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thorn
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Post Wed, 21.Mar.07, 11:47      Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

Hi allerseits,

ich bin heute beim So-vor-mich-hin-Denken über die Frage gestolpert, worin sich eigentlich das schlechte Gewissen von Schuldgefühlen unterscheidet. Wenn ich mich da reinzufühlen versuche, komm ich irgendwie zu keiner Antwort. Die beiden Gefühle scheinen einander ähnlich zu sein, aber nicht genau gleich. Wie definiert man diesen Unterschied? Oder die Grenze? Ist das schlechte Gewissen vielleicht die Vorstufe zu Schuldgefühlen?

Kann mir da jemand auf die Sprünge helfen? Smile


LG,

thorn
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cremoso
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Post Wed, 21.Mar.07, 12:46      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

thorn wrote:
Hi allerseits,

ich bin heute beim So-vor-mich-hin-Denken über die Frage gestolpert, worin sich eigentlich das schlechte Gewissen von Schuldgefühlen unterscheidet. Wenn ich mich da reinzufühlen versuche, komm ich irgendwie zu keiner Antwort. Die beiden Gefühle scheinen einander ähnlich zu sein, aber nicht genau gleich. Wie definiert man diesen Unterschied? Oder die Grenze? Ist das schlechte Gewissen vielleicht die Vorstufe zu Schuldgefühlen?

Kann mir da jemand auf die Sprünge helfen? Smile


LG,

thorn


ich würde naiv behaupten das es das gleiche ist, wenn ich darüber nachdenke

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Aila!
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Post Wed, 21.Mar.07, 13:07      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

Hallo thorn,

ich denke, das schlechte Gewissen beschreibt meine Gefühle und Schuldgefühle sind die Gefühle die ich dem anderen gegenüber fühle.

LG
Aila

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Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschließen, einmal daraus zu erwachen.
Josephine Baker 1906-1975
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dieMonk
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Post Wed, 21.Mar.07, 13:13      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

Ich hab mal drüber nachgedacht...

Ich denke du hast schon Recht!
Auch für mich ist ein schlechtes Gewissen die Vorstufe zu Schuldgefühlen!

Ein schlechtes Gewissen zB kann ich haben wenn ich etwas tue oder vielleicht auch nur denke, dass an und für sich nicht in meine Wertvorstellung passt!
Oder ich etwas getan habe und dabei jemanden verletzt habe, und ich es aber für mich behalte, um dieser Person eben NICHT zu schaden, obwohl ich es schon getan habe!

Schuldgefühle bekomme ich, wenn ich etwas tue und dabei jemanden verletze oder Schaden zufüge. Und es diese Person dann auch WEIß.
zB wenn sich jemand wegen MIR schlecht fühlt!

Für mich ist die Unterscheidung also so:
schlechtes Gewissen = im Geheimen - nur für mich oder IN mir!
Schuldgefühle = öffentlich - wenn sich eine weitere Person wegen mir schlecht fühlt!
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dieMonk
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Post Wed, 21.Mar.07, 13:15      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

@Aila!
Überschneidung und Übereinstimmung!

Nur hast du die klarere Formulierung dafür!
ok
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thorn
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Post Wed, 21.Mar.07, 13:32      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

Danke für eure Antworten!

cremoso wrote:
ich würde naiv behaupten das es das gleiche ist, wenn ich darüber nachdenke


Naiv find ich das nicht; hab's mich auch schon gefragt. Aber fühlt es sich nicht (ein bisschen) unterschiedlich an gruebel (Ich weiß es echt nicht, vielleicht gibt's da tatsächlich keinen Unterschied ...)

Aila! wrote:
ich denke, das schlechte Gewissen beschreibt meine Gefühle und Schuldgefühle sind die Gefühle die ich dem anderen gegenüber fühle.


Aber sagt man nicht manchmal auch, man hat jemandem gegenüber ein schlechtes Gewissen? Und kann man nicht auch sagen: "Ich habe Schuldgefühle, weil ich dies & jenes getan habe"? Oder ist das nur sprachliche Ungenauigkeit?

Ah, da ist ja noch eine Antwort Very Happy

dieMonk wrote:
Für mich ist die Unterscheidung also so:
schlechtes Gewissen = im Geheimen - nur für mich oder IN mir!
Schuldgefühle = öffentlich - wenn sich eine weitere Person wegen mir schlecht fühlt!


