Täterkontakte/Familie

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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Xanny
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Täterkontakte/Familie

Beitrag Di., 24.11.2009, 07:44

Liebes Forum,

mich würde mal Eure Meinung interessieren. Wie geht Ihr mit dem Täter um, habt Ihr Kontakt, bzw. wie sieht dieser aus?

Habt Ihr rechtliche Schritte gegen den Mißbrauch eingeleitet?

Mir gehts hier in erster Linie um den Mißbrauch innerhalb der Familie. Der Täter also einen engen Kontakt zum Opfer hat. Wie geht Ihr jetzt einige Jahre später, mit dem Mißbrauch um?

Zur Erklärung: Mein Vater hat sich jahrelang an mir vergangen, wir hatten danach viele Jahre keinen Kontakt, nun aber wieder doch. Ich möchte auch unbedingt diese alte Sache aus der Welt schaffen, frage mich aber auch, ob das überhaupt möglich ist. Mit meinem Kontaktwunsch stoße ich auf sehr viel Unverständnis in meinem Umfeld.

Hat jemand ähnliches erlebt und ist vielleicht schon einen Schritt weiter als ich?

LG Xanny
*Ein Freund ist jemand, der Deine Vergangenheit versteht, an Deine Zukunft glaubt und Dich so akzeptiert, wie Du bist*

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DieLinkeSocke
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Beitrag Di., 24.11.2009, 08:18

Hallo Xanny,

Mein MB ist auch in der Familie passiert. Einer der Täter hat erst vor kurzem meine Mutter kontaktiert, die jeglichen Kontakt ablehnte, da sie von dem MB weiß.

Ich selbst - hmm. Ich würde mich dem nicht aussetzen wollen. Weil wenn ich mich frage was ich mir davon wünsche und erhoffe dann kommt immer wieder das selbe in mir hoch: dass er/sie zugibt/geben, dass sie das mit mir gemacht haben. Dass sie sich entschuldigen. Dass es ihnen wirklich leid tut.
Diese Dinge jedoch kommen so selten vor, dass ich es am liebsten gar nicht ausprobieren möchte.

Was ist denn dein Grund um wieder mit deinem Vater in Kontakt zu treten? Frage dich, ob der Grund auch wirklich ein für dich guter und gesunder - heilender - Grund ist.

Ich habe den REst meiner Familie kontaktiert und die Zeugen des MB befragt. Was dabei herauskam ist so retraumatisierend gewesen, dass ich heute noch daran arbite es zu verarbeiten.

Ich möchte dir hiermit eigentlich nur sagen: Bitte sei sehr, sehr vorsichtig und gehe besonders behutsam mit dir selbst um. Das kann auch mächtig schief gehen - und ohne professionelle Begleitung (dh TherapeutIn/PsychiaterIn wissen davon und helfen dir das ganze vorzubereiten und sind nachher da um dir durch eventuelle Rückschläge zu helfen) würde ich das schon gar nicht machen.

Glg,

Sock

ps: solche Kontakte können auch wirklich heftige Flashbacks hochbringen. Bei mir war es so.
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candle
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Beitrag Di., 24.11.2009, 09:09

Hallo Xanny!

Ich möchte nicht sagen, dass ich Dich nicht verstehen kann, wundere mich aber dennoch über Deinen Thread.

Aus "gesunder Sicht" würde ich es sehen wie offenbar auch Deine Freunde: Kontaktabbruch, nach vorne schauen wie Du Dir DEIN Leben gestaltest.

Wenn ich es aus meiner damaligen Sicht betrachte: Ja, ich hätte mir ein Schuldzugeständnis gewünscht, Ehrlichkeit, gemeinsame Aufarbeitung etc. bis ich an meine Grenzen stieß, weil es nicht gewollt war.

Ich hoffe, dass Du hier nicht so viele negativen Watschen einholst, die Du schon von Deinem Freundeskreis bekommen hast. Das könnte Dich nur wieder tiefer reinziehen.

