Interkulturelle Probleme in neuer Beziehung oder Warnzeichen?

Fragen, Probleme und Austausch über kulturbezogene Probleme, Aus- und Einwanderung (Migration) und bikulturelle Partnerschaften

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Annona
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Interkulturelle Probleme in neuer Beziehung oder Warnzeichen?

Beitrag Di., 19.05.2020, 10:20

Hallo liebes Forum,


ich habe mich vor 6 Monaten von meinem Ex-Partner getrennt, aufgrund seiner Verweigerung von Therapie, permanenten Rückfällen und coabhängigen Familie. Ich hatte mehr als genug versucht, getan und geopfert... (hatte dazu einen Thread hier im Forum eröffnet) die einzige logische Konsequenz und viel zu späte Trennung war im Grunde eine enorme Erleichterung. Allerdings bin ich noch am Verarbeiten und hab da emotional noch ne Baustelle. Wichtiger Teil ist das Fühlen von Schmerz und Frustration und sämtlicher anderer Emotionen, die ich während dieser 2 Jahre unterdrücken musste um zu "funktionieren".

Generell bemerke ich bei mir inneren Druck, der durch den ganzen Lockdown der vergangenen Wochen nicht gerade besser wurde... dezent ausgedrückt. Dazu kommt noch zusätzlich:

Seit Januar habe ich Kontakt mir jemandem aus dem gleichen Kulturkreis, er würde gerne alles sehr schnell sehr ernst werden lassen zwischen uns aber in mir sträubt sich da etwas. Ich kann nicht genau sagen, ob es Angst ist, aufgrund meiner schlechten Erfahrungen oder da irgendwas tatsächlich nicht ganz stimmt. Er will einfach zu schnell zu viel und ich finde, ich kenne ihn noch garnicht richtig.

Freundschaftlich würde es passen, auch körperliche Anziehung ist da und Zuneigung. Er geht auf mich ein, bemüht sich wirklich. Aber. Wir haben täglich Kontakt, was mich mittlerweille eigentlich total nervt. Dies hab ich bereits mitgeteilt und es wurde akzeptiert, wobei ich da unterschwelligen Unmut spüre. Er hat sich auch paarmal aufgeregt und fing mit Vorwürfen an, als ich keine Zeit hatte oder mich abgrenzen wollte. Mich schuldig fühlen wenn ich Zeit für mich will??? Ich bin im Grunde ein freiheitsliebender Mensch der gerne auch mal für sich ist, dieses Bedürfnis scheint mein neuer potenzieller Freund aber so garnicht zu haben. Dachte mir, es könnte kuturell bedingt sein, da in seinem Kulturkreis Menschen viel mehr Zeit miteinander verbringen... aber ich hab Zweifel, ob es nicht simpel nur klammern oder sogar Kontrollverhalten ist.

Wir haben uns lediglich eine Woche gesehen, er besuchte mich. Allerdings war ich danach super erschöpft!!! Ständiges Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Sex, bis zu 4 mal am Tag!!??? Emmm... jeden Tag? Ich finde das nicht normal. Hab mich da natürlich abgegrenzt aber fühlte mich bedrängt und irgendwie auch vera***. Täglich 4x Sex zu erwarten ist irgendwie auch dreist, finde ich, allerdings wurde auch das von ihm in Kauf genommen und zurück geschraubt. Auch so hatte ich keine Zeit mich mal zu entspannen oder zu erholen oder schlichtweg Ruhe in der Woche, in der er hier war... und finde das etwas beängstigend. Mit meinen Freunden war er sehr reserviert.

Der nächste Knaller ist, dass ich Magersucht vermute bei ihm, was er teils abstreitet und dann wieder einsieht. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich nach den 2 Jahren mit meinem Ex wirklich keine Lust hab, jemals wieder in einer Helferrolle oder kranken Beziehung zu stecken. Ich fühle mich jetzt bereits unter Druck, besorgt und eingeengt, wobei er sonst ein gutaussehender Mann ist mit Freunden, eigener Firma, kreativ und intelligent.. eigentlich wirkt er relativ normal. Ich bin verwirrt und kann nicht genau zuordnen, was ich hier projeziere oder ob ich zu hart bin oder das alles tatsächlich irgendwie ein wenig zu viel ist und nicht gut enden kann. Mache ich mir das gerade selbst kaputt, übertreibe ich oder ist da einiges faul?

