Psychotherapie in Wien bei Richard L. Fellner

Psychotherapie-FAQ

Häufig gestellte Fragen zur Psychotherapie - und Antworten darauf

 

 

Brauche ich überhaupt Psychotherapie / Paartherapie?

Psychotherapie hilft, die Lebensqualität zu verbessern! Niemand kann Sie zu Psychotherapie zwingen, so funktioniert sie nicht (nicht einmal in Haftanstalten), sondern Sie selbst müssen sich entscheiden, ob Sie mit Ihrem Leben in dieser Form zufrieden sind - oder das Gefühl haben, ihr volles Potenzial nicht nutzen zu können, weil z.B. bestimmte Denkmuster, emotionale "Fallgruben", wiederkehrende Konflikte, psychosomatische Symptome oder andere Formen von Belastung ihr Leben beeinträchtigen. In diesem Fall nämlich kann eine speziell darin ausgebildete, außenstehende Person in aller Regel weitaus effizienter unterstützen, als man das selbst durch Nachdenken oder Gespräche mit (meist ja nicht 100%ig neutralen) Freunden oder Kollegen erreichen könnte. Ja, Psychotherapie und Paartherapie bedeutet in aller Regel Konfrontation mit sich selbst, mit den Seiten, die man an sich nicht so schätzt, sie kostet Geld und erfordert es, sich Zeit für sich und die Arbeit an sich selbst zu nehmen. Für die überwiegend meisten Menschen aber "lohnt" sie sich - nachgewiesenermaßen, heutzutage existiert eine Vielzahl von Studien, die dies belegt.
Ob die Probleme, mit denen Sie konfrontiert sind, grundsätzlich durch Psychotherapie verbessert werden könnten, können Sie bei Interesse auf diesen Checklisten nachsehen:
Selbst-Check: könnte Ihnen eine Psychotherapie helfen?
Selbst-Check: könnte Ihnen eine Paartherapie helfen?

 

Welche Therapie-Methode eignet sich für mein Problem am besten?

Wissenschaftlich anerkannt und als Psychotherapie-Methoden bezeichnet dürfen in Österreich, Deutschland und der Schweiz nur jene Verfahren werden, welche von den Krankenkassen anerkannt sind. Dies sind in Österreich derzeit 19 Methoden, in Deutschland nur "Verhaltenstherapie" und 2 analytische Methoden, in der Schweiz in etwa die gleichen Methoden wie in Österreich, allerdings dürfen diese dort nur unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. Ausbildung in einem der anerkannten Verbände) ausgeübt werden. [Details]

Doch welche von den anerkannten Methoden eignet sich für Ihr Problem am besten?
Trotz intensiver Wirksamkeitsforschung in der Psychotherapie bleiben bis heute noch viele Fragen offen, da nicht einmal ein allgemeingültiges Kriterium für "Wirksamkeit", was den Erfolg einer Psychotherapie betrifft, existiert. Diese ist nämlich keine objektive Tatsache, sondern unterliegt dem soziokulturell geprägten Diskurs von Gesundheit und Krankheit, den Konzepten der jeweiligen Methode und ist ausserdem zwischen Therapeut(in) und Klient(in) auszuhandeln. Wirksamkeitsstudien, so wie sie in der Pharmaforschung üblich sind, lassen sich also auf die Psychotherapie nicht übertragen. Im wissenschaftlichen Diskurs besteht deshalb heute weitgehende Einigkeit darüber, dass eine pluralistische Gesellschaft mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und Erwartungen auch unterschiedlicher Methoden mit unterschiedlichen Therapiezielen bedarf. Shapiro et al. (1986) haben, damals überraschend, festgestellt, dass unterschiedliche Therapieverfahren ähnliche Resultate erzielen (Äquivalenzparadoxon). Andererseits profitieren Klienten in unterschiedlichem Ausmaß von einer Psychotherapie, unabhängig von der Methode. So scheint sich die Annahme zu erhärten, dass die angewandte Methode allein wenig über einen zu erwartenden Therapieerfolg aussagt. In jüngster Zeit hat die Indikations- und Prozessforschung zunehmend die therapeutische Beziehung als Faktor für Indikation und Therapieerfolg berücksichtigt (Rudolf & Manz 1993, Orlinsky et al. 1994, Faller 2000). Als ein wesentlicher Aspekt hat sich dabei die "Passung" von therapeutischem Angebot und den Erwartungen und Bedürfnissen der KlientInnen herausgestellt (Orlinsky & Howard 1988, Faller 2000, Strauß 2000, Eckert & Biermann-Ratjen 2004), was die Versuche etwa Grawe's (1994), einzelne psychische Probleme spezifischen Therapiemethoden zuzuordnen, deutlich relativiert, ja eine randomisierte Zuteilung von behandlungsbedürftigen KlientInnen zu bestimmten Verfahren zwecks "objektiver" Erforschung von Wirksamkeit oder aufgrund angenommener besonderer Wirksamkeit ist aus heutiger Sicht weder wissenschaftlich sinnvoll noch ethisch vertretbar.
Ich habe die Kriterien zum Finden des invidiuell "passendsten" Therapeuten auf einer eigenen, ausführlichen Seite zusammengefasst.

