Maskentragen

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Sadako
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Maskentragen

Beitrag Do., 10.09.2020, 17:28

Hallo ...
Ich weiss gerade nicht so genau, wo das hingehört. Eigentlich ist es ein „Psychothema“ aber es geht auch um Corona.
Ich habe es extrem schwer mit dem Maskentragen.
Ich halte das Ganze für völlig sinnvoll und hab mir schon Anfang Februar welche in China bestellt. Leider machen die bei mir ziemlich heftige Flashbacks. Manchmal und für kurz geht es, aber immer wieder geht es auch nicht.
Maske tragen ist ja in der Öffentlichkeit sinnvoll bzw. Pflicht und genau da sind heftige Flashbacks besonders unglücklich.
Hat jetzt letzte Woche tatsächlich dazu geführt, dass jemand die Rettung angerufen hat (was das Ganze leider eher verschlimmert) ich weiss nicht mehr weiter- ich kann nicht alles sein lassen für Monate und Jahre und ich merke aber das das mit den Masken auch nicht mehr gut weiter geht.

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Vivy
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Beitrag Do., 10.09.2020, 18:16

Liebe Sadako!

Ich weiß nicht so genau, ob dir das jetzt was hilft, aber ich gesell mich mal zu dir.
Mir geht es ganz genau so, wie dir.

Bei mir ist es beides, selbst tragen und andere damit sehen.
Manchmal geht es kurz und manchmal gar nicht.

Ich fühle mich abgeschnitten und isoliert und es ist kein Ende in Sicht.

Ich gehe eigentlich kaum mehr irgendwohin, wo Maskenpflicht besteht. Ich gehe nur (Lebensmittel) einkaufen, wenns nicht anders geht oder weil ich nicht will, dass mein Mann alles alleine machen muss.
Beim einkaufen muss ich immer schneller sein, als die Panik.

Ich bestelle alles andere online, ich lass mir Einkäufe zusammenstellen und hole sie dann nur ab. (der DM hat da inzwischen eine Express Abholung)
Alles andere ..... es geht nicht.

Im Juni hab ich es endlich geschafft, mir von meinem Hausarzt ein Attest zu besorgen, incl heftiger Panikattacke bei ihm in der Praxis. Er meinte auch, dass das schlimmste wohl wäre, wenn ich eine Attacke irgendwo bekomme, und dann jemand den Rettungswagen holt und er hat mir zusätzlich zum Attest Tavor verschrieben, für den Notfall.
Ich benutze das Attest nicht, weil ich zu viel Angst habe, dass ich aggressiv angegangen oder beschimpft werde. Aber es macht mir möglich, zum Arzt zu gehen, weil ich dann immer sagen kann, ich hab ein Attest, ich kann nicht, wir müssen eine Lösung finden. Und es gibt mir Sicherheit insofern, dass ich einen „Notausgang“ habe, nämlich die Maske runter zu tun, wenn ich ncht mehr kann. Das Blöde ist, ich hab außerdem Asthma und der schlimmste Asthma-Auslöser ist Stress. Und so schaukelt sich das dann hoch.

Vor ca 5 Wochen hab ich mich dann auch endlich getraut, in der Therapie das Problem anzusprechen. Seitdem arbeiten wir daran und es gestaltet sich als sehr schwierig und zäh. Im Grunde ist es eine Traumakonfrontation, ohne dass ich mich zwischen den Stunden davon erholen kann. (Und ich krieg schon Schweißausbrüche während ich dir schreibe)
Ich hab ihn gefragt, wie ich im Alltag damit umgehen soll. Er sagte, es würde nichts bringen, mich ständig damit zu konfrontieren. Und soweit es geht, die Angst wegmachen (manchmal geht das, manchmal gar nicht), und ich würde es durchs „wegdissoziieren“ nichts schlimmer machen. Und auch nicht durchs vermeiden.
Und er sagte: hier arbeiten wir dran. Aber in so kleinen Schritten, dass ich nicht überfordert bin. Sobald ich zu viel Angst bekommen würde, würde sich nur die Überforderung von früher wiederholen und dann wäre das kontraproduktiv.
Es ist ein Kack, wirklich. Manchmal könnte ich nur kotzen.

Ich hab leider keine Lösung, aber meine Solidarität für dich.

