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Catwoman
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Post Tue, 22.Mar.05, 9:58      Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

Ich hoffe, das passt hierher...

Ich habe das Gefühl, ich brauche dringend eine Auszeit. Ich war drei Jahre lang daheim, habe letzte Woche einen 1-Euro-Job angefangen. Und jetzt bin ich schon krank geschrieben. Ich habe das Gefühl, mir wird das alles zu viel.

Ich möchte mal weg von einem Job oder dem Druck, sich einen suchen zu müssen. Ich möchte weg von daheim, wo tausend unerledigte Dinge auf mich warten. Obwohl ich ja diese drei Jahre zu Hause war, Erholung kann man das nicht nennen. Ich habe mich jeden Tag um die Wohnung gekümmert und um andere Dinge, eigentlich das, wofür Profis bezahlt werden.
Aber ich will weg von den Kochtöpfen, Bewerbungen schreiben, sich um die Katze kümmern, putzen, Behördengänge, einkaufen... das könnte man noch endlos weiterführen.
Ich hatte seit 5 Jahren keinen "richtigen" Urlaub mehr, also diesen Urlaub, wo man sich entspannt, bedienen lässt, keine Verpflichtungen hat. Ich fühle mich gereizt, kann nicht richtig schlafen, bin dauermüde und oft krank, manchmal hat das was von "leer" sein. Einfach ausgepowert, der Akku ist leer.
Daheim kann ich mich nicht entspannen, wenn ich zum Beispiel das Geschirr in der Spüle sehe, dann fühle ich mich in der Pflicht, das zu machen. Ich kann ja schließlich nicht alles meinem Freund alleine überlassen. Und selbst wenn ich mal was stehen lasse, dann habe ich wieder Druck und ein schlechtes Gewissen...
Und mein Freund müsste natürlich mit von der Partie sein, denn ich befinde mich in einer Phase, da würde ich es keine 24 Stunden ohne ihn aushalten, was wiederum Stress bedeuten würde. Und er ist ja nicht der Grund für DIESE Art von Stress, wegen dem ich weg will, ich will nicht weg von ihm, sondern von den alltäglichen Verpflichtungen.

Jetzt ist die gute Frage, wie ich das anstelle. In dem Job, wo ich jetzt bin, da kriegt man fast keinen Urlaub und dann auch nur, wenn die Betriebsferien haben, das sind die unmöglichsten Zeiten. Finanziell siehts auch nicht gut aus, ich kann mir nicht mal ne Woche Mallorca leisten, geschweige denn irgendwelche Reisen innerhalb Deutschlands (wobei ich aber eigentlich in die Sonne möchte). Mein Freund muss seinen Urlaub ein Jahr vorher angeben, was sämtliche Aktivitäten unplanbar macht. Wenn ich vom derzeitigen Job ausgehe, dann haben wir keinen gemeinsamen Urlaub. Nicht 2005 und 2006 auch nicht...
Was meint ihr dazu? Kann man das irgendwie hinkriegen? Oder muss ich das so lange durchhalten, bis ich wirklich mal "umfalle"?

Irgendwo kommt man sich total dämlich vor, andere Leute würden sagen, dass ich drei Jahre lang Urlaub hatte und dass ich mich nicht so anstellen soll. Aber mir wirds einfach zu viel... Ich bin gar nicht mehr ich selbst. Ich meine manchmal, dass ich nur noch eine Maschine bin, die ihren Zweck erfüllt.
Früher, da war irgendwie alles geregelt. Da bin ich öfter mal weg gefahren, hab einen Tag oder ein ganzes Wochenende in einer anderen Stadt verbracht... im Gegenzug machte es da auch nichts, wenn ich mal ne 60-Stunden-Woche hatte. Aber wegfahren oder sowas, das kann ich mir heute nicht mehr leisten. Ich bin froh, wenn ich genug zu essen kaufen kann.
Ich habe praktisch seit ein paar Jahren keinen Ausgleich zum Alltag mehr, mein Alltag hat 24 Stunden, 7 Tage die Woche, verfolgt mich noch im Schlaf. Und das macht mich echt fertig...
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persephoneAngel
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W


Post Wed, 23.Mar.05, 20:08      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

