kann nicht in Gesellschaft essen

Bulimie, Anorexie, Adipositas, EDNOS (mehr zur Unterscheidung finden Sie in meinen themenbezogenen Artikeln im Archiv, darüber hinaus finden Sie auf der Website auch Selbsttests zum Thema)
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raurakl
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kann nicht in Gesellschaft essen

Beitrag Mi., 19.12.2007, 22:05

Hallo,

Bin neu hier im Forum und habe folgendes Problem:
Sobald ich irgendwo eingeladen bin weis ich im vorhinein schon dass ich nichts runterbekomme und mir ist schon im vorhinein schlecht und schwindlig und habe sonst alle möglichen Zustände.
Das einzige wie ich es umgehe ist entweder gleich überall absagen oder wenn es dann doch sein muss erfind ich Ausreden dass ich einfach nichts essen kann. Komme mir zwar total blöd vor wenn ich dann als einziger nichts esse aber besser als wenn ich alles stehen lasse weil ich keinen Bissen runterbekomm.

Das einzige Erlebnis in meiner Kindheit was damit zusammenhängen könnte ist dass ich mal in eine Schule ging , da war ich 15, die in Wien war und da musste ich jeden Tag mitn Zug hinfahren.
Nach einiger Zeit wollte ich nicht mehr dahin und das einzige wie ich es verrhindern konnte war, dass ich mich nicht gut fühlte also mir schlecht war. Sobald ich dann wusste dass ich daheim bleiben konnte gings mir wieder besser. Schule hab ich natürlich abgebrochen und fing eine Lehre an.

Dann war längere Zeit gar nichts bis ich meine erste ernste Freundin hatte.
Wir wohnten da in einer eigenen Wohnung und waren jedes Wochenende zum Essen bei ihren Eltern eingeladen. Diese waren der Auffassung dass man alles zusammenessen musste und mit der Zeit gings mir immer schlechter sobald wir dort waren und ich brachte wieder nichts hinunter. Beziehung ging zu Ende aber nicht wegen dem Essensproblem.

Das Problem verschwand wieder.
Ich lernte meine Ex-Frau kennen mit der ich auch einen Sohn habe und da kannte ich das Problem auch nicht. Ich konnte zwar auch manchmal nichts essen aber das war sehr selten soviel ich mich erinnere.
Meine Ex verliebte sich in einen anderen und zwischen uns kriselte natürlich.
Dann starb leider mein Vater unerwartet und 3 Tage später verlies mich meine damalige samt Kind.
Das war ein starkes Stück und da brauchte ich mal lange bis ich das verdaut hatte.

Jetzt bin ich wieder in einer Beziehung, mein Sohn mag meine Freundin auch sehr gern und bis auf dass ich mich noch immer mit meiner EX ärgern muss wäre eigentlich alles in Ordnung.
Jetzt gehts mir aber mitn Essen auch zunehmend wieder schlechter, ich bring jetzt auch in Gesellschaft nichts runter. Auch sehr schlecht in der Arbeit was sonst nie ein Problem war, bei ihren Eltern sowieso nicht und alleine kann ich auch nicht mehr soviel ich will sondern es graust mir fast von jedem Essen nach einer Zeit.
Das nächste ist dass meine jetztige Freundin SMB hinter sich hat und es mich auch sehr belastet obwohl ich mir nichts anmerken lasse. Dann hat sie wieder Tage wo sie einfach nur schlecht drauf ist und wir reden dann fast den ganzen Tag nichts. Sie mag sich selber nicht und kann auch wenig Liebe zeigen.

Vor einigen Monaten beschloss ich eine Therapie zu machen aber nicht auf herkömmliche Weise sondern mit Hypnose. Mit dem Hypnotiseur hab ich ein langes Gespräch geführt und war 5 Sitzungen bei ihm. Dann habe ich eine CD von ihm mitbekommen weil ich nicht richtig abschalten konnte und jetzt funktioniert es ganz gut.
Morgen hab ich wieder einen Termin und wo wir die Hypnose anpassen auf meine Probleme und ich bin schon gespannt ob ich bald einen Erfolg sehe.


