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Senga
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Post Mon, 24.Nov.03, 19:51      Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

Hallo.

Warum verliebe ich mich in Menschen die sprichwörtlich "etwas an der klatsche" haben
Gleiches mit gleichem gesellt sich gern?
Ich bin in dem Alter in dem eine Frau schon ernsthaft an eine feste, stabile Beziehung denken sollte, psychisch und finanziell stabilen Menschen (=spiesser?). Es geht aber nicht.. wenn ich an die stabilität denke bekomme ich ein faules Gefühl in dem Magen, da Stabilität für mich meistens Langweile bedeutet. Stabile Männer die für sich selbst sorgen können, und perfekte Heiratspartien wären interessiern mich nicht.
Männer in die ich mich verliebe sind meistens sehr schwierig, komplexbeladen, manche beziehungsunfähig. Menschen die mit sich selbst zu schaffen haben und ihr Leben nicht ganz auf die Reihe kriegen scheinen mich magisch anzuziehen.
Ich habe neulich einen Mann kennengelernt, der von seiner Austrahlung und Aussehen her viele andere toppt , der aber körperliche Behinderung hat die man ihm nicht unbedingt sofort anmerkt, und unter Anderem wegen seinem Handicap auch schwierigen Charakter hat.
Als ich darüber mit den Freundinen redete stellte ich fest dass mit mir etwas nicht stimmt, jede Frau würde schockiert wegrennen als erfahren würde dass ihr Schwarm eine starke körperliche behinderung hat, und vor allem weil er dadurch verbittert und aggressiv durchs Leben rennt - ich aber nicht. In mir weckt er, wie in meinen vorhergehenden Liebschaften/Beziehungen (wie ich nachhhinein festgestellt habe) der fall war, Beschützerinstinkte, ich würde ihm so gerne helfen und ihn glücklich machen dass er nicht mehr so komplexbeladen und traurig sein muß. In ihm könnte ich mich sofort verlieben nur die frage ist, ob er ohne sein Handicap noch interessant für mich wäre. Ich denke seine ganze PErson macht ihn für mich aus, seine Spleens, seine Gedanken, Vorlieben, Ausstrahlung usw.
Naja...
Ich glaube, in der Psychologie nennt man so etwas Helfersyndrom ?
Suche ich mir Männer mit Schwächen aus weil ich selbst ohnmächtig fühle ? möglicherweise ist es auch, vom Gefühl her, eine Angst dass ein "normaler" Mann mich mit meiner eigener, nicht ganz einfacher Persönlichkeit verstehen würde
Normalerweise übernehmen Männer die Beschützerrolle - bei den Männer ist so etwas normal. bei Frauen scheints mir ist es umgekehrt es ist normal beschützt werden zu wollen.
egal ob es normale erscheinug ist oder nicht,
es nicht einfach etwas dauerhaftes zu finden wenn ich mir nur schwierige Menschen aussuche. Das macht mir zu schaffen.
Kann man was dagegen tun?
Ich fange jetzt mit Kampfsport an - ich hoffe dadurch nicht nur körperlich aber auch psychisch stabiler zu werden , vielleicht vergeht dieser Spleen irgendwann
Grüsschen.
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Hubert
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Post Mon, 24.Nov.03, 21:09      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

Hallo Senga

So pauschal gesprochen lenken die Probleme andere Menschen sehr gut von den eignene Problemen ab. Und "Helfen" ist noch dazu gesellschaftlich positiv besetzt.
So kann man recht bequem mit solch einem "Syndrom" leben. Ob's die Erfüllung bringt ist wieder was anderes.

Hubert
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simone68
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Post Mon, 24.Nov.03, 21:58      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

Hallo Senga,

Senga wrote:


es nicht einfach etwas dauerhaftes zu finden wenn ich mir nur schwierige Menschen aussuche.

Stabile Männer die für sich selbst sorgen können, und perfekte Heiratspartien wären interessiern mich nicht.

Kann man was dagegen tun?