Find ich gar nicht schlecht! Mir fällt jedenfalls gerade nichts ein, was dagegen sprechen würde. Das schlechte Gewissen schwindet ja eigentlich zumeist oder gar immer, wenn man das Geheime öffentlich macht, also darüber redet. Nicht so die Schuldgefühle Idea Aber bedeutet das auch, dass sich die Schuldgefühle aus dem schlechten Gewissen entwickeln?

Und hier auch die Frage wie an Aila: Beruht der Unterschied tatsächlich darauf, ob das Gefühl auf etwas Bestimmtes oder auf jemand Bestimmten gerichtet ist? Ist es doch eigentlich eh immer, oder? (Ich kann z.B. "das schlechte Gewissen" kaum ohne konkreten Grund bzw. Kontext denken, ebenso "die Schuldgefühle".)


Freu mich natürlich über jeden weiteren Input Very Happy


Liebe Grüße,

thorn
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dieMonk
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Post Wed, 21.Mar.07, 14:07      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

thorn wrote:
Das schlechte Gewissen schwindet ja eigentlich zumeist oder gar immer, wenn man das Geheime öffentlich macht, also darüber redet. Nicht so die Schuldgefühle Aber bedeutet das auch, dass sich die Schuldgefühle aus dem schlechten Gewissen entwickeln?


Das schlechte Gewissen KANN sich zu Schuldgefühlen entwickeln...
...MUSS es aber nicht!

Wenn ich zB das schlechte Gewissen (das Geheime) öffentlich mache, und 'gestehe' und die Person ist nicht verletzt (wie ich es ja angenommen hatte)... werden sich keine Schuldgefühle entwickeln!
...mein schlechtes Gewissen bleibt aber vielleicht, weil es mit meinen eigenen Vorstellungen gerechtfertigt ist!
...es muss sich also nicht zwingend umwandeln(oder auflösen) wenn man es öffentlich macht!

Andersrum... ist die Person doch verletzt... = Schuldgefühle und das schlechte Gewissen ist weg!
...in diesem Fall entsteht es aus dem schlechten Gewissen!


Macht das jetzt Sinn? gruebel
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der analysierte mann
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Post Wed, 21.Mar.07, 14:08      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

Schauen wir doch mal aus einer begrifflichen Perspektive darauf:

Das Gewissen ist ein internalisierter Wertekanon (Ethik, Religion), eine mehr verstandes-, denn vernunftgenerierte Anleitung zum Handeln (denn wir wissen: jegliche Moral ist axiomatisch).
Das schlechte Gewissen reflektiert die Divergenz des vergangenen, gegenwärtigen oder zukünftigen Handelns zur eigenen Idee vom "Guten".
Sukzessive leitet der Mensch diese Divergenz von der Verstandesebene in die emotionale Ebene ab und es entsteht das Schuldgefühl.
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Aila!
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Post Wed, 21.Mar.07, 15:17      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

Also ein schlechtes Gewissen habe ich z.B. weil ich rauche (bin 2003 an Leukämie erkrankt) aber das Schuldgefühl gegenüber meiner Familie hätte ich wohl erst, wenn ich wieder krank werden würde.

Kann man also auch als Vorstufe von Schuldgefühl sehen, ganz schön komplizerte Frage thorn Wink

Vielleicht entscheidet unser Gewissen über Schuld oder nicht Schuld?

Lieber Gruß
Aila

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tanzendes_irrlicht
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Post Wed, 21.Mar.07, 17:31      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

...vielleicht könnte man sagen, dass das Gewissen unsere kognitive Instanz ist, die darüber entscheidet, was Recht und Unrecht ist.
Kommt nun zu diesem Urteilsvermögen ein (Mit-)Gefühl kann daraus ein schuldig-fühlen, Reue, oder eben auch das "schlechte Gewissen" *werden.
(so drüber nachgedacht wär das "schlechte Gewissen" nur eine sprachliche Sonderform des Schuldgefühls, während ich eine Unterscheidung zwischen Gewissen und Gefühl mache...kommt noch wer mit?*g)

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Toleranz ist, wenn sich die Menschheit in die Menschlichkeit verliebt. C.M.
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thorn
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Post Wed, 21.Mar.07, 19:48      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

der analysierte mann wrote:
Das Gewissen ist ein internalisierter Wertekanon (Ethik, Religion)


Klingt ganz gut, find ich. In den Klammern würd ich aber noch "Erziehung" anfügen. Menschen entwickeln ja manchmal komplett irrationale Schuldgefühle, die wohl weniger den angeeigneten allgemeinen Normen und Werten entspringen als vielmehr dem, was einem "privat" so eingeflößt wird. Oder?

der analysierte mann wrote:
Sukzessive leitet der Mensch diese Divergenz von der Verstandesebene in die emotionale Ebene ab und es entsteht das Schuldgefühl.


