Neues Forum! [Info]
Post new topic Reply to topic    Print
Author Message
tanzendes_irrlicht
Moderatorin
Moderatorin


Posts 2129
Wohnort NRW
W, 30


Post Mon, 25.Aug.03, 15:45      Liebe oder Hörigkeit? Reply with quoteBack to top

Hallo Ihr im Forum,

mich beschäftigt die Frage, wo Liebe aufhört gesund zu sein und pathologisch wird.

Welche Motive stecken hinter einer ´falschen´Form zu lieben, wie kann der Betroffene das für sich erkennen?
Warum werden Verletzungen und Demütigungen nicht mit Wut besetzt, warum immer wieder vergessen, sobald ein Fünkchen Zuneigung vom anderen kommt?

Hat jemand von Euch Erfahrung/Ratschläge, sich daraus zu befreien?


*sehrnachdenklich

Tanzendes_Irrlicht
Find all posts by tanzendes_irrlicht
Werbung
traumtänzer
Helferlein
Helferlein


Posts 125
Wohnort Thüringen
M


Post Mon, 25.Aug.03, 16:18      Re: Liebe oder Hörigkeit? Reply with quoteBack to top

Hallo Tanzendes irrlicht,

hmm, ich find Deine Frage ja interessant, auch wenn ich sie für mich gar nicht (mehr) stelle. Aber ich kenne die Fragen...

Ich werd Dir mal versuchen zu antworten und Dich ein wenig was zu fragen.

tanzendes_irrlicht wrote:
mich beschäftigt die Frage, wo Liebe aufhört gesund zu sein und pathologisch wird.


Was bezeichnest Du mit pathologisch? Heißt das die Liebe an sich ist tot?

Quote:
Welche Motive stecken hinter einer ´falschen´Form zu lieben, wie kann der Betroffene das für sich erkennen?


Hmm, eine falsche Form zu lieben... find ich interessant formuliert.
Weil Du hier ja nicht die Liebe an sich, sondern die Form sie zu empfinden in Frage stellst, oder?
Wie der betroffene das erkennen kann, kann ich Dir so noch nicht beantworten, weil ich denke es gibt verdammt viele möglickeiten überhaupt "falsch" zu lieben. Wobei ich falsch lieben nicht selber sagen würde, sondern eher wenn schon als sich an etwas festhalten, was vielleicht gar nicht da ist...

Quote:
Warum werden Verletzungen und Demütigungen nicht mit Wut besetzt, warum immer wieder vergessen, sobald ein Fünkchen Zuneigung vom anderen kommt?


Dazu fällt mir spontan ein: vielleicht die Angst etwas zu verlieren, das mindestens gewohnte Sicherheit bedeutet.
Das ich etwas unterdrücke oder vergesse heißt meist, das ich etwas nicht wahrhaben möchte.

Quote:
Hat jemand von Euch Erfahrung/Ratschläge, sich daraus zu befreien?


Hmm, also, wenn gedemütigt und verletzt wird und sich dagegen nicht gewehrt oder es verdrängt wird, beachte ich etwas von meinen Bedürfnissen nicht.
Das kann verschiedene Gründe haben.
Angst vorm allein sein,
Es gewohnt sein das mensch mir keine Achtung entgegen bringt,
Fehlendes Selbstvertrauen...
einseitige Liebe???

Ich habe mich mal gefragt, warum ich eigentlich an einer Beziehung festgehalten habe, die mir nichts weiter als Verletzungen gebracht hat.
Für mich war die Antwort die, das ich es so gewohnt war und mir eine ander Beziehung gar nicht vorstellen konnte. Klar, theoretisch schon, aber nicht für mich, weil ich sowas ja gar nicht verdient hatte....
War mir während der Beziehung nicht klar und ich habe sie auch von mir aus nicht beenden können. Aber ich war froh, als sie zuende war...

War nicht viel, was ich Dir da schreiben konnte, aber vielleicht entstehen daraus ja weitere Fragen.

