Mag ich die Therapeutin zu sehr?

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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Marie2018
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Mag ich die Therapeutin zu sehr?

Beitrag Di., 20.08.2019, 14:26

Zu meinem Anliegen:
Ich war vor 10 Jahren bereits in therapie, zu der ich gewissermaßen von meinen Eltern gezwungen wurde und mich so auch nicht darauf einließ.
Jetzt bin ich wieder bei derselben Therapeutin, weil ich wieder gleiche Probleme entwickelt habe und damals nicht bereit war an diesen zu arbeiten, und mich deshalb wieder an sie wandte, da ich sie schon immer sehr kompetent und nett fand. Nun ist es mir wieder passiert, dass ich Sie total nett finde und sie schrieb mir mal in einer E-mail,dass es bei ihr auch so sei, dass sie mich sympathisch fand, immer noch findet und gerne mag. Ich weiß nun nicht damit umzugehen und ich würde am Liebsten mal mit ihr darüber reden, weiß aber nicht wie ich mich das trauen soll. Sie hat jetzt einen Monat lang Urlaub und es viel mir gestern richtig schwer zu gehen. Eigentlich hatte ich einen Brief mitgenommen, in dem ich ihr meine Gefühle beschrieb, aber ich hatte Angst, dass Sie das bagatellisieren würde, oder mich gleich an einen anderen Therapeuten überweist. :-((
Damals (vor 10 Jahren) war es schon so, dass wir Briefe austauschten und sie mir darin sagte, dass sie mich für ein patentes Mädchen hält. Mir bedeuteten die Briefe sehr viel und keinen davon habe ich weggeschmissen. Ich hoffe nur es war überhaupt richtig, bei ihr eine erneute Therapie zu beginnen.

Jetzt weiß ich nicht wie ich mich weiter verhalten soll und hoffe man kann mir hier einen Rat geben, dafür wäre ich sehr dankbar. :lol:

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Anna-Luisa
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Beitrag Di., 20.08.2019, 14:59

Marie2018 hat geschrieben:
Di., 20.08.2019, 14:26
Nun ist es mir wieder passiert, dass ich Sie total nett finde und sie schrieb mir mal in einer E-mail,dass es bei ihr auch so sei, dass sie mich sympathisch fand, immer noch findet und gerne mag.

(…)

Damals (vor 10 Jahren) war es schon so, dass wir Briefe austauschten und sie mir darin sagte, dass sie mich für ein patentes Mädchen hält.
Ich finde, dass es nicht für eine kompetente Therapeutin spricht, wenn sie dir Mails und Briefe mit Sympathiebekundungen schickt. Die haben in einer Psychotherapie nichts verloren - was eine seriöse Psychotherapeutin auch wissen sollte.

Ich würde dir empfehlen, dir eine andere Therapeutin zu suchen.
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Candykills
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Beitrag Di., 20.08.2019, 15:02

Finde ich auch fragwürdig mit den Briefen und Mails.
Es ist schon OK, wenn ein Thera sagt, dass er einen sympathisch findet. Aber mehr sollte eben auch nicht sein, denn wie du merkst, bindet dich das künstlich an sie und du entwickelst Übertragungsprobleme.
An sich würde ich das ansprechen, wenn du darunter leidest. Wenn sie professionell ist, wird sie versuchen diese Übertragung auf Dauer mit dir aufzulösen, statt mit Briefen, Mails und irgendwelchen Bekundungen zu verstärken.
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stern
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Beitrag Di., 20.08.2019, 15:19

Was verstehst du unter zu sehr mögen? Sich gegenseitig zu mögen und sympathisch zu finden, finde ich zunächst nicht problematisch. Was bewirken die Aussagen bei dir.
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Philosophia
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Beitrag Di., 20.08.2019, 15:53

