Phagophobie - Angst vor fester Nahrung (ersticken)

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Phobien, Zwängen, Panikattacken und verwandten Beschwerden.

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Pineapple34
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Phagophobie - Angst vor fester Nahrung (ersticken)

Beitrag Sa., 02.03.2013, 18:33

Grüezi Miteinander

Ich leide seit 8 Jahren an Phagophobie und habe schon einige Therapien hinter mir. Phagophobie bedeutet Angst vor dem Essen. Bei mir ist es vor allem die Angst, beim Essen von fester Nahrung zu ersticken. Es schmerzt beim Essen und es ist auch sehr unangenehm. Ich merke jedes Krümelchen im Hals, als wäre es ein riesen Brocken. Ärzte konnten bei mir nichts körperliches feststellen.

Nach einer stationären Therapie, konnte ich relativ "beschwerdefrei" essen, seit ca. 3 Jahren ist es wieder schlimmer geworden. Ich esse zwar feste Nahrung, aber nicht in normalen Mengen, nicht so viel ich eigentlich gerne würde. In der Öffentlichkeit traue ich mich nicht zu essen. Es schmerzt beim Schlucken und auch nachher, manchmal einige Stunden, Tage oder sogar Wochen lang. Es frustriert mich, dass ich nach jahrelangem Training immer noch nicht relaxt essen kann und es immer noch so schwer ist zu schlucken. Ich habe vor 8 Jahren noch 10 Kilo weniger gehabt und war deutlich untergewichtig. Heute habe ich Normalgewicht. Aber ich hätte einfach gerne wieder Freude am Essen.
Hat da jemand Erfahrung? Diejenigen Themen in diesem Forum, wo es um Phagophobie geht sind schon einige Jahre alt. Deshalb dachte ich ich starte ein neues.

Es gibt kaum einen Therapeuten, der dies Angst kennt. Da es eine seltene Störung ist, ist Google auch keine wirkliche Hilfe. Hat das jemand von euch schon gehabt und hat das überwunden?

Danke fürs Lesen

Gruss pineapple34
Wer nicht an Wunder glaubt, der ist kein Realist. David Ben-Gurion

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Raphaela
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Beitrag Di., 05.03.2013, 07:32

Eine Bekannte hatte nach einem Schlaganfall diese Störung.
Nachdem sie wochenlang kaum noch Nahrung zu sich genommen hatte, wurde sie in eine Klinik eingeliefert. Dort zuerst mit Infusionen wieder aufgebaut und dann logopädisch behandelt.
Inzwischen kann sie wieder völlig normal essen.
Hast du denn schon einmal einen Logopäden zu Rate gezogen?

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bunnymammi
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Beitrag Di., 05.03.2013, 11:29

Hallo Du,

das hört sich auch böse an..kenne ich gar nicht... ich kann es mir aber trotzdem gut vorstellen. Logopäde klingt hilfreich, versuchen würde ich das mal. Die arbeiten ja auch angelehnt psychotherapeutisch, da der Hlas und die Psyche irgentwie zusammenhängen...klingt komisch ist aber so.
Machst du Therapie nebenher?

LG Bunny

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Waldo
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Beitrag Di., 05.03.2013, 13:40

Hallo Leute,

sehr schönes Forum hier!
Habe auch Schluckangst. Das erste Mal im Alter von 10. Nach einigen Jahren war es dann einfach weg, ich hatte automatisch wieder Vertrauen ins Schlucken gewonnen. 2006 einen etwas heftigeren Zwischenfall mit einem Stück Fleisch gehabt. Seitdem wieder Schluckangst bis heute. Es hat sich über die Jahre gebessert, esse aber nur Dinge, die ich auch schlucken kann. Und ich brauche extrem lange zum Essen.

Würde jetzt gerne wieder alles essen können und vor allem nicht mehr so lange brauchen. Habe da auch an einen Logopäden gedacht (allgemein schlucke ich sehr laut und verkrampft). Nächste Woche ist der Termin beim HNO für eine Überweisung. Hat da jemand Tipps, wie man Schluckangst am besten verkaufen kann, um Chancen auf eine ÜW zu erhöhen? Ist ja sicher auch für den Threadsteller interessant. Wie bei ihr konnte man nichts Körperliches bei mir feststellen.

