Sep 01

Wirken Antidepressiva gleich gut wie Placebos?

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(image src: wikimedia.org)

Wie der US-Psychologe Irving Kirsch von der Harvard Medical School im Zuge zweier Meta-Analysen zwischen 2002 und 2008 herausfand, dürfte der Nutzen von Antidepressiva vor allem auf einem Placeboeffekt beruhen. 82% der antidepressiven Wirkung lassen sich demnach auch nach der Verabreichung von Placebos feststellen. Diese Ergebnisse wurden nun auch von einer deutschen Studie aus dem Jahr 2018 bestätigt, derzufolge AD’s in jeder zweiten klinischen Studie nicht wesentlich besser als eine Behandlung mit Placebos abschneiden.

Bemerkenswert auch eine andere Beobachtung im Zuge der Studie: manche Antidepressiva senkten den Serotonin-Spiegel, andere erhöhten ihn, bei anderen Medikamenten wiederum blieb er gleich. Die antidepressive Wirkung war jedoch im Großen und Ganzen die gleiche.

Die Schlußfolgerung von Dr. Kirsch: da Antidepressiva ein großes Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen aufweisen, “sollten sie nur als letztes Mittel bei extrem schweren Depressionen und nur, falls alle anderen Behandlungsformen versagt haben, eingesetzt werden”.

Quelle: Placebo Effect in the Treatment of Depression and Anxiety

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Jun 25

Antidepressiva erhöhen Suizid-Risiko

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(image src: indiatimes.com)

Laut einer Meta-Analyse einschlägiger US-Studien aus dem Zeitraum von 1987-2013 durch Forscher der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Salzburg steigt das Suizidrisiko unter der Anwendung von Antidepressiva verglichen mit einer von Scheinmedikamenten (Placebos) um den Faktor 2,5.

In allen analysierten Studien begingen 0,8 Prozent der Patienten, die ein Antidepressivum erhielten, Suizid oder einen Suizidversuch, während es in der Kontrollgruppe mit Placebo lediglich 0,3 Prozent waren. Die Verläßlichkeit der Datenerhebung ist hoch, da es sich bei den Studien um sogenannte “Doppelblindstudien” handelte, bei denen weder die Ärzte, noch die Patienten wußten, wer Antidepressiva und wer Placebos erhielt.

Eine Konsequenz aus der Untersuchung sollte sein, noch mehr Vorsicht beim (während der letzten Jahre massiv angestiegenen) Verschreiben von Antidepressiva – insbesondere durch Hausärzte – walten zu lassen. Nicht selten seien nicht einmal alle Dignoasekriterien für Depressionen oder Angstörungen erfüllt, oder es wären nur unspezifische Symptome vorhanden, und Antidepressiva würden dann “auf Verdacht hin” verschrieben.

Auch sollten PatientInnen noch besser über die Risiken aufgeklärt werden. “Gerade zu Beginn der Behandlung, bei abrupten Dosisänderungen und beim Absetzen muss man mit einem erhöhten Suizidrisiko rechnen”, so einer der Studienautoren. Bei schweren Depressions-Formen jedoch stünde die Behandlung mit Medikamenten außer Frage, wichtig sei jedoch eine kontinuierliche und enge Überwachung. Parallel zur medikamentösen Behandlung sollten auch Psychotherapie oder Sport zur Anwendung kommen.

(Quelle: Newer-Generation Antidepressants and Suicide Risk in Randomized Controlled Trials: A Re-Analysis of the FDA Database)

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Jun 10

Depression und Demenz-Symptome

Häufig versteckt sich hinter dem Verlust von Merkfähigkeit eine Depression (pic: newscientist.com).

Bei schweren Depressions-Formen können derart starke kognitive Einschränkungen entstehen, dass man in bestimmten Fällen vom Auftreten einer Pseudo-Demenz spricht. Doch im Unterschied zu anderen Demenz-Formen verbessert sich das Erinnerungsvermögen wieder, sobald die depressive Phase abklingt.

