Kündigungsfrist-Frust

Das Leben ist wesentlich durch unsere Arbeit geprägt. Der Job kann jedoch auch Quelle von Ärger und Frustration sein, oder persönliche Probleme geradezu auf die Spitze treiben...

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JaninaXX
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Kündigungsfrist-Frust

Beitrag Di., 06.07.2021, 12:11

Liebe Teammitglieder,

ich habe meinen Job aus guten Gründen gekündigt, nun hänge ich leider in der Kündigungsfrist fest.
Der Resturlaub, den ich noch hätte, wurde mir nicht gewährt. :cry:

Einen neuen Job habe ich schon, leider kann ich diesen weder früher antreten, noch habe ich einen Tag Pause zwischen alt und neu. Was mich ziemlich ärgert..

Habt ihr eine Idee, wie man damit umgehen soll?

Meine Movitation ist generell bei null, ich hab ja nicht umsonst gekündigt. Ist das Arbeitgebern nicht klar? :lol:
Das Ganze frustriert mich schon ziemlich...

Wie sind hier eure Erfahrungen und was habt ihr gemacht??

Mein gesamtes Umfeld antwortet darauf "Krank machen, ganz einfach. Hab ich auch immer so gemacht." Aber das möchte ich irgendwie nicht. .. Gehört sich nicht.

Was habt IHR getan??

Danke für eure Antworten!


pandas
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Beitrag Di., 06.07.2021, 12:56

Ich hatte auch in diesem Jahr zu Beginn eine Äußerung eines Arbeitgebers, mir vertraglich zustehenden anteiligen Jahresurlaub nicht zu gewähren. (Ich hätte ja eh bei den HO-Anteilen weniger zu tun als sonst.) Kam von oben. Oben wußte gar nicht Bescheid, was ich alles tue. Wäre eh egal gewesen, wenn, dann hätte man sich offen darüber auseinandersetzen müssen, aber nicht Urlaub klauen wollen :lol:

Was habe ich gemacht?
Ein Schreiben geschickt mit der exacten Schilderung der Rechtslage. Und man erkannte, dass ich ggfs natürlich das Arbeitsgericht informieren würde.
Was geschah? Ich bekam dann doch den richtigen Urlaubsanspruch + 1 Tag.

Was empfehle ich also?

Teile Deinen jetztigen Arbeitgeber mit, dass er natürlich Deinen Rest-Urlaub gewähren muss, sonst bekommt er Ärger mit dem Arbeitsgericht.
Stelle dafür einen richtigen formalen Urlaubsantrag.

denn, wenn er sich weigert, und sich die Sache hinzieht, muss er Dir am Ende halt den Urlaub auszahlen.
Dafür musst Du aber wiederum vorher der Resturlaub geltend gemacht und eine Zeit benannt haben, in der Du ihn in Natura nehmen würdest.
Falls Du seit dem 1.01.21 in der Firma bist: Dir steht insgesamt der gesamte Jahresurlaub zu, da wir jetzt schon im Juli sind. die zweite Hälfte des Kalenderjahres. Allerdings wird dann der Jahresurlaub mit dem Jahresurlaubsanspruch beim neuen Arbeitgeber aufgerechnet.
Reicht mir das: Milchkaffee, ein gutes Buch und Natur.


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JaninaXX
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Beitrag Di., 06.07.2021, 13:14

Danke für die Antwort.

In meinem Dienstvertrag steht aber allerdings Folgendes drin (verkürzt und in meinen Worten geschrieben):

"Resturlaub ist bei Kündigung aufzubrauchen, es sei denn, der Mitarbeiter wird aus dringenden Gründen im Unternehmen benötigt." Zumindest so ungefähr. .. oder zumindest verstehe ich es so.

Das heißt, ich hab wohl schlechte Karten, nehme ich an.

Ob hier gesetzlich doch irgendwas zu drehen ist, weiß ich aber nicht.


pandas
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Beitrag Di., 06.07.2021, 15:37

Na, wenn das Unternehmen wegen der dringenden Gründen - Klausel auf Deinen Urlaubsverzicht besteht, muss es Dir den Urlaub auszahlen.

Jedoch muss es die dringenden Gründe nachweisen können. Ich verstehe Dich aber so, dass Du es verstehst, dass es dringende Gründe sind, dass Du tatsächlich gebraucht wirst, weil Arbeitsaufgaben gemacht werden müssen, die sonst in keiner Weise vertreten werden können?

Anderseits, Du hast doch sicherlich die Kündigungsfrist eingehalten?

Dann muss ein Unternehmen eigentlich in der Lage sein, den Resturlaubsanspruch umzusetzen.

Was hat das Unternehmen denn gesagt, was mit dem Resturlaubsanspruch passieren soll? Soll er ausgezahlt werden?
Wenn sie ihn Dir nicht geben, müssen sie den gesamten Resturlaubsanspruch ausbezahlen, nicht nur den Mindestanspruch.

Gibt es in dem Unternehmen einen Betriebsrat?
Reicht mir das: Milchkaffee, ein gutes Buch und Natur.


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Beitrag Di., 06.07.2021, 19:01

„In keinster weise vertreten“ naja niemand ist unentbehrlich.. wenn ich ab morgen im Krankenhaus liegen würde, würde auch nicht die Welt untergehen oder?
Bin mir sicher, dass jemand anderer die Aufgaben genauso übernehmen könnte..

Nur, wie kann ich da vorgehen?
Wie soll das Unternehmen die dringenden Gründe nachweisen müssen? In wiefern?
Reicht da nicht einfach ein „geht nicht, da sind zu viele auf Urlaub und wir brauchen dich.“ ?

Sehe es trotzdem nicht ein..