Hallo,
vielleicht brauchst du ja wirklich einen Urlaub.
Oder aber, einfach Zeit für dich.
Es gibt doch bestimmt Alternativen wie Entspannungsübungen, Fantasiereisen...
Und ein Urlaub ist sowieso immer mit viel Hektik dabei...
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Catwoman
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Post Thu, 24.Mar.05, 7:48      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

Entspannungsübungen.... gut und schön. Mit so richtig "professionellen" Methoden habe ich zwar keine Erfahrung, doch auch, wenn ich mal zwei Stunden auf der Couch liege und versuche, an etwas schönes zu denken, hilft mir das nicht. Ich kann mich dann auch schlecht auf die schönen Dinge, an die ich eigentlich denken wollte, konzentrieren, es drängen sich immer irgendwelche Pflichten mit rein. Aber selbst wenn ich so eine "Entspannungs-Stunde" mal durchziehe, ist es ja danach wieder dasselbe. Hier zu Hause gehts einfach nicht. Ich habe das Gefühl, ich muss für Wochen mal hier weg.
Vor besagten fünf Jahren war ich mal fünf Tage auf Mallorca. Als Hektik empfand ich das eigentlich nicht so sehr...
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slave
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Post Thu, 24.Mar.05, 8:00      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

hallo catwoman ..

hm. was hast du den für pflichten? wie wäre es, wenn du einen tag mal alles erledigts, und dich von unnötigen pflichten erlöst? wahrscheinlich bist du ein mensch, der sehr viel auch für andere tut... vielleicht solltest du einfach mal "nein" sagen können !

würde das helfen?

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Post Thu, 24.Mar.05, 10:21      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

Hallo slave!
Darüber musste ich jetzt ein bisschen schmunzeln. Denn das dachte ich mir auch schon, dass ich in einem bestimmten Zeitraum alles erledige und dann für eine gewisse Zeit meine Ruhe habe.
Aber wie das so ist: Ist man hinten fertig, darf man vorne wieder anfangen. Und dazu kommen auch noch Dinge, zu denen ich nicht einfach "nein" sagen kann, Post, die bearbeitet werden muss, dann will das Arbeitsamt was von mir, dann ist mal wieder was mit der Katze (was mach ich, wenn er grad mal wieder Arbeitszeiten hat, die sich mit den Öffnungszeiten des Tierarztes beißen? Kann sie ja nicht verrecken lassen), einkaufen, wenn wir nichts mehr zu essen haben (seine Arbeitszeiten sind meistens wieder so blöd, dass ich das machen muss), Arzttermine kann ich auch nicht einfach absagen... und so weiter...
Heute ist wieder mal so ein Tag. Ich sollte genug geschlafen haben, bin aber trotzdem total müde, ich muss nicht zur Arbeit, die Wohnung ist, bis auf Kleinigkeiten, eigentlich sauber, aber ich hab heute noch einen Arzttermin. Ich will da jetzt schon nicht hin, fühle mich von diesem einen Termin schon fast überfordert.
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lilu
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Post Thu, 24.Mar.05, 11:18      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

hm,

wenn du nicht abspannen kannst liegt das vielleicht weniger an der umgebung als an dir. es gibt gute wege, sich zu entspannen ohne dabei auf cer couch zu sitezn - wo man - wenn man dazu neigt - ohnehin nur die arbeit sieht... dazu muss man nicht unbedingt wochenlang weg. ich fürchte fast, genau 3 tage daheim und dir geht es wie vorhin...

das was ich als normale tagesabläufe sehe, die einfach so nebenher geschehen - mal mit mehr oder weniger einsatz (also einkaufen, essen machen, zusammenräumen, sich um das organisatorische kümmern) betrachtest du als pflicht. erscheint dir mühsam. ich denke fast du betrachtest es als etwas ungerecht, das du dich darum kümmern musst.

weißt du, urlaub in dem sinne habe ich mein ganzes leben lang nicht gehabt. nicht mal in meiner kindheit. dennoch werde ich nicht erdrückt von den lasten...

