Teilzeit arbeiten

Das Leben ist wesentlich durch unsere Arbeit geprägt. Der Job kann jedoch auch Quelle von Ärger und Frustration sein, oder persönliche Probleme geradezu auf die Spitze treiben...
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lieblingsmensch
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Teilzeit arbeiten

Beitrag So., 24.03.2019, 17:33

Hallo ihr Lieben!

Ich habe nach meinem Abitur Fremdsprachen studiert, bin im Studium an paranoider Schizophrenie erkrankt und habe es deswegen abgebrochen. Mit 29 habe ich einen neuen Start gewagt und habe eine Ausbildung zur Logopädin begonnen, bin jetzt 31 und im September schließe ich die Ausbildung ab. :)

Mein Problem: Ich merke, dass ich nicht fähig bin, 100 Prozent als Logopädin auf dem ersten Arbeitsmarkt zu arbeiten. Habe immer wieder Depressionen, bekomme auch Probleme mit Tinnitus und Schwindel wenn ich zu lange sitze.

Nun überlege ich, wie ich mein Leben weiterhin gestalten will/kann. Ich will ab Oktober nicht mehr von meinen Eltern finanziert werden.

Ich möchte nicht als Logopädin arbeiten. Es gibt jedoch ein 8 monatiges Fernstudium zum Legasthenietrainer. Das würde mich interessieren.
Ich dachte ich kann ab Oktober in einer Behindertenwerkstatt auf dem zweiten ABM in Teilzeit arbeiten und mache nebenher die Legasthenieausbildung.

Wie ist es finanziell?

Bekomme ich Grundsicherung oder Erwerbsminderung?

Ist es möglich, auf dem ersten ABM in Teilzeit als Legasthenietrainer zu arbeiten (Angestellt) mit etwa 50% und dazu Geld vom Staat zu bekommen? Weil 50% wird mir nicht zum leben reichen.

Oder soll ich in der Behindertenwerkstatt arbeiten und den Rest vom Staat bekommen?

Wie lebt man am besten, wenn man psychisch krank ist? Woher bekommt man Geld? An wen muss ich mich wenden?

Danke :) LG Lieblingsmensch :)

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candle.
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Beitrag So., 24.03.2019, 18:56

Hallo lieblingsmensch!

So einfach bekommst du nichts vom Staat. Und in eine Behindertenwerkstatt kommst du auch nicht so einfach. Ein Weg wäre wohl möglich über eine Erwerbsminderungsrente. Ob es andere gibt, weiß ich nicht, denke aber, dass du für eine Behindertenwerkstatt "zu gut drauf" bist, denn da sind wirklich Menschen, die gar nicht auf den ersten Arbeitsmarkt können.

Ich finde es wirklich schade, dass du deine Ausbildung quasi so wegwirfst. Wozu hast du die überhaupt gemacht? Du kannst ja auch Teilzeit als Logopädin arbeiten. Und ein Fernstudium ist ja so leicht auch nicht, da machst du quasi auch wieder einen Vollzeitjob mit Werkstatt und Fernstudium.

VG candle
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Beitrag So., 24.03.2019, 19:02

Liebe/r Candle,

ich bin beeinträchtigt. Fehle oft und bekomme es kaum hin, zu lernen.
Würde schon sagen, dass ich da rein komme :roll: ich denk mir das ja nicht aus.
Mit Paranoider Schizophrenie und Depressionen glaub ich nicht dass das ein Problem sein wird.
Ich habe Freund die sind dort, denen geht es besser als mir.
Mit der Logopädie ausbildung kann ich das Legasthenie Studium machen, es war dann nicht umsonst. Damals wurde mir geraten in einer WfbM zu arbeiten. Ich jedcoh entschied mich gegen die Ärzte für eine Ausbildung auf dem ersten ABMm weil ich dachte ich werde wieder ganz fit. Dass ich dauernhaft so beeinträhctigt sein werde, wusste ich nicht.

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candle.
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Beitrag So., 24.03.2019, 19:06

Und wer ist jetzt für dich zuständig? Das Jobcenter? Oder frage deine Freunde wie sie da rangekommen sind. Ich weiß das leider nicht.

VG candle
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shesmovedon
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Beitrag So., 24.03.2019, 19:10

Hilfreich für 2.ABM ist nen Schwerbehindertenausweis und eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, zum Beispiel vom Amtsarzt der Arbeitagentur festgestellt.

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Beitrag Mo., 25.03.2019, 11:28

candle. hat geschrieben:
So., 24.03.2019, 19:06
Und wer ist jetzt für dich zuständig? Das Jobcenter? Oder frage deine Freunde wie sie da rangekommen sind. Ich weiß das leider nicht.

VG candle
Nein meine Eltern bezahlen alles. Ich bekomme vom Jobcenter nix. Ich glaube nicht dass es ein Problem wird einen schwerbehindertenausweis zu beantragen. Aber das möchte ich nicht.
Ich wollte nur wissen woher ich Unterstützung bekomme wenn ich auf dem ersten ABM 50 Prozent arbeite.


shesmovedon
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Beitrag Mo., 25.03.2019, 11:32

Da wäre ich mir nicht so sicher. Wenn du gerade psychosefrei bist (so scheint es mir) kann es sein, dass du nur 30 Prozent oder so kriegst. Ich kenne einige Psychotiker, die in ihren schubfreien Zeiten keinen Schwebe-Ausweis bekamen.

