Schwere psychische Erkrankung laut Ärzten

Hier können Sie sich über Belastungen durch eigene oder fremde schwere Erkrankungen, aber auch den Umgang mit Tod und Trauer austauschen.

Eremit
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Beitrag Do., 26.07.2018, 17:45

Es gibt natürlich diverse Faktoren, die zu berücksichtigen sind. Anzahl vollfinanzierter Therapieplätze, verfügbare Eigenmittel, Entgegenkommen von Therapeuten (Sozialtarif), Dringlichkeit, Art der Störung und so weiter. Zum PSD gehe ich auch, das ist schon eine gute Einrichtung (empfehle ich hier im Forum auch oft genug), leider bietet dieser (im Raum Wien) nur für Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung eine Psychotherapie (Gruppentherapie) an (Wobei ich nicht weiß, ob es dieses Angebot beim Praterstern überhaupt noch gibt). Immerhin kriege ich vom PSD ohne Probleme meine Glücklichmacher.
daisy14 hat geschrieben:Leider ist es so das man auf den Krankenkassen therapeut fast 1 Jahr wartet.
Bei meinem letzten Anlauf waren es zwischen einem und zwei Jahren. Ich habe schließlich das Handtuch geworfen, weil sich in der Zwischenzeit mein Versicherungsstatus geändert hat (Kassenzugehörigkeit), was Neureihung zur Konsequenz hatte. Warten kann ich auch ohne Termin, ganz abgesehen davon, dass Warten sowieso Zeitverschwendung ist. Da lese ich lieber in der Gegenwart Bücher, z.B. über Transaktionsanalyse (welche ich auch nur empfehlen kann).
daisy14 hat geschrieben:Nur muss man sich selber halt kümmern das man das bekommt.
Es gibt mehr als genug Fälle, in denen das eben nicht reicht. Auch, wenn man alles richtig macht – manchmal soll es eben nicht sein, wie es so schön heißt. Kann einem aber auch zum Vorteil gereichen (Resilienz), es kommt darauf an.

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Eremit
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Beitrag Do., 26.07.2018, 17:54

spirit-cologne hat geschrieben:Ich glaube es ist halt gerade wenn man psychisch krank ist nicht so leicht, für seine Rechte zu kämpfen und da kann es halt manchmal beruhigend sein, wenn man weiß, dass man einen sicheren Rechtsanspruch auf bezahlte Psychotherapie hat.
Definitiv. Einen Rechtsanspruch auf bezahlte Psychotherapie wird es in Österreich wohl nie geben. Man darf nie vergessen: Österreich ist nur ein kleines, kauziges, brau… – äh, konservatives Land hinter den Bergen, in dem Probleme noch immer primär mit Bier, Wein und Schnaps gelöst werden, und was damit nicht gelöst werden kann, ist einfach kein Problem. Das ist die österreichische Mentalität. Die paar potemkinschen Dörfer (Mehr in Form von Institutionen als in Form von ganzen Städten) machen den Braten auch nicht fett. Es hat schon seine Gründe, warum die Suizidrate in Österreich höher ist als in Deutschland …

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spirit-cologne
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Beitrag Do., 26.07.2018, 18:03

Eremit hat geschrieben: Do., 26.07.2018, 17:54 Es hat schon seine Gründe, warum die Suizidrate in Österreich höher ist als in Deutschland …
Was nicht heißt, dass in Deutschland alles optimal geregelt wäre... auch hier sind die Wartezeiten immer noch viel zu hoch...
It is better to have tried in vain, than never tried at all...


Eremit
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Beitrag Do., 26.07.2018, 18:18

Klar, verbesserungswürdig ist die Situation immer. Aber es wäre schon nett, wenn wir hier in Österreich zumindest ansatzweise solche Möglichkeiten hätten wie in Deutschland.

