, Drogenkonsum allein wird nie eine Psychose hervorrufen, sondern kann nur Auslöser sein, wenn vorher schon die Neigugn zu Psychosen vorhanden ist

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Post Mon, 09.Aug.04, 7:50      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

Butterfly1 wrote:
Drogenkonsum allein wird nie eine Psychose hervorrufen, sondern kann nur Auslöser sein, wenn vorher schon die Neigugn zu Psychosen vorhanden ist

...das besagen jedenfalls die aktuellen Hypothesen der Forschung... Wink

Nachgewiesen ist dies allerdings nicht (auch in Ermangelung von Möglichkeiten, "latente Psychosen" festzustellen und nachzuweisen..)

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Post Mon, 09.Aug.04, 8:10      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

na ja ich bin ja auch kein Experte, sonder nur Mutter eines drogenabhängigen 19 jährigen - Heroin , Koks, 30 bis 40 Stück Schlaftabletten täglich,....
jetzt seit 3 Wochen bemüht nichts mehr zu konsumieren - außer ab und zu mal ein Joint - auch nicht meine Richtung, aber ist ja sein Leben nicht meines - die Sorgen macht man sich aber trotzdem.

Und wo wir schon dabei sind - unsere Fachexperten sind glaub ich ohnehin nicht immer das gelbe vom Ei - weil von der Substitutionstherapie halt ich auch nicht viel, jedenfalls nicht so wie sie in Wien schon praktiziert wird - das ist als würde man einem Alkoholiker sagen - ich helf Dir mit saufen aufzuhören, statt Bier trinkst nur mehr Wein -

Wird schon seine Gründe haben, warum wir unsere Drogenkranken mit Morphinen vollstopfen, es verdient sich ja besser an ihnen, als wenn man sie irgendwie in Richtung abstinentes Leben führen könnte - wird eh schon diskutiert über Heroin auf Krankenschein - als Steuerzahler frag ich mich, wieviel man uns da noch zumuten will - tun Sie sich das mal an - ein bewußter Besuch vom Karlsplatz - da wurde das Heroin mittlerweile vom Substitol verdrängt - die spritzen das - ist sehr gefährlich das, nur will das niemand ändern - trotz der 4 Todesfälle allein im heurigen Jahr - Substitoltote, nicht Herointote!!
Wer das nicht glaubt kann sich ja informieren - nur wenn man an den falschen Stellen nachhakt, stößt man auf Mauern des Schweigens

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Post Mon, 09.Aug.04, 16:56      Re: Freund ist mit Drogen-Psychose in Klinik Reply with quoteBack to top

Hallo, ich nochmal,

wollte noch schreiben, wie es weitergegangen ist bei mir und meinem Freund, auch um vielleicht einigen ein bisschen Mut zu spenden. Ungefähr 10 Tage lang hat sich gar nix getan, er war weiterhin in dem psychotischen Zustand und hat von seiner Verschwörungstheorie etc geredet. Dann wie auch heiterem Himmel hat er vor ca. 2 Wochen begonnen, seine Situation klarer zu sehen und begann, einzusehen, dass es keine solce Verschwörung, Stimmen uws. gab und dies alles in seinem Kopf entstanden ist. Es ging dann alles recht schnell, er wollte so schnell wie möglich aus der KLinik entlassen werden, durfte dann zunächst mal für ein Wochenende und dann seit drei Tagen auch ganz aus der Klinik nach Hause, muss natürlich noch Medikamente (v.a. Zyprexa zum Ausgleichen) nehmen und 1 mal pro Woche in die KLinik, aber scheint bis jetzt sehr vernünftig. Er ist jetzt erstmal wieder in das Haus seiner Eltern gezogen und schont sich ziemlich, was ich sehr gut finde. Natürlich weiss man nie, wie das jetzt weitergeht, aber es ist ja zumindest mal ein Fortschritt. Natürlich merke ich, dass mich das auch alles mitgenommen hat, aber er ist wirklich grade total lieb und als er zum ersten Mal wieder aus der Klinik raus bei mir war, hat er auch gesagt, dass er sehr froh sei, mich zu haben etc., das hat mir schon auch gut getan, nachdem er am Beginn der Psychose mir ja immer nur vorwürfe gemacht hat.
Allerdings glaube ich inzwischen auch, dass die Drogen mehr der Auslöser waren, aber nicht der Grund, ich meine, die Gesamtkonstellation scheint so zu sein, dass mein Freund gefährdet für Psychosen ist und die daher immer wieder kommen können. Allerdings haben die Ärzte auch klar gesagt, dass er nie wieder Drogen nehmen darf, da sie auf jeden Fall Psychosen fördern und verstärken.Alleiniger Grund sind sie jedoch nicht.

Vielen Dank nochmal an alle für ihre Hilfe, hat mir echt gut getan..... v.a. weil meine Familie/Freunde natürlich vor allem mich schützen wollten und daher ziemlich auf Trennung usw. argumentiert haben. Freu mich weiterhin über das Thema zu diskutieren, wenn jemand Lust hat und sogar selbst in der Situation ist. Wie gesagt ist es schon viel besser, aber es ist ein täglicher Prozess.

LG
Tine
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