Ich bin ein bisschen verwirrt. Willst Du denn wirklich was dagegen tun? Bzw dafür, eine dauerhafte Beziehung einzugehen?

Wenn's so ist, würde ich Dir zu einer Therapie raten. Kampfsport ist bestimmt eine sinnvolle Sache (es finden sich bestimmt auch einige Männer in der Gruppe, die erlösenswert sind Wink ), aber um echt was zu ändern würde ich das Thema direkter angehen.

Viele Grüße, Simone
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palme
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Post Tue, 25.Nov.03, 0:11      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

Der Beitrag hätte auch von mir kommen können. Dito. ICh glaube, es liegt in der Tat daran, dass es einen von den eigenen Problemen ablenkt, wenn man die Probleme des anderen lösen kann. Die Gefahr, die ich darin sehe ist, dass man - wenn man selbst nicht ganz stabil ist (so wie ich) - zum Schluss garnicht mehr unterscheiden kann, ob man selbst das Problem hat oder der Partner. Bei meinem langjährigen Partner habe ich erst gemerkt, dass er derjenige ist, der ein wirkliches Problem hat, als er abwechselnd sich selbst und dann mich umbringen wollte. traurig
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Senga
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Post Tue, 25.Nov.03, 14:01      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

Quote:
Ich bin ein bisschen verwirrt. Willst Du denn wirklich was dagegen tun? Bzw dafür, eine dauerhafte Beziehung einzugehen?


ja. weil es mit den meisten Menschen die so schwierig sind ist eine dauerhafte Beziehung nicht möglich ist. Mein Exfreund neigte zum Selbstmitleid und Depressivität, und ich habe ihm immer helfen wollen, aber als ich mal schwach wurde war er für mich nicht da, es ist auf die dauer sehr anstrengend mit einem Menschen zusammen zu sein der unter Depressionen oder sonstigen Störungen leidet. andere Männer die für mich in Frage kamen waren beziehungsunfähig.
Quote:
(es finden sich bestimmt auch einige Männer in der Gruppe, die erlösenswert sind Wink ),


das wäre ein grosser Zufall. In Kampfsportvereinen sind sowieso alle zu "normal " für mich. zwinkernd..
Ursprünglich wollte ich ins Kampfsporttraining um kämpfen zu lernen und körperlich stärker zu werden. Wenn ich aber meinen Mitbewohner, der einen schwarzen Gürtel hat, und viele andere Kampfsportler beobachte, merke ich, dass sie sehr ausgeglichen und beherrscht sind, auch mein Mitbewohner hat es bestätigt dass Kampfsport Einfluss auf die Psyche und sogar Persönlichkeit hat. Man lernt mit sich selbst anders, bewusster umzugehen.

meine letzte Psychologin hat dieses Problem nicht enrst genommen. Allerdings war es mir nicht so klar dass ich dauerhaft zu solchen Problemfällen neige.

palme:ja das kann sein dass es eine Ablenkung ist. Ich habe nämlich manchmal furchtbare Angst und Unlust meine Probleme anzugehen. Ich denke da immer wenn ich bloß jemand hätte der so ähnlich drauf wäre , der mich verstehen würde, das wäre alles leichter
Es ist so dass ich mich sehr einsam in einer Welt wo alle so fröhlich, oberflächlich langweilig usw sind fühle.Ich suche oft Menschen, die die Welt mit etwas anderen Augen sehen, oder ich ´ziehe sie einfach an.
Wenn Dein Freund Dich umbringen wollte das ist sehr ernst. Für mich wäre es ein dringender Grund sich von jemand zu trennen. Exclamation
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Triana
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Post Wed, 26.Nov.03, 12:01      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

Senga wrote:

Suche ich mir Männer mit Schwächen aus weil ich selbst ohnmächtig fühle ? möglicherweise ist es auch, vom Gefühl her, eine Angst dass ein "normaler" Mann mich mit meiner eigener, nicht ganz einfacher Persönlichkeit verstehen würde

hallo senga
ich glaube, hier könntest du ansetzen. du glaubst von dir selber, dass du "nicht ganz normal" bist und darum würde sich ein "normaler" mann gar nicht mit dir abgeben wollen. wenn der mann mehr probleme oder ticks oder schwächen hat als du selbst, dann lenkt das von deinen eigenen schwächen ab.
was glaubst du denn, was an dir nicht "normal" ist?
lg
triana
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Post Wed, 26.Nov.03, 12:23      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

Senga wrote:

In Kampfsportvereinen sind sowieso alle zu "normal " für mich. zwinkernd..

warst du denn schon in vielen kampfsportvereinen, dass du so eine vorurteilige meinung hast?

