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paul.muad.dib
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Post Fri, 05.Nov.04, 0:38      Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

Meine Geschichte:

Ich bin 22 Jahre alt, Student. Schon als Jugendlicher verbrachte ich überdurchschnittlich viel Zeit mit Computer- und Videospielen. Nach meinem sehr guten Abitur wurde dies meiner Meinung nach allmählich zu einer Sucht.
Es war ein schleichende Prozess, so dass ich nicht sagen kann, ab welchem Punkt ich süchtig war bzw. bin.

Mein bisheriges Studium war jedoch dadurch gekennzeichnet, dass ich Lehrveranstaltungen nicht oder nur unregelmäßig besuchte und stattdessen vor dem Computer hockte.
Im letzten Semester war ich nach der zweiten Woche gar nicht mehr an der Uni und bin nur zu den Klausuren gekommen. Für diese habe ich mich etwa 2 Monate von Computer losreißen können, ansonsten habe ich die Zeit hauptsächlich vor dem Computer verbracht.

In den Semesterferien bis zu Beginn dieses Semesters war es häufig mein "normaler" Tagesablauf, aufzustehen, mich an den Computer zu setzten und zu spielen und erst spät in der Nacht aufzuhören, um mich wieder ins Bett zu legen.

Soziale Kontakte habe ich vernachlässigt, teilweise ging es soweit, dass ich nicht mehr ans Telefon gegangen bin. Ansonsten habe ich nur das Nötigste gemacht, um so viel Zeit wie möglich vor dem Computer zu verbringen.

Das waren dann einkaufen, wenn alle Lebensmittelvorräte aufgebraucht waren und 7-9 Stunden jobben pro Woche.

Die einzigen Personen, die ich noch regelmäßig gesehen habe, waren meine Freundin und meine Eltern. Für Treffen mit diesen konnte ich mich über längere Zeit vom Computer losreißen.

In der Zeit vor dem Computer habe ich hauptsächlich gespielt, teilweise aber auch in Newsgroups geschrieben. Feste Online-Bekanntschaften habe ich allerdings nicht.


Letzten Samstag hat meine Freundin Schluss gemacht und das war für mich der Punkt, wo ich die Kraft hatte aufzuhören.

Jetzt stehe ich vor dem Scherbenhaufen meines Lebens: Meine Freundin ist weg, und die Kontakte zu anderen Menschen sind abgebrochen. Nur mit meinen Eltern habe ich noch guten Kontakt.
Mein bisheriges Studium habe ich ziemlich versemmelt. Ich bin 2 Semester über der Regelstudienzeit und habe die bisher bestandenen Klausuren nur mit Ach und Krach geschafft. Immerhin wird es reichen, dass ich in diesem Semester wenigstens mein Grundstudium beenden kann.

Bisher habe ich folgende Schritte unternommen:

Die Spiele von der Festplatte gelöscht und alle CDs mit Spielen aus meiner Wohnung entfernt. Ich denke, ich kann mich nicht selbst kontrollieren, deshaöb hilft nur, gar nicht zu spielen.
Die Computerzeitschriften ebenfalls weggepackt und die Abonnements gekündigt.
Eine Liste mit zu erledigenden Dingen gemacht und seit Montag die meiste Zeit damit verbracht, diese abzuarbeiten.
Zu allen Universitätsveranstaltungen diese Woche gegangen.
Einen alten Bekannten angerufen und mit ihm ein Treffen ausgemacht.

Meinen Eltern und einigen Kommilitonen, mit denen ich in der wenigen Zeit, die ich bisher an der Uni war gut zurecht kam und meiner (Ex-)Freundin von meiner Sucht erzählt.

Ich schreibe jeden Abend auf, was ich tagsüber getan habe und wie es mir geht, auch um mich selbst zu kontrollieren.

Den Computer habe ich noch jeden Tag eingeschaltet, aber bis auf heute abend nur für kurze Zeit. Anmachen, e-mails lesen, ausschalten. Ich kann und will nicht ganz auf ihn verzichten, weil auch viele Studienrelevante Dinge im Internet erledigt werden müssen. Ich glaube aber, solange ich spiele, kann ich es kontrollieren und ihn ausschalten, wenn ich das erledigt habe, wofür ich ihn angeschaltet habe.


