Von Mutter nicht geliebt - wie akzeptieren?

Alle Themen, die in keines der Partnerschafts-Foren passen, bei denen es aber in weitestem Sinne um Beziehungen, soziale Kontakte usw. geht, Adoption, Pflege usw.
Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
bambi005
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 30
Beiträge: 5
Status: Offline

Von Mutter nicht geliebt - wie akzeptieren?

Beitrag Do., 08.12.2011, 14:53

Hallo an alle,

ich weiß, es gibt zu diesem Thema bereits viele Beiträge, aber ich habe nichts gefunden, was wirklich zu meiner Situation paßt,darum möchte ich diese kurz hier aufführen, in der Hoffnung einige Denkanstöße und evtl Ratschläge zur Akzeptanz dieser, von euch zu bekommen... Danke vorab.

Ich bin 30 J. alt, Mutter einer kleinen Tochter und habe dass Problem, daß ich nicht wirklich akzeptieren kann, daß meine Mutter mich nicht liebt und mich für wertlos hält. Seit 20 Jahren leide ich darunter, seid 15 ist es eigentlich "offiziell" und seit einigen Monaten versuche ich konstruktiv, mit Akzeptanz,mit dieser Tatsache umzugehen, damit es nicht weitere 20 J. mein Leben bestimmt.
Ich bin das Älteste von fünf Kindern (von 2 Vätern), ich war dementsprechen sehr oft auf mich allein gestellt, bekam wenig Zuwendung aber viel Verantwortung übertragen. Ich wurde relativ streng erzogen, mußte schon früh selbständig sein und wurde für (normales, pupatierendes) Fehlverhalten mit Kontaktsperre oder "leichter Gewalt" bestraft. Auf Dauer wurde ich zuhause etwas "eigenbrödlerich", die Entfremdung wurde irgendwie stärker... Jedenfalls ist die Situation zuhause irgendwann so geladen gewesen (eltern hatten viel streit, stiefvater wollte u.a. nur seine kinder und die mutter haben, mich und schwester nicht- meine mutter begann alkoholikerin zu werden) daß ich all das nicht mehr ertragen konnte, und es ist insofern eskaliert, daß meine Mutter ebenfalls einsah daß das nicht mehr ging und mich ins Heim gegeben hat (sie wollte wegen den kindern das kleinere opfer bringen, mich, und ihn nicht verlassen...) Daraufhin bin ich mit 18 in eine 1000 km entfernte Stadt gezogen, einige enge Verwandte leben dort in der nähe. Durch diese Verwandtschaft ist der Kontakt zu meinr Familie auch niemals abgebrochen, alle paar Monate sahen wir uns und taten so als wäre alles ok... das geht jetzt seit 12 Jahren so. Natülich belastet mich das alles wahnsinnig stark, habe im laufe der Jahre immer wieder das Gespräch gesucht, aber immer entweder unverständniss oder leere worte geerntet. Meine Mutter hält mich für WErtlos, was man in jedem ihrer Worte zu mir hört - der kontakt kommt meistens von mir aus, ich versuche sie immer noch irgendwie in mein leben einzubeziehen, sie ist ja meine mutter, aber alles was ich mache ist nicht gut genug für sie. Ich muß dazu sagen, meine Mutter ist eine sehr kaltherzige, arrogante Person, für sie zählt nur das materielle - ich bin genau das gegenteil, aber ich habe in meinem leben schon einige fehlentscheidungen getroffen, weshalb ich jetzt nicht groß mit materiellem auffahren kann. sie sagt nur, ich habe ja nix erreicht im leben = ich bin ja nix. Meine Geschwister sind alle viel lieber, viel toller, haben viel mehr (teure autos, teure klamotten etc.)...
dazu muß man sagen, ich wurde ja rausgeworfen, da war ich 15, habe noch mein abi zu ende gemacht, bin ja dann weggezogen, habe eine ausbildung gemacht... und das alles ohne ihre hilfe, ich mußte alleine schauen wie ich irgendwie klar komme, im leben und im finanziellen. aber, meine geschwister blieben bis nach der ausbildung zuhause, zwar mußten diese ein paar euro kostgeld abgeben, aber bekamen daß von meinen eltern für sie weggesparte geld, bei ihrem auszug wieder. selbst als es mir finanziell einmal so schlecht ging, meinte meine mutter nur ich solle halt was verpfänden... oder zurück in deren stadt ziehen, dann könnte ich mal zum mittagessen vorbeikommen und spare so etwas geld...
.
mittlerweile hab ich auch keine lust mehr mir das alles überhaupt noch anzutun, ich schenke dem ganzen nicht mehr so viel beachtung... was meine mutter sagt, kann ich gar nicht mehr ernst nehmen - ich weiß für mich was ich geschafft habe... aber weh tut es immer noch sehr... darum möchte ich diese tatsache nun einfach akzeptieren und in ruhe weiterleben. nur wie? das weiß ich nicth genau, soll ich den kontakt ganz abbrechen (was ich eigentlich wegen meinem baby nicht möchte, ist ja ihre oma, und die einzige die sie hat),
oder soll ich erneut das gespräch suchen (das letzte war ziemlich impulsiv von meiner seite, ca 1 jahr her, sie sagte damals, daß sie durch ihre suchterkrankung einige fehler gemacht hätte, aber sie hätte sich auch verziehen - das solle ich auch tun - nach dem gespräch hat sie mich aber behandelt wie immer, respektlos und geheuchelt)
oder soll ich einfach so weitermachen wie bisher... - so tun als wäre alles ok bis ... keine ahnung, irgendwann...ich habe wirklich immer versucht verständis für alles zu haben, aber ich will auch nicht mehr klein-dückerchen sein...
Ich weiß es nicht, was ist das Richtige? was würdet ihr mir raten? ich will dieses thema wirklich endlich hinter mir lassen und nicht weiter um zuneigung und anerkennung buhlen - ich will gestärkt aus dieser episode herauskommen... welchen (richtigen) schritt kann ich tun?


