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schlafenderkoala
Helferlein


36
Salzburg W, 26
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Wed, 08.Mar.06, 23:04 Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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Schon seit einiger Zeit grüble ich über folgendes Thema nach:
Ich gehe altersmäßig auf die 30 zu, war seit meines Lebens Single und habe nach einer kurzen Lebenskrise nun wieder mein Leben so weit im Griff. Ich habe einen Job, eine tolle Wohnung, ich kann mir einen Urlaub leisten - also alles perfekt.
Eine Beziehung mit jemandem einzugehen habe ich bereits aufgegeben - ich bleibe lieber alleine. Woran mir jedoch sehr viel liegt, sind meine Freundinnen, mit denen ich früher immer sehr viel unternommen habe. Aber genau hier liegt das Problem.
Im letzten Jahr haben bis auf eine Freundin alle in meinem Freundeskreis ein Baby bekommen, wodurch sich das Leben der Freundinnen natürlich verändert hat - sie haben die typische Hausfrau- und Mutterrolle eingenommen.
Die Babys sind alle wirklich süß, aber durch den Nachwuchs sind die Interessen zwischen mir und meinen Freudinnen nun total verschieden. Wenn wir uns Treffen - was nur noch sehr selten vorkommt, weil sie mit Kinderarzttermin, Babyschwimmen, etc. im Terminstress sind - dann gibt es größtenteils nur ein Thema "BABY". Das ist ja schön und gut, aber irgendwie nervt es mich mittlerweile. Anfangs fand ich die Erzählungen über die Geburt, Windel wechseln, etc. interessant, weil es für mich neu war, aber ich sag´euch, schön langsam bekomme ich richtige Agressionen bei dem Babythema.
Meine Freundinnen verstehen auch meine Einstellung, dass ich selbst kein Baby haben möchte, überhaupt nicht. Nicht nur, dass ich mir schön langsam wie ein Sonderling (... vielleicht auch Versager) vorkomme, weil ich kein Baby habe (ich habe zur Zeit nur noch eine Freundin, die so wie ich kinderlos ist), so wird auch der Kontakt zu meinen Freundinnen auf Grund verschiedener Interessen immer weniger, denn ich kann nicht meine Erfahrungen beim Stillen, beim Wickeln, etc. berichten, weil ich ja keine habe.
Oft denke ich an die "gute alte Zeit" mit meinen Freundinnen zurück. Wir konnten spontane Dinge machen, wir konnten gemeinsam auf Urlaub fahren, wir konnten uns in Ruhe unterhalten, ohne dass ewiges Kindergeschrei unser Gespräch ständig unterbricht.
Ich komme mir bei Besuchen bei meinen Freundinnen - wo eine tolle Familienidylle herscht (Mutter-Vater-Baby) - wie ein Außenseiter vor, wie ein Eindringling ... ich fühle mich wie ein Sonderling ... wahrscheinlich bin ich auch einer ... das macht mich total traurig ...
Koala (w)
P.S.: Ach ja und das Tollste hätte ich zum Schluss ja fast vergessen. Meine Thera bekommt auch ein Kind, womit meine Therapie bei ihr beendet ist.
Wisst ihr was: Ich pfeife auf jede weitere Therapie - bei wem auch immer - und ich will mich auch nicht mehr nach neuen Freundinnen umsehen, weil am Ende bleibe ich IMMER über bzw. alleine! Wieso also die Anstrengung?
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Sparkle
[nicht mehr wegzudenken]
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1277
München M, 24
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Thu, 09.Mar.06, 4:22 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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Hi du!
Meine Freundin will auch keins - so allein bist du also schon mal nicht
Irgendwie erinnert mich deine Story auch - entschuldige den Vergleich - an die Geschichten aus Sex and the City. Alle anderen haben Kinder und Familienidylle und die vier sind allein auf weiter Flur. Schlimmer noch, du bist ganz allein auf dich gestellt.
So böse scheint es aber nicht zu sein, wie ich lese, weil du gut mit dir selber klar kommst (Urlaub etc.). Finde ich cool =)
Umstellungen im Freundeskreis sind natürlich immer eine blöde Sache. Der eine zieht weg, der andere heiratet, der nächste hat einen hektischen Job usw.. Da verliert man sich schnell und fragt sich dann, warum die wunderbaren Tage eigentlich so nicht mehr möglich sind. Gut, bei mir steht das noch bevor, du steckst wohl leider grade mittendrin. Vielleicht wäre es möglich, dass du andere kennenlernst und mit denen mehr unternimmst?
Und die Gretchen-Frage: Warum willst du keinen Partner?
vlg
Sparkle
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_________________ Most people try to avoid pain instead of seeking joy. (Dalai Lama) |
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Heide
Helferlein


104
Hamburg W, 38
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Thu, 09.Mar.06, 8:56 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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"Ich habe einen Job, eine tolle Wohnung, ich kann mir einen Urlaub leisten - also alles perfekt. "
Ja, wenn das alles ist.
Mir wäre das zu wenig und deinen Freundinnen wohl auch.
So gehen Lebensentwürfe auseinander und es verringern sich die Kontaktflächen. Man entfremdet sich voneinander.
Ich finde das vollkommen normal.
Du hast dich für deine Werte und für deinen Weg entschieden, deine Freundinnen (und die Therapeutin.. ) bevorzugen einen anderen Weg. Dass man sich da leicht als Sonderling fühlt, ist klar.
Allerdings bist du mit deiner Einstellung doch nun wirklich kein Einzelfall mehr!
In meinem Bekannten- und Freundeskreis leben die allermeisten solo, ohne Familie.
