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nicole8
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Post Wed, 14.Dec.05, 20:55      Somatisierungsstörung - was genau? Reply with quoteBack to top

Mein Arzt erklärte mir letztens, daß viele meiner Beschwerden wohl eine Somatisierungsstörung wären. Weshalb ich jetzt um einiges beruhigter bin, da ich nicht unbedingt etwas richtiges haben möchte, da das ja um einiges schlimmer wäre als das, das nur von der Psyche kommt.

Zur näheren Information:
ich habe als Diagnosen ein ADHS, eine posttraumatische Belastungsstörung und eben die Somatisierungsstörung.

Ich hatte selbst auch schon immer dran gedacht, daß ich mir manche Beschwerden einfach nur einbilde, sie also von der Psyche kommen, allerdings hat mir meine Psychotherapeutin dann immer wieder klar gemacht, daß ich den Arzt aufsuchen sollte, da viele der Beschwerden ganz typisch für so manche Erkrankung wären. Dank Therapeutin wird jetzt auch mein Asthma behandelt und ist die Diagnose einer Refluxösophagitis gestellt worden. Ohne sie hätte ich alles auf die Psyche geschoben und hätte hier keine Besserungen gehabt (das Asthma wurde zum Teil sogar vom Reflux enorm verschlimmert, ist aber jetzt so gut wie weg, seit ich regelmäßig Medikamente nehme)

Die einzigen Beschwerden, die ich noch habe sind eine häufig vorkommende Tachykardie und auch "Herzstolpern" bzw noch Muskelschmerzen.

Teilweise sind die Muskelschmerzen signifikant besser geworden, nachdem ich den Symbicort-Turbohaler nach Rat eines Arztes im KH um die hälfte reduziert hatte.

Um zum Punkt zu kommen:
Meine Therapeutin versucht mir eigentlich immer einzureden, daß ich meine Beschwerden ernster nehmen sollte, allerdings ist es ja laut Arzt eine Somatisierungsstörung und ich sollte die Beschwerden ja gar nicht ernst nehmen, ich sollte sie ja eher total ignorieren und versuchen trotz Beschwerden irgendwie gut zu leben.

Witziges am Rande:
ich hatte seit Monaten immer wieder einen seltsamen Schmerz an einem Zahn, wo aber vor einem Jahr schon mal ein Röntgen ergeben hatte, daß ich da gar nichts haben kann. SEit ich weiß, daß Somatisierungsstörungen auch Zahnschmerzen induzieren können, dachte ich, daß wäre ein solcher somatisierungs-Schmerz, nachdem gestern die Schmerzen arg unerträglich geworden sind, war ich heute doch beim Zahnarzt: Resultat - Zahn ist inzwischen abgestorben - Wurzelbehandlung hat ihn eventuell gerettet.

Was ich mich ja jetzt auch frage:
Wie kann ich wissen, was von der Somatisierungsstörung kommt und was nicht. Ich hasse es elendiglich, dauernd zum Arzt zu gehen, ich vermeide das immer so guts geht, denn ich fühle mich dann immer wie ein Hypochonder.

Wie kann ich also erkennen, was etwas richtiges und was etwas von der Psyche ist??!

Weitere Frage:
Können Somatisierungsstörungen auch von zuviel Stress entstehen?
Ich habe die Beschwerden nämlich verhäuft dann, wenn ich enorm gestresst bin - zB wenn ich frühmorgens aufstand, davor nur etwa vier Stunden geschlafen hatte und dann von vormittags bis zum späten Abend arbeite und zwischendurch recht wenig esse bzw viel zuwenig esse.

Kann ich die Sache auch damit lösen, daß ich einfach schaue, wie ich mein Leben entstressen kann??

Ich gehe seit einer weile gar nicht mehr zur praktischen Ärztin, weil ich nach einer Detailabrechnung der Krankenkasse erfahren hatte, daß sie bei meinen Besuchen immer "psych. Beratung bei larvierten Depressionen" verrechnet hatte. Ich gehe immer nur zur Sprechstundenhilfe, um dort die Rezepte abzuholen. Ich möchte auch nicht unbedingt wieder hin, außer dann wenn es wirklich nötig wäre, aber wie weiß ich wann etwas wirklich nötig ist und wann nicht. Bei Verletzungen, Beinbruch oder sonstigem ist das ja recht gut zu erkennen, aber bei allem anderen habe ich arge Schwierigkeiten.