Dies wurde kürzlich in einem Computermodell, das in Bochum entwickelt wurde, nachgewiesen. Wie bei echten Patienten wechselten sich auch in dem Computermodell depressive Phasen und Phasen ohne Symptome ab. Das Computermodell konnte Erinnerungen genauer abrufen, wenn der zuständige Teil des Gehirns viele neue Nervenzellen bilden konnte – ähnlich wie während Depressionsphasen mit geringerer Symptomatik. Wurden dagegen weniger neue Nervenzellen gebildet (ähnlich, wie das bei schwereren Depressionsphasen passiert), war es schwieriger für das Gehirn, ähnliche Erinnerungen zu unterscheiden und getrennt abzurufen.

Im Modell wurde auch aufgezeigt, dass es schwer fallen kann, auf Erinnerungen zurückzugreifen, die vor der Depression entstanden waren. Je länger eine depressive Phase andauerte, desto weiter zurückliegende Erinnerungen waren betroffen. Untersuchungsleiter Sen Cheng: “Bisher geht man davon aus, dass nur während einer Depression Gedächtnisstörungen auftreten. Wenn unser Modell recht hat, hätten Depressionen weitreichendere Konsequenzen. Alte Erinnerungen könnten bleibend geschädigt werden, selbst wenn die Depression bereits abgeklungen ist.”

Quellen: Virtual brain gives insights into memory deficits in depression

Jun 10
Schlaganfall und Depression

Nur ein kleiner “Unfall” im Gehirn – aber die Auswirkungen können dramatisch sein (pic: webmd.com).

Schlaganfall-Patienten sind nach dem Hirnschlag meist nicht nur motorisch eingeschränkt, sondern etwa jeder Dritte entwickelt auch eine Depression, die sogenannte Post-Stroke-Depression (PSD) – während sonst nur jede fünfte Person an Depression erkrankt. Doch wie kommt es dazu?

Grundsätzlich gilt: Menschen, die ein erhöhtes genetisches oder soziales Risiko haben, an einer Depression zu erkranken, werden auch nach einem Schlaganfall leichter von der psychischen Erkrankung erfaßt. Die körperlichen Einschränkungen tun ihren Teil: wenn die Beweglichkeit von Gliedmaßen oder der Gesichtsmuskulatur eingeschränkt ist, Sprachstörungen oder Lähmungen auftreten, ist dies eine massive Belastung für die Psyche. Den Betroffenen wird bewußt, dass sie Grundfertigkeiten wieder neu erlernen müssen und ihren Job nicht mehr weiter ausüben können.

Eine weitere Ursache könnten Veränderungen im Gehirn darstellen: denn Schlaganfälle werden durch Blutgerinnsel ausgelöst, die Gefäße im Hirn verschließen. Die mangelhafte Versorgung mit Sauerstoff führt zu nachhaltigen Hirnschäden, die umso größer sind, je länger die Unterversorgung anhält. Diese Schäden können die Ausschüttung von Hormonen verändern und dadurch die Entwicklung einer Depression begünstigen.

Erste Anzeichen einer Post-Stroke-Depression sind wie bei der Depression Antriebslosigkeit, Schlafstörungen sowie Traurigkeit, die länger als zwei Wochen andauern. “Für das Erkennen der PSD ist es von Vorteil, dass insbesondere schwer betroffene Patienten nach dem Schlaganfall engmaschig betreut werden”, erklärt Franz Fazekas, Neurologe von der Medizinischen Universität Graz: “Gerade während der Rehabilitation bekommen Ärzte, Pflege und Physiotherapeuten hautnah mit, wie sich die Stimmung der Patienten entwickelt.” Schwieriger wird es, wenn die Depression später auftritt, also wenn der Patient die Reha bereits beendet hat und wieder zu Hause ist.