Besten Dank für eure Hilfe!

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teufelchen29
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Beitrag Sa., 23.03.2013, 16:26

Hallo,
weiß garnicht wie ich anfangen soll,hm.
Ich möchte ja auch niemanden hier noch mehr Angst machen,muss das aber jetzt leider so schreiben,weil ich seit Jahren dachte bin die einzige damit(hatten die Ärzte auch so abgetan)
Also ich habe leider seit mittlerweile 30 Jahren diese ja Schluck-Ess-Angststörung,wie auch immer.
Heißt ich esse nur breiartig oder manchmal auch schon eher flüssig.
Ja und habe auch schonso gut wie alles probiert,habe auch was mit der Schilddrüse(Hashi)soll damit aber nix zutun haben,ich denke es ist alles insgesamt.
Gehe dieses Jahr auch wieder in die Psychsomatische Klinik ,da es mir seit letzten Jahr wieder etwas schlechter geht.
Jetzt soll es vielleicht auch ne Allergie sein ,toll.
Wenn es so wäre ,was soll ich dann noch essen?
Hatte mich damit wie ich esse ja schon abgefunden,aber dann.
Und ich kann jetzt auch nicht so wie der Arzt sagt so ne Provokations diät machen,wiege eh schon nicht soviel,oder bin grade froh,das ich mein Gewicht wenigstens über 50 halten kann.
Naja ,jedenfalls hat es bei mir soweit ich denken kann nach der Mandeloperration angefangen,was aber nur der Außlöser gewesen sein soll.
Mein Stiefvater hat mich auch sehr lange gequält,ca.14 Jahre lang fast jede Nacht zu mir ins Zimmer gekommen(wenn ich fest schlief)und mir z.b.ein Kissen ins Gesicht gedrückt oder die nase zugehalten.usw.
Ja auch der Verdacht des sexuellen Mißbrauch steht im Raum(kann mich aber nicht erinnern)viel Gewalt,Schläge,Demütigungen usw.
Naja habe auch noch andere Probleme ,aber eben diese Ess-Angst steht im Vordergrundt
War auch schon in vielen Therapien ,habe alles alles was ich weiß von früher erzählt,aber bis jetzt konnte mir noch keiner helfen und ganz verstehn sie das auch nicht jedenfalls , das mit dem essen.
Deswegen habe ich erst jetzt nach Jahren doch nochmal ins Internet geschaut und es gibt ja doch noch andere mit ähnlichen oder sogar gleichen Problemen.
Deswegen würde ich mich freuen sich mit anderen auszutauschen,sich Mut zu machen ,trozdem auch mal Lachen und auch natürlich weinen und vielleicht passiert ja doch noch ein Wunder ,ich bleibe jedenfalls am Ball .
So hoffe bis dann,Lg.Nicole

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Herzeleid
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Beitrag So., 14.04.2013, 17:35

teufelchen29 hat geschrieben:Hallo,
Mein Stiefvater hat mich auch sehr lange gequält,ca.14 Jahre lang fast jede Nacht zu mir ins Zimmer gekommen(wenn ich fest schlief)und mir z.b.ein Kissen ins Gesicht gedrückt oder die nase zugehalten.usw.
Ja auch der Verdacht des sexuellen Mißbrauch steht im Raum(kann mich aber nicht erinnern)viel Gewalt,Schläge,Demütigungen usw.
So hoffe bis dann,Lg.Nicole
Hallo, dein Bericht hat mich betroffen gemacht und ich möchte dir alles Gute wünschen und das du dein Problem in den Griff bekommst. Gruß Herzeleid
Hinweis: Ich bin kein Mediziner und habe auch keine medizinische
Ausbildung. Alles was ich hier schreibe sind meine eigenen Erfahrungen
oder angelesenes Wissen. Also alles Ohne Gewähr.

