Autismus-Spektrums-Störung

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Bunt
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Autismus-Spektrums-Störung

Beitrag Di., 18.09.2018, 09:05

Hi,
aus mehreren Gründen habe ich die Vermutung, dass ich in diesen Bereich gehören könnte. Ich weiß das hier keine Ferndiagnose möglich ist, meine Frage ist eher wie ich es rausfinden kann?
Ich glaube nämlich, dass mir dieser Umstand mein Leben erschwert, mich immer wieder in inneres Chaos stürzt, weil ich versuche eine "normale Frau" zu sein und mir Dinge zumute, die ich nicht händeln, bzw nicht verstehen kann oder wo ich über meine Grenzen gehen muss, die ich manchmal nicht wirklich spüre, weil ich schon so lange versuche mich anzupassen, es nicht ganz wahrhaben möchte, das ich nicht "normal" bin, obwohl es mich auch erleichtern würde, weil ich dann eine Erklärung hätte für meine sozialen Schwierigkeiten und ich mich dann drauf einstellen könnte. So ist es einfach nur ein "ich funktioniere nicht richtig und muss funktionieren" Was müsste ich anders machen, wenn es so wäre?

Wäre sehr dankbar für Tipps!


shesmovedon
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Beitrag Di., 18.09.2018, 09:07

Du könntest in ein Autismus-Zentrum gehen und es dort abklären lassen. Das wäre der sicherste Weg, um herauszufinden, ob du unter einer derartigen Störung leidest oder nicht.

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Bunt
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Beitrag Di., 18.09.2018, 10:23

Mal ganz blöd gefragt, da sag ich dann "hallo ich bin über 30 und denke jetzt plötzlich (o ganz plötzlich ist es eigentlich nicht, ich habs ab und zu mal gedacht, mich dann aber aus sozialen Situationen zurücgezogen, dann merk ichs nicht) , ich könnte autistisch getsört sein, deswegen komm ich glaube ich in manchen Bereichen nicht so gut klar im Leben, können sie da mal gucken.....?" Ich glaube, ich kriege das gar nicht über die Lippen....
Ich käme mir dabei irgendwie doof vor und da bekommt man doch bestimmt auch gar nicht so leicht einen Termin und das wäre mir für den ersten Schritt viel zu viel. Geht das nicht irgendwie "unauffälliger", kann man sich da irgendwie rantasten ?


Waldschratin
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Beitrag Di., 18.09.2018, 10:39

Hast du denn evtl. einen Psychiater oder Therapeuten, bei dem du schon in Behandlung bist?
Dann würd ich das erst mal mit dem bequatschen.

Wenn nicht, bliebe der Hausarzt als Ansprechpartner.
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Beitrag Di., 18.09.2018, 10:41

Was meinst du denn eigentlich genau mit "unauffälliger"?
Wäre dir ein Autismuszentrum als Anfang "zu viel des Guten", zu "gefährlich" bzgl. dessen, was rauskommen könnte?
Oder eher im Blick auf dein Umfeld, was die mitbekommen könnten und dass da was "rauskommt", was du noch lieber für dich behalten möchtest?
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Beitrag Di., 18.09.2018, 11:03

Ich bin nicht in Behandlung. Unauffälliger im Sinne von "zu viel des Guten", das wäre schon so konkret, ich käme da schon fast mit einer Selbstdiagnose um die Ecke, so fühlt es sich irgendwie an....
Und wie kann ich das gegenüber meinem Hausarzt ansprechen ? Das ist irgendwie schwer zu erklären und es ist so leicht zu sagen, dass ich mir das alles nur einbilde oder mich anstelle oder nur eine Ausrede suche für mein Versagen, mich nur mehr zusammenreißen muss usw.....


Waldschratin
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Beitrag Di., 18.09.2018, 11:09

Das sind alles DEINE Gedanken und Befürchtungen, liebe Bunt.
Meiner Erfahrung nach (Ich kenne das mit den Gedanken machen drumrum ganz ähnlich) machen sich die Docs da gar nicht so die großen Gedanken drum. Wenn du da ankommst und einfach direkt sagst : Ich möchte mal in ein Autismuszentrum zur Abklärung, mir fällt da einiges diesbezgl. an mir auf, dann ist das schon beim Doc auf dem Weg.