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Beitrag Fr., 27.07.2018, 06:40

Hallo
daisy14 hat geschrieben: Mi., 25.07.2018, 14:08wie fühlst du dich den? Wie bist du im Alltag beeinträchtigt? vielleicht fällt es dir so leichter einzuschätzen das du doch Hilfe brauchst und eben nicht alles in Ordnung ist. Ich wünsch dir einen guten aufenthalt und lass die Ärzte entscheiden ob du krank genug dazu bist. Alle gute für dich.
Fühle mich durch die Erkrankungen stark eingeschränkt, besonders was das soziale Leben betrifft, da ich mich sehr zurückziehe. Habe nur wenig Kontakt nach draußen, doch meine Mutter "zwingt" mich in den Club Aktiv des PSD, bei uns im Ort, zu gehen. Mich stresst der Kontakt zu teils neuen und fremden Personen sehr, sodass sich die Dissoziationen (besonders die Derealisation, die ohnehin schon dauerhaft auftritt) verstärken.
Sehr hat geschrieben: Mi., 25.07.2018, 14:59 Hallo,

wieso warst du bei all den Ärzten, Therapeuten usw. um Diagnosen zu erhalten, wenn du dich nicht krank genug fühlst/gefühlt hast? Ansonsten hättest du dir das ja auch sparen können, oder?
Weil es eine Auflage von der PVA (PensionsVersicherungsAnstalt) ist, an Rehamaßnahmen/Therapien teilzunehmen, um weiterhin Rehageld zu erhalten.
Malia hat geschrieben: Mi., 25.07.2018, 17:46 Ich denke, es geht um Ambivalenz.
Ja, da hast du Recht.
Eremit hat geschrieben: Do., 26.07.2018, 00:10 Nur zwecks Vollständigkeit: In Österreich läuft das etwas anders ab als in Deutschland, wir haben hier bei weitem nicht so eine gute Versorgung psychisch kranker Menschen, wie es in Deutschland der Fall ist. Die meisten Strukturen entsprechen weitgehend noch dem, was in den 60er Jahren gebräuchlich war, auch die Sichtweise vieler Fachärzte und Therapeuten stammt noch aus dieser Zeit. Das wiederum fördert die Einstellung, Anderen, denen es noch schlimmer geht, den Vortritt zu lassen bzw. lassen zu müssen …
Danke für deine Aufklärung, Eremit.

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Beitrag Fr., 27.07.2018, 07:10