Würde das nicht bedeuten, dass nur das Schuldgefühl auf der emotionalen Ebene "lebt", nicht aber das schlechte Gewissen? Das würd ich jetzt mal bestreiten, wenn ich daran denke, wie heftig so ein schlechtes Gewissen an einem nagen kann - so sehr, dass man's körperlich spürt.

Da kann ich mich eher Irrlicht anschließen:

tanzendes_irrlicht wrote:
Kommt nun zu diesem Urteilsvermögen ein (Mit-)Gefühl kann daraus ein schuldig-fühlen, Reue, oder eben auch das "schlechte Gewissen" *werden.


Auch wenn das noch nicht die Unterschiede klärt zwischen schlechtem Gewissen, Schuldgefühl und Reue (ist mir auch aufgefallen, dass der Begriff hier gut reinpasst Wink).

Aber dass du "(Mit-)Gefühl" schreibst, geht für mich in eine gute Richtung: Könnte man nicht sagen, dass sich das schlechte Gewissen generell auf einen selbst richtet, während sich Schuldgefühle auf andere Menschen beziehen? Ich zumindest hatte noch nie Schuldgefühle mir selbst gegenüber, und das schlechte Gewissen ... Neee, Moment mal. Andere Variante: Das Schuldgefühl bezieht sich auf (andere) Personen (ist persönlich?), das schlechte Gewissen auf (meine) Handlungen? Kommt das hin? gruebel

Und wie das dann mit der Reue ist, durchschau ich auch nicht so wirklich.

Irrlicht, wenn du sagst, dass sich aus Gewissen + (Mit-)Gefühl jeweils Schuldgefühl, Reue oder schlechtes Gewissen entwickeln kann: wodurch wird bedingt, welches der drei es wird?


Den Rest meiner Gedanken hab ich grad Dank Telefonstörung vergessen. Aber dat war eh nur so'n verknäulter Wust, glaub ich ...

Hm ja, soweit erstmal Wink
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sm
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Post Wed, 21.Mar.07, 20:41      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

Liebe Thorn,

Quote:
Wie definiert man diesen Unterschied? Oder die Grenze? Ist das schlechte Gewissen vielleicht die Vorstufe zu Schuldgefühlen?


ich hab' die anderen Antworten mal bewusst kaum gelesen, um möglichst unvereingenommen meine bescheidene Meinung dazu abgeben zu können Cool.

Und zwar würde ich dazu tendieren, zu sagen, dass "das schlechte Gewissen" eine moralisch-ethische Wertung ist im Sinne von: Ich habe etwas "Schlechtes"/"Böses" getan - also nichts "Gutes", sondern "unethisch" gehandelt"... und würde auch dazu tendieren, dass Schuldgefühle die Vorstufe zu einem schlechtes Gewissen sein können, also in etwa folgender Gedankenkette: Ich habe Schuldgefühle (wegen irgendetwas) => Folge: Wertung: Ich habe etwas "Schlechtes"/"Böses" getan => Folge: Schlechtes Gewissen.

Und um es auf den Punt zu bringen: Schuldgefühle sind für mich expressis verbis Gefühle... das schlechte Gewissen ist hingegen meine subjektive Wertung, welche ich meinem Handeln gebe und welche sich diesen Gefühlen anschließt. gruebel Das würde auch bedeuten: Man kann Schuldgefühle haben ohne dass sich ein schlechtes Gewissen anschließt, wenn man sein Tun vor sich vertreten kann.


Last edited by sm on Thu, 22.Mar.07, 9:17; edited 2 times in total
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Post Thu, 22.Mar.07, 0:54      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

Quote:
Klingt ganz gut, find ich. In den Klammern würd ich aber noch "Erziehung" anfügen. Menschen entwickeln ja manchmal komplett irrationale Schuldgefühle, die wohl weniger den angeeigneten allgemeinen Normen und Werten entspringen als vielmehr dem, was einem "privat" so eingeflößt wird. Oder?