Liebe und Glück

Truamtänzer

_________________
Das schöne aus unseren Träumen in die Wirklichkeit holen...
Find all posts by traumtänzer
tanzendes_irrlicht
Moderatorin
Moderatorin


Posts 2129
Wohnort NRW
W, 30


Post Mon, 25.Aug.03, 19:06      Re: Liebe oder Hörigkeit? Reply with quoteBack to top

Danke, Traumtänzer!

Quote:

Was bezeichnest Du mit pathologisch? Heißt das die Liebe an sich ist tot?


Nein, ich meinte das Gegenteil. Also so sehr Lieben, dass man sich selbst vergisst, die eigenen Bedürfnisse denen des anderen unterordnet, seine Meinung nicht mehr sagt, weil man Angst hat, sich falsch zu verhalten. Immer noch liebt, wenn der andere sehr und immer wieder verletzt.
Und das bei einem gesundem Alltags-selbstbewusstsein.

Das ist in meinen Augen eine ´falsche´Form von Liebe, ich bezweifel grade, ob es überhaupt Liebe ist.
Das ganze erinnert mich sehr stark an Suchtverhalten.
Der Süchtige ordnet sich auch seiner Droge unter und lebt nach ihren Richtlinien, er hat keinen drogen-unabhängigen Willen mehr - und er braucht seine Droge, seine Liebe.

Ich hoffe, man kann verstehen, was ich meine.


Quote:
eher wenn schon als sich an etwas festhalten, was vielleicht gar nicht da ist...


ja, das ist es irgendwie. An etwas festhalten, was nicht wirklich da ist. Also die schlechten Seiten und Verletzungen so ausblenden, dass man nur das Gute im/am anderen sehen kann. (bei der Droge wird ja auch das Negative ausgeschaltet..)
Partner, die bei Suchtkranken/Gewalttätern/Narzisten... bleiben z.B. und wenn die Beziehung dann doch auseinandergeht, so unendlich trauern...
Objektiv gesehen, verliert man doch gar nicht so viel, vor allem wenn die negativen Seiten überwiegen. Was ist diese Sehnsucht, dieses ´nur der eine kann mich glücklich machen´?
Es ist so selbstzerstörend. Und doch ist diese Liebe (?) so stark, dass man sie nicht aufgibt...festhält um jeden Preis.
Will man sich letztendlich denn selbst zerstören??
Ist es eine andere Form des ´Ritzens´ oder Esstörungen - nur das man das in selbstzerstörerischer Liebe tarnt?

Quote:
Das ich etwas unterdrücke oder vergesse heißt meist, das ich etwas nicht wahrhaben möchte.


Was denn???

Meinst Du, dass der Betroffene bei sich selbst das:

Quote:

Es gewohnt sein das mensch mir keine Achtung entgegen bringt,
Fehlendes Selbstvertrauen...


nicht sehen kann?

Quote:
ich habe sie auch von mir aus nicht beenden können. Aber ich war froh, als sie zuende war...


Wie lange hast Du gebraucht, um diese Trennung nicht nur rational als positiv zu empfinden. Was hat da in Dir ´Klick´gemacht?

Lieben Gruß,

Tanzendes_Irrlicht
Find all posts by tanzendes_irrlicht
simone83
neu an Bord!
neu an Bord!


Posts 4
Wohnort muenchen
,


Post Mon, 25.Aug.03, 19:38      Reply with quoteBack to top

ich denke das "liebe" ungesund wird sobald man anfängt sich selbst und die eigenen interessen für den partner aufzugeben.
ich hatte einige beziehungen die eindeutig nicht gut für mich waren. ich hab mir immer eingeredet ich würde ihn sehr lieben obwohl er mich wie ein stück drck behandelt hat. später habe ich langsam die parallelen von ihm zu meinem vater erkannt und mit schrecken festgestellt das ich mir genau so einen macho wie meinen vater ausgesucht habe.
inzwischen habe ich gelernt mich nicht mehr in einer beziehung zu verlieren und ich habe auch gelernt dass eine beziehung nicht nur aus geben sondern auch aus nehmen besteht und dass man sich immer interessen und freizeitbeschäftigunen bewahren sollte die einem auch freiraum vom partner geben da exzessive nähe nicht der richtige weg zu einer guten beziehung sein kann
Find all posts by simone83
Werbung
traumtänzer
Helferlein
Helferlein


Posts 125
Wohnort Thüringen
M


Post Mon, 25.Aug.03, 21:35      Reply with quoteBack to top

Hallo tanzendes irrlicht,

Bitte beachte bei dem, was ich Dir hier schreibe, das es meine ganz eigenen Gedanken und Erfahrungen sind, die hier stehen!!!