Danke für eine Antwort,
Nicole
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TriggerHappy
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Post Wed, 14.Dec.05, 21:33      Re: Somatisierungsstörung - was genau? Reply with quoteBack to top

Hallo,

das klingt, als hätte es meine beste Freundin geschrieben Wink
Also: Grundsätzlich ist das, was zwar von der Psyche kommt, ja doch eine handfeste körperliche Reaktion, also dementsprechend ernst zu nehmen!
Beispiel: ich habe psychosomatische Magen-/Darmbeschwerden, die schonmal in eine Gastritis oder Darmentzündung ausarten. Das Ganze hat den Ursprung in der Psyche, aber es ist, wie du siehst, ja real da.

Und, ja: Stress verstärkt solche Beschwerden.
Entspannungstechniken können sehr helfen. (Yoga, Autogenes Training, etc.)
Bei meiner Freundin ist es z.B. so, dass sie eine Kehlkopfentzündung hatte nach zu viel Stress (zeigt sich bei ihr in immer neuen Erkrankungen jeder Art). Sie ist Sängerin und macht sich jetzt so verrückt, dass die Entzündung wiederkommen könnte, dass sie quasi darauf wartet, die Symptome wieder zu bemerken. Und bums waren sie prompt wieder da.

Man kann es nicht unterscheiden, aber meine Ansicht ist es sowieso, dass alle Krankheiten zum Großteil Ausdruck eines psych. Ungleichgewichts sind, denn das schwächt das Immunsystem. Wenn es mir schlecht geht bin ich auch dauernd krank.

Den Tipp, alle Beschwerden zu ignorieren finde ich daher schlicht verantwortungslos. Das zeigt die Geschichte mit dem Zahn.
Wie wäre es dagegen mit einer Selbsthilfegruppe?

Hoffe, das war nicht zu wirr...
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nele
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Post Wed, 14.Dec.05, 22:17      Re: Somatisierungsstörung - was genau? Reply with quoteBack to top

Hallo nicole,

Quote:
Meine Therapeutin versucht mir eigentlich immer einzureden, daß ich meine Beschwerden ernster nehmen sollte, allerdings ist es ja laut Arzt eine Somatisierungsstörung und ich sollte die Beschwerden ja gar nicht ernst nehmen, ich sollte sie ja eher total ignorieren und versuchen trotz Beschwerden irgendwie gut zu leben.


Wink Klingt irgendwie nach der Quadratur des Kreises - ist aber, glaube ich, vielleicht gar nicht so ein Widerspruch.

Quote:
daß ich mir manche Beschwerden einfach nur einbilde, sie also von der Psyche kommen(..)


Ich seh das jetzt nicht so, dass ich mir die Beschwerden "einfach nur einbilden würde", wenn sie von der Psyche kommen.
Die Beschwerden sind ja real da - es tut ja weh etc.

Aber der Grund für die Beschwerden kann eben ein rein organischer sein oder es wird deutlich, wenn man sich die Beschwerden genauer ansieht und Zusammenhänge erkennt, dass sie zum Beispiel urplötzlich weg sind.
Öfters ist es übrigens auch eine "Mischung". Der Magen wird zum Beispiel ja auch wirklich empfindlicher - oder ich hole mir eben auch schneller mal `ne Darminfektion.

Mit der Zeit kriegt man auch ein Gefühl dafür, wo der "Hase möglicherweise im Pfeffer sitzt" und wo nicht.
Z.B, wenn ich eine Magenverstimmung habe, mir aber Cola und Gummibärchen nichts machen, oder das ganze so merkwürdig ist, dass Sachen, die organisch damit eigentlich gar nichts zu tun haben können,
wahllos verbessern oder verschlechtern, ist die Wahrscheinlichkeit groß,
dass es ehr psychisch ist, bei mir.

Oder Mordsübelkeit, mit der ich mich kaum raustrauen würde und zwei Minuten trotzdem aus dem Haus gegangen - und alles wie weggeblasen..
Und das jedes Mal. Shocked

Ein anderes Kriterium ist (für mich), dass es mir komischerweise in Zeiten, in denen ich "körperlich" krank bin - bei mir sind es Magen/Darmgeschichten - psychisch immer ziemlich gut geht und ich da selbst eigentlich nix finden kann, psychisch - , was ein Auslöser hätte sein können. Ich bin dann manchmal wochenlang krank und es wird einfach nicht besser. Dann habe ich plötzlich eine einzige Therapiestunde und es ist komplett weg - ohne irgendeine "Besserungsphase" oder ähnliches.
Und es bleibt auch so.

