Jul 10
Freie Meinungsäußerung - hart erkämpft (Image src: isreview.org)

Freie Meinungsäußerung – ein hart umkämpftes Gut.

Dieser Tage wurde ein bemerkenswerter “offener Brief” im “Harper’s Magazine” veröffentlicht: über 150 bekannte Autoren und Intellektuelle wie Margaret Atwood, Noam Chomsky, Salman Rushdie, J. K. Rowling, Khaled Khalifa oder Daniel Kehlmann drückten darin ihre Unterstützung für die jüngsten Proteste gegen Polizeibrutalität und Rassismus in den USA aus. Gleichzeitig kritisieren sie aber auch, dass “der freie Austausch von Informationen und Ideen, der Lebensnerv einer liberalen Gesellschaft, mit jedem Tag immer mehr eingeengt wird”.

Laut Thomas Ch. Williams will man verteidigen, “… dass Menschen frei sprechen und denken können, ohne Angst vor Strafe oder Vergeltung haben zu müssen”, es ging um “eine Verteidigung des Rechts, anderer Meinung zu sein, ohne sich um seine Arbeitsstelle sorgen zu müssen”.

Dieser offene Brief drückt ziemlich exakt etwas aus, das ich selbst seit Monaten sorgenvoll empfinde: das Spektrum “offen aussprechbarer Meinungen” schrumpft. Und das seit Jahren.
Ich bin ein Kind der 68er – damals war “Revolution” gegen das sogenannte “Establishment” en vogue, man kleidete sich provokant, trug langes Haar und konsumierte Drogen. Die darin verpackte Botschaft lautete: “wir wollen nicht mehr brav und angepasst sein!”. Viele Menschen verspürten einen unbändigen Drang, mehr invidivuelle Freiheit und Entfaltungsmöglichkeiten zu erringen und alte Korsette von “Folgsamkeit” und Konvention abzuschütteln. Wie sich andere dabei “fühlten”, war weitgehend irrelevant – ja auf merkwürdige Weise existierte häufig sogar Faszination und Respekt für den Kampf der “Baby-Boomer” nach kompromissloser “Selbstverwirklichung”, die zum Inbegriff und einem der wichtigsten Werte dieser Generation wurde und ein riesiges Potenzial an Kreativität und Innovation freisetzte.

Paradoxerweise (mit exakt jenen Personen in Machtpositionen, die der freiheitsliebenden “Hippie-Generation” angehören) scheinen wir uns heute allerdings inmitten eines Individualismus-Backlash-Prozesses zu befinden: weltweit ist eine Rückkehr zu mehr Konformität und Kollektivismus feststellbar. Gerne zeigen wir im Westen auf China: deren omnipräsent in den Lebensalltag eingewobenen Kontrollinstrumente, digital und mit künstlicher Intelligenz ausgestattet auf das höchste Niveau technischer Machbarkeit gebracht, entrüsten und entsetzen uns. Doch gleichzeitig entgeht uns, dass auf einer subtileren Ebene ähnliche Tendenzen auch bei uns nicht nur existieren, sondern auch immer stärker exekutierbar zu werden drohen.

Gemeinsam ist beiden Systemen, dass ein bestimmter Rahmen des Erlaubten existiert, innerhalb dessen man sich bewegen – und frei äußern – darf. Social Credit“Dort” werden diesbezügliche Überschreitungen weitgehend per Software automatisiert mit negativem “social credit” bestraft, “hier” (in der westlichen Kulturhemisphäre) erledigen dies die Medien, der Social-Media-Mob oder “ModeratorInnen” mit belehrenden Worten oder mehr oder minder offener Filterung. Die subtile Filterung unerwünschter Inhalte durch “Moderation” (hierzu dienen häufig Bewertungen durch Mitleser, Löschungen, “Demonetarisierung” von Videos oder gar die Blockierung oder Löschung ganzer Kanäle oder Accounts) wurde zuletzt durch legistische Mittel weiter verschärft: so haben sich diverse Parteien (in der Regel sind es bemerkenswerterweise auch hier wieder gerade jene des linken politischen Spektrums) während der letzten Jahre intensiv für Bestrafungsmöglichkeiten der Autoren sogenannter “Hetz-Postings” ein- und diese z.T. auch politisch durchgesetzt. Was als “Hetz-Posting” gilt, ist allerdings – und das ist Teil des Problems – natürlich Auslegungssache. Wie uns die Vergangenheit lehrt, ist zu befürchten, dass der betreffende Interpretationssrahmen im Laufe der Zeit ausgeweitet und auch noch deutlich stärker politisch instrumentalisiert werden wird. Mit Folgen, die durchaus ähnlich jenen sein könnten, die wir derzeit in China sehen: empfindliche finanzielle Strafen, öffentliche “Schändung”, Einschränkungen der persönlichen Freiheiten bis zum völligen Entzug der körperlichen Freiheit (Gefängnisstrafen). Halt im Unterschied zu China (noch?) nicht auf elektronischem Wege exekutiert, sondern von einem leibhaftigen Richter/Richterin verkündet, der/die sich in aller Regel jedoch nur als Ausführungsorgan für die politisch führenden Kräfte und Gesetzesrahmen versteht.