Hätte sich an mir mein Vater vergangen, was ich für Dich sowas von furchtbar finde, dann wäre für mich eindeutig auf Lebenszeit eine Grenze überschritten. Eine Grenze wo es kein zurück gibt!!!

Du merkst ja selber, dass der Kontakt zu ihm nicht Deinen Wünschen entspricht. Es tut sich faktisch nichts. Wie oft meinst Du, mußt Du noch gegen diese Mauer rennen, bevor Du merkst, dass Du mit dem kopf nicht durchkommst? Es gibt Schädelbruch!

Letztlich mußt Du für Dich irgendwann ganz allein die Entscheidung treffen.

candle
Es ist besser ein Kerze anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen.
Sommer-Stumpenhorst

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Xanny
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Beitrag Di., 24.11.2009, 10:53

Erst einmal vielen Dank für Eure Antworten. Mit so etwas hatte ich schon gerechnet. Werde mal versuchen, auf Eure Beiträge einzugehen:
DieLinkeSocke hat geschrieben:Was ist denn dein Grund um wieder mit deinem Vater in Kontakt zu treten? Frage dich, ob der Grund auch wirklich ein für dich guter und gesunder - heilender - Grund ist.
Was ich mir davon verspreche...hmmm... eigentlich weiß ich es selber nicht so genau. Ich erwarte eine Wiedergutmachung, Entschuldigung, möchte nachholen, was mir in meiner Kindheit versagt war, möchte wieder als das liebe Kind dastehen...wohl nur einige meiner Beweggründe...

Für mich ist es fast existentiell, dass sich der Kontakt mit meinem Vater wieder normalisiert. Es ist für mich wie eine Droge. Selbst mein Therapeut bezeichet mich da als Junkie. Trotzdem ist es mein sehnlichster Wunsch. Manchmal wünschte ich mir sogar, er würde mich mal wieder lieb in den Arm nehmen, dabei mich als Tochter und nicht als Lebensgefährtin sehen.

Durch die Vorkommnisse bin ich auch in meinem Leben jetzt stark eingeschränkt. Normale sexuelle Beziehungen werde ich nie haben können, meine Selbstzweifel durch die psychische Grausamkeiten meines Vaters schränken mich stark ein. Und trotzdem warte ich auf die Liebe, Zuneigung, das Gefühl, das mein Vater stark ist und mich beschützen kann.

Ich suche nach der Vaterfigur, die mir den Weg ins Leben ebnet, mich unterstützt, für mich da ist, mich akzeptiert. Ich bin schon mein ganzes Leben ihm nachgerannt, auf der Suche nach Bestätigug und Liebe. Und dann hieß es immer, ich bin zwar seine Tochter, und er müsste mich lieben, aber eigentlich bin ich ein Arsch.
candle hat geschrieben:Hätte sich an mir mein Vater vergangen, was ich für Dich sowas von furchtbar finde, dann wäre für mich eindeutig auf Lebenszeit eine Grenze überschritten. Eine Grenze wo es kein zurück gibt!!
Ja, diese Grenze ist eindeutig überschritten und ich habe große Angst, das könnte weiterhin so sein oder wieder. Ich möchte, das mein Vater mich als Tochter wahrnimmt und nicht als Frau.
candle hat geschrieben:Aus "gesunder Sicht" würde ich es sehen wie offenbar auch Deine Freunde: Kontaktabbruch, nach vorne schauen wie Du Dir DEIN Leben gestaltest.
Das scheint aus Sicht anderer auch richtig. Ich würde anderen wohl auch nicht anders raten, aber irgendetwas hält mich und zieht mich immer mehr dorthin. Ich glaube, weil ich gar nicht weiß, wie das Leben für mich sein kann...
candle hat geschrieben:Ich möchte nicht sagen, dass ich Dich nicht verstehen kann, wundere mich aber dennoch über Deinen Thread.
Ich habe diesen Thread eröffnet, weil ich die Meinung anderer brauche. Ich stecke so drin in meinem Denken, dass ich die Sichtweise für das Gute und Richtige verloren habe.
candle hat geschrieben:Wie oft meinst Du, mußt Du noch gegen diese Mauer rennen, bevor Du merkst, dass Du mit dem kopf nicht durchkommst? Es gibt Schädelbruch!
candle hat geschrieben:Ich hoffe, dass Du hier nicht so viele negativen Watschen einholst, die Du schon von Deinem Freundeskreis bekommen hast. Das könnte Dich nur wieder tiefer reinziehen
Darauf bin ich vorbereitet und damit rechne ich auch. Ich kann mich selber nicht verstehen. Einige Kontakte mit ihm tun mir gut, dann andere, wo ich wieder zweifel. Aber den Rücken zu kehren und einen anderen Weg gehen kann ich zur Zeit nicht. Ich habe oft das Gefühl, ich bin ihm noch etwas schuldig, weil ich damals einfach gegangen bin, weil ich mich nicht korrekt verhalten habe...alles ziemlich verworren, blicke selber kaum durch.