Danke für das lesen -und sorry, daß so lang, aber ist schon stark zusammengefasst...

Benutzeravatar

Phönixia
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
weiblich/female, 36
Beiträge: 917
Status: Offline

Beitrag Do., 08.12.2011, 15:06

Hallo bambi,

bist du dir denn wirklich sicher, dass dich deine Mutter nicht liebt?
Oder gibt sie dir einfach nicht die anerkennenden Worte, die du hören willst?
Warum gibst du nicht die Suche nach Anerkennung auf?
Vielleicht sucht sie ja auch deine Anerkennung, da sie in der Vergangheit als Alkoholikerin so viele Fehler gemacht hat?

Benutzeravatar

mitsuko
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 30
Beiträge: 1533
Status: Offline

Beitrag Do., 08.12.2011, 15:45

Liebe bambi,
bambi005 hat geschrieben:so tun als wäre alles ok bis ... keine ahnung, irgendwann

Sie wird nicht irgendwann anfangen dich zu lieben, wenn sie dich bisher nicht lieben konnte. Vermutlich ist deine Mutter zu echter Liebe gar nicht fähig. Du hast jetzt ein eigenes Baby. Tu ihm doch dieses Klima und diese Frau nicht an.

LG
mitsuko

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
bambi005
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 30
Beiträge: 5
Status: Offline

Beitrag Do., 08.12.2011, 15:49

ch bin mir da schon sicher, da dieses Verhalten absolut keine Liebe wiederspiegelt - anerkennende Worte die bekomme ich natürlich auch nicht, und die werde ich sicher niemals bekommen, egal was ich mache.
Das tue ich ja, indem ich dabei bin unsere Beziehung zu akzeptieren, so wie sie ist.
Ich glaube, sie erkennt die Fehler die sie gemacht hat gar nicht wirklich. und das was sie meint zu erkennen, ändert sie nicht. Meine Anerkennung habe ich ihr in der Vergangenheit immer wieder geäußert. Ich bin ihr nur nicht gut genug... dass sie mich am liebsten niemals geboren hätte, hab ich auch schon gehört... wie gesagt, ich habe auch keine Lust mehr mir das anzutun und dass ich immer auf alle zugehe um des lieben Friedens willen..

Benutzeravatar

Tante Käthe
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 50
Beiträge: 1293
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Fr., 09.12.2011, 07:52

Hi bambi005,

....das liest sich alles ziemlich herzlos seitens Deiner Mutter.... Alkohol hin und her, der kam wohl erst später dazu, als die Überforderung bei ihr wohl zunahm....

