Therapiemüde - einfach keine Lust mehr

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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fanatikati
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Therapiemüde - einfach keine Lust mehr

Beitrag Mi., 11.11.2020, 20:38

Hallo an euch,

kennt ihr das? Wenn man Therapiemüde ist?
Ich bin erst seit gut 8 Monaten in Therapie, auch mit Coronabedingten Unterbrechungen, aber mir drängt sich immer mehr der Wunsch auf, aufzuhören.
Ich bin einfach ausgelaugt, die Stunden strengen mich an und belasten mich im Vorfeld und auch in der anschließenden Zeit ziemlich stark.
Ich habe irgendwie einfach keine Lust mehr hinzugehen, habe keine Lust mehr über irgendwas zu reden oder mir Gedanken zu machen was einfach nicht richtig läuft in meinem Leben.

Ich weiß, dass es ohne Therapie nicht besser werden wird, aber mit Therapie bin ich auch einfach nicht voll dabei. Ich hatte jetzt schon 6 Wochen Pause weil mein Thera Corona hatte und auch die Pause hat nichts an der Gesamtsituation geändert.

Natürlich rede ich auch mit meinem Thera darüber, aber ich wollte fragen ob hier jemand solche Gefühle kennt in der Therapie.

Liebe Grüße

fanatikati

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lisbeth
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Beitrag Mi., 11.11.2020, 21:43

fanatikati hat geschrieben:
Mi., 11.11.2020, 20:38
Ich bin einfach ausgelaugt, die Stunden strengen mich an und belasten mich im Vorfeld und auch in der anschließenden Zeit ziemlich stark.
Was genau findest du anstrengend und belastend?
Hängt das vielleicht auch mit dem Thema zusammen, über das du im anderen Thread geschrieben hast?
viewtopic.php?f=20&t=43687
Und was sagt dein Therapeut dazu, dass du das (zu?) anstrengend findet, bzw was schlägt er vor?
Solange wir leben, bleibt das Beste immer möglich.

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Pianolullaby
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Beitrag Mi., 11.11.2020, 21:46

bist du sicher dass es nicht einfach eine Flucht ist?
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Beitrag Mi., 11.11.2020, 22:07

Selbst wenn es sehr schlimm war, wollte ich weiter machen, da es sonst keine Alternative gab gesund zu werden.
Nein, kenne ich nicht.

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fanatikati
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Beitrag Mi., 11.11.2020, 22:55

lisbeth hat geschrieben:
Mi., 11.11.2020, 21:43
Was genau findest du anstrengend und belastend?
Nicht zu wissen was ich sagen soll. Über Themen zu reden bei denen ich einfach nicht weiß wie ich sie erklären soll. Mir ständig Gedanken darüber zu machen was er von mir denkt, wie ich mich verhalte.
Jedes Mal im Anschluss das schlechte Gefühl was erzählt zu haben, mir schlecht vorzukommen.
Ich weiß nicht, ich bin momentan so ausgelaugt und habe irgendwie das Gefühl die therpaie raubt mir die letzte Kraft.
lisbeth hat geschrieben:
Mi., 11.11.2020, 21:43
Hängt das vielleicht auch mit dem Thema zusammen, über das du im anderen Thread geschrieben hast?
Zumindest nicht so dass es mir bewusst wäre, konnte das damals mit ihm auch klären.
lisbeth hat geschrieben:
Mi., 11.11.2020, 21:43
Und was sagt dein Therapeut dazu, dass du das (zu?) anstrengend findet, bzw was schlägt er vor?
Er meint therpaie ist kein einfaches Pflaster, vor allem wenn man nie über belastende Dinge mit anderen geredet hat. Er hat auch bisschen Tempo rausgekommen aber selbst die bloße Anwesenheit ist Stress pur für mich.
Pianolullaby hat geschrieben:
Mi., 11.11.2020, 21:46
bist du sicher dass es nicht einfach eine Flucht ist?
Ich weiß es nicht, zumindest nicht absichtlich. Aber ich kann das ehrlich gesagt nicht einschätzen, vor allem wovor flüchten? Weg von der verbleibenden Hilfe, hin zum Allein Kampf?

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candle.
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Beitrag Mi., 11.11.2020, 23:13

Ist das denn deine erste Therapie?

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Beitrag Mi., 11.11.2020, 23:23

candle. hat geschrieben:
Mi., 11.11.2020, 23:13
Ist das denn deine erste Therapie?

candle
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candle.
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Beitrag Mi., 11.11.2020, 23:28

OK, dann finde ich es etwas verfrüht von "Therapiemüdigkeit" zu reden.