Vielleicht hat jemand einen Tipp. Das alles mal in Worte zu fassen hilft bereits. Danke fürs Lesen!


VlG, Annona


kaja
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Beitrag Di., 19.05.2020, 11:04

Lauf so schnell du kannst.

Viel mehr gibt es dazu wohl nicht zu sagen.
After all this time ? Always.


Candykills
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Beitrag Di., 19.05.2020, 11:20

Mh, ich lese da eigentlich heraus, dass du dich unwohl mit ihm fühlst, weil er dich so vereinnahmt. Kann ich sehr gut nachvollziehen, mir ginge es da ähnlich wie dir.
Deswegen würde ich dir raten auf dein Bauchgefühl zu hören, dass das auf Dauer so nicht gutgehen kann und DIR nicht gut gehen kann.
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Beitrag Di., 19.05.2020, 13:40

Danke Euch, nur wie kann ich herausfinden, ob das mein Bauchgefühl ist oder ich einfach instinktiv blocke nach der Achterbahnfahrt mit meinem Expartner?

Auch, wie kann ich wissen, ob sein Verhalten normal ist oder gestört? Kann das gerade nicht besser ausdrücken ::?

Viele liebe Grüsse

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Waldschratin
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Beitrag Di., 19.05.2020, 14:17

Wo ist denn für dich der Unterschied zwischen Bauchgefühl und instinktiv...? :gruebel:
Bei mir ist das derselbe Bereich.

Und dich definieren zu lassen von seinem Verhalten, da rennst du dann gleich wieder mit dem Nächsten gegen eine Wand.
Ob er"normal" oder "gestört" reagiert, kann dir doch egal sein. Wichtig (Und Maßstab) für dich sollte doch in erster Linie sein, ob es für dich so passt, wie es läuft oder eben nicht.
Jede Liebe, die von einer Sache abhängig ist, hört auf, wenn die Sache aufhört; die aber, die von keiner Sache abhängig ist, hört niemals auf.
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Beitrag Di., 19.05.2020, 14:31

Hallo Waldschrat,

hätte vielleicht Intuition und instiktiver Reflex schreiben sollen, war nicht gut ausgedrückt. Intuition ist für mich sowas wie ein 7ter Sinn, Vorahnung, die sich vielleicht an etwas orientiert dass man unbewusst registriert hat.... und das zweitere, eher etwas das mit angelerntem zu tun hat wie zB ein Angstreflex, denn diesen beobachte ich an mir, was ihn anbelangt.


Ich denke gestörtes Verhalten (im sinne von verhaltensgestört bitte nicht falsch verstehen) wie zB Kontrollsucht oder normales Verhalten ist garnicht einerlei, sollte meine Entscheidung definitiv beeinflussen. Lasse mich ungern erneut von Gefühlen leiten. Definieren lassen über sein Verhalten? Wie meinst Du das, bitte erklären :!!:


VlG

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Waldschratin
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Beitrag Di., 19.05.2020, 14:47

Naja, ganz einfach : Es gibt Partner, die kommen sehr sehr gut mit den Störungen ihrer Partner zurecht, die ergänzen sich sogar gegenseitig, haben sich auch schon so kennengelernt und leben dennoch eine innige, respektvolle Beziehung miteinander.

Es kommt also nicht so sehr drauf an, wie "gestört" einer der Partner oder beide jeweils sind.
Es kommt darauf an, wie gut man zueinander passt.
Wie respektvoll man miteinander umgeht.
Wie der jeweilige Partner "gestrickt" ist.

Wenn du jetzt "die Allgemeinheit hier" fragst, wie du das bisherige Verhalten dieses "potentiellen Kandidaten" dir gegenüber beurteilen sollst, dann definierst nicht DU deine Grenzen oder deren "Weiten". Dann definierst nicht DU deine Bedürfnisse, deine Wünsche und deine Bedingungen.
Sondern bestenfalls unsere Meinung hier, schlimmstenfalls machst du das alles fest an der vermeintlichen "Gestört- oder Normalheit" dieses Mannes.