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teufelchen29
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Beitrag Di., 16.04.2013, 18:20

Hallo Herzeleid,
danke für dein Mitgefühl.
Dein Leidensweg ist ja aber auch nicht ohne.
Ich finde allgemein hier soviele Berichte die mich auch betroffen machen,ja aber ich weiß leider auch
sogar keine hilfreiche Lösung.
Darf ich fragen was denn Mcs ist?Weiß es nicht,sorry.
Ja diese verdammten Ängste.
Ich möchte die endlich mal loswerden,damit man wenigstens noch mal den Rest seines Lebens einigermassen leben kann.
Wie geht es dir denn jetzt?
Nimmst du was gegen die Angst?
Ich weiß jetzt so garnicht was ich dir ermutigendes schreiben könnte,hm.
Da das bei dir ja auch echt bescheuert gelaufen ist.
Hast Angst wegen dem Herzen und dann bekommst du was,hm?
Hast du denn jetzt wenigstens mal einen
Arzt gefunden den du wieder etwas vertrauen kannst?
Ich wünsche dir auch trotzallem alles Gute,bis dann vielleicht.
Lg.Nicole

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Herzeleid
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Beitrag Mi., 17.04.2013, 04:35

Hallo teufelchen29,

also MCS ist eine Multiple Chemikalien Unverträglichkeit - ich bin "allergisch" auf fast alle Sachen um mich herum. Dabei hatte ich auch schon mit Schluckbeschwerden zutun. Ich verschlucke mich oft aus unklaren Gründen und huste dann stundenlang um das wieder aus meinem Hals zu bekommen. Im Krankenhaus habe ich teilweise auch Flüssignahrung bekommen, da mein Körper keine feste Nahrung mehr aufgenommen hat. Kam also alles so wieder raus wie ich es gegessen hatte. Ohne die Flüssigdrinks hätte ich das wahrscheinlich nicht überlebt.
Tja die Angst...ich habe die nun schon seit 50 Jahren und nehme heute bei Bedarf und wenn es garnicht mehr auszuhalten ist Beruhigungsmittel z.B. Valium/Tavor. Das hilft mir am Besten. Und ja es macht bei längerer Einnahme süchtig, ich weiß das. Im Augenblick habe ich wieder eine extreme Angstphase. Habe seit 50 Jahren eine Herzneurose und bekomme dann tatsächlich etwas mit dem Herz. Das ist natürlich Pech für mich. Habe aber eine gute Hausärztin, die auch Kardiologin ist.
Ich wünsche Euch alles Gute und viel Kraft beim aushalten der Probleme. Gruß Herzeleid
Hinweis: Ich bin kein Mediziner und habe auch keine medizinische
Ausbildung. Alles was ich hier schreibe sind meine eigenen Erfahrungen
oder angelesenes Wissen. Also alles Ohne Gewähr.

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teufelchen29
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Beitrag Mi., 17.04.2013, 11:54

Hallo Herzeleid,
man was für doofe Sachen es gibt.Tut mir leid für dich.
Habe mal nachgelesen,da du ja seit 50 Jahren so` ne Angst hast,was ja auch extremer Stress ist,
könnte es ja sein ,das dein Kammerflimmern (allgemein das mit dem Herzen)ja auch davongekommen ist?Dann in (sogesehn)echt?
Weil als 5 Jähriger wirst du ja wohl tatsache noch nix mit dem Herzen gehabt haben,oder?
Mir ist auch allgemein aufgefallen das viele die Ängste haben ,irgendwie dann auch noch tatsache z.b.Allergien und anderes entwickeln,hm.
Habe ja auch Hashimoto bekommen,Histaminintoleranz und andere Allergien, und jetzt nur für Frauen
Östrogenmangel ,hm,hm hm...
Meine Tante z.b.war abhängig von Ihrem Mann,vorher sah sie richtig toll aus nicht zu dick aber auch nicht zu dünn,hat viel gelacht usw.
Bis dieser eklige Gerald kam,da er eher auf knabenhafte Figuren stand ,wurde sie ihm zuliebe immer dünner und dünner und dünner ,hat nicht mehr alles gegessen .
Jetzt ist sie so krank!!!
Hat ja eben Magersucht bekommen,zig Allergien ,eine Immunerkrankung und was nicht sonst so alles.
Er hat sie damals betrogen(hat sogar die Geliebte mit ins Haus einziehen lassen)und sie hat sich erstmal alles gefallen lassen.
Haben sich dann zwar Jahre später getrennt ,aber sie hängt bis heute noch an ihm.sorry würg...
Und jetzt wo der selber krank ist ,wohnt er bei ihr um die Ecke und meine Tante läuft und läuft für ihn,das versehe ich nicht,Liebe hin oder her.
Naja.
Erstmal liebe Grüsse Nicole

