Narzisstische Mutter

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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Sylke47
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Narzisstische Mutter

Beitrag Fr., 07.02.2020, 10:23

Hallo zusammen,
bin neu hier und 47J.alt. Es geht um meine 72-jährige narzisstische Mutter, die aber geistig noch top fit ist.
Ich brauchte erstmal viele Jahre zu verstehen, warum ich mich so schlecht fühlte, zeitweise Depressionen bekam und die Beziehung mit meiner Mutter nicht funktionierte. (Sie wohnt nur 5 KM von mir entfernt).
Ich habe nun das 4.Mal den Kontakt abgebrochen, weil ich ihre Beleidigungen, Sticheleien, mein Leben schlecht machen, manipulieren, lügen usw. nicht mehr ertrage. Mein Bruder ist hingegen der Liebling, das goldene Kind, der ihre Spielchen brav mitmacht. Mein Vater starb vor 3,5 Jahren u seit dem ist das Ganze mit ihr schlimmer geworden. Aber es ist nicht so, dass sie alleine ist. Sie hat tolle Freundinnen u Nachbarn, mit denen sie täglich was unternimmt. Mein Bruder ist täglich 2x bei ihr und isst bei ihr. Er ist eher ein Muttersöhnchen. Ich bin sonst immer die Woche 1x gekommen.
Kurzum, egal was ich tue, ich kann es meiner Mutter nicht recht machen. Sie findet immer was zu sticheln u zu bemängeln. Wenn ich ihr sage, sie soll aufhören mein Leben schlecht zu machen mit Vorwürfen usw. tut sie es ab, ich übertreibe, ich wäre übersensibel. Mein Bruder ist der Tolle hingegen. Meine Mutter lügt permanent, er habe 3 Jobs und verdiene mehr als ich. Die Wahrheit ist, er hat nur nen Teilzeit-Job u war mal kurz arbeitslos, was die beiden mir verheimlicht haben.
Wir sind beide studiert u haben gute Jobs. Leben beide ein normales geregeltes Leben mit Partner, aber gewollt ohne Kinder, da andere Lebenspläne.
Meine Mutter hat mich jetzt auch enterbt mit der Begründung, ich wäre nie für sie da (war aber jede Woche bei ihr) und mein Bruder ist halt täglich 2x da. Habe der Sache keine Beachtung geschenkt.
Ich darf mir so Sätze anhören wie:"Ja Sylke, es ist zwar toll, dass Du ehrenamtlich im Seniorenheim arbeitest u so gut mit den Senioren dort umgehen kannst, ABER geistig und finanziell ist das ein Rückschritt. Damit meint sie, weil ich meinen Hauptjob auf 80% reduziert habe und im Ehrenamt kein Geld verdiene. Habe ihr aber erklärt, mir geht es nicht ums Geld.
Danach hieß es:"Übrigens Freundinnen von mir haben mir schon gesagt, dass Du eins an der Klatsche hast u geistig nicht auf der Höhe wärst!" Als ich nachfragte, aus welchem Grund u wer das gesagt haben soll, meinte sie, das ist egal. Aber sie hätte ja auch Probleme mit mir u ich würde alles falsch verstehen. Oft ärgert sie sich, nur weil ich eine andere Meinung zu manchen Dingen habe als sie. Nach außen hin spielt sie die herzliche Samariterin oder Opferlamm, je nach Situation.

Die ganze Situation ist schon so schlimm für mich, dass eine Hassliebe entstanden ist und ich mir oft ihren Tod wünsche, um frei zu sein.
Hatte ja schon paar Mal den Kontakt abgebrochen, aber wenn viele Monate vergangen sind, tut es mir irgendwie leid und ich denke, sie ist ja schon 72, wer weiß, wie lange sie noch lebt....Am Anfang der Kontaktabbrüche ging es mir immer besser, aber später wieder schlechter. Und ich suchte dann wieder den Kontakt, da sie stur blieb.
Selbst da sagte sie, ich hätte es ja nicht mal bemerkt, wenn sie zwischenzeitlich gestorben wäre, würde es ihr aber mit Kontaktabbruch reindrücken. Ich erklärte ihr, dass ich es ihr bestimmt nicht reindrücken möchte, aber egal, was ich versuchte zu erklären, sie wehrte jegliche Erklärung ab oder hörte nicht zu oder machte eine ganz andere Geschichte daraus.
Habe ja schon alles ausprobiert an Verhaltenstechniken oder wie Kommunikationstechniken, aber egal wie ich die Situation drehe u wende, es bringt nichts. Mir geht es immer schlecht u sie versteht es nicht, was mich so verletzt u kaputt macht.