Freie Meinungsäußerung - hart erkämpft (Image src: Jeremy Richards / Fotolia)

“Instinktiv befremdlich.” (Bild: Fotolia / J.Richards)

Doch selbst wenn es nicht so weit kommen sollte – geradezu täglich können wir beobachten, wie sich unsere Gesellschaft in Riesenschritten kollektivistisch umformt –  “Ausreißer” werden zurechtgewiesen, gemobbt und sozial attackiert, bis sie (oder ihr Umfeld: z.B. Arbeitgeber, Kunden etc.) klein beigeben und “Strafmaßnahmen” gegen das unliebsame Verhalten anwenden.

Diskurs wird nur innerhalb enger Grenzen toleriert, denn “die Wahrheit” im Sinne der “einzig akzeptablen Sichtweise” ist ja schon bekannt, was gibt es da also überhaupt noch zu diskutieren? Oder ist man etwa “Rechter”, “Verschwörungstheoretiker” oder gar “Trump-Sympathisant”?

Genau diese Einschränkung des politischen und sozialen Diskurses, die stereotypisierende Simplifizierung vieler komplexer Probleme, eine Schubladisierung auf “Links” vs. “Rechts” in der politischen Debatte (“bist du nicht X, dann bist Du Y!”), die Reduktion der erlaubten Denkmöglichkeiten und damit verbunden auch eine unausbleibliche intellektuelle und soziale Rückentwicklung adressieren die AutorInnen des “offenen Briefes” auf eindringliche Weise.

Es ist nicht zu erwarten, dass der offene Brief viel verändert, auch weil es ja zu einer sozialen Strömung gehört, dass die von der Gunst und nicht zuletzt auch dem Geld der Machthaber abhängigen führenden Medien das dominierende politische System schützen und bewerben. Insofern jedoch kann es eine durchaus spannende Frage sein, wie man sich in einem solchen Klima selbst positioniert: schwenkt man in den “mainstream” ein, will man gar der “Beste der Besten” in der vorherrschenden ideologischen Strömung sein – oder opponiert man, steigt man aus / begegnet ihm mit Rückzug, oder (vermutlich die grösste Herausforderung): erarbeitet man sich mühevoll eine eigene Position und vertritt diese dann auch, womöglich sogar gegen massiven Widerstand?

Die westliche Gesellschaft hat sich die Freiheiten der freien Rede – also Gedanken und Meinungen offen aussprechen zu können – mit einem Meer an vergossenem Blut und dem Tode großer Geister hart erkämpft. Alleine der Durchbruch der Wissenschaft gegenüber der Religion, der Triumph humanistischer Grundsätze und Menschenrechte über den Vasallenstaat waren wesentliche Errungenschaften, die den Weg für zuvor undenkbare individuelle Freiheiten eröffneten. Keine seither aufgekommenen ideologischen Ausrichtungen jedoch haben so viele Menschenopfer verursacht wie die kollektivistischen (sowohl der Kommunismus, als auch der Nationalsozialismus fallen in diese Kategorie). Wir sollten zunehmend Acht geben, wie viel von unseren errungenen Freiheiten wir noch aufgeben können, bevor wir uns in einem neototalitären politischen System wiederfinden, aus dem so leicht kein Zurück mehr möglich ist.

“Freedom of speech is essential to a peaceful society.
Our ideas must be free to clash and resolve conflicts – so that our bodies don’t.”

(Robert Breedlove in: “Masters and Slaves of Money“, 2020)

Querverweis: “The Values of Free Speech” by Richard Chen (engl.)

Jul 01

Psychotherapie und Private Krankenversicherung (Image src: krankenversichern.at)

Psychotherapie und private Krankenversicherung – was ist zu beachten?

Psychotherapie: was gibt es im Zusammenhang mit der privaten Krankenversicherung zu beachten?

Grundsätzlich gilt, dass sich die Höhe der übernommenen Leistungen für Psychotherapie immer nach den individuellen geschlossenen Versicherungsvertrag in der privaten Krankenversicherung richten. Das heißt, ihre konkrete vorhandene Polizze ist die Grundlage für die Frage, ob die Rückerstattung von Leistungen zur Psychotherapie in Ihrem Vertrag gedeckt sind oder nicht. Es gibt keine allgemein gültige Grundlage des Versicherungsverbandes, ob eine Deckung besteht oder nicht.

Die private Krankenversicherung in Österreich besteht im Kern aus 3 Bausteinen: der

  • Sonderklasseversicherung, der
  • Wahlarztversicherung und
  • Sonderleistungen der privaten Krankenversicherung.