Mails und Briefe finde ich auch auch problematisch, vor allem, wenn diese die Abhängigkeit fördern. Und gerade solche "Geständnisse" per Mail von seiten der Therapeutin finde ich hochproblematisch. So nimmt sie dir die Chance, es vielleicht auch im Kontakt zu spüren. Außerdem - da kann man so viel reinlegen. Vor allem, warum ist es nötig, sich das so ausgiebig zu schreiben und quasi Zeugnis abzulegen. Entweder man fühlt die Sympathie oder nicht.
Vor allem klingt es so, als wäre sie irgendwie dein Star - und wenn sie das ignoriert und das noch fördert, indem sie auf solchen Schriftverkehr befürwortet, dann hab ich eher die Vermutung, dass ihr das gefällt, das du sie so anhimmelst. Es sollte aber darum gehen, dass du mal wieder sicherer mit dir selbst bist und dass es darum geht, mit dir richtig in Kontakt zu kommen. Liebesgeständnisse werden dabei mitnichten helfen. Ich bin übrigens nicht dagegen, wenn man sich gegenseitig gern hat in der Therapie, aber das eigentliche sollte nicht aus den Augen verloren werden. Ein Therapeut ist kein Ersatzkontakt.
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Marie2018
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Beitrag Di., 20.08.2019, 20:33

Danke für die schnellen Antworten. Ich denke in mir löst das aus, dass ich mich wertvoll fühle, wenn sie mir sowas schreibt. Meistens kam aber zuerst etwas von mir, also hat sie nur geantwortet und ich denke da ist ja nichts falsches dran?! Jetzt weiß ich gar nicht weiter denn einerseits merke ich wie mir die Gespräche gut tun und mich auch weiter bringen und andererseits fühle ich da unterschwellig eine Art Abhängigkeit oder „Mutterersatz“. Damals habe ich keine Möglichkeit gehabt das aufzulösen weil ich die Therapie abgebrochen habe auf Grund von Zeitmangel.
Und dass sie sich gerne anhimmeln lässt, glaube ich so eher nicht da sie einen sehr souveränen Eindruck bei mir hinterlässt. Aber was da in ihren Gedanken passiert weiß ich ja auch nicht.
In einer Sitzung erzählte ich ihr von einem Traum über sie in der ich einen Kuss auf die Stirn bekam. Darauf ging sie gar nicht ein, wirkte irgendwie sprachlos. Da fühlte ich mich sehr unwohl, weil ich dachte was falsches gesagt zu haben. Ich wüsste gerne was da los war und ob ich es vielleicht besser hätte verschweigen sollen. Nur beschäftigt mich sowas immer sehr.

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Anna-Luisa
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Beitrag Di., 20.08.2019, 20:46

Marie2018 hat geschrieben:
Di., 20.08.2019, 20:33
Danke für die schnellen Antworten. Ich denke in mir löst das aus, dass ich mich wertvoll fühle, wenn sie mir sowas schreibt. Meistens kam aber zuerst etwas von mir, also hat sie nur geantwortet und ich denke da ist ja nichts falsches dran?!
Als Patientin kannst DU schreiben wann immer du möchtest. Aber es ist falsch, wenn das ganze in einem Austausch von Briefen und Mails gipfelt. In dem sie Sympathiebekundungen äußert. Sie sollte dich allenfalls auf die nächste Therapiestunde verweisen, oder auf ihre Telefonsprechstunde. Dann könnte sie die Mail ausdrucken und mit dir besprechen. Oder deinen Brief lesen.
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Beitrag Di., 20.08.2019, 20:58

Also in einee gut funktionierenden Therapie findet man die Therapeutin am Anfang immer sehr sympathisch und fühlt sich auch ein stückweit abhängig.
Das ist völlig normal.
Die Briefe und Mails finde ich auch völlig normal. Manche Therapeuten bieten das an.

Was eben nur nicht passieren darf, ist dass da die professionelle Ebene mit so ner Distanz verlässt.
Aber da sehe ich hier überhaupt nicht.

Wichtig ist, dasw du mit ihr offen darüber sprichtst, da du eben diese ganz normalen Emotionen hast und dir darüber Gedanken machst, ob das gut für dich ist.
Ich finde erst wie sie dann konkret darauf reagiert kann man ablesen, ob sie professionell damit umgeht oder nicht.