Meine Fragen sind nun: Merken/Wissen narzisstische Mütter eigentlich was sie tun oder ist es ihnen gar nicht bewusst?

Gibt es eine Möglichkeit mit ihnen umzugehen, ohne dass es einem immer so schlecht geht?

Mein Wunsch wäre ja, über ihre Beleidigungen/Sticheln/Manipulationen/Lügen usw. drüber zu stehen, aber leider schaffe ich es noch nicht.
Gibt es jemand in meiner Situation, der das kann? Gelernt hat mit Beleidigungen/schlecht machen der Mutter umzugehen? Drüber zu stehen?
Macht das überhaupt Sinn für die eigene Pyche? Kann man auf stur stellen ohne selbst dabei unter zu gehen?

Gibt´s hier auch Erfahrungsberichte, die mit einer narzisstischen Mutter umgehen können? Wie? Welche Distanz?

Liebe Grüße,
Sylke.

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Malia
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Beitrag Fr., 07.02.2020, 11:27

Mir blieb nur der konsequente Kontaktabbruch, bis sie im Sterben lag.
Dann gab es noch einen indirekten Kontakt über meine Geschwister, um ihr eine letzte Bestätigung zu geben.
Denn das war es ja, was sie brauchte: ständige Bestätigung und mir wurde die Rolle ihrer eigenen Mutter zugewiesen, die ihr die nötige Aufmerksamkeit und Liebe nie geschenkt hatte und jetzt niedergemacht werden musste.
Mit dem letzten Kontakt wollte ich einem sterbenden Menschen (und mir wohl auch) Verzeihung signalisieren.
So konnten wir beide unseren Frieden machen.

Den Kontakt so konsequent abbrechen konnte ich, nachdem ich in einer Therapie erfahren hatte, was Mütterlichkeit und Bindung wirklich bedeuten können.
Danach hatte ich keine Erwartungen mehr an die "richtige" Mutter.
"Alt werden ist nichts für Feiglinge"
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"Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt.
Erfahrung ist das, was man aus dem macht, was einem zustößt."
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Hasenmaus123
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Beitrag Fr., 07.02.2020, 13:10

Hallo Sylke,

die Frage ist doch, wer von euch beiden einen an der Klatsche hat? Ganz klar, deine Mutter.
Mein Vater und ich haben auch jahrelang schlechten Kontakt gehabt mit ständigen kurzen Kontaktabbrüchen. Irgendwann hat ein Satz von ihm das Fass zum Überlaufen gebracht und seitdem ist Ruhe.
Es gibt auch kein zurück. Ich bin seit geraumer Zeit in Therapie und habe dort viel gelernt. Nämlich auch, dass er der Fehler ist und nicht ich... Dies hat er mir mein ganzes Leben eingeredet. Es kamen Dinge aus meiner Kindheit ans Licht, die ihn bei entsprechender Beweislage sofort hinter Gitter bringen würden... Noch weiß ich nicht, wie ich damit umgehe und was noch kommt.
Dass dein Bruder so ein toller Sohn ist, ist doch wunderbar. Dann kann er deine Mutter unterstützen und irgendwann pflegen. Du wurdest auch noch enterbt?! Was hält dich noch?

Sei frei, beende den Kontakt, er tut dir nicht gut.


Coriolan
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Beitrag Fr., 07.02.2020, 15:16

O weh!

Zu dem Thema wurden schon ganze Bücher geschrieben.

DIE Lösung gibt's da vermutlich nicht.

Du bist, wie du bist. Deine Mutter ist wie sie ist. Ändern wird sich wohl keiner von euch.

Ist halt die Frage, was dich immer wieder zu ihr hinzieht? Pflichtbewusstsein? Hoffnung, sie könnte sich noch ändern? Sehnsucht nach was auch immer? Anerkennung? Es liest sich ein bisschen so, dass sie ja alles tut, um dich zu verletzen und wenn sie dich sogar enterbt, scheint sie ja wirklich nicht viel von Dir zu halten. Warum auch immer. Das ist alles echt bitter.