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lisbeth
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Beitrag Mo., 25.03.2019, 11:59

lieblingsmensch hat geschrieben:
Mo., 25.03.2019, 11:28
Ich wollte nur wissen woher ich Unterstützung bekomme wenn ich auf dem ersten ABM 50 Prozent arbeite.
Dass du weniger arbeiten willst, ist grundsätzlich erstmal dein "Privatvergnügen", das interessiert den Staat wenig, es sei denn du bist offiziell als erwerbsgemindert/-unfähig eingestuft.

Wenn du mit deinem Einkommen unterhalb von H4 bleibst, dann kannst du Aufstockung beantragen, was aber wahnsinnig viel Bürokratie-Aufwand ist. Aber mehr als den H4-Regelsatz wirst du nicht bekommen. Und das Amt wird möglicherweise dann auch prüfen, ob du nicht mehr als 50 Prozent arbeiten kannst oder warum du nicht in deinem Ausbildungsberuf arbeiten kannst.

Nur mal so zur Anregung: Logopädie, Legasthenietrainer etc - sind alles Berufe, wo du viel und intensiv mit Menschen arbeitest. Hast du mal in eine Richtung überlegt, die weniger Kontakt mit Menschen erforderlich macht? Das kann ja auch ein wesentlicher Grund für die gefühlte Belastung sein. Eine Freundin von mir hat kürzlich umgeschult. Von sozialem Beruf zu Steuerfachangestellter. Und die ist jetzt glücklich und arbeitet 30 Stunden, was vor ein paar Jahren schlicht undenkbar erschien. Zitat: "Zahlen sind einfach nur Zahlen, die sind nicht böse, zickig, unberechenbar, dh die stressen mich nicht."
In dem Maß wie wir anfangen, Fragen anders zu stellen, werden wir auch neue Antworten finden.

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Beitrag Mo., 25.03.2019, 12:40

Wenn ich offen mit meiner Erkrankung umgehe, bekomme ich auf dem ersten ABM eh keinen Job. Ich hab mich immer drum herum geredet und nur deswegen bin ich so weit gekommen. Aber bekomme viel Rückmeldung dass ich müde bin und lasch, zu ruhig und zu wenig lebendig.
Aber das machen halt die Medikamente.
Ich hab halt jetzt erst doe krankheitseinsicht die ich vor ein paar Jahren nicht hatte.

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Beitrag Mo., 25.03.2019, 12:57

Ich weiß eh nicht wie ich die Lücke im Lebenslauf erklären soll. Habe von 2012 bis 2016 eine Riesen Lücke.


shesmovedon
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Beitrag Mo., 25.03.2019, 13:01

Ja, das kenne ich. Ich habe auch paranoide Schizophrenie. Aber auch noch ein paar andere Krankheiten. Die Schizophrenie gab ich beim Schwebiantrag nicht an, ich habe 70 GdB bekommen. Aber wie gesagt, etwas Müdigkeit durch Medikamente reicht für nen Schwebi nicht aus, das stellst du dir zu einfach vor mit den paar Dingen, die du da auflistest. Vor allem hast du ja auch noch eine Ausbildung gerade absolviert. Ich denke mehr als 30 bekommst du nicht.


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Beitrag Mo., 25.03.2019, 14:56

Ich empfehle dir mal, zur unabhängigen Teilhabeberatung zu gehen. Bestenfalls spezialsiert auf psychische Erkrankungen. Die Träger sind gut vernetzt und können dir hinsichtlich Schwerbehinderung und auch sonstigen Anlaufstellen für weitere Informationen zu deinen Themen behilflich sein. Tatsächlich ist das mit dem Schwerbehindertenausweis gar nicht so einfach, wird immer schwieriger, hab ich mir sagen lassen- aber du hättest dadurch zum Beispiel mehr Urlaub oder Steuervorteile- vielleicht nicht schlecht, wenn du Teilzeit arbeitest.

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Beitrag Di., 26.03.2019, 18:36

Ich habe noch eine andere Frage :)
Ich komme mit meiner Vergangenheit nicht klar. Hab da was schlimmes erlebt und heute morgen hab ich mal wieder eine tavor genommen um überhaupt zur Schule gehen zu können.
Ich habe einmal die Woche PT. Das reicht nicht.
Gibt es Möglichkeiten für ein paar Wochen stationär aufgenommen zu werden um intensiv psycho therapie zu bekommen um das zu verarbeiten bzw damit klar zu kommen ?
Oder wie kann ich sonst damit klar kommen ? Wie soll ich leben wenn ich immer wieder getriggert werde und es mir dann schlecht geht ?

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Pianolullaby
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Beitrag Di., 26.03.2019, 21:35

Hallo Lieblingsmensch

Sicher gibt es diese Möglichkeit, allerdings solltest Du wissen,
dass auch wenn Du stationär bist, meist nicht mehr als 1 Einzelstunde pro Wochen zur Verfügung hast.
Der Rest ist eigentlich Gruppentherapien, Physio, Malen, Gestalten usw.

Klar da gibt es andere Möglichkeiten, wie eben du musst nicht kochen und putzen wie zuhause,
aber meist gibt es eben nicht mehr als 1 Einzelstunde.
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum


shesmovedon
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Beitrag Di., 26.03.2019, 21:38

Ich kenne stationäre Aufenthalte auch mit 2x Einzeltherapie die Woche und 3xGruppentherapie die Woche. Habe in der Konstellation in einer Klinik sehr gute Erfahrungen sammeln können.