Will mir nicht den Kopf einrennen und tue es doch, das versteh, wer will...
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candle
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Beitrag Di., 24.11.2009, 11:10

Xanny hat geschrieben: Ich habe diesen Thread eröffnet, weil ich die Meinung anderer brauche. Ich stecke so drin in meinem Denken, dass ich die Sichtweise für das Gute und Richtige verloren habe.
Und Du glaubst tatsächlich, dass Du von uns Deine Sichtweise verändern lassen kannst? Ich sehe das mit großen Zweifeln. Bisher schafften es weder Therapeut noch Freunde bei Dir. Was brauchst Du dazu um die Sicht verändern zu können?

So wie Du in Deinem "Junkiedasein" drinsteckst, tut es Dein Vater auch. Du erwartest von IHM VERÄNDERUNG. Ist das nicht zuviel verlangt, wenn Du selber an Dir auch nichts ändern kannst?

Du willst als erwachsene Frau anerkannt werden? Dann wachse, aber allein... später kannst Du dann schauen, was Deine Veränderung mit sich bringt, ob ein Kontakt auf Deiner Erwachsenenebene mit Deinem Vater noch möglich ist.

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jennyfer
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Beitrag Di., 24.11.2009, 11:11

Hallo liebe Xanny
Xanny hat geschrieben:
Ich habe oft das Gefühl, ich bin ihm noch etwas schuldig, weil ich damals einfach gegangen bin, weil ich mich nicht korrekt verhalten habe...alles ziemlich verworren, blicke selber kaum durch.
Da du dich im Moment selber nicht richtig verstehen kannst, frage dich doch einmal umgekehrt...

Bist du "dir" schuldig ihm ganz klar zu sagen

"du hast mir das angetan und mich gleichzeitig meines Vaters beraubt, dessen Liebe ich heute noch so sehr suche und vermisse?!"

Ist es vllt die Tatsache, dass du da in einem ganz schweren Koflikt stehst? Das die von dir ersehnte Vaterliebe nicht nur nicht ankam, sondern anders stattfand?

Glaubst du wirklich ganz tief drinnen das du "ihm" was schuldig bist?

Oder bist du es dir gegenüber? Weil deine Kleine heute noch seine Liebe möchte, und du es verständlicherweise ihr nicht bieten konntest (kannst)?

Wenn dir das zuviel ist, ignorier das bitte ganz schnell. Ich versuche etwas anders zu sehen...Was nicht bedeuten mag, dass das so sein sollte, oder so ist.


Will mir nicht den Kopf einrennen und tue es doch, das versteh, wer will...
Ich glaube es zu verstehen. Du wünschst dir seine Vaterliebe so sehr das es sowieso schon weh tut. Warum dann nicht noch den Kopf einrennen um alles zu versuchen...

Liebe Xanny, achte gut auf dich

*vorsichtigumarm*

jennyfer
...

