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Sariah
sporadischer Gast


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AG W, 22
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Mon, 14.Nov.05, 20:33 Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Vor etwa 3 Jahren hat es angefangen: von einem tag auf den anderen konnte ich in keinen zug mehr einsteigen der über längere zeit ohne stopp fuhr. ich fühlte mich schlecht und bekam panikanfälle, da ich das gefühl hatte ich könnte nicht selbst entscheiden wann ich aussteigen möchte. ich bin dann über einige monate die strecke, welche ich normalerweise mit dem schnellzug zurück gelegt hatte, mit einem bummler gefahren und hatte so sehr viel zeitaufwand. die lage hat sich von tag zu tag zugespitzt, ich fing mir an zu überlegen in welchen situationen ich sonst noch "ausgeliefert" sein könnte. so kam es, dass ich angst hatte einen bus, ein flugzeug, eine strassenbahn, eine skigondel etc zu betreten. ich war in meinem leben völlig eingeschränkt und habe mich entschieden eine therapie zu machen. ich konnte meine ängste zum grössten teil besiegen indem ich mich einfach damit konfrontierte. heute fahre ich ohne problem zug, strassenbahn und bus, mühe bereitet mir nach wie vor die skigondel und das flugzeug. dies sind verkehrsmittel die man selten braucht und deshalb fehlt die routine. bis vor ein paar monaten hatte ich das gefühl, meine panikattacken im griff zu haben. seit einigen wochen nun plagen mich wieder öfters ängste, da ich in knapp 2 monaten nach amerika fliegen werde. ich habe bereits jetzt angstzustände wenn ich an diesen tag denke und ich weiss nicht wie ich diesen 9-stündigen non-stop flug überstehen soll?!? ich tröime bereits jetzt schon fast jede nacht von diesem flug und dies bereitet mir sehr sehr grosse angst! hatt jemand von euch ähnliche ängste? dies könnte mir vielleicht ein wenig helfen....
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nele
Forums-Gruftie


672
im Urlaub :-) W
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Mon, 14.Nov.05, 23:01 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Hallo Sariah,
http://www.psychotherapiepraxis.at/forum/viewtopic.php?t=9795&postdays =0&postorder=asc&&start=0
| Quote: | | ich habe bereits jetzt angstzustände wenn ich an diesen tag denke und ich weiss nicht wie ich diesen 9-stündigen non-stop flug überstehen soll?!? ich tröime bereits jetzt schon fast jede nacht von diesem flug und dies bereitet mir sehr sehr grosse angst! |
Das kann ich ganz gut verstehen, denn mir ging es im Sommer genauso. Ich habe früher Panikattacken z.B in Kaufhäusern gehabt und das ist heute auch kein Thema mehr, beim Fliegen wusste ich aber nicht,
wie ich das "üben" konnte. Es war sehr schwierig, ging dann während des Fluges aber doch ganz gut, jedenfalls besser, als ich mir`s hätte vorstellen können.
Mir hat verschiedenes geholfen:
Zum einen, nochmal "anschauen", wie ich die Panik früher, in anderen Situationen, in den Griff bekommen habe.
Bei mir war dabei der größte Faktor, wenn die Panik kommt, auf keinen Fall "in mich rein zu spüren",
denn die Reaktionen, die der Körper meiner Wahrnehmung dabei liefert, sind alles andere als beruhigend (nasse Hände, Herzklopfen etc. .. kennst du ja..) sondern ganz bewusst die Aufmerksamkeit auf die Umgebung zu richten. Dazu kann durchaus einiges an Disziplin nötig sein, wenn einen gerade die Angst packt..
Dann habe ich noch gemerkt, dass das Bemühen um Entspannung gar nicht so gut ist (für mich..) - im entspannten Zustand kommt ja auch ganz gerne was hoch - sondern eine leichte Spannung, so wie "freudige Erwartung" besser ist.
Damit hatt ich dann während des Fluges schon einiges zu tun. -
Also nicht nur "sitzen" und "ausgeliefert" fühlen, sondern mit Disziplin immer wieder wahrnehmen, was außen passiert und schauen, dass ich nicht "abschlaffe".
Das ist jetzt natürlich sehr speziell auf mich zugeschnitten, wobei die Faustregel, bei Panik eben nicht in sich hineinzuspüren, sicher für viele Leute gilt.
Am Besten wäre es, du könntest bei deiner alten Therapeutin noch ein paar Stunden nehmen - wäre das möglich? (anrufen..)
Außerdem würde ich dir empfehlen, der Stewardess im Flugzeug Bescheid zu sagen, dass du Flugangst hast. Mache ich auch immer..
Manche sind total geschickt und können einem echt gut helfen.
Auf dem Hinflug schickte mir die Stewardess z.B vor der Landung den Steward vorbei. Der blieb dabei bis wir fast aufgesetzt haben (in manchen Ländern geht das ja..)
Bzw. manche Stewardessen erzählen einem auch während des Fluges irgend etwas Beruhigendes, oder man hat einen Sitznachbarn, der die Strecke mehrmals im Jahr fliegt.. Sowas kann total helfen!
Es gibt übrigens ein Buch von einem Flugtechniker - nicht für Flugangst Geplagte geschrieben, aber ev. hilfreich:
Warum sie oben bleiben - von Jürgen Heermann (Insel Taschenbuch)
Er beschreibt minutiös was vorne und im Hintergrund technisch passiert, Abläufe etc..
Vielleicht könnte es dir helfen, dich selbst sozusagen zum "Fachmann"/ "Profi" des Fliegens zu machen?
Auch dadurch kann man einen anderen Blickwinkel bekommen.
liebe Grüße
Nele
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Sariah
sporadischer Gast


