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Tato
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Post Sat, 17.Sep.05, 22:39      Motivation, Jobsuche und Unzufriedenheit Reply with quoteBack to top

Hallo,

ich schreibe hier mal für meinen Freund bzw. über ihn, denn wir haben diesbezüglich ein paar Differenzen.
Er ist jobmäßig unzufrieden, was ich sehr gut verstehen kann. Er arbeitet mehr als gesetzlich erlaubt, bekommt dafür ein mieses Gehalt und das Klima könnte auch besser sein. Der Verkauf auf Provision widerspricht sich mit seinen Ansichten von vernünftiger Beratung.

Er ist jetzt schon seit Mai unzufrieden. Da er aus dem Einzelhandel raus will, müsste er sich beruflich verändern. Das ist aber ein großes Problem. Nicht nur, dass die allgemeine Jobsituation hier im Lande schlecht sind…nein, er macht einfach nichts. Er findet keinen Beruf, den er gerne ausführen würde. Im Moment sind wir bei „etwas soziales“ – aber das seit Monaten.

Er sagt ihm fehlt die Motivation. Hmm. Ich stand auch vor der Entscheidung, was ich mit meiner Zukunft machen will bzw. mich umzuorientieren und es ist mir nicht leicht gefallen. Allerdings habe ich alle Leute damit genervt, habe Seiten im Internet durchgelesen und in Foren geschrieben. Er hingegen sitzt am PC oder macht andere Dinge, aber geht dieser Entscheidung konsequent aus dem Weg. Ich habe mittlerweile schon alles ausprobiert: in Ruhe lassen, ständig daran erinnern, Buch „der Weg zum Traumjob“ vorgelesen, ihm Hilfe angeboten, Berufe und Möglichkeiten zusammengetragen (mehrere Stunden lang)…
Er schaut es sich an, sagt „ist schön – hast du gut gemacht - mach ich später“ und findet etwas anderes zur Ablenkung.
Gelegentlich schaut er sich Stellenangebote an und verzweifelt dann... ist klar, erstens gibt es fast keine Angebote und zweitens weiß er gar nicht, wonach er suchen soll.
Ich hab letztens eine nette Stellenanzeige entdeckt - passend für seine Kenntnisse, aber nichts weltbewegendes. Ne, das wollte er dann doch nicht. Ist klar, von nichts kommt nichts. Man muss sich schon bemühen.

Manchmal denk ich, dass er sich gar nicht verändern will, aber sein Ziel ist es, das Weihnachtsgeschäft dort nicht mehr mitzumachen…

Warum es mich so nervt? Weil unser Umzug davon abhängt. Die Wohnung ist zu klein, schimmelt und ist zu weit von meinem Studienort entfernt. Ich pendel jeden Tag, was Geld, Nerven, Zeit, wenig Flexibilität und mangelnde Uni-Bekanntschaften bedeutet.
Wir wollen schon seit etwa einem Jahr umziehen. Wenn er einen Job suchen würde, dann in der Nähe von meiner Uni – das würd Sinn machen.

Er sagt, er findet einfach keinen Anfang bei der Suche. Doch wie kann ich ihm noch helfen? Was soll ich tun?

Gruß
Tato
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Nessa
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Post Sun, 18.Sep.05, 16:25      Re: Motivation, Jobsuche und Unzufriedenheit Reply with quoteBack to top

Hallo Tato,

dass du deinem Freund helfen willst, ist gut gemeint von dir, du hast ja auch schon alles mögliche versucht... das wird aber nicht viel nützen, so lange er selbst nicht wirklich will. Die Motivation kannst du ihm wahrscheinlich nicht vermitteln, die muss er selbst haben. Im Gegenteil - es könnte sein, je mehr du dich bemühst, desto weniger tut er selbst.

Ich habe den Eindruck, dass dein Freund nicht weiß, was er wirklich will. Er ist mit seinem Job unzufrieden, aber diese Unzufriedenheit scheint noch nicht groß genug zu sein, denn sonst würde er wohl gleich etwas tun, um an der Situation etwas zu verändern.

Quote:
Ist klar, von nichts kommt nichts. Man muss sich schon bemühen.
Manchmal denk ich, dass er sich gar nicht verändern will... [...]
Er sagt, er findet einfach keinen Anfang bei der Suche.