In der Depressions-Therapie Betroffener kommen vor allem dann hauptsächlich Medikamente zum Einsatz, wenn die mentale Kapazität der Patienten eingeschränkt ist – Psychotherapie kann dann nur beschränkt ihr Potenzial entfalten. Ebenso wichtig sind für Psychotherapien die Sprachfähigkeit sowie das Sprachverständnis.

(Source: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21216670)

Mar 09

Im Sinne der geistigen Gesundheit ist es besser, öfters auch mal “nein” zu sagen… (pic: andybhatti.com)

Bis zu 39% aller Demenz-Erkrankungen könnten laut einer kürzlich im Fachmagazin “The Lancet Public Health” veröffentlichten langjährigen Studie zufolge auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen sein.

Für die Studie wurden die Daten von 57.000 Personen, welche an Hirnschäden, vaskulärer Demenz und anderen Demenz-Erkrankungsformen (wie z.B. Alzheimer) in französischen Spitälern ausgewertet. 39% dieser Fälle ließen sich auf alkoholbedingte Hirnschäden zurückführen. 18% litten an weiteren Erkrankungen im Zusammenhang mit Alkohol. So gesehen verdreifache sich das Erkrankungsrisiko, an einer Form von Demenz zu erkranken, durch übermäßigen Alkoholkonsum: “Höchstwahrscheinlich führt Alkohol zu dauerhaften strukturellen und funktionellen Hirnschäden”, sagte Studienautor Michael Schwarzinger vom Translational Health Economics Network. Außerdem erhöht Alkoholkonsum das Risiko an Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfällen, Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz zu erkranken, was wiederum das vaskuläre Demenzrisiko erhöht.

Der Studie zufolge ist das Risiko durch übermäßigen Alkoholkonsum für damit verbundene Hirnschäden viel größer als bisher angenommen, Schwarzinger fordert, Alkohol als Hauptrisikofaktor für alle Arten von Demenz einzustufen. Hinzu kommt, dass starker Alkoholkonsum häufig mit Rauchen, Depressionen und niedrigem Bildungsstand korreliert – all dies sind weitere Risikofaktoren für Demenz.

Hintergrundwissen: von vorzeitiger Demenz sprechen Mediziner, wenn die Erkrankung vor dem 65 Lebensjahr auftritt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit rund 47 Millionen Menschen an Demenz. Bei 60 bis 70 Prozent handelt es sich demnach um Alzheimer. Von “chronisch starkem Trinken” ist laut WHO die Rede ab dem Konsum von mehr als 60 Gramm reinem Alkohol pro Tag für Männer (= ca. 4-5 Flaschen Bier á 330ml oder 7 “Achterl”-Gläser Wein á 100ml pro Tag) und mehr als 40 Gramm pro Tag bei Frauen (= 3 Flaschen Bier oder 4-5 Gläser Wein).

Weiterführende Informationen:

Alkohol-Selbsttest auf dieser Website

Literatur-Tipps zum Thema Alkoholismus

(Sources: Contribution of alcohol use disorders to the burden ofdementia in France 2008–13: a nationwide retrospectivecohort study; Image source: andybhatti.com)

Oct 11
angst stress immunsystem genetik epigenetik

Angst – eine Belastung nicht nur für die Psyche, sondern auch für den Körper. (Image: Getty)

Angst entsteht, wenn auf auslösende Reize eine übermäßige Stressreaktion folgt – das ist ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers … sofern die Reaktion angemessen ist.

Erfolgt sie jedoch unkontrollierbar und sind Betroffene länger solch extremen Stressreaktionen ausgesetzt, führt dies vermutlich sogar auch zu epigenetischen Veränderungen, die sich ungünstig auf den Körper auswirken. Forscher des Helmholtz Zentrums München und des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie gingen den Zusammenhängen auf den Grund, indem sie Daten aus breiten Bevölkerungsgruppen mit denen von Patienten verglichen. So konnten sie ihre Ergebnisse im klinischen Umfeld replizieren. Zusätzlich überprüften sie ihre Erkenntnisse im Tiermodell.