So jetzt hab ich euch alles erzählt und mir gehts auch ein bisschen besser,
Bis dann,

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Dornröschen Dorn
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Beitrag Do., 20.12.2007, 00:20

Das Ganze hat auch einen Namen,nämlich Emetophobie. Guck mal im Forum davon nach, denn da findest du alles was du brauchst. Auch wie sich diese Angst sich beschreibt. Die hab ich nämlich auch.

http://www.emetophobie.de

Sag mal Bescheid, ob du die Symptome die da stehen auch hast!

Ich hab sie alle auf jeden Fall. Doch niemand will mir glauben.

LG
Erfahrungen sind die Schlüssel zu noch mehr Glück und Vollkommenheit, für alle Schlösser, die das Leben mir noch bringen wird..



Lieben Gruss und bis bald!

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raurakl
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Beitrag Fr., 21.12.2007, 10:07

Hallo,

Naja so wirklich Angst davor habe ich nicht.
Mir ist es zwar unangenehm wenn ich wen sehe der sich übergibt und ich schau auch nicht unbedingt hin, aber richtige Panik davor habe ich nicht.
Meinem Hund muss ich auch ab und zu zusehen und dann auch noch das Erbrochene wegräumen

LG

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Tamara31
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Beitrag Fr., 21.12.2007, 11:23

Hallo Raurakl,

ich hab dasselbe Problem, bei mir is es auch keine Emetophobie, ich hab auch keine Angst vorm Kotzen, sondern vorm In-Gesellschaft-Essen, ich krieg auch keinen Bissen runter und Panikattacken (Schwindel, Übelkeit, Nur-raus-Hier-Gefühl). Ich denk, das is weniger Essstörung als eine Form der Sozialphobie, weils irgendwie mehr um die andren Menschen geht als ums Essen an sich...

Ich hatte das schon als Kind (Skikurse waren ein Alptraum, die dachten, ich wäre magersüchtig, weil ich nix runter brachte), dann einige Zeit nicht (da hab ich mich in sehr entspanntem Umfeld bewegt, wo essen so nebenher lief) und jetzt leider wieder. Ich vermeide nur noch.

Lösungstipps hab ich deshalb leider auch keine. Ich sehs jetzt so, dass ich mir denk, da steckt offenbar noch was Ungelöstes dahinter - wenn ich das knacken werd, wirds auch mit dem Essen wieder gehen... Ich mach mir jetzt keinen Stress mehr, vielleicht hilft ja auch das. Ich hab sogar im Büro gesagt, ich geh nicht zur Weihnachtsfeier, weil ich in Lokalen nichts essen kann. Is halt jetzt so. Meine Erfahrung is, dass sich im Lauf der Therapie Dinge plötzlich ändern, wenn sich wo ein Gefühlsknoten löst - also pul ich weiter so rum...

lg und viel Erfolg mit Hypnose
Tamara
Sieh dich nicht um.
Schnür deinen Schuh.
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Wirf die Fische ins Meer.
Lösch die Lupinen!
Es kommen härtere Tage.

(I.Bachmann)

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raurakl
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Beitrag Fr., 21.12.2007, 12:12

Hallo Tamara,

Ja die Panikattacken kenn ich nur zu gut. Wenn mich dann noch wer darauf anredet gehts mir noch schlechter.
Dass es eine Art Sozialphobie sein könnte kannst recht haben aber andererseits hab ich in der Zeit wo ich "normal" essen konnte sehr gerne mit anderen gegessen.
Auch bin ich gerne in Gasthäuser essen gegangen, nur seitdem das Problem wiedergekehrt ist kann ich sowas vergessen.
Wenn ich mit meiner Freundin zb. beim McD... bin und wir setzen uns in einen Bereich der nicht so offen ist, also mich bzw. mein Essen sehen andere Leute schwer, fällts mir leichter zu essen.
Auch kann sein dass ich ein paar Bissen esse, dann geht auf einmal gar nichts runter, mir wird kalt und heiss, und auf einmal legt sich das alles wieder und kann normal weiteressen.
Auch wenn ich das Gefühl habe mich beobachtet keiner fällts mir leichter.
Wenns ein Essen ist wo man nicht einen Teller vollhat z.b. Fondue tu ich mir auch leichter, das 1 Stück Fleisch od. Käse bekomm ich locker runter und wenns mir nicht so gut grad geht dann tu ich weniger rein oder mach eine kleine Pause aber ich "esse" trotzdem. Nach einer Zeit dann vergess ich mein Problem und kann essen bis ich wirklich satt bin.
Jetzt natürlich vor den ganzen Weihnachts(fress)feiertagen gehts mir besonders schlecht obwohl wir eh nur bei den Eltern meiner Freundin am Abend und bei meiner Mutter mit meinem Bruder & Freundin eingeladen sind.
Hypnose gestern war ganz gut und wir sind auf meine Probleme eingegangen.
In 1 1/2 Wochen fahr ich wieder hin und da bekomm ich dann auch ne CD die ich mir zuhause jeden Tag anhören kann.