Ich würde mich nun gerne, bevorzugt offline, mit Menschen austauchen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Meine Internet-Recherche hat jedoch keine vernünftige Anlaufstelle ergeben.
Ich weiß nicht, ob ich diese Sucht selbst bewältigen kann. Bislang klappt es ja ganz gut, aber was ist in 2-3 Wochen? Wann bin ich Über'n Berg? Sollte ich nie wieder PC-Spiele anfassen? Wie komme ich aus der Isolation wieder heraus?
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recordable
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Post Fri, 05.Nov.04, 12:54      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

hallo,

du hast ja "nur" eine spiele-sucht. das ist aber auch sehr schlimm. leider kannst du dir da nur selbst helfen. geh so oft wie möglich weg vom computer.
wenns geht -schaff ihn aus deiner wohnung und bring ihn zu deinen eltern.
emails abrufen kannst du ja auch an der uni.-wenn du dort bist.


besorg dir ein buch-und lese.

hoffe ich lese dich hier nicht mehr..(dann weis ich das dus geschafft hast Smile )
lg recordable
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slave
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Post Fri, 05.Nov.04, 13:02      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

.. wow, hut ab, du hast schon sehr viel geschafft !!

hmm ich habe zwar keine Erfahrungen in diesem Bereich, aber ich denke es ist bestimmt schwer, wieder ein "geregelten" Alltag zu schaffen. Ich würde dir raten, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Du bist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg......nur Geduld.

Viel Glück dabei ..
lg
SlaVe

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Baver
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Post Thu, 11.Nov.04, 21:44      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

Also hast echt viel geschaft nur PC ist eig nur zeitvertreib du slltest untershceiden zwischen sucht und zwischen zeit vertreib.
Man hat meist nix besseres zutun

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paul.muad.dib
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Post Sat, 13.Nov.04, 12:37      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

Baver wrote:
Also hast echt viel geschaft nur PC ist eig nur zeitvertreib du slltest untershceiden zwischen sucht und zwischen zeit vertreib.
Man hat meist nix besseres zutun


Da kann ich dir nicht zustimmen. Vielleicht ist es wirklich eher Symptom als Ursache, aber Sucht ist es schon. Es hätte tausend Sachen gegeben, die ich hätte erldeigen müssen/sollen/können, d.h. ich hätte was besseres zu tun gehabt, nur konnte ich mich eben nicht von PC lösen.
Heute Abend sind es zwei Wochen, die ich nicht mehr gespielt habe! Very Happy

Quote:


hmm ich habe zwar keine Erfahrungen in diesem Bereich, aber ich denke es ist bestimmt schwer, wieder ein "geregelten" Alltag zu schaffen. Ich würde dir raten, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Du bist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg......nur Geduld.



Ja, Schritt für Schritt. Es geht voran, aber das Schwierigste ist eben, aus der Isolation heraus zu kommen, in die ich mich gebracht habe.
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Karola
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Post Sat, 13.Nov.04, 12:51      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

Hallo,

vielleicht liegt es auch gerade am Aufschieben? Es ist ja einfacher, am PC sitzen zu bleiben als Sachen zu erledigen. Mit PC-Spielen kann man das dann ja erstmal wieder verdrängen.

Karola
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paul.muad.dib
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Post Sat, 13.Nov.04, 15:12      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

Karola wrote:
Hallo,

vielleicht liegt es auch gerade am Aufschieben? Es ist ja einfacher, am PC sitzen zu bleiben als Sachen zu erledigen. Mit PC-Spielen kann man das dann ja erstmal wieder verdrängen.

Karola


So ist es.
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nachbarin
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Post Sun, 14.Nov.04, 12:18      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