Ich meine, wenn du z. B. ein Mensch bist der sich sehr abwertet etc. finde ich es legitim, wenn man eben die andere Seite davon etwas mehr in den Vordergrund rückt, auch indem die Therapeutin sagt, dass du sympathisch bist usw.
Ich finde da kommt es extrem auf den Kontext an. In welchen Zusammenhang hats sie das gesagt, was lief vorher in der Stunde, war das eine Reaktion auf was? Usw.
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Beitrag Di., 20.08.2019, 22:43

~~~ hat geschrieben:
Di., 20.08.2019, 20:58
Also in einee gut funktionierenden Therapie findet man die Therapeutin am Anfang immer sehr sympathisch und fühlt sich auch ein stückweit abhängig.
Hier widerspreche ich. Sympathie ist sicher wichtig. Aber es gehört nicht zu einer gut funktionierenden Therapie, dass man sich abhängig fühlt (wenngleich es sicher der Fall sein kann.) Auch nicht ein Stück weit.
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Philosophia
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Beitrag Mi., 21.08.2019, 05:28

Nun da kommt es sicher auf die Therapierichtung an. In manchen Therapien (TfP und gerade AP) wird der Patient in den kindlichen Zustand zurückversetzt, um mit den alten Gefühlen arbeiten zu können, so dass er dann schon vom Therapeuten abhängig ist und sich dementsprechend auch so fühlt. Ich bin eine absolute Abhängigkeitsgegnerin und habe mich mit der Analytikerin gezankt deswegen. Aber in meiner analytischen Therapie war es notwendig, dass ich mal eine gute Abhängigkeit erlebte, um langfristig unabhängig zu werden. Und natürlich war ich grundsätzlich vom Wohlwollen der Analytikerin abhängig - besonders in dem frühkindlichen Gefühlszustand, nämlich davon, dass sie da gut mit mir umgeht. Aber deswegen musste ich sie ja jetzt nicht anhimmeln.
Ich finde Briefe und Mails (vor allem regelmäßige) nicht normal - Ausnahmen sollten hier eher die Regel bestätigen, dass für Kontakte die vorgesehenen Stunden genutzt werden, hierfür wird die Therapeutin schließlich bezahlt. Ich weiß, es gibt hier viele, die das anders sehen, aber für mich fühlt sich so was nicht richtig an. Ich bin immer wieder überrascht, wie oft das stattfindet und frage mich dann ernsthaft, ob diese Therapeuten kein Privatleben haben oder haben wollen.
Liebe Marie2018, eine Mutterübertragung, die du da hast, ist ja nicht schlimm, damit kann man vieles durcharbeiten. Das heißt aber auch, dass du die Therapeutin nicht zu sehr magst, sondern dass du sie gerade in der Funktion als Mutter brauchst - mit der Person hat das herzlich wenig zu tun. Sie soll dich bestätigen und nett zu dir sein. Ich finde das auch nicht schlimm, wenn sie das tut - aber es ist ganz wichtig, dass sie dir dann auch an anderen Stellen den Spiegel vorhält, wenn etwas schwierig ist. Das heißt aber dann nicht, dass sie dich dann nicht mehr mag. Nur es nützt dir nix, wenn es in der Therapie nur zu gegenseitigen Liebesbekundungen kommt. Seltsam finde ich aber in der Tat, dass sie auf deinen Traum so gar nicht reagiert hat bzw. so wie du es beschrieben hast. Mich wunderts, weil ihr nach den Briefen sonnenklar sein sollte, dass du in einer Mutterübertragung steckst und insofern so ein Traum eher ziemlich normal sein dürfte. Das würde ich ansprechen und ihr auch sagen, dass du dich damit unwohl gefühlt hast. Zum Verschweigen - dafür ist eine Therapie nicht der Ort. Es geht ja ums Verstehen im Kontakt.
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Beitrag Mi., 21.08.2019, 11:40

Philosophia hat geschrieben:
Mi., 21.08.2019, 05:28
Nun da kommt es sicher auf die Therapierichtung an. In manchen Therapien (TfP und gerade AP) wird der Patient in den kindlichen Zustand zurückversetzt, um mit den alten Gefühlen arbeiten zu können, so dass er dann schon vom Therapeuten abhängig ist und sich dementsprechend auch so fühlt.
Wie gesagt, ich kann das aus der TfP nicht bestätigen. Allerdings könnte mich auch niemand in einen vergangenen Zustand zurückversetzen. Ich habe mich von meiner Therapeutin zu keinem Zeitpunkt abhängig gefühlt.