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candle
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Beitrag Di., 24.11.2009, 11:13

PS: Ich hatte dazu mal einen ähnlichen Thread, etwas weitgreifender, weil ich finde, dass nicht nur der Täter "Schuld" ist, sondern auch das Umfeld, welches wegschaut.

viewtopic.php?f=4&t=7570

Wieso bist Du eigentlich nicht stinkesauer Xanny, dass dieser Mann Dich mißbraucht hat?

candle
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Xanny
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Beitrag Di., 24.11.2009, 11:23

candle hat geschrieben:Wieso bist Du eigentlich nicht stinkesauer Xanny, dass dieser Mann Dich mißbraucht hat?
Weil ich es im Grunde glaube, verdient zu haben. Ich war nicht immer das kleine artige Mädchen, oft hat mein Vater mir erzählt, wie überfordert er mit mir als Kind war. Ich kam auf die Welt, als meine Eltern beide noch minderjährig waren und durch meine Geburt (von der Schwangerschaft wusste niemand, angeblich nicht mal meine Mutter) waren sie gezwungen, zu heiraten, obwohl es da in der Beziehung schon einige Probleme gab. Wäre ich nicht dazwischengekommen, hätte auch das Leben meines Vaters ein anderes sein können.
candle hat geschrieben:Und Du glaubst tatsächlich, dass Du von uns Deine Sichtweise verändern lassen kannst?
Nein, das glaube ich nicht. Aber es bringt andere Sichtweisen, Mutmaßungen, vielleicht auch ERklärungen. Mir liegt dieses Thema einfach auf der Seele, es brennt mir unter den Nägeln, weil ich niemanden enttäsuchen will, meinen Vater nicht und auch nicht meine Freunde, die mir gut gesinnt sind.
candle hat geschrieben:u erwartest von IHM VERÄNDERUNG. Ist das nicht zuviel verlangt, wenn Du selber an Dir auch nichts ändern kannst?
Ich bin bereit, mich zu verändern. Wenn ich Fehler gemacht habe, die ihn vielleicht zu dem Verhalten angestiftet haben...ich kann mich ändern. Ich bin bereit zu lernen. Ich will vor allen Dingen, dass er sich seiner Verantwortung, die er mir gegenüber hatte, bewußt wird.
jennyfer hat geschrieben:Bist du "dir" schuldig ihm ganz klar zu sagen

"du hast mir das angetan und mich gleichzeitig meines Vaters beraubt, dessen Liebe ich heute noch so sehr suche und vermisse?!"

Ist es vllt die Tatsache, dass du da in einem ganz schweren Koflikt stehst? Das die von dir ersehnte Vaterliebe nicht nur nicht ankam, sondern anders stattfand?
Nein, das könnte ich ihm nie sagen. Er könnte mich dafür hassen, sich vor mir ekeln...

Vaterliebe.. alleine dieses Wort bringt mich grad zum Weinen. Warum steht mir das nicht zu? Warum habe ich meinen Eltern das Leben verbaut, es hat mich doch niemand gefragt, ob ich auf die Welt kommen möchte. Es hat mich niemand danach gefragt, warum ich als Kind so verhaltensauffällig war. Ich war einfach da und wenn ich schon mal da bin, dann kann man mich ja auch benutzen. Mein Vater, um seine Triebe auszuleben und meine Mutter, um ihre Aggressionen rauszulassen. Der Sündenbock der Familie. Und die anderen Geschwister waren immer die lieben, die hat niemand verprügelt der die Hand zwischen die Beine gesteckt.

Oh, da kochts grad in mir über....
jennyfer hat geschrieben:ch glaube es zu verstehen. Du wünschst dir seine Vaterliebe so sehr das es sowieso schon weh tut. Warum dann nicht noch den Kopf einrennen um alles zu versuchen...
Mehr Schmerz als grad geht eben nicht...
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candle
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Beitrag Di., 24.11.2009, 11:32

Xanny hat geschrieben:
candle hat geschrieben:Und Du glaubst tatsächlich, dass Du von uns Deine Sichtweise verändern lassen kannst?
Nein, das glaube ich nicht.
Das ist schade, meine Worte vorerst verloren. Du hast ja nun ausführlich im Blog schon geschrieben.

