Mein Leben ist für den ar***

Nicht jedem fällt es leicht, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, "einfach" mal jemanden kennenzulernen oder sich in Gruppen selbstsicher zu verhalten. Hier können Sie Erfahrungen dazu (sowie auch allgemein zum Thema "Selbstsicherheit") austauschen.

theweirdeffekt
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Re: Ohne Abi - wertlos

Beitrag Do., 04.04.2019, 18:10

Aber wenn du das alles so siehst ( was ich übrigens auch so sehe), was veranlasst dich dann dazu, zu denken, dass andere Menschen DEINEN wert nur auf deine Noten beschränken würden?
Ich bin mir sicher, du hast viel mehr Aspekte die dich "wertvoll" machen! Noten sind doch keine Charaktereigenschaft die Jemandes Wert ausmachen.
Kopf hoch... Sonst kannst du die Sterne nicht sehen

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blade
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Beitrag Fr., 05.04.2019, 08:04

ich weiß, es klingt so als würde ich komplett an der Sache vorbei reden.

Aber (und ich möchte nicht, daß sich irgendwer fühlt wie ein Stück Sch..., nicht einmal die Täter sollen sich so fühlen, ..aber das ist ein anderes Thema, die sollen fühlen, ja, ungebremst und ungefiltert das was sie gemacht haben...anderes Thema, wie gesagt) ich möchte Dir einen Rat geben.
Benutze andere Worte.
Du benutzt die abwertende Terminologie des Systems.

Benutze andere Begriffe.
Statt "wertlos" zB "Aussichtslos", statt "minderwertig" benutze "voll Angst und hoffnungslos".

Das wäre auch nicht positiv...aber es wäre echt und ....würde eine helfende Bearbeitung begünstigen.

Lass bitte die absolute Abwertung erst mal sein, wenn Du kannst.
Das wäre mein Rat, fürs Erste. (keine Kritik, ich kenne das von mir von früher. Laß es)

Das System nagelt einen fest in der Äußerlichkeit der Meinungmache (das klingt simpel, aber die tun es notorisch, ohne Unterlass und sie gehen skrupellos auf alle Schwächen und nutzen dabei die systematische Bedingung der jahrelangen Schulpflicht und das gegenseitige "Abschleifen" der verwirrten Individuen an einander beinhart aus..)
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Südländerin
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Beitrag Sa., 06.04.2019, 13:13

Also wenn mir eins klar geworden ist, Noten spielen im späteren Leben kaum eine Rolle. Da zählen ganz andere Dinge wie
Selbstsicherheit, Selbsrespekt vor allen Dingen und ob man Unterstützung hat durch das Elternhaus, durch Therapie , Sportlerin etc.

Mein Leben habe ich gegen die Wand gefahren, aber ganz best. nicht wegen schlechter Noten; ich habe es immerhin bis
zur Fachhochschulreife gebracht mit 18 Jahren, im vorletzten Schuljahr war ich 3,5 Monate in der KJP geschlossen versteht
sich und trotzdem den Schulabschluss geschafft, der große Schweiger gewesen und Psychotherapie gehabt. Ja und auch
so ein Leistungsstreben wie du.

Wenn ich nochmal die Chance hätte, würde ich viel mehr danach gehen was mir Spass macht. Es interessiert später keinen
im Beruf, wieviele Ehrenrunden du gedreht hast. Es ist viel wichtiger, mit Menschen klarzukommen etc. und das kannst du
alles noch lernen Viel Glück

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Letterlove
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Beitrag Sa., 06.04.2019, 13:58