Die Patologie im Krankenhaus ist die letzte Station, oder?
Und nun schreibst Du:

Quote:
Nein, ich meinte das Gegenteil. Also so sehr Lieben, dass man sich selbst vergisst,


Wenn mensch sich selber vergisst, ist das ja fast wie nicht mehr leben. Zumindest lebe ich mich nicht mehr...

Du schreibst davon die Bdürfnisse dem anderen unterzuordnen.Sich selber zu verleugnen.
Dies kann keine Basis für Liebe sein, denke ich. Liebe ist ein so intensives Gefühl, das ich eigentlich spühre, wie der andere empfindet. Ich kann fühlen wie es meinem Partner geht.
Kann ich das nicht mehr, kann ich mich auch nicht mehr auf den Partner einlassen. Dann kann ich eigentlich nur noch entweder mich zurückziehen, oder meinen Weg suchen mit meiner Angst ihn zu verlieren um zu gehen...

Quote:
Das ist in meinen Augen eine ´falsche´Form von Liebe, ich bezweifel grade, ob es überhaupt Liebe ist.


ich bezwiefle auch, das das Liebe ist. Ich könnte das was Du beschreibst nicht als lieben bezeichnen. Nicht das was der/die Verletzte empfindet oder tut, und nicht das des „Partners“

Dein Vergleich mit der Sucht gefällt mir ganz gut. Denn da erhoffe ich mir etwas um eine Sehnsucht zu stillen, mit einer Sache, von der ich eigentlich weiß, das sie nicht meine Sehnsucht befriedigen kann. Aber sie kann mich darüber hinwegtäuschen/trösten... Ich bilde mir etwas ein, wünsche es mir so sehr, das ich die Realität nicht wahrhaben mag...


Quote:

Was ist diese Sehnsucht, dieses ´nur der eine kann mich glücklich machen´?


Angst vorm allein sein? Und Angst nicht genügend zu sein jemanden zu finden, der mich so liebt, wie ich wirklich bin? Die Überzeugung irgndwo tief in dem menschen das er nichts anderes „verdient“ hat?
Weil mit glücklichsein hat das ja nichts zu tun!?
Oder fühlt mensch sich so glücklich, wie er es kennt, wenn mensch so schlecht behandelt wird, wie mensch es erwartet und ist damit glücklich, das seine Erwartungen erfüllt werden?


Quote:
Quote:
Das ich etwas unterdrücke oder vergesse heißt meist, das ich etwas nicht wahrhaben möchte.


Was denn???

Meinst Du, dass der Betroffene bei sich selbst das:

Quote:

Es gewohnt sein das mensch mir keine Achtung entgegen bringt,
Fehlendes Selbstvertrauen...


nicht sehen kann?


Ja, genau das meine ich...


Quote:
Wie lange hast Du gebraucht, um diese Trennung nicht nur rational als positiv zu empfinden. Was hat da in Dir ´Klick´gemacht?


Darauf antworte ich Dir extra, wegen der Beschränkung in der Länge.

Liebe und Glück

Traumtänzer

_________________
Das schöne aus unseren Träumen in die Wirklichkeit holen...
Find all posts by traumtänzer
traumtänzer
Helferlein
Helferlein


Posts 125
Wohnort Thüringen
M


Post Mon, 25.Aug.03, 22:06      Reply with quoteBack to top

So, zweite Antwort grinsend

ich erzähle Dir hier auch, wie ich für mich Liebe empfinde, versuche das zumindest...

Hmm, wie lange habe ich gebraucht um zu erkennen, was in der ersten Beziehung lief?

Schon noch eine ganze Weile. Die Frau hat mich damals betrogen und damit hat sie mich so sehr verletzt, das ich erst mal lange Zeit nicht klar sehen konnte. Dieser Schmerz hat mich erst mal noch blinder gemacht und ich hatte beschlossen nie wieder mich auf irgendeine Frau einzulassen.

