BG Traumaambulanz/ Erfahrungen

Kliniken u.a. in Deutschland (keine generellen Fragen)
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pustefix
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BG Traumaambulanz/ Erfahrungen

Beitrag Sa., 01.08.2026, 12:11

Liebe Leser,

Zwischenzeitlich gibt es in vielen Kliniken Traumaambulanzen, an die man sich als Opfer einer Gewalttat wenden kann.

Manche Traumaambulanzen behandeln zusätzlich BG Fälle. Also Menschen die durch Situationen am Arbeitsplatz drohen eine PTBS o.ä. zu entwickeln.

Durch eben eine solche Situation wurde meine, an sich gut behandelte PTBS reaktiviert mit deutlicher Symptomzunahme, sodass ich im Moment wieder
Stabilisierungsmaßnahmen durchführen muss.

Die Angst vor einem Rückfall ist sehr groß.
Noch kann ich es handeln.

Meine Frage wäre, hatte schon mal jemand eine Behandlung über die BG Traumambulanz und möchte mir seine Erfahrungen dazu berichten?

Danke
Gruß, pustefix

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Charlie Foxtrott
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Beitrag So., 02.08.2026, 20:47

Hallo pustefix,

so ähnlich war es bei mir auch. Aber da die "alte" PTBS (nennt man wohl Indextrauma) damals auch noch nicht behandelt war, habe ich es dann doch nicht über BG gemacht, aber den jüngeren Fall aus dem beruflichen Kontext in der Arbeitsschutzbelehrung der BG angesprochen. Auch wurde mir damals ein Coach vermittelt. Beide wollten ganz schnell auf die Kindheit gehen und dass ich wg. best. Kindheitserfahrungen zu empfindlich sei. Ist ja auch bequemer und AG ist fein raus. Als ob das ein Freibrief für gefährliche Arbeitsbedingungen sei. Ich musste kämpfen, immer wieder auf das aktuelle Geschehen hinzuweisen.
Aber bitte deswegen nicht entmutigen lassen!

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pustefix
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Beitrag So., 02.08.2026, 21:26

Arbeisschutzbelehrung der BG ist mir jetzt ein unbekannter Begriff.
Magst du mir das erklären?


Ich habe jetzt in eine BG Trainaambulanz um einen Termin angefragt, aber es sind keine Behandlungspätze frei.

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Charlie Foxtrott
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Beitrag Mo., 03.08.2026, 14:26

1 x/Jahr treffen sich bei uns alle Zweigstellen (landes- bzw. bundesweit) und es kommt ein Dozent, vermittelt von der BG, der uns über sicheres Verhalten am Arbeitsplatz belehrt. Als ich dann mit Erfahrungen rausrückte, die weit jenseits von "wie halte ich die Säge richtig", kam, hiess es: "Es gibt Menschen, die haben in ihrer Kindheit so viel erlebt, die sind einfach zu empfindlich."
Auch ist unsere Traumaambulanz sehr kindheits- und tiefenpsychologisch orientiert. Kenne jmd., der war wg. aktueller Gewalttat dort und es wurde nur thematisiert, dass er bei einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen war, was ihn aber gar nicht gestört hat. Ich bin damals auch abgewiesen worden, es wurde im Bewerbunsgespräch immer nur gefragt, was meine Mutter falsch gemacht hätte. Dabei behandeln sie laut Website auch BG-Fälle, Arbeitsunfälle etc. Echt inakzeptabel fand ich die Täter-Opfer-Umkehr bei Schädigung durch aggressive Kunden.
Hat Deine T-Anbulanz wenigstens weitervermittelt? Oder die BG? Die muss doch einen D-Arzt stellen, oder nicht?

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pustefix
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Beitrag Mo., 03.08.2026, 21:26

Die T Ambulanz hat mir einen Termin für ein reguläres Vorgespräch der psychosomatischen Abteilung Ende September angeboten.

Man hat mir dann auch gleich die sehr langen Wartezeiten
6 bis 9 Monate, Tk evtl. noch länger, mitgeteilt, falls es zur Aufnahme kommen sollte.
Damit wars erledigt.

Ich würde lieber den Weg über den D Arzt nehmen.
Da habe ich Ende August einen Termin.
Die Dame am Telefon konnte mein Problem nicht so ganz erfassen, gab mir aber dann den Termin.
Ich soll Unterlagen mitbringen, wann ich den " Vorfall"
gemeldet hätte.
Das würde ich ja dann in diesem Termin machen, es wäre der Zweck des Termins. Schau mer mal...

Der D Arzt wurde mir von der Traumaambulanz leider nicht vorgeschlagen, das ist mir dann selber eingefallen.

Vll. täten mir ein paar stabilisierende Stunden gut, eine langandauernde Behandlung meine ich nicht zu brauchen.
Es ist v.a. die starke Angst vor einem Rückfall.

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chrysokoll
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Beitrag Mo., 03.08.2026, 21:46

Es tut mir sehr leid dass deine Symptomatik jetzt reaktiviert wurde.
Ich habe leider auch keine gute Erfahrung mit Traumaambulanzen gemacht. Es kommt sicher sehr darauf an, an wen man da gerät.
Inzwischen haben die ja alle Wartezeiten bis zum St. Nimmerleinstag.

