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Verhalten im Warteraum

Nicht jedem fällt es leicht, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, "einfach" mal jemanden kennenzulernen oder sich in Gruppen selbstsicher zu verhalten. Hier können Sie Erfahrungen dazu (sowie auch allgemein zum Thema "Selbstsicherheit") austauschen.
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Verhalten im Warteraum

Beitrag Mo., 14.06.2021, 17:26

Hallo!

Ist es euch auch sehr unangenehm wenn ihr im Warteraum beim Psychiater warten müsst? Ich fühle mich immer so beobachtet und bewertet. Am meisten haben ich dann Angst,das mich jemand anspricht oder sogar kennt.

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Kirchenmaus
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Beitrag Mo., 14.06.2021, 17:57

Hallo!

Nein, ich fühle mich nicht bewertet. Die anderen sind ja auch beim Psychiater! :->
Vielleicht beruhigt es sie ja auch, dass so ein guter Typ wie du ebenfalls Probleme hat oder so.

Allerdings mag ich es auch nicht, angesprochen zu werden, aber das mag ich in keinem Wartezimmer.

Wir sitzen alle im selben Boot.

Herzlich grüßt
Kirchenmaus

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Beitrag Mo., 14.06.2021, 17:59

Danke für deine Antwort!

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Beitrag Mo., 14.06.2021, 18:01

Wie meinst du das mit"guter Typ" ?

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Kirchenmaus
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Beitrag Di., 15.06.2021, 07:35

Naja, hast du dir noch nie bei jemandem überlegt: "Der sieht so cool / intelligent / nett / lebensfähig / etc. aus – was macht der denn beim Psychiater!"? Vielleicht denken das andere auch über dich?

Ich will damit sagen: Du vermutest, die anderen denken schlecht über dich. Sie könnten aber auch Gutes über dich denken. Oder schlicht gar nichts. :cool:

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wind of change
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Beitrag Mo., 05.07.2021, 23:25

Ich saß mal in einem Warteraum eines Psychiaters und es hatten von draussen zwei Jungs reingeguckt, da kam ich mir vor wie so ein "Zoo-Tier" ;-) Ja, da kam ich mir echt blöd vor, ist aber auch schon sehr lange her und zu Zeiten, als es noch nicht so "normal oder selbstverständlich war", zum Psychiater zu gehen.
Also Arbeitskollegen zu sehen wäre mir schon unangenehm, andererseits hätte man sich dann ja "gegenseitig ertappt", also auch nicht so schlimm ;-)
Wo ich jetzt wohne, sehe ich es sogar noch lockerer, da ich sowieso so gut wie keinen kenne, würde ich mir sogar denken, wer weiss, wenn man sich gut versteht und zufällig öfter sieht, vielleicht könnten sich daraus sogar neue (nicht oberflächliche) Bekannte ergeben ;-)
Kirchenmaus hat recht, wir sitzen in einem Boot. Und das mit dem "guten Typ" kann ich auch nachvollziehen. Ich war mal in einer Klinik und von manchen anderen Patienten hätte ich "so" (wenn ich denen außerhalb der Klinik begegnet wäre) niemals erwartet dass sie auch Probleme haben. Das war eine regelrechte "Offenbarung" für mich :) (in dem Sinne, dass ich mich nicht so "klein" fühlen muss und andere auch zu kämpfen haben)

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Beitrag Di., 06.07.2021, 18:56

Suchender0603 hat geschrieben: Mo., 14.06.2021, 17:26 Ist es euch auch sehr unangenehm wenn ihr im Warteraum beim Psychiater warten müsst? Ich fühle mich immer so beobachtet und bewertet. Am meisten haben ich dann Angst,das mich jemand anspricht oder sogar kennt.
Jaaaa.
Ich style mich sogar völlig anders wie auf der Arbeit usw. weil ich Angst habe, dass mich jemand erkennt. Bin so froh über die Maskenpflicht.

Ich hasse das extrem und bin immer kurz davor einfach rauszugehen. Hatte mir sogar schon überlegt, zu fragen ob ich draußen warten kann. Bei meinem Hausarzt machen das gerade auch die meisten wegen Corona.


Denke es kommt, wegen der ansozialisierten Haltung/Einstellung, dass psychische Krankheiten persönliches Versagen/Schwäche oder whatever ist für das man sich schämen müsste etc.
Naja, man kann sich eben nicht aussuchen, wo man sozialiaiert wird.
Hier gilt man ja schnell gleich irgendwie als wertvoller, wenn man 40 Stunden/Woche in nem klassischen Job funktioniert wie ein Sklave und bloß keine Probleme macht und hat.
Das sind ebem die kranken unmenschlichen Züge und Herrschaftsstrukturen unserer Gesellschaft, die man mehr oder weniger verinnerlicht hat. Also der eine mehr, der andere weniger.
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Beitrag Di., 06.07.2021, 19:18

Sitzen bei dir denn so viele andere Patienten im Warteraum, Suchender0603?

Ich bin momentan ja nicht in Therapie, aber in der Letzten wurde dafür gesorgt, dass es keine Warteschlangen gab.

Natürlich habe ich andere Patienten beobachtet und mich manchmal sogar unterhalten, wenn ich sie denn gesehen habe, aber in der Regel hatten die TherapeutInnen in der Praxis gar nicht das Bedürfnis, jemanden lange warten zu lassen.

