svv ... sagt ihr es eurem Thera?

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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goldweiß
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svv ... sagt ihr es eurem Thera?

Beitrag Sa., 02.04.2011, 17:50

hallo zusammen

also mein betreff verrät meine frage ja schon.

sagt ihr es dem Thera? wurdet ihr schon mal gefragt ob ihr euch selbst verletzt? habt ihr bezüglich der aw. dann gelogen?

weil ich wurde gefragt und habe mit nein geantwortet, obwohl ich mich manchmal schneide, nicht schlimm oder so aber ne lüge war meine aw trotzdem.
wieso hab ich gelogen? keine ahnung,...ws eine mischung aus scham und ich wollte weder besorgte blicke noch eine rede hören.

lg

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~silence~
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Beiträge: 336

Beitrag Sa., 02.04.2011, 18:16

Hallo donot
donot hat geschrieben:sagt ihr es dem Thera?
Ja, ich sage es ihm. Nicht sofort, aber wenn ein paar Tage ins Land gegangen sind, erzähle ich es ihm. Es gehört wohl zu mir dazu; deshalb sollte ich mich eigentlich nicht dafür schämen. Trotzdem kenne ich diese Scham; vor allem, wenn detaillierte Nachfragen kommen - z.B. wie genau ich mich denn selbst verletzt habe.
donot hat geschrieben:wurdet ihr schon mal gefragt ob ihr euch selbst verletzt?
Nein; nicht direkt. Aber ich wurde schon öfter zu der Herkunft meiner Verletzungen befragt. Einmal frug mich ein Arzt, der meinen Blutdruck messen wollte. Arbeitskollegen. Oder mein 'unwissender' Partner.
donot hat geschrieben:habt ihr bezüglich der aw. dann gelogen?
Ja, ich habe mir jeweils eine hieb- und stichfeste Lüge ausgedacht und diese dann durchgezogen. Dazu muss man aber wissen, dass ich mich nicht explizit schneide und meine Verletzungen deshalb auch glaubhaft anders passiert sein könnten.

Eine Rede habe ich deshalb von meinem Thera noch nicht gehört. Sicher ist er nicht begeistert darüber. Wir versuchen dann jeweils herauszufinden, was mich dazu gebracht hat.

Die Lügen an Außenstehende finde ich legitim, denn Selbstverletzung erachte ich - für mich - als etwas sehr intimes.

Liebe Grüße
~sil
Zuletzt geändert von ~silence~ am Sa., 02.04.2011, 18:21, insgesamt 2-mal geändert.
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sakura89
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Beitrag Sa., 02.04.2011, 18:20

hey donot

ich habs mein tera erzählt.
er hatte mir dan einige frage gestellt u.a. auch ob er sehen dürfte da habe allerdings nein geantwortet weil ich mich doch schämte.


lg sakura
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toad25
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Beiträge: 108

Beitrag Sa., 02.04.2011, 19:27

also ich habe es ihr gesagt beim ersten Termin.. nicht, dass sie dann etwas falsches vereibart oder
eine nicht so passende Therapieform wählt nur weil ich nicht alles erzählt habe...

mh also ich wurde nicht gefragt ich habe es von alleine gesagt grad wegen den obigen Gründen
es war mir auch sehr sehr peinlich und konnte es kaum aussprechen aber es ging mir besser als
ich es dann gesagt habe.. und dann hat sie mich sehr viel gefragt das meiste würde ich am
liebsten nicht beantworten habs dann aber doch getan und gestern dann hat sie auch einen kurzen
Blick drauf werfen wollen ich hab dann nach langem Zögern zugestimmt und ja.. sie sagte aber
noch nichts dazu.. mal, schauen

aber ich glaube dass es wirklich sinnvoll wäre seine thera nicht anzulügen auch wenn es
unangenehm ist aber ich glaube nicht dass es das ziel ist bei der Thera nur schöne Geschichten
zu erzählen oder? also gib dir einen Ruck..

lg toad

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Dakota
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Beiträge: 370

Beitrag Sa., 02.04.2011, 19:57

Hi,

mein Thera weiss von meinen "Symptomen". Wir sind gerade dabei an meinem "Notfallkoffer" zu arbeiten und er fragt auch öfter beim Termin ob es eine Selbstverletzung gab.
Er hat eine klare Regel aufgestellt, die bedeutet "Ehrlichkeit und Transparenz". Sollte ich mich verletzen muss ich ihm das mitteilen und auch eine Verhaltensanalyse schreiben.
Bekommt er raus, dass ich etwas vor ihm verheimliche oder ihn anlüge dann ist sofort Schluss mit der Therapie
Ich bin aus lauter Angst (ich hatte bei meinem Ex-Thera SV oft verheimlicht aus Angst vor Konsequenzen ) deshalb sehr offen und ehrlich mit meinem Thera und weil mir die Therapie so wichtig ist, auch seit 2 Monaten "clean".
Aber ich weiss auch, dass er nicht von mir erwartet, dass ich mich von jetzt an nie wieder verletze. Das ist unrealistisch. Aber allein zu wissen, dass er so denkt hilft mir auch ehrlich zu ihm zu sein und ihm eine SV zu melden.
Bis jetzt halte ich noch durch, weil ich ihm gegenüber stolz sein möchte und ihm zeigen möchte wie sehr ich mich bemühe.
Und wenn ich es nicht mehr aushalte...ja, dann werde ich es ihm mitteilen (auch wenn ich mich dafür extrem schäme)

Ich meine wir machen die Therapie ja für "uns". Je ehrlicher man ist, desto besser kann der Thera einem helfen und weiss wo er ansetzen muss.
Ich habe in meiner alten Therapie gelernt, dass Verheimlichen mir nur selbst schadet.