Aber es kam ganz anders.
Mir lief dann jemand über den Weg, in diese Frau habe ich mich dann schnell verliebt und habe hier gemerkt, was lieben eigentlich bedeutet.
Die erste Beziehung bin ich eingegangen, weil ich nicht mehr allein sein wollt.
Bei der zweiten Beziehung war es anders herum. Ich wollte ja eigentlich allein bleiben, konnte mich aber gegen das lieben einfach nicht wehren Mr. Green

Diese Frau hat mich einfach überrumpelt und mit ihr zusammen habe ich auch langsam erkannt, was ich eigentlich in meiner ersten Bezziehung gemacht habe. Eben mein gewohntes Unglück als den zustand gelebt den ich kenne und dieses als Sicherheit empfunden. Alles war, wie es sein musste...

Wir sind dann nach drei Jahren wieder unserer Wege jeder für sich gegangen. Auch wenn wir unsere Gefühle füreinander eigentlich immer noch als lieben bezeinchneten. Aber das alleine reicht nicht. Es stimmte einiges anderes nicht, und es gibt für die Liebe des Lebens einfach noch ein paar mehr Kriterien.

Die Frau, mit der ich jetzt seit acht Jahren zusammen lebe lernte ich ein Jahr später kennen und wir kamen dann noch ein wieteres Jahr später zusammen.
Uns war schon klar, das wir unser Leben teilen wollten wir haben die gleichen Träume vom Leben und sind uns einfach auch in der Weltsicht so einig, das es da keine Zwifel gibt.
Aber es gab da erhebliche Probleme, die jeder von uns mit in die Beziehung brachte.
Jeder mit sich... Jeder mit seiner Vegangenheit.
Und würden wir uns nicht wirklich lieben hätten wir die letzten acht Jahre nicht geschafft und wären wahrscheinlich spätestens jetzt gescheitert.

Ich habe noch nie in meinem Leben so um einen Menschen kämpfen müssen, wie ich das zur Zeit mache. Und ich hätte diese Kraft nicht, wenn ich sie nicht wirklich lieben würde und ich mir nicht sicher wäre, das es anders herum auch so ist.

Für mich gibt mir "die Liebe des Lebens" die Kraft wirklich mich zu leben. Ich brauche nichts zu verstecken, wegzustecken... Ich kann mir sicher sein der andere würde mich nie verletzten und wenn doch, dann ist dies sicher keine Absicht und es wird sofort erkannt.
Dann kann ich verzeihen und mich wieder in die Geborgenheit der Liebe begeben und daraus die Kraft schöpfen meine Verletzung zu heilen, wie ein Zauber ist das.

Wenn ich liebe, dann schenke ich gegenseitig Kraft und Freude am Leben. Ich teile das Glück auf der Erde zu sein mit einem Menschen. Ich lasse mich auf den Menschen ein, ohne mich dabei aufzugeben!!! Wir lieben uns so wie wir sind.

Ich habe mal das Bild dafür genommen das wir auf unseren Seelen Musik machen...

Hmm, meine Frau ist leider grad wieder sehr in ihrer Vergangenheit gefangen - wieder in ihrer Psychose, aber auch dort können wir uns trotzdem fühlen, manchmal sogar, wenn sie auf der anderen Seite ist... Dann bin ich die Verbindung zur Realität.
Und wenn ich in meinen Welten gefangen war, war sie auch das einzige, was ich aus der Realität wirklich fühlen konnte...

so weit erst mal.

Liebe und Glück

Traumtänzer

_________________
Das schöne aus unseren Träumen in die Wirklichkeit holen...
Find all posts by traumtänzer
Werbung
orlando
sporadischer Gast
sporadischer Gast