Einige, weil sie keine Bindung und keine Kinder wollen - andere, weil sie nie den passenden Partner gefunden haben...seis drum.
Ich habe Kinder, die allerdings schon fast erwachsen sind, da ist für die Dinge, die du beschreibst, wieder viel Platz und auch Interesse da. Es gibt eben für alles eine Zeit...nichts bleibt wie es ist: Freunde kommen, bleiben, sie gehen auch wieder, wenn die Welten nicht mehr zueinander passen.
Es ist ganz natürlich, dass sich beim Elternwerden erst mal alles um das Kind dreht, schließlich hat sich ja auch der ganze Alltag, die Wichtigkeiten, die Gedankenwelt verändert. Vieles, was einem früher ganz bedeutend erschien, ist nebensächlich geworden.
So ging es mir und so geht es den meisten Eltern.
Man lebt nicht mehr nur für sich und für Job und Urlaub und anderen Kram, man hat Verantwortung für einen oder mehrere kleine Menschen und damit ein neues und total verändertes Lebensgefühl. Da ist für viele Dinge kein Platz und auch kein Interesse mehr.
Menschen mit den gleichen Prioritäten wären für dich wohl momentan angehmer im Umgang...ich wünsche dir, dass du sie bald findest und den Kontakt zu deinen Freundinnen wieder intensivieren kann, sobald wieder mehr konforme Interessen bestehen..
Alles Liebe
Heide
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schlafenderkoala
Helferlein


36
Salzburg W, 26
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Thu, 09.Mar.06, 9:29 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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Hi Sparkle!
Den Vergleich mit "Sex in the City" finde ich witzig - ich habe die Serie nur teilweise verfolgt, fand sie aber recht lustig. Aber trotzdem haben all diese 4 Frauen ja doch das Ziel, einen Mann zu finden bzw. in späterer Folge ein Kind zu haben und bei mir fehlt dieses Ziel komplett.
Wieso dies so ist? Beim Thema Kind kann ich mir das noch irgendwie erklären bzw. denke ich den Grund zu wissen.
Ich war früher beruflich mit Kindern und damit verbundener großer Verantwortung konfrontiert. Obwohl ich meine Sache gut gemacht habe, so denke ich im Nachhinein, dass ich damals für die Verantwortung, die man mir auferlegt hatte, doch zu jung war und am Rande der Überlastung stand. Die Kinder waren mir extrem wichtig, ich wollte, dass es ihnen gut geht in der Zeit, wo sie bei mir waren ( viele kamen aus zerrütteten Verhältnissen), ich habe mich sehr für sie eingesetzt. Dabei habe ich total auf mich vergessen, bis ich dann eines Tages so ausgebrannt war und mit schweresten Depressionen zu kämpfen hatte, dass ich meinen Beruf in Zusammenhang mit Kindern aufgeben musste. Es dauerte Jahre, bis ich wieder Kraft hatte und die Depressionen sind zeitweise ganz weg und dann kommen sie total überraschend wieder.
Deswegen schrecke ich auch vor der Verantwortung gegenüber einem eigenen Kind so zurück. Für ein Kind hat man ein Leben lang eine große Verantwortung und speziell im Babyalter muss man Tag und Nacht für sein Kind da sein. Wenn ich dann keine Lust mehr habe, kann ich nicht sagen: "So, jetzt habe ich genug, ich gehe." Mit einem Kind sind neben den schönen Seiten auch so viele Sorgen und Ängste verbunden, vor allem in der Phase der Pubertät. Die Angst, dass mein Kind in die Drogenszene abrutscht, die schlechten Zukunftsaussichten bezüglich Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz,... und schließlich die verdammt große Angst, dass mein Kind so wie ich an Depressionen leidet und das möchte ich ehrlich niemandem wünschen. Ich möchte auch keine depressive Mutter sein. Ich habe einmal eine Dokumentation über depressive Mutter gesehen und mir taten die Babys so leid. Sie schrien förmlich nach Liebe und Zuneigung, die Mütter hielten zwar ihre Kinder im Arm, aber da war kein Lachen, keine Empfindungen, sie waren erstarrt (... ich kenne leider dieses Gefühlsleben) ... das war so traurig anzusehen.
Wenn ich manchmal die Babyfotos von den Kindern meiner Freundinnen anschaue und in mir vielleicht doch kurz der Gedanke an ein eigenes Kind hochkommt, so sage ich mir immer, dass es von mir das egoistischste wäre, wenn ich ein Kind in diese Welt setzen würde und ich kein Kind habe darf.
Tja und abgesehen davon gibt es ja vor der Kinderfrage noch ein kleines Problemchen, nämlich die Partnerfrage und hier kommen wir zur Gretchenfrage: "Warum will ich keinen Partner?"
Das beantworte ich ein bisschen später ... aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
Koala
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SubLunar78
Helferlein


63
Auf dem Mond M, 29
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Thu, 09.Mar.06, 11:27 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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| schlafenderkoala wrote: |
Ich gehe ... auf die 30 zu, war seit meines Lebens Single...
.... - also alles perfekt.
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Ist denn das für dich wirklich Perfekt ?
Warum bist du dann Traurig, wenn du doch alles hast um glücklich zu sein ?
Ist es weil sich deine Freundinen verändert haben und du jetzt abseits bist?
Und nicht mehr dazu gehören kannst (Zu dem Elitären Kreis der Familien Grüder ?)
Oder hättest du selber auch gerne Beziehungen ?
| schlafenderkoala wrote: |
Eine Beziehung mit jemandem einzugehen habe ich bereits aufgegeben - ich bleibe lieber alleine.