Geben dir die Besuche bei ihr dir irgendwas positives?

Meldet sich deine Mutter auch von sich aus oder gehen die Kontaktversuche ausschließlich von dir aus?

Ich denke, die meisten Kinder (bzw. irgendwann Erwachsenen) sehnen sich nach halbwegs guten Kontakt zu den Eltern. Und oft hat man da das Gefühl, man müsste zwischen Pest und Cholera wählen. So lese ich das auch zumindest bei dir raus, denn ohne Kontakt geht's dir längerfristig nicht gut und mit Kontakt natürlich auch nicht (bei so einer "netten" Behandlung auch kein Wunder...)

Ob man sich "einfach so" (und am besten schnell) ein dickeres Fell aneignen kann, dass man mit all diesen Demütigungen klar kommen kann? Wenn's dafür ein Patentrezept gäbe, wäre der Erfinder vermutlich Millionär.

Vielleicht wären seltenere Kontakte eine Möglichkeit, obwohl der "normale" Menschenverstand wahrscheinlich reflexhaft sagen würde: Kontakt abbrechen. Aber immer wieder bemerkenswert, was sich Eltern so leisten können, weil's halt die Eltern sind. Bei Freunden, die sich so benehmen wären die meisten wahrscheinlich schon längst weg.

Man muss sich nicht alles gefallen lassen, nur weil's die Eltern sind. Du bist erwachsen. Sie wird ja nicht erst seit gestern so drauf sein.

Ich bin gespannt, ob da noch Antworten von Leuten kommen, die mit sowas ernsthaft gut umgehen können - aber allzu viele sind das vermutlich nicht. Denke eher, dass hier viel mehr Menschen sind, die lernen und akzeptieren mussten, da sie das, wonach sie sich sehnen, von ihren Eltern nie bekommen werden und der Kontaktabbruch manchmal die beste Lösung ist. Tut weh.
Behinderung/Erkrankung ist eine Erklärung für Vieles, aber keine Entschuldigung für Alles.

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Waldschratin
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Beitrag Fr., 07.02.2020, 15:33

Ich hab mit meiner Mutter so ziemlich alles durchgemacht : Erwartungen - wie bei dir - sie möge sich mal ändern, Hoffnungen, ein einziges Mal nur würde sie tatsächlich mich und Meins wahrnehmen und drauf reagieren, Kontaktabbruch, Kontakt wieder aufgenommen, versucht über ihren Verletzungen zu stehen, alles mehrmals, immer wieder.

Ohne Erfolg.
Bis ich begriffen habe, dass ich das nur für mich alleine lösen kann, denn sie "spielt" nicht mit und wird das auch nie.

Die Lösung für mich begann mit erneutem Kontaktabbruch und danach inneres Arbeiten an meinen eigenen Punkten. Das hat gedauert, dazwischen gab es dann zwar wieder Kontakt, aber mehr über meinen Bruder, über den sie mich zu erreichen/manipulieren versuchte. (Er war auch der "Prinz", der "Gute", wie bei euch)

Ich hab dann ganz bewusst die Rolle ihr gegenüber eingenommen, die sie mir ja eh zuschrieb : Die "Böse", die immer nur kränkt etc.
Bis ich loslassen konnte, weil ich mit mir selber klar wurde.
Und das Loslassen ermöglichte mir dann auch mit der Zeit, sie loszulassen als "meine Mutter, die eigentlich hätte tun/sein/machen sollen..."

Die letzte Phase konnte ich dann wieder Kontakt zu ihr aufnehmen : Zu meinen Bedingungen.
Ich konnte sogar ein paar Wochen vor ihrem Tod ihr noch sagen, dass es auf meiner Seite ok ist, nichts zwischen uns steht und sie in Frieden gehen darf, wenn sie sterben möchte. Hat sie sehr erleichtert und kurze Zeit später ist sie dann auch tatsächlich gestorben.

Ihre unmittelbaren Manipulationsversuche hatte ich damit aus meinem Leben draußen, aber "vorbei" ist deshalb nix, "frei" ist man alleine dadurch auch noch lange nicht.
Das, was es meiner Mutter all die Jahre ermöglicht hat, mich so "kuschen" zu lassen und mich zu verletzen, hab ich in mir getragen. Da kann ich dir nur raten, warte nicht nur auf ihren Tod, sondern mach dich da an die Arbeit, dann kommst du leichter mit allem klar, wenn sie denn mal tatsächlich stirbt.