LG

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raurakl
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Beitrag So., 23.12.2007, 15:08

Hallo an alle,

Die letzten 2 Tage gehts mir so schlecht wie noch nie.
Ich kann nichtmal wenn ich alleine bin soviel essen wie ich mag. Den ersten richtigen Hunger hab ich erst mittags und da ess ich auch grad nur die Hälfte die ich normalerweise sollte.
Dann schnürt sich mir die Kehle zu und ich bring nix mehr runter. Ich will ja zunehmen oder hängt das mit Weihnachts(fr)essen in den nächsten Tagen zusammenhängt?
Ich überleg schon erst am Nachmittag zu meiner Mutter zu fahren und uns zum Mittagessen abzumelden.
Mir gehts den ganzen Tag schon nicht so gut weil ich sehr wenig ess, mir iss schwindlig...
Über meine jetzige Beziehung denk ich in letzter Zeit auch soviel nach...

LG

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Mary-
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Beitrag So., 20.01.2008, 01:40

Hallo du armer!
Ich habe das selbe wie du, klingt so als hättest du das auch nur wenn du in einer Beziehung bist?
Ich hab deine Zeilen gelesen, und musste echt Luft holen, bin nicht allein
Ich bin drauf gekommen das ich das nur habe wenn ich eine Beziehung habe. Es ist eine Mischung zwischen sozialer Phobie und Angst, angeblich.
Wie ein Knödel im Hals, war Schilddrüse anschauen, röngten,....nix.
Meine Beziehung leidet sehr darunter, weil ich mittlerweile nicht mal mehr etwas trinken könnte.
Eine bestimmte Mischung von Bibelölen (weis jetzt nicht auswendig, irgendwas gegen Angst und Hemmung und Psychotrauma, haben alle eine eigene Wirkung) haben mir ein bisschen Besserung gebracht. Schmiere mich seit ca.3 Wochen damit ein und tus auch manchmal in die Duftlampe.
Na ja, Trinken in Öffentlichkeit geht schon so halbwegs, wenn ich mit eigenem Auto fahre, und gleich bezahle, damit ich weg kann(sofort).
Ich glaub es wird. Nächste woche gehe ich zu einer Osteopathin, mal schaun, sie meinte sie könne mir da auch helfen.
Und wenn das nix hilft versuche ich es mit Bachblüten.
Hoffe ich könnte dir ein paar anregungen geben, es is so schlimm, wenn dir keiner glaubt und du ausreden erfinden musst, damit du nicht blöd dastehst.
Mein Freund glaubt das ist eine Ausrede von mir, weil ich nicht mit will. Dann bin ich noch nervöser, und traurig darüber.
Aber wie soll man sowas erklären, jemanden der das nicht kennt?
Liebe Grüße und baldige besserung, das leben soll man leben und genießen, nicht vermeiden und hoffen das bald Abend wird damit man zu Hause sein kann und schlafen.
Erst wenn du glücklich bist, kann ich zufrieden sein

