soziale Phobie?

Nicht jedem fällt es leicht, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, "einfach" mal jemanden kennenzulernen oder sich in Gruppen selbstsicher zu verhalten. Hier können Sie Erfahrungen dazu (sowie auch allgemein zum Thema "Selbstsicherheit") austauschen.
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oli3000
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soziale Phobie?

Beitrag So., 18.05.2008, 14:22

Hi bin neu hier und muß doch gleich mal mein Problem loswerden.
Hab schon einiges gelesen hier das viele das gleiche Problem haben wie ich. Das heißt wenn ich mich mit anderen Menschen treffe krieg meistens kein Wort bzw. nur wenige Worte raus. Jetzt hab ich heute gleich zwei Dates und ein mulmiges Gefühl das es wieder mal schief geht. Die eine wollte mich gestern schon anrufen. Habs abgeblockt weil ich Angst hatte wieder mal kein Wort rauszubringen. Meine Ex mit der ich fast 8jahre zusammen war kannte das ja von mir. Doch jetzt steh ich wieder vor dem Berg neue Leute kennenzulernen. Warum ist das alles so kompliziert? Warum kann ich nicht ganz normal auf andere zugehen und mich mit ihnen über gott und die welt unterhalten? Im Internet gehts doch auch. Ich war im Februar bei einem psychologischen Erstgespräch und da wurde bei mir "angeblich" eine soziale Phobie festgestellt. Aber die sind doch meistens total schüchtern das sie sich nicht mal trauen jemand nach der uhrzeit zu fragen. Und ich gehe doch eigentlich ganz gerne auf Menschen zu. Bis ich mich mit ihnen unterhalten soll. Das ist mir dann zu peinlich weil ich kein Wort rausbringe.

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R.L.Fellner
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Beitrag So., 18.05.2008, 17:29

Hallo oli3000,

die von Ihnen beschriebenen Probleme klingen durchaus nach Sozialphobie. Dieser diagnostische Begriff umschreibt ein sehr breites Spektrum von Problemen, das von allgemeiner Schüchternheit und Unsicherheit in Gegenwart von 1 oder mehreren Personen oder in spezifischen Situationen bis hin zu massiven Beschwerden (Zittern, Versagen der Sprache, Zusammenbruch usw.) reichen kann.

Natürlich "müssen" Sie deshalb keine Therapie machen, aber vielleicht wollen Sie ja mit immerhin 29 Jahren Ihr Problem einmal so weit ernst nehmen, dass Sie im Zuge einer Psychotherapie nachhaltige Wege beschreiten, es ein für alle Mal in den Griff zu bekommen?
Tipp: "Das hilft meist auch beim Problem, eine Partnerin zu finden!"

Alles Gute,
R.L.Fellner

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sonne84
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Beitrag Mo., 19.05.2008, 20:24

hi


ich habe auch eine sozialphobie...naja oder ängstlich vermeidende persönlichkeitsstörung(wo auch immer nur der unterschied ist) und bin eigentlich nicht so wirklich schüchtern.ich gehe eigentlich auch gerne auf andere zu-fühle mich dabei allerdings gehemmt und fehl am platz.bei mir sind es eher die gefühle und nicht unbedingt das verhalten was auf diese diagnose schliessen lässt.
ich habe jetzt eine therapie angefangen und kann sagen,das ich jetzt schon total erleichtert bin.allein die tatsache,das ich weiss,das es eine "krankheit"ist lässt es mich schon besser fühlen.ich habe mir vorher immer die schuld für mein schlechtes verhalten gebenen.jetzt sag ich mir das die krankheit es schuld ist(klingt vielleicht etwas bescheuert)
manchen mag es vielleciht auch schlechter gehen eine diagnose an den kopf geklatscht zu bekommen.mich hat es ungemein erleichtert.

ich wünsch dir auf jeden fall viel glück dabei
!!

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kiyoko
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Beitrag Mo., 19.05.2008, 20:55

Hi Oli!