Gibt es frühere Therapeuten an die du dich wegen einiger Stunden wenden kannst?
Ich weiß, es ist ein elender Aufwand, aber vielleicht könntest du doch dich an einen "normalen" Therapeuten wenden mit der Bitte um einige wenige Stabilisierungsstunden?
Du weißt ja sehr viel und benötigst erst einmal nur ein wenig zustätzliche Stütze und Stabilisierung. Vielleicht kann das ja auch derjenige machen, der als nächstes greifbar ist, egal ob Beratungsstelle, Traumafachberater, Ausbildungsinstitut oder sozialpsychiatrischer Dienst. Ich würde da echt nicht lange auf Termine warten bzw. vorab versuchen zu kriegen was geht!

Ich weiß nicht wie deine finazielle Lage ist, aber wenn es um wenige Stunden geht, dann könntest du die vielleicht auch selber zahlen und dich direkt an jemand wenden mit Prviatpraxis?

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pustefix
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Beitrag Di., 04.08.2026, 06:40

@ chrysokoll, danke.

Jeder Behandlerkontakt ist halt auch immer ein Wagnis, ob die Chemie stimmt, ob die Fachperson auch eine Fachperson ist.

Und eigentlich warte ich chon wieder zu lange.
Dieses selber alleine klarkommen wollen/ müssen/
aushalten ist immer noch sehr ausgeprägt.

Ich werde vll. doch dem Mentalizer eine Email schreiben....und alle Möglichkeiten versuchen, was ich kriegen kann. Ich hab keinen Goldesel im Keller aber
könnte aber schon auch was selbst finanzieren.
Danke für den Anschubser.

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pustefix
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Beitrag Di., 04.08.2026, 07:53

Entspannungsphasen sind mir schon öfters zum Verhängnis geworden und ich erinnere mich an den Satz meines Hausarztes vor vielen Jahren:

" Frau Pustefix, in der Ruhe öffnen sich die Ventile".

Und seit gestern hab ich 2 Wochen Urlaub. Sehr gefährlich.

Ich muss erst wieder das ganze Stabizeugs auspacken und üben, üben, üben, ich habe es ja nicht mehr gebraucht.

Aber es ist vll. wie Fahrradfahren, das verlernt man auch nicht, wenn man lange Zeit nicht gefahren ist.

Also hinsetzen Liste machen:
Ganz wichtig
In Bewegung bleiben, erst mal schwimmen für alles andere ist es zu heiß

Emdr über Kopfhörer
Die Innenkinder in den sicheren Orten abgeben
Ausstieg aus dem Gedankenkreis, 100 - 7- 7-7 usw.

Atemübungen

Ich sehe, ich höre, ich spüre Übung....
Rückenyoga
Pfefferminzöl

Was kreatives, malen, basteln, irgendwas werkeln
Dazu noctourne Nr. 9, die Musik ist die Brücke zu der guten Situation in der Kunsttherapie damals....

Und ganz wichtig: unter Menschen bleiben

Also pustfix,....hü!

Nicht darin versinken
Ins Handeln kommen
In Bewegung bleiben.

Wird schon wieder!

EIn bisschen mehr Selbstvertrauen wäre nicht schlecht.

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chrysokoll
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Beitrag Di., 04.08.2026, 09:55

Du hast die Kenntnisse und die ganzen Werkzeuge. Bitte nutze sie! Ich kenne das auch, dass man vor lauter Panik, Frust, Verzweiflung und Angst gar nicht damit anfängt.
Ich verordne mir das dann wie eine Aufgabe in der Arbeit. Richtig als Tagesplan.

Ganz wichtig: Vergiss nicht dich zu belohnen, schöne Dinge zu machen. Das kann ein Eis sein oder sonst eine Kleinigkeit, aber ich finde das wichtig!

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pustefix
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Beitrag Mi., 05.08.2026, 11:04

@ chrysokoll
Danke.
Ich habe an deine Worte gedacht und mir in Freibad ein Eis genehmigt.

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pustefix
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Beitrag Fr., 07.08.2026, 21:32

chrysokoll hat geschrieben: Di., 04.08.2026, 09:55 Ich verordne mir das dann wie eine Aufgabe in der Arbeit. Richtig als Tagesplan.
Ja, genau, so muss und werde ich das auch machen.

Ich habe jetzt kapiert, dass es lebenslang Situationen in meinem Leben geben wird, die zu einer Destabilisierung beitragen können.

Und dass Zeiten mit völliger Symptomfreiheit nicht bedeuten, dass das immer so sein wird.

Die ganzen Stabilisierungsmaßnahmen hatte ich jetzt lange nicht oder kaum gebraucht. Und dann als es nötig wurde war ich quasi eingerostet. Ich hatte eine zeitlang auch nicht gut genug für mich gesorgt.
Ich will da wieder aufmerksamer mit mir umgehen.

Also,
Das Ziel ist nicht, nie mehr in eine emotionale Schieflage zu kommen, sondern es imner früher zu erkennen und immer besser gegenzusteuern.
Ich kanns!

Es flutscht wieder.
Es geht mir bedeutend besser.

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