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Cassie
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Beitrag Mo., 24.03.2008, 16:52

hey...
ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll...
ich habe mich vorhin gefragt warum ich noch nie nach Leidensgenossen gesucht habe, die mir vielleicht helfen könnten oder mit denen ich mich einfach austauschen könnte...
dann bin ich auf diese Seite gestoßen und kann jetzt gar nicht beschreiben was dieses Gefühl darstellt, das jetzt in mir herrscht....Erleichterung??..Schock?...
Ich weiß nur das ich die meisten eurer Worte nur zu gut kenne und nachvollziehen kann. Ich denke, dass dieses "nicht in Gesellschft essen zu können" bei mir im Moment nicht so sehr ausgeprägt ist wie bei einigen von euch, weil ich mittlerweile vielleicht Möglichkeiten gefunden habe damit in irgendeiner Weise umzugehen. Jedoch vergessen kann ich es nicht...es begegnet einem ja doch jeden Tag und bestimmt irgendwo das Leben. Das hört sich so übertrieben an da es sicherlich viel schlimmere Sachen bzw. Krankheiten gibt die ein Menschenleben noch viel mehr bestimmen und zerstören können.
Wenn ich mich zurück erinnere fingen die Probleme während der ersten Grundschuljahre an. Ich weiß zum Beispiel noch genau auf welchen Kindergeburtstagen ich das erste Mal nicht essen konnte, weil mir plötzlich unglaublich schlecht war als ich dann am Tisch saß. Viele folgende Geburtstage habe ich dann vermieden, viel verpasst worüber sich in der Schule dann unterhalten wurde. Wenn ich mich dann MAL hingetraut habe hat meine Mutter "ohne mein Wissen" vorher mit den Müttern gesprochen und sie aufgeklärt oder ihnen sonst was erzählt. Familienfeiern habe ich gehasst...dieses künstliche freundlich sein, höflich sein und vorallem im Restaurant essen gehen. Einen Teller mit essen bestellen zu müssen, den man dann alleine aufessen muss...was für eine Horror-Vorstellung. Oft habe ich mir dann etwas runtergequält oder gar nichts bestellt und von Mamas Teller genascht, was ja wieder ging.
Ständig dieses ätzende Gefühl von einer zugeschnürten Kehle...als hätte man einen Stein verschluckt. Die Blicke wenn man nichts isst...die dummen Fragen.
An meiner Konfirmation, als ich alles perfekt haben wollte und jeden einzelnen Happen in mich hineingequetscht habe (es war ja schließlich mein Tag), habe ich es nicht aushalten können und mich vor voller Mannschaft übergeben. Quasi der Höhepunkt meiner "Karriere". Ich wusste ich musste was ändern..habe erneut einen Psychologen aufgesucht (hatte vorher auch schon einen besucht). Doch irgendwie muss man das selber schaffen, man muss selber einen Weg finden damit umzugehen. In den ca.4 Jahren seit meiner Konfi bin ich die erste Zeit nirgens mit zu Besuchen oder mit zum Essen gehen gekommen, das hat sich erst mit der Zeit wieder gelöst.
Und jetzt habe ich eine andere Einstellung egal wo ich hingehe ich sage zu mir "Ich muss nichts essen, wenn ich nicht will!". Irgendwie hilft das ein bisschen...ich kann mich an viele Situationen erinnern in denen ich einfach verzichtet habe und eine tolle Zeit hatte.
Das Problem ist, dass wenn man denkt man habe es überwunden kann es so schnell wiederkommen. Mir geht es eine lange Zeit gut, meine neue beste Freundin hilft mir zu vergessen ohne das sie es weiß und meine Mutter unterstützt mich viel.
Mein größtes Problem im Moment ist, dass sobald ich einen Jungen interessant finde und etwas daraus entstehen könnte, denke ich daran das ich ja dann mal bei ihm übernachten und damit verbunden frühstücken müsste oder das seine Eltern mal zum essen einladen oder ich einfach mitessen müsste wenn ich bei ihm bin. Also mache ich immer und immerwieder kurz vorher einen Rückzieher und das obwohl ich mich so nach Liebe, Geborgenheit und einen Freund sehne. Ihr habt wenigstens Beziehungen...aber soweit komme ich nicht.
Ich könnte jetzt noch stundenlang weiterschreiben...Klassenfahrten, Übernachtungen, Partys, über Freunde denen ich es erzählt habe,...etc. ..aber ich habe jetzt eh schon zu viel geschrieben...
ihr habt hier länger keine Einträge mehr hinterlassen aber vielleicht stoßt ihr ja auf meinen Beitrag.

