Wie mit alten Erinnerungen/Zeit umgehen

Nicht jedem fällt es leicht, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, "einfach" mal jemanden kennenzulernen oder sich in Gruppen selbstsicher zu verhalten. Hier können Sie Erfahrungen dazu (sowie auch allgemein zum Thema "Selbstsicherheit") austauschen.
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Wie mit alten Erinnerungen/Zeit umgehen

Beitrag Di., 30.03.2021, 22:54

Ich denke oft an früher, wo ich noch Gesund war und Freunde sowie Arbeit hatte. Genaugenommen spreche ich von den Jahren 2001–2004. Damals hatte ich keine großen Probleme im Gegensatz zu heute. Habe nicht alles so sehr stark an mir ran lassen. Ich habe zwar manchmal gespürt das ich etwas anders bin als meine Mitmenschen aber ich konnte damit gut leben.

Wenn ich alleine bin, schweife ich immer wieder in alten Erinnerungen höre dazu Musik von früher, sehe mir Bilder an und fühle mich für eine kurze Zeit etwas besser als sonst bis mich meine Probleme, die ich seit 2005 habe wieder gedanklich einholen.
Ein alter Freund, der sich vor kurzen Mal gemeldet hat(habe sonst keine Freunde) hat mir der alten Zeit komplett abgeschlossen und er möchte auch nicht viel darüber reden. Mir fällt das sehr schwer da diese Zeit einfach, die schönste für mich war. Wie geht ihr damit um? Könnt ihr loslassen und lebt euer Leben in der jetzigen Zeit? :neutral:
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Beitrag Di., 30.03.2021, 23:57

Suchender0603 hat geschrieben: Di., 30.03.2021, 22:54 Wie geht ihr damit um? Könnt ihr loslassen und lebt euer Leben in der jetzigen Zeit? :neutral:
Ich überprüfe immer sehr genau, ob ich vor dem Leben und Anforderungen flüchten möchte.
Und ob ich das wirklich will mit all seinen Konsequenzen.

Oder ob ich mir lieber das Jetzt versuche so gut es eben geht für mich persönlich besser zu machen.

Als eine Art "Urlaub" sind für mich Fluchten aus der Realität absolut ok. Egal in welcher Form (wenn sie mir nicht schaden).

Aber ich ziehe mich da raus, wenn ich merke, dass es zum Dauerzustand wird.

Es ist eine Sache der persönlichen Entscheidung.
"You cannot find peace by avoiding life."
Virginia Woolf

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Beitrag Mi., 31.03.2021, 00:12

Danke für deinen Beitrag. Mir fällt es extrem schwer das ganze von früher beiseite zu legen den die 4 Jahre war die schönste Zeit in meinen Leben. Ich weiß, dass es nie mehr wieder so wird aber die Gedanken an früher helfen mir von meiner Krankheit etwas abzulenken.
Manchmal fahre ich auch zu Orten wo meine damaligen Freunde und ich gefeiert haben, wo ich mit meiner Ex-Freundin eine schöne Zeit hatte und wo sie gewohnt hat. Einfach in Gedanken zu schweben. Mein Psychologe meint auch das ich jetzt Leben soll und nicht in der Vergangenheit aber es ist leichter gesagt als getan. Mit fällt es auch leichter wenn ich von früher mit jemanden Quatsche als jetzt in dieser Zeit unabhängig von Corona. Leider möchte das mein Psychologe nicht und wechselt meistens sofort das Thema.
Ich finde es auch traurig das mein Freund nicht mehr darüber sich unterhalten will und wahrscheinlich deswegen sich fast 6 Monate nicht mehr gemeldet hat. Vermutlich sind das auch Symptome meiner Persönlichkeitsstörung dieser ich ausgeliefert bin.
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Beitrag Mi., 31.03.2021, 00:28

Suchender0603 hat geschrieben: Mi., 31.03.2021, 00:12 Mir fällt es extrem schwer das ganze von früher beiseite zu legen den die 4 Jahre war die schönste Zeit in meinen Leben.
Niemand sagt, dass es leicht ist. ;-)
Du entscheidest, ob und wann du es beiseite legen willst.

Wenn du dich da so drauf fokussierst, dass es die beste Zeit deine Lebens war. Wird es eine "selbsterfüllende Prophezeiung". Wahrscheinlich. Damit musst du dann eben Leben. Das wären die Konsequenzen
Es kommen andere Zeiten. Besser oder schlechter als Jetzt, weiß niemand.
Ich würde die 4 Jahre nicht als Maßstab für Alles anlegen.
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Beitrag Mi., 31.03.2021, 10:27

du hast es in der Hand ob du immer weiter an diesen alten Erinnerungen und Zeiten hängen willst oder jetzt in der Gegenwart leben willst und neue Erfahrungen machst.

Such dir z.B. bewusst Musik die dir gefällt und die du gerne hörst statt immer die alten Sachen zu hören.
Schau dir bewusst keine alten Bilder an für eine Weile, pack das weg.
Mach doch selber schöne Fotos von aktuellen Dingen.

Und schau was dir jetzt, heute, Freude machen kann.
Natürlich ist das alles nicht leicht in Corona Zeiten, aber es geht schon so einiges!

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Lilien
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Beitrag Mi., 31.03.2021, 18:37

Hallo Suchender,

ich kehre auch immer wieder gerne zu Orten zurück, mit denen ich etwas "verbinde". Nachdem ich meinen Hund habe einschläfern lassen müssen, gehörte es für mich zum Trauerprozess, in meinen alten Heimatort zurückzukehren, Wege abzulaufen, die ich mit ihm spazieren gegangen bin und an "unsere Zeit" zu denken. Ähnlich geht es mir auch mit dem unserem alten Wohnort (von meinem Mann und mir), als er noch studierte. Ich möchte immer wieder dorthin zurückkehren, ihm ist das hingegen gar nicht so wichtig.

Ich denke, was man dabei schnell vergisst, ist, dass es vielleicht gar nicht so schön war, wie man es in Erinnerung hat. Es wird erst bedeutend, wenn man sich begreiflich macht, dass es niemals wiederkehrt. Wichtig ist, dass Du Dir etwas suchst, was Dich jetzt erfüllt, was Dich glücklich macht und Dir das Gefühl gibt, dass das Leben im Hier und Jetzt stattfindet (auch, wenn das für die meisten von uns gedanklich ja kaum der Fall ist - entweder denkt man an "gestern" oder "morgen") und es durchaus Positives zu genießen gibt.

Sei es ein schönes Hobby oder ein beurflicher Neustart, neue Kontakte ... das, was Dir und Deiner Seele gut tut. Du schreibst, Du wärst gesund gewesen, hättest Arbeit und "Freunde" gehabt. Gibt es für Dich absolut keine Möglichkeit, Dich ein wenig zu beschäftigen und so auch eventuell neue Kontakte zu schließen? Wenn Du für Dich genau lokalisieren kannst, was Dich damals glücklich gemacht hat, kannst Du ja vielleicht ein Teil dieses Glücks für Dich in die Gegenwart holen?