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Beitrag Di., 06.07.2021, 19:08

JaninaXX hat geschrieben: Di., 06.07.2021, 12:11

Was habt IHR getan??

Kommt drauf an. Also ich bin im "Guten" gegangen. Hatte aber auch die Aussicht auf ein sehr gutes Arbeitszeugnis. Arbeitszeugnisse sind nun mal die wichtigsten Zeugnisse bei der nächsten Bewerbungen.

Krankmachen würde ich nur, wenn mich die Kollegen wirklich richtig sch.eiße behandeln, wegen der Kündigung oder so.
Falls du in der gleichen Stadt und Branche bleibst, kann es auch sein, dass andere dann eben über sein Verhalten bei Kündigung Bescheid wissen...

Naja, letztendlich kommt da üs dann eben auf den Einzelfall und die Details an, wie genau man reagiert. Muss natürlich jeder für sich entscheiden.
"You cannot find peace by avoiding life."
Virginia Woolf

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Pianolullaby
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Beitrag Di., 06.07.2021, 19:16

Wieso wurde dir der Resturlaub nicht gewährt?
Und Prinzipiell ist es nicht normal, dass man zwischen dem einen und dem neuen Job, unbedingt eine Pause von Nöten ist.
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum


pandas
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Beitrag Di., 06.07.2021, 19:17

JaninaXX hat geschrieben: Di., 06.07.2021, 19:01 „In keinster weise vertreten“ naja niemand ist unentbehrlich.. wenn ich ab morgen im Krankenhaus liegen würde, würde auch nicht die Welt untergehen oder?
Bin mir sicher, dass jemand anderer die Aufgaben genauso übernehmen könnte..
:ja:
JaninaXX hat geschrieben: Di., 06.07.2021, 19:01Nur, wie kann ich da vorgehen?
Wie soll das Unternehmen die dringenden Gründe nachweisen müssen? In wiefern?
Reicht da nicht einfach ein „geht nicht, da sind zu viele auf Urlaub und wir brauchen dich.“ ?

Sehe es trotzdem nicht ein..
Nun, wie gesagt, Du musst schriftlich einen Resturlaubsantrag stellen, mit dem Hinweis dass Du gekündigt hast.
Dann musst Du darauf bestehen, dass das Unternehmen Dir schriftlich antwortet, und darin muss die Begründung enthalten sein.

Urlaub ..... nun, es stimmt, dass oft zu Beginn ein Jahresplan gemacht wird, wer wann Urlaub hat. Das war sicherlich vor Deiner Kündigung. Da kann man wohl nicht viel rütteln dran, wobei wenn das Unternehmen soviel Mitarbeitern Urlaub zugesagt hat, dass ein kurzfristiger Wegfall eines Mitarbeiters nicht mehr auszugleichen ist, so ist das auch mangelnde Fürsorgepflicht. Denn, in der Tat, wie wäre denn der Ausgleich, wenn jemand krank wird? Ein Unternehmen muss das ausgleichen können. Wenn viele gemeinsam krank werden, greifen natürlich Sondermassnahmen wie Teilschließung, Einschaltung von Zeitarbeitern, Vertretungskraft aus einer anderen Filiale ...

Mit dem Schriftstücken kannst Du dann entweder zum Betriebsrat gehen oder beim Arbeitsgericht Klage einreichen. Dort wird vor Einleitung eines Gerichtsverfahren immer erst ein Vergleichsgespräch mit beiden Parteien gemacht (Gütetermin).
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pandas
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Beitrag Di., 06.07.2021, 19:21

~~~ hat geschrieben: Di., 06.07.2021, 19:08 Kommt drauf an. Also ich bin im "Guten" gegangen. Hatte aber auch die Aussicht auf ein sehr gutes Arbeitszeugnis.
Wenn ein Arbeitgeber aus unlauteren Gründen wie zb Rache für Zu-wenig-Gefügigkeit ein unwahres Arbeitszeugnis ausstellt, so kann man ihm deswegen auch schnell von dem Arbeitsgericht auf die Fingerchen tippen lassen.
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Beitrag Di., 06.07.2021, 19:24

pandas hat geschrieben: Di., 06.07.2021, 19:21
Wenn ein Arbeitgeber aus unlauteren Gründen wie zb Rache für Zu-wenig-Gefügigkeit ein unwahres Arbeitszeugnis ausstellt, so kann man ihm deswegen auch schnell von dem Arbeitsgericht auf die Fingerchen tippen lassen.

Ja, das ist klar.

Allerdings muss eben jeder entscheiden, ob er diesen Stress will oder nicht.
Also ich hab da kein Bock drauf, wegen ein paar Wochen mir so ein Stress zu machen. Ich kann mit dieser Art von Stress nicht gut umgehen. Kosten-Nutzen-Analyse.
Aber das muss jeder selbst wissen und abwägen.

Ich habe mich damals für diesen Weg entschieden und habs zumindest nicht bereut.
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pandas
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Beitrag Di., 06.07.2021, 20:53

~~~ hat geschrieben: Di., 06.07.2021, 19:24 Allerdings muss eben jeder entscheiden, ob er diesen Stress will oder nicht.
Ja, das stimmt!

Und ich lieeebe Verreisen.

Ich kann das gut verstehen, dass j eine Zeit-Pause haben möchte zwischen den Arbeitsstellen. Zum Runterkommen, kognitiv, sich erholen und sich kräftigen für die neuen Herausforderungen.

Und ganz ehrlich gesagt, ich liebe auch Justizdramen.

Ich bin mittlerweile so drauf: Yeah, ich kann eine Klage einreichen.
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Beitrag Di., 06.07.2021, 21:40

@pandas: du bist mega lustig! :lol: