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Beavis
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Post Wed, 03.Jan.07, 16:36      Ein Text von Beavis. Reply with quoteBack to top

-Ende-



Als ihr Bewusstsein ihr Unterbewusstes besiegte, zwang es sie, die Kälte um sich herum zu bemerken und ihre Bewegungen, die immer noch anhielten, wahrzunehmen. Sie stellte ihre Bewegungen ein und öffnete die Augen.
Panik- als sie feststellte sich im Wasser zu befinden. Dunkelheit um sie herum. Sie fuchtelte wild mit den Armen und Beinen. Es war nicht daran zu denken, die vormals ruhigen Bewegungen genauso wieder aufzunehmen. Ihr Herz pochte immer Lauter, ihr Hals drohte bei jedem Herzschlag zu platzen.
Sie strengte ihre Augen an, die Umgebung wahrzunehmen, das Ufer zu sehen.
Pochen, klopfen, ihr Herz schlug immer wilder, wie sie selbst mit ihren Armen und Beinen auf und im Wasser um sich selbst, aus Ärger, Angst und fast Trotz. Sie konnte beim besten Willen kein Ufer erkennen. Was sollte sie tun? Weiterschwimmen? Aber wohin, der See war groß, und lief sie dann nicht Gefahr, in die Mitte des Sees zu schwimmen und womöglich das Ufer noch weiter hinter sich zu lassen? Noch weiter hinauszutreiben? Was konnte sie tun? Ihre Gedanken versuchten mit aller Macht das dröhnen ihres Herzens zu übertönen.
Bis zur Dämmerung konnte sie unmöglich abwarten, wann würde auch das erste Sonnenlicht ihr ermöglichen das Ufer endlich zu sehen und ihren unkontrollierten Bewegungen endlich eine Richtung geben?
Panische Angst umfing sie mit immer größer werdender, unüberwindbarer Macht. Sie spürte auf einmal alles um sich herum intensiver. Angst, Kälte, Herzklopfen, Schmerzen.
Sie begriff, dass es keine Möglichkeit gab.
Die Panik die sie bis jetzt kontrollierte, verwandelte sich in unverständliche, alles verschlingende, erstickende Stille.

Mit langen, dünnen Fingern begann die Kälte nach ihr zu greifen, ihre Füße, ihre Beine zu streifen, ihr Unterkörper und ihren Brustkorb in dem das pochen langsam immer ruhiger und unbedrohlicher wurde. Sie griffen nach ihren armen, strichen sanft, fordernd, lustvoll über ihre arme, ihre Hände, ihren Hals, ihr Gesicht. Die spitzen Finger begannen in ihren Haaren zu spielen.



Tiefer und tiefer versank die Frau im kühlen Wasser, ihre Arme trieben schwerelos und elegant über ihrem Kopf, ihr Haar wurde sanft von der Strömung und dem Sog nach unten bewegt.
Träge begannen die ersten Sonnenstrahlen, das Wasser über ihr zum glitzern zu bringen, schwerfälliges Licht drang durch das Wasser, brachte es zum schimmern, wie ein zerspringendes Spiegel, tausend Scherben. Die Schönheit dieses Lichts, des Feuers, das nur das Wasser vervollständigen kann, konnte sie nicht mehr begreifen. Es drang nicht mehr zu der Frau, die immer weiter hinnab glitt. Das Wasser, glänzend wie Sterne, tragisch wie Tränen.


Auch seine zarten Berührungen, merkte die Frau längst nicht mehr.
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