Was mir auch noch aufgefallen ist beim Lesen deines Posts : Wie eifersüchtig bist du auf deinen Bruder, "direkt"?
Jede Liebe, die von einer Sache abhängig ist, hört auf, wenn die Sache aufhört; die aber, die von keiner Sache abhängig ist, hört niemals auf.
Talmud

Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch
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Beitrag So., 09.02.2020, 17:15

Ob mir die Besuche meiner Mutter auch was Positives geben? Also es ist so, sie verletzt mich ja nicht bei jedem Besuch und ohne diese Verletzungen ist es auch ganz schön mit ihr. Mir ist nur aufgefallen, dass alles schlimmer u häufiger wurde nach dem Tod meines Vaters vor 3 Jahren und seit ich einiges in meinem Leben geändert habe, was ihr nicht passt und weil ich statt jede Woche 2x Besuche es auf 7-10 Tage gekürzt habe, da ich nicht mehr so viel Zeit habe.

An seltenere Besuche habe ich auch schon gedacht, aber das nutzt sie dann immer wieder, um mir neue Vorwürfe zu machen oder mich mit meinem Bruder zu vergleichen, da 2x täglich zu ihr kommt u mittags u abends bei ihr isst.
Er ist wohl der Ersatz für meinen Vater geworden.

Sie hat ja 2 Seiten. Sie kann auch ganz nett sein, herzlich, schenkt mir auch mal was und ist großzügig bei Weihnachts-und Geburtstagsgeschenken. Wir machen auch schon öfters mal Kurzurlaube, Städtreisen, sonstige Urlaube. Da gab es nie Streit.
Irgendwie habe ich manchmal das Gefühl, sie merkt gar nicht, was sie mir antut. Leider war ihre Mutter, also meine Oma genauso, allerdings noch die heftiger Nummer. Und meine Ma sagte immer, so will sie nie sein, wie meine Oma. Aber leider ist sie teilweise so.
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Beitrag So., 09.02.2020, 17:23

Bezüglich letzten Satzes: Bin nicht eifersüchtig auf meinen Bruder, aber enttäuscht, dass ich mit ihm über meine Ma nicht reden kann. Er hatte früher auch schon Zeiten, in denen er zu mir kam und sich über Mutter heftig auskotzte und ich mit ihm darüber gesprochen habe, dass sie halt leider so ist und es teilweise an ihrer Vergangenheit liegt (Scheidungskind, ungewollt, ungeliebt aufwuchs usw.). Auch er hatte früher öfters den Kontakt mal abgebrochen gehabt, da er es mit ihr nicht mehr ausgehalten hatte.
Doch seit er wohl der Ehemann-Ersatz meiner Mutter ist, ist er täglich 2x bei meiner Mutter.
Mich wundert nur, warum er es plötzlich aushält, so oft bei ihr ist...ob es Mitleid ist, instrumentalisiert wurde, oder wegen dem Erbe...Habe ihn ja gefragt, aber er gibt mir darauf keine Antwort.
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Beitrag So., 09.02.2020, 17:31

@all: Auch wenn ich oft wütend bin auf meine Mutter, liebe ich sie auf irgendeine Art und Weise, weil sie auch gute und liebe Seiten an sich hat. Daher wollte ich halt den Kontaktabbruch nicht so schnell für immer auf sich beruhen lassen.
Momentan habe ich ja keinen Kontakt. Ich habe gedacht, vielleicht muss sie sich erst daran gewöhnen, dass ich mein Leben geändert habe (nicht wie sie es kennt) und nicht mehr so oft komme. Finde halt neuerdings nur heftig, dass sie mir immer sagen will, ich soll zum Psychologen, mit mir stimmt was nicht. Und dass dies auch ihre Freundinnen behaupten würden, was ich selbst nicht glaube, dass die sowas sagen würden. Ich kenne die Freundinnen meiner Mutter sehr gut seit Kindheit an. Sie denkt ernsthaft, ich würde nur Streits inszenieren, damit sie nicht merken würde, dass ich weniger zu ihr komme. Das letzte mal sagte sie wortwörtlich:" Ach, hast 8 Monate nichts von Dir hören lassen, weil Du schon übst, ohne mich klarzukommen, wenn ich mal tot bin!"..damit es Dir dann leichter fällt!"....Auf welche Ideen sie kommt ?!...