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AG W, 22
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Tue, 15.Nov.05, 14:59 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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hallo nele
vielen dank für deine ausführliche antwort zu meinem problem. zu meiner therapeutin kann ich dieses jahr nicht mehr, ich versuchte bereits einen termin zu vereinbaren - sie ist erst ab nächstem jahr wieder frei. wenn ich in einem flugzeug sitze habe ich keine angst, dass die maschine abstürzen könnte, deshalb nützt es auch nichts wenn ich mich über techn. angelegenheiten informiere. mein problem ist lediglich, dass ich 9 stunden im flugzeug "gefangen" bin. ich werde wohl etwas zur beruhigung nehmen und meiner begleitung sagen, er müsse mich 9h unterhalten...irgendwie werde ich dies schon überstehen...ich habe einfach angst, dass dieser panikanfall (genau wie du beschrieben hast mit herzrasen etc) kommt und ich dies in diesem moment nicht kontrollieren kann...ich denke aber auch, dass es eine gute idee ist, die stewardess zu informieren. wie lange dauerte dein flug? hast du das gefühl, wenn ich 1 stunde ohne problem geschafft habe, werden die verbleibenden 8h auch gehen? oder könnte es womöglich von stunde zu stunde schlimmer werden?
liebe grüsse
anja
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Kopftheater
Guest

W
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Sun, 27.Nov.05, 15:03 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Hallo Anja,
ich kann deine Angst gut nachvollziehen. Ich selbst habe genau die gleichen Gefühle und Ängste und auch ich muss in drei Wochen in ein Flugzeug steigen, 4 Stunden lang. Die Angst ist so schlimm, dass ich mich überhaupt nicht auf den Urlaub freuen kann
Früher hat mir das fliegen wenig ausgemacht, ich habe kurz meine Platzangst bekommen und dann ähnlich wie Nele bin ich wieder ganz gut aus dem Zustand rausgekommen
Jetzt sieht das anders aus, vor ein paar Wochen bin ich gerade mal eine halbe Stunde im ICE gefahren und hatte die übelste Platzangst
Auch ich habe jetzt schon die Megapanik vor diesem FLug.
lg, Esther
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Sariah
sporadischer Gast