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Wie ist das mit den Kosten?

In Österreich existieren im wesentlichen 4 Modelle zur Finanzierung von Psychotherapie:

  • Selbstzahler
    Der Klient bezahlt die Psychotherapie selbst. Diese Vorgangsweise bewährt sich insbesondere dann, wenn Interesse an größtmöglicher Anonymität besteht, da dabei lediglich eine persönliche Behandlungsbeziehung zwischen Psychotherapeuten und Klienten besteht.
  • Teilrefundierung der Kosten durch die Krankenkasse
    Die Krankenkasse übernimmt einen Teil der Kosten der Psychotherapie, in Österreich sind dies je nach Kasse derzeit € 22-40 pro Sitzungseinheit. [mehr..]
  • Voll- oder Teilrefundierung der Kosten durch private Krankenversicherung
    Einige private Krankenversicherungen übernehmen entweder einen Teil oder die vollen Kosten einer Psychotherapie.
  • Abdeckung der Kosten durch die Krankenkasse
    In den österreichischen Bundesländern unterschiedlich und lediglich auf der Basis von sog. "Versorgungsvereinen" geregelt ist dieses Modell. Hierbei wird dem Klienten ein bestimmtes maximales Stundenkontingent zugestanden, mitunter muss ein gewisser Selbstbehalt von ca. 10,- (z.B. Ambulanzgebühr) geleistet werden. Details hiefür erfragen Sie am besten bei Ihrer Krankenkasse.

...und wie ist das beim Erstgespräch?

Es existieren hiefür keine einheitlichen Regelungen. Am häufigsten sind folgende Modelle:

  • Reguläres Honorar für das Erstgespräch
    Der/Die Therapeut/in nimmt sich eine volle Gesprächseinheit für das Erstgespräch Zeit und verrechnet diese auch.
  • Erstgespräch kostenlos
    Manche Therapeut/innen bieten kostenlose Erstgespräche an. Dies ist für KlientInnen definitiv eine großartige Möglichkeit, "das mal auszuprobieren" bzw. einen ersten Kontaktversuch zu wagen - ohne Risiko.
    Für die TherapeutInnen selbst ist diese Vorgangsweise natürlich ein wirtschaftlicher Nachteil, der zudem das Risiko birgt, daß "unverbindliche Testklientinnen" nie mehr wiederkommen - weniger deshalb, weil sie dabei vielleicht nicht "den richtigen Therapeuten finden" konnten, sondern häufig, weil im Grunde noch nicht die erforderliche Entschlußkraft, eine Therapie wirklich und ernsthaft zu beginnen, vorlag. Die meisten der bereits langjährig erfahrenen TherapeutInnen sowie solche, deren Terminkalender belegt ist, bieten daher (wenn überhaupt) normalerweise nur sehr kurze Erstgespräche, z.B. in der Dauer von max. 10 Minuten, kostenlos an.
  • Andere Regelungen
    Viele TherapeutInnen wiederum haben eine andere Regelung entwickelt. Meine eigene ist z.B. so, dass ich mir für Erstgespräche gerne etwas länger (bis zu 90min) Zeit nehme, dafür aber 1 Einheit als Honorar verrechne. Aufgrund der Lösungsorientiertheit und Effizienz speziell der Systemischen Therapie können KlientInnen dabei so gut wie immer profitieren und schon aus diesem ersten Gespräch etwas "mitnehmen", auch wenn sie sich letztlich doch nicht für eine Therapie entscheiden sollten. Mir andererseits wird mein Zeitaufwand und mein Bemühen, gemeinsam mit meinen Klienten erste Lösungsideen zu entwickeln, zumindest teilweise abgegolten.
    Dies ist jedoch nur mein persönlicher Ansatz - es gibt noch andere. Falls die Regelung bezüglich des Erstgesprächs für Sie eine entscheidende ist, fragen Sie deshalb am besten bereits im Zuge der Terminvereinbarung nach, wie Ihr/e Therapeut/in dies handhabt.

