Cipralex abgesetzt - unschöne Nebenwirkungen

Erfahrungsaustausch zur Begleitmedikation zur Psychotherapie (Psychopharmaka und pflanzliche Mittel). Achtung: dient nicht zur gegenseitigen Medikamentenberatung, die ausschließlich Fachärzten vorbehalten ist. Derartige Beiträge werden aus dem Forum entfernt.
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madame_grinsekatze
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Re: Cipralex abgesetzt - unschöne Nebenwirkungen

Beitrag So., 11.05.2014, 16:53

hallo!

ja, am anfang können solche nebenwirkungen leider schon auftreten. aber bei mir gingen sie nach einem konstanten medikamentenspiegel ganz weg.
ich bin froh das ich die cipralex habe und es mir damit besser geht. aber klar bin ich auch kein fan davon und würde viel lieber keine nehmen. aber wenns nichts anders geht...
meine ärztin hats mit hohen blutdruck verglichen, den will auch keiner aber trotzdem sollte man tabletten dagegen nehmen. also nicht die wirkungsweise sondern wenn es eben notwendig ist das es auch ok ist das in anspruch zu nehmen.

lg grinsekatze


Wino
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Beitrag Mi., 30.07.2014, 21:07

Nachdem ich 3 Jahre lang 20mg Cipralex pro Tag eingenommen habe, habe ich mich vor einigen Wochen dazu entschlossen, das Medikament abzusetzen. Einerseits weil ich mir über längere Zeit gut und stabil gefühlt habe, andererseits weil ich endlich wieder mal ohne Medikamente leben wollte. Ich habe dann von 20mg auf 10mg pro Tag runtergestuft.. Dies ca. 2 Wochen so eingenommen, danach habe ich Cipralex komplett auf 0 abgesetzt. In den ersten Tagen ging es mir sehr gut, dann aber nach ca. 4-5 Tagen bekam ich sehr starke Schwindelgefühle. Ich machte aber trotzdem weiter und besorgte mir in der Apotheke Entschlackungstee um die ganzen Giftstoffe aus meinem Körper zu lösen. Nach etwa 1 Woche hörte dann der Schwindel auf und mir ging es wieder total super und ich fühlte mich gut.
Also ich kann Cipralex wirklich JEDEM empfehlen. Ich hatte nie irgendwelche Probleme oder Unverträglichkeiten und auch keine Gewichtszunahme. Also war wirklich top zufrieden mit dem Produkt.

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Gina55
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Beitrag Mi., 30.07.2014, 21:24

Ich nehme 20 mg pro Tag und bin dankbar, dass es Medis gibt. Ich habe vor Jahren den Ausstieg probiert indem ich es ausschleichen liess. Es ging ne Zeitlang gut. Aber am Ende ging es wieder los. Heute nehme ich sie und mache mir nicht noch zusätzlich Stress drüber nachzudenken. Ich bin auch mit der Aufarbeitung meiner komplexen PTBS noch nicht durch. Ist halt ein langer Weg. Vielleicht wirds irgendwann mal möglich sein, ohne zu leben. Das wäre schön.


wanisabi
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Beitrag So., 02.08.2015, 09:06

ich bin wirklich betroffen von dem was ihr da schreibt, ich hätte cipralex einschleichen sollen und bei der ersten 10mg tablette bekam ich 3 tage solches kopfweh dass ich meinte wieder eine gehirnhautentzündung zu bekommen. daraufhin habe ich mich geweigert es weiterzunehmen...der arzt verstand es nicht, hat noch nie gehört , dass es zu kopfweh kommen kan etc...ich werde kein psychopharm nehmen, das weiss ich jetzt, und mein schlafmittel ( das wirklich abhängig machen kann im gegensatz zu cipralex.???..sagt der arzt) ausschleichen, (bin schon bei einer 1/4 tablette ivadal angelangt). schilddrüse ist lebensnotwendig, asthmamedis sind lebensnotwendig, ein psychopharm nicht auf ein ganzes leben lang ausgelegt, manchmal lebensrettend aber v.a. auch ein big buisness,-ich danke euch für eure beiträge, es bestärkt mich sehr, auf meinen körper zu vertrauen, wenn er sich gegen sowas wie cipralex und co widersetzt. übrigens möchte ich autogenes training und yoganidra regelmässig machen, therapie sowieso schon eine zeit lang.-die arbeit an der psyche ist natürlich umso herausfordernder, aber dasjenige wo man wachsen und heilen kann, da bin ich sicher.