Ich weiß ein paar Sachen, die ich öfters etwas zu spät bemerke.. Rolling Eyes , bei denen das Risiko, dass ich krank werde ziemlich hoch ist.
Das weiß ich aus Erfahrung.
Manchmal kann ich es vermeiden, indem ich da die "Klippe umgehe" -
mich mehr abgrenze/durchsetze - dass wieder so eine Krankheitsphase kommt.

Ein ziemlich interessantes Thema.. Wink

Mir hat es auch schon geholfen, dass ich mir selbst das Versprechen gegeben habe, bestimmte Gefühle mehr zuzulassen - und das war`s.
Als wenn ich die Wahl hätte, mir bestimmte Dinge eben "anzuschauen"
und wenn ich das nicht tue, werde ich eben ersatzweise (?) krank.

sex2 Wink

verrückt.

Komischerweise wissen mein Mann und meine beste Freundin immer sehr genau, ob es bei mir nun "von der Psyche" kommt oder "ganz normal" krank *grins* ist.

..ich habe übrigens auch eine posttraumatische Belastungsstörung.

liebe Grüße

Nele
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nele
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Post Wed, 14.Dec.05, 22:26      Re: Somatisierungsstörung - was genau? Reply with quoteBack to top

@ TriggerHappy,

Quote:
Grundsätzlich ist das, was zwar von der Psyche kommt, ja doch eine handfeste körperliche Reaktion, also dementsprechend ernst zu nehmen!


Danke - du kannst das sehr präzise ausdrücken.
Ist genau das, was ich meine. Wink

Quote:
Wenn es mir schlecht geht bin ich auch dauernd krank.


Ja. Wobei es bei mir zum Beispiel genau anders herum ist:
Wenn ich psychisch an irgendwas "herumknabbere", werde ich gar nicht so schnell krank bzw. ist mein Magen Ok - und wenn ich meine "unsäglichen" Magengeschichten habe, geht´s mir psychisch eigentlich ganz gut.

@Nicole, würde mich echt interessieren, ob das bei dir ähnlich ist -
falls du schreiben magst..

liegrü

Nele
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TriggerHappy
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Post Wed, 14.Dec.05, 22:53      Re: Somatisierungsstörung - was genau? Reply with quoteBack to top

Hi, Nele,

ja, der Magen... Bei mir ist meistens Stress der Auslöser. Aber es war früher mal viel schlimmer, da konnte ich ab 16 Uhr nichts mehr essen, weil ich so panische Angst vor den Magenkrämpfen hatte, die natürlich brav kamen, weil ich sie ja erwartet habe, das ist das teuflische daran. Man kann sich krankdenken!
Aber wie du auch bemerkt hast: wenn man denn erstmal krank darniederliegt, geht es einem erstaunlich gut... vielleicht, weil der Druck erstmal von einem genommen wird: man liegt legitimerweise nichts tuend im Bett oder zu Hause.
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Hiob
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Post Wed, 14.Dec.05, 22:56      Re: Somatisierungsstörung - was genau? Reply with quoteBack to top

Quote:
Wie kann ich also erkennen, was etwas richtiges und was etwas von der Psyche ist??!


Hallo Nicole,

es herrscht in unserer Gesellschaft die Meinung, dass etwas psychisches „ja nicht so schlimm“ sei. Wahrscheinlich kommen wir zu dieser seltsamen Annahme, da wir glauben, das Geistige vollkommen kontrollieren zu können. Daraus folgt dann meist der Schluss, dass etwas psychisches ja nur eingebildet ist (ein winziger Irrtum) und man da keine ernsthaften Konsequenzen zu erwarten hat.