Hier finden Sie eine genaue Übersicht zur Honorarregelung in meiner Praxis.

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Ich bin mir unsicher.. soll ich schon jetzt beginnen?

Leider haben psychische Beschwerden die Tendenz, sich unbehandelt eher zu chronifizieren oder zu verschlimmern. Insofern gilt - ganz ähnlich wie bei rein körperlichen Beschwerden! - die Devise: "Je früher behandelt, desto besser!" Je früher Sie mit einer Therapie beginnen, desto besser "greift" i.a. eine Psychotherapie und desto rascher kann dann auch ein Therapieerfolg oder zumindest eine Verbesserung des Zustandsbildes erreicht werden.

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Ich möchte eine Psychotherapie beginnen,
bin aber noch nicht 18!

Als Jugendliche gelten in Österreich Personen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Prinzipiell gilt, dass nach dem neuen § 146c ABGB Jugendliche selbst in medizinische Maßnahmen einwilligen können, sofern sie nicht schwerwiegend sind, andernfalls ist die Zustimmung der Erziehungsberechtigten nötig. Eine Psychotherapie ist also mit der Zustimmung des Jugendlichen möglich, sofern damit - wie in der Regel zu erwarten - keine nachhaltige Beeinträchtigung der Persönlichkeit verbunden ist. Die Verabreichung von Psychopharmaka bedarf in jedem Fall der Zustimmung der Eltern.
Da jedoch die Kosten für Psychotherapie nicht von der Krankenversicherung gedeckt werden und zumeist die Erziehungsberechtigten für die Kosten der Psychotherapie aufkommen müssen, kann der Psychotherapeut nicht vom Jugendlichen sein Honorar einfordern, solange seine gesetzlichen Vertreter nicht zugestimmt haben. Selbst wenn der Jugendliche über ein eigenes Einkommen verfügt, dürfen die Kosten der Psychotherapie seinen Unterhalt nicht gefährden. Aus diesem finanziellen Grund ist im Regelfall die Zustimmung der Erziehungsberechtigten nötig.

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Ich möchte nicht, daß meine Psychotherapie irgendwo aufscheint!

Psychotherapeuten selbst sind an eine sehr strenge Schweigepflicht gebunden, und dürfen i.d.R. nicht einmal vor Gericht Therapieinhalte preisgeben.
Das Datenschutzgesetz Österreichs, Deutschlands und der Schweiz verbietet es darüber hinaus auch den Krankenkassen, Informationen über Ihre Psychotherapie weiterzugeben. Auch wenn in letzter Zeit vereinzelt Berichte über diesbezügliche "Lücken" an die Öffentlichkeit gelangten, können Sie heute davon ausgehen, dass Ihre Gesundheitsdaten vertraulich behandelt werden, wenn Sie eine Krankenkassenteil- oder Vollfinanzierung in Anspruch nehmen. Vollständige Sicherheit gibt es aber nur bei Selbstzahlung, da dann keinerlei Datenspeicherung bei öffentlichen Stellen stattfindet.

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Psychotherapeut, Psychologe, Psychiater oder Neurologe?

Die Unterschiede zwischen diesen Berufsgruppen habe ich hier recht ausführlich erklärt.

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Was, wenn mein(e) Partner(in) nicht mitkommen möchte?

Bei Paartherapien ist es manchmal alles andere als sicher, ob beide Partner zum 1. Gespräch kommen. Im Sinne der Einbeziehung möglichst aller subjektiver Blickwinkel und persönlichen Erfahrungen wäre dies aber natürlich sinnvoll und wichtig - deshalb lade ich grundsätzlich immer beide Partner ein, besonders zum 1. Gespräch. Während einer laufenden Paartherapie kann es allerdings durchaus vorkommen und fallweise auch sinnvoll sein, dass nur 1 Partner zu Einzelgesprächen kommt.
Mehr zu den teils speziellen Abläufen und Rahmenbedingungen einer Paartherapie finden Sie in meinem Leitfaden zur Paartherapie / Paarberatung / Eheberatung.