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schneeweiß
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Beitrag So., 16.08.2015, 13:53

Hallo!

Ich nehme seit ca. 2 Jahren Cipralex - 20mg und noch 2 andere Medikamente.
Es hat sich eher zufällig ergeben, dass ich das Cipralex nun länger schon nicht mehr nehme.
Ich hatte vergessen, das Rezept bei meiner Ärztin zu holen und dann nie Zeit gefunden, zu ihr zu gehen. Ich weiß, dass das gar nicht gut ist und ich rate auch jedem ab davon, auch wenn ich keine Probleme hatte.
Ich habe von der Einnahme nach eigenem Empfinden sehr profitiert, hatte aber nun keinerlei Probleme, seit ich sie nicht mehr nehme. Im Gegenteil, sogar einen positiven Nebeneffekt.

Ich möchte aber nochmal betonen, dass ich allen nur raten kann, das Absetzen von Medikamenten mit dem Arzt zu besprechen und nach Plan durchzuführen.
Ich denke aber, dass es durchaus hilfreich sein kann, sehr gut in sich selbst hinein zu spüren, was in einem selbst vor geht, ohne sich zuvor ausufernd über die möglichen Absetzerscheinungen zu informieren.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es hier so etwas gibt, wie es auch bei Placebo Präparaten der Fall ist - ganz allgemein gesagt - ohne hier jemandem etwas Wahrgenommenes absprechen zu wollen!

LG, schneeweiß


Stoni
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Beitrag Mo., 04.01.2016, 21:00

Hallo Leute!

Ich bin neu hier im Forum und benötige bitte eure Hilfe bzw. Meinung.

Ich habe vor rund einem Jahr mit Cipralex 10 mg (tagsüber) und Mirtabene 30 mg (zum Schlafen) begonnen. Nun bin ich beim Ausschleichen der Medikation (vor allem wegen heftige Muskelzuckungen, "Gehirn ist in Watte gepauscht", Unruhige Beine,...und und und) und habe beim Cipralex heftigste Nebenwirkungen. Bei einer Dosisreduktion von 10mg auf 7,5mg sind die Nebenwirkungen heftig. Jetzt bei der erneuten Reduktion auf 5mg ist es noch schlimmer (Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen, Nervosität, Anspannung, Ängstlichkeit, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsstörungen, Gefühlsstörungen in den Beinen....) Also die volle Palette...  

Hat wer von euch Erfahrungen beim Absetzen von Ciplralex bzw. auch so starke Nebenwirkungen gehabt?

Beste Grüße,


kullboys
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Beitrag Mo., 27.08.2018, 11:07