Diese 3 Bestandteile können individuell miteinander kombiniert werden.

Die Übernahme der psychotherapeutischen Leistungen sind in diesem Fall in der sogenannten Wahlarztversicherung geregelt. Ursprünglich gedacht als reine Kostenrückerstattung von Wahlarztkosten, hat sich dieser Tarifbaustein in dem letzten Jahr weiterentwickelt. Psychotherapie, Physiotherapie und andere Leistungen werden nun zusätzlich abgedeckt.

Dabei ist besonders zu beachten, dass in Österreich üblicherweise sogenannte 80%-Tarife existieren. Das heißt, wenn Sie zum Psychotherapeuten gehen und die gesetzliche Krankenkasse (ÖGK oder SVS) leistet nicht, erhalten Sie zumindest 80% des Rechnungsbetrages zurück. Leistet die gesetzliche Krankenversicherung, erhalten Sie immer den Differenzbetrag zwischen Rechnungsbetrag und Rückerstattung.

Bis zu welcher Höhe werden meine Kosten rückerstattet & was muss ich beachten?

Die Wahlarztversicherung sieht üblicherweise eine Höchstsumme der Rückerstattung der Wahlarztkosten vor (zwischen 1.100 € und 3.200 € pro Kalenderjahr, abhängig vom Anbieter). ABER, beim Thema Psychotherapie sind sogenannte „Subsummen“ eingezogen. Das heißt: in Ihrer Polizze können Sie einen Betrag zwischen 300 € & 900€ (abhängig vom Anbieter) rückerstatten lassen. Beachten Sie allerdings, dass die Rückerstattung der Subsumme immer von der Gesamtsumme abgezogen wird und ihr verbleibendes Wahlarztbudget reduziert.

Weiters ist noch zu beachten, dass die Behandlung durch einen Psychologen oder Psychotherapeuten immer ärztlich verordnet sein muss. Sollte diese nicht ärztlich verordnet sein, gibt es keine Deckung seitens der privaten Krankenversicherung. Die Leistungen für Psychotherapie werden nur erbracht, sofern die Behandlung durch in Österreich zugelassene Psychotherapeuten durchgeführt werden. Psychotherapeuten im Ausland zu nutzen ist nicht möglich.

Was sollte man bei der Antragsstellung beachten?

In Österreich herrscht im Zuge der Antragsstellung eine vorvertragliche Anzeigepflicht. Vereinfacht gesagt sind konkrete schriftliche Diagnosen eines Arztes oder Entlassungsberichte aus dem Krankenhaus im Zuge der Gesundheitsfragen verpflichtend anzugeben.

Sofern Sie einen Antrag gestellt und die Gesundheitsfragen übermittelt haben, startet der Prozess der Risikoprüfung seitens der privaten Krankenversicherung. Dieser Prozess hat erfahrungsgemäß 4 mögliche Ergebnisse:

  • Der Antrag wird ohne weiteres angenommen und die Polizze wird ausgestellt
  • Der Antrag wird mit Prämienerhöhung angenommen und Sie müssen dem zustimmen
  • Der Antrag wird mit Risikoausschluss angenommen und Sie müssen dem zustimmen
  • Der Antrag wird abgelehnt.

In den Fällen 2 und 3 müssen Sie mittels einer Einverständniserklärung der Prämienerhöhung (2) oder dem Risikoausschluss (3) gesondert zustimmen. Die Polizze wird nicht automatisch erstellt.
Ein Verschweigen etwaiger „Vorerkrankungen“ kann zu einem Leistungsverzicht, einer zusätzlichen Prämienerhöhung oder der Kündigung des Vertrages führen. Sollten Sie über eine Diagnose einer Despression oder von Burn-out verfügen, müssen Sie diese in den Gesundheitsfragen auf jeden Fall angeben.

Fazit

Die Wahlarztversicherung der privaten Krankenversicherung umfasst auch Leistungen der Psychotherapie. Diese Leistungen sind allerdings bei jedem Anbieter in Österreich mit einem „Deckel“ versehen. Das heißt man kann sich Leistungen (Rechnungen) zwischen 300€ und 900€ (abhängig vom Tarif) rückerstatten lassen. Diese Leistungen müssen ärztlich verordnet sein. Allerdings sind die Krankenversicherungstarife in Österreich in Ihrem Kern „Wahlarzttarife“. Der Abschluss einer Wahlarztversicherung macht nur dann Sinn, wenn Ihr Kernbedürfnis auch die Rückerstattung der Wahlarztkosten ist.

Gastautor: Sebastian Arthofer, MSc BSc, ist studierter Betriebswirt und Co-Gründer des unabhängigen Informations- und Vorsorgeportals krankenversichern.at. Ziel des Portals ist es, unabhängig, einfach und verständlich über das Thema der privaten Krankenversicherung in Österreich aufzuklären.