7
AG W, 22
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Mon, 28.Nov.05, 8:30 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Hallo Esther
Vielen Dank für deinen Eintrag, es ist immer gut zu hören, dass auch andere Personen die selben Ängste haben. Dies gibt mir ein wenig Sicherheit. Ich bin bereits daran die Tage zu zählen, es geht jetzt nur noch einen Monat und ich werde im Flugzeug sitzen. Die Angst macht sich bereits in Form von Magenkrämpfen bemerkbar, ich halte es manchmal fast nicht aus. Genau wie du, kann ich mich auch nicht auf den Urlaub freuen, was meine Begleitung natürlich sehr traurig stimmt. Ich bin gegenüber meinem Freund (er wird mit mir in den Urlaub fliegen) seit ein paar Tagen sehr schlecht gelaunt, er weiss von meinem Problem und versteht mich auch. Er sagt immer, dass dieser Flug kein Problem sein wird und er mir beistehen wird. Ich bezweifle allerdings, dass er mir im Falle einer Panikattacke helfen könnte. Mein einziges Problem momentan ist "die Angst vor der Angst". Was passiert wenn ich auf x-1000 Meter Höhe eine Panikattacke bekomme? Keine Chance die Situation zu verlassen. Ich kann wohl schlecht dem Piloten sagen, er soll eine Notlandung machen...Esther, nimmst du vor deinem Flug irgendwelche Beruhigungstabletten? Hast du Erfahrung mit Medikamenten? Gibt es etwas, dass wirklich nützt? Hattest du im Flugzeug schon einmal einen Anfall wie du ihn im ICE hattest? Was hast du gemacht, als die Angst dich im ICE überfallen hat?
Liebe Grüsse
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Kopftheater
Guest

W
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Mon, 28.Nov.05, 13:04 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Hallo Anja,
du hast mir genau die gleichen Fragen gestellt, die ich dir stellen wollte
Ich habe auch so eine Angst wenn ich an den Flug denke, dass es ich bei mir in Form von Magenschmerzen- und Krämpfen aüßert. Ganz ähnlich wie bei dir. Dann versuche ich es zu "verdrängen", so nach dem Motto: ach, sind doch noch fast drei Wochen...es holt mich aber immer wieder ein.
Ich war schon versucht, den ganzen Urlaub abzublasen, das ist aber auch keine Lösung. Mein Mann weiß es und versteht es auch und reagiert genauso wie dein Freund. "Du schaffst das, ich bin ja bei dir" Wenn ich aber nur daran denke, dass die Panik anfängt und ich kann da nicht mehr raus, wird mir jetzt schon ganz anders (der Gedanke Notlandung kam mir auch schon in den Sinn , aber das dürfte wohl kaum gehen, wie du shcon sagst)
Auch ich habe überlegt, irgendein Medikament zu nehmen. Obwohl ich wirklich seit Jahren nichts nehme, aber vielleicht sollte ich in dieser Situation nicht den "Helden" spielen wollen....
Ich habe auch Angst davor, dann völlig durchzudrehen und vor Panik in der Maschine rumzuschreien oder irgend so etwas schreckliches.. ausserdem fliegen meine zwei kleinen Kinder auch mit. Das setzt mich irgendwie zusätzlich unter Druck
Ich werde meinen Therapeuten am Donnerstag mal fragen wegen einem Beruhigungsmittel und was er dazu sagt
Ich kann dich wirklich ganz genau verstehen, auch ich will meinem MAnn und den Kindern nicht den Urlaub vermiesen.....
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Sariah
sporadischer Gast