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candle.
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Beitrag So., 09.02.2020, 17:54

Sylke47 hat geschrieben:
So., 09.02.2020, 17:23
Mich wundert nur, warum er es plötzlich aushält,
Vielleicht hat er aber auch für sich da eine ganz persönliche Entscheidung getroffen? Das solltest du auch probieren um dich nicht permanent über die Mutter "auskotzen" zu müssen und um deinen Frieden finden.

LG candle
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Candykills
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Beitrag So., 09.02.2020, 20:14

Das kommt darauf an, wie reflektiert deine Mutter ist. Keiner hier kann dir sagen, ob sie sich dessen bewusst ist oder nicht. Aber ich nehme an, dass sie es eher nicht reflektiert, weil narzisstische Menschen nicht unbedingt reflektionsstark sind.

Das ist ein enormer Kraftaufwand über solchen Sticheleien und allem zu stehen. Ich kenne das aus meiner Familie sehr gut, dort bin ich eines der 2-3 schwarzen Schafe, die es immer abbekommen. Ich hatte lange Zeit Kontakt zu meiner ganzen Familie (außer Mutter) abgebrochen, seit ein paar Jahren steht (wegen meiner Cousinen) der Kontakt wieder. Aber halt selten. Wenn's dann auch noch die eigene Mutter ist....der man noch viel weniger ausweichen kann, als der restlichen Verwandtschaft, ist das schon Arbeit über sowas zu stehen.
Ich würde dir halt empfehlen den Kontakt möglichst einzuschränken, denn dann fällt es einem mit Abstand leichter über den Dingen zu stehen, als wenn man das wöchentlich mitmacht. So ist es zumindest bei mir.
Außerdem gehe ich in solchen Situationen auch wortlos vor die Tür und lass mich auf das "Niveau" nicht mehr ein, verteidge mich nicht, sondern gehe einfach und komme erst wieder, wenn ich in Ruhe gelassen werde.
The trick is to keep breathing. (Garbage)

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Waldschratin
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Beitrag So., 09.02.2020, 20:27

Sylke hat geschrieben:Mich wundert nur, warum er es plötzlich aushält, so oft bei ihr ist...ob es Mitleid ist, instrumentalisiert wurde, oder wegen dem Erbe...Habe ihn ja gefragt, aber er gibt mir darauf keine Antwort.
Kann er wohl auch nicht beantworten, weil ers wohl genauso wenig blickt wie du derzeit auch noch nicht, dass er ebenso wie du "Opfer" deiner Mutter ist, von ihr manipuliert und benutzt wird. Nur halt als "der Gute" von ihr benutzt wird und du als "die Böse".

Du bist ja auch noch sehr verstrickt in dieser Benutztwerden-Beziehung, suchst Erklärungen und ja, auch "Entschuldigungen" für das Verhalten deiner Mutter, suchst Wege, "trotzdem" eine vernünftige Beziehung auf Gegenseitigkeit hingebastelt zu bekommen mit ihr etc.
Hast du dich schon mal über narzisstische Störungen näher erkundigt? Lies mal ein wenig drüber nach, vielleicht wird dir dann klarer, dass deine Mutter sich gar nicht ändern will, riesen Erwartungen und Forderungen an jeden um sich rum hat und gar nicht anders "kann", als sich selber als die Allerbeste und als "unfehlbar" vor sich selber hinzustellen.

Ne richtige, gute Beziehung auf echter Zuneigung und gegenseitiger Achtsamkeit und Wertschätzung wird es da nie geben, nie.
Sie "sieht" dich doch gar nicht, deinen Bruder auch nicht. Die einzige Person, die sie wahrnehmen kann, ist sie selber.