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Mary-
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Beitrag Mo., 24.03.2008, 20:04

Hallo,
ich habe das schon länger, und es kam mit der Beziehung zu meinem Freund wieder. Jetzt bin ich schwanger, und ich hatte solche Angst, das ich mich übergeben müsse, aber bis jetzt noch nicht passiert.
Und unglaublich, aber war, der Hunger ist manchmal größer als die Angst. Und somit schaffe ich es das ich zum ersten mal neben meinem Freund essen konnte. Ich konnte vorher nicht mal bei mir in der Wohnung vor ihm essen.
Also ich denke es wird ganz langsam besser.
Einen Teller mit essen bestellen zu müssen, den man dann alleine aufessen muss...was für eine Horror-Vorstellung.

Ja, für mich auch, aber man muss nicht!
oft habe ich mir dann etwas runtergequält oder gar nichts bestellt und von Mamas Teller genascht, was ja wieder ging.
Ständig dieses ätzende Gefühl von einer zugeschnürten Kehle...als hätte man einen Stein verschluckt. Die Blicke wenn man nichts isst...die dummen Fragen.

Dieses Gefühl kenne ich nur zu gut!
Über die Blicke sehe ich schon hinweg, mir doch egal, solln denken was sie wollen. Ich esse nur wenn ich hunger habe, und jetzt hab ich eben keinen Hunger und aus.
Vom Teller meines Freundes habe ich bei seiner Geburtstagsfeier genascht, das ging. Aber alle dachten ich bin irre. Na und, aber ich habs überlebt.
habe ich es nicht aushalten können und mich vor voller Mannschaft übergeben. Quasi der Höhepunkt meiner "Karriere".

Das ist meine größte Angst, aber, anscheinend überlebt man auch so etwas.
Und jetzt habe ich eine andere Einstellung egal wo ich hingehe ich sage zu mir "Ich muss nichts essen, wenn ich nicht will!".

Ja genau, das ist super.
und meine Mutter unterstützt mich viel.

Meine Mutter versteht das nicht, und schimpft immer, wenn ich sage ich kann nicht mitkommen, weil....
Mein größtes Problem im Moment ist, dass sobald ich einen Jungen interessant finde und etwas daraus entstehen könnte, denke ich daran das ich ja dann mal bei ihm übernachten und damit verbunden frühstücken müsste oder das seine Eltern mal zum essen einladen oder ich einfach mitessen müsste wenn ich bei ihm bin.

Mein Freund hat es am anfang nicht verstanden, ich hab es ihm immer wieder gesagt. Mittlerweile, wenn ich zu seinen Eltern mit muss, und ich werde gefragt wegen essen, sagt er gleich zu seiner Mutter, nein, lass sie in ruhe, sie möchte nichts essen.
Das funktioniert ganz gut.
Also ich habs ihm beibringen müssen.
Er dachte lange, es liegt an ihm, ich will mit ihm nirgends hin usw. aber er hats kapiert. Ich konnte zum schluss nicht mal mit ihm Kaffee trinken gehen. Seit einigen Wochen ist es besser geworden, weil ich schwanger bin, und da kann ich rausgehen und heimfahren wann immer ich will, egal ob Glas voll oder nicht. Bin auch immer mit meinem eigenen Auto unterwegs, damit ich gehen kann wann ich will.

Liebe Grüße
Erst wenn du glücklich bist, kann ich zufrieden sein

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Cassie
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Beitrag So., 25.01.2009, 13:11

hallo ihr!!
jetzt ist es fast ein Jahr her, dass ich meinen Eintrag verfasst habe und vielen Dank für deine Antwort Mary!!! jemanden zu haben, der die eigenen Gedanken und Probleme versteht, das gibt einem so viel. Egal wie sehr sich andere bemühen, sie können es doch eh nicht richtig nachempfinden und verstehen nicht, dass es sowas ernsthaft gibt oder wer weiß, was sie denken.
Ich kann gar nicht sagen, warum ich so unwahrscheinlich lange nicht geschrieben habe, nur jetzt gerade war mir sehr danach...
Aber erstmal... wie ist es denn mit deinem Baby, Mary?? Ich könnte mir vorstellen, dass es dir hilft und viel Lebensmut schenkt.. und natürlich alles erdenklich Gute für euch!!!