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Ich habe auch keine Beziehung weil ich keine haben kann.
| schlafenderkoala wrote: |
interessant, weil es für mich neu war, aber ich sag´euch, schön langsam bekomme ich richtige Agressionen bei dem Babythema.
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Ging mir genau so.
| schlafenderkoala wrote: |
... ich fühle mich wie ein Sonderling ... wahrscheinlich bin ich auch einer ... das macht mich total traurig ...
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Sicherlich kann ich das verstehen das du enttäscht bist. Aber du kannst daran wenig verändern.
Deine Freundinnen haben jetzt eben nun mal Kinder bekommen.
Das ist eine Entscheidung die sie für ihr eigenes Leben (aus deiner sicht vielleicht gegen dich ) gemacht haben.
Das sie dir so "Super Mega Glücklich" vorkommen. Ist nur im Moment so. Da kommen auch noch andere Zeiten.
Das ihr eigenes Kind das wichtigste im Leben ist, kannst du doch sicher auch verstehen. Würde es dir nicht genauso gehen ? Es Passiert doch so viel neues in der Zeit. Später werden sie auch bestimmt wieder mehr Zeit für dich haben. Das gibt sich mit der Zeit.
So wie früher wird es nicht mehr sein,das stimmt.
Denn deine Freundinnen sind jetzt eben richtig "Erwachsen" geworden (Sowas werde ich wohl nie).
Aber die Dinge von Früher sind ja nicht auf einmal weg oder wertlos geworden. Sie werden Euch immer Verbinden. Warum willst du das alles Aufgeben ? (Ich habe meinen Fehler damit ganz teuer bezahlen müssen)
Du musst (ich mag dieses Wort nicht aber es passt leider kein anderes) dich entscheiden, wie wichtig sind dir diese Freundschaften.
Kannst du es vill. doch akzeptieren das sich ihr Leben geändert hat und sie jetzt eben Familie haben ?.
| schlafenderkoala wrote: |
Ich pfeife auf jede weitere Therapie - bei wem auch immer - und ich will mich auch nicht mehr nach neuen Freundinnen umsehen, weil am Ende bleibe ich IMMER über bzw. alleine! Wieso also die Anstrengung? |
Das stimmt. Zum Schluss wird man immer alleine sein. Ich habe auch irgendwann die erkenntniss bekommen das sich jeder Mensch immer für sein eigenes Glück/Zukunft entscheidet. (Das ist normal, machen viele so)
Und Freundschaften stehen da oft erst hinten an.
Dann muss ausgetestet werden ob die Freundschaft(Beziehung) diese neue Situation aushalten kann.
Aus diesem Grund habe ich mich, wie du jetzt gerade, vor ein paar Jahren auch entschieden keine Freunde mehr haben zu wollen und mich total zu isolieren. Vielleicht war der Grund bei mir ein anderer als bei dir ?
Mir hat das nicht gut getan. Und aus heutiger sicht hätte ich mich anders entscheiden sollen müssen. Gleichzeitig weiß ich aber auch das ich "damals" keine andere Chance hatte. Es war überhaupt nicht toll Freunde oder Freundinen zu haben die sich verliebt haben und mit ihren Partnern zusammen gezogen sind, geheiratet haben (und geschieden sind). Und dieser ganze Baby kram halt.
Ich war immer nur zu seher, und habe es so nicht mehr ausgehalten.
Ich mag auch gerne alleine für mich sein auch alleine. (Aber auf Dauer macht das Krank) Zusätzlich wurde mir auch immer dieser Gesellschaftliche Druck eingeredet. Mit so schlauen Fragen wie" Warum hast du denn keine Beziehung", "Warum willst du denn keine Kinder haben??" Du kennst das sicher. Die konsquenz war für mich das ich mich von dieser Bagage auch isoliert habe.
Gruß SL78
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Lisa29
[nicht mehr wegzudenken]
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1071
Bayern W, 32
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Thu, 09.Mar.06, 18:02 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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Ich kenn das auch. Als meine eine Freundin recht früh (mit 24) ein Kind bekommen hat fand ich das noch spannend und exotisch, weil halt sonst noch keiner ein Kind hatte. An dem Kind habe ich auch total einen Narren gefressen (sie ist jetzt 6).
Aber als dann nach und nach alle schwanger wurden in den letzten Jahren und mit dem Freund zusammenzogen, war ich auch total genervt.
Die Sache mit den Babys ist ein bisschen so als würden aufeinmal alle Frauen in einer Sekte stecken und der anzubetende Anführer heisst "BABY". Darum dreht sich alles, man wird am Telefon abgewürgt weil das Baby gepupst hat und die Mama schnell auflegen muß. Wenn ich meine eine Freundin anrufe dann sagt sie sofort "Du ich bin nur rangegangen um zu sagen ich kann jetzt nicht! Lass uns einen Telefonier-Termin verabreden!" Teilweise ist es so schwer wie eine Audienz beim Papst zu bekommen, weil das Kind ja immer vorgeht.
Nur: SO ist das halt! Und man selbst wäre genauso!
Und wie meine Vorrednerinnen schon gesagt haben_ Alles verändert sich. Man entwickelt sich auseinander und sucht sich am besten einen Kreis von Leuten mit denen man mehr gemeinsam hat. Das ist besser als von den Freundinnen das unmögliche zu erwarten: Das Baby nicht an erster Stelle kommen zu lassen.
Ich hab 8inzwischen bei jeder Schwangerscgaft in meinem Freundeskreis gedacht: Na super, wieder eine weniger mit der man reden kann.
Ich konnte mich auch überhaupt nicht freuen darüber.
