Kann keine Beziehung aufbauen? Sabotage, Trauma

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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honeybunny
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Kann keine Beziehung aufbauen? Sabotage, Trauma

Beitrag Fr., 06.11.2009, 18:48

hello again,

eigentlich wollt ich über das thema hier nicht schreiben aber ich kann es momentan nicht aussprechen gegenüber leuten die mich kennen.

auch ich hatte eine schlimme kindheit, mutter manisch-depressiv, hat mich eher vernachlässigt und emotional schwer zu schaffen gemacht, mein vater war oft abwesend und er mochte es gar nicht das ich so ein sensibelchen war, er wollte mich abhärten für die böse welt, er hat von mir immer sehr viel erwartet und mich angeschrien, beschimpft und entwertet wenn ich was fallen lassen hab oder nicht gründlich oder schnell genug was zusammen gekehrt habe. lob gab es in meiner kindheit nicht. ich wollte es immer allen recht machen und mich verbiegen in der hoffnung dann liebe und zuneigung zu bekommen wie ich es gebraucht hätte.
meine schwester starb bevor ich geboren wurde und ich hatte oft das gefühl, schlechter ersatz für sie zu sein, meine mutter hat uns oft verglichen, ich war der morgenmuffel, meine schwester war ein sonnenschein, usw.
ich hab auch noch einen 9 jahre älteren halbbruder, mit dem ich aufgewachsen bin, er ist behindert auch geistig etwas zurück geblieben.
als ich etwa im kindergartenalter war, hat mich mein bruder angefangen zu missbrauchen, er hat mit mir pornofilme geschaut, während meine mutter mir mein flascherl brachte, er hat neben mir masturbiert.
sex war überpräsent zu hause, sex zeitschriften lagen rum, pornos in reichweite und v a meine mutter hat oft derbe darüber geredet. als ich mir mal einbildetet das küssen lernen zu wollen, hat sie es mir gezeigt. dafür schäm ich mich heute noch das mein erster richtiger kuss mit meiner mutter war.
mein bruder hat dann noch andere dinge mit mir gemacht, geküsst hat er mich zum glück nicht. es kam zum glück auch nicht zum geschlechtsakt. ich weiss noch da war ich ca 8, da hatte ich beschlossen dick zu werden, weil man zu hause immer sagte, dicke frauen seien unattraktiv, niemand wolle eine dicke frau (obwohl meine mutter auch dick war oder in der ehe dick wurde), ich dachte das würde mich davor schützen, das mein bruder sich an mich ranmacht und das ich nicht mehr attraktiv bin für falsche männer.
geschützt hat es mich allerdings nicht, irgendwann fing ich an mich zu wehren, mit fäusten und tritten und hab gesehen das ich schnell von ihm wegkam. als ich dann in die pubertät kam, machte er sich am schloß des badezimmers zu schaffen und mich beim duschen beobachtet. solange wir unter einem dach gewohnt haben und ich ihn gesehen hab, hat er immer wieder was versucht.
dazwischen hab ich mal abgenommen, als er dann als ich 19 war mir vermehrt versuchte zwischen die beine zu greifen oder den hintern zu begrapschen und mir sagte ich sähe geil aus, hab ich wieder ordentlich zugelegt, ein horror für mich, für den bruder attraktiv zu sein.
ich hab dann eine essstörung entwickelt auch wegen anderer sachen, zb durfte ich meine emotionen nie rauslassen v a die negativen. ich fühlte mich fett, hässlich und ungeliebt. niemanden konnte ich es recht machen.
immer wieder hab ich mich auch selbst sabotiert und leg mir steine in den weg.
ich war nun über 4 jahre lang in therapie und ich dachte ich hätte das alles hinter mir. ich hatte jännuar bis anfang februar meinen ersten freund und den ersten richtigen sex. jedoch hat er sehr bald schluss gemacht weil er dachte ich hätte was mit anderen was nicht gestimmt hat. er hatte auch ein empfindliches ego und ich er hat dann monatelang genörgelt an mir. wir wollten freunde bleiben, aber sobald ich keinen sex mehr wollte, hat er der freundschaft den rücken gekehrt und so getan als wär ich der boogieman. ich schaff es einfach nicht eine beziehung einzugehen. mir fehlt geborgenheit, zärtlichkeit, liebe, ich hätte gern auch den romantischen kram aber irgendwie schaff ich es nicht einen mann emotional für mich zu interessieren. in letzter zeit hatte ich öfter sex, mit männern die ich kaum kenne, so auch heute. nach seinem orgasmus ist er aufgebrochen und gegangen, das ich keinen hatte war ihm egal. ich fühl mich jetzt im moment recht mies.
mir hatte auch eine freundin im sommer an den kopf geworfen, ich sei zu leicht zu haben und ich solle nicht so schnell sex haben. manchmal glaub ich das ist eh das einzige was ein mann von mir will und ich sei eben dazu gut. ich frage mich ob das evtl. mit meiner vergangenheit zusammen hängt.
ich hoffe ich bin jetzt keine schlampe, auf jeden fall, fühl ich mich im moment nicht gut.
hat jemand so was ähnliches vielleicht hinter sich oder überwunden?
hat vielleicht wer einen tipp?

sorry das es so lange geworden ist

lg

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Innere_Freiheit
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Beitrag So., 08.11.2009, 11:36

honeybunny hat geschrieben:ich frage mich ob das evtl. mit meiner vergangenheit zusammen hängt.
Hallo honeybunny,

meiner Ansicht nach hat dies sicherlich mit deiner Vergangenheit zu tun.
Oft wiederholen sich bestimmte Erfahrungen im Leben immer wieder (z.B. immer wieder Sexobjekt zu sein), so lange, bis wir das Thema endgültig in uns selbst heilen konnten.