Ich bin 2005 aus der Schule gekommen mit Realschulabschluss von 3,1.
Bis auf Prozentrechen, Dreisatz und evtl hier und da mal ne Gleichung habe ich bis auf die Grundrechenarten nie was gebraucht. Ich war ne absolute Flasche in Mathe, aber jetzt in meinem Leben komme ich selbst damit prima klar. Das was man WIRKLICH braucht, lernt einem eh niemand in der Schule. Zum Beispiel Steuererklärung, Behördenangelegenheiten, Kleingedrucktes bei Verträgen lesen, Mietverträge unterschreiben, ohne dabei Dinge einzugehen, von denen man keine Ahnung hat... Sowas lernst du oft dadurch, wenns zu spät ist. Dass du z.B. nicht nach Verbrauch sondern nach qm in deiner Wohnung heizt. D.h. es ist eigentlich wurscht wie sparsam du bist, du zahlst trotzdem mehr als du heizt. Sowas hast du dann spätestens nach der ersten Abrechnung gelernt.

In Australien z.B. gibt es ein Schulfach, wo du deine Tier- und Pflanzenwelt kennenlernst und lernst, was du in einem Notfall tust, wenn du dich vergiftet hast, oder wenn du mehrere Tage allein überleben musst.
Und was in Australien dieses Fach ist, ist in Florida "Meeresforschung", wo die Kids ein Mal die Woche ins Meer gehen, um sich ihre Umwelt anzuschauen.
In den USA gibt es an High Schools dutzende Fächer, die es hier auch geben sollte. Da gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt. Von Digitalfotografie über Buchclubs bishin zu Hauswirtschaft und Nähkursen.

Ganz früher gab es mal bei meiner Oma Handarbeitsfächer. Und ich glaube, meine Mutter hatte auch noch ein bisschen nähen gelernt. Aber heute? Wer hat heute noch Handarbeiten? Der Trend geht doch zu "wirf weg und kauf neu". Was bei manch einem dazu führt, dass er chronisch pleite ist. Auch das kriegt man nicht gelernt.

Abgesehen davon würde ich mal behaupten, dass Noten Schuld daran sind, dass viele Chefs so oberflächlich sind. Wer nicht Notendurchschnitt XY hat, kommt nicht durch. Aber wer sagt denn, dass zum Beispiel ein 1,1 Schüler eine bessere Menschlichkeit besitzt als ein 2,1 Schüler? Wer sagt denn, dass der 1,1 Schüler nicht besser im Spicken war? Oder dass er sich nach oben geschleimt und nach unten getreten hat? Dennoch wird der 2,1 Schüler vermutlich nicht bevorzugt. Obwohl er zum Sanitäter, Arzt oder Lehrer viel besser taugen würde, weil er viel empathischer ist als der 1,1 Schüler, der alles und jeden auf der Strecke gelassen hat, weil seine Noten ihm wichtiger waren. Das ist nicht besonders fair.

Ich musste mal ein Bewerbungstraining vom Árschlochamt mitmachen. 3 Wochen lang. Ich war jeden Tag da. Dann musste ich ein Bild malen, wie ich ein Pflegezimmer einrichten würde. Und weil ich eh schon in der Reha gearbeitet hatte, wusste ich, dass es für Rollifahrer z.B. angenehmer ist, eine Schiebetür zu öffnen, statt einer Schwenktür. DAS und meine Anwesenheit bescheinigten mir, dass ich eine gute Pflegekraft werden könnte. Kein Mensch hat mich auf Menschlichkeit getestet. Keiner auf Empathie und keiner auf Gewaltbereitschaft. 21 Tage Anwesenheit und ein Bildchen von einer Schiebetür haben ausgereicht, um mich als eine Altenpflegerin oder Krankenschwester vorzuschlagen. TRAURIG. Es kommt doch auf so viel mehr an als auf das... Aber das zählt nicht. In der heutigen Welt scheint keiner wissen zu wollen, wie du als MENSCH bist, sondern wie du als ARBEITSTIER bist. Gute Noten helfen dir nur dabei, dich schneller ausnutze3n zu lassen, so seh ich das.
Wer den Schmerz nicht kennt, der macht sich über Narben lustig.
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Mscapricorn
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 20:31

Hallo, ich bin 19 Jahre alt (w) und habe mich gestern dazu entschieden mein Instagram und Twitter zu löschen. Ich mache mir allgemein Sorgen um die Zukunft (werde ich bald durch einen Roboter ersetzt?).