Aber so ist das eben. Das Leben bleibt halt nicht für immer so wie es war. Alles entwickelt sich weiter und man selbst sollte das auch tun. Sprich nicht immer über die "verlorenene" Freundschaften jammern sondern nach Leuten suchen, die besser in das eigene Leben passen.
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Incah
[nicht mehr wegzudenken]
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1213
@ home W
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Sun, 12.Mar.06, 4:43 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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Hallo,
nun bei meinen Freundinnen ist es auch so, eine hat bereits ein inzwischen 3jähriges Kind, die andere ist schwanger, außerdem sind so ziemlich alle außer mir verheiratet.
Aber ich mag Kinder sehr, und finde dass sich eine Freundschaft dadurch zwar verändert, aber die Menschen bleiben ja doch die selben. Dann trifft man sich halt bei der Freundin, weil die nicht so ohne weiteres rauskann. Lebt eine Freundschaft nur von der Spontanität?
Ich finde, gerade da zeigt sich, was die Freundschaft hält, wenn sich Dinge so grundlegend verändern. Zu den gemeinsamen Interessen kommt halt ein neues Interesse dazu, und so ein Kind ist doch auch interessant.
Ich würde dir gerne raten, sei ein bisschen offen. Wenn du alles beim Alten haben willst, wird die Freundschaft zerbrechen weil sich einfach alles verändert hat, unwiderruflich. Aber man kann sich mitverändern, muss ja nicht sofort zum gluckenartigen Muttertier mutieren, sondern es ändern sich halt einfach ein paar Dinge, denen man aber mit ein bisschen Improvisieren und gutem Willen begegnen kann.
Auch wenn die Prioritäten sich nun ein wenig verändert haben, so müssen sie doch nicht komplett umgedreht haben.
Ich bin z.B. eher so, dass ich jedes Wochenende ausgehe, obwohl ich auf die 30 zugehe. Ich habe zwar einen Freund, denke aber nicht annähernd an Kinder und Heiraten, während alle meine Freundinnen verheiratet sind und halt nicht mehr ausgehen.
Nun, ich hab genug andere Leute mit denen ich ausgehe (unter anderem meinen Freund), ich kann ja nicht nur Spaß mit meinen Freundinnen haben. Natürlich vermisse ich auch die Ausgehzeiten, wo wir alle gemeinsam losgezogen sind, aber nur weil das jetzt nicht mehr läuft, so gibts inzwischen halt andere Aktivitäten die wir unternehmen können, die es vorher nicht gab. Man muss halt allem etwas Gutes abgewinnen können, flexibel sein und wie gesagt, die Menschen ändern sich nicht weil sie ein Kind haben.
Man muss aber einsehen dass das eine einschneidende Veränderung darstellt und nun viel Raum im Leben der Freundin einnimmt (zu Recht) und wenn man ihr da beiseite steht, sie unterstützt und dieser Veränderung auch im eigenen Leben Raum gibt, und sie das merkt, dann wird man nie an Priorität bei ihr verlieren.
lg Incah
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icytear
Helferlein


45
Graz W, 23
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Mon, 13.Mar.06, 12:09 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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Ich kann dich soooooo gut verstehen...
Bei mir ist das ähnlich: Ich hatte keine besonders tolle Kindheit (lag an den Familienverhältnissen) u. musste (und tue es auch noch immer) auch schon früh Verantwortung übernehmen - für mich selbst (weil meine Eltern dazu nicht in der Lage waren) u. f. meine jüngeren Geschwister (ich bin die Älteste) - vor allem nach dem Tod meiner Eltern.
Ich weiß gar nicht genau, wie sich "Kind sein" anfühlt, weil ich wohl immer schon sehr erwachsen sein musste bzw. es war. Dh. es gehen mir (vor allem ganz kleine Kinder) nach einiger Zeit ziemlich auf die Nerven. Habe auch einen niedrigen Frustrations- u. Stresstoleranzpegel was Lärm u. Generve betrifft (u. Kinder sind nun mal laut, aufgeweckt etc. - das ist ihr gutes Recht) - kommt wohl auch davon,d. ich jahrelang unter schweren Depressionen litt (auch die Sache mit dem Vererben ist ein Grund für meine gewollte Kinderlosigkeit).
Das heißt nicht, d. ich eine Kinderhasserin bin. Ich babysitte ab und an recht gern u. kann auch ganz gut m. Kindern (sofern sie nicht total hyperaktiv od. aggressiv sind - also nicht extrem verhaltenskreativ sind) umgehen u. mich mit ihnen beschäftigen. Kann mir auch vorstellen, mal einige Tage durchgehend (zwei/drei Tage) ein Kind zu beaufsichtigen (z.B. für eine Freundin oder so). ABER: Ein eigenes Kind kommt absolut nicht in Frage. Das wäre unverantwortlich - dem potentiellen Kind u. auch mir selbst gegenüber. Mutter sein ist ein 24/7 Fulltime-Job, man kann d. Kind nicht sich selbst überlassen, nur weil man grad selber mal nen Nervenzusammenbruch hat od. keinen Nerv für Babygeschrei.
