Wie Psychotherapie beenden?

Hier können Sie Ihre Fragen rund um die Rahmenbedingungen von Psychotherapie (Methoden, Ablauf usw.) anbringen.
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whoever..
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Wie Psychotherapie beenden?

Beitrag Sa., 22.01.2011, 14:05

Hi zusammen,

ich bin neu hier und habe gleich meine erste Frage:

Ich bin nun seit ca. einem halben Jahr wegen Depressionen in Psychotherapie.
Ich ging eigentlich auch immer gerne hin, aber wirklich gebracht hat es mir nichts. Bisher bezahlte mein Vater für die Therapie, aber da ich vor kurzem 18 geworden bin, und seiner Meinung nach sich durch die Therapie nicht viel verändert hat (finde ich ja auch) muss ich mich jetzt selbst "drum kümmern".

Nun ist es so, dass ich letztes Jahr meine Schulausbildung abgeschlossen habe und derzeit arbeitslos bin --> kein Einkommen. Natürlich könnte ich mir eine weitere Therapie mit meinem ersparten Geld leisten, aber durch den mäßigen Erfolg will ich es ehrlich gesagt nicht. Denn wenn ich mir mit dem Geld etwas anderes gönnen würde, z.B. etwas mit Freunden unternehmen, essen gehen,... würde es mir mehr Freude bereiten als die Therapie.

Bei meiner letzten Sitzung vor einer Woche habe ich mir keinen weiteren Termin ausgemacht, sondern habe dem Therapeuten gesagt, dass ich mich noch melde wegen der nächsten Sitzung.

Doch jetzt weiß ich nicht, wie ich weiter vorgehen soll. Soll ich einfach anrufen und sozusagen telefonisch die Therapie beenden oder noch einen Termin für eine Art Abschlussgespräch ausmachen?..

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sweet_hom_hh
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Beitrag So., 23.01.2011, 03:09

Hallo Neuer Forumianer!

Ein halbes Jahr ist sehr wenig. Die Heilung der Depression ist ein Prozess der seine Zeit braucht und 6 Monate ... das ist erst der Anfang.
Wie oft gehst du zu deinem T.? 1 mal die Woche, oder 2 mal?

Sprich unbedingt deinen Therapeuten auf das Problem an. Wie sieht es mit einer/deiner Krankenkasse aus? Das wäre doch eine mögliche Lösung.

Habe Geduld mit dir und rede mit deinem T. Es ist wichtig. Und tue es nicht per Telefon, sondern Persönlich.

GLG
Sweet
ta tü ta ta

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whoever..
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Beitrag So., 23.01.2011, 11:21

Also bisher bin ich meistens alle 2 Wochen zum Therapeuten gegangen.

Die Stunde kostet € 55 und von der Krankenkasse bekomm ich € 21,80 rückerstattet, bleiben immer noch € 33 die ich selbst zahlen muss...

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ENA
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Beitrag So., 23.01.2011, 13:48

Hm,...ich will ja nicht an Deiner Entscheidung rütteln oder Deine finanzielle Situation an zweifeln. Zu dem, was Du hier geschrieben hast, sind mir aber zwei Gedanken gekomme, die ich gerne mitteilen würde:

whoever.. hat geschrieben:Also bisher bin ich meistens alle 2 Wochen zum Therapeuten gegangen.

Richtige Depressionen brauche in der Regel lange zum Heilen. ...und 2 Therapiesitzungen im Monat sind auch für andere Diagnose wenig. Demnach hast Du jetzt ja grade erst 12 Sitzungen gehabt- und das auch nur, wenn der Therapeut in der Zeit nie in Urlaub und Du immer da warst. Nur mal so als Gedanke... .

whoever.. hat geschrieben:Die Stunde kostet € 55 und von der Krankenkasse bekomm ich € 21,80 rückerstattet, bleiben immer noch € 33 die ich selbst zahlen muss...