Internet und Reallife sind zwei sehr verschiedene Paar Schuhe. Im "normalen Leben" gibt es viel größere Herausforderungen was die Kommunikation mit anderen anbelangt.
Die eine wollte mich gestern schon anrufen. Habs abgeblockt weil ich Angst hatte wieder mal kein Wort rauszubringen.
versuch beim nächsten Mal abzuheben. Konfrontation ist sehr hilfreich. Außerdem üben, üben und nochmals üben
Je mehr man etwas Unangenehmen aus dem Weg geht, desto stärker wird die Angst.

Liebe grüße

ps: wie sind denn die Dates gelaufen, wenn ich fragen darf?
We fight.........or we die

Aufgeben ist manchmal
nicht nur ein Fehler
sondern endgültig.

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Nolife
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Beitrag Mi., 21.05.2008, 04:45

Hallo Olli,

Sitze oft im gleichen Boot und hoffe auch, dass deine Dates gut gelaufen sind. Wenn du dich locker im Internet unterhalten kannst, müsste es doch in der Realität mal klappen, auch wenn keine Schutzwand mehr da ist. Ich würde vor allem alle Erwartungen und Vorstellungen, wie du ankommst oder ob du Eindruck machen wirst, zurückstecken und mich ganz der Gunst der Stunde anvertrauen. Jede Kommunikation und Beziehung mit anderen Menschen ist doch an sich erfreulich und vielleicht kommt man für diese kurze Zeitspanne aus einer vielleicht bestehenden zu starken Ich-Bezogenheit heraus, und gewinnt noch dazu neue Erfahrungen und Erlebnisse oder sogar Freunde. Du wirst es ja wissen, wenn dir nichts mehr zu reden einfällt, nütze die Chance und interessiere dich einfach noch mehr für dein Gegenüber. Man sieht meist nur die nichtssagende Oberfläche eines Menschen und die oft vielfältigen und reichen Aspekte darunter erfährt man erst in einem längeren Gespräch, siehe Reha. So wie man bei uns in Wien sagt, "durchs Reden kommen die Leut z(us)am(men)" In diesem Sinn viel Glück dabei

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oli3000
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Beitrag Mi., 21.05.2008, 12:50

danke erst mal für die aufmunternden Worte
Ja wie ist es gelaufen...nach einigem hin und her hat sie es doch geschafft mich zu überreden sie anzurufen. Hatte ihr vorher einfach die Wahrheit gesagt und sie meinte ich solle keine Angst haben davor denn sie redet sehr gerne. Na das ende vom Lied war das wir fast 2 Stunden telefoniert haben und ich mich sogar halbwegs normal mit ihr unterhalten konnte.
Danach hat sie sich ins Auto gesetzt und ist zu mir gefahren. Da hat sie halt dann schon gemerkt was mit mir los ist. Hatte ab und zu mal gemeint das ich auch mal was von mir erzählen soll was dann genau der Punkt war wo ich mich wieder unter Druck gesetzt gefühlt habe und gar nichts mehr ging. Tja und trotz alledem fand sie den Abend schön und wir sehen uns am Sonntag wieder. Wird zwar auf eine gute Freundschaft hinauslaufen, was einerseits schade ist weil ich mich schon ein bißchen in sie verguckt habe, aber es ist ok. Ist auch besser wenn ich erst mal mit meiner alten Beziehung zu 100% abschließe. Zumal jetzt nach 5 Wochen auch noch meine Ex ankommt und mich wieder haben will. Aber da ist einfach zuviel passiert so das ich ihr nicht mehr vertrauen kann. Sie leidet selber unter Borderline und so brauchen wir eigentlich beide jemand der uns mal mitzieht. So haben wir uns nur all die Jahre gegenseitig ausgebremst. Ist zwar nicht einfach da auch noch ein Kind im Spiel ist da muß ich wahrscheinlich durch.
Tja und zu dem Thema Therapie...ich steh da noch auf der Warteliste und setzte da schon ein bißchen Hoffnung rein. Eigentlich wollten die sich spätestens Mai melden aber das Problem ist das ich nur für die Abendtermine in frage komme und die gut besetzt sind.

Liebe Grüße...