Wahrscheinlich wird er fragen, was dir da genauer aufgefallen ist. Und seine Einschätzung dazu abgeben. Aber "dich werten" im Sinne "ab-werten" im Sinne "Stell dich nicht so an, du machst dich nur wichtig" wird er nicht.
Und wenn ers doch macht, taugt er als Arzt nix, meine Meinung.
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Bunt
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Beitrag Di., 18.09.2018, 11:25

Danke, du hast Recht. Aaaber, ich trau mich nicht mit jemandem darüber zu sprechen. Ich machs mir kompliziert, glaub ich, ich kann meine eigenen Gedanken dazu gar nicht ordnen. Kann ich es allein rausfinden und gucken, wie ich besser mit meiner Schwäche umgehen kann ? Oder einfach akzeptieren, dass ich immer eine Distanz zwischen mir und anderen Menschen empfinden werde, aber vllt trotzdem irgendwie angenehme Kontakte finden ? Das Komische ist, ich merke manchmal diese Distanz, das ist unangenehm, ich fühle mich hilf- und ahnungslos. Ich kann irgendwie nichts damit anfangen, wenn Menschen auf mich zugehen, das setzt mich unter Stress. Ist es denn bei einer Autismuspektrumsstörung nicht sogar eher so, dass einen dieses Distanzgefühl nicht stört, weil man mit seiner eigenen Welt zufrieden ist ? Das wäre ich vllt sogar auch, wenn ich nicht wüsste, das es auch noch die Welt da draußen gibt und andere Menschen Freunde oder Bekannte haben und sich wohl miteinander fühlen können, was ich irgendwie nicht so einfach kann....ich weiß nie was ok ist, wie man so einen Kontakt zueinander entwickelt, was man sagen kann und was nicht....mache mir fast jedes mal Sorgen, wenn ich reagiere, zu distanziert oder zu nah reagiert zu haben und Missverständnisse zu produzieren. Eine Zeitlang habe ich immer meinen einzigen Freund gefragt, ob das wohl so ok ist oder welche möglichen Missverständnisse er darin entdecken würde, ganz banaler SMS Kontakt mit Kollegen
Zuletzt geändert von Bunt am Di., 18.09.2018, 11:32, insgesamt 2-mal geändert.

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Kaonashi
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Beitrag Di., 18.09.2018, 11:30

An einigen Unikliniken gibt es Autismusambulanzen, da gehen den ganzen Tag Leute in deiner Situation ein und aus. Bei manchen wird der Verdacht bestätigt, bei manchen nicht (ca. 25-30% bekommen die Diagnose). Die Ärzte dort sind es also gewöhnt, dass Leute mit Eigenverdacht kommen. Du wirst sicher gefragt werden, wie du darauf kommst, aber ansonsten ist es nichts Ungewöhnliches.
2010 war ich selbst auch in so einer Autismusambulanz und habe die Diagnose Asperger-Syndrom bekommen.
Damals bekam ich noch einen Termin innerhalb von wenigen Wochen, inzwischen sind die Wartezeiten bis zu zwei Jahre bei manchen Stellen. Einige Autismusambulanzen nehmen nur noch Leute aus der nächsten Umgebung auf. Du musst dich also erkundigen, wo in deiner Nähe eine Autismusambulanz ist, kannst dich dort anmelden, und hast dann voraussichtlich noch viel Zeit, dich näher mit der Sache zu beschäftigen, bis der Termin dann stattfindet.

Theoretisch ist eine Diagnostik auch bei einem normalen niedergelassenen Psychiater möglich, aber nicht alle Psychiater haben Autismusspektrumsstörungen überhaupt in ihrem diagnostischen Repertoire, und etliche kennen zwar die Diagnose, möchten sie aber nicht selbst stellen, weil die Erfahrung fehlt. Probieren kannst du es dennoch. Falls du akute Probleme irgendwelcher Art hast, kann der Psychiater auch dann weiterhelfen (z.B. mit Medikamenten), wenn noch keine Diagnose ganz sicher ist. Darüber hinaus verlangen manche Autismusambulanzen eine Überweisung von einem niedergelassenen Psychiater, auch von daher schadet es nicht, schon einen zu kennen.

Den Hausarzt kann man auch ansprechen, aber da bin ich relativ sicher, dass der das nicht wird einschätzen können. Der wird dann sowieso an eine Fachperson verweisen. Oder vielleicht sogar abwiegeln und belächeln.

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Beitrag Di., 18.09.2018, 11:33

Mit Belächeln käme ich nicht klar. Darf ich dich fragen, wie es dir mit sozialen Kontakten geht ?

Kann man Autismus an der Gehirnfunktion erkennen ?
Vllt ist es bei mir auch nur eine Bindungsstörung-
Aber das wiederum würde meine gelegentliche gefühlte Ahnungslosigkeit und daraus resultierende Überforderungsgefühle in zwichenmenschlichen Kontakten nicht erklären
Zuletzt geändert von Bunt am Di., 18.09.2018, 11:37, insgesamt 1-mal geändert.


