Sich wieder motivieren fuer Therapieziele

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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DunDealgan
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Sich wieder motivieren fuer Therapieziele

Beitrag So., 08.11.2020, 18:54

Da ich mittlerweile schon ein paar Jahre mitlese und mir viel mitgenommen habe werfe ich mal mein momentanes Problem in die Runde. Vielleicht kann ich mir auch diesmal was mitnehmen.

Ich habe festgestellt, dass ich eigentlich kein Ziel mehr in meiner momentanen Ego State Therapie verfolge, sondern an sich nur gehe, weil meine "kleinen Anteile" sich so sehnlichst einen Vater Ersatz wuenschen/jemanden zum reden wollen/Angst haben, allein zurechtkommen zu muessen. Ich als Erwachsener bin ziemlich in den Hintergrund geraten.

Als Backgroundwissen, ich habe 4.5 Jahren eine analytische Therapie gemacht aufgrund der Diagnose Gen. Angststoerung (mit der ich mich nie anfreunden konnte, die Diagnose bekam ich in einer psychosomatischen Klinik Anfang 2015). An sich lebe ich mit Panikattacken und Angst vorm rausgehen seit ca 35 Jahren, was auch der Grund war, ueberhaupt Therapie zu suchen.

Meine tatsaechliche Diagnose ist kPTSD, die auch absolut auf mich passt.

Im vorletzten Sommer - also 2019 - habe ich ploetzlich erkannt, dass ich gegen die Angst vor dem rausgehen/draussen sein nicht kontrollieren kann, bzw nichts aktiv dazu tun kann damit sie weggeht (sie ist konstant gleich geblieben seit ca 2016 und hat sich nicht mehr verbessert) weil es nur ein Symptom ist. Die Erkenntnis hat mich ehrlich erschuettert und verzweifeln lassen, denn sie war und ist der Grund, warum ich Therapie mache. Den ganzen anderen Kram habe ich nie gewollt. Gefuehle haben/zu sich nett sein/eigene Wertschaetzung sind doch fuer die Katz. Soweit mein Denken:-)

Ich merke jetzt, dass ich damals aufgegeben habe, resigniert und das hat vermutlich auch zum abrupten Ende der Analyse beigetragen.

Ich bin sehr happy mit der Ego State Therapy, aber......ich zahle sie selbst und kann und will das so nicht weitermachen. Mein Therapeut hat mich vor ein paar Monaten schon gewarnt, dass die kleinen Anteile durchaus auch "gross" werden koennen und das ist eingetreten - sie sind ZU gross geworden.

Ich glaube nicht mehr daran, dass irgend etwas besser wird oder das ich diese Riesenangst in mir bewaeltigen/beseitigen kann.

Hat jemand eine Idee, wie ich mich wieder motivieren kann? Therapie abbrechen waere absolut keine Moeglichkeit, denn die sch*** Analyse hat einfach zuviel aufgewuehlt und mich damit alleingelassen. Ich moechte auch einfach ein besseres Leben haben, indem ich nicht staendig ueberflutet werde mit Gefuehlen/Angst.

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alatan
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Beitrag So., 08.11.2020, 23:29

DunDealgan hat geschrieben:
So., 08.11.2020, 18:54
Ich bin sehr happy mit der Ego State Therapy, aber.....
Ich glaube nicht mehr daran, dass irgend etwas besser wird oder das ich diese Riesenangst in mir bewaeltigen/beseitigen kann.
Wie passen diese beiden Aussagen zusammen?
DunDealgan hat geschrieben:
So., 08.11.2020, 18:54
Mein Therapeut hat mich vor ein paar Monaten schon gewarnt, dass die kleinen Anteile durchaus auch "gross" werden koennen und das ist eingetreten - sie sind ZU gross geworden.
Was meinst du damit?

Wieso bezahlst du die Therapie selbst? Wird da nur mit Ego State gearbeitet, ohne bilaterale Stimulation?

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chrysokoll
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Beitrag Mo., 09.11.2020, 10:47

DunDealgan hat geschrieben:
So., 08.11.2020, 18:54
Hat jemand eine Idee, wie ich mich wieder motivieren kann? Therapie abbrechen waere absolut keine Moeglichkeit, denn die sch*** Analyse hat einfach zuviel aufgewuehlt und mich damit alleingelassen. Ich moechte auch einfach ein besseres Leben haben, indem ich nicht staendig ueberflutet werde mit Gefuehlen/Angst.
kannst du nicht genau das in der Therapie besprechen?
Denn da gehört es hin?
Und ja, diese Hoffnungslosigkeit ist ein Merkmal der kPTBS, auch das solltest du dir immer wieder klar machen.

Selber zahlen ist natürlich eine finanzielle Hausnummer.
Aber trenn das möglichst von den "ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr..." Gefühlen.
Das sind verschiedene Ebenen.
Natürlich solltest du offen klären ob, wie sehr, wie lange du dir die Therapie leisten kannst.

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DunDealgan
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Beitrag Mo., 09.11.2020, 17:12

Also:
Es ist komplett irrelevant wie und warum ich das zahle. Darum geht es nicht. Ich wuerde nicht anders denken wenn die Therapie kassenfinanziert waere. Es soll ja was bringen.

Natuerlich passt die Aussage, denn ich bin happy dort. Meine kleinen Anteile sind sehr happy, dass ihnen endlich mal jemand zuhoert und sie respektvoll behandelt. Gleichzeitig sehe ich aber auch, dass ich als der Erwachsene etwas untergehe und nicht recht weiterkomme. Das ist der Widerspruch, denn ich werde nicht weiterkommen, wenn ich diesen kleinen Anteil weiterhin so viel Raum einraeume, ich muss auch als der Erwachsene dort sein und mich sozusagen selber leiten.