Ich teile diese Meinung nicht. Manchmal ist es vielleicht sogar tödlich, die Arbeit mit Menschen, die ernstzunehmende suizidgedanken haben, ist da beispielsweise nur ein winziger Ausschnitt. Wer sagt uns, dass bestimmte Gefäßerkrankungen, die dann zu Herzinfarkt führen, bestimmte Gewebeveränderungen oder Stoffwechselveränderungen, nicht NUR psychische Ursachen haben? Ich weiß es nicht, aber ich sehe die Folgen und die sind real. Ich würde, wenn ich die Möglichkeit in Betracht ziehe, dass es mein Seelchen ist, dass diese somatischen „Beeinträchtigungen“ produziert, dem mit der gleichen Ernsthaftigkeit nachgehen, wie „einem Beinbruch“. Die Ernsthaftigkeit ist wörtlich übersetz vermutlich das, wo viele fragen, was denn dieses liebevoll sein "sein soll"...es geht um dich...und das ist doch wichtig, auch wenn es „nur“ dein Seelchen ist, was leidet. *leise vor mich hin murmel *

Viele Grüße und alles Gute
Hiob
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nicole8
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Post Wed, 14.Dec.05, 23:53      Re: Somatisierungsstörung - was genau? Reply with quoteBack to top

Hi Nele!

nele wrote:

Ja. Wobei es bei mir zum Beispiel genau anders herum ist:
Wenn ich psychisch an irgendwas "herumknabbere", werde ich gar nicht so schnell krank bzw. ist mein Magen Ok - und wenn ich meine "unsäglichen" Magengeschichten habe, geht´s mir psychisch eigentlich ganz gut.

@Nicole, würde mich echt interessieren, ob das bei dir ähnlich ist -
falls du schreiben magst..
Nele


zum Thema "echte Krankheiten":

wenn ich etwas "echtes" habe, glaube ich zuerst immer, ich wäre depressiv.
Ich hatte mal meiner Therapeutin per Telefon mitgeteilt, daß ich leider vor lauter Depression gar nicht kommen kann. Sie meinte dann aber, daß sich meine Beschwerden wie ein trivialer grippaler Infekt anhören und daß ich mich da nicht in die vermeintliche Depression reinsteigern sollte, da so ein grippaler Infekt nach einer Weile wieder vergeht.
Als ich dann mal kurz rekonstruierte, was da grad war, war es tatsächlich sowas wie ein grippaler Infekt.

Krankheiten an sich stürzen mich sofort in tiefste Krisen, zuerst mal weil sich Krankheiten anfangs immer wie Depressionen anfühlen, zweitens weil ich dann ja krank bin und das total scheiße ist. Kranksein ist für mich der totale supergau. Weiters sind auch Ärzte und Krankenhäuser für mich total negativ besetzt.

Eins der Traumata, das mitunter mit schuld an der PTSD sein soll, ist ein Unfall, den ich im Alter von 2,5 Jahren hatte (Hirntrauma mit fünfwöchigem KH-Aufenthalt, zusätzlich hatten mich meine Eltern nicht besuchen dürfen)

Was mir auffällt: egal was auch immer ich grad habe - an echten Krankheiten - ich denke zuerst immer dran, daß ich depressiv wäre und stürze mich dann da total rein und sacke dann tatsächlich stimmungsmäßig immer mehr runter, bis es dann neben der Krankheit tatsächlich fast sowas wie Depression wird.

Grüße,
Nicole
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Post Thu, 15.Dec.05, 0:04      Re: Somatisierungsstörung - was genau? Reply with quoteBack to top

hi TriggerHappy,

TriggerHappy wrote:

Und, ja: Stress verstärkt solche Beschwerden.
Entspannungstechniken können sehr helfen. (Yoga, Autogenes Training, etc.)


Yoga oder Autogenes Training wäre eher kontraproduktiv, weil mich sowas innerlich "zum Rotieren" bringt, mein Arzt meinte, ich solle mir eine eigene Entspannungsmethode suchen, bzw sie dann anwenden, ich muß da nichtmal die standardisierten Methoden (autogenes Training oder dergleichen) machen, sondern mir zb bestimmte Gedanken machen, die mich sofort entspannen würden.

Quote:
Den Tipp, alle Beschwerden zu ignorieren finde ich daher schlicht verantwortungslos. Das zeigt die Geschichte mit dem Zahn.
Wie wäre es dagegen mit einer Selbsthilfegruppe?


Ich hatte mir mal den Finger gebrochen und hatte dann den halben Tag überlegt, ob ich Rheuma hätte oder eigentlich gar nichts. Nach Telefonat mit einer Freundin (Medizinstudentin) und dem Schildern der Symptome kam raus, daß er eigentlich eher gebrochen war, also fuhr ich zum Arzt.
Er war dann tatsächlich gebrochen, was aber im Schlaf passiert ist, ich erinnerte mich dann auch düster dran, daß ich im Schlaf mal an die Wand gehauen hatte.