daisy14 hat geschrieben: Do., 26.07.2018, 16:08 Ich finde eigendlich das es gut läuft in österreich. Nur muss man sich selber halt kümmern das man das bekommt.
Da kann ich dir nicht zustimmen, daisy14. Die Bedingungen, um am Weidenhof aufgenommen zu werden, der angeblich als letzte Chance für Fälle, wie mich gilt, werden von der Krankenkasse und dem Bundesland (bin aus NÖ) erschwert. So benötige ich eine psychologische Diagnostik für das Therapiezentrum Weidenhof und muss diese selbst bezahlen. Zum Glück gibt's die SFU Ambulanz für Psychologie, wo sich die Kosten für mich zwar immer noch auf 110 Euro belaufen, doch ist diese Diagnostik wenigstens leistbar.
spirit-cologne hat geschrieben: Do., 26.07.2018, 16:16 Es freut mich, dass du so gut therapeutisch versorgt bist, aber sowie ich das bisher hier gelesen habe, ergeht es da in Österreich nicht allen gleich. Ich glaube es ist halt gerade wenn man psychisch krank ist nicht so leicht, für seine Rechte zu kämpfen und da kann es halt manchmal beruhigend sein, wenn man weiß, dass man einen sicheren Rechtsanspruch auf bezahlte Psychotherapie hat.
Das stimmt,es ergeht nicht allen gleich und nicht jeder hat die Kraft für seine Ansprüche zu kämpfen. Ich bin müde vom kämpfen. Musste erst wieder klagen, da mir das Pflegegeld entzogen wurde.
daisy14 hat geschrieben: Do., 26.07.2018, 16:47 Ich kann nur wirklich raten dazu das man in Österreich mit dem PSD Psychozozialer Dienst kontakt aufnimmt. Dort gibt es gratis den Psychater Ergo kommt man zu Medikamente. Mann kann dort Gespräche führen und wenn du mal google befragst über Club Aktiv gibt es dann in jeden Bundesland weit aufgefächert Freizeitmöglichkeit für Psychisch Kranke. wenn man kein Fahrzeug hat gibt es da sogar Fahrdienste die dich zum Club und Doktor bringen. Leider ist es so das man auf den Krankenkassen therapeut fast 1 Jahr wartet. Ich hab mich damals auf die Warteliste setzen lassen und nach 6 Monate hatte ich einfach Glück. Ich hatte einfach ein wenig Glück das ich jemand hatte der mir im Internet das gezeigt hat sonst würde ich es nicht wissen. Ausserdem hat bei mir das Gericht beim Rehageld PSD als Auflage reingeschrieben und darum hab ich gegoogelt. Ich helfe gerne bei PN weiter wenn wer auch Zugang zu soetwas sucht. Kosten tut es eh nix.
Ja, der PSD ist schon was Gutes. Ohne die PSychiaterin vom PSD wüsste ich vom Weidenhof nix.
Eremit hat geschrieben: Do., 26.07.2018, 17:45 Es gibt natürlich diverse Faktoren, die zu berücksichtigen sind. Anzahl vollfinanzierter Therapieplätze, verfügbare Eigenmittel, Entgegenkommen von Therapeuten (Sozialtarif), Dringlichkeit, Art der Störung und so weiter. Zum PSD gehe ich auch, das ist schon eine gute Einrichtung (empfehle ich hier im Forum auch oft genug), leider bietet dieser (im Raum Wien) nur für Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung eine Psychotherapie (Gruppentherapie) an (Wobei ich nicht weiß, ob es dieses Angebot beim Praterstern überhaupt noch gibt). Immerhin kriege ich vom PSD ohne Probleme meine Glücklichmacher.
Im Borderline Tageszentrum war ich schon, hat mir nix geholfen.
Eremit hat geschrieben: Do., 26.07.2018, 17:45
daisy14 hat geschrieben:Leider ist es so das man auf den Krankenkassen therapeut fast 1 Jahr wartet.
Bei meinem letzten Anlauf waren es zwischen einem und zwei Jahren. Ich habe schließlich das Handtuch geworfen, weil sich in der Zwischenzeit mein Versicherungsstatus geändert hat (Kassenzugehörigkeit), was Neureihung zur Konsequenz hatte. Warten kann ich auch ohne Termin, ganz abgesehen davon, dass Warten sowieso Zeitverschwendung ist. Da lese ich lieber in der Gegenwart Bücher, z.B. über Transaktionsanalyse (welche ich auch nur empfehlen kann).
Wahnsinn! Ich habe kaum warten müssen bei meiner Therapeutin.
Eremit hat geschrieben: Do., 26.07.2018, 17:45
daisy14 hat geschrieben:Nur muss man sich selber halt kümmern das man das bekommt.
Es gibt mehr als genug Fälle, in denen das eben nicht reicht. Auch, wenn man alles richtig macht – manchmal soll es eben nicht sein, wie es so schön heißt. Kann einem aber auch zum Vorteil gereichen (Resilienz), es kommt darauf an.
Da hast du Recht!

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Beitrag Fr., 27.07.2018, 07:17

Eremit hat geschrieben: Do., 26.07.2018, 17:54
spirit-cologne hat geschrieben:Ich glaube es ist halt gerade wenn man psychisch krank ist nicht so leicht, für seine Rechte zu kämpfen und da kann es halt manchmal beruhigend sein, wenn man weiß, dass man einen sicheren Rechtsanspruch auf bezahlte Psychotherapie hat.
Definitiv. Einen Rechtsanspruch auf bezahlte Psychotherapie wird es in Österreich wohl nie geben. Man darf nie vergessen: Österreich ist nur ein kleines, kauziges, brau… – äh, konservatives Land hinter den Bergen, in dem Probleme noch immer primär mit Bier, Wein und Schnaps gelöst werden, und was damit nicht gelöst werden kann, ist einfach kein Problem. Das ist die österreichische Mentalität. Die paar potemkinschen Dörfer (Mehr in Form von Institutionen als in Form von ganzen Städten) machen den Braten auch nicht fett. Es hat schon seine Gründe, warum die Suizidrate in Österreich höher ist als in Deutschland …
So ungern ich dir Recht dir geben möchte...du hast leider Recht
Eremit hat geschrieben: Do., 26.07.2018, 18:18 Klar, verbesserungswürdig ist die Situation immer. Aber es wäre schon nett, wenn wir hier in Österreich zumindest ansatzweise solche Möglichkeiten hätten wie in Deutschland.
Ja, das stimmt. Die paar Kliniken bei uns machen das Kraut nicht fett.

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