Apr 11


Dieser TV-Screenshot könnte die Absurdität der aktuellen Realität nicht besser verdeutlichen: die Börsenkurse steigen aufgrund des von den US- und EU-Zentralbanken neu gedruckten Geldes, und das obwohl die Arbeitslosenzahlen seit dem Monat März 2020 in die Höhe schnellten wie seit den 1930er-Jahren nicht mehr. Während also die Großkonzerne von den “Notmaßnahmen” und “Bailouts” (welche im Unterschied zu 2008 diesmal nicht nur den Banken, sondern so gut wie jedem Wirtschaftssektor zugute kommen) profitieren, werden arbeitslose Bürger und frühere Steuerzahler mit weitaus geringeren Summen abgespeist: würde man beispielsweise die allein innerhalb von 2 Monaten gedruckten knapp 7 Trillionen USD aliquot jedem US-Bürger (egal, ob alt oder Baby) auszahlen, würde jeder knapp 17,000 USD erhalten. Zu erwarten ist jedoch, dass nur ein geringer Bruchteil davon tatsächlich direkt den Bürgern zugute kommt.



Arbeitslosigkeit und Depression

Doch es geht nicht nur um Geld: Arbeitslosigkeit an sich erhöht das Risiko, dass Menschen an Depression erkranken, massiv. Einer Studie zufolge erhöht sich das Risiko für Suizidversuche bereits im Vorfeld einer bevorstehenden Arbeitslosigkeit um das bis zu 9-fache. Auch wenn die “Corona-Krise” zu weiten Teilen bewältigt ist: viele Menschen werden wohl weiterhin arbeitslos bleiben, nicht zuletzt aufgrund einer immer mehr Berufsbereiche erfassenden Technologisierung und Automatisierung.

Der Reset als Chance

Hierfür müssen Lösungen gefunden werden – und sie können nicht nur darin bestehen, einem Teil der Bevölkerung “Almosen” zu geben, die einem anderen Teil der Bevölkerung weggnommen werden. Es benötigt neue Konzepte wie Reformen im Steuer- und Sozialsystem, und eine Neubewertung vor allem der sozialen Berufe, welche aufgrund höherer Lebenserwartung, veränderter Familienstrukturen und vermutlich auch weiterhin veränderter Arbeitsformen eine noch wichtigere Bedeutung erlangen dürften als schon bisher. Dienst am Menschen, an der Umwelt und andere “gemeinnützige” Arbeitsformen sollten ihrem Wert für die soziale Gemeinschaft entsprechend bezahlt werden. Dies ist nur einer von vielen möglichen Ansätzen – eine umfangreiche Diskussion darüber, wie zukünftig innerhalb und “außerhalb” klassischer Arbeitsverhältnisse nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch sinngebende Beschäftigung und Selbstverwirklichung gefunden werden kann, scheint mir nach dem aktuellen “Reset” unseres Wirtschafts- und Soziallebens jedoch dringend nötig – ja vielleicht bietet sich hierfür nun sogar eine Chance, die unbedingt genutzt werden sollte.

Hinweis: da ich im Zuge der Recherche für diesen Blog-Eintrag auf die umfangreiche Studie bezüglich des Zusammenhangs zwischen Arbeitslosigkeit und Suizidraten und Depression stieß, habe ich auch den generellen Info-Artikel “Suizid – Daten und Fakten mit den entsprechenden Verweisen aktualisiert. Bildquelle: A.Pompliano-Blog/Substack

Apr 05

Platzangst; Bildquelle: MedicalNewsToday.com

Angst und Isolationsgefühle: ein neuer Problemkomplex seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie

Am Beginn der Corona-Krise richtete sich die Aufmerksamkeit der Medien und der Politik vor allem auf medizinische und politische Entscheidungen. Doch je länger die Pandemie weltweit andauert und je drastischer die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in manchen Ländern werden, desto mehr treten nun auch die psychischen Folgen dieser Ausnahmesituation in den Vordergrund.

Angstzustände & Schlafstörungen

So gut wie in jedem Land, in dem die Todeszahlen – direkt oder indirekt bedingt durch den Covid19-Virus – eine gewisse Zahl überschritten, begannen Politiker während der letzten Wochen und Monate, die Bewegungsfreiheit der Bürger schrittweise einzuschränken – teilweise in drastischen Ausmaßen, wie zeitbegrenzten oder gar dauerhaften Ausgangssperren, die häufig sogar polizeilich oder militärisch überwacht und bei Zuwiderhandeln mit heftigen Strafen belegt werden. Daneben verlegten zahlreiche Firmen und Ämter die Tätigkeit dafür in Frage kommender Mitarbeiter in deren kurzerhand als solche deklarierten “Home Offices” – mit bisher noch unklarer Dauer, und verbunden mit zahlreichen Herausforderungen (wie Kinderbetreuung, ‘Home schooling’, Platzproblemen, technischen Umstellungen usw.), die dafür zu lösen waren und bis auf weiteres sind.