7
AG W, 22
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Mon, 28.Nov.05, 13:55 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Hallo Esther
Ich sehe, wir machen beide genau das gleiche durch...Wäre super, wenn du deinen Therapeuten am Donnerstag fragen könntest wegen einem Medikament. Manchmal hilft mir auch nur der Gedanke, dass ich im Notfall etwas dabei hätte, ich muss das Medikament dann gar nicht nehmen, sondern habe es nur als "Sicherheit" dabei. So ist es mir in der Vergangenheit mit einem Beruhigungsmittel auf pflanzlicher Basis ergangen. Ich musste die Tropfen lediglich 2mal nehmen, in den anderen Situationen hat mir rein der Gedanke daran, etwas zur Beruhigung dabei zu haben, schon geholfen. Aber dieses Mal ist es anders, ich habe eine solche Angst vor diesem Flug, dass ich das Gefühl habe, etwas stärkeres gegen diese Angst einnehmen zu müssen. Am liebsten würde ich 8 Stunden durchschlafen, aber ich bin dann in diesen Situationen so aufgeregt, dass ich sicherlich nicht schlafen kann... Wie hilft dir dein Therapeut?
Ich kann verstehen, dass du durch deine Kinder unter einem noch stärkeren Druck stehst....Mir reicht aber schon der "Druck" durch meinen Freund. Ich kann ja nicht 5 Minuten vor Abgflug sagen, dass ich jetzt doch nicht mitkommen werde....Wenn ich alleine gehen würde, könnte ich das für mich entscheiden, aber in dieser Situation wird es keinen Ausweg geben. Mir wird schon wieder übel wenn ich daran denke....
Bis später...
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angels fall first
Helferlein


31
Wien M, 35
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Tue, 29.Nov.05, 10:20 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Hallo Sariah!
Ich leide auch schon bald 10 Jahre an Platzangst und an Panikattacken.
Somit kann ich auch mit dir fühlen. Manchmal habe ich über Monate hinweg nichts, dann wieder 3 bis 4 Attacken hintereinander.
Mein Hausarzt, der im übrigen auf dem Gebiet hervorragend bewandert ist, hat mir Xanor verschrieben. Man bekommt sie in 3 verschiedenen Dosierungen, wobei ich die geringste verwende. Ich habe immer ein bis zwei Tabletten für den Notfall einstecken. sie helfen mir hervorragend.
Oft genügt mir das Gefühl zu wissen, dass ich sie bei mir habe.
Xanor wirkt innerhalb weniger Minuten über die Schleimhaut im Mund. Eine Tablette beeinflußt deine Motorik nicht wirklich, man wird etwas müder vielleicht aber ansonsten keine Nebenwirkungen. Bei mir haltet eine Tablette ca. 5 Stunden an, habe auch schon mal 2 genommen. Acuh nicht wirklich ein Problem. Außer dass man sehr müde wird, was bei einem Langstreckenflug eh egal ist.
Rede einmal mit deinem Arzt!
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_________________ Meine Füße sind müde und meine Knie sind wund vom dauernden fallen.... |
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Kopftheater
Guest

W
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Tue, 29.Nov.05, 18:24 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Ich werde meinen Arzt mal auf das Medikament ansprechen.
Früher habe ich das auch so gemacht, ich habe ein Medikament mitgenommen, es allerdings nie gebraucht. Aber dieses mal habe ich das Gefühl, das wird nicht reichen....
lg, Esther
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Kopftheater
Guest

W
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Mon, 12.Dec.05, 18:44 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Hallo,
ich wollte mal eine Rückmeldung geben:
mein Arzt hat mir für den Flug etwas verschreiben: Tavor exp. (für unter die Zunge). Sie wirken sofort. Ich hoffe, dass ich das ohne hinkriege.
Das schlimme ist, dass ich ja nicht "nur" die Platzangst habe, sondern auch, wenn ich weg von zu Hause bin...
Ich hoffe, dasss ich das alles irgendwie schaffe. Freitag geht es los, das sind nur noch 3 Tage....
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Kopftheater
Guest