Was mir Erleichterung bringt ist mit mir selbst freundlich zu sein. Gut für mich zu sorgen. Gut vorher zu prüfen, was geht und was nicht geht.
Es hilft, mir Strategien zu überlegen, wie es mir möglich ist, überhaupt mal irgendwohin zu gehen. Zum Beispiel habe ich eine Freundin, die mit mir alle paar Wochen mal in einen Wollladen geht. Sie weiß Bescheid und sie gibt mir so viel Sicherheit, dass es wenigstens kurz mal geht.
Ich habe inzwischen auch vor meinem Mann ausgepackt und dadurch hat sich auch sehr viel entspannt, weil ich nicht mehr versuche, es vor ihm zu verstecken.
Beim einkaufen ist es ein bisschen besser geworden ab dem Moment, als ich mir erlaubt habe, dass ich, wenn ich an der Kasse (da ist es am schlimmsten, weil ich da „eingekeilt“ bin) auch einfach alles fallen lassen darf und raus gehen.
Sport mache ich im Freien.
Ich hab mit dem Therapeuten geredet. Es hat mich wirklich erleichtert, ihm das gesagt zu haben. Wir haben auch inzwischen teilweise verstanden, woher das alles kommt.
Ich hab ein Attest und kann so wenigstens zum Arzt gehen.
Vor dem Einkaufen treffen wir absprachen und ich rede mit der Kleinen, für die es am schlimmsten ist. Und während dem einkaufen rede ich auch viel mit ihr. Ich sage ihr, dass sie noch kurz durchhalten soll, dass wir gleich wieder draußen sind. Dass keine Gefahr für sie besteht, dass ich mir sicher bin, dass ihr niemand was tut. Laut, ist mir egal, was die Leute denken.

Es ist wichtig, mir selbst immer wieder die kleinen Schritte klar zu machen, die ich gehe. Auch wenn sie winzig sind.

Gestern hat der Therapeut zu mir gesagt, dass es gut ist, wenn ich zu mir selbst ja sagen kann. Wenn ich mir sagen kann: Ja, ich bin so und ich akzeptiere mich so. Auch mit Panik.
Und ich merke, dass das ein großer Schritt werden könnte. Ich weiß, dass ich die Panik jetzt nicht einfach mal so abstellen kann. Und auch, wenn ich das jetzt in der Therapie angehe, das wird nicht so schnelL gehen. Ja, ich hab mich trotzdem lieb.

Ich weiß nicht, ob dir das jetzt hilft. Ich schicke es trotzdem mal ab.
»Man versteht nur die Dinge, die man zähmt«, sagte der Fuchs.
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Sadako
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Beitrag Do., 10.09.2020, 18:42

Es hilt, Vivy... allein schon zu sehen, dass ich nicht allein bin damit. Ich hab auch seit Mai ein Attest und nutze es (fast) nicht.
Als ich neulich mal (Friseur) nachgefragt habe, kam auch gleich die Antwort, dass ja quasi jeder Zweite inzwischen mit einem Attest um die Ecke kommt.
Das macht mich dann hilflos und auch sauer, wenn ich mit Coronaverweigerern mit ergaunerten Attesten in einen Topf geworfen wird. Noch dazu ist mur ja klar, dass es auch um meinen Schutz geht.
Es ist frustrierend, bei mir hat es auch einen traumatischen Hintergrund und es ist gerade noch zu viel und zu heftig um es zu berarbeiten.... insbesondere, weil ich dem Auslöser ja nicht aus dem Weg gehen kann im Alltag.
Das mit dem alles fallen lassen und raus als innere Erlaubnis, werde ich versuchen. Blöderweise habe ich oft von dem Moment an, wo es losgeht nur einen minikleinen Moment, wo ich noch handlungsfähig bin. Und ich hasse es so sehr, wenn in der Öffentlichkeit sichtbar wird, dass mit mir irgendwas nicht stimmt und ich weiß dann gar nicht was ich gemacht habe und,...
Also ziehe ich mich aus vielem zurück und das in einem Lebensabschnitt, wo ich eigentlich mehr Raum für mich und mein Leben zurückerobern will.
Das ist einfach Mist und es ist auch nicht wirklich abzusehen, wann sich das mal wieder bessern wird.
Ich experimentiere gerade auch mit verschiedenen Maskentypen. Bei mir ist es, je mehr es sich wie Stoff direkt vor Mund undNase anfühlt, desto schlimmer ist es. Aber das perfekte Ding habe ich noch nicht gefunden. :-(