Bei mir ist es auch so, d. ich studiere. Die Hälfte aller Akademikerinnen bleibt gewollt kinderlos. Gerade Frauen (u. hier vor allem die, d. aus bildungsfernen Schichten stammen u. f. d. Studieren ein Privileg ist, d. sie sich hart erkämpft haben), die viel Zeit, Nerven (u. manchmal auch Geld) in ihre Ausbildung/ihr Studium gesteckt haben, schrecken vorm Kinderkriegen zurück. Es kostet sie nur noch mehr Zeit u. oft vor allem ihre Karriere (f. d. man zuvor jahrelang geschuftet u. studiert hat). Und mal ehrlich, in dieser Gesellschaft, wo Betriebskindergärten u. -krippen ein Fremdwort sind, wo Ganztagesschulen belächelt werden, wo es net wichtig ist, ob genügend Personal u. Geld für kostengünstige u. flächendeckende Kinderbetreuung vorhanden ist, wo Ganztagesbetreuung vom Kleinstkindesalter an (wie in Frankreich u. Skandinavien) noch immer naserümpfend mit "igitt" u. die Frauen, d. dies in Anspruch nehmen als "karrieregeile Rabenmütter" bezeichnet werden, wo Frauen immer noch um ein Drittel weniger als Männer verdienen, wo immer noch eine gläserne Decke für Frauen betreffend Spitzenpositionen existiert, wo nur 3 % der Männer in Kindererziehungszeit gehen, wo Erziehung noch immer reine Frauensache ist, die Frauenvollerwerbstätigkeit zurück geht u. dafür gesorgt wird, Frauen in die (schlecht bezahlte) Teilzeitarbeit zu drängen, da sag ich ganz klar: Ein Kind - nein danke! Nicht in dieser Gesellschaft. Schon die Kinder von heute haben Zukunftsängste u. müssen sich in der Leistungsgesellschaft durchkämpfen - also ich will da kein Kind reinsetzen...
Im Freundeskreis (wir sind Anfang/Mitte zwanzig u. haben dh. NOCH keine Kinder) hatten wir ne heftige Diskussion, weil meine Freundinnen meinten, ich sei irgendwie "komisch" drauf. Ich bin einfach nur realistisch u. desillusioniert. Ich weiß, d. Kind u. Karriere (noch) nicht möglich sind. Deshalbe verzichte ich auf das Kind.
Aber als ich sagte: Sei froh, d. ich keine Kinder habe, denn wenn du u. dein Freund in drei Jahren eins kriegen, wirst du froh sein, d. du mich mal f. einen Tag als Babysitter in Anspruch nehmen kannst, wennst mal ne Pause brauchst od. einfach nur mal wieder allein m. deinem Freund sein willst.
Da wars erstmal still u. dann meinte die angesprochene Freundin: Stimmt, so hab ich d. noch gar nicht betrachtet.
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Berlincitysen
Helferlein


78
Berlin M, 26
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Mon, 13.Mar.06, 13:34 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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Hm eigentlich sollt ich ja was produktives hier auf Arbeit tun aber dein Post fand ich irgendwie so interesant (vorallen da mir sehr viel davon so bekannt vorkahm) das ich ihn einfach zuende lesen musste.
Ok zugegeben statt na tollen Wohnung müsst bei mir tolles Zimmer stehn, weil Meine Eltern nen Haus ham (mit ausreichend Platz) und das zudem noch recht na an meiner Arbeit ist aber sonst stimmts.
Achja keine Sorge nur weil Leute wie du nicht den grossteil unser Gesellschaft bilden bist lang noch kein Sonderling (zumindest nicht deswegen), ich würde ja fast sogar behaupten das Leute mit dein Problem dank unser jetzigen Gesellschaftsform immer häufiger vorkomm.
So richtig kann ich mich mit den Gedanken an Nachwuchs auch nich anfreunden was aber denk ich unter anderm auch daran liegt das mir mein Freiraum sehr wichtig ist und schon bei dem blossen Gedanken an das ganze drumherum (Windeln wechsel, rumschrein etc) mich der blanke Horror überkommt, klar gehört sowas auch dazu aber bin einfach kein Mensch für sowas und wenn ich dann noch an die ganzen Nachteile (weniger Freizeit, zusätzlicher finanzieller und Organisatorischer Aufwand (was aber nich wirklich schlimm is), weniger mit Freunden rumhäng und nachhts nich durchschlafen könn) denke die ich gegenüber jetzt durch die neue Lage hätte ist bei mir ganz aus.
Achja und mir fehlt auch diese Begeisterung für diese Teppichratten irgendwie, bei andern brenn alle Sicherung durch (besonders Omis ;o) wenn sie die sehn und meine Reaktion könnt man sich in etwa so vorstelln "ach da is ja noch einer, wahnsinn".
Das mit dem alles Perfekt kauf ich dir allerdings nicht ab da ich mal stark annehme dir gehts ähnlich wie mir, mit dieser Aussage belügst du dich nur selber, ich würd an deiner Stelle den Ausdruck "weitestgehends Perfekt" nutzen da es ein paar Dinge immer und überall gibt die ein stören, ich glaub um solche wird man auch nie drum herum komm.
Bei mir ist es der blanke Neid, Neid auf das glückliche Liebesleben zweier Menschen die dir auf der Strasse z.b. übern weg laufen und förmlich vor lauter Glück nur so strahlen. Bei sowas sag ich mir dann immer das man halt nicht alles haben kann (was eigentlich schade ist) und ignorier die Gedanken dann einfach, klappt auch so gut wie immer mitlerweile.
Ich bin mir da noch nich ganz sicher aber manchmal glaube ich das ich so recht keine Feste Beziehung sogar will wo man ständig aufeinander rumhockt und so. Was mir eher zusagen würde wäre eine Art lockere Partnerschaft oder so, wenn einem Grad nach etwas der Kopf steht (Ausgehn, tanzen, wandern, Sex usw.) fragt man den andern halt und verabredet und hat dannach dann trotzdem wieder Zeit für sich und ist dann auch nich sauer wenn der oder die andre auch mal was mit jemand anders unternimmt.