Draußen zu warten fände ich tatsächlich schlimmer, weil ich es auffälliger finde, vor einer Tür zu stehen und nicht reinzugehen, statt im Wartezimmer zu sitzen. Die Unterhaltungen, die ich geführt habe, waren übrigens nett und gar nicht abgedreht oder so. Nur etwas verlegen, wenn wir uns gefragt haben, zu wem wir gehen. ;-)
"Charakter zeigt sich in der Krise."

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Beitrag Di., 06.07.2021, 21:17

ExtraordinaryGirl hat geschrieben: Di., 06.07.2021, 19:18 Sitzen bei dir denn so viele andere Patienten im Warteraum, Suchender0603?

Ich bin momentan ja nicht in Therapie, aber in der Letzten wurde dafür gesorgt, dass es keine Warteschlangen gab.
Es ging ja um ein Arztpraxiswartezimmer eines Psychiaters.

Bei einem Psychotherapeuten wo man eine Psychotherapie macht, spielen da noch mal ganze andere Dinge mit rein, finde ich.
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Beitrag Di., 06.07.2021, 21:23

Nein, es ist mir eigentlich egal. Ich traf dort (Wartezimmer Psychiater) mal auf meine Uni-Dozentin - und ich bin mir sicher, dass das für sie wesentlich schlimmer war als für mich. :hehehe:
Ich lebe in meiner eigenen Welt, aber das ist OK, man kennt mich dort. (Unbekannt)

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Beitrag Di., 06.07.2021, 21:31

~~~ hat geschrieben: Di., 06.07.2021, 21:17 Es ging ja um ein Arztpraxiswartezimmer eines Psychiaters.

Und inwiefern ist es unangenehmer, zu jemandem zu gehen, der in erster Linie fürs Körperliche (bzw. Medikamente) zuständig ist, als zu jemandem, der für die Psyche zuständig ist?

In meinem Fall war es übrigens eine Gemeinschaftspraxis, da war auch ein Psychiater.

Man kann die Dinge so oder so sehen, finde ich. Ich kann andere Patienten schlicht nicht ignorieren, und die Gespräche, die sich ergeben haben, waren erfrischend normal und freundlich.
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Beitrag Di., 06.07.2021, 23:35

ExtraordinaryGirl hat geschrieben: Di., 06.07.2021, 21:31
~~~ hat geschrieben: Di., 06.07.2021, 21:17 Es ging ja um ein Arztpraxiswartezimmer eines Psychiaters.

Und inwiefern ist es unangenehmer, zu jemandem zu gehen, der in erster Linie fürs Körperliche (bzw. Medikamente) zuständig ist, als zu jemandem, der für die Psyche zuständig ist?
Es ging ja darum, dass es unangenehmer ist andere Patienten im Wartezimmer zu sehen.

Und das ist, finde ich, bei Psychotherapeuten dann noch mal ein ganz anderes Level, weil man ja während ner Psychotherapie eine andere Art von Bindung aufbaut.
Und das spielt dann damit rein, wenn man andere Patienten sieht.
Deshalb ist das ein Unterschied. Also eher noch unangenehmer,
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Beitrag Mi., 07.07.2021, 10:07

~~~ hat geschrieben: Di., 06.07.2021, 23:35 Und das ist, finde ich, bei Psychotherapeuten dann noch mal ein ganz anderes Level, weil man ja während ner Psychotherapie eine andere Art von Bindung aufbaut.
Und das spielt dann damit rein, wenn man andere Patienten sieht.
Deshalb ist das ein Unterschied. Also eher noch unangenehmer,
Und inwiefern widerspricht das meinem Kommentar (oder war das nicht als Widerspruch, sondern als Zustimmung gemeint)? Ich war ja bei einer Psychotherapeutin und fand es trotzdem nicht sooo unangenehm, vor allem deswegen, weil gar keine lange Wartezeiten entstanden sind, in denen man sie hätte beobachten können. Gerade in einer Praxis mit geschlossenen Räumen nicht. Und wenn ich Mitpatienten mal kennengelernt bzw. sie mich angesprochen haben (vielleicht, weil sie selbst unsicher waren), waren sie sehr nett. Das ist für mich auch kein Streitpunkt, nur eine andere Erfahrung.
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Beitrag Mi., 07.07.2021, 12:20

ExtraordinaryGirl hat geschrieben: Mi., 07.07.2021, 10:07
~~~ hat geschrieben: Di., 06.07.2021, 23:35 Und das ist, finde ich, bei Psychotherapeuten dann noch mal ein ganz anderes Level, weil man ja während ner Psychotherapie eine andere Art von Bindung aufbaut.
Und das spielt dann damit rein, wenn man andere Patienten sieht.
Deshalb ist das ein Unterschied. Also eher noch unangenehmer,
Und inwiefern widerspricht das meinem Kommentar (oder war das nicht als Widerspruch, sondern als Zustimmung gemeint)?
Es war weder Widerspruch noch Zustimmung.

Es war einfach nur meine persönliche Meinung, dass ich es beim Psychotherapeuten noch mal anders schlimm finde ;)
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Beitrag Mi., 07.07.2021, 14:52

Dann bestand der einzige Bezug zu meiner Meinung aus dem Wort "Psychotherapeut"? ;) Okay.
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