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Waldo
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Beitrag Fr., 19.04.2013, 19:38

Mein Update:
Ich war beim HNO und wurde nochmal ausführlich durchgecheckt. Körperlich alles in Ordnung, deswegen wollte er mich nicht zum Logopäden schicken. Stattdessen musste ich zum Neurologen. Heute den Termin gehabt. Der Neurologe war sehr nett. Er meinte, wenn ich zwischenzeitlich in der Lage war normal zu schlucken, ist eine nervliche Störung höchst unwahrscheinlich. Wurde auch gar nicht untersucht.
Er stellte mir die Frage, ob ich schon mal gesehen hätte, wie jemand an seinem Essen erstickt ist. Hab ich nicht. "Es ist auch extrem selten. Fragen Sie Freunde oder Freundesfreunde, ob die jemanden persönlich kennen, der an seinem Essen erstickt ist."
Ich müsse vornehmlich meine Gedanken und mein Verhalten ändern, deswegen Therapie.Also Überweisung zu einer Verhaltenstherapie.

An alle: Viel Kraft auf eurem Weg!

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Caleidoskop
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Beitrag So., 19.05.2013, 09:03

Hallo, bin auf euer Forum gestoßen, da mich seit ner Woche das gleiche Problem plagt. OK es ist nur eine Woche aber ich habe ein bisschen Angst das es so bleibt Ich weiß auch nicht wo das so plötzlich herkam. Ich hatte mich zwar in letzter Zeit ein- zweimal verschluckt aber danach normal, vorsichtig, weitergegessen. Das einzige woran es liegen könnte ich habe vor 14 Tagen ne neue Arbeit bekommen nachdem ich 3 Jahre zu Hause war. Dazu muss ich sagen das ich 3 Kinder habe und die meiste Zeit alleine bin da mein Partner beruflich viel unterwegs ist. Auf der neuen Arbeit ist aber eigentlich gar nichts passiert, im Gegenteil ich habe Lob bekommen warum also ausgerechnet jetzt sowas?? Ich hab irgendwann nur gemerkt das ich nicht mehr "weiß" wie das mit dem schlucken geht, es ging nicht mehr automatisch und ich musste irgendwie nach Luft ringen und hab Panik bekommen danach hab ich mich nicht mehr getraut was zu essen. Weil ich ständig die Gedanken hatte das ich ersticken könnte. Ich versuche es hin und wieder, aber es geht nur mit trinken dazu und nur ein paar Bissen. Hab mir jetzt ne Flüssignahrung gekauft um paar Vitamine zu mir zu nehmen.

Hab seit Wochen ne Erkältung die nicht weggeht, die Nebenhöhlen sind ständig zu und mein Hals ist kratzig, sonst ist nix. Mein Mund ist immer sehr sehr trocken, habe kaum Spucke im Mund und wenn es besonders schlimm ist habe ich sogar Probleme die Spucke zu schlucken...das macht micht wahnsinnig und ich muss dann immer weinen. Trinke viel, trinken geht relativ problemlos. Beim HNO war ich aber am Kehlkopf oder im Hals hat er nichts feststellen können. Hab schon überlegt in ner Tagesklinik für Essstörungen anzurufen, aber man jetzt wo ich meinen neuen Job habe...habe ich gar keine Zeit für sowas Weiß nicht was ich machen soll....

Aber gegen euch die das schon Jahre oder Monate haben ist das vermutlich nichts. Bin aber froh mich hier mit Leuten auszutauschen die das auch haben.