Selbst bei meinen Aussagen packt mich "Wut" gegen Dich, dass Du nicht begreifen WILLST.

So bleibt nur eines: Geh so Deinen Weg- Alles Gute! Mehr kann ich nicht dazu sagen, weil ich Deine ganzen Aussagen ja nun auch fast auswendig kenne. Und ich möchte nicht wie Deine Freunde enden..., die Du ja auch schon in sehr leidliche Positionen gebracht hast.

candle
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Beitrag Di., 24.11.2009, 11:41

Xanny hat geschrieben:
candle hat geschrieben:Wieso bist Du eigentlich nicht stinkesauer Xanny, dass dieser Mann Dich mißbraucht hat?
Weil ich es im Grunde glaube, verdient zu haben. Ich war nicht immer das kleine artige Mädchen, oft hat mein Vater mir erzählt, wie überfordert er mit mir als Kind war.
Niemals! Niemals hat ein Kind etwas anderes als Liebe, Schutz und Geborgenheit verdient.
Xanny hat geschrieben: Ich will vor allen Dingen, dass er sich seiner Verantwortung, die er mir gegenüber hatte, bewußt wird.
Xanny hat geschrieben: Ich war einfach da und wenn ich schon mal da bin, dann kann man mich ja auch benutzen. Mein Vater, um seine Triebe auszuleben und meine Mutter, um ihre Aggressionen rauszulassen. Der Sündenbock der Familie. Und die anderen Geschwister waren immer die lieben, die hat niemand verprügelt der die Hand zwischen die Beine gesteckt.


Schau mal genau hin, da hast Du Deine Antworten. Du bist nicht schuld, sie sind es. Und deswegen haben sie jedes Recht auf Kontakt mit Dir verloren.

Eigentlich kann ichs mir garnicht erlauben, so klug daherzureden, ich steck grad selbst in genau der gleichen Situation. Aber ich verstehe langsam, das da viel die Kleine hintersteckt, der muß ich das alles erst noch erklären.

Trauer über die verloren gegangene Vaterliebe ist ok, aber wir werden sie nicht mehr wiederbekommen, wir hatten sie nie.
So long,
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Xanny
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Beitrag Di., 24.11.2009, 12:11

candle hat geschrieben: Selbst bei meinen Aussagen packt mich "Wut" gegen Dich, dass Du nicht begreifen WILLST.

So bleibt nur eines: Geh so Deinen Weg- Alles Gute! Mehr kann ich nicht dazu sagen, weil ich Deine ganzen Aussagen ja nun auch fast auswendig kenne. Und ich möchte nicht wie Deine Freunde enden..., die Du ja auch schon in sehr leidliche Positionen gebracht hast.
Du kannst sauer mit mir sein...ok. Aber ich habe dieses Thema eröffnet, weil ich mir wirklich etwas davon verspreche. Klar kann mir niemand die Entscheidung abnehmen, oder mich bekehren. Den Weg, der vor mir liegt, muss ich ganz alleine gehen. Mir liegt aber auch daran, die andere Sichtweise der Dinge zu verstehen oder es zumindest zu versuchen. Ein Teil in mir sagt mir ja selbst, das das nicht gut gehen kann.

Und davon, dass Du mich hier angreifst, machst Du mir Deine Sicht der Dinge leider nicht klarer, schade.

Das ich mich im Kreis drehe mit meinen Erklärungen, die ich mir einrede, ist mir selber klar. Ich finde nur den Weg nicht, Eure Sicht und die meiner Freunde zu verstehen, weil ich mir oft so vorkomme, als sei mir die Liebe eines Vaters nicht gegönnt. Was denn, wenn er sich geändert hat?
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Lüttsche
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Beitrag Di., 24.11.2009, 12:14

Xanny hat geschrieben:Was denn, wenn er sich geändert hat?
Was für eine Änderung würdest Du Dir wünschen und was würde es dann für Dein Seelenleben bedeuten?
So long,
Lüttsche