Das ist nahezu geschenkt, wenn man sieht, wieviele andere Leute als Selbstzahler zahlen müsse. Ich kenne da Beträge zwischen 60 und 90€ für 50 Minuten!...
Wenn Du also nur zweimal in der Woche hingehst, sind das 66€ für Deine Gesundheit und die Chance auf eine verbesserte Lebensqualität in der Zukunft.

Falls Du aber dennoch die Therapie beenden möchtest, es gibt auch noch Selbsthilfegruppe und Beratungsstellen, auch wenn die nicht so eine intensive Arbeit leisten können, wie ein Therapeut.
...und ich würde auf jeden Fall ein Abschlussgespräch mit dem Therapeuten führen! Das halte ich für ganz wichtig, damit ihr beide das auch wirklich abschließen könnt und nichts mehr im Raum stehen bleibt!

Wünsche Dir viel Glück und Erfolg!


Nachtrag: Ich kenne auch jemanden, der, um sich die Therapie zu leisten, einen Nebenjob angenommen hat. Bei 66€ im Monat würde sogar Zeitungsaustragen reichen!...
Zuletzt geändert von ENA am So., 23.01.2011, 15:14, insgesamt 1-mal geändert.

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münchnerkindl
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Beitrag So., 23.01.2011, 14:50

Wenn du gerade arbeitslos bist könntest du eine stationäre Psychotherapie machen, die zahlt auch die Krankenkasse.

Und dann 6 Monate, 1 Sitzung alle 2 Wochen, bei den 12 Sitzungen, da kann nicht viel dabei rumkommen, selbst wenn der Therapeut gut ist und das Therapieverfahren geeignet. Das ist noch nicht mal genug um zu sehen ob die Therapie überhaupt wirkt oder nicht, ausser du hast ein eher harmloses Problem das mit ein paar Sitzungen Verhaltenstherapie in den Griff zu kriegen ist.

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Lockenkopf
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Beitrag So., 23.01.2011, 20:54

münchnerkindl hat geschrieben:
Und dann 6 Monate, 1 Sitzung alle 2 Wochen, bei den 12 Sitzungen, da kann nicht viel dabei rumkommen, selbst wenn der Therapeut gut ist und das Therapieverfahren geeignet. Das ist noch nicht mal genug um zu sehen ob die Therapie überhaupt wirkt oder nicht, ausser du hast ein eher harmloses Problem das mit ein paar Sitzungen Verhaltenstherapie in den Griff zu kriegen ist.


Ich denke, das liegt weniger an der Anzahl der Sitzungen im Monat, ob eine Psychotherapie was bringt oder nicht. Sondern daran, ob man überhaupt zu einer Psychotherapie bereit ist, sich ein Ziel steckt und entschlossen daran arbeitet. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.

Ich habe meine erste schwere depressive Episode in einem 14 tägigen Rhytmus sehr gut bearbeiten können.
Liebe Grüße
Lockenkopf

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Beitrag So., 23.01.2011, 21:03

Ja, danke erstmal für eure Antworten!

@ENA: Ich dachte mir, dass man nach einem halben Jahr wenigstens etwas Besserung erkennen sollte.

Wenn Du also nur zweimal in der Woche hingehst, sind das 66€
Du meinst doch 2 mal im Monat??

Also wenn ich merken würde, dass es mir besser geht durch die Therapie wäre es mir das auf jeden Fall wert, nur hat sich in dem halben Jahr nichts getan. Und ich weiß auch nicht, was sich da in Zukunft verändern soll, denn es ist eigentlich immer dasselbe: Der Therapeut fragt mich, wie es mir geht,.. dann erzähl ich ihm halt, was sich seit der letzten Sitzung getan hat, was mich bedrückt, was toll war,... Falls ich ein konkretes Thema ansprechen will, tue ich das natürlich auch, aber der Therapeut sagt prinzipiell fast nie etwas. Ich habe halt nicht das Gefühl, dass es mich weiter bringt, wenn ich jemandem davon erzähle wie es mir geht.