...aber, wenn es dinge gibt die ich nicht machen will - sie können noch so banal sein - stressen sie mich, überfordern mich auf ganzer ebene. erst kürzlichst erlebt. da wird eine arbeit die in wenigen stunden getan wäre zu einem unerträglichen brocken, beschert wochenlang stress und am schluß bin ich tatsächlich überfordert wenn nur das telefon läutet.

es ist also eine einstellungssache. aber auch eine sache von grenzen setzen . er arbeitet 6 stunden am tag. die meisten geschäfter haben zwischen 10 und 12 stunden geöffnet. so blöd können seine zeiten nicht fallen, dass er nichts einkaufn könnte.

man kann sich selber sehr arm reden/denken. da bin ich allergisch. hab das mein ganzes leben an meiner mutter beobachtet.

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Post Thu, 24.Mar.05, 11:53      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

Ich habe mir das auch schon selbst gesagt, dass ich wohl meine Einstellung dazu ändern muss. Seit Jahren denke ich mir "das schaffst du schon, ist doch alles ganz leicht, andere können es auch" und das auch nach diesem Motto durchgezogen. Nur es wird alles immer schlimmer. Zumal sich mein Körper extrem dagegen wehrt. Ständige Kopfschmerzen, immer müde, Schlafstörungen... eine körperliche Ursache wurde jedoch nicht festgestellt. Aufgrund dieser körperlichen Beeinträchtigungen ist es noch schwerer, sein "Pensum" zu erledigen. Und wiederum daraus resultieren noch schlimmere körperliche Dinge, es ist ein Teufelskreis.

Und eigentlich wollte ich hier weniger über seine Arbeitszeiten reden aber: Wenn er meinetwegen um drei nachmittags anfängt, ist er um neun daheim, diese Zeit fällt weg. Meistens muss er aber zusätzlich ab in der Früh auf Abruf bereit sein. Das heißt, er muss zu Hause sein. Er könnte nicht sagen, wenn die ihn anrufen "Ja, ich komm in eineinhalb Stunden, ich bin grad noch beim einkaufen", das würden die nicht tolerieren.
Und selbst wenn ich die Hälfte dieser Haushaltstätigkeiten an ihn abgeben könnte, momentan ist es mir schon zu viel, wenn nur meine Mutter anruft.

lilu, ich freue mich über jeden deiner Beiträge. Dennoch muss ich dabei immer denken, dass du meinst, die Leute wären an allem selbst schuld, weil du dir das bei dir selbst nicht vorstellen kannst. Du meinst also, es ist eine Einstellungssache, dass mich nur die Dinge stressen, die ich nicht machen will? Hm, am Sonntag kommt meine Mutter, sie bringt uns Osternester mit viel Schoki und Kohle mit. Das freut mich, wirklich, und ich muss auch in dem Sinne nichts "machen, erledigen", doch ich habe kaum Nerven dafür, dass sie uns besucht, was auch nicht an ihr liegt, wir streiten uns nicht oder so. Was ist damit? Oder morgen möchte meine Halbschwester nur schnell ein Blatt Papier von mir abholen. Ich kenne sie, sie wird 2 Minuten in der Tür stehen und dann wieder abdüsen. Dafür muss ich auch nichts tun. Doch ich hab das Gefühl, nicht mal damit werde ich fertig, das stresst mich ungemein, obwohl ich sie ja total gern hab, wegen ihr ist es nicht.
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vilareal
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Post Thu, 24.Mar.05, 12:12      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

Hallo Catwoman!

Habe nicht alle Beiträge gelesen. Sorry wenn ich was wiederhole.

Ich verstehe schon dein Bedürfnis nach Urlaub, glaube aber nicht, dass es dein Problem lösen würde. Eher scheint mir, dass dein Alltag für dich nicht recht befriedigend ist. Würden 2, 3 Wochen Erholung das wirklich verändern? Glaube ich kaum.

Ich glaube es ist viel wichtiger das alltägliche Leben so zu gestalten, dass man zufrieden damit ist.

Quote:

Das heißt, er muss zu Hause sein. Er könnte nicht sagen, wenn die ihn anrufen "Ja, ich komm in eineinhalb Stunden, ich bin grad noch beim einkaufen", das würden die nicht tolerieren.