Wie aber wirken sich all diese Veränderungen und Umstellungen auf die Psyche der Betroffenen aus?

In China bestehen diesbezüglich bereits Erfahrungen, und diese wurden vor kurzem publiziert. In Wuhan etwa wurden bereits im Januar 11 Millionen Menschen isoliert, im allein im Monat Februar erfolgten 2.144 Hotline-Anrufe bei einem (1) bestimmten psychologischen Dienste, die ausgewertet wurden. Knapp die Hälfte der Anrufer klagte über Angstzustände, gefolgt von Schlafproblemen, somatoformen Symptomen, depressiven Symptomen und anderen emotionalen Zuständen wie Einsamkeit, Müdigkeit und Unruhe. Auch körperliche Beschwerden wie Herzklopfen, Atemnot oder Engegefühl in der Brust wurden beschrieben – bei diesen kann es sich um psychosomatische Folgesymptome des emotionalen Stresses handeln.

Die Telefonseelsorge in Deutschland verzeichnet dieser Tage einen ähnlichen Trend: Die Anrufe haben sich seit dem Beginn der Corona-Krise im Schnitt verdoppelt, an einzelnen Tagen rufen etwa 10-mal so viele Personen an.

Risikogruppen besonders gefährdet

Bei den Menschen, die die Telefonseelsorge nutzten, standen größtenteils noch ganz praktische Probleme im Vordergrund: etwa die Organisation eines Krankenhausaufenthalts oder finanzielle Auswirkungen der Krise. Doch speziell Personen mit psychischen Vorerkrankungen dürften während der nächsten Monate ganz besonderen Belastungen ausgesetzt sein. Ihre Resilienz ist zumeist geringer als jene psychisch “gesunder” Personen, und viele der Betroffenen neigen dazu, die problematischen Aspekte von Veränderungen besonders stark wahrzunehmen, Positives dagegen gar nicht oder nur in weitaus geringerem Ausmaß. Besonders schwierig ist die Situation, wenn der Aufenthalt in einer Tagesklinik, Reha-Einrichtung, Werkstatt oder Wohngruppe abgebrochen werden muss oder durch die Ausgangssperre tägliche Routinen nicht mehr eingehalten werden können. Nicht zu vergessen sind in diesem Zusammenhang auch die enormen psychischen Belastungen für die “Helfer” selbst – medizinisches Personal und andere im Gesundheitssektor Beschäftigte, aber auch Angehörige der Erkrankten.

Online-Beratung als neue Ressource

Zahlreiche Versicherungsträger und Experten empfehlen daher, die zahlreichen, zur Verfügung stehenden Angebote von “Video-Sprechstunden” bzw. Online-Beratung wahrzunehmen. Bis vor der Krise handelte es sich dabei um eine Nische im Bereich der psychologischen und therapeutischen Unterstützung, heute jedoch ist es die beste Alternative zu persönlichen Gespräch, das durch die Anfahrtswege nicht nur potenzielle Infektionsrisiken birgt, sondern nicht selten sind die Anfahrtswege auch schwierig nutzbar (wenn etwa öffentliche Verkehrsmittel eingestellt oder reduziert wurden).
Aus diesem Grund hat der deutsche GKV-Spitzenverband die bislang geltenden Begrenzungsregelungen vorerst bis zum 31. Mai 2020 aufgehoben, ähnliche Regelungen gelten auch in Österreich und der Schweiz: bis auf Widerruf kann Psychotherapie bzw. Online-Beratung auch anstelle von persönlichen Sitzungen wahrgenommen und auch so wie persönliche Sitzungen abgerechnet werden – auch dann, wenn Klienten zuvor noch nicht bei ihnen in Behandlung waren. In Deutschland muss bei psychologischen Psychotherapeuten weiterhin zumindest 1 persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt vorausgegangen sein.

Zum Weiterlesen:

– “Psychisch Kranke sind übersehene Risikogruppe” (Der Standard, 26.03.2020)
Leitfaden der Deutschen Depressionshilfe

Hinweis: bitte klären Sie in Ihrem eigenen Interesse die aktuelle Situation mit Ihrer Versicherung und/oder Ihrem/r Therapeuten/Therapeutin. Die Regelungen ändern sich derzeit regional ständig, sodass dieser Blog-Artikel u.U. zum Zeitpunkt, wenn Sie ihn lesen, nicht mehr aktuell sein könnte.
Bildquelle: medicalnewstoday.com