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Kann ich mir mit Medikamenten oder Selbsthilfe-Literatur
nicht auch selbst helfen?

Zahlreiche KlientInnen in meiner Praxis berichten mir, sich vor ihrer Therapie mit Naturheilmitteln, Beruhigungstees, Bachblüten, Homöopathie etc. selbst geholfen zu haben.
Einerseits ist es schön, wenn diese Mittel für so viele Menschen eine gewisse Entlastung bedeuten, andererseits ändern sie aber nichts an den grundsätzlich "krank machenden" Einflüssen der Umgebung, belastenden Denkmustern und Stressfaktoren. Insofern besteht bei der Langzeiteinnahme derartiger Mittel, aber auch von Medikamenten (Psychopharmaka sind verschreibungspflichtig, im Interesse Ihrer Gesundheit sollten Sie sich diese ausschliesslich von einem Facharzt verschreiben lassen!) ein gewisses Risiko, dass sie die bestehenden Belastungen nur besser "ertragen" helfen, das eigentliche Problem sich unbehandelt aber chronifiziert oder sogar verstärkt. Letztlich ist dies häufig der Grund, dass die meisten Menschen letztlich doch früher oder später eine Psychotherapie in Angriff nehmen.
Insofern ist auch hier auf die schon genannte Devise "Je früher, desto besser!" zu verweisen - betrachten Sie derartige Hilfsmittel als Ergänzung einer professionell und effizient begleiteten Therapie, sprechen Sie deren Einsatz aber bitte auch mit Ihrem(r) Therapeuten(in) ab.

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Was ist zu tun, wenn ich einen Termin nicht einhalten kann?

In der Psychotherapie gilt wie in den meisten beratenden Dienstleistungsberufen, diversen Fachärzten etc. die so genannte "Absageregelung", d.h., Termine müssen von Ihnen rechtzeitig abgesagt werden, damit Ihr(e) Psychotherapeut(in) im Sinne aller KlientInnen eine möglichst effiziente Zeitplanung treffen kann. In der Regel beträgt diese 24-36 Stunden - werden Termine später abgesagt, muß die reservierte Zeit vom Therapeuten in Rechnung gestellt, es sei denn, die Stunde kann anderen KlientInnen zur Verfügung gestellt werden.

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Wie kann ich mich auf die 1. Sitzung vorbereiten?

Die erste Therapie-Stunde dient vor allem der Bestandsaufnahme - worin bestehen Ihre Beschwerden, und wie hat sich die Situation im Laufe der letzten Monate oder Jahre entwickelt? Der/die Therapeut/in wird Ihnen vermutlich viele Fragen stellen, insofern ist keine spezielle Vorbereitung Ihrerseits erforderlich.
Es kann allerdings hilfreich sein, wenn Sie sich eine grobe Übersicht über die aktuellen Belastungsfaktoren in Ihrem Leben sowie die Problembereiche, die Sie verbessern bzw. lösen wollen, aufschreiben - damit Sie nichts davon vergessen. Bedenken Sie, daß Ihr/e Therapeut/in Sie ja nicht kennt und auf Ihre Beschreibungen angewiesen ist, um sich ein adäquates Bild der Situation, in der Sie sich befinden, machen zu können.
Mitunter bringen mir KlientInnen, die sich sehr unsicher oder von der Spannung des ersten Kontakts überfordert fühlen, auch eine schriftliche Zusammenfassung der Situation mit, die sie mir dann vorlesen oder mir zum Lesen geben.

 

Kann es passieren, daß es mir durch die Therapie schlechter geht?

Eine ganz klare Priorität professioneller Psychotherapie besteht in Sicherheit und Stabilisierung - erst auf einem soliden Fundament kann man beginnen, seine Situation zu verbessern und gezielt an sich zu arbeiten. Sie können deshalb stets entscheiden, was Sie erzählen wollen und was nicht, was Sie versuchen möchten und wo Sie Ihre Grenzen schützen möchten. Sie werden zu nichts gedrängt. Wichtig ist nur, daß Sie Verschlechterungen (oder auch Sorgen, Angstgefühle, Druck, Vorbehalte etc.) Ihrem/r Therapeuten/in möglichst umgehend mitteilen, sodaß er/sie weiß, wie es um Sie steht, und einen Vorschlag machen kann, wie am besten weiter vorgegangen werden könnte. Geht es Ihnen schlecht, können auch Einschiebtermine vereinbart werden - jeder professionelle Therapeut ist dankbar, wenn Sie offen kommunizieren und unverfälscht ansprechen, wie es Ihnen geht. Ja es kann sogar ein entscheidender Schritt in der Therapie sein, gerade in einer Krise "dranzubleiben" und gemeinsam herauszufinden, wie damit für Sie passend umgegangen werden kann!