W
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Tue, 17.Jan.06, 17:31 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Hallo,
ich wollte mich mal zurückmelden und berichten, wie es mir so ergangen ist.
Vor dem Flug war ich sehr unruhig und ängstlich, dann im Flugzeug habe ich versucht mich abzulenken. Ich hatte Medis dabei und habe dann immer gedacht: wenn du es in ein/zwei Minuten nicht mehr aushälst, dann nimmst du eben eine Tablette....und so ging es die erste Stunde und dann wurde es besser
Fakt ist, dass ich Hin- und Rückflug ohne irgendwelche Medis geschafft habe und auch stolz darauf bin
Leider ist es bei mir dennoch so, dass eine Angst die andere ablöst, und ich während des Urlaubs mit anderen Ängsten zu kämpfen hatte
Aber den Flug habe ich trotzdem hingekriegt
lg, Esther
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Hans-Jörg
Forums-Gruftie


581
Süddeutschland M, 40
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Wed, 18.Jan.06, 7:51 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Hallo zusammen!
Hi Anja,
genau auch meine Problematik, dieses „Gefangen sein“. Ich bewundere Euch, dass Ihr überhaupt fliegt.
Gondeln ob nun mit oder ohne Skiern sowie Flugzeuge benutzt man (i.d.R.) wahrlich zu selten, um sich daran zu gewöhnen. Und das (mögliche) Beenden der Situation dauert meist deutlich länger als bei Bus und Bahn.
So als Übung, um sich langsam zu steigern, kämen vielleicht auch Geräte auf Jahrmärkten für den einen oder anderen in Frage. Aber ist natürlich eine elendige Vorstellung, sich so was noch freiwillig anzutun. Manchmal mache ich das, aber ich hasse es.
Hi Esther,
das finde ich Spitze, dass Du die Flüge ohne Einnahme der Medis geschafft hast!
Diese Strategie, quasi die Möglichkeit jederzeit zu haben, (bedingt) aus der entsprechenden Angstsituation aussteigen zu können – in dem Fall halt durch die Einnahme der Medis, denen Du ja zutraust, die Angst deutlich zu minimieren – dann aber doch Minute für Minute noch zu warten, halte ich für nahezu optimal.
Hättest Du die Medikamente nicht dabei gehabt ...... oh je ...... Du siehst, alles mal wieder nur Kopftheater!
Da ich eben auch unter Ängsten leide, gewisse Situationen nicht schnell genug verlassen zu können (z.B. Fahrstuhl, Flugzeug, abgeschlossene Räume etc.) – allerdings i.d.R. um Medis einen weiten Bogen mache – „trainiere“ ich bisweilen in solchen (nachgestellten) Situationen.
Lasse mich z.B. in einem Raum ohne Fluchtmöglichkeit einschließen u.Ä.. Dabei empfinde ich meist mehr Angst, je stabiler die Tür ist. Bin ich davon überzeugt, sie eintreten zu können, auch wenn dabei ein erheblicher Schaden entstünde, so ist die Angst wesentlich erträglicher, als handelte es sich um eine massive Eisentüre.
Doch so groß die Angst auch manches Mal war, eingetreten habe ich sie nie, wohl nur der teuren Folgen wegen. Aber sicher manchen „Anfall“ vermieden, durch das Wissen, ich könnte ja jederzeit, wenn‘s gar nicht mehr anders ginge.
Wenn Du also in fast allen Situationen davon überzeugt bist, Dich im schlimmsten Falle auf Deine Medikamente verlassen zu können, kannst Du natürlich durch dieses sekundenhafte rauszögern: „Eine Minute schaffe ich noch ohne!“, wunderbare Fortschritte erzielen, insbesondere, wenn es Dir gelingt, solange zu warten, bis die Angst von ganz alleine weggeht, wie eben bei den Flügen.
Wünsche Euch weiterhin viel Erfolg
LG Hans-Jörg
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Kopftheater
Guest

