'emotionales Essen'

Bulimie, Anorexie, Adipositas, EDNOS (mehr zur Unterscheidung finden Sie in meinen themenbezogenen Artikeln im Archiv, darüber hinaus finden Sie auf der Website auch Selbsttests zum Thema)

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MaJaTA
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"emotionales Essen"

Beitrag Do., 02.01.2020, 19:01

Hallo ihr Lieben,

ich bin neu hier und finde es toll, dass man sich hier austauschen kann. Ich habe bereits mehrfach eine "atypische Bulimie" diagnostiziert bekommen, ich leide unter Essanfällen und versuche anschließend mich sehr zu maßregeln, übergebe mich aber nicht. Das Gewicht ist dementsprechend je nach Gefühlslage sehr schwankend, gerade aber eher Richtung leichtes Übergewicht.
Bereits in der Kindheit habe ich angefangen, mich bei Stress mit Essen zu beruhigen, natürlich gerade auch mit süßen und ungesunden Dingen. Ich befinde mich u.a. wegen diesem Problem in Therapie und leide unter diesen ständigen Essensgedanken, Körperfokussierung und immerzu schlechtem Gewissen/Ekel vor mir selbst und daraus resultierend auch geringem Selbstwert. Ich mache viel Kraftsport, das aber auch schon fast ein wenig zwanghaft.
Ich habe das Gefühl, dass es mir helfen würde, mich vielleicht mit einer anderen Person auszutauschen, der es ähnlich geht und dass man sich gegenseitig motivieren könnte, durchzuhalten und sich nicht dem übermäßigen Stopfen hinzugeben. Natürlich soll das Ganze nicht dazu führen, dass man sich gegenseitig zum Hungern antreibt, sondern eher dazu, nur sehr gemäßigt süß zu essen und diese Anfälle zurückhalten zu können oder sich vielleicht auch nach einem Essanfall wieder ein wenig aufzubauen.
Habt ihr Erfahrungen damit gemacht, kennt ihr diesbezüglich vielleicht eine aktive Online-Gruppe oder habt ihr hier schon mal hier so einen Kontakt aufgebaut?

Danke und viele Grüße :)

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Colafreak
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Beitrag Mi., 08.01.2020, 16:20

Hallo Majata,

ich kenne das auch. Ich habe Phasen wo ich es hin bekomme nicht emotional zu essen dann wieder Phasen wo es nicht klappt und es völlig aus dem Ruder läuft und ich dann aber irgendwie immer wieder aus der Situation heraus komme.

Ich weiß das es mir ohne Anfälle besser geht aber manchmal habe ich nicht die Kraft dagegen an zu gehen. Gerade wenn ich gestresst,frustriert oder traurig bin, aber ich bin froh das ich trotz das wir unseren Familienhund verloren haben es geschafft habe nicht emotional zu essen, das einzige ist das ich mir eine cola light gekauft habe, irgendwie brauchte ich doch etwas Kleines und es ist nur bei der einen Sache geblieben, bis vor 2 Monaten war ich auch wieder voll in meinen Essanfällen drin, ich hoffe das es so lange wie möglich ohne Anfälle bleibt, weil auch sonst es wieder schlechter mit der Familie läuft und das wäre sehr schade.
Ich mache mir auch Druck mit Sport aber ich habe gemerkt wenn ich mir allgemein gar keinen Druck mache läuft alles besser, wenn etwas in der Familie dazwischen kommt, komme ich nicht zu meinem Sport oder wenn ich krank bin, ich mache mir dann selbst ein sehr schlechtes Gewissen, aber ich versuche keinen Druck zu machen, so lange man immer am Ball bleibt und immer Sport macht wenn es geht dann ist das doch schon mal super,

LG Colafreak


montagne
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Beitrag Fr., 13.03.2020, 23:16

Ich denke mir geht es ähnlich. Bei mir ist es psychisch wahrscheinlich weniger ausgeprägt. Ich ekle mich nicht vor mir selbst. Ich kann mein Aussehen akzeptieren. Müsste aber aus gesundheitlichen Gründen paar Kilo abnehmen, klappt seit Jahren nicht. Fortlaufend sich verschlechtern Schilddrüsenfunktion macht es nicht einfacher.

Was ich sagen will, da du ja einen größeren Leidensdruck hast: Ernsthafter Kraftsport, also nicht nur an Geräten, sondern KDK oder Bodybuilding sind halt für ein gestörtes Essverhalten und Körperbild wie Zunder fürs Feuer.

Muss man sich halt überlegen, was einem wichtiger ist. Der Sport oder die seelische Gesundheit.
Embracing stress is a radical act of selftrust. -Kelly McGonigal

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nulla
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Beitrag So., 15.03.2020, 02:15

Ich habe auch das Problem und tendiere dazu, mich nach Fressattacken selbst zu hassen. Das wird in letzter Zeit aber ein bisschen besser, ich kann es ein bisschen besser akzeptieren. Dennoch versuche ich, es irgendwie im Zaum zu halten, und mich so gesund wie möglich zu ernähren, weil mir das insgesamt einfach gut tut. Leider bin ich sehr unsportlich, ich muss mich immer wieder dazu aufraffen, auf ausreichend Bewegung zu achten. Allerdings mache ich lieber Bewegung im Freien, das tut mir auch psychisch sehr gut.

Aber ich muss auch sagen, dass weder meine Fressattacken noch mein Gewicht ein allzu großes Problem für mich darstellen. Es gibt Dinge, die mich mehr belasten als das.

LG nulla
"Wege entstehen dadurch, dass man sie geht."
(Kafka)