Senga wrote:

Ursprünglich wollte ich ins Kampfsporttraining um kämpfen zu lernen und körperlich stärker zu werden. Wenn ich aber meinen Mitbewohner, der einen schwarzen Gürtel hat, und viele andere Kampfsportler beobachte, merke ich, dass sie sehr ausgeglichen und beherrscht sind, auch mein Mitbewohner hat es bestätigt dass Kampfsport Einfluss auf die Psyche und sogar Persönlichkeit hat. Man lernt mit sich selbst anders, bewusster umzugehen.

das ist sicher ein guter gedanken mit dem kampfsport. es kann helfen, die innere ruhe und auch sich selbst zu finden. wenn du innerlich ausgeglichen bist, kannst du auch anfangen, deine probleme zu lösen, weil du sie dann auch als solche erkennst.


Senga wrote:

ja das kann sein dass es eine Ablenkung ist. Ich habe nämlich manchmal furchtbare Angst und Unlust meine Probleme anzugehen. Ich denke da immer wenn ich bloß jemand hätte der so ähnlich drauf wäre , der mich verstehen würde, das wäre alles leichter

wenn du noch nicht einmal weisst, was deine probleme eigentlich sind, wie willst du jemanden finden, der "ähnlich drauf" ist?

Senga wrote:

Es ist so dass ich mich sehr einsam in einer Welt wo alle so fröhlich, oberflächlich langweilig usw sind fühle.Ich suche oft Menschen, die die Welt mit etwas anderen Augen sehen, oder ich ´ziehe sie einfach an.

dass du anderen helfen möchtest, gibt dir eine art ersatz befriedigung, weil du mit dir und deiner umwelt nicht zufrieden bist. aber nur du selbst kannst deine welt um dich herum beeinflussen, indem du dich änderst.

die problembehafteten menschen, mit denen du dich immer umgibst, können dir nicht helfen. und sie werden dir auch nicht helfen, nur weil du ihnen hilfst.

hat dir jemals einer der menschen, denen du geholfen hast, gesagt, dass sie deine hilfe überhaupt wollten? oder ist es eher der gedanke: "wenn ich jemandem helfe, der probleme hat, ist der sicher froh darüber und wird mir auch helfen, wenn ich probleme habe. denn nur jemand, der probleme hat, kann verstehen, wie es ist, probleme zu haben".

bist du dann nicht enttäuscht, wenn du eben von diesem menschen, dem du so viel energie gegeben hast und selber auf vieles verzichtet hast, dann keinen dank und keine hilfe bekommst?

ich hatte eine zeitlang auch ein extremes helfersyndrom und ein freund von mir fragte mich eines tages, ob ich denn jemals um hilfe gebeten wurde? diese frage löste einiges aus in mir und ich kam eben zu oben beschriebenen schluss.

denke doch mal darüber nach. vielleicht ist es ja bei dir ähnlich wie es bei mir war.

triana
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Senga
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Post Thu, 27.Nov.03, 11:08      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

Hallo Triana, Danke für den klasse Beitrag, ich fühle mich von Dir verstanden.


Quote:
Ich glaube, hier könntest du ansetzen. du glaubst von dir selber, dass du "nicht ganz normal" bist und darum würde sich ein "normaler" mann gar nicht mit dir abgeben wollen.