In einem Teil der Studie (KORA F4 an 1.522 Erwachsenen im Alter von 32 bis 72 Jahren) entnahmen die Forscher zufällig ausgewählten Personen mit und ohne Angststörung Blutproben, um mehr über die sogenannte DNA-Methylierung (Teil der Epigenetik, ein wichtiger Vermittler zwischen Genen und Umwelt) zu erfahren. Bei an Angststörungen leidenden Personen wurde hierbei eine Zunahme der DNA-Methylierung des Gens ASB1 um fast 50 Prozent festgestellt, welches für das Nervensystem wie auch das Immunsystem eine wichtige Rolle spielt.

In zwei weiteren Teilen der Studie wurden epigenetische Effekte zur Regulierung des stressempfindlichen ASB1-Gens im klinisch-psychiatrischen Bereich nachgewiesen. Diese Ergebnisse fanden danach sogar auch in Tierversuchen mit Mäusen Bestätigung.

Die betreffenden Ergebnisse können für die Diagnose, Therapie und Prävention von Angststörungen und Stress-Syndromen eine wichtige Rolle spielen – insbesondere werfen sie aber einen Blick auf die erheblichen Auswirkungen dieser Störungsbilder, die u.U. sogar erblich weitergereicht werden könnten. Die Resultate wurden vor Kurzem in der renommierten Zeitschrift „Neuropsychopharmacology“ veröffentlicht.

(Quelle: MedAustria; Anxiety Associated Increased CpG Methylation in the Promoter of Asb1: A Translational Approach Evidenced by Epidemiological and Clinical Studies and a Murine Model; Neuropsychopharmacology advance online publication June 2017; doi: 10.1038/npp.2017.102)

Oct 11
Pupillen Sexuelle Reaktionen Männer Frauen

Was unsere Pupillenreaktionen über uns aussagen…
Image src: S. Cartwright, popsci.com

Überraschende Ergebnisse erbrachte eine Untersuchung von Pupillen-Reaktionen auf Pornographie an der University of Sydney in Australien (bereits im Jahre 2012).

Bei heterosexuellen Männern erweiterten sich die Pupillen am meisten, wenn sie in Pornofilmen oder -bildern weibliche Darstellerinnen beim Masturbieren sahen. Bei homosexuellen Männern erweiterten sie sich am meisten, wenn sie dabei Männer zu sehen bekamen, und bei bisexuellen Männern mehr als bei anderen Männern, wenn sie Darsteller beider Geschlechter sahen”, schreiben die Autoren Rieger & Savin-Williams.

Dasselbe gilt aber nicht für Frauen. Im Durchschnitt erweiterten sich die Pupillen heterosexueller Frauen stärker beim Betrachten von Abbildungen und Videos mit männlichen Darstellern als von neutralen Bildern, aber sie reagierten auch stärker auf Bilder von masturbierenden Frauen im Vergleich zu heterosexuellen Männern, die Männer beobachteten.

Die Pupillen-Reaktionen lesbischer und bisexueller Frauen ähnelten in der Studie tendenziell jenen männlicher Reaktions-Muster.

Die Erkenntnis, dass heterosexuelle Frauen mehr als heterosexuelle Männer von beiden Geschlechtern erregt werden, könnte den Überlegungen der Autoren zufolge durch die Evolutionstheorie erklärt werden: in der Frühgeschichte der Menschheit kam es häufig zu Gewalt, sexuellen Übergriffen und Ausschweifungen. Während sich dabei die körperlich überlegenen Männer erlauben konnten, sich voll auf ihre (i.d.R. heterosexuellen) Vorlieben zu konzentrieren, mußten sich Frauen vor Verletzungen im Intimbereich schützen – Frauen, die hier unabhängiger von rein heterosexuellen Stimuli waren und unabhängig davon sexuelle Erregung (z.B. Feuchtwerden des Scheideneingangs) entwickeln konnten, waren evolutionär im Vorteil. Dies deckt sich auch mit diversen theoretischen Arbeiten zu diesem Thema, die sich mit der größeren Offenheit von Frauen in Richtung homosexueller Kontakte beschäftigten.