Posts 28

W, 29


Post Tue, 26.Aug.03, 9:07      Reply with quoteBack to top

Very Happy
und
traurig

Wirklich heulen mußt Traumtänzer ....
...
Bin ein wenig orientierungslos , was "Beziehung" angeht und wie`s da zukünftig laufen könnt und was , bisher wußt ich auch mit Worten,was ich nicht mehr will (sprich "hörigsein" wie bisher so oft) , gleichzeitig hatte ich auch nur gefühlsmäßig klar,was ich jetzt von ner Beziehung,von mir und von nem Partner "erwarte" ....und ich dacht,es wäre aussichtslos und zu hoch gegriffen irgendwie ...
Was Du beschrieben hast gibt meinem Gefühl Worte Very Happy .....
Dank Dir dafür !
Es geht also doch ....
Das gibt es also doch ....
Danke !
...
Lieben Gruß,
Jana
(sich das ausdruckt,wennse darf ) Rolling Eyes
Find all posts by orlando
tanzendes_irrlicht
Moderatorin
Moderatorin


Posts 2129
Wohnort NRW
W, 30


Post Tue, 26.Aug.03, 13:53      Reply with quoteBack to top

Hallo Traumtänzer Very Happy

vorweg: mit pathologisch meinte ich schlicht krankhaft.

Mir gefällt aber Deine Assoziation zum gestorbenen eigenen Leben, durch das Drehen um den andern.
Diese ´krankhafte´, `falsche´(wie auch immer) Form von Liebe kann keine Basis für eine gute Beziehung sein, da gebe ich Dir vollkommen recht.
Doch Du schreibst
Quote:

Liebe ist ein so intensives Gefühl, das ich eigentlich spühre, wie der andere empfindet. Ich kann fühlen wie es meinem Partner geht.
Kann ich das nicht mehr, kann ich mich auch nicht mehr auf den Partner einlassen.

Hm. Das was ich meine (und ich weiss ja nicht mal, ob das unter Hörigkeit fällt) ist eher andersrum. Also nur noch den anderen wahrnehmen, seine Wünsche, Gedanken... erfühlen, am besten vorher erraten - und dabei sich selbst vergessen oder eigenes ausblenden, weil es weniger wichtiger ist als der andere.
Und da frage ich halt, ob das Liebe sein kann, wenn man sich nicht auf einer Ebene begegnet, den anderen erhöht, zu seiner Droge macht.

Du sagst weiter,
Quote:
Ich bilde mir etwas ein, wünsche es mir so sehr, das ich die Realität nicht wahrhaben mag...

Es gibt viele Beziehungen, in der die -neagtiven Aspekte der- Realität so offensichtlich sind, dass man sie kaum wirklich ignorieren kann.
Oder auch nach einer Trennung ist die Realität (also Trennung) nicht schön zu reden.
Und trotzdem hat nicht der Verstand die Macht über das Seelenleben, sondern die Emotionen machen was sie wollen, mal salopp gesagt.
Ist das dann der Punkt, wo man (mir gefällt Dein ´mensch´ übrigens sehr)
an sich bemerkt, da stimmt was nicht mit der Art zu lieben?
Oder hat das tatsächlich jeder?
Wo unterscheidest Du da zwischen Liebe und Hörigkeit?
Was ist mit Menschen, die nicht davon ausgehen, sie hätten nichts besseres verdient und sich trotzdem erniedrigen?

Der zweite Teil Deiner Antwort, Deine Beziehung(en) betreffend berührt mich, doch ich will weiter bohren, wenn ich darf.
Sagst Du im Grunde, wenn man den richtigen Partner findet, verfällt man nicht in eine ungesunde Abhängigkeit, Hörigkeit ?
Sprich, wenn Liebe auf Liebe trifft und das Umfeld etc keine gravierenden Beeinträchtigungen bedeuten, ist auch der vorher ´falsch´Liebende ´geheilt´?


Ganz lieben Gruß,

Tanzendes_Irrlicht
Find all posts by tanzendes_irrlicht
traumtänzer
Helferlein
Helferlein


Posts 125
Wohnort Thüringen
M


Post Tue, 26.Aug.03, 15:33      Reply with quoteBack to top

Hallo tanzendes irrlicht,

erst mal, Du kannst bei mir so lange bohren und nachhaken, bis ich von mir aus Stopp sage grinsend

Quote:
Hm. Das was ich meine (und ich weiss ja nicht mal, ob das unter Hörigkeit fällt) ist eher andersrum. Also nur noch den anderen wahrnehmen, seine Wünsche, Gedanken... erfühlen, am besten vorher erraten - und dabei sich selbst vergessen oder eigenes ausblenden, weil es weniger wichtiger ist als der andere.
Und da frage ich halt, ob das Liebe sein kann, wenn man sich nicht auf einer Ebene begegnet, den anderen erhöht, zu seiner Droge macht.


