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Vash
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Post Sun, 12.Jun.05, 16:35      Wie weiter nach schwerer Zeit? Reply with quoteBack to top

Hallo liebe Leser zwinkernd..

Kurz zu mir: Ich bin 24, mache eine Ausbildung. Vor etwa einem Jahr noch war ich häufiger niedergeschlagen und unglücklich - weiß nicht ob man das bereits Depression nennen konnte, aber mittlerweile geht es wieder aufwärts. Dieser Trend ist ja bemerkenswert, dennoch gibt es ein paar Punkte die gerne diskutieren würde.

Ich hatte bisher noch keine Beziehung. Gerade wo alle anderen Freunde mit den Liebsten zusammen ziehen oder heiraten ist das nicht so einfach weg zu stecken, dass man immer noch alleine ist. Die letzten Jahre habe ich zwar immer wieder ein Mädel kennen gelernt. Diese hat mich dann, als ich es geschafft habe sie anzusprechen, abgewiesen. Die Folge war dass ich mich erst zurück gezogen und Wunden geleckt habe: die letzte „Nicht-Beziehung“ hat mich drei Jahre gekostet.

Nun habe ich das Gefühl der Einsamkeit und würde gerne mein Leben mit jemand teilen und nicht den Großteil meines Lebens alleine Verbringen. Da ich den Eindruck habe, dass es so nicht weitergehen soll, habe ich angefangen die Geschichten aufzuschreiben die mich beschäftigen um ein Bild von mir selbst zu kriegen: warum ich kontaktscheu bin und Ewigkeiten brauche um über einen Korb hinwegzukommen.

Dabei bin ich darauf gestossen, dass meine Jugend möglicherweise noch heute auf mich abfärbt. Irgendwie war mir das vorher auch schon klar, aber es ist mir eben erst so richtig bewusst geworden. Das sind mehrere Details die recht stark miteinander verwoben sind, was die Hintergründe betrifft, werde versuchen sie hier zusammenzufassen:

Meine Eltern waren seit ich denken kann zerstritten, viele frühe Erinnerungen sind negativ: Ein strenger Vater und eine traurige Mutter. In der 3. Klasse lassen sich meine Eltern scheiden, meine Schwester lebt seit dem mit meiner Mutter zusammen. Ich bleibe bei meinem Vater und da dieser arbeiten muss, kümmert sich meine Großmutter um mich. Meine Noten zu dieser Zeit sind wohl eingebrochen und mancher Lehrer hat sich über mich gewundert.

Später bin ich zu meinen Großeltern gezogen. Dort war ich drei Jahre lang. Meine vornehme Oma hat mich immer pikfein angezogen, wurde regelrecht gestriegelt. Habe erst nach einem Schulwechsel in der 6. Klasse zwei gute Freunde gefunden. Leider stand meine Großmutter im Weg: lange weg bleiben durfte ich nicht, den Freund im Nachbardorf besuchen habe ich in drei Jahren zwei mal geschafft.

Dann heiratete mein Vater ein zweites mal und nahm mich wieder zu sich. Die positivste Zeit waren zwei Jahre im Internat. Seine zweite Frau war total der Horror, die mir eine Karriere als krimineller Drogenabhängiger prophezeite. Jedenfalls hat sich die Beziehung zu meinem Vater konsequent verschlechtert. Jeder Erfolg den ich vorweisen konnte wurde mir mürbe gemacht und Fehler gesucht, Mißerfolg wurde bestraft, durch Verbot von Schulausflügen, Zeltlagern, Urlaub mit Freunden, durch Mißbilligung mir gegenüber, und verbal: „aus dir wird nie was“, „du bist unfähig“.

Mit der Zeit habe ich Freunde gefunden die mich wie Eltern aufnahmen (das was ich mir unter „richtigen“ vorstelle) und ermöglichten mir bis heute einen Gegenpol zu dem was ich bisher kannte. Wenn ich heute meinem Vater sage, ich habe kein Vertrauen zu ihm, will er nicht verstehen warum und auch nicht warum ich mich abkapsel.

Anfang des Jahres bin ich zu Hause ausgezogen. Die Streitereien sind vorbei und ich habe wieder ein wenig zu mir selbst gefunden und versuche die Vergangenheit zu verarbeiten und möchte ein wenig von dem nachzuholen was mir früher versagt blieb – doch manche Möglichkeiten kommen nicht wieder, neue Möglichkeiten werden, scheint es, von den Altlasten überlagert.