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oli3000
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Beitrag Mi., 21.05.2008, 12:52

und an alle die mal vor dem gleichen Problem stehen sollten...nehmt blos den Hörer ab!!! War lange nicht mehr so glücklich wie nach diesem Gespräch

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sarahmaier
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Beitrag Mo., 09.06.2008, 18:02

hallo zusammen!
ich habe hier schon mal im forum "psychosomatische beschwerden" etwas gepostet....da ging es um zuckungen am ganzen körper (die immer im ruhezustand auftreten und mir nun schon ein paar wochen ziemlich viel schlaf geraubt haben).
ziemlich zur gleichen zeit ist nicht nur das zucken aufgetreten, sondern auch panikattacken in lokalen....aber nicht so, dass ich das lokal verlassen musste...war aber meist knapp davor....habe mich bisher aber noch jeder situation gestellt.
das heißt ich dachte bis vor kurzem, dass ich krank bin (wegen den zuckungen....schlimme nerven oder muskelkrankheit) und dass ich in lokalen panik kriege, weil man nicht flüchten kann, unbemerkt...nun war ich aber beruflich eine woche weg und von morgens bis abends unter leuten----immer beim essen viel mir dann auf, dass mein kinn zuckte was ich als megapeinlich empfand)....ich habe mir dann schon dauernd die hand aufs kinn etc. gestützt.....und dachte schon, dass es dauernd zuckt...bin dann öfters aufs wc um es im spiegel zu kontrollieren....mir ist auch vorgekommen, dass meine mundwinkel zittern....die finger extrem zittern etc....dachte dann dort und am we zu hause, dass ich ganz schlimm krank bin bzw. werde.....es ist nämlich auch noch folgendes hinzugekommen: "mein kopf macht ruckartige bewegungen, ohne, dass ich das will"----toll!? schlimme krankheit oder nervöser tic? tics kriegt man ja nie wieder los, oder?
jedenfalls haben sich am we meine beschwerden gelindert....war aber nur in der familie und wollte keine freunde treffen
als ich heute in die arbeit ging (in der arbeit bin ich nur unter menschen) ist mir aufgefallen, dass ich jedesmal, wenn mir wer ins gesicht schaut, dass ich denke, dass etwas zuckt....weiß nicht, ob es so ist, aber ziemlich sicher, sobald ich mich wegdrehe, vergeht es.
das heißt ich habe mir daher selbst als die diagnose "soziale phobie" gestellt.
kann man das einfach so entwickeln, plötzlich mit 28?....ich war schon immer eher schüchtern und denke mir auch schon oft, was andere über mich denken etc....aber dass das soooooo schlimme ausmaße annimmt? bin auch dauersingle (nur kurze affären hatte ich....das ist auch schon ewig her).....vielleicht hat das auch damit zu tun.....bekannten und verwandte sagen immer, dass sie nicht verstehen, dass ich single bin....intelligent, lustig, hübsch etc.
hat wer soziale phobie? wenn ich so sachen über die soziale phobie durchlese, denke ich immer....aber so krass ist es bei mir nicht.
bei den ganzen symptomen von pabik etc...kann man viel lesen....aber nie oder nur selten zucken....oder tics----wie kopfbewegungen.
meine fragen daher:
1) hört sich meine geschichte für euch nach einer sozialen phobie an?
2) kann man tics loswerden----mein kopf bewegt sich ja erst seit ein paar tagen ungewollt?
3) wer zuckt im gesicht?----ich will das loswerden.....habe so schon genug komplexe und brauche das jetzt erst recht nicht mehr.
ich bin total froh, über jeden, der schreibt!
thanks a lot!!

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comus
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Beitrag Mo., 09.06.2008, 18:51

Hallo Sarah,

Hm, wäre sehr gut möglich, dass du das Symptome einer sozialen Phobie zeigst. Bei einer sozialen Phobie gibt es natürlich unterschiedliche Ausprägungsgrade, manche Menschen leiden mehr darunter (gehen gar nicht mehr aus dem Haus), manche sind nur in Teilbereichen betroffen und bleiben sozial relativ unauffällig.
Wenn du schon immer schüchtern warst ist es gut möglich, dass sich daraus bei dir sehr schleichend eine soziale Phobie entwickelt hat. Strikt abgrenzen lassen sich Diagnosen eh nie, vielleicht sind es auch klaustrophobe Ängste (in Lokalen wo du schreibst wenn du keine Fluchtmöglichkeit hast)

Das zucken im Gesicht und unkontrollierte Kopfbewegungen sind wohl Zeichen deiner inneren Anspannung, wenn du dich ständig kontrollierst und beobachtet (beurteilt) vorkommst, verkrampfst du dich innerlich. Verspannungen im Nackenbereich, Rücken etc. sind da oft die Folge.