So ist das nicht, ich hatte ja auch genügend "Interessenten" die stabil waren die mir in vielen Sachen helfen könnten, ich weiss nicht warum diese Männer für mich nicht interessant genug waren/sind. Vielleicht fühlte ich mich dadurch schwächer wenn ich mit meinen Schwächen durch ihr Beschützerinstinkt konfrontiert wurde.
Vielleicht ist es aber so, dass sie einfach zu vernünftig auf mich wirkten, und ich in ihnen meine Eltern sah die mir leben Lang eireden wollten, dass ich vernünftig sein sollte und dadurch jegliche Spontanität, Phantasie in mir zu töten versuchten.
Ich habe auch schon überlegt ob auf mich, wie auf so vielen Frauen (die meisten) Männer mit diesem "Berserker-Syndrom" , die etwas wilder sind anziehend wirken zwinkernd.. aber das kann nicht sein, weil mir auch oft sehr tranige, melancholische Männer gefallen.




Quote:
wenn du noch nicht einmal weisst, was deine probleme eigentlich sind, wie willst du jemanden finden, der "ähnlich drauf" ist?

doch das weiss ich, nur wenn man schon mal Psychotherapie gemacht hat, dann weiss man auch dass die Probleme auch Ursachen haben = tiefere Probleme .

Quote:
hat dir jemals einer der menschen, denen du geholfen hast, gesagt, dass sie deine hilfe überhaupt wollten? oder ist es eher der gedanke: "wenn ich jemandem helfe, der probleme hat, ist der sicher froh darüber und wird mir auch helfen, wenn ich probleme habe.


nein eben nicht, sie haben nicht danach gefragt. Oft war es aber so dass sie häufig erzählten dass es ihnen nicht gut geht. als Beobachter sieht man oft wie schwer sich die Menschen machen wenns einfach geht, man sieht dass die Menschen sich selbst Probleme schaffen und erklären es damit "ich bin so und so, ich bin anders als die ganze Welt und bla bla"
Ich denke dann nicht an mich wenn ich diesen Leuten zu helfen versuche nur es ist bitter wenn man merkt dass man den Menschen scheis*egal ist. wenn man zu viel gibt dann wird das Nehmen für die Leute irgendwann mal zur Selbstverständlichkeit.
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Post Thu, 27.Nov.03, 14:04      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

hallo senga

es freut mich, dass du dich verstanden fühlst und das ich mit einigen meiner gedanken richtig gelegen bin Smile

"interessenten" klingt gut Very Happy

könnte es sein, dass, wenn du nicht helfen kannst, du das gefühl hast, nicht gebraucht zu werden?

ich kann nur aus meiner eigenen erfahrung ableiten, dass ich mir mit meinem helfersyndrom das "gebrauchtwerden", das "wichtig sein für jemanden" und evtl sogar das "geliebt werden" auf eine art "erkaufen" wollte. dies hatte mir der gleiche freund, der mich darauf aufmerksam machte, ob denn meine hilfe jemals erwünscht war, gesagt. ich muss zugeben, dass er das gar nicht so unrecht hatte, obwohl mir dieser gedanken am anfang absolut nicht gefallen hatte.

lg
triana
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Senga
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Post Fri, 28.Nov.03, 16:51      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