@münchnerkindl: Darüber habe ich auch schon nachgedacht, aber alleine bei dem Gedanken, stationär auf Psychotherapie zu schein fühle ich mich schon schlecht..

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ENA
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Beitrag So., 23.01.2011, 21:21

whoever.. hat geschrieben:Du meinst doch 2 mal im Monat??

Ja, meinte ich. Hab mich verschrieben!!!

whoever.. hat geschrieben:Ich habe halt nicht das Gefühl, dass es mich weiter bringt, wenn ich jemandem davon erzähle wie es mir geht.

Habt ihr schon mal darüber gesprochen, was Du Dir von ihm, von der Therapie wünschst?

Stand hier eigentlich irgendwo, welche Therapieform Du machst? Ich meine, je nach Therapieform reagieren Therapeuten ja auch anders!...

whoever.. hat geschrieben:Also wenn ich merken würde, dass es mir besser geht durch die Therapie wäre es mir das auf jeden Fall wert, nur hat sich in dem halben Jahr nichts getan. Und ich weiß auch nicht, was sich da in Zukunft verändern soll, denn es ist eigentlich immer dasselbe:

Also wenn Du wirklich wechseln oder Therapie generell beenden willst, würde ich Dir trotz allem ein abschließendes Gespräch empfehlen.

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Beitrag So., 23.01.2011, 21:39

Habt ihr schon mal darüber gesprochen, was Du Dir von ihm, von der Therapie wünschst?


Ja, haben wir. Er hat dann gesagt, dass ich die Therapie natürlich mitgestalten kann und jedes Thema einbringen was ich will.

Stand hier eigentlich irgendwo, welche Therapieform Du machst? Ich meine, je nach Therapieform reagieren Therapeuten ja auch anders!...


Es ist eine Systemische Therapie.

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Wald123
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Beitrag Di., 13.02.2018, 16:48

Ich bin jetzt auch an dem Punkt, wo ich mir überlege, die Psychotherapie zu beenden. Ich bin zwar schon zwei Jahre dabei, aber ich habe einfach keine Lust drauf hin zu gehen. Ich habe kein Bedürfnis mehr mit einer fremden Person über mich zu reden. Das gefällt mit einfach nicht mehr. Was mir so und so hilft, ist das Tagebuch schreiben. Das ist ganz gut! Mit hilft es auch, konkrete Pläne zu machen. :)
Bei mir wärs mit dem Geld nicht das Problem, aber es gibt andere Dinge, die mich im Leben einfach mehr motiviren, als ein Besuch beim Psychotherapeuten. Es tut zwar auch gut zum Psychotherapeuten zu gehen, aber ich habe keine Lust mehr darauf!

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Noenergetik
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Beitrag Di., 13.02.2018, 18:45

Und warum sagst Du das Deinem Psychotherapeuten nicht einfach?

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Beitrag Do., 15.02.2018, 21:32

Noenergetik hat geschrieben:
Di., 13.02.2018, 18:45
Und warum sagst Du das Deinem Psychotherapeuten nicht einfach?
Habe ich ja eh schon gemacht!

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Noenergetik
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Beitrag Fr., 16.02.2018, 18:03

O.K., und hast Du denn jetzt noch eine Frage zu dem Thema oder wolltest Du das einfach mit uns teilen?

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Wald123
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Beitrag Fr., 16.02.2018, 20:09

Noenergetik hat geschrieben:
Fr., 16.02.2018, 18:03
O.K., und hast Du denn jetzt noch eine Frage zu dem Thema oder wolltest Du das einfach mit uns teilen?
Falls sich noch weitere Antworten ergeben, dann schreibe ich gerne noch zurück. Richtig Fragen habe ich eigentlich keine, aber naja, bin für Inputs offen.

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Philosophia
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Beitrag Fr., 16.02.2018, 20:57

Erinnert mich gerade an deinen Thread "feste Freundin", hier kommt keine Kommunikation zustande.
"Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen." - Albert Schweitzer