Ähmm. Sag mal, was ist das für ein Job. Hat er Rufbereitschaft? Das kann sonst ja nicht sein. Er muss doch einkaufen dürfen.

lg,
v.
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lilu
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Post Thu, 24.Mar.05, 12:21      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

und dennoch ist weder deine mutter noch deine schwester daran schuld das du so fühlst.

bei allem was du sagst hast die verantwortung für dein leben immer noch du. wenn du merkst, dass du seelisch leidest, dann musst du auch da etwas dagegen tun - und zb. eine therapie machen. was du da sagst klingt schon ein bisschen nach depression - doch diese diagnose befreit dich auch nicht vor der verantwortung, dagegen etwas zu unternehmen....

sicher kann ein urlaub da helfen - nur - dann musst du dich auch dafür in diesem rahmen einsetzen wie er möglich ist. es geht da weniger darum, wer schuld ist an deiner überforderung - du musst grenzen setzen.

ich weiß wovon ich rede. ich selber habe mich schon mehrmals in situationen begeben in denen ich total überfordert war. ich habe um mich geschlagen und dachte, alle anderen, die umstände, das schicksal - was auch alles wäre schuld. heute weiß ich, dass ich meine grenzen nicht gesetzt habe. und so geht es mir auch heute noch. daher mache ich therapie - um das zu lernen, weil ich es eben nicht von alleine kann. aber ich kann mir alleine die nötige hilfe holen das zu lernen...

kann der wahre grund sein, das du dir selber die auszeit nicht gönnen "willst"? ich komme darauf durch das "andere würden sagen.....". was du da als meinung anderer spekulierst, könnte deine eigene sein.

wie soll ich sagen: es kann dir da kein anderer helfen. oder hättest du denn einen vorschlag?

ich kenne genug besch*** situationen, die mir weh getan haben, ohne das ich selber schuld war sondern weil die anderen so waren wie sie waren. doch keine situation muss so bleiben - dagegen kann ICH was tun indem ich "stop" sage. habe ich auch nicht immer gemacht. aber aus heutiger sicht hätte ich viele dinge nicht "leiden" müssen, hätte ich MICH wahr genommen. dabei ist unerheblich wie schuld andere sind.

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Post Thu, 24.Mar.05, 12:56      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

Ja, ich habe auch nicht behauptet, dass meine Mutter oder wer auch immer dran schuld ist.
Die Sache ist die: An Therapie habe ich natürlich schon gedacht. Doch um diese weitere Pflicht (sorry ein anderes Wort fällt mir nicht ein, obwohl es nicht genau das ist) annehmen zu können, muss ich erst mal hier aus diesem Teufelskreis raus. Denn so, wie es momentan ist, habe ich nicht die Kraft, zu den Therapiestunden zu gehen. Ich wäre von den Terminen die ich dazu habe, wieder maßlos überfordert. Und würde möglicherweise nicht hingehen. Es ist die Frage, wie kann ich all den Ballast erstmal abwerfen, Kraft tanken und dann eine Therapie beginnen? Diesen Ballast loszuwerden, das ist für mich der erste Schritt und unbedingt nötig. Wenn ich von jetzt auf gleich eine Therapie beginne, dann kommt das auf den Ballast-Haufen noch dazu, damit wäre mir nicht geholfen. Aber wie das alles loswerden? Wenn das Arbeitsamt mich hinbestellt, kann ich auch nicht sagen, nein, das geht heut nicht. Ich kann Grenzen setzen - jedoch nicht bei allem. Selbst wenn mein Freund jetzt den Haushalt übernehmen würde, da wären noch die nicht umgehbaren Dinge. Und genau davon muss ich weg, aber ich habe keine Ahnung, wie ich das anstellen soll.

Ach ja @vilareal
KfZ-Mechaniker. Derzeit ist es wieder besonders schlimm, die Leute wollen ihre Sommerreifen haben. Wie ich es schon oft erwähnt habe, ist die Firma ein Saftladen, die machen sowas. Die sagen, dass er zum Beispiel ab 9 Uhr zur Verfügung zu stehen hat obwohl seine normale Arbeitszeit um drei beginnen würde. In sagen wir mal 98% der Fälle rufen sie nicht an, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass er bereit stehen muss. Wenn man das nicht will... es stehen für ihn schon 50 Leute da, die diesen Job machen wollen. Und die sch***** sich da nichts drum, ob jemand jetzt Zeit zum Einkaufen hat, die wissen ja auch, dass er ne Freundin hat, soll die das doch erledigen...
Früher hat er auch ausnahmslos in der Arbeit sich ne Pizza reingeschmissen, sowas wie einkaufen war nicht nötig.
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asha73
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Post Wed, 20.Apr.05, 11:54      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

Hallo,

mir geht es genauso, ich habe seit Jahren keinen Urlaub gemacht, das letzte Mal als ich weggefahren bin, war 1992. Habe die Urlaubszeit immer zu Hause verbracht, natürlich mit den Pflichten, die ein Haushalt mit Mann und Kind mit sich bringt.