Also vielleicht solltest Du einfach versuchen, auf einen Nullmodus ihr gegenüber zu gehen, einfach keinen Kontakt zu pflegen und sollte sie Dich kontaktieren, würde ich es zu lassen. Dass Du verhalten ihr gegenüber bist, denke ich mal, ist ohnehin bereits der Fall....

Irgendwann macht Dich dies alles auch noch krank, pass auf Dich auf, der Druck kann dabei sehr enorm werden. Behalte Dir auch immer etwas Wut im Gepäck, damit dem gewachsen bleibst.... Nein, Deine Mutter hat Dich nicht gut behandelt und machat es immernoch nicht und verschiedene Äußerungen sind ja wohl das Letzte....

Und für Dein eigenes Kind würde ich den KOntakt auch nicht aufrecht erhalten, klar ists schade, wenn sie die einzige Oma ist, die Dein Kind hat, aber ich frage mich gerade, was für eine Oma.... oder ist der Umgang mit dem ENkelchen so toll?
bambi005 hat geschrieben:Meine Geschwister sind alle viel lieber, viel toller, haben viel mehr (teure autos, teure klamotten etc.)...
Nun, materielle Dinge haben nichts mit lieber, toller etc. zu tun, so ein Quatsch.....
Sei stolz auf Dich, Du hast viel geschafft und wirst weiterhin schaffen
bambi005 hat geschrieben:sie sagte damals, daß sie durch ihre suchterkrankung einige fehler gemacht hätte, aber sie hätte sich auch verziehen - das solle ich auch tun - nach dem gespräch hat sie mich aber behandelt wie immer, respektlos und geheuchelt)
nun, was Du tust, dürfte Deine Entscheidung sein und ob Du ihr einfach so "verzeihen" kannst, fraglich.

Sorry, aber ich würde mich gesund abgrenzen und auf meine WErte achten und in meiner Familie mit Geborgenheit leben wollen (sprich eigenes Kind und hoffentlich Partner).

Wünsch Dir alles Gute.

Käthe
Es ist schwieriger eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom
(Albert Einstein)

Benutzeravatar

firstsight
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 28
Beiträge: 11
Status: Offline

Beitrag Fr., 09.12.2011, 08:40

Hallo Bambi,
ich habe ein ähnliches Problem.. und gerade mal wieder ein Gespräch mit meiner Mutter darüber gehabt.
ich ertrage es kaum, längere Zeit mit ihr zusammen zu sein, weil ich ihr nicht verzeihen kann, dass sie mich weder liebt noch geliebt hat. zudem bin ich ohne Vater aufgewachsen, hatte also nur eine Bezugsperson.
Ich habe das Gefühl, dass alle aus meiner Familie denken, dass ich dankbar sein sollte, dafür, dass ich materiell versorgt wurde..

Frage: kann meine Mutter etwas dafür, dass sie mich nie liebte? Sie selbst sagt, dass sie auch nicht geliebt wurde und es daher nicht gelernt hat. Wie vertrackt!
Ich bin selber Mutter und kann aus eigener Erfahrung sagen: man kann den Teufelskreis durchbrechen. Ich liebe meine Kinder. Über alles.

Wie aber mit der Mutter umgehen? Mir geht es genauso wie Dir, ich möchte meinen Kindern nicht die Großmutter wegnehmen.

Ich versuche, es so akzeptieren, wie es ist. Man kann niemanden zwingen, einen zu lieben. Und wenn ich jetzt meine Kinder ansehe und mir vorstelle, ich hätte keine Liebe für sie: wie schrecklich wäre das für mich selbst. Mütter, die nicht lieben, können einem also richtig leid tun.

Mein Ziel: loslassen, aufhören, zu fordern, ihr vergeben. Vollständig.
Und ich glaube, wir müssen es schaffen, uns selbst und unserem inneren Kind die Liebe zu geben, die wir brauchen, uns so zu lieben und akzeptieren wie wir sind.

Sei stolz auf Dich, dass Du eine eigene Familie geschaffen hast und dort so lebst, wie Du es für richtig hältst.
Du bist eine wunderbare Person, die liebt und geliebt wird!

