Imaginative Psychotherapie

Spezielle Fragen zur Lage in Österreich
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Imaginative Psychotherapie

Beitrag Mi., 04.05.2016, 22:41

Hallo zusammen

ich wohne in Deutschland, habe aber bewusst dieses Forum gewählt, um euch zu fragen, ob ihr die Imaginative Psychotherapie kennt. Diese Methode wird in Deutschland eher selten angewandt, ist aber in Österreich eine reguläre Therapiemethode. Deshalb sehe ich mehr Chancen hier im österreichischen Teil des Forums etwas über die Methode zu erfahren. Ich hoffe, ich liege richtig. Ich möchte bei einem Psychotherapeuten Sitzungen nehmen und er hat mir mitgeteilt, das er die Imaginative Psychotherapie anwenden will um meinen zu hohen Blutdruck/arterielle Hypertonie zu therapieren.

Mich interessiert
- wie ist eine Sitzung imaginativer Psychotherapie aufgebaut. Wie viel Raum /Zeit nimmt die Imagination ein?
- Was wird imaginiert, was sind die Themen?
Liebe Grüße
Lockenkopf

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lamedia
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Beitrag Do., 05.05.2016, 10:15

Hallo, ich hatte das vor langer Zeit im Rahmen einer TfP in D

a) bei mir war es so: ein einleitendes Gespräch, aus dem sich ein Thema herauskristallisiert // ein angeleiteter Tagtraum in tiefer Entspannung mit geschlossenen Augen im Sitzen, in dem manchmal auch Motive (Landschaften, Wasser, Baum) vom Therapeuten vorgegeben werden und den man selbst weiterentwickelt, meist zu einer Szene, einem Bild // das Bild wird hinterher aufgemalt // und dann besprochen. (Die letzten Schritte manchmal auch noch in der nächsten Sitzung.)

b) Themen: Alles, was in der Therapie auch aufgetaucht wäre, zumeist Beziehungen, Gefühle, Erinnerungen

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Beitrag Do., 05.05.2016, 12:25

Danke Dir.
Ich bin grundsätzlich nur an einem Gespräch interessiert, in dem ich den zum erhöhten Blutdruck führenden Konflikt aufarbeiten kann. Die Imaginative Psychotherapie interessiert mich nicht. Ich würde sie nur in Kauf nehmen.

Ein einleitendes Gespräch, das hört sich recht kurz an. 20 Min. mindestens bräuchte ich um das Thema zu bearbeiten. Und das ist schon sehr kurz gerechnet. Es währe mir viel lieber nicht so unter Zeitdruck zu stehen, dann lassen sich viel besser Gedanken und Gefühle entwickeln und in Worte fassen.

Ich werde noch mal mit dem Psychotherapeuten telefonieren. Wenn er bei seine Entscheidung, eine Imaginative Psychotherapie durchzuführen bleibt, werde ich den Termin kanzeln und den Umkreis auf 100 km erweitern in welchem ich nach einem Psychotherapeuten suchen werde.
Liebe Grüße
Lockenkopf

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Beitrag Do., 05.05.2016, 12:35

Ja, wobei ich sagen muss, dass diese Imaginationen immer nur dann eingesetzt wurden, wenn es gepaßt hatte und ich mich darauf einlassen konnte, also nicht in jeder Stunde, sondern nur ca. alle 10 Stunden in meinem Fall. Ich habe es als Ergänzung zu dem aufgefasst, was sonst Thema war und es war sehr hilfreich.

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Beitrag Do., 05.05.2016, 13:01

Mit einer Ergänzung kann ich leben, auch wenn sie mich nicht interessiert.
Wichtig ist mir, an meinem Thema arbeiten zu können. Wenn der Therapeut mir das ermöglicht, kann er danach machen was er will und ich tue was er will, damit er zufrieden ist.
Liebe Grüße
Lockenkopf

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Beitrag Do., 05.05.2016, 13:10

Lockenkopf hat geschrieben:Mit einer Ergänzung kann ich leben, auch wenn sie mich nicht interessiert.
Wichtig ist mir, an meinem Thema arbeiten zu können. Wenn der Therapeut mir das ermöglicht, kann er danach machen was er will und ich tue was er will, damit er zufrieden ist.
Ergänzung war eher als zusätzlicher (eben bildlicher, näher an den Emotionen liegender) Zugang zum Thema gemeint.
Ganz sicher geht es in einer Therapie nicht darum, etwas zu tun, was einen nicht interessiert oder etwas zu tun, damit der Behandler zufrieden ist? Das würde dir auch jeder seriöse Therapeut so sagen. Schade um dein Geld zudem.