An diesen Sätzen merkt man sehr deutlich, wie widersprüchlich die ganze Geschichte wirkt. Dein Freund hat offensichtlich noch keine Entscheidung getroffen... Deine Bemühungen, ihm zu helfen, scheinen ihn fast noch unentschlossener zu machen.

Quote:
Wir wollen schon seit etwa einem Jahr umziehen. Wenn er einen Job suchen würde, dann in der Nähe von meiner Uni – das würd Sinn machen.

Vielleicht solltest du anfangen, in der Nähe der Uni eine Wohnung zu suchen. Dann merkt er, dass es dir ernst ist, dass du die Pendelei nicht mehr länger mitmachen willst.

Liebe Grüße
Nessa
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Tato
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Post Sun, 18.Sep.05, 21:37      Re: Motivation, Jobsuche und Unzufriedenheit Reply with quoteBack to top

Hallo Nessa,

ja, du magst teilweise Recht haben. Er hat einfach zu wenig Selbstvertrauen und denkt, für ihn wird es keinen passenden Beruf geben. Zudem hat er kein Ziel, wofür er kämpfen kann.
Das erschwert die Sache. Er weiß icht, wo er suchen soll und wonach er suchen soll.
Seine Eltern bewirken das Gegenteil, indem sie ihn irgendwo rein drängen wollen. Mit 15 / 16 Jahren hat er die Lhere angenommen, was er bekommen hat. Gefallen hat ihm das nie so richtig, er hatte aber auch schon damals keine Vorstellung von seinem Traumberuf. Damals hatte er einfach kein Interesse an einem schönen Job - hauptsache man macht was und erfüllt seine gesellschaftliche Pflicht.
Er bezeichnet es selbst als Antriebsschwäche. Bei der Suche nach dem Unbekannten wird er immer abgelenkt und nimmt die Ablenkung gerne an.

Was kann man da raten?

Ausziehen will ich nicht, obwohl ich es gelegentlich erwähne.

LG
Tato
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Hiob
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Post Wed, 21.Sep.05, 8:37      Re: Motivation, Jobsuche und Unzufriedenheit Reply with quoteBack to top

Mir kommt es vor, als ob du ihn unter Druck setzt und er (auch) deshalb so handlungsunfähig ist. Indem du dir ausmalst, euer Umzug, näher an deine Schule bräuchte nur genügend Mühe, dann würde er bestimmt etwas finden, gibst du das Ergebnis doch eigentlich schon vor. Und das aus dem Grund, damit du (?) andere Leute besser kennenlernen kannst. Hier seh ich mehrere Widersprüche drin. Ich hab das Gefühl, hier geht es nicht nur um seine Unzufriedenheit mit dem Job, sondern darum, dass er in deinen Augen nicht nur mit seiner Jobsuche eine „Bremse“ für dein Leben sein könnte. Wenn das möglich ist, wäre es günstig, du bremst dein Tempo mal kurz ab, und schaust wiedermal von außen zu in welche Richtung der Zug fährt, in dem du sitzt.

Viele Grüße
Hiob
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Tato
sporadischer Gast
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Post Wed, 21.Sep.05, 14:09      Re: Motivation, Jobsuche und Unzufriedenheit Reply with quoteBack to top

Etwas setze ich ihn vielleicht schon unter Druck. Allerdings sagt er selbst, er braucht den Tritt in den Hintern. In den letzten Tagen sind wir wirklich vorangekommen... Trotzdem holen ihn immer wieder die Gedanken ein "ich kann das nicht", "ich werde nichts für mich finden" und "ich weiß nicht wo ich suchen soll".

Ich will ihn nicht zwingen umzuziehen. Er selbst will auch ausziehen (Wohnung ist zu klein und schimmelt). Nur macht es wenig Sinn jetzt in der Mitte von seinen Arbeitsort und meiner Uni eine neue Wohnung zu suchen, wenn er seinen Job nicht behalten möchte. Würde er sagen, dass er dort weiterhin arbeiten möchte, dann müssen wir einen Mittelweg finden. Genau so wäre es, wenn er 300km einen Job / Studienplatz oder was auch immer finden würde. Verstehe mich nicht falsch. Er will etwas anderes machen, nur kann er es nicht anpacken.

Gruß
Tato
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