Grüsse !

Dakota

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fairytale
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Beitrag Sa., 02.04.2011, 20:05

Huhu donot -

ich musste bei meiner Thera am Anfang eine Anamnesebogen ausfüllen und darauf habe ich dann geschrieben, dass ich mich selbst verletze. Ich fühle mich immer so dumm, wenn ich es ausspreche "ich verletzte mich selbst" bzw. "ich habe mich wieder selbst verletzt"

Sie hat mich dann in der ersten Stunde nach den Selbstverletzungen gefragt und wollte dann aber auch nur die alten Narben von früher sehen. Viel dazu gesagt hat sie nicht, nur "mhm" gemacht.
Als ich ihr dann wieder erzählte, dass ich mich selbstverletzt hätte, sind wir gar nicht näher drauf eingegangen aber ich merkte, dass sie es zur Kenntniss nahm. Sie wollte auch nicht die Wunden sehen.

Ich finde es persönlich wichtig, dass es meine Thera weiß.
Vielleicht kannst du es ihm ja auch aufschreiben oder eine email damit schreiben, dass du dich selbstverletzt. Wäre das eine Idee?

Alles gute für dich.
Deine fairy
Ich möchte mir Froot Loops in die Haare fädeln und im Regen spazieren gehen. Dann läuft mir ein Regenbogen die Schultern runter.
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neele
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Beiträge: 264

Beitrag Sa., 02.04.2011, 23:49

Hallo!

Ich bin bisher auch immer ehrlich damit umgeganen, auch wenn es öfter wirklich nicht schön ist.
Aber in der Therapie finde ich es äußerst wichtig, solche Dinge anzusprechen. Nur über Ehrlichkeit und Offenheit kann man miteinander und aneinander arbeiten.
Von daher stellt sich mir, bei einem Rückfall gar nicht die Frage, ob ich es sage oder nicht - eher wie...
Sage ich es mal nicht, habe ich sofort ein schlechtes Gewissen und sage es dann beim nächsten mal.

wie soll einem auch der Therapeut angemessen helfen, wenn er die Problematik nicht vollständig kennt.

Meine Therapeutin findet es selbst auch sehr wichtg, dass ich darüber spreche. Vor allem möchte sie immer eine Verhalensanalyse haben um das Problemverhalten zu reflektieren und beim nächsten Mal anders zu lösen.
Eine Rede musste ich mir auch noch nie anhören. Nur eine Therapeutin sagte einmal, dass sie es sehr schade findet, dass ich so etwas mache, da ich noch so jung bin und die Narben für immer bleiben werden.

LG neele

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fairytale
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Beiträge: 515

Beitrag So., 03.04.2011, 02:47

Nur eine Therapeutin sagte einmal, dass sie es sehr schade findet, dass ich so etwas mache, da ich noch so jung bin und die Narben für immer bleiben werden
Also ehrlich gesagt, fände ich das nicht so toll, wenn man mir das sagen würde.
Das kann ich mir ja noch denken, dass die Narben bleiben werden und nicht irgendwann sagen "So, ich geh dann mal weiter". Man verletzt sich ja auch nicht aus einer Laune heraus...
Ich möchte mir Froot Loops in die Haare fädeln und im Regen spazieren gehen. Dann läuft mir ein Regenbogen die Schultern runter.
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turbulent2
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Beitrag So., 03.04.2011, 07:57

Meine fragt öfters nach, ob ich mich wieder verletzt habe, sobald sie merkt, dass es mir schlecht geht.
Ich antworte immer ehrlich, denn von Lügen in einer Therapie halte ich nichts.
Das würde mich am weiterkommen hindern.

Wenn sie nicht fragt, sage ich es von mir aus, da sie ja sonst nicht wissen kann, wiesie mich einschätzen soll.
Masken und "happy-face" habe ich privat schon genug.
In der Therapie muss ich , ich, sein können/dürfen

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Dakota
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Beiträge: 370

Beitrag So., 03.04.2011, 15:04

Hi turbulent2,
Masken und "happy-face" habe ich privat schon genug.
In der Therapie muss ich , ich, sein können/dürfen
Absolut richtig !