Waldschratin
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Beitrag Di., 18.09.2018, 11:37

Ich denk mal, dass du mit solchen Überlegungen alleine nicht weiterkommen wirst, dazu gibt es bei diesen Symptomen einfach viel zu viel Differenzialdiagnostisches.

Die gängigen Selbsttests, die man so im Internet findet, auch die auf Fachseiten, geben auch nur groben Hinweis auf Eventuelles, aber nicht die differenzierten Aussagen, die du bräuchtest für ne Diagnose.

Die Frage, die sich mir grade stellt : Brauchst du unbedingt ne Diagnose, um mit deinen Symptomen einen besseren/anderen Umgang zu finden?

Ich meine : Du stellst dies und jenes fest. Ist es dir möglich, "direkt" an ner Änderung zu arbeiten?
Beispiel : Du schreibst, wenn Menschen auf dich zugehen, setzt dich das unter Stress. Jetzt kannst du hergehen und nachdenken und nachspüren, wie sich dieser Stress denn anfühlt, wie genau er sich äußert, woran du die Bewertung "Stress" im Einzelnen festmachen kannst etc.
Und dann diese Punkte je nach deinen Möglichkeiten angehen : Was kann ich bei dieser Art Stress/diesen Stresssymptomen selber tun, damit sich dieser Stress relativiert/reduziert/minimiert? usw.

Ehrlich gesagt glaub ich nicht, dass du da alleine, ohne begleitendes Gegenüber, dabei recht viel weiterkommen wirst.
Vieles, was du beschreibst, kenn ich ähnlich, aber Autist bin ich nicht, allenfalls hab ich Asperger-Züge.
Bei mir löst Nähe eines anderen Menschen aber Ähnliches aus wie bei dir. Und das zu ändern, dazu hab ich schon einiges an Therapie hingelegt. Weil ich ein "Du" zum Üben brauche, das gleichzeitig aber nicht "verstrickt" ist mit mir.


Bliebe die Frage, wie du selber ja schon schreibst, was du letztlich möchtest, wofür du dich entscheidest : Ob ne Änderung anstreben und sich diesbezgl. auf den Weg machen, oder zufrieden sein/werden mit dem, was und wie es ist.
Da gibt es mMn kein richtig oder falsch, denn "optimal" wird weder das Eine noch das Andere verlaufen.
Es ist Entscheidungssache und dich damit aussöhnen können.
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Beitrag Di., 18.09.2018, 11:44

Ich brauche nicht unbedingt eine Diagnose. Ich würde gern mit dem leben und üben was da ist und Lösungen für mich finden. Wie offen kann ich denn mit meinem Umfeld sein ? Ich bin dann eben "komisch" für die meisten, glaub ich und dann ziehen Leute sich meist von selbst zurück, weil von mir irgendwann nichts mehr kommt oder nur sehr selten oder nur wenn es um etwas Sachliches geht...das finde ich aber irgendwie doch schade, ich würde schon gerne angenehme Kontakt pflegen, aber irgendwie weiß ich nicht wie nah, wie fern ok ist.... wie kann das gehen ?
Als Gegenüber meinst du einen Therapeuten ?
Zuletzt geändert von Bunt am Di., 18.09.2018, 11:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Kaonashi
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Beitrag Di., 18.09.2018, 11:46

Bunt hat geschrieben: Di., 18.09.2018, 11:25Kann ich es allein rausfinden
Würde ich lieber nicht machen. Sonst kann es passieren, dass du dir etwas einredest, was gar nicht zutrifft.
Ist es denn bei einer Autismuspektrumsstörung nicht sogar eher so, dass einen dieses Distanzgefühl nicht stört, weil man mit seiner eigenen Welt zufrieden ist ? Das wäre ich vllt sogar auch, wenn ich nicht wüsste, das es auch noch die Welt da draußen gibt und andere Menschen Freunde oder Bekannte haben und sich wohl miteinander fühlen können, was ich irgendwie nicht so einfach kann


Ich finde, das ist zwiespältig. Ich glaube, ich war 28, als ich das erste Mal wirklich tiefe Einsamkeitsgefühle hatte. Ich hatte bis dato nie eine intime Beziehung gehabt und hatte auch keine richtigen Freunde. Seit ich dann die Diagnose bekommen hatte, ist es eher schlimmer geworden, weil es jetzt noch hoffnungsloser aussieht. Aber ich glaube auch, dass ein Teil der Einsamkeitsgefühle daher kommt, dass man sich zu oft mit anderen vergleicht und meint, es müsste so sein wie bei den anderen. Deshalb versuche ich auch gerade, die Zeit alleine zu genießen und nicht zu verteufeln, denn eigentlich brauche ich das Alleinsein wie die Luft zum Atmen. Kontakte möchte ich zukünftig wohldosiert haben, und in einem Rahmen, wo ich gut zurechtkomme, also nicht zu viel Stress habe.
Mit Belächeln käme ich nicht klar. Darf ich dich fragen, wie es dir mit sozialen Kontakten geht ?