Du fragst in deinem Threadtitel, was du "auf Dauer tun" kannst. Da bleibt wohl nur, bei dir selber anzufangen. Deine Wünsche, deine Bedürfnisse an sie als deine Mutter, einschließlich der Verletzungen und Defizite, die sie dir beigebracht hat im Laufe eures gemeinsamen Lebens, loszulassen, hinter dir zu lassen, nicht mehr dich sehnen, haben wollen, keine Bemühungen mehr um ein "gutes Miteinander", aber halt auch selber keine "Angriffsfläche" ihr mehr zu bieten.
Eins der schlimmeren Dinge, die jemand mit so ner Störung anderen beibringt, ist, dass derjenige "lebt" von den Emotionen und Reaktionen seines Gegenübers auf sich. Deshalb wird so viel provoziert und verletzt und und und…

Ich hab das bei meiner Mutter miterlebt : Als sie keine emotionalen Reaktionen mehr von mir bekam, also auch kein Verletztsein, kein Ärger, keinen Frust, keine Wut, keine Sehnsucht etc., als Reaktion auf ihre Sticheleien und ihre Verachtung mir gegenüber, ist sie regelrecht "verkümmert" in ihrer eigenen Person. Und ich hab da dann erst so richtig gemerkt, dass "sie" als Person eigentlich eine leere Hülle war, die sich mit den ermanipulierten Gefühlen derer um sich rum "gefüllt" hat, um sich sowas wie "lebendig" erleben zu können.

Woher weißt du eigentlich, dass deine Mutter ne narzisstische Störung hat? Nimmst du das an oder wurde das mal diagnostiziert?
Jede Liebe, die von einer Sache abhängig ist, hört auf, wenn die Sache aufhört; die aber, die von keiner Sache abhängig ist, hört niemals auf.
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Beitrag Mo., 10.02.2020, 08:06

Ich nehme es an, da so gut wie alle Kriterien auf die narzisstische Persönlichkeit treffen, genau wie bei meiner Oma damals auch. Meine Mutter würde niemals zum Psychologen gehen und meines Erachtens ist sie nicht refklektierfähig.
Egal was man sagt, sieht es es als Angriff. Sofort will sie sich verteidigen, obwohl sie gar nicht angegriffen wird.
Und ja ich habe sehr viel über narzisstische Persönlichkeitsstörungen gelesen wie auch vor einigen Jahren über borderline-Störung meines Ex, von dem ich mich dann nach 1,5 Jahren getrennt hatte.
Ich kann natürlich nicht beurteilen, wie stark die narzisstische Störung bei meiner Mutter ausgeprägt ist.
Denn sie hat ja auch andere nette Seiten an sich und verletzt mich nicht immer. Viell. trinkt auch deshalb mein Bruder täglich zu viel Alk.
Mir kommt es so vor, als habe meine Ma von meinem Vater (der schon 3 Jahre tot ist) viel übernommen. Mein Vater hatte zwar keine narzisstische Störung, aber er war noch vom alten Schlag. Er wollte mein Leben bestimmen, durfte manche Berufe nicht machen, daher studierte ich mit 32 heimlich. DAs weiß meine Mutter heute noch nicht. Mein Vater war streng, hart, dachte immer, er wüsste besser, was für mich gut ist. Aber er hat nicht manipuliert, gelogen oder Tatsachen verdreht.
Zuletzt geändert von Pauline am Mo., 10.02.2020, 14:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag Mo., 10.02.2020, 10:40

Kleiner Tipp am Rande, liebe Sylke : Mach keine Komplettzitate, wenn du was von nem Schreiberling hier zitierst, das verstößt gegen die Nettiquette.

Sylke hat geschrieben:Egal was man sagt, sieht es es als Angriff. Sofort will sie sich verteidigen, obwohl sie gar nicht angegriffen wird.
Ja, das ist so die klassische "Abwehrmaßnahme" bei NPS. :ja: Und dient deshalb ja auch nem bestimmten Zweck und der ist nicht, anderen was anzutun und sich an ihrem Leiden zu weiden. Sondern halt, das eigene wenig bis nicht vorhandene Selbstwertgefühl nicht mitkriegen zu müssen. Genau da dran scheitert ja dann auch permanent, ein Gegenüber wahrnehmen zu können. Was "einzusehen" oder überhaupt mitkriegen zu können, dass dem Gegenüber wehgetan wird etc.

Wenn du Borderline gut kennst: Da ist ja auch ein Hauptmerkmal, dass es praktisch nur schwarz oder weiß, gut oder böse gibt und alles und jeder in diese Schubladen einsortiert wird. "Dazwischen" kann und darf es nix geben für nen Borderliner, das hält seine Innen- und Außenwelt aufrecht und sichert das Überleben als Person.