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Xanny
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Beitrag Di., 24.11.2009, 12:19

Lüttsche hat geschrieben: Niemals! Niemals hat ein Kind etwas anderes als Liebe, Schutz und Geborgenheit verdient.
Das sehe ich eigentlich auch so. Aber dieses Schuldgefühle sind so stark und übermächtig, dass ich sie nicht loswerde. Ich komme mir vor, wie ein dreijähriges Kind, welches man im 24. Jahrhundert alleine ausgesetzt hat...
Lüttsche hat geschrieben: Eigentlich kann ichs mir garnicht erlauben, so klug daherzureden, ich steck grad selbst in genau der gleichen Situation. Aber ich verstehe langsam, das da viel die Kleine hintersteckt, der muß ich das alles erst noch erklären.
Ja, das ist wohl richtig. Aber kannst Du ein wenig mein Problem verstehen? Ich fühle mich ja eh von allen Seiten deswegen so angegriffen, dass ich ständig meine, mich rechtfertigen zu müssen. Dabei liegt mir an der Klärung meines Problemes. Und ich will auch zum Teil verstehen, warum ich so an etwas hänge, was ich nicht kriegen kann. Ist es einfach nur die Angst vor dem Leben allein?
Lüttsche hat geschrieben: Trauer über die verloren gegangene Vaterliebe ist ok, aber wir werden sie nicht mehr wiederbekommen, wir hatten sie nie.
Und genau das tut so unendlich weh... Eigentlich habe ich diese Liebe von keinem meiner Elternteile gehabt. Mir ist etwas genommen worden, das ich unbedingt zum Leben brauche. Und wenn ich bei anderen sehe, wie es da ist, dann bricht es mir das Herz. Ich hänge förmlich an jedem Bild, wo Kinder liebevoll umsorgt werden und man sie als Wesen wirklich ernst nimmt...
Lüttsche hat geschrieben: Was für eine Änderung würdest Du Dir wünschen und was würde es dann für Dein Seelenleben bedeuten?
Ich möchte einfach nur wahrgenommen werden. Nicht als jemand, der ständig mehr und besseres leistet, als andere, sondern als der Mensch, dem mein Vater einen besseren Start ins Leben hätte geben müssen und ich erwarte Einsicht über die Mißhandlungen, den Mißbrauch und die Demütgungen. Ich will, dass er sich genauso fühlt, wie ich, als er mich als Kind an der Autobahn ausgesetzt hat. Ich würde ihm wünschen, dass sich jemand seinen Körper mal "ausborgt", um krankhafte sexuelle Phantasien auszuleben... Vielleicht auch ein wenig Rache...
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Lüttsche
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Beitrag Di., 24.11.2009, 12:49

Xanny hat geschrieben: Das sehe ich eigentlich auch so. Aber dieses Schuldgefühle sind so stark und übermächtig, dass ich sie nicht loswerde. Ich komme mir vor, wie ein dreijähriges Kind, welches man im 24. Jahrhundert alleine ausgesetzt hat...
Ich würde Dir gern sagen, wie Du die Schuldgefühle lostwirst, aber ich kann es nicht. Zum Teil bin ich sie ein Stück weit losgeworden, aber ich weiß nicht mehr wie. Vielleicht, weil der Übergang zu den Selbstvorwürfen nahtlos war.
Xanny hat geschrieben:Ja, das ist wohl richtig. Aber kannst Du ein wenig mein Problem verstehen? Ich fühle mich ja eh von allen Seiten deswegen so angegriffen, dass ich ständig meine, mich rechtfertigen zu müssen. Dabei liegt mir an der Klärung meines Problemes. Und ich will auch zum Teil verstehen, warum ich so an etwas hänge, was ich nicht kriegen kann. Ist es einfach nur die Angst vor dem Leben allein?
Ja, natürlich kann ich Dich verstehen. Exakt an diesem Punkt hänge ich auch grad in der Therapie. Es ist richtig, Du wirst nicht mehr die Zuwendung bekommen, die Du als Kind gebraucht hättest. Das ist ein harter Satz und man kann ihn allzuschnell absolut falsch auffassen. Ging zumindest mir so. Gemeint damit ist allerdings, das dieses kindliche Bedürfnis nicht mehr gestillt werden kann, aber ein erwachsenes sehr wohl.
Ich bin mir nicht sicher, nein, eigentlich glaube ich nicht, das es was mit Angst vorm allein leben in dem Sinne zu tun hat. Es ist eher eine unerfüllte Sehnsucht und in unserem Heilungsprozess werden wir irgendwann lernen, sie zu akzeptieren und am Ende auch auf anderer Ebene zu bekommen, was wir brauchen. Ich versuche da auf die Aussagen meiner Thera und auch hier im Forum zu vertrauen: Das steckt in uns, wir müssens nur noch finden. (sinngemäß)