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Aber das wiederum würde meine gelegentliche Ahnungslosigkeit in zwichenmenschlichen Kontakten nicht erklären
Ja, Belächeln ist blöd. Aber wenn man fast normal wirkt nach außen, dann können Leute ohne Erfahrung oft nicht glauben, dass das was mit Autismus zu tun haben soll. Unter Autismus stellen sich die meisten Leute viel extremere Erscheinungsformen vor.

Bisher ist es nicht möglich, Autismus mit einem EEG oder MRT zu erkennen, jedenfalls nicht eindeutig. Ein paar Studien gab es dazu, aber noch nichts, was sich in der Praxis wirklich bewährt hätte.

Eine Bindungsstörung habe ich bei mir auch schon in Betracht gezogen, ebenso wie ein Trauma, an das ich mich aber nicht erinnern kann. Leider kommt man alleine da nicht weiter. Ich finde es auch schwierig, überhaupt die Unterschiede eindeutig zu benennen.

Was Sozialkontakte angeht bei mir, da bin ich halt oft sehr unsicher und mache auch manchmal was falsch, indem ich was Unpassendes sage. Ich kontrolliere ständig meine Mimik, ob auch alles passt, und auch auf die Satzmelodie muss ich mich konzentrieren. Kurze und oberflächliche Gespräche gehen aber inzwischen ohne größere Probleme, aus Erfahrung weiß ich da einfach, was man sagt. Schwierig wird es, wenn es in einer Beziehung weitergehen sollte, denn da stehe ich dann vor Neuland. Wie man sich näher kommt, weiß ich nicht. Ich kann auch grundsätzlich kompliziertere Anliegen nicht vorbringen, weil ich mich da nicht verständlich machen kann. Das geht nur schriftlich. Außerdem finde ich Gespräche ohne Themenvorgabe ziemlich schwierig, wenn es dann mehr sein soll als zwei Sätze über's Wetter. Aber da kommt es auch auf den Gesprächspartner an, wenn der das gut kann, dann geht es bei mir auch besser.


Waldschratin
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Beitrag Di., 18.09.2018, 11:57

Bunt hat geschrieben:Als Gegenüber meinst du einen Therapeuten ?
Finde ich halt am idealsten, weil der "professionell" umgeht mit Nähe und Beziehung. Da kann ich halt rumüben, ohne gleich Angst haben zu müssen, dass er auf mich losgeht, weggeht oder ich ihn verletze etc.

Bunt hat geschrieben:das finde ich aber irgendwie doch schade, ich würde schon gerne angenehme Kontakt pflegen, aber irgendwie weiß ich nicht wie nah, wie fern ok ist.... wie kann das gehen ?
Das ist eben das Problem dran in der "freien Wildbahn". :ja:
Es geht ja nicht nur drum, sich selber "gängig genug" zu machen, damit das Gegenüber es aushält mit einem.
Man selber ist ja "Teil des Ganzen" und somit gibt es ja ständiges sich gegenseitig Beeinflussen in einem Miteinander.

Ich les da grade was dazu, und da hat mir ein Satz (sinngemäß) gut gefallen : Das Miteinander ist MEHR als die Summe zweier Menschen.

Da entsteht was Neues, was "Drittes", das es nur gibt, wenn beide miteinander sich gegenseitig in Beziehung begeben - und somit ist man ständig dabei, sich gegenseitig zu beeinflussen.

Da ist mir für die ersten, zweiten und dritten Schritte ein "Profi" dabei einfach lieber, da hat das Ganze mehr Aussicht auf Erfolg.
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Bunt
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Beitrag Di., 18.09.2018, 12:01

Das mit dem Trauma dachte ich auch schon.
Ok, was du da beschreibst kommt mir sehr bekannt vor. Ich kann Rollen ganz gut einnehmen, die kann man ja mehr oder weniger auswendig lernen, ich würde sagen, ich bin freundlich, aufmerksam und auch zugänglich, vllt wirke ich sogar offen auf andere, sicherlich nicht autistisch...das alles ist auch kein Problem, so lange es nicht darum geht eine Beziehung entstehen zu lassen-