Das kann nicht gut gehen, oder?
Nicht mal dann, wenn das alles "nur" deine Übertragung aus der letzten miesen Beziehung wäre und du diesem Mann "Gestörtheit" unterstellst, weil das für dich dann "entschuldbar" und deshalb ok wäre, wenn es dann schwer zu deinen Lasten ginge.

Annona hat geschrieben:Intuition ist für mich sowas wie ein 7ter Sinn, Vorahnung, die sich vielleicht an etwas orientiert dass man unbewusst registriert hat.... und das zweitere, eher etwas das mit angelerntem zu tun hat wie zB ein Angstreflex, denn diesen beobachte ich an mir, was ihn anbelangt.
Erstmal allgemein: Für mich ist das tatsächlich aus demselben Bereich in mir : Intuitiv etwas ahnen, was man unbewusst registriert, kann man doch eigentlich nur, wenn da "vorher" schon ne Erfahrung war, oder?
Und ein Angstreflex kommt doch erst aus so ner gemachten Erfahrung raus.

Das kann sein, dass der wieder abebbt, wenn man diese gemachte Erfahrung besser verarbeitet hat und wieder festeren Boden in sich gefunden hat.
Aber bis dorthin sagt einem dann doch das Bauchgefühl gleichermaßen wie der Angstreflex : Nicht jetzt!!! Unpassend, da zu "gefährlich"!
Oder nicht?

Und du schreibst es ja selbst, in deinem ersten Post ja auch schon mehr als ein Mal : Es geht dir alles zu schnell, er engt dich gewaltig ein, sitzt dir zu nah auf der Pelle, du bist erleichtert, wenn er dir mal nicht nachstellt, alle seine Forderungen an dich sind in deinem Ermessen mehr als übertrieben etc.

Wieso reicht dir da nicht dein eigenes Empfinden?
Warum willst du dein Maß bestimmen lassen von der Abgleiche mit "allgemeiner Meinung"?

Warum nicht zuerst dein eigenes Maß suchen und finden lernen und es dann auch zu vertreten?
Dich selber kennenlernen, was deine Bedürfnisse sind. Wo und wie sie sich unterscheiden für dich von deinen Wünschen. Und dem, was du als angenehm empfindest oder bis zu welchem Bereich du "nachgeben" möchtest?
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Beitrag Di., 19.05.2020, 15:12

Wir kennen hier ja deinen Partner nicht. Ich kann also nur das beurteilen, was du von ihm erzählst und wie du ihn wahrnimmst. Und da finde ich nicht wichtig, ob dein Partner ne anerkannte Störung braucht, denn erstmal zählt es ja, wie es dir geht mit ihm und das scheint ja nicht so gut zu sein.
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Beitrag Di., 19.05.2020, 15:29

Also ich bin jetzt ziemlich ins grübeln gekommen, da sind ein paar Ansätze dabei die mir zu denken geben, konstruktiv gesehen. Dass ich mich hintenanstelle, also "definieren" lasse, wäre dann in dem Fall wohl auch Teil meines Angstreflexes. Also instinktive Reaktion, eine intuitive wäre für mich kalkulierter nach ner Art von Ahnung. Ich versuch das nochmal zu erklären, bin heute irgendwie nicht so gut was meine Wortwahl anbelangt:
Ein Beispiel von Intuition wäre, bei einer WGsuche(Ausland) eine optimale Wohnung anhand eines komischen Gefühls nach Gespräch mit der supernetten Vermieterin nicht in Betracht zu ziehen, obwohl rational gesehen alles dafür spricht. Die Dame hat sich im Nachhinein als "gestört" erwiesen, indem sie nach meinem (legitimen) Nein ausfällig wurde.

Klar ist "gestört" kein schönes Wort aber Störung ist eben Störung. Kenne persönlich wenig glückliche Beziehungen sobald diese beteiligt sind, kommt auch auf die Art der Störung an und Einsicht? Klar sollte man das Wort nicht benutzen um alle über einen Kamm zu scheren, oder abzuwerten, etc pp

Angelernt wäre an nem Angstreflex der Trigger aber der Mechnismus ist an sich immer gleich? Kann man einen Reflex erlernen? Das hat doch eher mit Empfindungen als Geist zu tun. Über den Rest denke ich nun weiter nach, drifte gerade etwas ab.