Wie hast du denn vor, auf Dauer mit der Persönlichkeit deiner Mutter umzugehen und zurechtzukommen?
Und was sagt eigentlich dein Partner zu alledem und wie sieht der das?
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Beitrag Mo., 10.02.2020, 11:12

@Waldschratin: Danke für den Hinweis mit dem Zitat. Wusste nicht so recht, wie das funktioniert mit einzelnen Sätzen zu zitieren.

Ja leider habe ich im Moment keine Ahnung wie ich damit auf DAUER umgehen soll. Momentan muss ich mich selbst erst wieder aufrappeln, denn vor 1 Woche habe ich den Kontakt abgebrochen. Habe ja einige Dinge erfolglos probiert. Aber solange sie meinen Bruder täglich hat als Nutztier, werde ich immer die Böse bleiben. Von ihm hat sie ja Nutzen, da er täglich 2x da ist und ihr jeden Wunsch erfüllt. Für den Sonntag an meinem Geburtstag habe ich sie mit meinem Bruder auch zum Geburtstag wieder ausgeladen. Möchte mir den Geburtstag nicht versauen.
Mein Partner sieht das genauso wie ich. Er kennt meine Mutter u weiß aus eigener Erfahrung wie sie tickt. Aber er überlässt es mir, wie ich zukunftig damit umgehe oder für immer den Kontaktabbruch belasse. Er bekam ja die Abwertung und Spitzen auch schon mit. Er findet es auch schade, dass es so ist, da er auch nette Seiten von ihr kennt.

Das blöde ist, selbst wenn ich mich irgendwann wieder melde, weiß ich ganz genau welcher Vorwurf dann kommt. Sie wird dann sagen:"Und weißt jetzt wie es sich anfühlt, wenn ich tot bin, hast jetzt genug Abstand als Übrung gewonnen?" ODER sie sagt wieder:"Ach, schön (ironisch), dass Dich nach Ewigkeiten auch mal wieder meldest, ich hätte ja auch tot sein können, aber das hättest eh nicht mitbekommen!" "Dein Bruder hätte Dich auch nicht informiert!"

Eigentlich wäre ich längst zu meinem Partner gezogen (Fernbeziehung von 2,5h mit dem Auto entfernt), bin nur noch wegen meiner Ma hier, weil mein Vater vor 3 Jahre starb, weil ich sie dann nicht auch noch verlassen wollte. Es war schon ein Kindheitstraum von mir in diese schöne Gegend, in der jetzt zufällig mein jetztiger Freund wohnt, hinzuziehn.
Außer meinem 4-jahre Jüngeren Bruder u meiner Mutter habe ich niemanden mehr. Die gute Verwandtschaft ist schon gestorben u dem Rest haben sich schon meine Eltern verstritten, aber mit denen kann ich eh nichts anfangen, da die eher so Geld-Macht-und wer-sieht-besser-aus, wer-hat-mehr orientiert sind. Das ist nicht meine Welt.

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chrysokoll
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Beitrag Mo., 10.02.2020, 13:49

du wirkst hier immer noch sehr sehr gebunden an deine Mutter, was sie tut, was sie sagt, was sie nicht sagt...
Bleib bei DIR !
Wir sind ja in einem Therapie-Forum, daher meine Frage: Hast du mal versucht das ganze mit Hilfe anzuschauen und zu bearbeiten?

Ansonsten wäre doch JETZT die ideal Möglichkeit zu deinem Freund zu ziehen.
Vor allem wenn dich hier nichts hält. Auch nicht beruflich?

Ich hab eine durchaus ähnliche Mutter und mir geht es viel besser seit ich mit therapeutischer Hilfe das alles angeschaut habe und für mich Wege gefunden habe.
Auch den Weg dass ich sie nicht ändern werde, dass sie keine Einsicht zeigen wird, dass sie mich nicht lieben wird und vorallem niemals das gut wird was in der Kindheit fehlte.

Ich reagier inzwischen sehr klar und deutlich, sag ihr "lass das" und auch immer wieder "wenn du nicht sofort damit aufhörst gehe ich". Und dann steh ich auf und gehe. Ich diskutiere nicht mehr, ich erkläre nicht mehr.

Und weisst du was: In dem klaren Punkt ist sie lernfähig! Sie hält sich viel öfter zurück.
Vielleicht wäre das ein Ansatz für dich.