Mar 21

Covid 19 strategy study Phot Copyright: Imperial College London

Studie zu Strategien gegen den Covid-19 / Corona-Virus

Eine Studie, die verschiedene Ansätze der Beeinflussung der Ausbreitung und Auswirkungen des COVID-19 – Virus in mathematischen Modellen untersucht, wurde am London Imperial College durchgeführt und im aktuellsten WHO-Bericht zum sog. “Coronavirus” veröffentlicht. In der Studie wurden 4 unterschiedliche Strategien für den Kampf gegen den Virus analysiert: (1. nichts tun 2. Maßnahmen zur Verlangsamung der Infektionsraten 3. Maßnahmen zur Unterdrückung des Virus wie z.B. strikte Ausgangssperren und 4. eine Kombination von 3 & 4). Das Ergebnis war, dass die Strategie “Verlangsamung + Unterdrückung” (massive Reduktion des öffentlichen Lebens und der Sozialkontakte, bis die Spitäler die Zahl der schwer Erkrankten wieder bewältigen können, dann wieder graduelle Erleichterung der Maßnahmen solange, bis die Spitalsbetten wieder voll sind – dann wieder eine Phase massiver Einschränkung usw.) der erfolgversprechendste Ansatz sein dürfte.

Dennoch würde es die heute noch fast unvorstellbare Dauer von 2 Jahren benötigen, bis auf diese Weise eine ausreichende Immunisierung der Bevölkerung erreicht ist.

Es ist für die korrekte Einschätzung der Perspektiven allerdings wichtig, zu berücksichtigen, dass dieses Modell nicht die Strategie, zuvor stattgefundene Sozialkontakte der infizierten Patienten ausfindig zu machen, die Verbesserung und Verfügbarkeit von Schnelltest-Kits, sowie die weltweite Verfügbarkeit einer wirksamen Schutzimpfung berücksichtigt (welche unter idealen Bedingungen weniger als 2 Jahre dauern könnte). Jeder dieser Faktoren könnte die Dauer der massiven Auswirkungen des COVID-19 – Virus auf unser soziales und wirtschaftliches Leben reduzieren. Andererseits zeigt das Modell jedoch auch auf, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass wir schon innerhalb weniger Monate wieder mit unserem “gewohnten” Leben fortfahren können.

Englischsprachiger Artikel mit Links zur Studie: https://www.imperial.ac.uk/…/covid-19-imperial-researchers…/
Deutschsprachiger Presseartikel: https://www.businessinsider.de/…/londoner-forscher-haben-i…/ Bildrechte: Imperial College London, imperial.ac.uk

Jan 31
Luftverschmutzung und Wasserverschmutzung als Grund für Depression?

Luftverschmutzung und Wasserverschmutzung als Grund für Depression?

Einer Ende 2019 erschienenen Studie von Khan/Plana-Ripoll/Antonsen/Brandt et.al. zufolge welche im wissenschaftlichen Journal PLOS publiziert wurde, ist Umweltverschmutzung – konkret schlechte Luft- und Wasserqualität – mit einem erhöhten Auftreten von Depression und bipolaren Störungen “signifikant assoziiert”. Damit wird die Annahme in den Raum gestellt, dass Umweltverschmutzung zu spezifischen pychischen Störungen führen kann.

Die Studie wurde mit großen Datensets durchgeführt: die Erkrankungsdaten von 151 Millionen Einwohnern auf der Basis von Versicherungsansprüchen in den USA, und von 1,5 Millionen Einwohnern aus dem Dänischen Patientenregister wurden herangezogen. Die Umweltverschmutzung wurde anhand der Environmental Protection Agency (EPA) environmental quality indices (EQIs) der US-Bundesstaaten und den individuellen Werten der Luftverschmutzung in Dänemark bemessen.

Als mögliche Gründe für die Korrelation (und vermuteten Zusammenhänge) wurden Neologismen und/oder noch wenig erforschte Phänomene wie “neuroinflammation”, “Excitotoxizität” oder “oxidativer Stress” herangezogen. Aus wissenschaftlicher Sicht stellt dies insofern ein Problem dar, als dadurch die Zusammenhänge nicht direkt und kausalistisch überprüft werden können, sondern zwischen einer Mutmaßung und sichtbaren Veränderungen Vorgänge in einer “black box” bemüht werden müssen, um eine bestimmte theoretische Annahme zu argumentieren. In gewisser Weise ähnelt dieser Ansatz der Grundhaltung: “In der Hand von Uri Geller, welcher möglicherweise über telekinetische Kräfte verfügt, verbog sich ohne sichtbare Krafteinwirkung eine Gabel” -> durch mir bekannte Möglichkeiten nicht zu erklären -> ist dann vermutlich “Telekinese”. Zudem existieren auch in der Wissenschaft immer wieder Trends – mitunter bedingt durch Fortschritte in gewissen Bereichen, die dann neue Sichtweisen eröffnen, häufig sind diese Trends aber auch durch gesellschaftliche Trends beeinflußt: war es früher die Genetik, so sind derzeit gender-bezogene Schwerpunkte und Umweltverschmutzung /Klimaveränderung sehr ‘en vogue’ in der Forschung, und sie erhalten häufig auch eher Forschungsgeld zugesprochen als andere.