Hallo Thorn,

Nun, diese Konditionierung lässt sich zweifelsohne weiter aufspalten (Familie, Schule, Freundeskreis....). Primär sind jedoch gerade (heute vermehrt) säkulare, bzw. religiöse Axiome Fundus der Erziehung.
Etwas unzufrieden macht mich dadurch deine Aussgage "irrationale Schuldgefühle". Dieses Paradoxem impliziert gleich zweierlei Annahmen, die bedenklich sind: Der Umkehrschluss würde dann ja lauten: Ja, a) Schuld kann vernünftig sein und b) Gefühle können vernünftig sein.
Schuldgefühle setzen aber moralische Vorstellungen voraus. Moral ist eo ipso unvernünftig (irrational), weil sie durch die Methode der Logik weder verifizierbar noch falsifizierbar ist. Daher müssen wir differenzieren zwischen irrational und unverständlich Wink .
Gerade weil durch jene Unüberprüfbarkeit keine hinreichende Validität für universelle Normierungen generiert werden kann, ist der Extremfall (wie du angedeutet hast) möglich, dass genau so viele ethische Axiome existieren, wie Menschen auf der Welt sind. Somit hast du völlig Recht; private Ideen weichen häufig von Generellen ab. Nur kann das - sprachwissenschaftlich - nicht irrational sein.

Quote:
Würde das nicht bedeuten, dass nur das Schuldgefühl auf der emotionalen Ebene "lebt", nicht aber das schlechte Gewissen? Das würd ich jetzt mal bestreiten, wenn ich daran denke, wie heftig so ein schlechtes Gewissen an einem nagen kann - so sehr, dass man's körperlich spürt.


Gute Frage! Wink
Ich möchte eine Gegenfrage stellen: Ist das Gewissen ein Gefühl oder eine Funktion des Verstandes?
Ein "nagendes Gewissen" beschäftigt doch in erster Linie den Geist, während das Schuldgefühl eine körperliche Reaktion auf ungewissenhaftes Verhalten ist. Daraus können wir ableiten: Das schlechte Gewissen, kann auf Vergangenem, Gegenwärtigem und Zukünftigem beruhen, impliziert also auch die reine Möglichkeit des Handelns. Das Schuldgefühl hingegen setzt vergangenenes Handeln voraus, sonst würde es ja auf einer reinen Imagination beruhen.
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sune
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Post Thu, 22.Mar.07, 9:11      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

Das Schuldgefühl hingegen setzt vergangenenes Handeln voraus, sonst würde es ja auf einer reinen Imagination beruhen.

...das klingt für mich richtig. ein schuldgefühl setzt eine tat voraus/ oder die unterlassung einer notwendigen handlung

ein schuldgefühl kann ich also z.B. nur entwickeln

-wenn öffentlich bekundet wird, dass es ein problem gibt, aus dem ein schaden resultierte, für den es einen/mehrere verantwortliche gibt und ich mich schuldig fühle

-wenn ich mich selbst anklage

wo "schuldgefühl" da auch selbstanklage zur täterschaft

ein schlechtes gewissen kann ich aber auch haben, wenn ich die misere nicht selbst verSCHULDE

beispiel: tourist hat schlechtes gewissen gegenüber armen einheimischen, weil er sich die teure reise leistet, während sie um ihr tägliches brot zu kämpfen haben; schuldgefühle könnte er allerdings deshalb der bevölkerung gegenüber nicht entwickeln.

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Leb Dein Leben - und lass die andern reden.

Last edited by sune on Thu, 22.Mar.07, 14:23; edited 3 times in total
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Post Thu, 22.Mar.07, 9:35      Re: Schlechtes Gewissen vs. Schuldgefühle Reply with quoteBack to top

allerdings kann ich, wie schon oben beschrieben, ein schlechtes gewissen nur dann entwickeln, wenn ich ethisch/moralisch verwerflich gehandelt habe.
wenn ich z.B. normalerweise immer zu fuss zum einkaufen gehe, mir an diesem einen tag aber jemand anbietet, das schnell mit dem auto zu erledigen und genau bei dieser aktion in einen autounfall verwickelt wird und dabei umkommt, dann kann ich schuldgefühle (natürlich unberechtigter weise) haben, weil ich mir immer wieder vor augen halte, was passiert wäre, wenn...usw.

ein schlechtes gewissen, könnte ich deshalb allerdings nicht entwickeln.
(oder?)

ich denke also nicht, dass das eine zwangsläufig eine vorstufe zum anderen ist. in manchen fällen kann man beide gefühle verspüren, in manchen fällen nur eines von beiden.

mir fällt gerade noch das beispiel eines terroristen ein, der womöglich schuldgefühle den opfern gegenüber hat, aber kein schlechtes gewissen entwickeln kann, weil die tat seiner weltanschauung entsprechend für ihn moralisch gerechtfertigt ist.

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Last edited by sune on Thu, 22.Mar.07, 14:26; edited 3 times in total
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