Was ich meine ist den anderen zu fühlen, auf seine Bedürfnisse zu achten ihn/sie als den Menschen zu lieben, so wie er ist. Gegenseitig!!!
In dem, was ich als Liebe bezeichne/erfahre, stellt niemand seine Bedürfnisse, Wünsche oder Ängste(!) hinter einen anderen Menschen an.
Das was Du da schreibst scheint mir eher ein um jeden Preis geliebt werden wollen zu sein, deswegen vielleicht diese Ambition dem anderen praktisch jeden Wunsch von den Augen abzulesen und zu erfüllen, ohne Rücksicht auf sich selber.
Lieben kann für mich nur in gegenseitigem Respekt - Achtung voreinander gelebt werden.


Quote:
Es gibt viele Beziehungen, in der die -neagtiven Aspekte der- Realität so offensichtlich sind, dass man sie kaum wirklich ignorieren kann.


Hmm, ich habe gelernt, das es einfach faszinierend viele Dinge gibt, die unser Hirn nicht wahrnimmt, weil wir sie nicht wahrhaben wollen.
Die Dinge können noch so offensichtlich sein, wenn ich mich vor irgendetwas schützen will - bei mir wahren es üble Erinerungen - , dann hat meine Psyche unglaubliche Möglichkeiten die Wirklichkeit zu verdrehen, sei es noch so offensichtlich...

Quote:
Und trotzdem hat nicht der Verstand die Macht über das Seelenleben, sondern die Emotionen machen was sie wollen, mal salopp gesagt.


Nach meinen Erfahrungen schütz der Verstand mein Seelenleben, indem er Dinge aus der Realität filtert, die meiner Seele einen zu großen Schaden zufügen würde. Besonders wenn ich noch Kind bin...
Das der Verstand aber wenig Macht über die Gefühle hat, merkte ich für mich dann später daran, das sich einiges einfach anders anfühlte, als es aussah. Und das macht irgendwie dann Knoten im Hirn, oder veranlasst mich dann auch mich selber zu ignorieren. Ich konnte mich ja nicht verstehen, also wie sollte der andere mich verstehen. Dann ist´s doch besser, ich bekomme den Menschen den ich (vermeindlich) liebe - der mir das Glück ins Leben bringt - und gebe dafür das, was ich glaube das sich mein Gegenüber wünscht.

Quote:
Ist das dann der Punkt, wo man an sich bemerkt, da stimmt was nicht mit der Art zu lieben?


Ich habe es erst gemerkt, als ich aus der Beziehung in der ich nur glaubte zu lieben längst raus war.
Andere finden während einer Beziehung zu sich, worum es ja geht, zu sich finden, seine Gefühle klar bekommen....

Quote:
Oder hat das tatsächlich jeder?


Also so ein bischen eine "rosarote Brille" hat wohl jeder grinsend Aber wirklich nur so ein klein wenig. Weil sonst könnten ja nicht so viele glückliche Paare den schönsten und liebsten und sowieso überhaupt wunderbarsten Partner haben, oder? Ich sehe meine Liebe ja als die schönste - für mich! und das ist meine Sicht.
Aber ich bin nicht mehr bereit da von mir etwas zu opfern. Nicht, wenn ich nicht das Gefühl habe es als Geschenk zu geben und dafür auch wirklich ein dankeschön oder wie ich es nennen mag zu bekommen.
Ich möchte spühren, das ich geachtet werde, das ich geborgen bin, das ich jemanden habe, mit dem ich mein Leben teile.
Wenn da irgendwo etwas harkt, dann stimmt etwas nicht.
Und wenn mensch dann anfängt an dem festzuhalten, wonach mensch sich sehnt, was aber nicht zu bekommen ist, dann verfällt mensch manchmal/Öfter(?) darein, das er sich selber aufgibt.