Wie sonst aber ließen sich die gefundenen Korrelationen erklären?

“Fooled by randomness”, so könnte man die Studienergebnisse ebensogut interpretieren. Als mögliche Erklärung der Korrelation wäre die Hypothese, dass die Korrelation zwischen psychischen Erkrankungen und der Luftqualität durch soziodemographische Faktoren besteht, aus meiner bescheidenen Sicht wesentlich besser argumentierbar als in seiner Auswirkung auf die Psyche (!) in keiner Weise näher erklärter “oxidativer Stress”. So könnte man beispielsweise davon ausgehen, dass es eher das Leben in einer Industrieregion und die damit verbundene wirtschaftliche und allgemeine emotionale Situation der Einwohner es ist, die diese depressiv macht, als die Qualität der Luft. Ja man könnte noch weitergehen und vermuten, dass es sich sowohl bei den psychischen Erkrankungen, als auch bei der Luftqualität um Symptome ähnlicher Ursachen handelt…

Ich möchte mit diesem kurzen Impulsartikel wohlgemerkt keineswegs ausschließen, dass die hergestellten Zusammenhänge korrekt sind, oder sich eine bessere Luftqualität nicht auch auf die allgemeine Befindlichkeit auswirken kann – selbstverständlich tut sie das. Sehr vorsichtig allerdings sollte man damit sein, vorschnell Zusammenhänge herzustellen, wo nicht unbedingt welche bestehen müssen – womöglich sogar, um plakative Medieneffekte zu erzielen, weitere Forschungsgelder zu lukrieren oder “Ergebnisse” präsentieren zu können, für die wenig substanzielle Evidenz vorliegt.

Jan 25
Fasten könnte mitunter eine Alternative zu Psychopharmaka darstellen. (Foto: Fotolia)

Fasten hat sehr häufig einen längerfristigen Effekt von Stimmungsaufhellung, Verbesserung des Selbstwertgefühls und mitunter sogar Gefühlen von Euphorie. Diese können bei leichten Formen von Depression, aber auch schwereren Formen positiv unterstützen. Bei schwereren Depressionserkrankungen könnte Fasten mitunter die zusätzliche Einnahme von Psychopharmaka neben einer Psychotherapie unnötig machen oder erlauben, deren Dosis zu reduzieren. Dies sind mögliche Schlußfolgerungen aus einer bereits im Jahr 2013 im Journal Elesier veröffentlichten Studie von Guillaume Fond et.al.

Diese Studie steht in ihren Ergebnissen im Einklang mit einigen anderen mit ähnlichen Fragestellungen. In einer Studie von Teng (2011) brachte eine Kalorienreduktion von 300-500 kcal/Tag “signifikante Zunahme von Energie”, Tavakkoli (2008) zufolge brachte Intervall-Fasten während des Ramadans eine signifikante Reduktion von Angst-Scores, nach Kanazawa (2006) brachte 10-tägiges Fasten signifikante Verbesserungen für die Problembereiche Anorexie, Angstsymptome und Stimmungsschwankungen, Michalsen (2009) fand signifikante Stimmungsverbesserungen nach 1-wöchigem medizinischen Fasten per Kalorienreduktion, Faaroq nach Intervallfasten signifikante Reduktion der Scores von “Manie” (YMRS) und Depression (HDRS).

Für Depressionspatienten wie auch deren Psychotherapeuten und Psychiater wäre es somit definitiv empfehlenswert, diätetische Ergänzungen zum Therapieprogramm anzudenken – ja es ist aus meiner Sicht sogar verwunderlich, dass diese nicht bereits zum therapeutischen Standard beim erweiterten Störungskomplex Affektiver Störungen sowie durchaus auch des neurotischen und somatoformen Störungskreises gehören. Hier können und sollen durchaus auch Mediziner und/oder Ernährungsberater (etwa zur Einstellung einer persönlich passenden Fasten-Variante sowie medizinischer Begleitung, wenn erforderlich) beigezogen werden.

So könnten neben den positiven körperlichen Effekten des Fastens vermehrt auch die offenbar sehr häufigen psychischen positiven Effekte gezielter genützt, und die für den Stoffwechsel häufig belastende Nutzung von Psychopharmaka dagegen teils signifikant reduziert (oder sogar unnötig) werden.

Sep 01

(image src: wikimedia.org)

Wie der US-Psychologe Irving Kirsch von der Harvard Medical School im Zuge zweier Meta-Analysen zwischen 2002 und 2008 herausfand, dürfte der Nutzen von Antidepressiva vor allem auf einem Placeboeffekt beruhen. 82% der antidepressiven Wirkung lassen sich demnach auch nach der Verabreichung von Placebos feststellen. Diese Ergebnisse wurden nun auch von einer deutschen Studie aus dem Jahr 2018 bestätigt, derzufolge AD’s in jeder zweiten klinischen Studie nicht wesentlich besser als eine Behandlung mit Placebos abschneiden.