Bei dir hat wohl irgedetwas in diesem Zusammenhang noch nicht heilen können.
Könntest du dir vorstellen, nochmals Therapie zu machen - vielleicht bei einem anderen Therapeuten.... damit auch das, was noch offen ist, bearbeitet werden kann.

Liebe Grüße

Innere Freiheit
Das was ich ablehne, bleibt an mir kleben!

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Thread-EröffnerIn
honeybunny
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Beiträge: 24

Beitrag So., 08.11.2009, 12:25

danke für deine liebe antwort.
zum glück fühl ich mich schon etwas erleichtert als ich mich jemandem anvertrauen konnte. vielleicht muss ich auch noch lernen auch in schlechten zeiten nett zu mir zu sein und mich nicht zu etwas herzugeben was mich verletzt.

ich hab schon daran gedacht bei meiner therapeutin einen termin auszumachen, da ich bei ihr bereits ein vertrauen aufbauen konnte. bisher dachte ich ja das hätt ich hinter mir aber vielleicht ist es wirklich besser nochmals zu meiner therapeutin zu gehen, immerhin war ich bei den letzten terminen die ich nicht verschwitzt hab (ich chaot), ruhig gestellt durch meine fress-attaken, da ich diese aber jetzt angehe und nicht mehr so zwanghaft esse kommt halt auch viel hoch warum ich überhaupt mit dem zwanghaften überessen und der bulimie angefangen hatte.

ich freue mich über deine netten worte
glg honeybunny

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Ninna
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Beiträge: 78

Beitrag Di., 08.12.2009, 14:53

Hi honeybunny,
kenne es, sich abzumühen und um die Liebe eines Elternteils zu kämpfen. Bei fehlendem Urvertrauen, einem völligen Fehlverhalten der Eltern und Missbrauch da benötigt man gute Unterstützung. Bin noch völlig geschockt von Deinem Bericht. Wenn Elternteile nicht funktionieren, wie soll denn ein Kind lernen "Nein" zu sagen und verstehen das es Rechte hat. Hoffe, bei Euch ist es nicht so schwierig, oder mit langen Wartezeiten verbunden, einen Therapieplatz zu bekommen.

Paß gut auf Dich auf. Am Besten in Dich hinein hören, was Du möchtest und was nicht.
Lieben Gruß von mir!

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Orchidee
Helferlein
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weiblich/female, 27
Beiträge: 98

Beitrag Mi., 09.12.2009, 23:09

Hallo,

also ich deine Worte gelesen habe (in erster Linie zumindest was dein Verhalten heute betrifft) hab ich mich in vielen Punkten wiedererkannt. Teile aus deiner Vergangenheit kann ich auch unterzeichnen.

Ich habe eine ähnliche Kindheit erlebt und habe die gleichen bzw. ähnliche Muster wie du. Ich habe es lange den Männern so recht gemacht wie sie es wollten. Nähe und Sehnsucht nach geliebt werden, habe ich damit kompensiert sofort mit jemanden ins Bett zu steigen. Ich hatte keinen Spass daran und hatte davon auch nix- habe nicht mal mein Recht gefordert, dass doch auch etwas gutes für mich abfallen müsste. Aber ich habe mich gefühlt wie du- ich bin zu mehr nicht zu gebrauchen- und so muß es wohl ablaufen.

Auch heute verfalle ich manchmal in dieses Muster diesen Schritt gehen zu wollen oder aber auch bei meinem Freund nicht zu sagen "hey ich brauch nähe" - nein, ich zieh ihn ins bett und versuche darüber wieder mein altes Muster. Habe auch viel Mist gebaut in der Vergangheit, aber ohne dass ich darauf einen Nutzen gezogen hätte- also einen wirklichen Nutzen.

Ich arbeite an diesen Punkten und du solltest es auch tun. Bei mir ist es nicht das Essen, sondern autoagressives Verhalten womit ich versuche manche Situation zu umschiffen. Du hast das Essen, Nichtessen, etc. für dich entdeckt, ich verletze mich selbst. Was du machst ist auch eine art der Selbsvertletzung- also würde ich dir dringend anraten dich zumindest nochmal mit deiner therapeutin zusammenzusetzen.

Ich kann dir nachfühlen wie du dich fühlst- ich bin in den letzten tagen auch in der Situation gewesen, dass mir das alles über den Kopf gewachsen ist. Mich die Vergangenheit immer wieder einholt, aber du merkst ja auch wie es dich beschäftigt, also geh nochmal den Schritt in die Therapie. Bzw. lass dich einfach mal fachmännisch beraten.

Du schaffst das- und außerdem Kopf hoch... du bist sicher zu viel mehr gut!

Alles Gute und viel Kraft

Orchidee

Mut ist nicht, keine Angst zu haben, sondern die eigene Angst zu überwinden

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