Bis vor kurzer Zeit saß ich wirklich extrem viel vorm PC. Suchthafte Züge hatte es, aber eine richtige Sucht war es glaube ich nich.
Früher war ich eigentlich ein zuverlässiger Mensch, gut in der Schule, musterhaft eben.
Vor vielleicht drei, vier Jahren fing ich an öfter an den Computer, den ich als ich noch kleiner war gradezu verabscheut hatte zu gehen. Anfangs für ein referat, da fand ich dann einige Seiten auf die ich öfter mal gehen wollte und so ging es los.
Früher haben meine Eltern mir klare Grenzen gesetzt z.B. eine Stunde die ich natürlich maßlos überzogen habe. Letzte Weihnachten bekam ich den Computer dann in meine Dachgaube, wodurch es unkontrollierbar wurde. Eigentlich war es das schon seit Aufhebung der 1-Stunde-Regelung, aber so kam ich nach der Schule heim, aß etwas und ging an den Computer. Weg ging ich dann erst zum ins Bett gehen was auch immer später wurde.
Ich wurde unzuverlässig, vernachlässigte die Schule total, was (un)glücklicherweise durch meine enome Begabung vertuscht wurde, soll heißen ich schrieb auch ohne Lernen Einser und Zweier.
Gegenüber anderen kindern war ich schon immr etwas verschlosener, in der Schule hatte ich viel Kontakt, aber nach zuhause brachte ich selten jemand. Damit war ich natürlich gradezu prädestiniert für die Flucht ins Virtuelle.
Im Sommer wurde es dann doch ziemlich schlimm, soll heißen ich vergaß Büchereibücher über Wochen und Monate abzugeben, musste hohe Strafgebühren zahlen, vergaß Arzttermine(z.B. bei meiner Logopädin bei der ich wegen Lispeln war erschien ich nur noch ca. jedes dritte mal) und Hausaufgaben erledigte ich schon seit 1,5 Jahren nicht mehr. Meine Schulnoten verschwieg ich teilweise daheim und schon seit mehreren Jahren hatte ich Dinge, die ich verschwieg und die mir so immer wieder Probleme bereiteten. Ich wartete nur darauf, dass der große Zusammensturz kommen möge, mitten in den Wirrungen der Pubertät.

Es kam nicht der große, nur lauter kleine und meine Eltern brachten das auch mit dem Computer in Verbindung. Meine Sommerferien verbrachte ich mit einem Praktikum und im Urlaub, den Rest der Zeit zu größeren Teilen am Computer, ich versuchte aber schon ab da mich zu kontrollieren. Irgendwie war der Compzuter für mich auch immer ein bisschen die Lösung, weil ich halt nicht so der unter Jugendlichen beliebte, colle Typ bin und ausserdem nicht vollschlank(also noch nicht dick, aber irgendwie belastet mich dieser Bauchansatz schon etwas....den sieht man auf Fotos im web nicht)

Mittlerweile schalte ich den Computer häufig aus, weil er mich langweilt, lese wieder mehr, denke einfach nach(ich bin so ein mensch der Stunden dasitzt, malt, liest, schreibt und denkt, eben realitätsfern) und die letzten Termine bei meiner Logopädin habe ich alle eingehalten, jetzt sind sogar die 30 Behandlungsstunden um. Ich habe immernoch wenig ausserhalb der Schule mit meinen Freundinnen zu tun, was aber auch viel an ihnen liegt. Am Computer klinke ich mich aus Foren aus, programmiere mehr und da kann ich problemlos halt sagen. Am meisten Spass am Computer machen mir die Donnerstage, wenn ich bei der AG Schulhomepage mit anderen Leuten am Computer sitze- wegen dem Zusammensein.
Ich war auf Austausch und habe wie letztes Jahr auch jeden Tag ein anderes Hobby wo ich mit anderen leuten zusammen bin und langsam, aber sicher kämpfe ich mich zur Zuverlässigkeit. Mache meine Hausaufgaben, die Büchereirechnungen halten sich in Grenzen und nur beim Leuten antworten bin ich noch extrem faul, gewonnen hab ich noch nicht, aber ich werde es....

Ich denke richtig schlimm süchtig war ich nicht, z.B. durch mein Engagement bei der Schülerzeitung hatte ich auch noch real viel Spass, nur wenn ich heimkam war nichts mehr mit mir anzufangen. Ich bin auch jetzt ein Einzelgänger und flüchte mich in Gedanken, aber besser in Gedanken, als an den Computer. Denn wer kann schon einem guten Gedanken widerstehen?
Schreiben hilft, danke
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Raphael
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Post Sun, 14.Nov.04, 12:33      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

hm...
gehe zu einer suchtberatungsstelle in deiner stadt
Ich persöhnlich mußte erst zwei anlaufen, bei der dritten hatte ich dann erfolg.
Die meinsten unterschätzen dieses problem.
Ich hatte als ich mich entgültig entschloß diesen pc nicht mehr als haupt zeitvertreib zu nutzen, echte probleme.
Die fingen an von nervösität, antrieblossigkeit,kopfschmerzen,ziellosigkeit bis hin zu schweren depessionen und extremen wut ausbrüchen.
wenn ich nicht in eine therapie gegangen wäre wäre ich nie davon losgekommen.