Bemerkenswert auch eine andere Beobachtung im Zuge der Studie: manche Antidepressiva senkten den Serotonin-Spiegel, andere erhöhten ihn, bei anderen Medikamenten wiederum blieb er gleich. Die antidepressive Wirkung war jedoch im Großen und Ganzen die gleiche.

Die Schlußfolgerung von Dr. Kirsch: da Antidepressiva ein großes Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen aufweisen, “sollten sie nur als letztes Mittel bei extrem schweren Depressionen und nur, falls alle anderen Behandlungsformen versagt haben, eingesetzt werden”.

Quelle: Placebo Effect in the Treatment of Depression and Anxiety

Jun 25

(image src: indiatimes.com)

Laut einer Meta-Analyse einschlägiger US-Studien aus dem Zeitraum von 1987-2013 durch Forscher der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Salzburg steigt das Suizidrisiko unter der Anwendung von Antidepressiva verglichen mit einer von Scheinmedikamenten (Placebos) um den Faktor 2,5.

In allen analysierten Studien begingen 0,8 Prozent der Patienten, die ein Antidepressivum erhielten, Suizid oder einen Suizidversuch, während es in der Kontrollgruppe mit Placebo lediglich 0,3 Prozent waren. Die Verläßlichkeit der Datenerhebung ist hoch, da es sich bei den Studien um sogenannte “Doppelblindstudien” handelte, bei denen weder die Ärzte, noch die Patienten wußten, wer Antidepressiva und wer Placebos erhielt.



Eine Konsequenz aus der Untersuchung sollte sein, noch mehr Vorsicht beim (während der letzten Jahre massiv angestiegenen) Verschreiben von Antidepressiva – insbesondere durch Hausärzte – walten zu lassen. Nicht selten seien nicht einmal alle Dignoasekriterien für Depressionen oder Angstörungen erfüllt, oder es wären nur unspezifische Symptome vorhanden, und Antidepressiva würden dann “auf Verdacht hin” verschrieben.

Auch sollten PatientInnen noch besser über die Risiken aufgeklärt werden. “Gerade zu Beginn der Behandlung, bei abrupten Dosisänderungen und beim Absetzen muss man mit einem erhöhten Suizidrisiko rechnen”, so einer der Studienautoren. Bei schweren Depressions-Formen jedoch stünde die Behandlung mit Medikamenten außer Frage, wichtig sei jedoch eine kontinuierliche und enge Überwachung. Parallel zur medikamentösen Behandlung sollten auch Psychotherapie oder Sport zur Anwendung kommen.

(Quelle: Newer-Generation Antidepressants and Suicide Risk in Randomized Controlled Trials: A Re-Analysis of the FDA Database)

Jun 10
Depression und Demenz-Symptome

Häufig versteckt sich hinter dem Verlust von Merkfähigkeit eine Depression (pic: newscientist.com).

Bei schweren Depressions-Formen können derart starke kognitive Einschränkungen entstehen, dass man in bestimmten Fällen vom Auftreten einer Pseudo-Demenz spricht. Doch im Unterschied zu anderen Demenz-Formen verbessert sich das Erinnerungsvermögen wieder, sobald die depressive Phase abklingt.

Dies wurde kürzlich in einem Computermodell, das in Bochum entwickelt wurde, nachgewiesen. Wie bei echten Patienten wechselten sich auch in dem Computermodell depressive Phasen und Phasen ohne Symptome ab. Das Computermodell konnte Erinnerungen genauer abrufen, wenn der zuständige Teil des Gehirns viele neue Nervenzellen bilden konnte – ähnlich wie während Depressionsphasen mit geringerer Symptomatik. Wurden dagegen weniger neue Nervenzellen gebildet (ähnlich, wie das bei schwereren Depressionsphasen passiert), war es schwieriger für das Gehirn, ähnliche Erinnerungen zu unterscheiden und getrennt abzurufen.

Im Modell wurde auch aufgezeigt, dass es schwer fallen kann, auf Erinnerungen zurückzugreifen, die vor der Depression entstanden waren. Je länger eine depressive Phase andauerte, desto weiter zurückliegende Erinnerungen waren betroffen. Untersuchungsleiter Sen Cheng: “Bisher geht man davon aus, dass nur während einer Depression Gedächtnisstörungen auftreten. Wenn unser Modell recht hat, hätten Depressionen weitreichendere Konsequenzen. Alte Erinnerungen könnten bleibend geschädigt werden, selbst wenn die Depression bereits abgeklungen ist.”

Quellen: Virtual brain gives insights into memory deficits in depression

10.07.20