Diese Gesellschaft ist so falsch. Alle mit ihren Snapchat Filtern. So unnatürlich und falsch. Gibt es überhaupt noch vernünftige Menschen? Ich will echte, liebevolle Beziehungen. Jemanden, der sich mit mir beschäftigt. Bin ich die einzige? Hat das was mit dem Erwachsen werden zu tun? Ist meine Seele zu alt für diese Welt? Man sieht diese Freunde draußen.. Und was machen die? Mit ihren Handys sitzen und auf Instagram sein. Soll das Freundschaft sein? Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich habe sogar schon darüber nachgedacht mich umzubringen. Bringt ja eh nichts, wenn man bald von Robotern ersetzt wird. Ich hasse es. Diese Welt. Diese Generation. Alles. Deswegen habe ich meine Accounts gelöscht. Ich will ein Selbstexperiment starten und schauen, wo das endet. Ich gucke rum und sehe, daß alle Menschen falsch geworden sind.. Wahrscheinlich durch social media. Ich wurde außerdem 2017 mit dem Turner-Syndrom diagnostiziert . Was soll ich tun? Bin ich verrückt? Übertreibe ich?


shesmovedon
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 20:33

Es sind sicher nicht alle Menschen falsch. Auch nicht, wenn sie Instagram oder Facebook oder so nutzen.
Wenn es dich stört, wenn Freunde in deiner Gegenwart am Handy spielen, dann sprich es doch einfach an und äußere deine Bedenken dazu.

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Pauline
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 20:48

@Mscapricorn: Deine Themen habe ich zusammengelegt, da es sich immer wieder um dasselbe dreht und so die User besser Bescheid wissen. Pauline.

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Letterlove
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Beitrag Di., 18.06.2019, 00:33

Tja, wenn du "diese Gesellschaft" schon alle kennst, dann gibt es tatsächlich nichts mehr zu entdecken, fürchte ich.

Ich, eine der falschen Gesellschaftler, habe auch Snapchat. Und weißt du was? Ich hab letztens meine Freundin zum Pizza Essen eingeladen und ihr Snapchat gezeigt. Zuhause dann hat sie es sich selbst installiert und mit ihrem Kleinkind zusammen Bilder gemacht. Und Videos. Sie hat bald geschrien vor Lachen.
Während ich, eine falsche Gesellschaftlerin, auf dem Sofa bei mir saß und bald Tränen gelacht habe.
Aber ja, diese doofen Handys, wo ist das denn Freundschaft... ALLE Menschen sind ja so. Lohnt sich gar nicht, sie näher kennen zu lernen. Alle nur scheíße, link und falsch.

Ich finde, du übertreibst tatsächlich. Du scheinst entweder nur weiß oder nur schwarz zu sehen. Grau scheint es bei dir nicht zu geben. Schade. Es gibt so viele schöne Grautöne zwischen den Extremen. Aber wenn du von vorn herein nur auf eine Seite zuspringst, wirst du die nie entdecken.
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theweirdeffekt
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Beitrag Di., 18.06.2019, 05:35

Irgendwann stellt sich auch die Frage, wie will ich mein Umfeld (er)leben negativ oder positiv?
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rainyday
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Beitrag So., 23.06.2019, 22:36

Hallo Mscapricorn,
ich denke, es wird Zeit, dass du aus deinem destruktiven und eingefahrenen Umfeld rauskommst.
Hast du die Schule geschafft? Dann nix wie weg! Googel mal nach WWOOF, vielleicht ist das was für dich?
Viele Grüße
rainy
Would he walk upon the water
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And would you carry the torch for me?