Also ich habe seit Herbst ein neues Medikament genommen (Cipralex) weils mir ziemlich mies ging. Mit dem Medikament tat sich plötzlich der Himmel auf. Ich wurde lebensfreudig, kontakfreudig, offen, fröhlich, redeselig, selbstbewusst, einfach ein neuer Mensch! :tanzen: Die Dosis war nicht einmal hoch aber es hat schon gereicht für ein komplett neues Lebensgefühl. Nun gut, ich habe ein paar gute Monate damit verbracht, bis ich fand, das es jetzt reicht und es ja auch ohne Medi gehen muss. Zudem wurde es mir langsam unheimlich, da ich mich mir fremd fühlte und ich fand ich rede langsam zu viel. Also habe ich das Medi von einem Tag auf den nächsten abgesetzt. Wie gesagt, es war keine hohe Dosis, daher spürte ich auch keine Absetzerscheinungen. ABER! (Ich weiss nicht ob das sein kann). Drei Tage später ging es bergab mit meiner Stimmung. Gleichzeitig mit dem Absetzen des Medi habe ich auch wieder mit der Arbeit begonnen, das ist vielleicht noch wichtig zu sagen. Ich hatte plötzlich keinen Appetit mehr, Bauchweh, Kopfweh, traurig, müde, komischer Herzschlag.... arbeiten wurde zum Horror. Meine Lebensfreude wie weggeblasen. Kann das wirklich so schnell umschlagen?? Ich bin der Meinung ich muss mein Leben auch ohne Antidepressiva leben können aber ehrlich, wenn das so endet ohne, dann ist das ja unmöglich? ::? Dann bin ich ja quasi nur durch das Medikament gesteuert und das will ich ja eigentlich nicht. Mir ist jetzt etwas fraglich was ich tun soll. Das Medi wieder nehmen? Oder mal warten bis die Symptome sich legen?
Danken.


kaja
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Beitrag Mo., 27.08.2018, 12:12

Man kannals Herzkranker auch sagen man sei der Meinung man müsse ohne auch Betablocker leben können, ändert halt nichts daran das man sie braucht.

Das genannte Medikament hat im übrigenen keinen Einfluss auf die Persönlichkeit.

Medikamente sollten nie plötzlich und ohne Rücksprache abgesetzt werden. Sowas macht man schrittweise und oft parallel zur weiteren Behandlung. Es ist vollkommen üblich sie auch dann noch eine Weile zu geben wenn es dem Patienten besser geht. Das kann dein Arzt dir aber alles im Detail erklären.
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Malia
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Beitrag Mo., 27.08.2018, 13:32

Bei den meisten Menschen - außer bei denen mit wirklich schweren Depressionen - wirken Antidepressiva durch den Placebo-Effekt (darüber gibt es Studien), den man allerdings deswegen nicht unterschätzen sollte.

Möglicherweise sind noch andere Dinge in deinem Leben passiert, die zu diesen Stimmungsauffälligkeiten geführt haben.
Alles wird wieder gut.
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spirit-cologne
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Beitrag Mo., 27.08.2018, 15:54

Ich gebe Kaja recht und kann echt nicht verstehen, wieso du die Medikamente ohne Rücksprache mit deinem Arzt abrupt abgesetzt hast. Hättest du ihn vorher gefragt, hätte er das, was dir hier jetzt die User mitteilen schon längst erklären können und du hättest deinen Stimmungseinbruch verhindern können. Antidepressiva gleichen in erster Linie ein Serotonindefizit aus, was bezüglich der depressiven Symptomatik die Besserung bewirkt. Der Nachteil ist, dass der Körper, da das Medikament ihm einen Teil der Arbeit abnimmt, ein wenig "faul" wird und beginnt selbst weniger Serotonin zu produzieren. Wenn du ein Antidepressivum absetzt, muss sich der Körper erst langsam daran gewöhnen, wieder selbst genug Serotonin zu produzieren, deshalb schleicht man es aus. Wenn du abrupt absetzt, produziert der Körper viel zu wenig Serotonin und die künstliche Erhöhung des Serotoninspiegels durch das Medikament findet auch nicht mehr statt. Dementsprechend ist jetzt viel zu wenig Serotonin verfügbar und du reagierst depressiv. Haste dir selbst verbockt...
It is better to have tried in vain, than never tried at all...


Lagertha
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Beitrag Fr., 19.06.2020, 19:29

Ich habe nach 3 Jahren meine AD langsam ausgeschlichen. Seit dem Absetzen leide ich an einer Histaminintoleranz. Hab schon in anderen Foren von Betroffenen gelesen, dass das bis zu 2 Jahre dauern kann, bis sich das wieder legt. nicht lustig. hat jemand Erfahrung damit?