Selbsthilfegruppe gine alleine von der Zeit her schon nicht, ich habe praktisch oft wochenlang keinen einzigen freien Tag, ich arbeite jeden abend und oft auch tagsüber, dann studiere ich dazwischen und oft arbeite ich tagsüber bei einem Nebenjob und abends dann beim Hauptjob.

Ich habe oft zeiten, wo ich nichtmal weiß, wann ich sowas triviales wie Haushaltsdinge erledigen soll, weil ich oft in der früh außer haus gehe und dann erst so gegen 23:00 nach Hause komme. Wenn ich dann nach Hause komme, habe ich nicht immer lust noch etwas zu kochen, oft esse ich dann nur irgendwas, dann sollte ich auch schlafengehen, weil ich ja morgens wieder aufstehen sollte.

Was mich oft enorm quält: das wochenlange dahinleben ohne auch nur einen einzigen freien Abend oder wenigstens freien Nachmittag.

Letzten Frühling ging das monatelang so dahin! Ich hatte monatelang nicht einen einzigen freien Abend! weil ich immer arbeiten mußte. erst irgendwann im juni hatte ich plötzlich mal frei. war echt irre, ich konnte mir gar nicht mehr vorstellen, wie es ist, mal abends so gegen 19:00 in meiner Wohnung zu sitzen.

Ich war vor einiger Zeit mal für ein paar Tage im Krankenhaus (Psychosomatik), wo mir gesagt worden ist, ich sollte etwa drei Tage pro Woche frei haben. Total utopisch. ICh wüßte nicht, wie ich das machen sollte, ich muß immerhin arbeiten, um Geld zu haben, ich verdiene nichtmal mit jeden Abend arbeiten genug, um davon leben zu können.
Außerdem habe ich nebenbei noch die Nachhilfe-Einnahmequelle, da gehen auch noch viele Stunden damit drauf, mit diesem Geld zusätzlich kann ich dann aber doch irgendwie leben.

Aber insgesamt ist alles so viel und oft kommts dazu, daß ich nach wochenlangem so dahinleben einfach nicht mehr kann und ich dann verhäuft wieder irgendwelche Beschwerden habe, die mich dann dazu zuwingen, mal Pause zu machen. ;-(

Nicole
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Post Thu, 15.Dec.05, 0:11      Re: Somatisierungsstörung - was genau? Reply with quoteBack to top

Hi hiob!

Hiob wrote:

es herrscht in unserer Gesellschaft die Meinung, dass etwas psychisches „ja nicht so schlimm“ sei. Wahrscheinlich kommen wir zu dieser seltsamen Annahme, da wir glauben, das Geistige vollkommen kontrollieren zu können. Daraus folgt dann meist der Schluss, dass etwas psychisches ja nur eingebildet ist (ein winziger Irrtum) und man da keine ernsthaften Konsequenzen zu erwarten hat.


Ich meinte das deshalb so, weil ich im Internet nach Infos zur Somatisierungsstörung gesucht hatte und da stand, daß solche PAtienten möglichst nicht zum Arzt gehen sollten, weil der dann ja keine körperlichen Ursachen finden kann.


Quote:
Wer sagt uns, dass bestimmte Gefäßerkrankungen, die dann zu Herzinfarkt führen, bestimmte Gewebeveränderungen oder Stoffwechselveränderungen, nicht NUR psychische Ursachen haben?


Zum Thema Gefäßerkrankungen:
Es ist erwiesen, daß dauernd erhöhte Cortisolwerte (Stress) im Laufe der Zeit Atherosklerose fördern kann, die dann in weiterer Folge die Gefäße schädigen und wo es dann rasch zu Artheriosklerose und folgeerkrankungen kommen kann.

Grße,
nicole
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Post Thu, 15.Dec.05, 0:14      Re: Somatisierungsstörung - was genau? Reply with quoteBack to top

hi Triggerhappy,

TriggerHappy wrote:

hi nele,
Aber wie du auch bemerkt hast: wenn man denn erstmal krank darniederliegt, geht es einem erstaunlich gut... vielleicht, weil der Druck erstmal von einem genommen wird: man liegt legitimerweise nichts tuend im Bett oder zu Hause.


Bei mir ist es, wie vorhin geschrieben, eher umgekehrt, liege ich krank im Bett stürze ich gleichzeitig in eine arge Depression, die dann sogar anhält, wenn ich wieder gesund bin!