W
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Wed, 18.Jan.06, 12:44 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Hallo Hans-Jörg,
ich bin auch froh, dass meine "Strategie" funktioniert hat Allerdings ist das blöde bei mir: ich komme von der einen Angst in die nächste... Am WE zum Beispiel hatte ich ein Fortbildungsseminar 400km weit weg von zu Hause, musste Ubahn und ICE fahren. Mein Mann ist mit unserem kleinsten zwar mitgefahren (ausser Ubahn), aber wenn ich aus der einen Angst raus war, kam die nächste.
Am schlimmsten ist bei mir die Angst, ich könnte meinem Kind etwas antun....das ist absolut grauenhaft. Wenn dann auch noch so Impulse dazu kommen, es ist kaum erträglich.....Da ging es mir echt schlecht.
Und dann im Seminar: nicht einfac rausgehen können, auch so eine Art "Platzangst"...
Aber: irgendwie schaffen wir das schon
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Hans-Jörg
Forums-Gruftie


581
Süddeutschland M, 40
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Thu, 19.Jan.06, 7:52 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Hallo Esther,
immerhin lässt Du Dich durch Deine Ängsten nicht von allem abhalten, fährst hin zu Seminaren etc..
Wenn Du eine Angst überwunden hast – ohne Medis zu nehmen oder aus der Situation zu fliehen – lernst Du dann nicht (unbewusst), es war gar nicht so schlimm wie vorher befürchtet und erwartest in einem ähnlichen Fall nicht automatisch, dass es wieder gut gehen wird?
Also schaffe ich eine gefürchtete Situation bis zum Ende durchzustehen, so gibt mir das eine gewisse Sicherheit fürs nächste Mal. Erwarte dann eben, dass es genauso funktionieren wird und oft genügt dieses Denken schon, um tatsächlich deutlich weniger Angst zu bekommen – na ja manchmal läuft es auch in die andere Richtung.
U-bahn und ICE fahren sind das nicht ähnliche Dinge und wesentlich weniger arg als stundenlange Flüge?
Ließe sich da nicht von der überwundenen Angst des einen fürs andere profitieren?
Die Platzangst im Seminarraum kenne ich auch (von früher). Doch da hat mir eben oftmals das Wissen geholfen, ich könnte ja jederzeit rauslaufen – wäre halt nur verd*** peinlich – wenn’s gar nicht mehr anders ginge. Viel besser als hätte ich keine solche Option, wie z.B. im Flugzeug.
Die Angst, Deinem Kind etwas anzutun ...... jetzt mal so ein „Schuss ins Blaue“: kommt weniger in Situationen vor, in denen Du wütend bist oder Dich vielleicht von Deinem Sprössling genervt fühlst, sondern ist eher eine dauernd vorhandene Grundangst, die mit allgemeinem Stress zunimmt, ähnlich der Angst, man könnte als Schlafwandler etwas Schlimmes tun, was man eigentlich gar nicht möchte, nur bei Dir halt auch am Tage?
Warst Du schon einmal wirklich knapp davor, so etwas zu machen?
Vermutlich eher nicht, also könntest Du Dir das ja als Beruhigung klarmachen, so nach dem Motto, was bis jetzt noch nicht passiert ist, wird auch zukünftig wohl nicht eintreten.
Na ja, auf so Ideen seid Ihr bei Deiner Therapie sicher ebenfalls schon gekommen.
LG Hans-Jörg
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Kopftheater
Guest

W
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Thu, 19.Jan.06, 8:02 Re: Platzangst / Angst augeliefert zu sein |
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Hallo Hans Jörg,
komischerweise bewirkt es bei mir manchmal genau das Gegenteil, wenn ich mich in "Sicherheit" wiege, dass ich die letzte Angstsituation geschafft habe, ich die nächste auch schaffe. Manchmal tritt die Angst dann erst recht auf
Mit den Seminarräumen, da geht es mir genauso. Ich denke auch: wenn alles nichts mehr hilft, dann geh ich eben raus und blamiere mich
Was die Angst mit meinem Kind betrifft: ich hatte dies bereits bei meinem ertsen Kind (ich habe vier Kinder ). Mein Therapeut versichert mir stets, dass diese Angst völlig unreal ist und für etwas anderes steht. Das beruhigt mich dann. Leider auch nicht immer für sehr lange. Naja, und dann kann schon wieder die nächste Angst auftreten.
Denn: unkreativ bin ich ja nicht
glg, Esther
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