Wenn du magst kann ich dir ein paar Buchempfehlungen per PM schicken.

LG, comus

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sarahmaier
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Beitrag So., 15.02.2009, 10:21

hallöchen zusammen
wie kann ich sicher wissen, ob ich an einer sozialen phobie leide?? was sind denn die ganz starken grundsymptome? woher weiß ich, ob ich eine therapie brauche?
werde mal kurz von mir erzählen:
bin 28 jahre alt, bald 29.
ich war schon immer etwas schüchtern, aber nicht stark (meine ich).
ich habe vor ungefähr einem dreivierteljahr ganz viel muskelzucken bekommen...am ganzen körper....dachte, da an ganz schlimme krankheiten (bin ein kleiner hypochonder)...weil man beim googeln so schlimme krankheiten bei muskelzucken fand. neurologische untersuchugen ergaben, dass ich ganz gesund bin (gott sei dank).
das ganze muskelzucken ist so gut wie verschwunden....was aber geblieben ist, dass ich ab und zu beim kinn so zuckungen habe....der "schmollmuskel" zuckt....oder das mein nacken zuckt...wie bei einer nein-bewegung....das tritt meist dann auf, wenn ich angst habe.....oder wenn ich unter menschen bin, wo ich das gefühl habe, dass sie mir überlegen sind.
ich ziehe mich aber nicht sozial zurück....obwohl mir das peinlich ist (wobei ich denke, dass das noch keiner gemerkt hat...diese beschwerden). was kann ich aber tun, dass das ganz weggeht?
ich hatte in der letzten zeit, oder zu der zeit, wo sich das entwickelt hat, keine negantiven sozialen erlebnisse.....kann man mit 28 aus heiterem himmel so eine soziale phobie entwickeln???
mfg

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sarahmaier
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Beitrag Mi., 18.02.2009, 21:38

wow so viele antworten juhu

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max35
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Beitrag Sa., 28.02.2009, 23:01

@SarahMaier

Ich kenne das Problem von mir selbst. Hatte es früher auch.

Eigentlich ist es völlig egal, wie Du Dein Problem nennst.

Viel problematischer ist, daß sich Deine Gedanken ununterbrochen darum drehen. Und deshalb wurde es auch irgendwann zu einem Problem.

Meine Meinung: Dahinter steht irgendeine Form von Streß. Dieser hat sich halt bei Dir in Form von Zuckungen ausgedrückt.
Was noch nicht unbedingt problematisch ist. Problematisch wird es erst (bzw. wurde es erst), wenn man sich ständig über die Symptome Gedanken macht und sich selbst beobachtet.
Und noch schlimmer wird es, wenn man versucht, sie krampfhaft zu unterdrücken oder zu vermeiden.

Muskelzuckungen können übrigens auch ein Ausdruck von Magnesiummangel sein - was wieder auf erhöhten Streß hindeutet.

Also ein Tipp von mir:
Versuche Deine Kräfte dahingehend zu bündeln, Deine Gedanken weg von dem vermeintlichen Problem zu bringen. Weil je mehr Du darüber nachdenkst, desto größer machst Du etwas, was gar nicht so groß ist, wie Du denkst.
Oder anders gesagt: Dein einziges Problem ist, daß Du zuviel nachdenkst.

Und eines noch am Schluß:
Also ganz ehrlich: Ich kenne Dich natürlich nicht persönlich . Aber wenn ich mit einer hübschen Dame wie Dir z.B. in einem Lokal sitzen würde, dann wäre es mir offen gesagt sowas von egal, ob Deine Mundwinkel oder Dein Kinn zittert. Menschen, bei denen Gefühlsregungen sichtbar werden (welcher Natur sie auch immer sind) sind mir jedenfalls wesentlich sympathischer als einer Fassade oder einem Kühlschrank gegenüberzusitzen.