Welcher gedanke mich nähmlich bei einer festen Beziehung irgendwie stört ist das man im Idealfall nur noch immer mit der selben Person Sex haben darf (weil alles andre is ja oll und fremdgehn is nich), weis nich kähme mir da zu eingeschrenkt vor irgendwie, wenn ich mir jetzt überlege man hätte schon nachwuchs und müsste irgendwann ein andern des gewissens wegen absagen obwohl man doch schon wolln würde des wäre nich so mein Ding und falls man doch ja sagt und das wer mitkriegt hat man dann nix als ärger und ist dann zu recht der Buhmann.
Dann liebe doch Single sein und alle Wege offen haben.
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Linea
Forums-InsiderIn


153
Wien W, 25
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Mon, 13.Mar.06, 20:19 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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Hallo schlafenderkoala!
Mir gehts genauso wie dir!
Ich werde jetzt auch bald 26 und anscheinend ist das so ein magisches Alter, in dem alle rundherum einen wahnsinnigen Nestbau- und Familiengründ-Trieb entwickeln. Meine Schwester hat vor einem Jahr ein Baby bekommen und ist für sonst nichts mehr zu gebrauchen und eine gute Freundin von mir ist jetzt schwanger. Wir haben oft stundenlang über alles Mögliche gequatscht und ich habe Angst, dass das jetzt seltener oder sogar unmöglich wird. Mit meiner Schwester kann ich keine 10 Minuten mehr telefonieren, ohne dass der Kleine sich inzwischen 3 mal weh tut und ständig losbrüllt.
Ich selber habe nicht den geringsten Kinderwunsch und bin froh, dass mein Freund das genauso sieht. Wir sind beide viel zu egoistisch und lieben unsere Freizeit und unseren Freiraum. Sollte sich nur der geringste Familienwunsch bei mir einstellen, muss ich nur daran denken, was ich alles aufgeben müsste und mir kommt das Grauen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man einem Kind zuliebe sein ganzes Leben auf den Kopf stellen möchte. Schließlich hat man zumindest für 18 Jahre die Verantwortung für einen anderen Menschen.
Aber das ist natürlich Einstellungssache. Ich würde es niemandem ausreden, der sich ein Baby wünscht, aber ich kann es auch nicht leiden, wenn ich als "abnormal" angesehen werde, weil für mich ein Kind der Albtraum wäre.
Ich bin auch viel zu ungeduldig und auch lärmempfindlich, als dass ich es länger mit einem kreischenden Baby aushalten könnte (aber angeblich soll es ja was anderes sein, wenn es das eigene ist...)
Ausserdem kann ich es nicht leiden, wenn Mütter ihre Kinderwägen mit stolzgeschwellter Brust und mit einem "seht her, wie toll"-Blick ihre Babies durch die Gegend schieben.
Schliesslich ist Kindermachen und Kinderkriegen weder eine Leistung noch eine Kunst (eine gute Mutter zu sein dagegen schon!).
Vielleicht sehe ich das zu hart oder zu egoistisch, aber ich sehe am Kinderkriegen, auch bei näherer Überlegung, keinen einzigen Vorteil! Ok, sie sind manchmal lieb und man ist im Alter (vielleicht, falls sie nicht ins Ausland heiraten) nicht allein.
In unserer kleinen ländlichen Siedlung gibt es auch fast keine Leute mehr, die keine Kinder haben, oder die zumindest so denken wie ich. Wahrscheinlich glauben auch viele, dass ich unfruchtbar bin. Hier kann sich wahrscheinlich keiner auch nur vorstellen, dass man nicht mindestens drei Kinder haben will. Ich versuche aber, bei jeder Gelegenheit zu betonen, dass mein Zustand absolut beabsichtigt ist.
Bei aller Freundschaft kann es auch äusserst nerven, wenn man sich den zwischennachbarlichen Gesprächen über Kinderkrankheiten oder Windelwechseln gar nicht mehr entziehen kann.
Es kann auch ganz schön frustrierend sein, wenn man versucht, über andere Themen zu reden, und das Gespräch wendet sich dann doch immer wieder den Kinderthemen zu.
Jedenfalls bist du nicht allein, schlafenderkoala, ich bin genau so ein Sonderling wie du!
Liebe Grüße,
Linea
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_________________ Die Angst klopfte an die Tür.
Das Vertrauen öffnete - und niemand war draussen. |
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icytear
Helferlein


45
Graz W, 23
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Tue, 14.Mar.06, 13:23 Weitere gedanken dazu |
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Also wie gesagt ist nach dem letzten gröberen Streitgespräch das kontroverse Kinderthema in meinem Freundeskreis erstmal vom Tisch. Wir "tauchen" da durch, sprechen das momentan einfach net an.
Natürlich mach ich mir manchmal Sorgen, wie das werden wird, wenn jemand aus meinem engsten Freundeskreis wirklich Kinder bekommt. Es ist klar, d. d. Veränderungen gibt. Aber ich hoffe, man kann die ins positive wenden... Eben z.B. für die Freundin da sein u. sagen: Wennst ne Auszeit brauchst, bring das Kind mal übers Wochenende bei mir vorbei...
Keine Kinder zu haben ist ein Verzicht. Und welche zu haben, ist ebenfalls ein Verzicht. Es ist eine sehr schwere Entscheidung, die jede/r bzw. jedes Paar nur für sich treffen kann... Natürlich bin ich oft ein bisserl schwermütig, wenn ich besonders herzige Kinder sehe u. mir denke "schön wärs schon" (das ist umgekehrt sicher auch net anders: mütter, die selbstbestimmte frauen in guten berufen sehen u. sich dann auch hin u. wieder mal denken: ich würd auch lieber zu einem geschäftsessen gehen, als windeln wechseln u. mein andres kind zum sportunterricht kutschieren)... aber dann denke ich immer, auf was ich verzichten müsste, das da nicht immer alles eitel wonne ist etc.