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
bambi005
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 30
Beiträge: 5
Status: Offline

Beitrag Fr., 09.12.2011, 10:34

Danke erstmal für eure antworten!!!
@firstsightdaily - das Gefühl, daß von einem in erster Linie Dankbarkeit erwartet wird, kenne ich, wie du. Mir stellt sich dabei aber immer wieder die Frage, wie man einer Person gegenüber dankbar sein kann, die einem keine Gefühle entgegengebracht hat bzw entgegenbringt... für mich ist diese materielle Hilfe irgendwie Heuchlerei. Scheinheilig. Und ich glaube, diese "Hilfe" in materieller Form ist eherfür Außenstehende gedacht, jeder sieht daß man sich doch um sein Kind kümmert - warum kann dieses nicht dankbar dafür sein?! - somit wird der Spieß so gedreht, daß man sich selber undankbar gegenüber seinen Eltern fühlt...und Schuldgefühle in einem aufkommen.
Zu der Aussage deiner Mutter, daß sie selber nicht geliebt wurde und dass nicht gelernt hat und umsetzen konnte, ist meine Meinung, daß Mutterliebe nicht erlernt werden muß - sie ist einfach da. In ihrer ganzen Intensität. Wenn wir an die Geburt unserer Kinder zurückdenken - so war es doch, vom ersten Moment an. Und jeder Tag vertieft diese Mutterliebe noch. Ich finde auch, man sollte seinen Kindern so viel Liebe und Zuneigung zeigen, wie nur möglich ist. Egal, wie die eigene Kindheit aussah. Bzw auch gerade deswegen. Wir machen das schon gut! - und unsere Mütter hätten allen Grund stolz auf uns zu sein! Du hast wirklich Recht mit der Aussage, daß einem Mütter leid tun können, die keine Gefühle für ihre Kinder haben... ich versuchte es auch schon öfters aus dieser perspektive zu sehen, das verzeihen fällt einem leichter... andererseits tun mir die ungeliebten Kinder auch unfassbar leid - und dann kommt die enttäuschung in mir zurück... als Mutter ist man ja bereits erwachsen bzw. sollte man sein, und als erwachsener hat man die verantwortung seinen kindern gegenüber zu tragen und sollte wissen, wie es für ein Kind ist, in einem Haus ohne Liebe aufzuwachsen bzw welche Konsequenzen es nach sich zieht... da muß man sich halt entweder zusammenreißen - oder keine Kinder bekommen...
Laß uns die Fehler unserer Mütter nicht wiederholen - auch aus einem schlechtes Beispiel kann und soll man lernen...
Meine Maus bekommt von mir jedenfalls die doppelte Liebe!! Und deine wahrscheinlich auch! Glück für unsere Kiddies!

Benutzeravatar

münchnerkindl
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 38
Beiträge: 7364
Status: Offline

Beitrag Fr., 09.12.2011, 12:14

Ich würde den Kontakt abbrechen. Wenn sie dich wie Dreck behandelt, warum sollte sie dann dein Kind plötzlich lieb haben?

Ich würde warten bis dein Kind von selbst kommt und die Oma kennenlernen will. Dann kannst du ja ggf noch mal Kontakt für die beiden anbahnen

Benutzeravatar

Phönixia
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
weiblich/female, 36
Beiträge: 917
Status: Offline

Beitrag Fr., 09.12.2011, 12:23

Liebe Bambi,
Laß uns die Fehler unserer Mütter nicht wiederholen - auch aus einem schlechtes Beispiel kann und soll man lernen...
Meine Maus bekommt von mir jedenfalls die doppelte Liebe!! Und deine wahrscheinlich auch! Glück für unsere Kiddies!
das ist die schönste Erkenntnis die du aus deiner Geschichte mitnehmen kannst.
In meinen Augen geschieht nichts sinnlos und umsonst.
Deine Mutter ist eine sehr gute "Lehrerin".
Ihre wenige Liebe wird zur doppelten Liebe für deiner Tochter.
Somit ist sie ihr indirket eine gute Oma. Und für dich indirekt eine gute "Mutter-Lehrerin".

Benutzeravatar

firstsight
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 28
Beiträge: 11
Status: Offline

Beitrag Fr., 09.12.2011, 12:34

Hm, Münchnerkindl, so denke ich auch, manchmal. Und wenn meine Mutter sich dann nicht wirklich um meine Kinder kümmert obwohl angekündigt so steht sofort das ungeliebte Kind in mir auf dem Teppich. Panik.
Ich hoffe immer, irgendwann einmal was dazu zu lernen. (Nicht in jeden Abgrund gleich reinzufallen.)
Meine Kinder sehen das anders und mögen die Oma, so wie sie ist. Sie leiden auch nicht darunter, wenn Oma sich nicht um sie kümmert sondern genießen das, was sie kriegen können.
Ach, Kinder sind schon toll!