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Kaonashi
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Beitrag Do., 10.09.2020, 18:54

Vivy hat geschrieben:
Do., 10.09.2020, 18:16
Ich benutze das Attest nicht, weil ich zu viel Angst habe, dass ich aggressiv angegangen oder beschimpft werde.
Das war bei mir am Anfang auch so. Am Anfang gab es ja auch Zeitungsberichte, wo es Zwischenfälle gab, dass Leute mit Attest/ohne Maske von anderen beleidigt oder sogar körperlich angegriffen wurden.
Ich habe schon seit Mai ein Attest, benutze es aber erst seit Juli/August beim Einkaufen, neuerdings auch in der Apotheke, beim Arzt und beim Frisör. Öffentliche Verkehrsmittel benutze ich nicht.

Wider Erwarten bekam ich bisher nur freundliche Reaktionen (z.B. von der Frisörin, den Kassierinnen an der Supermarktkasse und in der Apotheke).

Im Supermarkt habe ich manchmal das Gefühl, dass Leute herschauen, aber ich höre im Supermarkt immer Musik über Kopfhörer, daher würde ich es auch nicht mitbekommen, wenn jemand was Blödes sagen würde. Meistens habe ich aber das Gefühl, dass mein Nicht-Masketragen einfach zur Kenntnis genommen wird. Wahrscheinlich hat es sich inzwischen herumgesprochen, dass Einzelne keine Maske tragen können.

Alles in allem würde ich euch ermutigen, ein Attest einzuholen und auch zu benutzen. Es ist wirklich eine große Erleichterung. Ich habe mich vorher immer gequält oder vieles vermieden. Jetzt kehrt langsam wieder mehr Normalität ein, und es fühlt sich alles besser an.
Das macht mich dann hilflos und auch sauer, wenn ich mit Coronaverweigerern mit ergaunerten Attesten in einen Topf geworfen wird.
Ich glaube nicht, dass es derer sehr viele gibt, denn wenn ich unterwegs bin, dann bin ich meistens die einzige ohne Maske, nur ganz selten sehe ich noch jemanden, der auch keine trägt. Darüber hinaus habe ich schon einige Berichte von Leuten gelesen, die versucht haben, ein Attest zu bekommen, aber trotz guter Begründung damit gescheitert sind.
Die Aussage der Frisörin kann ich daher nicht nachvollziehen. Bei meiner Frisörin war es sogar so, dass sie mich aufgefordert hat, ohne Maske zu kommen; ich war mit Maske dort und wir kamen mehr durch Zufall auf das Thema, ich erwähnte mein Attest und sie sagte direkt, dann darf ich gleich die Maske abnehmen, es schien die größte Selbstverständlichkeit für sie zu sein.

Aktuell sind in meinem Bundesland maximal 0,03 % der Bevölkerung infiziert, das Risiko ist also minimal, überhaupt auf jemanden zu treffen, der infiziert ist.

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Vivy
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Beitrag Do., 10.09.2020, 19:04

Ach Mensch ja.
ich verstehe alles.

Ich experimentiere auch.
Zu dick geht nicht
zu eng anliegend geht auch nicht. Sobald das Ding den Mund berührt, fängt die Panik an.
und wenn es nach Krankenhaus aussieht, geht es gar nicht.

Also bin ich inzwischen so weit, dass ich weiß, dass die, die gehen, keine Gummis haben dürfen, sondern Bänder. Und die Bänder mache ich so locker, dass es gerade so hält.
Und sie müssen möglichst bunt sein, am besten gehen welche, die auch für Kinder geeignet wären, also vom Stoff her.
Ich habe mir jetzt einlagige nähen lassen und hoffe, dass die besser sind. Und ich habe alle, die zu dick sind weggeworfen.

Sadako hat geschrieben:
Do., 10.09.2020, 18:42
Das macht mich dann hilflos und auch sauer, wenn ich mit Coronaverweigerern mit ergaunerten Attesten in einen Topf geworfen wird. Noch dazu ist mur ja klar, dass es auch um meinen Schutz geht.
Ja, so gehts mir auch.
Und ich kann auch ganz schwer damit umgehen, dass ich das Gefühl habe, dass es auch einfach niemanden interessiert, dass es Menschen gibt, die da große Schwierigkeiten haben. Ich fühle mich da diskriminiert für etwas, wofür ich nichts kann. Und was ich ja auch nicht einfach abstellen kann.