Wenn man nicht die besten Startpositionen von Haus aus mitgekriegt hat, muss man sich später umso mehr anstrengen.Ich musste immer sehr unabhängig und selbstbestimmt u. zielstrebig sein. Als ich jünger war, war das oft eine schwere Last. Heute, als Erwachsene, hilft es mir oft weiter. Und ich möchte meine Unabhängigkeit u. Freiheit auch nicht mehr aufgeben....
Ich habe mich auch vor kurzem auch wg. der Kindersache von meinem Freund getrennt. Er will unbedingt welche, ich aber nicht. Es wäre egoistisch, ihm seinen Traum von einer Familie mit Kindern zu verbauen, genauso, wie es egoistisch von ihm wäre, d. von mir zu verlangen... Wie ist das bei euch? Wie reagieren od. reagierten eure Männer/Freunde/Partner, wenn sie das erfahren? Ich stoße auf sehr geteilte Reaktionen, obwohl ich leider sagen muss, d. die negativen Reaktionen darauf immer noch überwiegen (da frag ich mich dann auch oft: einen mann fragt meistens kein schwein, ob er ein kind will/kinder hat, aber frauen müssen sich ab einem gewissen alter ständig m. dieser frage konfrontieren lassen...)
Hm, außerdem denk ich mir: Wenn man Kinder bekommt, da gibt es soviele Sachen, die schief gehen können... Was passiert, wenn das Kind behindert zur Welt kommt? Was macht man, wenn man seinen Job verliert u. plötzlich finanziell nicht mehr soviel bieten kann, wie man es einem Kind eigentlich geben sollte (rede jetzt net davon, in Luxus zu schwelgen u. ständig Markenklamotten zu kaufen)? Was machst du, wenn dein Mann bei einem Unfall stirbt (bei mir kommt ja noch hinzu, d. es von meiner Seite keine Großeltern mehr gibt - u. die Großeltern sind heute wichtige Beaufsichtigungs- u. Bezugspersonen, d. ist einfach so)? Was machst, wenn der Mann abhaut (kann ja auch passieren - u. als Frau stehst immer du allein mitm Kind da) od. keine Lust hat, sich an d. Hausarbeit u. der Kindererziehung zu beteiligen (leider scheint bei vielen Männern immer noch d. Ansicht zu herrschen, dies sei allein Frauensache u. Außer-Haus-Betreuung sei sowieso pfui u. frau brauche ja mit kind gar keine karriere machen...)? Beziehungen verändern sich durch ein Kind, was, wenns total ins negative fällt?
Aus diesen und vielen anderen Überlegungen u. Erfahrungen etc. hab ich für mich den Schluss gezogen, auf Kinder zu verzichten. Der Preis, d. ich f. ein Kind zahlen müsste, wäre zu hoch... Das tut manchmal weh, aber es ist eben so... Und schließlich hat diese Art zu leben (kinderlos) ja auch Vorteile...
Gute Bücher zum Thema:
Goodbye, Baby. Glücklich ohne Kinder (Shirley Seul)
Frau ohne Kind Gespräche und Geschichten einer Tafelrunde (Viola Roggenkamp)
Die Kinderfrage. Frauen zwischen Kinderwunsch und Abhängigkeit (Elisabeth Beck-Gernsheim)
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Linea
Forums-InsiderIn


153
Wien W, 25
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Tue, 14.Mar.06, 15:06 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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| Quote: | | Ich habe mich auch vor kurzem auch wg. der Kindersache von meinem Freund getrennt. Er will unbedingt welche, ich aber nicht. Es wäre egoistisch, ihm seinen Traum von einer Familie mit Kindern zu verbauen, genauso, wie es egoistisch von ihm wäre, d. von mir zu verlangen.. |
Das ist bestimmt für euch beide schwierig gewesen einzusehen. Aber ich gratuliere dir zu dieser reifen Einstellung! Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn einer den anderen zu so einer weitreichenden Entscheidung überreden will!
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_________________ Die Angst klopfte an die Tür.
Das Vertrauen öffnete - und niemand war draussen. |
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lilu
[nicht mehr wegzudenken]
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1154
wien W, 32
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Tue, 14.Mar.06, 17:25 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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es gibt menschen, die sehen möglichkeiten und wege. sie entscheiden aus liebe und ais lassen sich auf dinge ein, auch wenn sie ihnen angst machen. das leben bietet immer etwas neues. und man kann jeden tag etwas neues erfahren und erleben. viele neue erfahrungen sind daran gekoppelt, altgewöhntes oder hart erkämpftes vielleicht aufgeben zu müssen - für einen neuen weg. viele menschen entscheiden daher nicht aus ihrem herzen, sondern aus ihrer angst. sie geben ihrer angst einen gewaltigen raum, und gestatten der angst, mit allen nur möglichen argumenten aufzufahren. und unsere gesellschaft baut gerade auf diese angst. sie lebt davon...
ich lese hier, das sehr viele gründe einfach nur angst ist. aber das leben ist auch ein einlassen darauf. natürlich (und das tun sehr viele) kann man auch so leben, das man sich auf möglichst nichts einlässt - oder nur auf das einlässt, was man auch kontrollieren kann (was dann kein einlassen mehr ist, wie ich meine). aber kann das leben erfüllt sein, wenn man sich nur duckt? wenn man den eigenen ängsten, und der angst zur eigenen veränderung raum gibt?
da lese ich, das menschen lieber gar keine kontakte mehr knüpfen wollen, weil man "am ende" eh alleien ist. dann frage ich: was hätte man lieber: 70 jahre alleine um nur am ende nicht alleine zu sein? oder 70 jahre volles leben, aber am ende dennoch alleine sein?