Vielleicht weiss der ein oder andere einen Rat wie ich damit umgehen kann? Soll ich meinen Vater versuchen damit zu konfrontieren, selbst wenn er 'nur' Einsicht zeigt hätte ich ja gar nichts davon. Ich selbst will mich ändern, möchte auf andere Leute zugehen können, ohne Mißtrauen und Angst davor abgewiesen zu werden.


Last edited by Vash on Mon, 13.Jun.05, 20:19; edited 1 time in total
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Post Mon, 13.Jun.05, 20:08      Re: Wie weiter nach schwerer Zeit? Reply with quoteBack to top

Hallo Vash!!


Hab ich das richtig verstanden????

Als vornehme Dame wurde ich immer pikfein angezogen, wurde regelrecht gestriegelt

Also falls ich das jetzt falsch verstehe verzeih mir bitte aber bei deinem nick steht doch ein M oder????

Aber nun zu deinen Sorgen.

Für mich klingt das so also ob du mit 24 Jahren das abnormal findest das du noch alleine bist. Also übertrieben gesagt willst du schon verheiratet sein und 5 kinder haben???

Also ich bin zwar "erst" 21 aber wenn jetzt einer zu mir sagt ich bin mit 24 verheiratet und erwarte das erste kind dann kann ich das zwar nicht für unmöglich erklären weil man weiß nie was so kommt, aber ich würde es für sehr unwahrscheinlich halten.

Naja es sind ja alle menschen unterschiedlich aber Torschlusspanik würde ich an deiner Stelle noch nicht bekommen Smile

Und versuche vieleicht nicht die Fehler in deiner Vergangenheit und in deiner Erziehung zu suchen, ich hab das auch lange gemacht . Aber was vergangen ist kann man nicht mehr ändern. Du kannst nur versuchen die "Festplatte" also dein Denken und Handeln, also die Sachen die deiner Meinung nach falsch programmiert wurden umprogrammieren versuchen.
Aber das ist schwer und dauert lange. Wie du weißt kann ein Computerspezialist gelöschte Dateien auch wieder von der Festplatte "kletzln".
Genauso ist das mit deinem Gehirn - auch sachen die du verdrängst können wieder hochkommen.


Ich habe vor kurzem so nen tollen spruch gelesen:

Quote:
Gestern war ich schlau. Deshalb wollte ich die Welt verändern.
Heute bin ich weise. Deshalb verändere ich mich selbst.


Also ich hoffe du kannst was mit meinen konfusen Gedankengängen was anfangen. Very Happy

Wünsche dir alles liebe

Cameron

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Vash
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Post Mon, 13.Jun.05, 20:38      Re: Wie weiter nach schwerer Zeit? Reply with quoteBack to top

ach wie peinlich; ich war etwas über dem Zeichenlimit und da hat die Kürzung ein inhaltliches Schlamassel hervorgerufen - ganz so wars dann doch nicht Wink

Vielen Dank für Deine Antwort und ich denke dass ich dir folgen kann, werde mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen. Also ich will nicht unbedingt heiraten, aber wenn man überlegt, dass manche eben schon in festen Händen sind und man selbst weder die eine noch die andere Seite betrachtet hat, dann wirds einem schon mulmig.

Gruß
Vash
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Post Mon, 13.Jun.05, 21:12      Re: Wie weiter nach schwerer Zeit? Reply with quoteBack to top

Very Happy tja das mit der kürzung is schon fies *g*
aber ich hab mir schon gedacht das da was dureinandergekommen ist Mr. Green

Und ich bin auch noch nicht (nicht mehr) in festen Händen. Aber ich bin sogar froh darüber weil ich mir denke - so viel freizeit. (Naja auch nicht -aber mehr als wenn mir ständig wer auf der pelle sitzt)

Aber ich bin da sowiso so das ich mich schnell eingesperrt fühle.

Was mich noch interessieren würde - wie war das gemeint???

=> und man selbst weder die eine noch die andere Seite betrachtet hat

das versteh ich net ganz


Lg Cameron

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Vash
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Post Tue, 14.Jun.05, 17:05      Re: Wie weiter nach schwerer Zeit? Reply with quoteBack to top

Na das bedeutet ich hatte weder eine langfristige, feste Beziehung noch eine kurze. Das bedeutet dass ich verunsichert bin, weil ich halt noch 0 Erfahrung in Sachen Beziehungen habe. Ich frage mich wie das ist und ob es einen Grund dafür gibt den ich nicht sehe.

Ob ich mich schnell eingesperrt fühlen würde, wie du es beschreibst, oder es angenehm empfinden würde weil ich nicht mehr alleine wäre, ich weiß es schlicht und ergreifend nicht - und wenn die Freunde mit ihren Partner/innen allein sein wollen kann ich das verstehen, nur man selbst bleibt dann alleine.
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