VlG

@Candykills: Klar, darum war ja meine ursprüngliche und eigentliche Frage, wie überprüfe ich mich selbst bzw meine Wahrnehmung seiner Person.... ein weiteres Problem hierbei ist, dass ich ihn nur eine Woche "live" kenne. Er hat viele positive Eigenschaften, das beschriebene ist besorgniseregend - wobei nicht klar, ob ich diejenige bin, die spinnt oder übertreibt bzw wie schlimm "gestört" :anonym: er sein könnte... damit meine ich, zB ein Narzisst oder einfach nur jemand der extrem viel Nähe braucht, da es in seiner Kultur normal ist. Einsicht zeigt er, aber kenne ihn zu wenig um das genau zu beurteilen - Einsicht kann auch einfach nur ne Strategie sein, um mich bei Laune zu halten, da ich meine Grenzen bereits gezeigt hab und Kontakt mittlerweille einschränke


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Beitrag Di., 19.05.2020, 15:32

Ich denke es ist nicht wichtig, ob deine Wahrnehmung objektiv korrekt ist, weil es hat dich gestört und da stellt sich die Frage, ob das dauerhaft gut geht, wenn er vielleicht ein völlig anderes Bedürfnis an Nähe als du.
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Beitrag Di., 19.05.2020, 15:37

Ich sehe da auch ne ungesunde Dynamik auf Dauer, aber er hat sich mir angepasst und schaltet auch mehr auf Alleingang.. was so auch passt, Kontakt besteht fort aber eben diese komische Beklemmung bei mir. Definition instinct: 1. the way people or animals naturally react or behave, *without* having to think or learn about it (google, lexikon) - aber verstehe voll und ganz, was du mit gleich meinst @waldschrat, oder denke zumindest dass ichs verstehe, werd nochmals ne Runde drüber nachdenken

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Waldschratin
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Beitrag Di., 19.05.2020, 15:52

annona hat geschrieben:aber verstehe voll und ganz, was du mit gleich meinst @waldschrat,
Ich vesuchs auch nochmal, etwas genauer in Worte zu fassen. Ist gar nicht so leicht...
Ich versteh schon, dass das nicht "das Gleiche" ist. Es kommt aber aus demselben "Bereich" in mir, von daher ist da für mich die Folgerung aus dem, was man da wahrnimmt, ziemlich das Selbe : Egal, ob getriggert oder erahnt, die Wahrnehmung ist : Es passt (mir) grade nicht!

So, wie Candy das geschrieben hat : Ob deine Wahrnehmung objektiv korrekt ist oder nicht, das ist doch nicht ausschlaggebend. Dein Bauch sagt "Nein, nicht jetzt!", deine Intuition sagt "Nein, auf keinen Fall jetzt!" und noch dazu sagt die "Auch nicht auf Dauer", wenn ich dich recht lese.

Also was lässt dich weiter dran festhalten und hoffen? DA würde ich ansetzen zu überlegen, wenn ich in deiner Lage wäre.
Da gibt es ja auch immer jede Menge zu durchdenken und durchfühlen dran : Dich weiter auf ihn einlassen, weil du
- es noch schlimmer findest, alleine sein zu müssen
- Angst hast, keinen mehr abzukriegen
- irgendein Empfinden in dir hast, du seist was Besseres "nicht wert"
... Liste beliebig fortsetzbar. (Meine Beispiel sind nicht direkt auf dich bezogen!)

Ich würde das reflektiert haben wollen, bevor ich mich weiter einlasse oder das beende. Einfach um halbwegs zu wissen, was abgeht in mir und was ich da dann tu.

Übrigens : Mein Nick ist Waldschratin. ;-)
Wenns dir zu lang ist, dann nimm "Waldi". :->
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Beitrag Mi., 20.05.2020, 18:07

Hallo Waldschratin,

Tschuldigung wegen dieser Verwechslung :anonym: Mein Hirn hat das zuvor bereits registriert aber ich hab das, warum auch immer, falsch geschrieben.