Und dass es da auch um meinen Schutz geht, wenn andere welche tragen ist mir ja vom Verstand her völlig klar Emotional spüre ich das aber null. Alle Menschen mit den Dingern sind für mich vom Gefühl her heftig bedrohlich.
Sadako hat geschrieben:
Do., 10.09.2020, 18:42
Es ist frustrierend, bei mir hat es auch einen traumatischen Hintergrund und es ist gerade noch zu viel und zu heftig um es zu berarbeiten.... insbesondere, weil ich dem Auslöser ja nicht aus dem Weg gehen kann im Alltag.
.

Ja, das empfinde ich auch als extrem schwierig, dieses nicht aus dem Weg gehen können.
Am schlimmsten ist es für mich immer dann, wenn es unvermittelt kommt. Also, wenn ich irgendwohin gehe, wo es pflicht ist, dann kann ich mich ja zumindest ein bisschen drauf vorbereiten. Wenn mir aber plötzlich jemand damit entgegen kommt, z.B. im Freien, das ist extrem schwierig.
Bei uns kam die Post plötzlich mit Maske, warum auch immer. Ich bin dann nicht mehr an die Tür. Auch wenn es sich schlimm angefühlt hat.

Der Therapeut hat mich auch, als ich es endlich geschafft habe, es ihm zu sagen, mehrmals gefragt, ob ich das wirklich angehen will. Also wirklich oft.
Und auch wenns schwer ist, ich will das immer noch. Weil die EInschränkungen einfach zu groß sind.
Ich weiß noch nicht, ob ich es schaffe damit umzugehen, bevor sie abgeschafft werden. Aber ich weiß, dass es sich trotzdem lohnt.
Ich habe nämlich festgestellt, dass das Maskenproblem nur ein Teil eines größeren Problems ist. Ich habe auch schlimme Angst vor Ärzten, Krankenhäusern und Krankheiten.
Als ich das dem Therapeuten gesagt habe, meinte er nur, das würde ihn jetzt nicht wundern. haha.
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Anna-Luisa
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Beitrag Do., 10.09.2020, 19:39

Eine Bekannte von mir ist Friseuse - und erlebt es oft, dass man ihr ein Attest geben will. Einige reagieren sehr sauer, wenn sie sagt, dass diese in ihrem Salon nicht anerkannt werden.

Böse Blicke habe ich auch schon abbekommen. Und zwar wenn ich im Bus den Platz wechselte, weil jemand ohne Maske in meiner Nähe Platz nahm. Für diejenigen, die sich schützen wollen, macht es eben keinen Unterschied, ob jemand von der Maskenpflicht befreit ist - oder nicht.
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.
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lisbeth
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Beitrag Do., 10.09.2020, 20:02

Anna-Luisa hat geschrieben:
Do., 10.09.2020, 19:39
Böse Blicke habe ich auch schon abbekommen. Und zwar wenn ich im Bus den Platz wechselte, weil jemand ohne Maske in meiner Nähe Platz nahm. Für diejenigen, die sich schützen wollen, macht es eben keinen Unterschied, ob jemand von der Maskenpflicht befreit ist - oder nicht.
Voll daneben, Anna-Luisa. Keiner hier bestreitet, dass Masken eine sinnvolle Maßnahme sind. Und keiner stellt deinen Wunsch, dich selbst schützen zu wollen, in Frage.

Ich glaube keiner derjenigen, die wirkliche Probleme mit Masken haben, macht das aus Spaß an der Sache, oder weil man einfach keinen Bock hat oder weil man andere gefährden will. Und ich kenne welche, die leiden wirklich unter der Situation so wie sie ist, weil sie in ihrem Alltag massivst eingeschränkt sind, weil das seit ca. 6 Monaten so geht und weil keinerlei Ende in Sicht ist. Und wird ja auch in dem mehr als deutlich, was Sadako und Vivy geschrieben haben. Und auch wenn du dich da nicht reinversetzen kannst oder willst, dann nimm wenigstens zur Kenntnis, dass es da noch andere Aspekte gibt als deine eigene Wahrnehmung.
In dem Maß wie wir anfangen, Fragen anders zu stellen, werden wir auch neue Antworten finden.