Xanny hat geschrieben: Und genau das tut so unendlich weh... Eigentlich habe ich diese Liebe von keinem meiner Elternteile gehabt. Mir ist etwas genommen worden, das ich unbedingt zum Leben brauche. Und wenn ich bei anderen sehe, wie es da ist, dann bricht es mir das Herz. Ich hänge förmlich an jedem Bild, wo Kinder liebevoll umsorgt werden und man sie als Wesen wirklich ernst nimmt...
Ja, das verstehe ich.
Xanny hat geschrieben: Ich möchte einfach nur wahrgenommen werden. Nicht als jemand, der ständig mehr und besseres leistet, als andere, sondern als der Mensch, dem mein Vater einen besseren Start ins Leben hätte geben müssen und ich erwarte Einsicht über die Mißhandlungen, den Mißbrauch und die Demütgungen. Ich will, dass er sich genauso fühlt, wie ich, als er mich als Kind an der Autobahn ausgesetzt hat. Ich würde ihm wünschen, dass sich jemand seinen Körper mal "ausborgt", um krankhafte sexuelle Phantasien auszuleben... Vielleicht auch ein wenig Rache...
Auch das verstehe ich nur zu gut. Aber ich befürchte, das es diese Einsicht - wie wir sie uns wünschen - nicht geben wird. Und falls doch: Könnten wir wirklich darauf vertrauen? Würden wir es tatsächlich glauben?
Und weiter: Würde sich eine neue Beziehung aufbauen, könnten wir Vergangenes einfach vergessen? Was wäre die Basis für eine neue Beziehung?

Die Rachegedanken kann ich sehr nachvollziehen. Zu Beginn meiner ersten Therapie hatte ich sehr oft Phantasien, was ich mit ihm anstellen würde, wie ich ihn demütigen und erniedrigen würde. Ich denke, das war ein ganz gutes Ventil.
So long,
Lüttsche

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candle
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Beitrag Di., 24.11.2009, 13:36

Ich greife Dich nicht an, aber vielleicht habe ich hier etwas die Position und die Sicht Deiner Freunde eingenommen. Kümmert es Dich so wenig wie verzeifelt DIE sind.

Was ich mich noch frage: Behandelst Du deine Kinder auch so? Der Wiederholungsfaktor von Familiensystemen ist ja enorm hoch. Auch hier habe ich schon versucht Deinen Blickwinkel zu erweiter: Über Deine Kinder. Selbst das funktioniert ja leider nicht.

Dein Tunnel ist gerade so eng, dass Du nicht mal einen Funken Licht siehst. Es tut mir wirklich Leid für Dich.

Im Blog hast Du mir auch leider die Frage nicht beantwortet welche Hilfe Dir Freunde geben sollen, die auch realistisch ist. Du hast nicht geantwortet.

Letztlich läßt Du Dich selber fallen.

Was meinst Du wie viele Worte es noch bedarf Deine Sicht umzukehren?

Nun ja, wütend war/ bin ich symbolisch. Es muß mich ja nicht stören, dass Du Raubbau an Dir bertreibst. Sanfte Worte bringen nichts, harte Worte auch nicht? Ich stehe da symbolisch hilflos da- wie ein Freund.

candle
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