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sarahmaier
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Beitrag Mi., 04.03.2009, 21:15

@max35
wow....welch' eine antwort....total weise (!!!!!) und wie extrem recht du hast! 1000 dank! )
ich bin jetzt so froh, dass ich hier nochmal vorbeigesurft bin...dachte nämlich, dass hier eh niemand mehr was schreibt....gott sei dank...war dem nicht so...und dann so eine tolle, lange antwort.
du hast sicher vollkommen recht....je mehr man nachdenkt,.....umso mehr kommt es ins bewußtsein...und eben auch mehr in das eigene verhalten. ich habe jetzt gott sei dank gerade eine recht gute phase...die letzten tage eben....ich habe jetzt ziemlich viel sport zum auspowern gemacht und auch magnesium getrunken....hatte ein paar tage total zuckungspause....so schön )...das war jetzt nämlich schon lange nicht mehr der fall.
hoffe, dass es weiterhin bergauf geht...und dass ich es verlerne oder vergesse
aber jedenfalls möchte ich mir deine gesagten bzw. geschriebenen dinge zu herzen nehmen, denn du hast sicher vollkommen recht damit
auch deine letzte aussage gefällt mir voll gut: dass du nicht einem kühlschrank gegenübersitzen möchtest.
ist es bei dir also ganz verschwunden?
mfg und danke nochmal!

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MissionImpossible
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Beitrag Do., 05.03.2009, 14:36

Ich finde es irgendwie merkwürdig, wie ihr trotz sozialer Phobien Treffen mit dem anderen Geschlecht hinkriegt.

Ich selbst habe jetzt keine körperlichen Angstsymptome, aber beim Gedanken an Treffen mit Frauen fühle ich mich irgendwie beunruhigt und habe den Drang, es lieber sein zu lassen. Irgendwie eine Grundüberzeugung, dass es sowieso nichts bringt und deswegen habe ich es in der Vergangenheit immer gelassen. Und wenn ich es mal durchziehe, mache ich mir immer Ewigkeiten Gedanken, was ich falsch gemacht habe.

Ist das auch eine Form von sozialer Phobie, obwohl ich die klassischen Symptome (Zittern, Schwitzen, etc.) nicht habe?

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max35
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Beitrag Do., 05.03.2009, 22:24

@sarahmaier

Bitte - das Berichtete entspricht halt meiner persönlichen Erfahrung.

Ich denke, Du solltest Dich nicht danach fragen "verschwindet es jetzt oder nicht ?".
Weil das fördert wiederum nur die Selbstbeobachtung. Laß das Zucken Zucken sein .
Denn selbst, wenn Du wieder zuckst: Na und ?
Mal ehrlich: Wenn einer nicht damit klarkommt ist das doch sein Problem und nicht Deines und objektiv gesehen gar keines. Ich würde mir denken: Wunderbar, ich habe es mit einer sensiblen Dame zu tun, das ist selten !
Setz Dich nicht selbst unter Druck nach dem Motto: "Es muß verschwinden". Mit Druck geht meist gar nichts, oder oft erreicht man sogar genau das Gegenteil (bestes Beispiel: Würdest Du Dir vornehmen, daß Du jetzt ganz bewußt zuckst, würde es Dir auch nur schwer bis gar nicht gelingen).

Bei mir hat das mit dem Zucken eigentlich fast ganz aufgehört. Und wenn ich es noch habe, dann meist, wenn ich z.B. allgemein sehr unter Streß stehe, den ganzen Tag nichts gegessen habe usw. usw.
Und da darf ich mich ja dann eigentlich nicht wundern, wenn´s mir mein Körper übel nimmt. Ich weiß dann was los ist und kann damit umgehen.

Also Sport finde ich schon mal gut. Das entspannt ja allgemein sehr gut.
Wenn Du viel Sport machst UND Streß hast, dann brauchst Du sicher viel Magnesium .