ja. sich einlassen auf etwas bringt niemals die garantie, das dies auch am ende das bringt was man sich erwartet. es kann immer schief gehen. wer klug ist, schützt sich davor und kontrolliert eitel sein herz und seinen weg, geht am ende ohne nennenswerte schrammen, aber wohl auch sehr unbewegt ins grab. wer ein herz hat, läßt sich ein, auch wenn er weiß das das ende offen ist, auch wen ner weiß, das er schaden nehmen kann. wer seinem herz folgt, der hört nicht teppichratten quengeln, sondern er hört das bedürfnis des wertvollsten menschen in seinem leben. und so kann der schrei eines kindes ein nervtötender krawall sein, oder etwas, das das innerste berührt und motiviert. es ist ein turbulentes leben, es kommt immer anders als man denkt, man wird viel verletzt und am ende sitzt man vielleicht neben der kinderlosen dami im altersheim, erinnert sich an die turbulenten jahre und beklagt, das jetzt keiner kommt. aber gerade im alter weiß man ein bewegtes leben zu schätzen - denn mitunter kann man auch nur mehr von den erinnerungen leben... arm, wenn man dann auf ein leben zurückblicken kann, in dem man nie wirklich etwas riskiert hat, und jede form des sich einlassens von sich gewiesen hat. und aus angst nicht perfekt zu sein (oder das andere perfekt sind) weder bezieungen, noch neue bekanntschaften angefangen zu haben...
wenn man auf einen menschen trifft der in einem jahr sterben wird. wer würde sich auf eine freundschaft mit diesen einlassen? zu wissen, je intenisver der kontakt und ide zuneigung, je größer das leid. in der heutigen gesellschaft würden die wenigsten dieses risiko eingehen, denke ich. zugeben aber - würde das keiner.
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_________________ Glück ist kein Recht sondern eine Einstellung |
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Linea
Forums-InsiderIn


153
Wien W, 25
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Tue, 14.Mar.06, 20:58 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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Hallo lilu!
Ein schöner Text und ich muss dir grundsätzlich Recht geben, dass man sich im Leben auf die Dinge einlassen muss. Und dass man durch Angst viel versäumen kann.
| Quote: | | aber gerade im alter weiß man ein bewegtes leben zu schätzen - denn mitunter kann man auch nur mehr von den erinnerungen leben... arm, wenn man dann auf ein leben zurückblicken kann, in dem man nie wirklich etwas riskiert hat, und jede form des sich einlassens von sich gewiesen hat. |
Stimmt bestimmt! Beziehst du das auf das Thema Kinderkriegen? Ich glaube trotzdem nicht, dass man nur mit Kindern ein bewegtes Leben haben kann. Wenn ich die Schwangeren oder die Mütter und Väter in meiner Umgebung anschaue, dann finde ich deren Leben sehr wohl bewegt, allerdings ist das ein Ereignisreichtum, auf den ich gerne verzichte (Sprechtage in der Schule, Kindergarten-Formalitäten, Kinderarzt-Besuche, Babysitter-Streß...).
Mein Freund und ich lieben andere Erlebnisse: Wir bereisen die Welt, wann immer es die Arbeit zulässt und lernen gerne andere Länder und Kulturen kennen, ... Das sind Dinge, auf die ich im Alter gerne zurückblicken möchte und an denen ich wachsen möchte.
Mag sein, dass meine verkorkste Kindheit daran schuld ist, dass ich so denke. Aber ich glaube auch, dass manche Leute zum Kinderkriegen geboren sind und andere eben nicht. Und auch guter Wille und gutgemeinte Mutterliebe machen leider noch keine gute Mutter aus.
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Berlincitysen
Helferlein


78
Berlin M, 26
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Wed, 15.Mar.06, 9:27 Re: Sonderling, weil ich kein Baby will und habe? |
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Ich gebs zu ich reise auch gern durch die gegend und lass mich auch sonst nur sehr ungern in meiner freizeitplanung so drastisch einschränken und das voralln noch über so ein langen Zeitraum.
Vorhin grad wieder son tollen Bericht zum Theman nachwuchs gelesen.
Jeder vierte will kein Kind,
drei von vier halten die Umgebung Deutschland für kinderfeindlich
wir hatten letzes Jahr die wenigsten Geburten seit ende des Krieges
und zu guter letzt in 12 Generation gibs keine Deutschen mehr. :p
Ehrlich gesagt wer heute in Diesen Land unter den heutigen Umständen noch an Nachwuchs denkt, ist in meinen Augen Reich und wohnt in einem Ort mit (noch) guten sozialen umfeld oder einfach nur dumm.
Bei vielen Jugendlichen ist der Nachwuchs sogar ja noch gar nicht gewollt gewesen, wers dann dennoch schaft dem Kind ein vernümpftiges Familäres Umfeld zu bieten Hut ab, denn es gibt auch genug Fälle (kenn leider selbst auch paar) wo mit dem Kind ins noch bestehende Liebesleben einfach nur Chaos mitgekomm ist und es kommt ja auch nicht selten vor das den mal ein Elternteil das weite sucht früher oder später.
Wenn Kind dann gewollt oder zumindest so von vornherein eingestellt das man sich drüber freut auch wenns früher kommt als geplant, alles andere ist einfach lächerlich und würde ich auch kein Kind wünschen wollen, Leute die sich nicht wirlich über eins freuen oder wollen solltens gleich sein lassen und dann entweder abtreiben oder es wenn sies den austragen wolln bei einer Einrichtung lassen die sich auch wirklich dann drum kümmert.
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