Fortsetzung folgt Mr. Green

_________________
Das schöne aus unseren Träumen in die Wirklichkeit holen...
Find all posts by traumtänzer
traumtänzer
Helferlein
Helferlein


Posts 125
Wohnort Thüringen
M


Post Tue, 26.Aug.03, 15:50      Reply with quoteBack to top

Fortsetzung grinsend


Quote:
Wo unterscheidest Du da zwischen Liebe und Hörigkeit?


Hmm, Liebe ist gegenseitiger Respekt, Vertrauen und Lebenslust teilen und natürlich noch einiges mehr..

Hörigkeit ist es, wenn ich in der Hoffnung etwas Glücklichsein zu bekommen mich teilweise oder ganz aufgebe oder etwas tue, was mir nicht gut tut.

Quote:
Was ist mit Menschen, die nicht davon ausgehen, sie hätten nichts besseres verdient und sich trotzdem erniedrigen?


Hmm, es gibt so viele Gründe, warum mensch sich selber nicht achtet. Meistens ist es aber einfach Angst vorm einsam sein, denke ich.

Quote:
Sagst Du im Grunde, wenn man den richtigen Partner findet, verfällt man nicht in eine ungesunde Abhängigkeit, Hörigkeit ?
Sprich, wenn Liebe auf Liebe trifft und das Umfeld etc keine gravierenden Beeinträchtigungen bedeuten, ist auch der vorher ´falsch´Liebende ´geheilt´?


Hmm, das sehe ich etwas nicht ganz so einfach...
Mal so aus meiner Erfahrung und dem was sich da änderte.
Nach der ersten Beziehung wollte ich nichts mehr mit Frauen zu tun haben, um nicht wieder verletzt zu werden - ich war lieber allein...

Die darauf folgende war dann ja schon ein deutlicher Schritt in Richtung erfüllte Liebe.
Der Respekt und die Achtung standen hier aber schon im Vordergrund, wir merkten, wie es dem anderen geht...

Danach, als ich mit dieser Frau auseinander ging, habe ich einen entscheidenden Schritt gemacht. ich wollte erst einmal mit mir alleine zufrieden leben können.
Und das war mir sogar noch wichtig, als ich dann meine jetzige Frau kennenlernte.
Es fiel mir sehr schwer meine eigentlichen Pläne für mein Leben wieder aufzugeben, aber ich konnte dann später einfach gar nicht mehr anders. Es war keine Frage mehr...
Aber wir sind noch immer dabei uns gegenseitig stärker zu machen. Wir geben uns Kraft.
Ich möchte da schon unterscheiden, zwischen Menschen die gewaltige Verletzungen aus der Kindheit mitbringen und denen, die den "üblichen Verwirrungen des Lebensweges" zum Opfer fielen.

Hmm, und auch bei den wenigen wirklich glücklichen Paaren, die ich ín meinem Bekanntenkreis habe, fällt mir auf, das sie sich selber jeder für sich mögen, und den anderen nicht dafür brauchen gemocht zu werden. Sie sind sich ihrer selbst sicher.
Und dann ist sicherlich auch eine wahre Liebe nicht mehr schwer...

So weit meine weiteren Gedanken dazu.

Liebe und Glück

Traumtänzer

_________________
Das schöne aus unseren Träumen in die Wirklichkeit holen...
Find all posts by traumtänzer
Werbung
tanzendes_irrlicht
Moderatorin
Moderatorin


Posts 2129
Wohnort NRW
W, 30


Post Wed, 27.Aug.03, 16:01      Reply with quoteBack to top

Lieber Traumtänzer,

ich danke Dir sehr für Deine Antwort. Du hast mir sehr weitergeholfen.

Im Prinzip läufts wohl auf die 2000 Jahre alte Erkenntnis hinaus:

Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst.

Dann ist es Liebe und keine Hörigkeit.