ja das ist richtig... ich habe mir darüber gedanken gemacht und festgestellt das dieser Helfersyndrom auch in meiner Berufswahl eine Rolle gespielt hat. Ich habe Arzthelferin ausgelernt.. jedoch es war nicht wirklich mein Ding.. man arbeitet da meistens im Auftrag eines grössenwahnsinnigen Sklaventreibers den man Arzt nennt und die meisten Patienten wollen nur ihre Krankenmeldungen/Ersatzdrogen/Placebos (=Medikamente) und man ist für sie oft nur das nötige Übel. zwinkernd.. (ist etwas krass ausgedrügt trifft aber den Nagel auf den Kopf)
Ich habe schon öfters überlegt eine Ausbildung als Rettungsassistent zu machen und sogar in Kriegsgebiete zu gehen oder mich als Streetworker zu versuchen. Weil mir oft solche Berufe in einer dekadenten Gesellschaft als einzig sinnvolle vorkommen in meiner (wie so vieler Menschen) armseligen Existenz - weil ich der MEinung bin, bei so viel Leid auf der Erde ist es eine Unverschämtheit ein gutes Leben zu führen als ob auf der Welt alles in Ordnung wäre, ich habe mir nicht verdient verschont zu werden.
Die Frage ist, sollte man diese Neigung ausleben oder daran arbeiten sich zu verändern?
Ich frage mich aber ob das richtig ist aus einer Neurose (?) heraus sich für so etwas zu entscheiden ob diese Neigung nicht von meinen Minderwertigkeitskomplexen stammt - und ich halte sie nicht für edel wie es sich anhört, es ist sogar egoistisch - weil das Gefühl gebraucht zu werden gibt mir was. Anderseits ist es in mir drin - das habe ich von meiner Mutter, sie ist da genauso.
Jetzt mache ich völlig was anderes und in meinem Studium habe mehr mit Maschinen als mit Menschen zu tun. Vielleicht ist das der Grund warum ich mir solche "Problemfälle" als Partner aussuche.
mich erschreckt nur dass es so extrem ist.

Quote:
hat dir jemals einer der menschen, denen du geholfen hast, gesagt, dass sie deine hilfe überhaupt wollten?

Ich finde es ist ein sehr guter Ansatz! darauf werde ich aufbauen und ich glaube wenn man mehr an sich selbst denkt, ist man den anderen bessere stütze als wenn man sie ständig bemuttert.
Die schwierigkeit darin ist einen Mittelweg zu finden und es ist schwer wenn jemand wie ich zum schwarz-weiss handlungen neigt.
Ich habe mich gestern mit meinem Ex-Freund darüber unterhalten, er hatte immer behauptet dass es ihm psychisch schlecht geht und ich hatte mich verpflichtet gefüllt ihm zu helfen. Als ich ihm von diesem ansatz erzählte sagte er dass für ihn méine mütterliche Art manchmal sehr erdrückend war. (weil er sich dadurch nicht stärker sondern schwächer fühlte)
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Post Fri, 28.Nov.03, 17:15      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

hi

ich habe das meiste hier nicht gelesen, aber meine theorie dazu.

du suchts dir immer leute aus, die schwächer sind als du um dich stärker zu fühlen.

hört sich nicht mehr so positiv an, wie "hlefersyndrom", find ich aber einleuchtender.

wenn du bock hast kannst ja mal überlegen...wenn nicht eben nicht.

lg


falls die theorie hier schonmal aufgetaucht ist, tschuldigung für die wiederholung, ich hba das eben nicht gelesen

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Post Sat, 29.Nov.03, 0:43      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

Hi!

Im grossen und ganzen würde ich dem bisher gesagten durchaus zustimmen, wenn auch mit ein paar "aber"s. Das liegt wohl auch daran, dass ich selber ein Helfersyndrom aufweise und mir einige Dinge noch immer unklar sind, da ich mich noch nicht ausreichend damit beschäftigt habe.
Senga wrote:
Ich denke da immer wenn ich bloß jemand hätte der so ähnlich drauf wäre , der mich verstehen würde, das wäre alles leichter
Triana wrote:
wenn du noch nicht einmal weisst, was deine probleme eigentlich sind, wie willst du jemanden finden, der "ähnlich drauf" ist?


Ich glaub, dass es da weniger darum geht eine Person zu finden, die die selben Probleme hat, sondern eher eine, die eine gewisse Sensibilität für psychische Probleme im Allgemeinen besitzt. Ob sie deswegen zwingend selber welche haben muß, weiß ich nicht. Mir scheint es jedoch so, daß "normalen" Leuten, die in Wirklichkeit vermutlich nur erfolgreich ihre Problemchen verdrängen, oft jegliches Verständnis für "Verrücktheiten" ebenso wie die Fähigkeit mit einem auseinanderzusetzen fehlen und dadurch einem das stigmatisierende Gefühl des "unnormal seins" geben. Andererseits, wie bereits in früheren Beiträgen angeführt, weisen komplizierte Personen ebenfalls nicht zwingend die nötige Sensibilität auf. Eine Hypothese meinerseits ist, dass für einen komplizierten Menschen es vonnöten wäre eine/n Partner/in zu finden, der/die Verständnis für die prinzipielle Kompliziertheit des Menschen (jaja, in dieser pathetischen Allgemeinheit Wink ) aufweist, unabhängig davon wo er/sie auf der "normal-anormal"-Skala rangiert.