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Waldo
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Beitrag Di., 28.05.2013, 19:27

Ich kann hier nur laienhafte Wald- und Wiesenpsychologie zum besten geben, aber der Auslöser für deine plötzlichen Schluckprobleme kann mMn eine verdrängte/unterdrückte/frühere Depression oder dergleichen sein. Wie ist deine gesundheitliche Vorgeschichte? Schon mal Essstörungen gehabt? Irgendwelche Ängste in anderen Bereichen? Stress? Sorgen? Hast du früher schon mal etwas heftiger auf Veränderungen reagiert? Nach 3 Jahren wieder im Job ist schon eine große Veränderung früherer Gewohnheiten, die nicht jeder so leicht "schlucken" kann.
Caleidoskop hat geschrieben:Ich hatte mich zwar in letzter Zeit ein- zweimal verschluckt aber danach normal, vorsichtig, weitergegessen.
Wäre dein ein-zweimaliges Verschlucken der Auslöser, dann (glaub mir) hättest du nicht mehr vorsichtig weiteressen können, also hast du wohl recht.
Caleidoskop hat geschrieben:Ich hab irgendwann nur gemerkt das ich nicht mehr "weiß" wie das mit dem schlucken geht, es ging nicht mehr automatisch
Doch, doch. Es geht schon "automatisch". Was dich etwas anderes denken lässt, sind die vielen Muskeln in Hals- und Mundbereich, die du in deiner Anspannung dazwischenfunken lässt. Schlucken bedeutet nach gründlichem Kauen loslassen zu können. Den Rest regelt der Schluckreflex und der funktioniert ja laut Arzt. Und trinken kannst du schließlich auch.

Mundtrockenheit könnte daran liegen, dass deine Nebenhöhlen ständig zu sind und du vermehrt durch den Mund atmest. Erkrankungen mit Fieber können allgemein für Mundtrockenheit sorgen, u. a. deswegen auch viel trinken (was du ja auch tust)! Mundtrockenheit ist auch ein vegetatives Angstsymptom, bei einer Schluckangst sieht man aber meist das Gegenteil, ich komme Ende des Absatzes darauf zu sprechen.
Dass dein Speichel nicht runtergeht kann daran liegen, dass du zu viele Gedanken daran verschwendest. Loslassen. Was denkst du wie oft du dein gesamtes Leben schon Speichel geschluckt hast ohne auch nur eine Millisekunde darüber nachzudenken? Dein Körper hat das eingedrillt und kann es. Warum du Probleme hast, kann darin liegen, dass bei Schluckbeschwerenden und -angst dein Körper sehr viel Speichel produziert, um vermeintliche Nahrung leichter nach unten zu befördern. Entspannen, meditieren, auf den Atem konzentrieren, was auch immer um runterzukommen. Mir half und hilft es z. B. beim Essen, mich irgendwie abzulenken (Zeitung lesen, Fernsehen, Musik hören etc.). Alleine das Wissen, dass mir dann das Schlucken weniger Probleme macht, ist schon eine große Hilfe dabei, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu finden.

Was ich persönlich noch für wichtig halte ist, dass du deine Schluckangst vor deinen Kindern nicht zum Drama hochstilisierst. Auf psychischer Ebene überträgt sich soetwas sehr schnell auf die Kleinen, wenn ein Elternteil mit dem Schlucken überfordert ist. Sollten deine Kinder erste Anzeichen von Schluckangst zeigen, musst du schnell handeln und die Angst nehmen. Tut mir Leid, dass ich hier keine konkreten Hinweise geben kann, da ich selbst keine Kinder habe.

Viel Kraft! Ich bin langsam aber kontinuierlich auch auf dem Weg der Besserung.

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Caleidoskop
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Beitrag Mi., 29.05.2013, 18:24

Hallo, und danke für deine Antwort.
Ja das mit den trockenen Schleimhäuten kann natürlich an der Erkältung gelegen haben bzw. liegen. Meine Blutwerte waren nicht ok (Entzündungswerte zu hoch) habe dann Antibiotika genommen und mir gings endlich etwas besser, aber leider nicht jeden Tag. Nun isses alle und naja wieder etwas schlechter. Meine Erkältung ist aber Gott sei Dank ausgestanden und ich hoffe das bleibt so.

Ich habe mich etwas belesen und bei einem Eisenmangel kann man auch Schluckbeschwerden haben. Meine Eisenwerte sind nämlich auch nicht ok. Lasse sie nochmal ausführlich checken und hoffe ganz tief und innig das es die Ursache ist...ich will wieder normal essen, hab schon 4 kg abgenommen. Mein Hausarzt sagt auch nix dazu, mein HNO hat mich als ich da war sozusagen "dumm" gemacht keine Ahnung was der hatte aber ich bin nicht dazu gekommen mein Problem mit dem Schlucken nochmal anzusprechen. Gibts eigentlich noch irgendwo normale Ärzte????