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beitingon
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Beiträge: 71

Beitrag Mo., 04.04.2011, 01:42

svv... nur einmal, vor lauter Frustration und Kontrolliertwerden, habe ich mich etwas mit dem Schluessel gekratzt. Um der Therapeutin klarzumachen, WIE wuetend und hilflos ich mich gefuehlt hatte, erzaehlte ich es ihr. Sie hat es minimal ueberrascht aber ruhig hingenommen, und dann haben wir darueber nachgedacht, wie ich solche emotionalen Engkanaele anders loesen kann.
Also finde ich, dass man versuchen sollte, so offen wie moeglich in der Therapie zu sein. Bei einer guten Therapeutin wird Peinliches, Ehrliches und sehr viel anderes als Lehrstoff verwendet. Ich bin ich.

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gedankenkarussell
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Beiträge: 128

Beitrag Sa., 27.07.2013, 17:39

Hallo

Ich weiß,dass der thread eigentlich schon ziemlich alt ist,aber beim durchstöbern des forums und bezüglich diesen themas ist mir eine Frage aufgekommen:

Wieso wollen die Theras denn eigentlich die selbstverletzung(-en) sehen ?

Also bei mir ist es so,dass ich von Anfang an mit offenen Karten gespielt habe und es ihr auch sage,wenn es einen "Rückfall" gab,weil ich Ehrlichkeit für sehr wichtig halte. Aber bei neueren Verletzungen fragt sie dann gleich,ob sie es sehen kann. Vielleicht um abzuschätzen wie gravierend es ist ?
Um zu sehen,wie viel man an sich "ausgelassen" hat ?

Würde mich über eine Antwort freuen.

Liebe grüße gedankenkarussell

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black-wolf
sporadischer Gast
sporadischer Gast
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Beiträge: 26

Beitrag Sa., 27.07.2013, 18:30

Hi gedankenkarussell,

Das ist ne gute Frage...
Meine Thera weiß auch von Anfang an davon. Manchmal wollte sie die neuen Wunden sehen und manchmal nicht. Ich kann da keine wirklichen Kriterien feststellen, wann sie es sehen möchte und wann nicht.

Vor kurzem habe ich mit meiner Psychiaterin darüber geredet, wann Wunden geklammert oder genäht werden sollten. Da wollte sie auch die Wunden sehen.
Ich denke mal die Theras machen das, um abzuschätzen wie groß und tief es ist. Sie sehen dann ja auch, ob es von mal zu mal schlimmer wird und sie gezwungen sind zu handeln, zB einen zum Arzt schicken.

LG black-wolf

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Marzipanschnute
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Beiträge: 729

Beitrag Sa., 27.07.2013, 18:40

Ich hab mich mal früher, so mitten in der Teenager Zeit verletzt und auch heute kommt es noch hin und wieder dazu (wenn ich wütend bin, habe ich inzwischen selbst heraus analysiert, wenn ich so wütend bin und echt rot sehe vor Wut, lasse ich das an mir aus)

Dem Therapeuten habe ich es nicht erzählt, hielt es nicht für wichtig und auch nicht für ein Thema für die Therapie. Inzwischen sehe ich das etwas anders...
“Das Schöne an der Zeit ist, das sie ohne Hilfestellung vergeht und sich nicht an dem stört, was in ihr geschieht.” Juli Zeh


Silent*
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Beiträge: 348

Beitrag Sa., 27.07.2013, 18:46

Hallo GedankenKarussell.

Eine gute Frage, hmm.
Meine damalige und auch jetzige Therapeutin fragten, ob sie meine Arme sehen dürften.
Es ist ein komische mitunter beklemmendes Gefühl, oder?
Es kam dann auch die Fragen mit was sich verletzt wird und wo überall.
Meine damalige sah zwar die Wunden nicht direkt, als da so ein Kontrollverlust war und es zu einer Krisensitzung kam. Jedoch sah sie diese flickschusterei, meinte nur: oh, das ist viel.

Ich weiß nicht genau, wonach da gegangen wird, vermute aber, das sie wirklich nach dem Ausmaß schauen oder sich erkundigen. Einfach auch, um im Therapieverlauf Veränderungen im Ausmaß zu erkennen und ggf daraus Schlüsse ziehen zu können.

Eigentlich ist es ja auch gut, wenn sie es nur zur Kenntnis ohne Wertung nehmen, um den Patienten nicht zu vermitteln, das sei schlimm/harmlos.
Ich habe meine letzte Attacke noch nicht angesprochen, einfach weil ich immer nicht wusste wie und die Scham sehr groß ist. Bei Nachfragen antworte ich ehrlich.
ich war noch nie so, das ich Wunden zur Sicht stelle. Ich versteckte sie immer so gut wie möglich ... Auch heute noch. Daher ist es wahrscheinlich auch für mich schwer, dies zu thematisieren ... Alles andere würde mir das Gefühl geben (für mich selber), das ich nur Aufmerksamkeit will ... Stimmt jedoch nicht, weil ich nur meine Ruhe will, somal ich ja selbst oft nicht die Gründe und Auslöser für die Situation kenne.

Aber ich versuche, daran zu arbeiten.immerhin wurde es im Rahmen der letzten Therapie besser.

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