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Anna-Luisa
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Beitrag Do., 10.09.2020, 20:11

lisbeth hat geschrieben:
Do., 10.09.2020, 20:02
Voll daneben, Anna-Luisa. Keiner hier bestreitet, dass Masken eine sinnvolle Maßnahme sind. Und keiner stellt deinen Wunsch, dich selbst schützen zu wollen, in Frage.

Ich glaube keiner derjenigen, die wirkliche Probleme mit Masken haben, macht das aus Spaß an der Sache, oder weil man einfach keinen Bock hat oder weil man andere gefährden will.
Voll daneben, lisbeth. Ich habe nie angenommen, dass jemand der Probleme mit Masken hat, diese nicht trägt, weil es ihm keinen "Spaß" macht. Oder er gar andere gefährden will.

Der Punkt ist aber für mich der: Es werden andere gefährdet. Denn der Virus macht leider auch nicht Halt vor denen, die aufgrund von Panikattacken keine Maske tragen. Sie sind leider (unbenommen anderer Aspekte) nicht weniger ansteckend.
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.
(Konfuzius)

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Sadako
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Beitrag Do., 10.09.2020, 20:24

Vivy hat geschrieben:
Do., 10.09.2020, 19:04
Ich habe nämlich festgestellt, dass das Maskenproblem nur ein Teil eines größeren Problems ist. Ich habe auch schlimme Angst vor Ärzten, Krankenhäusern und Krankheiten.
Als ich das dem Therapeuten gesagt habe, meinte er nur, das würde ihn jetzt nicht wundern. haha.
Ich hab auch ein heftiges Krankenhaustrauma...Noch ein Thema für sich...
Für dich muss es. Ja eine extreme Herausforderungen sein, wennn es dich auch jedesmal raushaut, wenn du eine Maske siehst.
Ich hoffe ganz doll, dass du das in der Therapie zumindest etwas ausgelöst bekommst... an dem Thema vorbei kommt man ja im Moment nicht. :neutral:

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Sadako
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Beitrag Do., 10.09.2020, 20:33

Anna-Luisa hat geschrieben:
Do., 10.09.2020, 19:39
. Für diejenigen, die sich schützen wollen, macht es eben keinen Unterschied, ob jemand von der Maskenpflicht befreit ist - oder nicht.
Ist dein Leben immer so schwarz-weiß?
Es impliziert, als wenn die, die mit Masken nicht klarkommen, andere gefährden wollen.
Liest du das aus meinen Schilderungen oder aus denen von Vivy heraus?
Für mich wäre es ein Horrorszenario, dass ich jemanden gefährde, weil ich da leichtsinnig wäre.
IGebau deshalb versuche ich mit den Dingern irgendwie klarzukommen und zahle einen verdammt hohen Preis. Wenn es schief geht, ist die Maske am Ende eh ab...spätestens die Sanis vom Rettungsdienst machen das. Aber genau die Erfahrung muss ich nicht in Wiederholungsschleife haben.

Aber gut, ich werde mich daran nicht weiter abarbeiten, an dem was da da schreibst.

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Vivy
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Beitrag Do., 10.09.2020, 20:35

Sadako hat geschrieben:
Do., 10.09.2020, 20:24


Ich hab auch ein heftiges Krankenhaustrauma...Noch ein Thema für sich...
Für dich muss es. Ja eine extreme Herausforderungen sein, wennn es dich auch jedesmal raushaut, wenn du eine Maske siehst.
Ich hoffe ganz doll, dass du das in der Therapie zumindest etwas ausgelöst bekommst... an dem Thema vorbei kommt man ja im Moment nicht. :neutral:
Nee, kommt man nicht.
Und das Krankenhaus ist nur ein Teil des Problems. Weiter will ich das hier auch gar nicht weiter ausführen.

Ich hoffe es sehr, dass ich da eine wie auch immer geartete Verbesserung hinbekomme. Eben weil man nicht dran vorbei kommt und weil die Einschränkungen so groß sind.

Mein Therapeut meinte, es wird wohl nie so werden, dass ich entspannt damit umgehen kann. Aber er glaubt ziemlich sicher, dass wir eine Verbesserung hinbekommen können.
Ich vertraue ihm, deshalb will ich das auch glauben.
Es wäre schon eine große Erleichterung, wenn ich nicht jedesmal innerlich durchdrehe, wenn ich jemandem „mit“ begegne.