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
bambi005
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 30
Beiträge: 5
Status: Offline

Beitrag Fr., 09.12.2011, 13:22

@firstsightdaily. Das finde ich sehr gemein von deiner Mutter, wenn sie sagt, sie kümmert sich um ihre Enkel und sagt dann ab... d.h. für mich, daß sie aus den Fehler die sie bei dir gemacht, (noch) nichts gelernt hat, also nicht wirklich. Deine Kinder haben in erster Linie dich - die Oma müssen sie so nehmen wie sie ist, bis sie selber alt genug sind um ihre Wünsche (nach ehrlicher und gefühlter Zuneigung) ihr gegenüber anzusprechen. ich hoffe aber, das sich bis dahin eure Beziehung verbessert hat. So wie ich es auch für mich und vor allem für mein Kind hoffe und dafür bete. Ich unterstütze den Kontakt der beiden (meine Kleine ist aber auch noch wirklich klein und bekommt so noch nichts mit) aber wenn ich jemals feststelle daß meine Mutter ihr gegenüber abfällig über mich redet oder sie gar abfällig behandeln würde, dann ist das Thema aber endgültig für mich vorbei und meine Mutter wäre ab dann für mich gestorben!! Was ich mich oft frage ist, daß wenn meine Verwandschaft hier, die die ganze Familie im prinzip zusammenhält, nicht mehr ist (sind alle schon sehr alt) - was dann? MICh kommt doch hier ganz sicher keiner Besuchen, vielleicht meine Geschwister mal. D.h. ich muß dann sie besuchen, ich muß den Kontakt aufrecht erhalten, und das hat zur Folge daß ich wieder alles runterschlucken muß um die Beziehungen weiterhin pflege zu können. Ich will auch nicht daß meine Tochter irgendwann sagt, daß ich den Kontakt zu ihren Großeltern, Tanten und Onkeln zerstört habe und sie somit keinen Bezug zu ihrer Familie hat... Wie in meiner Frage genannt, ist die einzige Möglichkeit um in Frieden mit sich weiterleben zu können, alle Tatsachen zu akzeptieren, so wie es nunmal ist, und darüber zu stehen - allein aus dem Wunsch heraus die beste Mutter für mein Kind zu sein, die ich sein kann. Das bedeutet Arbeit: an mir, daran, die vielen, verschiedenen Gefühle nochmal zu durchleben und diese zu bewältigen um seine innere Kraft zu stärken, und daran, trotz allem seiner Mutter standhaft und selbstbewusst in die Augen sehen zu können und ihr ehrlich zu vergeben.
@phönixia Vielen Dank für deinen Zuspruch!! Ich glaube auch daß alles seinen Sinn hat - auch wenn man ihn nicht immer erkennen kann... Gottes Wege sind unergründlich

Benutzeravatar

mitsuko
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 30
Beiträge: 1533
Status: Offline

Beitrag Fr., 09.12.2011, 13:36

Bambi, du willst da drüber stehen, aber man kann nicht darüber stehen, dass einen die eigene Mutter nie geliebt hat. Das ist eine ganz schreckliche Sache und nichts daran ist ok oder entschuldbar. Warum bitte SOLLTEST du denn darüber stehen? Ist das nicht auch eine Form des Nicht-Akzeptierens und Verschleierns? Viel wichtiger ist doch, dass du erkennst, was dir angetan wurde und unterbindest, dass es dir oder deinem Kind weiterhin angetan wird.

Benutzeravatar

Thread-EröffnerIn
bambi005
sporadischer Gast
sporadischer Gast
weiblich/female, 30
Beiträge: 5
Status: Offline

Beitrag Fr., 09.12.2011, 14:00

Ich möchte gerne noch erwähnen, dadurch, daß meine Geschichte so ist wie sie ist, habe ich im Leben viel gelernt. Ich habe gelernt zu kämpfen, nach einem Sturz wieder aufzustehen, mich immer wieder selber zu motivieren, ich habe gelernt daß mich nichts und niemand so weit bringen kann, nicht doch immer wieder weiterzumachen und leben zu wollen. ich habe mich mit Gefühlen in einer derartigen Intensität auseinandergesetzt, die manche/viele Menschen noch nicht einmal kennen. Trotz aller Schwierigkeiten fühle ich mich reicher (persönlich gesehen) als manch anderer - und DAS kann mir KEINER nehmen.
Um diesen Selbstwert anzuerkennen, dafür brauchen wir niemanden der einem das sagt, nur uns selber!!
Mein Motto: nach JEDEM Regen folgt Sonnenschein!!!