das was ich schade finde ist, viele sehr viele einfach nur sagen das es nur ein pc ist , von dem man nicht süchtig werden kann.
ich weiß seit einiger zeit das es so ist.
leider ist die menschliche seele nicht so einfach wie viele denken.
ich persöhnlih habe mir aus dem inet mit meinem ehemalgen dflw clan mein letztes bisschen selbstwert gefühl geholt.
da unter dem spielen die arbeit litt, stand ich dort unter grossem druck, also spielte ich.
meine ehe litt drunter, also spielte ich.
frau verloren, also spielte ich.
usw usw.
mußte mir in ganz harter arbeit neue hobbies zu legen, und einfach ein buch lesen war zu der zeit nicht für mich möglich.
diese süchte beginnen immer mit einer gewohnheit, die dann zur sucht werden und es ist egal wekche sucht es ist.
ich spielte erst aus gewohnheit, bis es der exxes wurde.

also suche dir fachliche hilfe. das der einzige richtige weg.
wenn du es schaffts das buch zu besorgen"caught in the net" von sarah young, wird es dir helfen. mir liefen die tränen. aber das solltest du nur lesen wenn du ganz bestimmt davon los kommen möchtest. wnn du möchtest werde ich dir noch en paar weiter links geben wo du dich schlau machen kannst.
ich weiß, das wenn du diesen weg gehst, dann wird es ein schwerer weg und du stehst erst am anfang.
und lass dir nix von anderen einreden. meistens haben die angst dir deine sucht einzugestehen, weil sie dann wissen das sie selber süchtig sind nach dem inet und seine unendlichen weiten.
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nachbarin
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Post Sun, 14.Nov.04, 15:15      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

Raphael wrote:

leider ist die menschliche seele nicht so einfach wie viele denken.
ich persöhnlih habe mir aus dem inet mit meinem ehemalgen dflw clan mein letztes bisschen selbstwert gefühl geholt.
kenne ich und irgendwie ist das auch ein bisschen gut....ich bin fünfzehn also noch mitten in pubertätskrisen und magelndem selbstwertgefühl, aber seit ich durchs inet menschen kennengelernt hab mit denen ich mich gut verstand sind meine früheren selbstmordgedanken nicht mehr aufgetaucht....einfach weil man sich irgendwo ausheulen kann, selbst dann wenn ich mich mit meinen eltern gestritten habe. und weil ich merkte, dass ich ja doch spontan und lustig sein kann, seitdem traue ich mich im normalen leben mehr.
aber wenn man dann irgendwie doch kaum noch loskommt....


nachbarin, die grade eine woche pc-pause beschlossen hat, einfach aus guter laune.
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paul.muad.dib
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Post Sun, 14.Nov.04, 22:25      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

An dieser Stelle erst mal vielen Dank an alle, die mir geantwortet haben.

Ich würde mich über links freuen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich zu einer Suchtberatungsstelle gehen sollte. Vielleicht rede ich es mir ein, aber ich glaube, dass ich es auch so schaffen kann.
Allerdings befinde ich mich wohl auch auf einem schmalen Grat, da ich den Pc wieder öfter einschalte. Ich glaube aber, wenn ich mir verbiete zu spielen, in Newsgroups und Foren zu schreiben (mit diesem als Ausnahme) und wahllos im Inet zu surfen, kann ich es kontrollieren.
Langsam bekomme ich wieder Lust auf's spielen. jetzt beginnt wohl die schwierige Phase, nachdem der erste Schock weg ist.
Wenn ich diesen Beitrag fertig geschrieben habe, schalte ich die Kiste aus und lese weiter.

Entzugerscheinungen, wie Raphael sie geschildert hat, habe ich bisher nicht. Wenn die Trennung von meiner Freundin nicht wäre, würde es mir wahrscheinlich gut gehen, denn ich habe dadurch, dass ich nicht mehr spiele, wieder viel mehr Energie, bin unternehmungslustig, usw.
Weil mir einfach die Kontakte fehlen, verbringe ich aber eben noch die meiste Zeit alleine. Ein erster Schritt war es, dass ich mich heute mit einem Kommilitonen getroffen habe.

An Nachbarin: Ich glaube meine Begabungen haben auch vieles überdeckt, denn dadurch konnte ich mit minimalem Aufwand immer noch etwas erreichen und hatte in der Schule keine Probleme obwohl ich schon da wesentlich mehr Zeit am Computer verbracht habe, als mir gut getan hätte.


An Raphael:
Deine Buchempfehlung passt ja von Titel eher auf Inet-Sucht, womit ich eher keine Probleme habe. Meinst du, ich sollte das Buch trotzdem lesen? Bei dem , was ich bisher gefunden habe, scheint es mir, das Internet-Sucht durch das kommunikative Element sich doch relativ stark von meiner Spielesucht unterscheidet.
Das Muster: "Ich habe Probleme, brauche Erfolgselebnisse, deshalb spiele ich - Dadurch bekomme ich aber noch mehr Probleme und spiele noch mehr" kenne ich gut.