Oder Werbung dafür sehe. Oder das neueste, im Fernsehen, z.B. „The Taste“ oder diese unsägliche Amazon Werbung.

Ich hoffe auch sehr, dass du wenigstens ein bisschen Erleichterung findest.
Das ist echt schlimm grad.

Hast du es in der Therapie mal angesprochen? Du musst ja keine Traumakonfrontation machen, wenn es zu viel ist. Aber evtl erleichtert es ja, wenn du es mal ansprichst. Mir hat es sehr geholfen, dass ich damit nicht mehr alleine war.
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Beitrag Do., 10.09.2020, 20:57

Vivy hat geschrieben:
Do., 10.09.2020, 20:35


Hast du es in der Therapie mal angesprochen? Du musst ja keine Traumakonfrontation machen, wenn es zu viel ist. Aber evtl erleichtert es ja, wenn du es mal ansprichst. Mir hat es sehr geholfen, dass ich damit nicht mehr alleine war.
Meine Therapeutin kennt das Thema. Ich hab zuerst gar nicht kapiert, dass da abging. Es ging mir immer schlechter, nur noch Zeitlücken und dauernd so kurze Flashbackfitzel, die ich nicht zu irgendwas sinnvollem zusammensetzen konnte und hab das in der Therapie angesprochen, dass irgendwas sein muss.
Ich habe so einen Mechanismus, dass ich bei solchen Situationen den auslösenden Trigger sauber aus meiner Erinnerung schneide und gar nicht weiß, was mich da weg haut. Wir haben zumindest versucht, das anzugucken und seitdem bekomme ich zumindest von weit entfernt mit, was die Masken auslösen.
Es ist also besser und schlimmer jetzt.
Besser, weil ich weiß was los ist und den Trigger so gut es geht meide, schlimmer, weil ich den Mist mehr mitkriege und aber eben nicht komplett meiden kann.

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Vivy
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Beitrag Do., 10.09.2020, 21:07

Oh je, das ist ja echt schlimm.
Ganz so heftig ist es bei mir nicht, zumindest hab ich es besser unter Kontrolle.

Aber auch, wenn es sich schlimmer anfühlt, ist es doch „besser“, wenn du es besser mit bekommst.


Ich kenne das aber auch gut. Momentan hab Ich auchdas Gefühl, dass es eher schlimmer geworden ist.
Aber „eigentlich“ ist es eher „besser“, weil ich besser mitbekomme, was dann abgeht. Vorher war es auch sehr gut dissoziiert.
Ich hab zwar gemerkt, ok es sind die Masken, mehr aber auch nicht.

Als ich es dann in der Therapie angesprochen habe, wollte er, völlig „arglos“ wissen, was dann passiert und sagte, ich soll doch mal .... dann hab ich ne Lücke.
Und dann, als ich wieder ansprechbar war, war ich so erleichtert, dass ich nicht viel erklären musste, weil er gesehen hat, was dann passiert.
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Anna-Luisa
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Beitrag Do., 10.09.2020, 21:09

Sadako hat geschrieben:
Do., 10.09.2020, 20:33
Anna-Luisa hat geschrieben:
Do., 10.09.2020, 19:39
. Für diejenigen, die sich schützen wollen, macht es eben keinen Unterschied, ob jemand von der Maskenpflicht befreit ist - oder nicht.
Es impliziert, als wenn die, die mit Masken nicht klarkommen, andere gefährden wollen.
Liest du das aus meinen Schilderungen oder aus denen von Vivy heraus?
Das impliziert es keineswegs - außerdem schrieb ich doch bereits ausdrücklich, dass ich davon ausgehe, dass keiner der Probleme mit Masken hat, andere gefährden will

Damit dürfte sich deine Frage erübrigen.
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(Konfuzius)

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Pauline
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Beitrag Do., 10.09.2020, 21:23

Anna-Luisa, Deine Art zu insistieren und die User in Bedrängnis zu bringen, genügt jetzt. Am besten hältst Du Dich von Threads fern, in denen Du die User nicht verstehen kannst. Die Verwarnung würde ich an Deiner Stelle ernst nehmen. Pauline