Senga wrote:

Es ist so dass ich mich sehr einsam in einer Welt wo alle so fröhlich, oberflächlich langweilig usw sind fühle.Ich suche oft Menschen, die die Welt mit etwas anderen Augen sehen, oder ich ´ziehe sie einfach an.

Dieses (")Problem(") kenn ich gut. Ich fühle mich Frauen hingezogen, die ebenfalls neurotisch etc. sind und ausserdem sich mit den Tücken der menschlichen Gesellschaft sowie Psyche beschäftigen, nicht zu letzt deswegen, weil ich die Unterhaltungen als spannender und tiefgründiger empfinde. Möglicherweise rührt die Attraktion aus der Überlegung heraus, dass ich bezweifle jemals "normal" werden zu können und deswegen eine Person brauche, die mitfühlen kann, auch wenn das eigentliche Ziel trotzdem sein sollte die eigenen psychischen Probleme abzubauen.

Gleichzeitig birgt es zugegebenermassen die Gefahr gegenseitiger Abhängigkeiten und des Helferssyndroms in sich. Bin da selber noch unsicher wie ich mit dieser Widersprüchkeit meiner Bedürfnisse umgehen soll, denke mir jedoch, dass es nicht notwendig ist eine Beziehung mit einem anderen komplizierten Menschen zu vermeiden, sondern eher, daß beide die Bereitschaft besitzen sich der Schwierigkeiten einer solchen Beziehung bewusst zu werden (gegenseitige Abhängigkeit, Helfersyndrom). Aber vermutlich ist das auch eine idealistische Sicht der Dinge, die in der Realität höchst unwahrscheinlich ist.

Was dann? Beziehung mit einem unkomplizierten Menschen und sich der Gefahr des absoluten Unverständnisses auszusetzen? Oder doch mit einem kompliziertem Menschen und das eigene Helfersyndrom zügeln? Oder überhaupt erst nach jahrelanger Therapie? [kopfbrummen]

bin leider müde und will jetzt nicht ewig am Text herumbasteln. hoffe, dass ich trotzdem was zur Diskussion beitragen konnte. (vielleicht sollte ich mir mal was zu Helfersyndrom durchlesen, bevor ich wieder so ein allgemeines blabla schreibe Confused )
gute nacht
quarterlife

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Post Sat, 29.Nov.03, 8:58      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

Hallo Ihr,

verfolge den Thread mit großem Interesse und auch wenn ich mich eigentlich raushalten will, hab ich das Bedürfnis, eins anzumerken:

Quarterlive wrote:
komplizierte Personen


ich finde den Begriff "komplexe Personen" viel schöner... Wink

Kompliziert kann vieles sein, muss aber meiner Meinung nach nicht die von Quarterlive genannte Sensibilität, Toleranz und Gedankentiefe umfassen.

Und ich finde das kein "blabla" was Quarter geschrieben hat, denn es ist meiner Meinung nach wichtig, dass ein Mensch, der zum Helfen und komplex sein neigt, einen Partner findet, der das spiegeln und auffangen kann. Nur so kann der Helfer lernen, sich zumindest in der Beziehung nicht aufzureiben.