Ja, kläre es unbedingt mit ihm persönlich. Wenn dir die Methode nicht zusagt, dann musst du sie doch nicht über dich ergehen lassen.

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Beitrag Do., 05.05.2016, 13:19

So lange ich mein Thema in der Sitzung bearbeiten kann, und ich mir das finanziell erlauben kann, ist es nicht schade um das Geld. Aber, eine Sitzung in der das nicht möglich ist, ist tatsächlich rausgeschmissenes Geld. (und es ist mir auch vollkommen egal, was stattdessen statt findet)
Und davon gibt es für mich nur 1 einzige je Therapeuten, denn da nach sieht er mich nie wieder.
Liebe Grüße
Lockenkopf

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Beitrag Do., 05.05.2016, 13:42

Wobei ich glaube, prinzipiell ist die Bearbeitung dieses Themas über imaginative Therapie auch möglich, sie läuft nur anders ab, als ein beratendes Gespräch.
Am Rande: Denkst du denn, Psychotherapie ist die einzige Möglichkeit, an deiner art. Hypertonie zu arbeiten? Mir erscheinst du ein bisschen wie eine self-made-woman - ich könnte mir gut vorstellen, dass bei dir Selbsthilfe (Kneipp, Entspannung, Ernährungsumstellung, Ausdauersport und was noch so alles möglich ist...) auch gut wirken kann.

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Beitrag Do., 05.05.2016, 13:54

Wie Kneipp sich auf meinen Blutdruck auswirken soll, ist mir ein Rätzel.
Entspannungstechniken beherrsche ich mehrere.
In Bewegung bin ich den ganzen Tag, inkl. Leitung von Bewegungsbädern/ Sportgruppen, das erfordert mein Beruf.
Ich ernähre mich vorwiegend mit Mittelmehrkost mit indischem Einschlag.

Und mit Yoga habe ich auch schon versucht. Die Bewegungen/Dehnungen sind durchaus positiv. Die religiöse Ausrichtung widerspricht aber ganz krass meinem religiösen Empfinden. Und durch die tiefe Atmung kommt es bei mir zur völligen Erschöpfung mit Konzentrationsstörungen über 3 Tage, welche sich wie eine erneute depressive Symptomatik anfühlen. Ich habe beschlossen, nie wieder Yoga in klassischen Sinne zu machen.
Liebe Grüße
Lockenkopf

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Beitrag Do., 05.05.2016, 14:55

Kneipp ist eine bewährte Methode:
https://www.hochdruckliga.de/mit-wasser ... enken.html

Bewegung: Hier ist regelmäßiger Ausdauersport gemeint, also 3xWoche mindestens 20 Minuten Joggen, Ergometer, Schwimmen
https://www.hochdruckliga.de/mit-wasser ... enken.html

Entspannungstechniken beherrschen: super. Täglich anwenden: Noch superer

Ernährung: Klingt gut!

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Beitrag Do., 05.05.2016, 19:45

Liebe Lamedia,

wenn Bewegung und Sport Teil meines Berufes sind, werde ich sie wohl, öfter als 3 mal die Woche ausführen. Und meine regelmäßige Arbeitszeit ist auch deutlich länger als 20 min/täglich. Sie liegt bei meist 10 Std. an 4 Tagen die Woche.