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Beitrag Mi., 21.08.2019, 12:16

Vermutlich dachte ich auch TfP, da meine ehemalige TfPlerin ne Ausbildung zur Analytikerin gemacht hat und sich da an mir ausprobiert hat - allerdings ohne Erfolg ;-). Die Analytikerin hat gleich zu Anfang klar gemacht, dass ich von ihr abhängig sei, was ich vehement abgelehnt habe, aber als ich mich dann auf die Couch gelegt habe, da war das wie in Trance zu sein und schwups war ich bei meinen kindlichen Gefühlen. Ich hab das gar nict richtig gemerkt - ein Glück, sonst hätte ich mich nicht drauf eingelassen. Aber ich bin der Meinung, dass man das nicht forcieren muss, wenn es nicht nötig ist - war schon nicht leicht und auch beschämend für mich. Aber es war klar begrenzt und die Abhängigkeit wurde nicht gefüttert oder ins bodenlose vergrößert - nur so, dass man sich das gut angucken konnte.
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Beitrag Mi., 21.08.2019, 12:19

Also ich finde das nicht dramatisch. Und wenn es ein gutes Gefühl hinterlässt, ist das ja positiv. Der Punkt scheint also eher der Mutterersatz zu sein. Vielleicht wenn du expliziter ansprichst, was du empfindest? Vielleicht ist ihr das nicht klar. Und so musst du nichts hineininterpretieren, was sie dazu denkt. Euer Verhältnis scheint ja auch gut zu sein. Beste Voraussetzungen also. Wie sie arbeitet, weiß ich natürlich nicht... also manche Vorgehensweisen sehen das vllt. auch tatsächlich nicht so zentral vor, das zu bearbeiten.

Habe noch nicht alle Beiträge durch btw.... sollte sich manches doppeln
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Marie2018
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Beitrag Mi., 21.08.2019, 13:06

Also das mit dem Traum sollte ich wohl doch noch mal sagen, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie dazu überhaupt was sagen will.Aber bis die Sommerpause rum ist, hat sie das bestimmt eh vergessen. Ich dachte schon noch eine Mail zu schreiben, aber das macht man nicht vorm Urlaub, oder?

In einer früheren Mail sagte sie mir, dass sie damals (also als ich noch jünger war) auch das gefühl hatte Mutterersatz zu sein. Sie ist aber eher keine Therapeutin die mir da große Hoffnungen macht, sondern bleibt eher auf Abstand. Das einzige damals waren die Briefe. Jetzt macht sie das ja nicht mehr, was mich aber andererseits wiederum verwirrt, weil ich denke, dass sie mich vielleicht nicht mehr mag oder was auch immer. Das ist ja eigentlich auch Schwachsinn, denn jetzt bin ich erwachsen und stehe mitten im Leben, dachte ich zumindest, bis ich wieder vor ihr saß und mich wie ein Kind fühlte, dass wieder nach Anerkennung und Aufmerksamkeit bettelt.
Jetzt hat sie wie gesagt Urlaub und ich weiß nicht, wie ich aufhören kann an sie zu denken, das würde mir echt helfen.

Danke für euer Verständnis.

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Anna-Luisa
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Beitrag Mi., 21.08.2019, 15:57

Marie2018 hat geschrieben:
Mi., 21.08.2019, 13:06
Also das mit dem Traum sollte ich wohl doch noch mal sagen, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie dazu überhaupt was sagen will.Aber bis die Sommerpause rum ist, hat sie das bestimmt eh vergessen. Ich dachte schon noch eine Mail zu schreiben, aber das macht man nicht vorm Urlaub, oder?

(…)
Jetzt hat sie wie gesagt Urlaub und ich weiß nicht, wie ich aufhören kann an sie zu denken, das würde mir echt helfen.
Ich fände es nicht gut, wenn jemand versuchen würde, mir im Urlaub Arbeit aufzubürden. Andererseits wird sie ihre beruflichen Mail vermutlich eh erst nach ihrem Urlaub lesen. Wenn sie die Schilderung deines Traumes tatsächlich vergessen hat, kannst du sie ja dran erinnern. Normalerweise machen Therapeuten bei wichtigen Punkten auch Notizen.
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