In der vergangenen Zeit hatte ich das mit dem Essen ganz gut unter Kontrolle...zum Beispiel hatten meine Stufe und ich letztes Jahr im Herbst unsere Kursfahrt nach Barcelona und ich dachte schon, dass es mir richtig dreckig gehen wird so wie in der 10. Klasse, als wir in England waren, aber alles war okay... zum Frühstück und Abendessen gabs Buffet und den ersten Abend war ich sehr vorsichtig und hab mich mit zwei Freundinnen in eine Ecke gesetzt wo nicht der Rest der Stufe saß um mich selbst 'testen' zu können...und es war einfach okay...die restlichen Tage könnte ich mich dann zu immer mehr Leuten an den Tisch setzen...ihr wisst nicht, wie ich das genossen habe...
Im Moment habe ich sogar relativ inoffiziel einen Freund...ja könnte man so sagen, ich reiße mich richtig zusammen nicht wieder zu 'flüchten'...und ich glaube ich werde ihm sagen, dass er mich nicht gehen lassen darf sonst versau ich mir das wohlmöglich schonwieder. Ich habe nur richtig Schiss, dass seine Eltern mich Sonntags zum Kuchen einladen und vielleicht zum Essengehen, weil die das ziemlich oft machen. Das könnt ich nicht, ich weiß es genau und ich will das auch nicht, nur will ich nicht unhöflich sein. Ich weiß, die Lösung wäre es ihm einfach zu sagen, aber ich weiß nicht wie, weil es schonwieder so komisch ist...so etwas kennt ja niemand sodass man sagen könnte ja das ist so und so. Er hat mich mal gefragt wo ich gern essen gehe, da meinte ich nur, dass ich nicht essen gehe^^ ... aber irgendwann muss ichs so oder so sagen...

wie ist es euch denn ergangen in der langen vergangenen Zeit???

Viele Liebe Grüße Cassie

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Mary-
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Beitrag Fr., 30.01.2009, 21:41

Hallo du, schön wieder etwas von dir zu lesen!

Mir geht es sehr gut, seit der Schwangerschaft habe ich kein Problem mehr mit solchen Sachen. Zuerst dachte ich, Schwanger, jetzt geht da kotzen los, aber nicht ist passiert (zum Glück).
Als mein Zwerg zur Welt kam, hatte ich Angst das es wieder losgeht, aber auch nix. Jetzt ist er fast vier monate alt, und schön langsam beginnen so Kleinigkeiten wieder. Aber ich habs gut im Griff, nur Essen gehe ich sicher nicht!
Cassie hat geschrieben:Ich habe nur richtig Schiss, dass seine Eltern mich Sonntags zum Kuchen einladen und vielleicht zum Essengehen, weil die das ziemlich oft machen. Das könnt ich nicht, ich weiß es genau und ich will das auch nicht, nur will ich nicht unhöflich sein.
Wenn seine Eltern mich eingeladen haben, habe ich immer gesagt, tut mir leid aber ich möchte keinen Kuchen, ich bin noch Satt vom Mittagessen(oder Frühstück, Jause, ect.) Sie hatten mal vor uns zum Essen einzuladen, (im Gasthaus, also woanders als bei ihnen, noch schlimmer) da sagte ich ihnen das ich nie essen gehe, weil ich in einigen Betrieben gearbeitet habe wo ich auch Einblick in die Küche hatte, und es dort so grauslich und unappetitlich war. Naja, seitdem möchte ich nur das essen was ich selber koche, einfach geschädigt vom Gastgewerbe. Kannst ja auch sagen deine Freundin hätte dir erzählt, seitdem gehst du nirgends mehr essen. Außerdem weis man nie was da alles drinnen ist in dem essen, die Konservierungsstoffe und die ganzen E-nummern.
Seit ich ihnen das gesagt habe, finden sie zwar das ich punkto dem komisch bin, aber mit meiner freundlichkeit mach ich das wieder gut. Aber es wird akzeptiert, und wenn sie essen gehen, bleib ich daheim. Finde ich auch schade, aber besser als ich kotz ihnen auf den Tisch.
unter Umständen würde das jetzt ja gar nicht mehr so sein, aber ich möchte nix probieren. Mit Freundinnen kann ich übrigends manchmal essen gehen. Aber natürlich geheim, das seine Eltern mich nicht sehen!
Meinem Freund habe ich das erzählt, sonst hätte ich ihn immer anlügen müssen, er hat es lange nicht verstanden, hat immer geglaubt er kann das ändern, mich heilen. Doch nach hundert mal, nein ich mach das nicht, hat er aufgegeben, und jetzt ist das kein Thema mehr bei uns.