Alles Liebe Euch,

Tanzendes_Irrlicht

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Post Sat, 29.Nov.03, 12:16      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

quarterlife': Das hast Du sehr schön ausgedrückt. Du sprichst mir aus der Seele! genauso ist es.
Solche leute sollten zusammenhalten zwinkernd..
Nun finde ich aber, man sollte an sich selbst arbeiten, weil man die Probleme nur lösen kann wenn man selbst stark ist und nicht die Probleme des Partners ständig lösen will - wie bei mir der Fall ist.
Da hat Triana schon recht, gesunder Egoismus ist wichtig.
Nur mich erschreckt das einfach dass ich mir ausgerechnet die schwierigsten Fälle raussuche. (Ich frage mich ob ein z.B. verbittertes Unfallopfer mit lebenslanger Behinderung die richtige Sensibilität auffweist, ohne seinen Schicksal wäre er nicht zu dem geworden und mich wahrscheinlich nicht interessiert , genauso wie Du es sagtest*grübel* )

@torrential
hauptsach was dahingeplappert gell? zwinkernd.. das hab ich doch schon gesagt, nächstes mal die Suchfunktion Strg+f betätigen Zunge zeigend..
Ich wollte da gar nix idealisieren, den Begriff gibts wirklich.

(eigentlich darf ich mich da gar nicht aufregen, bin selbst manchmal nicht besser)

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Post Sat, 29.Nov.03, 16:19      Re: Helfersyndrom?Beschützerinstinkt? Reply with quoteBack to top

Senga wrote:
Solche leute sollten zusammenhalten zwinkernd..

jaaaaaa! [seufz] [träum]

Senga wrote:

Nun finde ich aber, man sollte an sich selbst arbeiten, weil man die Probleme nur lösen kann wenn man selbst stark ist und nicht die Probleme des Partners ständig lösen will - wie bei mir der Fall ist.

Das sowieso. Ich hab nur das Gefühl, dass bei der Debatte zwei Ebenen vermischt werden. Die eine betrifft das Helfersyndrom, die andere die Sehnsucht nach einer verständnisvollen Beziehung. Ersteres ist, zumindestens bei mir, durch Kränkungen in der Kinderheit (zB. SchulkollegInnen) und einer defekten Familie bedingt, welche den Wunsch hervorrufen anderen (aber auch mir) die Einsamkeit, das Gefühl des nicht verstanden werdens, die mangelnde Auseinandersetzung und die Bewältigung von Problemen alleine durchführen zu müssen (inkl. der Verzweifelung über das eigene Unvermögen) zu ersparen. Die Frage die sich mir dann stellt, ist inwiefern dieser Umstand eine Beziehung mit einer komplexen Person (thanx, Irrlicht zwinkernd.. ) für mich ungesund werden läßt und daher davon eher Abstand zu nehmen ist, da es eingefahrene, für mich schädliche, Verhaltensweisen perpetuiert. Oder ob ich nicht doch mit größerer Wahrscheinlichkeit in einer solchen Beziehung glücklicher wäre, da ich mir eine höhere Sensibilität erwarten kann, nur dass ich dann vorsichtiger sein müsste (andererseits ist ja in jeder Beziehung Vorsicht geboten).

Senga wrote:

(Ich frage mich ob ein z.B. verbittertes Unfallopfer mit lebenslanger Behinderung die richtige Sensibilität auffweist, ohne seinen Schicksal wäre er nicht zu dem geworden und mich wahrscheinlich nicht interessiert , [..] )

Hmm, schwierig. Natürlich verändert ein Unfall einen Menschen. Die Frage wäre jedoch ob du das Verhalten, das er an den Tag legt, auch bei Männern attraktiv finden würdest, die keine körperliche Behinderung besitzen und ob du es tolerieren würdest. Ausserdem stellt sich die Frage, ob er sich der eigenen Verbitterung bewußt ist, und grundsätzlich diese gerne ändern würde oder nicht (ist sicherlich von Person zu Person verschieden), ebensowie deine dadurch hervorgerufenen Empfindungen. Bringt doch recht wenig, wenn du ihm helfen willst, aber er kein Problem sieht oder dir gar emotional schadet (aber das wurde eh schon gesagt).

Das mit dem Egoismus stimmt sicherlich auch. Wenn der/die Partner/in einem nicht ebenfalls Verständnis, Einfühlvermögen und Geduld entgegenbringen kann, hat das Ganze wohl wenig Sinn.

so jetzt schau ich noch, ob ich ein paar Sonnenstrahlen erwische
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