Quote:
ich weiß, das wenn du diesen weg gehst, dann wird es ein schwerer weg und du stehst erst am anfang.


Wie lange dauert so etwas? Was hast du für Erfahrungen mit Rückfällen u.ä. gemacht?
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Raphael
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Post Sun, 14.Nov.04, 23:15      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

hm.....

Also in jedem fall soltest du es lesen. In diesem Buch steht erst mal wie es zur sucht kommt.
Das ist vielen gar nicht bewußt wie schnell das gehen kann.
Desweiteren findest du dann ratschläge, wie man mit dieser Sucht lebt. Als letztes kommt dann, wie komme ich raus.

Die spielsucht ist eigentlich das selbe wie die inet sucht. Da ich der einen Clan organisierte und schmiß mit den jungs per icq, forum und teamspeak kommunizierte.

Rückfälle habe ich bis jetzt noch keine, jedenfalls ist es mir nicht aufgefallen. Höre da eigentlih immer eher auf die anderen. Habe aber siet langem nicht mehr zu hören bekommen das ich nur am rechner sitze. usw usw.
Das sind so die kleinen alarm signale die ich mir gesetzt habe.

Das mit dem allein sein kann ich voll bestätigen. Man sitzt zu hause und weiß einfach nicht was man machen soll. Ich habe da zum glück ein paar sehr sehr gute freunde gehabt die mich dann aus den allein sein raus holten. und wenn ich zurück schaue dann hab ich mich auch ein paar mal gewehrt.
mir war nur klar das ich diese kiste von pc nicht anrühre.
War verdammt schwer.
In der zeit habe ich mit e-gitarre spielen angefangen. war für mich ein toller aus gleich, erstens wollte ich allein sein, weil in mir alles durch einander ging und zweitens konnte ich die zeit tot schlagen wenn ich nicht allein sein wollte.
mittlerweile habe ich eine band und wir spielen verdammt schlecht und doppelt so laut. aber spaß machts!!

Wie lange so etwas dauert kann ich nicht sagen, ist bestimmt von jedem selber abhängig.
ich persöhnlich habe ca 8 monate gebraucht bis ich mich wieder an den pc setzen konnte. am anfang nur ein paar minuten. jetzt mittlerweile gehts wieder und ich habe ein normales maß gefunden.
geändert hat sich eigentlich bei mir dasich so gut wie gar nicht mehr spiele am pc, brettspiele finde ich mittlerweile interessanter und ich würde nie wieder einen kumpel stehen lassen wegen eines pc spiels ob nun online oder offline.
es geht nichts über einen tollen abend im kino,kneipe,bistro oder konzert...wo auch immer
wenn freunde dabei sind.
aber die müssen sehr wahrscheinlich erst wieder gefunden werden.
wenn dann welche da sind die mit dir daddeln wollen, sag ihnen welches prob du hast, wenn es deine freunde sind sagen sie nichts weiter und lassen dich gewähren. die anderen fangen an dich umzustimmen von denen sprach ich schon.

ach ja ein link:http://www.online-sucht.de/website.php?id=/links_zum_thema_online sucht_internetsucht_online-sucht.htm

und ob du nun hilfe brauchst von einer suchtberatungstelle oder von jemand anderem mußt du für dich ganz alleine entscheiden. ich habe nur die ehrfahrung gemacht das es sehr schwer ist überhaupt eine stelle zu finden die einem hilft.die meisten haben da nur was von gehört.
in der suchtberatungstelle in der ich einschlug, wo ich sagen kann das sie mir halfen, bin ich derzeit beteiligt eine selbsthilfe gruppe aufzubauen.


jetzt fällt mir was ein zum thema rückfall:
ab und zu hatte ich es das meine ex freundin mich, wenn ich dann tatsälich mal spielte,mich direkt anschreien mußte oder mich schubste,damit sie mich überhaupt erreicht.
sie wußte von meinem problem und nahm es mir nicht übel, weil das echt die ausnahme war vielleicht zwei oder drei mal.
leider ging es wegen andere dinge zu brüche.

aber meine gitarre hab ich noch. Very Happy
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Post Sun, 14.Nov.04, 23:24      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

Lieber paul.muad.dib,

zahlreiche Links und Weiterverweise finden Sie ausgehend vom Online-Test auf "Computer- und Internet-Sucht" auf meiner Website sowie auf der Links-Seite (siehe Link-Bereich rechts oben auf jeder Seite).