Also, bis bald!
Erst wenn du glücklich bist, kann ich zufrieden sein

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MucProb
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Beitrag Do., 04.06.2009, 21:32

Hallo an alle,

bin froh dieses Forum gefunden zu haben. Ich teile das selbe Problem mit euch.
Ich kann mich erinnern das die ganze Sache in meiner Kindheit begonnen hat. Bei manchen Leuten, egal ob Bekannte oder Verwandte, konnte ich einfach nichts essen. Mir hat es richtig die Kehle zugeschnürt, keinen Bissen habe ich runtergebracht. Dazu kamen Übelkeit, Magenschmerzen, extreme Hitze und das Gefühle ich muss raus. Das Ganze hat sich dann weiter durch mein Leben gezogen und ich konnte die wenigen Situationen ganz gut beherschen. Richtig schlimm wurde es erst vor ca. 2 Jahren. Es wurde immer schlimmer und vorallem in vertrauten Situationen und bei guten Freunden ging gar nichts mehr. Selbst bei uns Zuhause konnte ich nichts mehr essen wenn wir Gäste hatten. Meine liebsten Dinge wie ins Stammlokal zum Essen gehen, was wir seit Jahren 2 mal pro Woche gemacht haben ging nicht mehr. Ich konnte nicht mal mehr mit guten Freunden in den Biergarten gehen und ein Bier trinken.
Seit ca. November 2008 bin ich in psychologischer Behandlung. Seit dem geht es immer ein bisschen besser, allerdings bin ich noch weit von dem Stand von vorher entfernt. Mein Psychologe meint das diese Angst schon immer in mir war, aber erst jetzt richtig zum Vorschein kommt. Er meint das es mit vielen Veränderungen in den letzten beiden Jahren zusammenhängen kann. (Hochzeit, Selbstständigkeit) Er sagt das die heutige Gesellschaft viel mehr fordert als vor Jahren und alles schneller gehen muss, und das hier ein Zusammenhang bestehen kann. (mehr verantwortung und so) Mein Problem ist auch das ich ein wenig wehmütig zurückschaue und nicht ganz verstehen kann warum das alles nicht mehr läuft. Konnte ja ganz gut leben, vorallem weil mit Freuden und Familie gabs ja nie Probleme.
Hoffe das ich mit der Therapie und ein wenig Zeit und Übung wieder da hin komme das ich das Leben wieder meht genießen kann. Kann nur jedem der ein ähnliches oder gleiches Problem hat sich Hilfe zu holen und nicht so lange zu warten wie ich.

Ist evtl. ein wenig durcheinander geschrieben, aber ich war ganz happy das ich so ein Forum gefunden habe. Für alle Leidgenossen alles Gute und viel Erfolg.

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tuning
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Beitrag So., 09.02.2014, 00:48

Hallo zusammen da ich es auch habe, verstehe ich sehr gut wie es euch geht. Ich habe es auch schon Jahrzehnte vor mich hergeschoben und mich damit abgefunden. Es ist nicht so schlimm wie bei euch, aber am Anfang war es auch schlimmer. Ich habe keine Ahnung warum ich so lange gewartet habe bis ich jetzt einmal bei google geschaut habe. vielleicht kommen ja manche von euch noch mal da vorbei zum reden.

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Christine_Walter
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Beitrag So., 09.02.2014, 00:52

meine schwester hatte mal eine magersüchtige freundin, die hatte auch dieses problem. wenn die freundin bei ihr zu besuch war, stand sie zb extra früh auf, um allein frühstücken zu können, ihr wäre das eine qual, mit meiner schwester und deren mann zusammen zu essen, so dass die beiden sehen könnten, wie sie was zu sich nimmt.

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tuning
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Beitrag So., 09.02.2014, 01:00

na so schlimm ist es bei mir nicht, mit der Familie zu Hause kein Problem. Und wenn ich wo länger bin geht es auch mit der Zeit. War echt schwer wie ich auf Montage war.