@mitsuko: Das sehe ich ähnlich, darum mein Problem... aber ich habe eben auch für mich entschlossen mich dieser Sache endgültig zu stellen. Akzeptieren bedeutet für mich, daß unabhängig davon, ob eine Sache gut oder schlecht ist, heißt es hinzunehmen, und sich nicht mehr damit zu beschäftigen. Es ist halt leichter gesagt als getan und ich merke, daß mich das immer noch emotional beschäftigt... am liebsten würde ich den Kontakt ganz brechen, aber erstens denke ich auch an meine Tochter und meine Geschwister (teilweise noch zuhause wohnend) und zweitens glaube ich auch, daß das eine Form von weglaufen wäre - aber wenn man sich einer sache nicht stellt wird sie einem immer folgen. und ich möchte mich so bald wie möglich damit auseinandersetzen damit mich dieses Thema nicht immer weiter und weiter beschäftigt. ich muß mir diese Form von Freiheit selber als Geschenk machen, dass habe ich mir verdient. und ich möchte meinem kind beibringen können mit negativem umzugehen und ihr nicht vorleben wie man sich sein leben lang mit einer sache quälen kann - dann lieber loslassen, auch wenn es sehr sehr schwer ist... irgendeinen weg wirds schon geben - gibt es immer. den für mich passenden habe ich aber leider noch nicht ganz gefunden - aber ich suche...

Benutzeravatar

Ayla
Forums-Gruftie
Forums-Gruftie
weiblich/female, 47
Beiträge: 841
Wohnort: Deutschland
Status: Offline

Beitrag Mo., 19.12.2011, 10:27

Mir geht es ähnlich mit meiner Mutter wie dir bambi005.

Im Grunde dachte ich, ich hätte abgeschlossen mit meiner Mutter.
Sie fragte, sie bekam Antwort.
Sie schmeißt mir ihren Schmerz vor die Füße.
Sie will nicht reden.
Totales Desinteresse an mir.
Small Talk Ebene.

Ich kann ihre Unfähigkeit nicht mehr ertragen.
Ich will es nicht mehr.
Ich möchte den Kontakt abbrechen.
Ich habe Angst meinen Vater dadurch zu verlieren.
Ich bin so wütend.
So wütend.

Ist wohl logisch, dass es jetzt mit aller Macht hervorbricht, wo ich den Mann an meiner Seite habe, den ich liebe und der mir seine Liebe zeigen kann.

Das Finale, dann kann ich endlich frei leben !?
Das größte Problem mit der Kommunikation ist die Illusion, sie sei gelungen
Alle großen Wahrheiten waren anfangs Blasphemien

Benutzeravatar

Elfchen
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 51
Beiträge: 2850
Wohnort: In mir
Status: Offline

Beitrag Mo., 19.12.2011, 11:13

mein leben weist einige parallellen zu dem deinen auf. auch ich bin mit 15 rausgeworfen worden, auch ich hatte ein beinhartes leben. missbrauch, misshandlung, missachtung, alles, was kein mensch erleben sollte, war mein leben.
vor 20 jahren hab ich gemerkt, dass es darum geht, entweder sie oder ich. ich spürte, dass ich sterben werde, wenn ich das weiter mitmache- psychisch tot sein würde. also hab ich mich entscheiden müssen, und ich hab mich für MICH entschieden.
das hiess: totaler kontaktabbruch. nur einmal, vor ca. sechs jahren, wurde es durch einen zufall nochmal probiert, und es ging sofort wieder in die hose. seither ist meine türe ZU, für immer.

die blessuren werde ich mein leben lang zu bearbeiten haben. aber ich kann doch langsam, nach 20!! jahren, langsam wieder frei atmen.

bitte, entscheidet euch für EUCH!! ihr habt nur dieses eine leben....
Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben. Epiktet