Übrigens fällt mir gerade ein: Ich hatte mal so ein richtig professionelles Medientraining und da hat man uns gesagt, daß manche Leute (Prominente) vor dem Fernsehauftritt verschwinden und irgendwo versteckt alle möglichen Grimassen mit dem Gesicht schneiden. Was angeblich den Sinn hat, daß sich die Muskeln nach Anspannung nicht nochmals verkrampfen können oder zucken.
(Naja, für mich war das damals noch ein ziemlicher Albtraum, aber ich habe es wie man sieht auch überlebt, obwohl es mein Nervensystem ziemlich belastet hat - ich denke, heute würde ich an die Sache viel gelassener gehen)
Und ob dieser "Trick" jetzt wirkt oder nicht - in jedem Fall siehst Du daran, daß selbst so manche Prominente ähnliche Probleme haben, obwohl sie uns manchmal viel perfekter verkauft werden. Und sogar ganz verrückte Dinge tun. Also wieso um Gottes Willen darf man selbst dann nicht auch ein wenig "unperfekt" sein ?

Bei Sozialphobien sehe ich das übrigens generell als eines der Probleme: Die Perfektion, die uns vorgegaukelt wird (Film, Fernsehen etc.) KANN niemand erfüllen und muß vor allem auch niemand erfüllen. Das ist völlig unreal, auch wenn wir geistig alle meist schon damit vollgestopft sind (wenn auch unbewußt), denn wir werden ja ununterbrochen damit berieselt.
Oder mit anderen Worten: Es war noch nie so einfach, sich nicht gut genug zu fühlen, wo alles um einen herum scheinbar (!!!) perfekt ist.
Dies gilt ja in gleichem Ausmaße auch für Beziehungen - viele haben da mittlerweile völlig unreale Vorstellungen.

Als zweite Ursache sehe ich Streß - auch hier gilt: Es war noch nie so einfach, gestreßt zu sein .Und das zeigt sich halt bei jedem irgendwie und irgendwann. Wie ich gelesen habe, gibt es 2 Stresstypen: Solche, die ziemlich problemlos damit klarkommen und solche, die diesbezüglich sensibler sind. Und das ist serienmäßig = angeboren.
Du und ich gehören halt zu den sensiblen, was genauso Vor und Nachteile hat wie der andere Typus.
Natürlich kommt man manchmal besser damit zurecht und manchmal schlechter, aber unter dem Strich sollte man versuchen, es so zu akzeptieren, wie es ist, weil alles andere ist eher sinnlos.
Man kann ja zumindest einiges tun, um seinen Streß zu reduzieren und seine Nerven zu stärken - diesbezüglich sind aber viele wesentllich weniger konsequent als im Grübeln - sie grübeln lieber, als etwas zu ändern - und da schließe ich mich selbst nicht aus, auch wenn ich schon einiges geändert habe (aber noch genügend Potential sehe, noch weiteres zu verändern - das dies bis dato nicht stattfand liegt nur an meiner eigenen fehlenden Konsequenz).

Ich denke also, man kommt auch nicht um die Frage herum, wie man Streß reduzieren kann. Und welchen Streß man hat, muß jeder selbst herausfinden. Oft ist es nicht nur der typische (Job, Beziehung, wenig Schlaf etc.), sondern auch andere vielleicht nicht so offensichtliche Dinge (eben z.B. ewiges Grübeln IST Streß, viele Dinge unerledigt lassen etc. etc.).
Bemerken tun wir meist nur die Symptome und in die interpretieren wir dann alles mögliche rein, leben aber alles problematische weiter wie bisher. Was dann noch dazukommt ist, daß fast jeder eine Lösung auf Knopfdruck will, bevor er am problematischen etwas ändert. Ich fürchte, das funktioniert so nicht.

Eines vielleicht noch am Schluß (weil ich es auch für wichtig halte): Rückschläge gibt es immer wieder mal. Man sollte aber bewußt versuchen, kein großes Drama draus zu machen. Warum ? Weil es überhaupt nichts bringt, außer daß man wieder daran festhängt.
Also auf dem Weg kann es schon mal zu S-Kurven kommen, es ist aber das beste, wenn man trotzdem weiterfährt