Im Moment habe ich auch das Gefühl. ich sei eine Maschine, die den Tagesablauf ohne Emotionen abspult, ich kann mich nicht freuen oder glücklich sein, bin stattdessen immer niedergeschlagen und müde. Ich gehe gegen 20 Uhr ins Bett, da ich sonst nicht weiß, was ich mit der Zeit anfangen soll, habe Schlafmittel, da ich ansonsten gar nicht einschlafen könnte. Ich weiß, dass das von meinen Depressionen herrührt, da das schon so lange geht, weiß ich gar nicht, wie ich mich anders fühlen würde. Ich bin aber froh, dass ich so früh schlafen kann, weil ich sonst mit Grübeln über meine Lage stunden verbringen würde.

Die Arbeit macht mir keinen Spaß, es muß aber sein, da wir finanziell anders nicht über die Runden kommen, ich habe die Verantwortung als Ernährerin der Familie einfach satt, das heißt ich habe überhaupt Verantwortung satt. Wenn mein Mann nicht so viel im Haushalt machen würde, sähe es bald wie in einer Messiewohnung aus, ich bin ihm sehr dankbar, dass er mich unterstützt. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, weil ich mir denke, dass die meisten anderen Leute das auch schaffen, aber je mehr ich mich da hineinsteigere um so schlechter geht es. Ich grübel einfach stundenlang, ob, wie und wann ich eine Aufgabe in die Hand nehme und erledige.

Mit Therapie habe ich die gleiche Idee, ich sähe das als weitere Verpflichtung an, die auf meine anderen Pflichten dazukämen, aber das eigentliche Problem ist, dass ich gar keine Therapie machen möchte, es aber von mir erwartet wird, und dann bringt das sowieso nichts.

Morgen habe ich einen Termin bei meiner Psychiaterin, wollen die Medikation eventuell umstellen, mal sehen, was daraus kommt.
Viele Hoffnungen mache ich mir allerdings nicht, dazu habe ich schon zuviele Reinfälle erlebt.

Wünsche Euch trotzdem, dass ihr den nervigen Alltag irgendwie auf die Reihe bekommt.

LG
asha
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Post Tue, 26.Apr.05, 14:27      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

Hallo asha73!

Ich finde es schön, dass dein Mann dich wenigstens unterstützt. Bei mir kommt von der anderen Seite leider keine Unterstützung. Ich war jetzt erst richtig krank (das war sogar lebensgefährlich) und bin es zum Teil immer noch, aber nicht einmal da wird mir etwas abgenommen.

Ich sehe eigentlich für Menschen wie dich und mich keine Chance, dass sich solche eine Situation ändert oder man sie selbst ändern kann. Ich denke auch, dass die Ärzte damit überfordert sind, wenn man hingeht und die Situation schildert.

Wahrscheinlich muss wirklich erst so etwas wie ein Zusammenbruch geschehen, bis etwas passiert.
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Post Tue, 26.Apr.05, 14:51      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

hi,

ich kann auch nicht behaupten derzeit vor kraft zu strotzen. ich gestehe, derzeit lieber zu jammern und die unmöglichkeit meiner derzeitigen lage zu bedauern - andererseits - wer genau soll denn etwas machen? in meiner situation wüsste ich nicht, WER ausser mir etwas ändern könnte. ich muss halt einfach irgendwie durch und hoffen wieder zu motivation zu kommen. ich hoffe halt, durch die therapie zumindest einen funken motivationsschub zu erhalten....

was ich wegen der bereitschaft deines freundes sagen wollte: ich denke nicht dass er daheim eingesperrt ist deswegen. auch einkaufen geht sich aus. wenn er (in den 2% der fälle) wirklich ausgerechnet dann angerufen wird wenn er im geschäft steht - und da er nicht permanent dort ist ist das vielleicht 1x im jahr der fall - kann er von dort auch in die firma fahren und den einkauf eben derweil im auto lassen. denn ich denke, anfahrtsweg werden sie ihm ja gestatten. vor allem: unterwegs ist er immerhin schon unterwegs und muss sich nicht erst in die kleider werfen... also ist er sogar noch schneller da....

