Ärztlich erlaubter Suizid Demenzerkrankter begleiten?

Hier können Sie sich über Belastungen durch eigene oder fremde schwere Erkrankungen, aber auch den Umgang mit Tod und Trauer austauschen.
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Anna-Luisa
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Re: Ärztlich erlaubter Suizid Demenzerkrankter begleiten?

Beitrag Sa., 08.12.2018, 17:55

leuchtturm hat geschrieben:
Sa., 08.12.2018, 17:28
dann liegt eine Patientenverfügung vor, nach der man sich richten könnte, und niemand müsste sich mehr Gedanken machen.
Wozu dann die Ausgangsfrage?
Es kann durchaus sein, dass eine Willensbekundung abgegeben wurde - jedoch aber keine Patientenverfügung.
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.
(Konfuzius)

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leuchtturm
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Beitrag So., 09.12.2018, 09:28

Anna-Luisa hat geschrieben:
Sa., 08.12.2018, 17:55
leuchtturm hat geschrieben:
Sa., 08.12.2018, 17:28
dann liegt eine Patientenverfügung vor, nach der man sich richten könnte, und niemand müsste sich mehr Gedanken machen.
Wozu dann die Ausgangsfrage?
Es kann durchaus sein, dass eine Willensbekundung abgegeben wurde - jedoch aber keine Patientenverfügung.
auf eine mündliche Willenbekundung würde ich mich nicht einlassen, nicht als Arzt oder Pfleger

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Kaonashi
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Beitrag So., 09.12.2018, 10:21

leuchtturm hat geschrieben:
Sa., 08.12.2018, 17:28
dann liegt eine Patientenverfügung vor, nach der man sich richten könnte, und niemand müsste sich mehr Gedanken machen.
Wozu dann die Ausgangsfrage?
Nö, muss nicht, weil viele Leute darüber reden, aber längst nicht alle dann auch die Formalitäten in Angriff nehmen. In der Familie gibt es aber sicher oft Äußerungen wie "so möchte ich nicht enden" oder ähnliches, ohne dass man deswegen eine Patientenverfügung macht. Die Angehörigen kennen dann trotzdem die Einstellung der Person

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ExtraordinaryGirl
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Beitrag So., 09.12.2018, 10:36

Nun ja, Gesetze sind auch nicht vorrangig für die da, die auch ohne sie klarkommen.

Und wenn es hier rechtliche Zweifel geben sollte, bin ich dagegen, einfach mal davon auszugehen, dass zu einem früheren Zeitpunkt eine mündliche Einverständniserklärung abgegeben wurde.
Hin- und hergerissen.

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Kaonashi
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Beitrag So., 09.12.2018, 10:51

Aber warum überhaupt dieses Klammern?
Ich denke, das kommt nur von dieser scheinheiligen menschenverachtenden christlichen Moral, die Menschen leiden lässt, bis sie abkratzen, aus Ideologiegründen. Wenn das nicht so wäre, könnte jemand auch früher gehen, ohne sich zu Tode zu hungern.

In diesem speziellen Einzelfall muss natürlich geprüft werden, ob es einen anderen Grund als die Demenz gibt, weswegen sie aufhört zu essen. Wenn es etwas ist, was behoben werden kann, dann sollte man das natürlich machen, und wenn es ihr ansonsten gut geht, kann sie noch eine Weile leben.
Aber wenn sie wegen der Demenz das Essen eingestellt hat, oder gar deswegen, weil sie nicht mehr leben will, dann sollte man sie gehen lassen. Das wäre human und das Richtige.

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Anna-Luisa
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Beitrag So., 09.12.2018, 11:13

leuchtturm hat geschrieben:
So., 09.12.2018, 09:28
Anna-Luisa hat geschrieben:
Sa., 08.12.2018, 17:55


Es kann durchaus sein, dass eine Willensbekundung abgegeben wurde - jedoch aber keine Patientenverfügung.
auf eine mündliche Willenbekundung würde ich mich nicht einlassen, nicht als Arzt oder Pfleger
Als Arzt oder Pfleger ist man, ob es einem gefällt oder nicht, an die Rechtslage gebunden. Existiert keine Patientenverfügung, sind es oft die nächsten Angehörigen die Entscheidungen treffen.

Und auch wenn man sich als Arzt oder Pfleger nicht auf eine mündliche Willenserklärung verlässt (die nur innerhalb der Familie abgegeben wurde) wurde sie dennoch abgegeben.

Wenn der Verdacht besteht, dass die von der Tochter erwartete Maßnahme unzulässig ist, sollte das natürlich schnellstens geprüft werden. Aber es ist unwahrscheinlich, dass der Arzt leichtsinnig etwas (ohne jeglichen persönlichen Nutzen) unterschreibt und damit eine sehr hohe Strafe riskiert.
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Beitrag So., 09.12.2018, 11:15

Ich habe allerdings in Klein-Idas Einträgen nicht gelesen, dass die Dame aufgehört hat, zu essen.

Sondern, dass man ihr die Nahrungszufuhr verweigert.
Hin- und hergerissen.

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Anna-Luisa
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Beitrag So., 09.12.2018, 11:20

ExtraordinaryGirl hat geschrieben:
So., 09.12.2018, 11:15
Sondern, dass man ihr die Nahrungszufuhr verweigert.
Dafür kann es aber medizinische Gründe geben. Natürlich bestünde dann die Möglichkeit der künstlichen Ernährung. Und dahat man oft die Wahl, ob man sie wünscht - oder nicht.
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ExtraordinaryGirl
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Beitrag So., 09.12.2018, 11:22

Kann es. Oder auch nicht.

Das ist Spekulation, und ich halte nichts davon, über das Leben von Menschen zu spekulieren.

Aber mehr Informationen haben wir zurzeit nicht.
Hin- und hergerissen.

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Beitrag So., 09.12.2018, 11:31

Und das hat weniger mit Religion zu tun als mit einem gewissen Verständnis davon, wie sich Tod anfühlt und dass es nicht nur Leute gibt, die (ob beeinträchtigt oder nicht) freiwillig aus dem Leben scheiden.
Hin- und hergerissen.

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Klein-Ida
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Beitrag So., 09.12.2018, 12:36

Danke für eure Antworten.
Ich war auf der Abteilung nur kurz und kenne die genauen Hintergründe leider nicht.
Ich glaube aber auch,dass die Kollegen dort so vernünftig sind und die ganze Angelegenheit abgebrochen haben.
Vielen Dank nochmal für eure Meinungen. :heart:
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Malia
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Beitrag So., 09.12.2018, 15:43

Klein-Ida hat geschrieben:
So., 09.12.2018, 12:36
Ich war auf der Abteilung nur kurz und kenne die genauen Hintergründe leider nicht.
Das habe ich mir schon gedacht.
Ich weiß, wie die "stille Post" in Pflegeheimen funktioniert.
Alles wird wieder gut.
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