Ich stelle mir diese und viele viele andere Fragen und nehme mir eine Auszeit, auch von Whatsapp und co. Habe gerade eine Überdosis davon, dauernd in Kontakt mit jemandem zu sein ist für mich wirklich ermüdend auf jeder Ebene. Genauso, dass er sich aufregt, obwohl ich bereits erklärt habe, dass es für mich auch ungesund ist, die ganze Zeit nonstop 24/7 elektronisch zu kommunizieren und das pausenlos. Ich frag mich wie er das mit seiner Arbeit vereinbart, er besitzt einen Shop, scheinbar ist es sehr entspannt dort. Ich arbeite am PC und brauch in meiner Freizeit alles andere als nonstop PC oder Smartphone, abgesehen davon dass das jeden Reiz killt wenn jemand PAUSENLOS Bestätigung oder Kontakt sucht.

Meld mich bald wieder, danke für die Denkansätze und bis bald!

VlG


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Beitrag Sa., 23.05.2020, 11:59

Also ich bin nun abgetaucht und in Klausur gegangen und das ganze ist für mich nun klar. Das Bild sieht für mich mittlerweille jedoch komplett anders aus. Ich habe versucht zu verdrängen, dass die Probleme meines potenziellen neuen Partners mich deprimieren und ich mich erneut in eine Helfer- oder Mutterrolle gedrängt fühle, hinzu kommt, dass dieser aus demselben Land stammt wie mein Ex und mich einiges doch stark and negatives erinnert. Dies führte zu einem Rückzug meinerseits, woraufhin der Mann anfing zu klammern und zu streiten. Das klammern und gestreite ist also ein oberflächliches Problem, hinzu kommt sein Bedürfnis nach dauernder Aufmerksamkeit, welches ich auch nicht normal finde.

Angesprochen habe ich diese Probleme bereits, wenn doch nicht im vollen Ausmaß. Um seine Gefühle nicht zu verletzen. Unterbewusst ist die Anziehung bei mir aber den Bach runter gegangen, auch wenn ich ihn auf der Herzeben noch gern hab. Es ist zum Teil wirklich abschreckend. Die Rede ist von Untergewicht, das mir erst bei seinem Besuch auffiel, sowie anderen körperlichen Problemen die bei einem 36 Jährigen nicht vorhanden sind im Normalfall und wirklich durch Vernachlässigung selbst verschuldet sind. Auch seine Firma hat Probleme, er hat finanzielle Probleme, kümmert sich nicht um seine Gesundheit und könnte sich niemals um mich oder eine Familie kümmern, da er sich scheinbar nichtmals um sich selbst kümmern kann. Ich kann das sicherlich selbst, aber möchte meinen Partner nicht "in Ordnung bringen" oder mitziehen und ab und an jemanden zu haben, auf dem man sich verlassen kann, ist auch nicht schlecht.

Die bei mir bestehenden Schuldgefühle und auch Hilflosigkeit machen beides schwer, bleiben, und auch gehen. Er wäre charakterlich sehr nett, auch nich häßlich... aber das Untergewicht und andere Dinge sind schon etwas heftig. Er hatte versprochen das zu ändern, nachdem ich ihm durch viele Gespräche klargemachen konnte, dass es nicht normal und nicht gesund ist, dermaßen dünn zu sein und nichts zu essen. Es gibt noch weiteres, dass ich nicht anspreche und auch hier nicht schreiben werde (es ist wirklich etwas peinlich und eigentlich heute auch nicht normal) - da ihn meine Kritik mit dem Untergewicht bereits hart getroffen hat, lasse ich das lieber. Er weiss das sicherlich selbst und was er da tun müsste, kümmert sich aber nicht mehr darum (außer am Anfang) pder kann sich die Behandlung nicht mehr leisten. Bin ich jetzt zu oberflächlich? Komme mir herzlos vor das zu schreiben aber andererseits, ich werde keinen Mann finanzieren und kann da allerdings auch nicht zusehen, dass jemand in so nem Zustand ist.