Diese ganzen kleinen Anteile sind uebermaechtig geworden und ich finde mich oft nicht mehr als der erwachsene Mensch. Ohne den Erwachsenen kann ich aber nicht wachsen, denke ich, denn dieser muss schliesslich leiten.

Bilaterale Stimulation musste ich erst googeln - wir haben das letzte Mal EMDR gemacht, zum ersten Male, meinst du sowas?

Und ja, natuerlich kann ich es in der Therapie besprechen, aber was ist das fuer eine Antwort bitte?? Dazu ist ein Forum doch da, um sich Anregungen zu holen, ausserhalb der Therapie.

Hoffnungslosigkeit ist ein Sympton der kPTSD? Ist mir neu, gibt es dazu Links, Artikel oder so etwas? Das waere hilfreich. Wobei ich ja einfach sehe, dass sich an meiner Angst vorm rausgehen rein gar nichts geaendert hat seit 2016, da braucht's keine anderen Gruende. Das IST deprimierend fuer mich.

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lisbeth
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Beitrag Mo., 09.11.2020, 17:27

DunDealgan hat geschrieben:
Mo., 09.11.2020, 17:12
Und ja, natuerlich kann ich es in der Therapie besprechen, aber was ist das fuer eine Antwort bitte?? Dazu ist ein Forum doch da, um sich Anregungen zu holen, ausserhalb der Therapie.
Sorry, aber mit so einer Anspruchshaltung wirst du hier nicht weiterkommen. Die Nutzer anpampen, weil sie dir eine Antwort geben, dir dir nicht passt? Oder weil sie nicht deine Bedürfnisse so erfüllen, wie du es dir wünschst? Dann wirst du dich hier über kurz oder lang mit dir selbst unterhalten können.
DunDealgan hat geschrieben:
Mo., 09.11.2020, 17:12
Hoffnungslosigkeit ist ein Sympton der kPTSD? Ist mir neu, gibt es dazu Links, Artikel oder so etwas? Das waere hilfreich.
Einfach mal googeln: kPTBS + Symptome... siehe oben.
Solange wir leben, bleibt das Beste immer möglich.

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Singingsaskia
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Beitrag Mo., 09.11.2020, 17:41

DunDealgan hat geschrieben:
Mo., 09.11.2020, 17:12
Und ja, natuerlich kann ich es in der Therapie besprechen, aber was ist das fuer eine Antwort bitte?? Dazu ist ein Forum doch da, um sich Anregungen zu holen, ausserhalb der Therapie
Die Frage von chrysokoll ist doch berechtigt. Hast du dass denn schon in der Therapie angesprochen oder nicht? Natürlich ist das forum da um sich Anregungen zu holen, aber es war ja auch eine Anregung das in der Therapie anzusprechen.

Und ich schließe mich Lisbeth an, der Ton macht die Musik.

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DunDealgan
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Beitrag Mo., 09.11.2020, 19:11

lisbeth hat geschrieben:
Mo., 09.11.2020, 17:27
Sorry, aber mit so einer Anspruchshaltung wirst du hier nicht weiterkommen. Die Nutzer anpampen, weil sie dir eine Antwort geben, dir dir nicht passt? Oder weil sie nicht deine Bedürfnisse so erfüllen, wie du es dir wünschst? Dann wirst du dich hier über kurz oder lang mit dir selbst unterhalten können.
Anspruchshaltung? Anpampen??? :lol: :lol: :lol: Aber sonst geht's dir gut? Das ist eine voellig berechtigte Antwort meinerseits, da die gegebene Antwort tatsaechlich ziemlich albern war. Leg dir mal ein dickeres Fell zu. Und DAS darfst du jetzt gerne als anpampen werten.

Aber meinetwegen, ich habe eh lange mit mir gekaempft ob ich mich eigentlich anmelde. Ich bleib beim stllen mitlesen.

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Philosophia
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Beitrag Mo., 09.11.2020, 19:41

Mensch, sei doch nicht so trotzig - damit bringst du dich selbst um einen wertvollen Austausch. Das wäre doch schade.
"Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen." - Albert Schweitzer

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lisbeth
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Beitrag Mo., 09.11.2020, 20:25

DunDealgan hat geschrieben:
Mo., 09.11.2020, 19:11
Das ist eine voellig berechtigte Antwort meinerseits, da die gegebene Antwort tatsaechlich ziemlich albern war.
Wenn du die Antwort von chrysokoll albern findest, tja dann findest du sie albern.
Sagt aber viel mehr über dich und deine Offenheit für neue Impulse aus, als über die Person, die dir die Antwort gegeben hat. Schade für dich.

Ich würde dir zum Beispiel ganz genauso sagen, dass es sinnvoll sein kann, mit dem Therapeuten mal genau über dieses Thema zu sprechen. Und zwar ganz offen. Mit allen deinen Ängsten, Befürchtungen und dem, was du am aktuellen Zustand vielleicht auch "gut" findest wie zB die Zuwendung durch den Therapeuten für deine "kleinen" Anteile. Dann könntest du in der Therapie auch wieder mal erwachsen sein, und Verantwortung für dich selbst übernehmen, denn darum gehts doch schließlich, oder? ABer das willst du ja sicher auch nicht hören oder lesen.
Solange wir leben, bleibt das Beste immer möglich.


Candykills
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Beitrag Mo., 09.11.2020, 21:26

Dein Stil zeugt von wenig Selbstreflektion. Ich schließe mich Philosophia an...du bringst dich selbst um einen wertvollen Austausch, an dem du zum Beispiel schon mal mit dem "wachsen" anfangen könntest.