*liebevoll

Tanzendes_Irrlicht
Find all posts by tanzendes_irrlicht
Mixy
sporadischer Gast
sporadischer Gast


Posts 5
Wohnort BW
W, 42


Post Fri, 16.Sep.05, 8:51      Re: Liebe oder Hörigkeit? Reply with quoteBack to top

Hallo zusammen,

könnte zu diesem Thema auch Rat brauchen.Habe zwei Töchter im Alter von 16 und 18 Jahren.Meine 18jährige Tochter hat seit einem Jahr einen Freund,der täglich kifft,und kaum Rücksicht auf die Gefühle meiner Tochter nimmt.Man hat auch den Eindruck,dass sie nicht mehr gerade glücklich in dieser Beziehung ist,es ihr aber auch nicht möglich ist sich zu lösen.Das schlimme ist sie trifft keine eigenen Entscheidungen mehr,sie muss immer erst ihn fragen,selbst bei Familienfeiern,sie macht alles von ihm abhängig.Und wenn es mal nicht nach seinem Kopf geht macht er sie psychisch fertig.Leider komm ich momentan sehr schwer an sie ran,und wenn ich mal die Gelegenheit habe und mit ihr reden will blockt sie recht schnell ab.Weiss einfach nicht mehr wie ich ihr helfen kann.Würde mich sehr über Tips freuen.
Find all posts by Mixy
Juli
Forums-InsiderIn
Forums-InsiderIn


Posts 389
Wohnort unwesentlich
W, 35


Post Fri, 16.Sep.05, 9:24      Re: Liebe oder Hörigkeit? Reply with quoteBack to top

Hallo!

Zu diesem Thema gibt es einige tolle Bücher:

1. Wenn Frauen zu sehr lieben (... oder die heimliche Sucht gebraucht zu werden) / Robin Norwood
2.) Die dunkle Seite der Liebe / Susan Forward
3.) Herrin im eigenen Haus / Julia Onken

1. und 3. sind wie die Titel schon verraten eher auf Frauen zugeschnitten, das andere ist für Frauen und Männer gleichermaßen geschrieben.

Mir haben alle 3 sehr geholfen ... das 1. war mal sozusagen meine "Bibel". Wink
LG
Juli
Find all posts by Juli
Werbung
Mixy
sporadischer Gast
sporadischer Gast


Posts 5
Wohnort BW
W, 42


Post Fri, 16.Sep.05, 10:33      Re: Liebe oder Hörigkeit? Reply with quoteBack to top

Hallo Juli,

danke für den Tip,werde mir mal eines dieser Bücher besorgen.
Gruss Mixy
Find all posts by Mixy
hope62
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie


Posts 505
Wohnort am See
W, 45


Post Fri, 16.Sep.05, 12:41      Re: Liebe oder Hörigkeit? Reply with quoteBack to top

Hallo Ihr Lieben,
ich möchte dazu auch noch etwas beitragen. Die Gedanken von Irrlicht beschäftigen mich sehr.

Und ich kann auch von mir sagen, dass in meinem Innersten nicht der Gedanke ist, dass ich nichts besseres verdient habe.

Aus meinen Erfahrungen die ich gemacht habe sehe ich das so ( die Erkenntnis kam mir aber erst während des Lesens, DANKE!!! Vielleicht hilft es mir ja auch ein wenig weiter):

Ich habe in meiner letzten Beziehung z. B. erlebt, wie es ist, wenn man mit jemandem richtig tiefe Gefühle teilen kann. Mir ist dadurch eigentlich erst richtig klar geworden, was für ein Gefühlsmensch ich bin. Es war wohl so eine versteckte Sehnsucht in mir, dies mit jemandem gemeinsam leben zu können. Diese Sehnsucht hatte sich erfüllt. Und nun merke ich, dass ich ohne dies nicht mehr leben möchte. Aber in meiner Vorstellungskraft ist es mir nicht möglich, die Möglichkeit zu sehen, dies auch mit einem anderen Mann leben zu können. Vielleicht steckt da die Angst dahinter, sich wieder so sehr verletzlich zu machen? Ich weiß es nicht? Ja, jetzt hänge ich selber wieder fest....

Ich leide aber z. B. sehr darunter, meine Gefühle nicht leben zu können. Ist das denn normal? Ich habe so viele positive Gefühle in mir und möchte sie so gerne teilen. Das quält mich regelrecht.

Vielleicht hat ja der eine oder andere von Euch einen Tip für mich dazu.

Gruß hope62
Find all posts by hope62
Display posts from previous:      
Post new topic Reply to topic