Bitte um Verständnis, daß reine Link-Einträge in diesem Thread wie überhaupt im gesamten Forum nicht erwünscht sind (und gelöscht würden) - siehe Netiquette. Zur Link-Suche gibt es gute Suchmaschinen wie z.B. Google, die Ihnen mit Sicherheit um ein Vielfaches mehr Ergebnisse bringen als ein diesbezüglicher Aufruf hier.

Lieben Gruß und alles Gute
Richard L. Fellner

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paul.muad.dib
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Post Mon, 15.Nov.04, 11:04      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

Herr Fellner,

Sie haben vollkommen Recht, auf entsprechende Link-Listen und Suchmaschinen zu verweisen.
Diese Möglichkeit habe ich jedoch bereits genutzt, ohne dass ich dabei auf etwas gestoßen wäre, dass mir wirklich weitergeholfen hätte. Insbesondere die auf Ihrer Seite angegebenen Links habe ich bereits besucht.

Das Internet bietet eine Fülle von hilfreichen und weniger hilfreichen Informationen. Empfehlungen von anderen Nutzern können da sehr hilfreich sein, die richtigen Seiten zu finden.

Eine reine Aufforderung nach Angabe von Links, ohne dass man sich vorher selber auf die Suche begeben hat, hat in einem Forum nichts zu suchen. Das ist nur die Faulheit, selber zu suchen.
Dagegen halte ich es nicht für falsch, nach einer mehr oder weniger erfolglosen Suche (Seiten zur Internet-Sucht gibt es viele, aber dies trifft eben weniger auf mein Problem zu) halte ich es nicht für falsch, eine derartige Anfrage zu stellen.


@Raphael

Es ist schön, einfach mal von jemandem zu hören, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Ich glaube, ich werde mir das Buch mal besorgen.
Ich glaube, der Unterschied zur Inet-Sucht ist, dass ich mich völlig von der Außenwelt abgeschnitten habe. Ich habe auch nicht in Clans oder ähnlichen gespielt. D.h., es fand keine Interaktion oder Kommunikation mit anderen Menschen mehr statt, wie sie ja bei I-Net Nutzern zu finden ist. Sowas wie chatten, etc. habe ich kaum gemacht.
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CitaW.
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Post Mon, 15.Nov.04, 23:32      Re: Wege aus Computersucht Reply with quoteBack to top

hi paul

paul.muad.dib wrote:
Ja, Schritt für Schritt. Es geht voran, aber das Schwierigste ist eben, aus der Isolation heraus zu kommen, in die ich mich gebracht habe.


Aus meinen Erfahrungen ist die Isolation sekundär, da findest Du schnell wieder Kontakte und Zugang, wie Du es ja auch hast, wenn Du z.B. in eine andere Stadt hin umziehst.

Was Dich erst so weit gebracht hat ist eher die Faszination dieser Apparatur, dem Wunsch die Vielfältigkeit zu entdecken. Daß dabei für jeden unterschiedliche Faktoren diese Verlockung noch befördern, setzt da sozusagen noch auf. Bei Dir ist das einmal banaler Spieltrieb, aber mehr wohl Lust an Machtausübung, weil sie Dir im Leben bislang versagt blieb (ich meine, daß Du die Figuren führen kannst wie es beliebt, läßt sie zerhauen wen und was auch immer in die Quere kommt, oder fährst, fliegst mit unterschiedlichsten Vehikeln wild durch die Gegend, was Dir im RL nie erlaubt wäre.

Ausgangspunkt ist und bleibt der Computer als solcher. Ihn weitestgehend zu begreifen hast Du Deine Verpflichtungen aufgegeben. Eigentlich. Bleibst dann nur wegen all der Verästelungen bei Dingen hängen, denen Du - einjeder nach Charakter - zusätzliche Befriedigung abgewinnen kannst.

Ein anderer lädt permanent Erotikbildchen herunter, zu Tausenden, solchermaßen auf Zwang gegründet. Der nächste findet seine Erfüllung im Beiträgeschreiben für Foren und Newsgroups. Oder stört diese permanent als Troll.

Danach könnte man unterteilen in elementare Computer- oder Internetsucht und Spielsucht etwa (gewinnen willst Du dabei ja wohl), Dinge, denen man anders genauso gut nachgehen könnte, weniger bequem vielleicht.

Freundlichst, CitaWinckler
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