(Quellen: Rieger G, Savin-Williams RC (2012) The Eyes Have It: Sex and Sexual Orientation Differences in Pupil Dilation Patterns. PLoS ONE 7(8): e40256., [PopSci])

Sep 29

Bild: Shutterstock

Wenn es um das Thema Datenschutz geht, wählen viele Menschen die bequeme Position “Ich habe nichts zu verbergen.” Das ist jedoch leichtsinnig, denn schon seit Jahren sammeln Unternehmen unermüdlich unsere Daten – diese werden analysiert und weiterverkauft – und sie bleiben vermutlich zum größten Teil ewig gespeichert. “Big Data” heißt das Phänomen, bei dem es längst nicht mehr nur um optimierte Facebook-Streams (“Das könnte Sie interessieren:”) und personalisierte Werbung geht. Zunehmend interessieren sich einschlägige Firmen auch für den Gesundheitszustand und die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden.

Täglich hinterlässt jeder Internet- und Smartphone-Nutzer dutzende Daten-Spuren: jeder Zahlvorgang im Web, jede Kreditkarten-Zahlung, jeder NFC- (“bargeldlose Zahlung), Wifi- und Bluetooth-Kontakt über das Smartphone, jedes Posting in sozialen Netzwerken wird registriert – und häufig auch von dafür zahlenden Unternehmen gespeichert und ausgewertet. “Big Data” bedeutet dabei nicht nur, möglichst viele Daten zu sammeln: der Verkauf der betreffenden Daten wird besonders in den USA (in die aufgrund der Marktdominanz der USA im IT-Bereich große Mengen unserer Daten übertragen werden) hochaktiv betrieben, und einschlägige Unternehmen verbinden die Daten aus diesen Datenbanken dann mit ganz anderen Informationen über uns. Was mit all diesen Informationen passiert, läßt sich nur ansatzweise erahnen. Der US-Security-Pionier John McAfee formuliert es sinngemäß in einschlägigen Interviews und Vorträgen so: “Wir sind Menschen, und wir alle haben Dinge, die uns unangenehm sind, oder Lebensphasen, in denen es uns schlecht geht. Die menschliche Gesellschaft hat Privatheit deshalb als elementares Fundament für ein harmonisches Zusammenleben entwickelt. Wir alle haben ein elementares Bedürfnis nach Privatheit – gibt es sie nicht, gäbe es Blut auf den Straßen und unermeßliches Leid in unseren Beziehungen.”

Der zunehmende Entzug unserer Privatheit durch die intransparenten Wege der Datenverarbeitung durch Unternehmen kann ernste Folgen haben. So wurde in den USA der Fall eines Kreditkartenunternehmens bekannt, das Kunden das Limit kürzte, die eine Paartherapie mit ihrer Kreditkarte bezahlt hatten. “Die haben festgestellt, dass Menschen, die wegen einer Ehekrise eine Paartherapie brauchen, mit hoher Wahrscheinlichkeit später einen Kreditausfall haben oder zumindest finanziell stark belastet sind”, erklärte das IT-Magazin c’t in einem diesbezüglichen Artikel.

Weiterführende Links für Interessierte:
Wie “Big Data” gegen uns eingesetzt wird, ohne, dass wir davon merken
John McAfee über den Trugschluß von Datensicherheit

Sep 23
Psychotherapie mit Bitcoins bezahlen.