offenbar zieht ihr euch gegenseitig runter. ihr seid beide kraftlos und ausgelaugt. hast du denn eine idee was dir helfen würde? urlaub muss immerhin auch geplant werden und ich - für meine verhältnisse - hätte dazu noch weniger energie.

eine therapie zu machen nachdem man sein hauptproblem gelöst hat ist auch irgendwie "vorbei". das wäre als ginge ich erst zum arzt wenn ich mich wieder besser fühle. und angesichts dessen könnt ihr euch vorstellen, wie widersinnig euer argument vielleicht kommt.

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Post Tue, 26.Apr.05, 16:27      Re: Ich brauch mal Urlaub... aber wie? Reply with quoteBack to top

Hallo lilu!
Schade, dass es dir zur Zeit auch nicht so gut geht.
Quote:

wer genau soll denn etwas machen?


Natürlich ist es auch an einem selbst. Dennoch sollte es mehr Unterstützung von außen geben. Die Ärzte hier sind mit mir total überfordert, wenn ich sage, ich fühle mich nicht gut, kann nicht schlafen, habe unerklärliche Kopfschmerzen, keine Energie mehr... ich habe ja auch gesagt, dass ich mich den täglichen Herausforderungen nicht mehr gewachsen fühle. Ein Schulterzucken und für eine Woche eine Krankmeldung war alles, was ich bekommen habe. Sie sind total überfordert, wenn sie körperlich nichts finden. Es sollte da auch, genau wie bei Burnout-Patienten neue Formen der Unterstützung geben. Per Krankenkasse Urlaub machen zu dürfen oder von der KK für gewisse Zeit eine Haushaltshilfe oder persönliche Kinderbetreuung 12 Stunden am Tag etc bekommen. Das alles natürlich in Verbindung mit einer Therapie. Aber dass die Leute einfach wochen- oder sogar monatelang von ihren Verpflichtungen befreit werden, sich erholen, neue Energie tanken und sich voll und ganz auf ihre Therapie konzentrieren können.

Wegen meinem Freund: Er ist da auch sooo penibel. Normalerweise muss er in der einen Schicht um 7.30 anfangen. Er fährt schon um 6.45 los, obwohl er nur 15 Minuten zur Arbeit braucht. Um ja nicht eine Minute zu spät zu kommen. Er berechnet alles ein, was passieren könnte, es könnte eine neue Baustelle geben, das Auto könnte nicht anspringen, es könnte wieder eine "Rush Hour" sein... und dann steht er noch fast ne halbe Stunde vor verschlossener Tür... muss man das kapieren? Und dieses "Risiko" ist natürlich seiner Meinung nach noch höher, wenn er statt zu Hause zu sein, irgendwo einkaufen ist. Ein anderes Argument: Im Supermarkt hab ich oft keinen Empfang, dann erreichen sie mich vielleicht nicht...

Quote:
hast du denn eine idee was dir helfen würde? urlaub muss immerhin auch geplant werden und ich - für meine verhältnisse - hätte dazu noch weniger energie.

Nun ja, ob man jetzt seinen alltäglichen Verpflichtungen nachgeht oder einen Urlaub plant - und sich danach vielleicht wesentlich entspannter fühlt - dann kommt eben kurz noch was dazu, aber man weiß wenigstens wofür. Und dass einem das helfen kann.

Quote:
eine therapie zu machen nachdem man sein hauptproblem gelöst hat ist auch irgendwie "vorbei". das wäre als ginge ich erst zum arzt wenn ich mich wieder besser fühle. und angesichts dessen könnt ihr euch vorstellen, wie widersinnig euer argument vielleicht kommt.

Ich sehe das nicht ganz so. Bei einer Krankheit werden ja auch nicht erst die Symptome gelindert und dann erst die Ursache gesucht und eliminiert. Ich könnte mich in meiner derzeitigen Situation gar nicht richtig auf eine Therapie konzentrieren und das bringt doch auch nichts oder?
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