Wie sieht es denn mit einem Klinikaufenthalt aus? Das scheint mir gerade die beste Lösung für dich.

candle
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Beitrag Mi., 11.11.2020, 23:30

Mir ist ehrlich gesagt kein besseres Wort eingefallen, ich fand es beschreibts irgendwie am Besten.

Klinik ist keine Möglichkeit für mich.
Ich weiß einfach nicht ob ich die Therapie unter diesen Umständen weiter machen soll, wenn man eigentlich momentan mehr subjektive Nachteile als Vorteile daraus zieht

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Kellerkind
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Beitrag Mi., 11.11.2020, 23:33

Ich kenne es, aber meine "Therapie-müdigkeit" resultierte aus anderen Gründen. Trotzdem war irgendwann der Punkt gekommen, dass ich die Therapie eher belastend als hilfreich empfand. Hab ein, zwei bis drei Versuche inkl. sehr offener E-Mail zwecks Lösungssuche unternommen. Hat nichts gebracht, also ließ ich es auslaufen.

Zwei Anregungen dazu:

Erstens, löse dich von dem Gedanken, dass NUR Therapie dir helfen könnte. Es gibt auch andere Möglichkeiten. Therapie ist i.d.R meistens was für diejenige, die sich selbst nicht zu helfen wissen, sie bekommen dann Hilfe zur Selbsthilfe. Aber machen muss man es am Ende selbst. Das geht auch OHNE Therapeut. Ja. Wirklich. Man muss nur rausfinden, wo man ansetzen muss. Gehen muss man den Weg am Ende eh alleine. Viele Wege führen nach Rom.

Zweitens, ich halte es nicht für glaubwürdig, sondern eher für eine "urban legend", dass Therapie auch mal anstrengend-belastend sein muss.
Anstrengend?Ja! Sehr wahrscheinlich. Aber wenn einem ALLES in einem sagt, dass da irgendwas schief läuft, es nicht stimmt, es einem sogar schlechter als vorher geht, dann führt das meiner Überzeugung nach NIE zu einem guten Ende.

Wahrheiten können verdammt schmerzhaft und unangenehm sein, aber unter all dem Kummer, liegt - wenn es richtig läuft - auch immer ein HEILENDER Aspekt zugrunde. Wenn man den heilenen Aspekt NICHT spürt, nicht mal indirekt, und es NUR belastend ist, dann gibt es vermutlich schlichtweg keinen heilenen Aspekt. Da muss man lernen auf sein Bauchgefühl zu vertrauen.

Klar, wird einem immer jemand "Flucht" vorwerfen, und die Therapeuten geben sich sowieso immer als über jeden Fehler erhaben...(ist Teil der Show)...und wiegeln unerwünschte Nebeneffekte gerne mal ab, dass dies nur vorrübergehend sei oder am Patienten läge.
Da könnte man stundenlang darüber diskutieren, ohne einen Schritt weiter zu sein. Jedes JA zu etwas ist auche ein NEIN zu etwas anderem. Jede Entscheidung für etwas kann einem als FLucht vor dessem Gegenteil ausgelegt werden.Da kommt man vom Hölzchen zum Stöckchen.

Ich entschiede mich für ein eindeutiges JA zu mir, meinen Werten, meinem Bauchgefühl, auch wenn es ein NEIN für die Therapie bedeutet. Sie hat mir mehr Sorgen bereitet...(Vorbereitung, Nachbereitung, Ärger, Missverständnisse, Unsicherheit)... als sie mir gebracht hätte.

Wer sagt überhaupt, dass es deine aktuelle Lebensaufgabe ist, dich zu öffnen? Einfach nur dasitzen und reden ist KEIN Allheimittel. Manchmal braucht man aus welchen Gründen auch etwas anderes. Dann ist es völlig egal, wie viele Stunden und Monate du noch dasitzt und versucht, dir was aus den Fingern zu saugen.
Anders gefragt: was BRAUCHST du denn im Moment, damit du dich besser fühlst? Lausch mal in dich rein, und dann lerne, dir selbst zu vertrauen. Wer weiß, vielleicht willst du unbewusst ja auch einfach so sein dürfen, wie du bist und da ist ständiges Bohren und Zerren halt nun mal gerade kontra-induiziert. Vielleicht brauchen manche Wunden Zeit und Ruhe um zu heilen, auch dann wäre mit aller Gewalt etwas in Therapie zu erzwingen nicht angezeigt.

Ich wiederhole: löse dich von dem Gedanken, dass NUR Therapie dir helfen kann, und wenn doch, dann muss es auch nicht DIESE eine spezielle Therapieform oder diese EINE bestimmte Therapeut sein. Wenn dein größter Wunsch ist, so sein zu dürfen, wie du bist... dann wäre doch genau DAS doch mal eine Grundlage für die nächste Sitzung, oder? Dann erklärt sich die Therapiemüdigkeit auch fast von alleine. Warum brauchst deiner Meinung nach du die Erlaubnis eines Therapeuten, um sein zu dürfen um heil zu werden?
"Breathe. Focus. Go."