Übrigens gehört auch Hydrotherapie zu meinem Beruf und war Teil meines Staatsexamens. In Bezug auf meine arterielles Hypertonie kann ich es vergessen.
Liebe Grüße
Lockenkopf

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Beitrag Do., 05.05.2016, 20:32

Hallo Lockenkopf,

warum probierst du es nicht wenigstens mal aus?
Ich habe das in meiner Therapie auch eine Zeitlang gemacht - der Ablauf war wie von Lamedia beschrieben. Ich wollte es anfangs auch nicht, aber die Not war groß und so habe ich es halt gemacht. Und ich denke, es hat mir dabei geholfen, gedanklich neue Bahnen zu eröffnen, gerade weil es so ungewohnt war und meinem Naturell so überhaupt nicht paßte. Allerdings haben wir das erst nach einer gewissen Zeit des Kennenlernens gemacht, nicht von Beginn an.

Diese Imaginationen sind ja eine Art Tagtraum und sollen helfen, in die Tiefe zu führen, kreative Lösungen für Probleme zu finden, sie durchzuspielen, sozusagen Handlungsspielräume zu entdecken und erproben und anderes mehr.

Könnte es vielleicht sein, dass du dich selbst sehr unter Druck setzt? Problem bearbeiten, ganz direkt und flott, ohne viel Getue, vielleicht hat das was mit dem hohen Blutdruck zu tun und vielleicht ist hilfreich, mal etwas ganz anderes zu tun und ganz neue Wege, Verhaltensweise und Denkmuster zu beschreiten. Deine Bedenken kannst du ja sicher mit dem Therapeuten besprechen, dann könnt ihr ja immer noch mit einer anderen Methode arbeiten.
Fundevogel

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Beitrag Do., 05.05.2016, 21:24

Ich werde keine fortlaufende Psychotherapie machen. Das Geld bin ich tatsächlich nicht bereit auszugeben.
Was ich möchte sind einzelne Sitzungen, nur wenige im Jahr, zu aktuellen Problemen.

Mein alter Psychotherapeut hat mir gesagt, das Arterielle Hypertonie nicht durch Psychotherapie beeinflussbar ist. Mein Kardiologe ist da ganz anderer Meinung. Deshalb wollte ich das Problem versuchen mit Psychotherapie bei diesem Psychotherapeuten beizukommen (ich wusste bis vorgestern nicht, das er die Imaginative Psychotherapie anwendet.)
Zu meine Gefühlen habe ich einen mitlerweile einen sehr guten Zugang. Deshalb kann ich mir wirklich nicht vorstellen, das die Imaginative Psychotherapie mir etwas bringt. Und mehr wie 1-2 Sitzungen zum Thema werde ich ohnehin nicht bezahlen.

Sollte der Therapeut mir zusichern, das ich mein Thema verbal bearbeiten darf, in ausreichender Zeit, werde ich den Termin wahrnehmen. Sollte er mich danach zu Imaginationen anhalten, wird er seinen Willen bekommen. Es wird eine nette Phantasiereise werden, mehr nicht.
Liebe Grüße
Lockenkopf

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Beitrag Do., 05.05.2016, 21:44

Okay, das ist nicht viel Zeit, bin gespannt, ob das Sinn macht.
Auch interessant, dass Psychotherapeut und Kardiologe unterschiedlicher Meinung - und vom jeweils anderen Fach - sind.
Fundevogel

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Beitrag Do., 05.05.2016, 21:45

Fundevogel hat geschrieben:
Könnte es vielleicht sein, dass du dich selbst sehr unter Druck setzt? Problem bearbeiten, ganz direkt und flott, ohne viel Getue, vielleicht hat das was mit dem hohen Blutdruck zu tun und vielleicht ist hilfreich, mal etwas ganz anderes zu tun und ganz neue Wege, Verhaltensweise und Denkmuster zu beschreiten. Deine Bedenken kannst du ja sicher mit dem Therapeuten besprechen, dann könnt ihr ja immer noch mit einer anderen Methode arbeiten.
Ach ja, am Druck wollte ich übrigens Arbeiten, der ist Ursache der Arteriellen Hypertonie. Aber, ich werde verbal daran arbeiten (so wie ich all die Jahre mit Erfolg an dem jeweiligen Problem gearbeitet habe,) entweder bei diesem oder einem anderen Psychotherapeuten.
Liebe Grüße
Lockenkopf