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Muß ich auch zum Psychiater gehen?

Grundsätzlich nicht. In Einzelfällen (z.B. bei ganz besonders starken Leiden, welche die gemeinsame therapeutische Arbeit belasten oder gar in Frage stellen würden, oder wenn auch körperliche Symptome vorliegen) kann es allerdings sinnvoll sein, einen Facharzt aufzusuchen, um evt. medikamentöse Unterstützung zu erhalten. Sie können aber zunächst einmal eine Sitzung beim Psychotherapeuten vereinbaren und dann auf Basis seiner Einschätzung und seines Feedbacks entscheiden, wie Sie weiter vorgehen möchten. Die meisten Therapeuten arbeiten mich Fachärzten der Umgebung zusammen und werden Ihnen gerne Empfehlungen geben, an wen Sie sich wenden können.

 

Muß ich vorher einen psychologischen Test absolvieren?

Grundsätzlich nicht. Psychotherapeuten sind auf Basis ihrer Ausbildung in der Lage, die überwiegend meisten psychischen Störungsbilder zu diagnostizieren. In bestimmten Fällen (z.B. zum Zweck einer genaueren Abgrenzung oder bei komplexen Störungsbildern) kann es allerdings sein, daß Ihr/e Therapeut/in Ihnen nahelegt, eine psychologische Testung vornehmen zu lassen. Auch hier gilt: reden Sie darüber! Wenn Sie evt. zur eigenen Sicherheit schon vorab oder später, während des Therapieverlaufs, eine psychologische Testung machen möchten, können Sie dies jederzeit in die Wege leiten, auch mit entsprechenden Empfehlungen durch Ihre/n Therapeut/en.

 

Was kann ich tun, damit die Therapie ein Erfolg wird?

Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich berichten, daß die Therapie v.a. für jene KlientInnen ein Erfolg wurde, die "die Chance nutzten", sich intensiv in den therapeutischen Prozess einbrachten (beteiligten, statt passiv auf "Wunderheilungen" zu warten), auch zwischen den Sitzungen an den erarbeiteten Lösungsstrategien und Ideen arbeiteten, ihre Sitzungen regelmäßig und in beidseitiger Abstimmung wahrnahmen, die Therapie "durchzogen" (selbst wenn es sich zwischendurch wieder unerträglich schwierig: "...bringt ja alles nix!" - oder andererseits überraschend gut: "...vielleicht geht's ja jetzt schon ohne?" anfühlte) und ein offenes Gesprächsklima mit mir hatten. Ich gebe zu: ich kann nicht hellsehen zwinker, deshalb bin ich darauf angewiesen, was mir die Personen, die mich aufsuchen, von sich erzählen, ebenso wie darauf, daß sie sich öffnen und mir erläutern, was wirklich in ihnen vorgeht. Nach all den Jahren kann mich so gut wie nichts mehr schockieren - im Gegenteil, ich kann effizienter an die Lebensrealität der Menschen, die sich mir anvertrauen, "andocken", wenn ich weiß, was sie bewegt, berührt, ängstigt und motiviert.
Ich habe auf der Basis dieser Erfahrungen sowie auf der Basis von Erfahrungsberichten therapieerfahrener KlientInnen einen kleinen "paradoxen Knigge" erstellt, nämlich einen Leitfaden zum Scheitern einer Therapie. ;-) Vielleicht macht Ihnen das Lesen Spaß, und vermittelt nebenbei ein besseres Gefühl dafür, worauf es ankommt, wenn man aus einer Psychotherapie das Maximum für sich herausholen möchte.

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Weitere Informationsquellen und Artikel:

  • Bücher - eine Liste von empfehlenswerten Wegbegleitern
  • Therapiemethoden - eine Übersicht der verfügbaren Psychotherapieansätze
  • Geschichte der Psychotherapie - Wurzeln und Entwicklung der modernen Psychotherapie
  • Archiv - Artikel v. Richard L. Fellner
  • Links - Links zu weiterführenden Websites und Infos
  • Forum - Fragen stellen, diskutieren und anderen weiterhelfen

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