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lisbeth
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Beitrag Do., 12.11.2020, 08:52

fanatikati hat geschrieben:
Mi., 11.11.2020, 22:55
Nicht zu wissen was ich sagen soll. Über Themen zu reden bei denen ich einfach nicht weiß wie ich sie erklären soll. Mir ständig Gedanken darüber zu machen was er von mir denkt, wie ich mich verhalte.
Jedes Mal im Anschluss das schlechte Gefühl was erzählt zu haben, mir schlecht vorzukommen.
Ich weiß nicht, ich bin momentan so ausgelaugt und habe irgendwie das Gefühl die therpaie raubt mir die letzte Kraft.
Aber genau das ist ja das, was du in der Therapie lernen kannst/darfst: Zu dir und deinen Empfindungen zu stehen, egal was das Gegenüber von dir denken mag. Zu lernen, über deine Gefühle zu sprechen. Zu lernen, dass deine Gefühle ok sind, dass du grundsätzlich ok bist. Und die Erfahrung zu machen, dass du im Therapeuten ein Gegenüber hast, der dir grundsätzlich mit einer wohlwollenden Haltung begegnet (und darüber zu lernen, dir selbst gegenüber wohlwollender zu sein). Das ist vermutlich etwas, was du aus deiner Geschichte so nicht kennst und dann wundert es mich auch nicht, wenn du diese Therapiesituation als extrem unangenehm empfindest.

Klar, du kannst auch sagen, das ist alles nix für mich, ich höre damit auf. Bist ja schließlich ein freier Mensch. Aber ich glaube schon dass es bei dem, was du an Symptomatik hier (bzw in deinem anderen Thread) beschrieben hast, ohne Hilfe schwierig sein könnte, innere Stabilität aufzubauen.

Dass es in der Therapie anstrengend, und zuweilen auch mal richtig schmerzhaft sein kann, kennen glaube ich die meisten hier. Was mich in solchen Momenten motiviert ist zum einen die Erkenntnis für mich, dass es so wie es gerade ist nicht bleiben kann und soll. Und wenn ich abbreche, dann würde ich erstmal ziemlich sicher in diesem Sumpf weiter feststecken. Und zum anderen die Erfahrung, dass die Therapeutin wirklich auf meiner Seite ist, auch wenn wir manchmal nicht einer Meinung sind und die Dinge sehr unterschiedlich betrachten. Aber es hat auch eine ganze Weile gedauert, bis ich das so für mich feststellen konnte, dass ich in ihr eine Verbündete und keine Gegnerin habe. Dass ich trotzdem in ihr immer wieder die Gegnerin sehe, sind vor allem meine alten Muster, mit denen ich mich jahrelang versucht habe selbst zu schützen. Und das ist mein eigenes, das würde ich immer mitnehmen und weiter mit mir rumtragen, und das würde mich daher auch immer weiter verfolgen, auch wenn der Fluchtimpuls mir sagt, ich muss mir die Gegnerin vom Halse schaffen.

Was mir manchmal auch hilft: Mit der Therapeutin offen darüber reden, wie ich es grade empfinde. Ich hatte eine Phase, da hatte ich richtig Angst vor den Stunden. Ich habe das angesprochen und dann haben wir lange darüber gesprochen, wovor ich Angst habe. Was meine Befürchtungen sind. Und ja, da war auch die Angst, dass sie mich (oder das worüber ich rede) lächerlich finden könnte. Und das Ding ist: Sie kann mir 1000x sagen, dass sie mir wohlwollend begegnet, ich werde es ihr nicht glauben, bis ich mit ihr in Situationen war, wo das dann wirklich stattgefunden hat. Und weil man nur durch Wiederholung lernt, braucht es (leider) etliche Wiederholungen. Das macht es (auch) anstrengend.
fanatikati hat geschrieben:
Mi., 11.11.2020, 22:55
Er meint therpaie ist kein einfaches Pflaster, vor allem wenn man nie über belastende Dinge mit anderen geredet hat. Er hat auch bisschen Tempo rausgekommen aber selbst die bloße Anwesenheit ist Stress pur für mich.
Ich glaub, da ist es auch gut, das immer wieder anzusprechen, auch wenn es schwer fällt. Und vielleicht auch zusammen zu überlegen, was du brauchst, damit du etwas entspannter sein kannst. Andere Sitzordnung, z.B. nebeneinander und in eine Richtung gucken (aus dem Fenster oder so) damit du dich nciht so beobachtet fühlst? Eine Decke, in die du dich einwickeln kannst und dich so geschützter fühlst? Gibt es bestimmte Fragen von ihm, die dich stressen - könnte er die anders formulieren?
Auch da geht es ja um deine Bedürfnisse, und dass die da sein dürfen. Darum, dass du dich wichtig nehmen kannst und deine Bedürfnisse auch vertreten kannst. Und manchmal ist auch so eine Frage wie "was brauchen Sie denn?" schwierig, weil man da keine Antwort drauf hat, und dann fühlt man sich auch schon wieder doof und unfähig. Aber ich hab dann angefangen zu sagen: Ich weiß es nicht, wie kann ich es rausfinden? Und dann kann man anfangen sich dem Schritt für Schritt anzunähern. Langsam.