(img: Coindesk.com)

Eigentlich besteht die Möglichkeit bereits seit Monaten, doch erst jetzt fand ich Zeit, darüber einen Blog-Beitrag zu verfassen. 🙂 Wie schon bei dem von mir vor beinahe 20 Jahren ins Leben gerufenen Selbsthilfe-Forum handelt es sich dabei wieder einmal um eine “Pionier-Aktion” innerhalb meines Berufsfeldes, auch hier bin ich auf Ihre Rückmeldungen und Gedanken gespannt.

Im Sinne meiner KlientInnen und höchstmöglicher Vertraulichkeit, aber auch als Beitrag zur weiteren Etablierung von Kryptowährungen (=verschlüsselter und sicherer elektronischer Zahlungsalternativen) biete ich als erster Psychotherapeut und Coach im deutschsprachigen Raum seit Jahresbeginn die Bezahlung mit Bitcoins (BTC) sowie Monero (XMR) an.

“Wer braucht das?”, könnte man fragen. Ein Hauptgrund könnte z.B. die Möglichkeit sein, die Online-Beratung der Website 100%-ig anonym zu nutzen. So kann unter Verwendung der hochsicher verschlüsselnden Währung Monero (XMR) für diese Leistung bezahlt und danach eine komplett anonymisierte Beratung etwa über verschlüsselte Emails oder Video-Kanäle (Telegram Messenger & Co.) in Anspruch genommen werden.

Doch auch die Rolle von Bitcoin & Co. als alternatives Zahlungsmittel finde ich faszinierend, und ich möchte dieses im Rahmen meiner Tätigkeit fördern, auch wenn es mir im Grunde keinen Vorteil bringt.

Es ist heutzutage bereits recht einfach, herkömmliches Geld in Crypto-Geld zu wechseln. Sogar die österr. Post und Trafiken bieten entsprechende Coupons an, die man nach einer Einlösung bei einschlägigen Firmen (für die genannten: online bei Bitpanda) in Bitcoins wechseln kann. Was viele Anbieter noch daran hindert, diese zusätzliche Zahlungsmöglichkeit anzubieten, ist das vielerorts noch fehlende technische Verständnis dafür (vergleiche “Internet-Revolution” der 90er-Jahre), die noch relativ kompliziert abzuwickelnden Zahlungsvorgänge (obwohl es sogar bereits Kreditkarten gibt, die ausschließlich auf Bitcoin beruhen, aber “reguläres” Geld auszahlen, z.B. BitPay, TenX,..) sowie die bis dato noch relativ hohen Kursschwankungen. Die Gründe für meine Entscheidung des Anbietens waren, dass ich mir das erforderliche technische Wissen angeeignet habe 😉 , die Transfers relativ einfach online abgewickelt werden können, sowie die Einschätzung der Crypto-Wertentwicklung insgesamt: diese steigt seit Jahren kontinuierlich an, etwaige Kursverluste werden durch weitere Anstiege i.d.R. spätestens nach einigen Wochen wieder ausgeglichen. Und für meine Klienten ist das Honorar tagesaktuell ja exakt dasselbe wie der tägliche Umrechnungskurs vorgibt: es wird auf meiner Website transparent angeführt. Vor allen Dingen aber möchte ich die Implikationen dieses neuen Zahlungssystems fördern und unterstützen: vollkommen frei und unabhängig von Banken, Zahlungsdienstleistern oder staatlichen Regulierungsbehörden, absolut sicher, transparent, schnell, geringe Gebühren, inflationssicher, dezentral und demokratisch.

Wer also bereits Bitcoins oder Monero einsetzt oder eine Überweisung auf diesem Wege versuchen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, von diesem neuen Zahlungsweg Gebrauch zu machen! 🙂

Sep 10

Ein derartiges Eingeständnis durch einen kirchlichen Würdenträger wäre vor einigen Jahrzehnten noch undenkbar gewesen. Hut ab vor dem Mut des Papstes, dies mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Papst Franziskus: Psychotherapie hat mir sehr geholfen.

Papst Franziskus: “Therapie hat mir sehr geholfen.”

01.09.19