Das Problem dabei ist, daß "Krank" in meinem Gehirn immer mit "Depressiv" gleichgesetzt ist. Es gibt da keine unterschiedlichen Gefühlszustände dafür. Oder auch ich kann sie nicht unterscheiden. Sobald ich krank bin, fühle ich mich depressiv und oft weiß ich dann nichtmal daß ich krank bin, weil ich denke ich wäre depressiv.

Es ist ein Krampf.
Wieso ist das so schwierig?

Grüße,
Nicole
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Post Thu, 15.Dec.05, 0:35      Re: Somatisierungsstörung - was genau? Reply with quoteBack to top

Liebe Nicole,

also ganz ehrlich, bei deinem Pensum hätte ich auch Depressionen (die ich habe, aber aus anderen Gründen Confused )!!
Du kommst ja nie zur Ruhe!
Das macht sicherlich krank, soviel rumgestresse. Aber klar, wenn das liebe Geld nicht reicht, was sollst du machen, du Arme? Das ist wirklich eine sehr blöde Situation, in der du da steckst. 3 Tage frei die Woche ist in unserer Gesellschaft doch eh eine absolute Utopie! Leider, vielen Menschen ginge es sicher besser.
Aber wenigstens das WE??
Zur Ruhe kommen ist so wichtig, um bei Sinnen zu bleiben. Klar fühlst du dich depressiv, sobald eine Krankheit im Anflug ist, denn Kranksein kannst du dir ja gar nicht leisten!
Auch dein Unfall als Kind steckt dir noch mit schlechten Assoziationen im Gedächtnis, Kranksein = allein und hilflos irgendwo feststecken.
Irgendwie solltest du versuchen, dich mehr um dein Seelchen (siehe Hiob) zu kümmern, fahr dein Pensum runter, es muss Möglichkeiten geben! Was studierst du denn?
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Post Thu, 15.Dec.05, 0:57      Re: Somatisierungsstörung - was genau? Reply with quoteBack to top

TriggerHappy wrote:

also ganz ehrlich, bei deinem Pensum hätte ich auch Depressionen (die ich habe, aber aus anderen Gründen Confused )!!
Du kommst ja nie zur Ruhe!
Das macht sicherlich krank, soviel rumgestresse. Aber klar, wenn das liebe Geld nicht reicht, was sollst du machen, du Arme? Das ist wirklich eine sehr blöde Situation, in der du da steckst. 3 Tage frei die Woche ist in unserer Gesellschaft doch eh eine absolute Utopie! Leider, vielen Menschen ginge es sicher besser.
Aber wenigstens das WE??


Hi!

Die Depressionsgefühle bei Krankheit hatte ich auch schon, als ich noch nicht gearbeitet hatte.

Zum Thema Wochenende:
Da ist dann eben die meiste Arbeit. weil ich eben am Wochenende noch mehr Zeit dafür habe als während der Woche.

Zum Thema Gang-Zurückschalten:
Ist nicht so leicht. Auf jeden Fall nicht solange das Studium noch läuft. Außerdem fallen auch noch Kosten für Therapie usw an, die die Krankenkasse nicht auf Dauer übernehmen wird. Was wiederum mehr Arbeiten nötig macht.

An sich macht mir dieser Stress immer eine Weile lang sehr spaß, bis er irgendwann dann nicht mehr Spaß macht. Ich muß zugeben, ich habe da so eine Workaholic-Ader in mir, leider artet der Spaß dann aber immer früher oder später (kommt immer drauf an, was es sonst für Probleme noch gibt) in zusammenbruch aus.

Leider funktioniere ich zudem eher nach "Je weniger Zeit, desto mehr tue ich" als nach "je mehr ich zeit habe, desto mehr tue ich".
Leider habe ich auch das blöde Problem, ohne tolle Strukturen (Arbeit drumherum) so manches eher nicht zu erledigen, obwohl ich dafür dann mehr Zeit hätte.
Irgendwie wirds aber manchmal doch zuviel und auch die Struktur (geregelte und verplante Woche) hilft dann doch nicht.
Muß da irgendwie eine Mitte finden.

Was ich studiere?
Es ist nicht Medizin, auch nicht Jus oder Wirtschaft. Es ist das Studium, wo jeder sagt "Um Gottes willen! Sowas schwieriges!" (wobei es für mich eher das einfachste ist, im Gegensatz zu Jus, Wirtschaft oder Medizin, das ich nie studieren könnte, weil ich nicht auswendig lernen kann)

Grüße,
Nicole
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