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Waldo
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Beitrag Mi., 29.05.2013, 19:51

Grüß dich und keine Ursache.
Caleidoskop hat geschrieben:(...) habe dann Antibiotika genommen und mir gings endlich etwas besser, aber leider nicht jeden Tag. Nun isses alle und naja wieder etwas schlechter.
Dann wieder ab zum Arzt und weiter gehts mit der Behandlung. Ich hoffe du bleibst dran.
Caleidoskop hat geschrieben:Ich habe mich etwas belesen und bei einem Eisenmangel kann man auch Schluckbeschwerden haben.
Bitte aufpassen womit du dich beliest. Foren z. B. sind medizinisch-fachlich sehr selten von Profis moderiert. Hier kann jeder von irgendjemanden was aufschnappen, falsch interpretieren oder sonstige Mutmaßungen ungefiltert verbreiten, die sich im Sinne der Flüsterpost weiterentwickeln können. Ich rate dir auch, alles was ich schreibe stets zu hinterfragen.
Ich bin kein Arzt aber soweit ich es beurteilen kann, treten physische Schluckbeschwerden erst bei chronischem Eisenmangel der schwereren Sorte auf. Hier kann es in sehr seltenen Fällen z. B. zu einer störende Ausbildung im oberen Bereich der Speiseröhre kommen. Auch durch Eisenmangel entstandene Einrisse in den Mundwinkeln können beim Schlucken irritieren, ein brennender Schmerz auf der Zunge oder Veränderungen der Schleimhaut. Aber ab hier verlässt mich auch schon mein Latein. Wahrscheinlicher für deine Schluckbeschwerden sind jedoch wohl die Auswirkungen auf die Psyche. Wer hier vorbelastet und/oder labil ist, kann durchaus beim Schlucken Probleme bekommen. Dann arbeitet man bei Korrektur des Eisenmangels allerdings an einem Symptom und nicht an der Ursache.
Hat man eigentlich deinen Ferritinwert im Blut geprüft? Erst dann kann man einen Eisenmangel erst entscheidend diagnostizieren oder ausschließen.
Caleidoskop hat geschrieben:Mein Hausarzt sagt auch nix dazu, mein HNO hat mich als ich da war sozusagen "dumm" gemacht
Was hindert dich daran, dir weitere Meinungen von anderen Ärzten zu holen? Die Praxisgebühren sind fürs erste mal weg vom Fenster.
Caleidoskop hat geschrieben:keine Ahnung was der hatte aber ich bin nicht dazu gekommen mein Problem mit dem Schlucken nochmal anzusprechen.
Bei meinen Arztbesuchen habe ich nicht selten einen kleinen Zettel dabei, mit sämtlichen Befindlichkeiten und Fragen, die ich stellen will. Diese Liste gehst du stur durch. Rein subjektiv habe ich das Gefühl, dass der Arzt dann auch erst das Ende der Liste als Terminende sieht und Sitzungen nicht nach eigenem Gusto beendet. Probiers mal.

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Caleidoskop
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Beitrag Di., 11.06.2013, 17:51

hallo Waldo,

melde mich mal wieder. Also ja mein Ferritinwert liegt etwas unter der Norm. Nehme Floradix um das bisl aufzupeppeln.

Ich dachte es geht bergauf mit dem Schlucken, ein paar Tage war es immermal wieder besser, aber nun ist es schon wieder schlechter.

Habe mir jetzt aber eine Psychotherapeutin gesucht. Organisch wurde eigentlich nicht viel abgeklärt. Ich hab ehrlich gesagt auch die Schnauze voll den Ärzten hinterherzurennen um mir dann sagen zu lassen das wird schon wieder, zuviel Stress, bla bla bla.

Weiß sonst auch nicht weiter. Nochmal, mein Zeitplan ist wirklich so verdammt eng das ich eigentlich keine wirkliche Zeit habe zum Arzt zu gehen, warum auch...sitzt man 2 Stunden ohne Ergebnis