Und ja, es kann auch sein, dass das so grundsätzlich nicht klappt, zwischen dir und dem Therapeuten. Vielleicht braucht es jemand anderes. Vielleicht würdest du dich mit einer Frau wohler fühlen. Oder es wäre für dich hilfreicher, mit Bildern und Malen und Gestaltungen zu arbeiten, oder körperorientiert. Oder mit Musik. Viele Wege führen nach Rom, es gibt nicht nur einen einzigen. Aber auch über sowas würde ich mit ihm reden an deiner Stelle. Wenn er als Therapeut etwas taugt, sollte er das nicht persönlich nehmen, sondern dir dabei helfen, herauszufinden, was für dich ein guter Weg sein könnte.
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Beitrag Do., 12.11.2020, 12:53

Ich bedanke mich mal für die ausführliche Antwort, da ich heut leider nicht ganz auf der Höhe bin, werde ich morgen darauf antworten

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fanatikati
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Beitrag Fr., 13.11.2020, 21:38

So, nun bin ich endlich fähig auf die Antwort zu reagieren.
Nochmals danke lisbeth für die Antwort.

lisbeth hat geschrieben:
Do., 12.11.2020, 08:52
Aber genau das ist ja das, was du in der Therapie lernen kannst/darfst: Zu dir und deinen Empfindungen zu stehen, egal was das Gegenüber von dir denken mag. Zu lernen, über deine Gefühle zu sprechen. Zu lernen, dass deine Gefühle ok sind, dass du grundsätzlich ok bist. Und die Erfahrung zu machen, dass du im Therapeuten ein Gegenüber hast, der dir grundsätzlich mit einer wohlwollenden Haltung begegnet (und darüber zu lernen, dir selbst gegenüber wohlwollender zu sein).
Aber wie soll das möglich sein, wenn ich die Kraft dafür einfach nicht habe? Ich bin jedes mal schon vor der Therapie ausgelaugt, weil es mich einfach belastet hinzugehen. Ich schaffe es einfach nicht über Gefühle zu reden und der Therapeut versucht alles um mir zu helfen aber ich packe es einfach nicht. Es ist eine Zwickmühle, ich weiß ich brauche es eigentlich aber ich weiß auch dass ich es einfach nicht kann.

lisbeth hat geschrieben:
Do., 12.11.2020, 08:52
Aber ich glaube schon dass es bei dem, was du an Symptomatik hier (bzw in deinem anderen Thread) beschrieben hast, ohne Hilfe schwierig sein könnte, innere Stabilität aufzubauen.
Ja, aber vom Gedanken der inneren Stabilität habe ich mich mittlerweile verabschiedet. Ich weiß, dass mein Leben einfach nicht so ist, wie das von anderen. Das es mir nie so richtig gut gehen wird und momentan ist einfach das Gefühl präsent, dass die Therapie da einen großen Teil in die negative Richtung beiträgt.
lisbeth hat geschrieben:
Do., 12.11.2020, 08:52
Ich habe das angesprochen und dann haben wir lange darüber gesprochen, wovor ich Angst habe. Was meine Befürchtungen sind.
Das ist eben auch ein Problem. Ich weiß nicht was mir Angst macht, was mich stresst. Und wenn ich dann daran denke, diese Frage zu beantworten bekomme ich nochmehr Stress.
lisbeth hat geschrieben:
Do., 12.11.2020, 08:52
Und ja, es kann auch sein, dass das so grundsätzlich nicht klappt, zwischen dir und dem Therapeuten. Vielleicht braucht es jemand anderes. Vielleicht würdest du dich mit einer Frau wohler fühlen.
Ich muss sagen, bei den Erstgesprächen habe ich mich bei den Frauen einfach nicht wohlgefühlt. Ich denke auch nicht dass es am Therapeuten, sondern an mir liegt.